Genre :
Qobuzissime? Dies ist eine Auszeichnung, die Qobuz für ein Debütalbum oder ein zweites Album vergibt. Pop oder Reggae, Metal oder Klassik, Jazz oder Blues - kein Genre wird unbeachtet gelassen. Meistens handelt es sich um junge, noch unbekannte Talente.

Hin und wieder kann diese Auszeichnung auch an bereits bekannte Künstler vergeben werden, die ein ungewöhnliches Projekt schaffen, das sich von ihrer sonstigen Diskografie unterscheidet, wie zum Beispiel ein Crossover-Album. Was zählt ist einzig die Originalität und die Qualität. Die der Aufnahme, des musikalischen Projekts und seiner Identität.

Die Alben

HI-RES14,39 Fr.21,59 Fr.(33%)
CD14,39 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 29. Mai 2020 | Animal 63

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime
Diese Stimme. Nur daran denkt man nach dem Hören von Meryem Aboulouafas Debütalbum. Ein hypnotischer Zustand, 38 Minuten lang, Zeit genug, um mit ihr zu einem hybriden Abenteuer aufbrechen, einem Mix aus Soul, Pop, Elektro, orientalischer Musik und Soundtracks, die aus einem Film stammen könnten, sodass uns das traumhafte Organ der Sängerin aus Casablanca ans Herz geht und dann nicht mehr aus den Ohren. Genauso wie bei ihren Zeitgenossinnen Kadhja Bonet (an sie wird man oft erinnert), Weyes Blood, Jenny Hval oder Lana Del Rey besteht auch Meryem Aboulouafas Welt aus Klängen, Stimmungen und vor allem aus Worten… Ihr Vater legt ihr alle Klassiker vor (Beatles, Stones, Floyd, Dylan, Piaf, Brel, Brassens), daraufhin besucht sie Kurse der Musiktheorie und Geige am Konservatorium, schreibt ihre ersten Gedichte auf Arabisch und Französisch und studiert schließlich an der Kunsthochschule in Casablanca Innenarchitektur. Mit der Gitarre in der Hand komponiert die junge Meryem ihre ersten Songs, die Manu Barron vom Label Animal 63 (The Blaze, Myth Syzer, Johan Papaconstantino, Gabriel Auguste) total begeistern. Mit Hilfe von Keren Ann feilt sie an ihren ersten, aber schon recht standhaften Versuchen, die dann zwei an den Reglern stehende Experten, Para One und Ojard, mit Raffinesse zum Glänzen bringen.„Para One bringt eine kinematographische Dimension ins Spiel, die genau zu mir passt, weil ich meine Texte und meine Musik mit meinen Augen ausarbeite“, erklärt die Sängerin. „Ojard ist eher für die Melodie, die Orchestrierung und die Ausarbeitung von komplexen und harmonischen Klängen zuständig.“ So hört man hier mal ein schlichtes Klavier, da beschwingte neoklassische Streicher, etwas später gibt es kriegerisches Trommeln, andernorts ein elektronisches Trip-Hop-Gemenge. Und die Instrumente scheinen immer darauf bedacht, diese introspektive Stimme und Worte nicht aus den Augen zu lassen. In The Friend geht es um ein muslimisches Gebet und seine poetischen Gesten, in Deeply geht sie der Frage nach, warum die menschliche Seele so komplex ist, Breath of Roma ist eine Liebeserklärung an die italienische Kultur... Elf Puzzleteilchen eines faszinierenden Ganzen voller Gefühl und vom Allerfeinsten. Nur eines ist unbedingt zu vermeiden: in Meryem Aboulouafa nicht mehr als eine heimliche Tochter von James Blake und Um Kalsum zu sehen, denn allein dieses Debütalbum (Qobuzissime!) zeugt schon, das es sich um eine große Künstlerin handelt. © Marc Zisman/Qobuz
HI-RES17,49 Fr.
CD12,49 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 3. April 2020 | Bella Union

