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Die Alben

2 Alben sortiert nach Datum: neuestes zuerst und gefiltert nach Klassik, 5 de Diapason, Jakob Händel und 24 bits / 96 kHz - Stereo
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HI-RES54,49 Fr.
CD38,99 Fr.

Klassik - Erschienen am 26. Mai 2017 | Decca Music Group Ltd.

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Gramophone Editor's Choice - Preis der deutschen Schallplattenkritik
Man sollte sich nicht vorstellen, dass zu Händels Zeiten eine Oper ein endgültiges Produkt war, das in Stein geätzt wurde, und dessen Partitur eine Art Heiliger Gral war, der keine Manipulation erleiden dürfte, sei sie auch so minimal. In dieser Hinsicht ist Händels Ottone ein sehr gutes Beispiel. Der Entstehungsprozess von dieser Oper war ausgesprochen kompliziert und von umfangreichen Änderungen geprägt, die wahrscheinlich auf Händels Zusammenarbeit mit der berühmten Prima donna Francesca Cuzzoni zurückgehen, die im Dezember 1722 — knapp zwei Wochen vor der Uraufführung — in London einreiste und sofort anfing, sopranistischen Einspruch einzulegen. Sie lehnte mehrere ihrer Arien ab, sodass Händel sie durch völlig neue Musikstücke ersetzten musste. John Mainwaring erwähnt in seiner 1760 erschienenen Biografie des Komponisten, wie die Cuzzoni es abgelehnt hatte, die Arie Falsa imagine zu singen. „Oh! Madame“, hätte ihr Händel auf Französisch entgegengeschossen, „Ich weiß sehr wohl, dass Sie eine wahre Teufelin sind, doch Sie werden noch sehen, dass ich der Beelzebub — der größte Teufel von allen — bin“, und mit diesen Worten packte er sie um die Hüfte, hob sie hoch und schwor, er werde sie aus dem Fenster werfen, sollte sie noch ein Wort sagen. Da muss man trotzdem hinzufügen, dass die zahllosen Änderungen, die der Komponist bei der Ausarbeitung der Oper vornahm, sich keinesfalls auf Cuzzonis Rolle beschränkten. Er vollendete insgesamt elf Arien und ein Duett, die er aber vor der ersten Aufführung verwarf und durch andere Musik ersetzten musste. Zudem überarbeitete er andere Arien in beträchtlichem Ausmaß. Niemand weiß, welche Änderungen er selbst aus künstlerischen Gründen vornahm und welche davon Kompromisse waren, um seine launischen Sänger und Sängerinnen zufriedenzustellen. Nachdem Händel schon bei der Komposition und Ausarbeitung der Oper Szenen abgeändert und umfangreiche Streichungen und Ersetzungen vorgenommen hatte, setzte er sogar weitere zum Zeitpunkt der Uraufführung um, noch während der ersten Vorstellungsreihe. Überdies ersetzte und ergänzte er mehrere Arien für die zwölfte Vorstellung, die wegen der Fastenzeit erst nach fünf Wochen Pause im März 1723 stattfinden konnte. Die Frage stellt sich also: wie genau sollte Ottone aussehen? Für die vorliegende Aufnahme wurde die vollständige Fassung der Uraufführung nachgestellt, aber es sind auch Erweiterungen zu zwei Szenen eingearbeitet, die Händel für eine Vorstellung zu Cuzzonis Gunsten umgeschrieben hatte. Als besondere Zugabe sind dieser Aufnahme drei neue Arien beigefügt, die Händel zur Wiederaufführung der Oper im Jahr 1726 komponierte: hier hat man also einen sehr vollständigen Ottone. Und all diese zusätzliche Musik erlaubt es dem Zuhörer noch mehr schön gesungene Arien zu genießen, insbesondere von dem Kontratenor Max Cencic und der Sopranistin Lauren Snouffer, die vor 240 Jahren von der Cuzzoni gesungenen Rolle übernimmt. Es spielt das Ensemble Il pomo d’oro – auf Originalinstrumenten – unter der Leitung von George Petrou. © SM/Qobuz
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HI-RES30,99 Fr.
CD21,99 Fr.

Klassik - Erschienen am 9. Oktober 2015 | Sony Classical

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
Dem von Antonio Caldara (1670–1736) im Internet überlieferten Portrait haftet so etwas wie ein langsames Gesicht an: ruhige, schwere, fast grobe Züge, wo man – denkt man an seine Musik – doch etwas Sensibles, Feines erwarten würde. Denn der Venezianer, ab 1716 Vizekapellmeister am Wiener Hof, war zwar keiner der ganz Großen (obwohl Bach seine Musik sehr geschätzt haben soll), aber doch ein Meister des durchbrochenen Stils, der instrumentalen Raffinesse, der zarten Nuancen, der vielfach changierenden Farben. Pars pro toto sei die Arie „Ahi’! Come quella un tempo città“ aus der Oper „Sedecia“ erwähnt, in der das Salterio – ein dem Hackbrett ähnliches Instrument, hier meisterlich gespielt von Elisabeth Seitz – die Singstimme umglitzert. Oder „Questo è il prato“ aus der Pastorale „Tirsi e Nigella“, wo sich die helle Tönung der Traversflöte, das dunkel Samtige des Chalumeaus und die hingetupften Farben von gezupften und gestrichenen Saiteninstrumenten zu einem musikalischen Gemälde wie von Watteau verbinden. In seinem neuen Recital bringt der rumänisch-bayerische Sopranist Valer Sabadus dies mit großem Feingefühl zu Gehör. Caldaras Arien in ihrer zumeist aquarellhaften Zartheit scheinen wie für ihn geschaffen, er bezaubert mit Eleganz, Frische, Agilität, Wärme, Zärtlichkeit. Neun Arien – er nennt sie „Solitäre“, und das zu Recht – hat er für dieses Album ausgewählt, vieles davon Trouvaillen, beinahe vergessen und nun als Ersteinspielungen ins Licht einer breiteren Rezeption geholt. Das erlesen musizierende Kölner Solisten-Ensemble Nuovo Aspetto führt ihn mit viel Empfinden durch Caldaras Theaterlandschaften. Als spezielles „Schmankerl“ offeriert die CD auch noch Caldaras Kammerkonzert für Violoncello solo und Orchester mit der virtuos energischen Cellistin Ulrike Becker. © Persché, Gerhard / www.fonoforum.de