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Dusty Springfield, Adele, Lulu, Sandie Shaw, Duffy... Die englische Tradition des Soul-Pop ist nie ins Stocken geraten. Das zweite, Qobuzissime-Album!, von Ren Harvieu reiht sich in diese Sammlung der großen Stimmen, die eine Vorliebe für Retro-Sounds mit einer leichten Tendenz für die sechziger Jahre haben, ein. Dabei wäre diese fast dreißigjährige Sängerin aus Manchester um ein Haar in Vergessenheit geraten. Im Mai 2011, als Harvieu frisch vom Label Island unter Vertrag genommen wurde, für das sie gerade mit der Aufnahme ihres Debütalbums beginnt, bricht die englische Sängerin sich bei einem heftigen Unfall das Rückgrat und verbringt mehrere Monate im Krankenhausbett. Das Album Through the Night wurde trotz allem veröffentlicht, aber der eher dürftige Erfolg führte zu dunklen Jahren ständigen Selbstzweifels. Ein langer Tunnel liegt nun hinter ihr und Ren Harvieu zeichnet die Konturen davon auf Spirit Me Away und You Don't Know Me, zwei Höhepunkte der Offenbarung in diesem musikalischen Drama. Dieses zweite Album ist vor allem die Frucht ihrer Begegnung mit dem Musiker Romeo Stodart im Jahr 2015. Der Anführer der Band Magic Numbers hat Ren Harvieu zu neuer Inspiration verholfen und in ihr den Wunsch geweckt, an neuen Alben zu arbeiten. Revel in the Drama widmet sich den Einflüssen dieser bezaubernden Fackelsängerin mit mehr Finesse als sein Vorgänger von 2011 und wenn die Schatten von Künstlerinnen wie Dusty Springfield oder Rumer nie weit weg sind, werden wir besonders an die Amerikanerin KD Lang erinnert, dessen Stimme sich oft auf den gleichen Tonlagen bewegt. Doch Ren Harvieus Prosa hat ihre ganz eigenen spezifischen Formen. Und die dunklen und sogar düsteren Sequenzen werden immer mit ihrem eigenen Humor untermalt, mit diesem leichten Zynismus, der zu 100% britisch ist. Eine totale Freiheit des Sounds, die sie manchmal in die Nähe von Fiona Apple, einem ihrer Idole, bringt... Revel in the Drama ist vor allem eine Sammlung von großartigen und schönen, bewegenden und zeitlosen Liedern. Vintage-Pop-Schätze, die in geschmackvollen, leicht zu hörenden und hochfliegenden Arrangements drapiert sind. Songs, die wir bis zum Ende der Nacht summen werden... © Marc Zisman/Qobuz
HI-RES19,19 Fr.
CD12,79 Fr.
925

Alternatif et Indé - Erschienen am 27. März 2020 | Domino Recording Co

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Sobald jemand behauptet, eine Gruppe sei einzigartig, dann heißt das doch, dass sie eigentlich nicht mehr oder weniger einzigartig ist, als alle anderen Gruppen auch. Und da wir in einer Zeit leben, in der es besonders viel Spaß macht, die stilistischen Grenzen zu verwischen und nur wahllos hinzuhören, ist die Gruppe, die zu diesem Jahr 2020 wie die Faust aufs Auge passt, noch schwerer einzuordnen als ihre Zeitgenossen… Weil Asha Lorenz und Louis O'Bryen nichts wie Rock im Kopf haben und ihre Ideen so gut aufgeräumt scheinen wie das Zimmer eines Teenagers, präsentieren sie eines der erstaunlichsten und unberechenbarsten Debütalben, die es derzeit gibt. Nach all der Zeit hatten die beiden Londoner, die sich seit ihrer Realschulzeit kennen, ja Gelegenheit genug, an diesem 925 ausgiebig zu feilen. Ernsthafte Rivalen sind sie ja nicht, sondern ganz einfach die allergrößten Kumpels, und so nehmen sie auf der Platte abwechselnd das Mikro in die Hand. Und teilen es auch miteinander; genau wie Sonic Youth im vorigen Jahrhundert. Übrigens erinnert uns das manchmal an eine, teilweise sogar sehr süße Soft-Version ihrer älteren Kollegen aus New York. Genau wie Letztere lächeln auch Sorry nicht viel, sie stellen vielmehr eine etwas beleidigte Miene zur Schau, eine Art lässige Faulheit, die eher abstoßend als anziehend wirkt. Und dennoch ist das alles faszinierend. Auch die britische Tageszeitung The Guardian hob dieses Gefühl hervor, und zwar mit der Überschrift: Sorry, diese Gruppe macht Langeweile sexy. Treffender könnte es nicht sein… Beim Grunge haben Sorry sich die Slacker-Haltung ausgeliehen, bei den Pixies die Gitarren (Perfect), bei Garbage die sexy wirkende Spottlust (Snakes), bei The Kills Assoziationen mit Junkies (More), beim No Wave das alkoholsüchtige Sax und bei der Post-Punk-Bewegung die düsteren Visionen. Vor allem sollten wir dieses Qobuzissime wieder und wieder anhören, um das Einzigartige daran zu ermessen und uns vollkommen betören zu lassen. Dieses Album kann einfach nicht übersehen werden. Keine Ausrede, Sorry. © Marc Zisman/Qobuz
HI-RES17,49 Fr.
CD12,49 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 28. Februar 2020 | Heavenly Recordings

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Die drei Querdenker aus Yorkshire - die Schwestern Esmé und Sidonie Hand Halford (Schlagzeug) und ihr Jugendfreund Henry Carlyle Wade (Gitarre) - gehören wieder einmal zu jenen Indie-Gruppen, die wir nicht aus den Augen lassen sollten. „Das Album ist ein Schlupfloch. Würde ich in den Weltraum fliegen, käme ich wohl nicht mehr zurück“, gesteht Esmé, der solide Bassist der Gruppe The Orielles, mit leiser Stimme. Nach ihrem betäubenden Silver Dollar Moment im Jahre 2018, das unter dem Einfluss von The Stone Roses stand, präsentiert nun dieses zweite, aus der Reihe tanzende Opus einen von türkischen Psychedelic-Elementen, aber auch von experimentellem Kino aus Italien gekennzeichneten Sound. Zwei Jahre sind eine lange Zeit, wenn man erst Anfang zwanzig ist, aus dem todlangweiligen Halifax kommt und eine Europatournee starten will. In der Zwischenzeit gesellte sich der Keyboarder Alex zu ihnen, und es kam das von Peggy Gou „recht informativ“ gestaltete Plattencover für It Makes You Forget (Itgehane) hinzu, das sie der Dancemusic nähergebracht hat. Es gab aber auch den Remix des dahingeschiedenen Andrew Weatherall, ihre Single Sugar Tastes Like Salt. Auf dem von Marta Salogni (Liars, Temples, Björk oder The Moonlandingz) produzierten und im Eve Studio in Stockport eingespielten Album Disco Volador steht die Melodie im Mittelpunkt und die Devise heißt: aus Alt mach Neu. „Alles, was uns bei der Komposition dieser Platte beeinflusst hat, floss auch mit in die Einspielung hinein. Wir wussten genau, wie das klingen sollte und wie wir das erreichen würden“, fährt die Sängerin fort. Energiegeladener, unbeschwerter Pop aus den Sixties (Come Down On Jupiter), experimenteller Disco (Space Samba (Disco Volador Theme), Funk aus den 70ern (Bobbie's Second World, Euro Borealis), psychedelisches Uptempo (Rapid i, 7th Dynamic Goo) oder abgehoben wie bei Khruangbin (A Material Mistake). Alles ist lebensfroh und lässt einen nicht mehr los. Eben ein Qobuzissime. © Charlotte Saintoin/Qobuz
HI-RES28,99 Fr.
CD20,49 Fr.

Pop - Erschienen am 20. September 2019 | Verve Forecast

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Der American Dream ist ein unerschöpfliches Thema. Dafür geht man direkt an die Sache, oder auf schräge Art, oder aus dem Hinterhalt, von oben, von unten, jedenfalls ist es der beste Zündstoff endlos vieler Songwriter; auch wenn diese nicht von dort stammen, also aus Amerika. Genauso wie J.S. Ondara. Dieser junge Mann aus Kenia, den sein Label als „verbindendes Element zwischen Tracy Chapman und Michael Kiwanuka“ sieht (was ein bisschen einfach, aber doch nicht falsch ist), versucht es auf eigene Faust. Im Jahre 2013 macht Ondara bei seiner Tante in Minneapolis Halt. Und dann in den Bars und Clubs und sogar in der Straße. Er, der bis dahin nur sein heimatliches Nairobi gekannt hatte, macht sich nun mit seinen Songs auf den Weg und begleitet sich dabei auf einer einfachen Akustikgitarre, mit der leisen Hoffnung, ein Bob Dylan des dritten Jahrtausends zu werden. Dylans The Freewheelin’, seine Lieblingsplatte, aber auch Springsteens Nebraska sind mit dabei… Diese Größen aber bloß nachzuahmen, damit würde er niemanden interessieren. Mit Tales of America geht er dieses Risiko nicht ein. Erstens hat J.S. Ondara eine ganz eigene Stimme. Mit seinem klagenden, leicht androgynen Klang zeigt er, dass er anders ist. Was die Instrumente betrifft, so ist er dreist genug, mit Hilfe eines großartigen Andrew Bird, eines Griffin Goldsmith von den Dawes oder sogar eines Joey Ryan (vom Duo Milk Carton Kids) mit ein paar Aromen aufzuwarten. In einem zerrissenen Amerika und in einer mehr als je durchgerüttelten Welt wirken J.S. Ondaras Songs weitaus stärker als ein paar Wundpflaster. Eher wie ein kräftiger Balsam, der tief unter die Haut geht, sodass einem warm ums Herz wird. Ein Qobuzissime, das absolut nötig erscheint… © Marc Zisman/Qobuz
HI-RES30,99 Fr.
CD21,99 Fr.

Pop - Erschienen am 20. September 2019 | Columbia

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Pitchfork: Best New Music - Qobuzissime
Jeder mag Soul und Vintage-Funk! Obwohl täglich weitere Nachkommen von Curtis Mayfield, Al Green, Prince und Leuten wie Sly Stone auftauchen, hält sich das Interesse daran oft in Grenzen… Die Gruppe Alabama Shakes hat es jedoch mit nur zwei Alben geschafft, ihre originelle und pulsierende Garage Funk-Version aus den amerikanischen Südstaaten durchzusetzen. Welches Geheimnis steckt dahinter? Brittany Howard, eine Sängerin mit Charisma soweit das Auge reicht. Und zwar hat sie dermaßen viel davon, dass sie nun dieses umwerfende Debüt im Alleingang startet. Diese Platte behält die Ideale von den Alabama Shakes bei, um sie jedoch auf weitaus überraschendere und weniger besonnenere Wege zu führen. Howard präsentiert hier einen ziemlich verrückten, funkigen und psychedelischen Trip, der an die Grenzen des Experimentellen reicht, etwa im Opener History Repeat mit dieser sägenden Gitarre, diesem fanatischen Rhythmus und der alles niederschreienden Stimme.Die aus Athens stammende Sängerin holte sich eine nur kleine Gruppe an Bord, nämlich Zac Cockrell, den Bassisten von Alabama Shakes, zwei hochgeschätzte und ihrerseits erstaunliche Jazzmusiker, den Pianisten/Keyboarder Robert Glasper und den Schlagzeuger Nate Smith. Auf ihrem makellosen, dem Inhalt nach umfangreichen und der Form nach minimalistischen Soundtrack verzahnt sie Selbstporträt und Beobachtung ihrer Zeitgenossen. Nichts wird übersehen! Weder Homosexualität (Georgia), noch Tod (der Albumtitel Jaime stammt vom Namen ihrer älteren, als 13-Jährige von Krebs betroffenen Schwester, als sie selbst 8 war), noch Religion (He Loves Me), noch Rassismus, dem sie als Tochter einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters oft höchstpersönlich begegnet ist (Goat Head schildert jenen Morgen, an dem ihre Mutter ihr Auto mit durchgestochenen Reifen und einem Ziegenkopf auf dem Rücksitz entdeckte). Hat man sich diese keineswegs angeglichene, recht persönliche Soloplatte erst einmal angehört, ist man ganz durcheinander. Ihre Ideale, ihre Bezüge und ihre Vorbilder (Prince, Curtis und wie gesagt Sly) sind uns ja bekannt – oder zumindest scheint es so – das Ergebnis hingegen ist definitiv originell. © Marc Zisman/Qobuz
HI-RES19,99 Fr.
CD16,99 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 16. August 2019 | Human Season Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Dublin - Epizentrum eines neuen Post-Punk-Bebens! Die aus 5 irischen Schulfreunden bestehende Gruppe The Murder Capital, die sich mit Fontaines D.C und Girl Band die Proberäume geteilt hatten, präsentieren jetzt ihre urbanbedingten Platzängste. Postapokalyptisch, zart, wild, gefühlvoll und mitreißend sind diese Leute, die uns an die 80er erinnern. Für ihr Debütalbum When I Have Fears, das sich auf ein Gedicht von John Keats  bezieht, übernehmen sie den jeweiligen Kodex von Joy Division, The Cure oder sogar Fugazi; das ist kein Zufall, wie ihr Frontman James McGovern erklärt:  „Ein Album mit zehn Punksongs und 170 bpm […] zu schreiben, das wäre nur allzu leicht, aber wir müssen darüber nachdenken, was sich in unseren Köpfen abspielt, denn so ewig lange kann man einfach nicht genervt sein“. Diesem nuancierten Manifest zwischen aufrührerischer Romantik und wilden Zornsausbrüchen liegen die sozialpolitischen Forderungen des erwähnten Sängers zugrunde, dessen Projekt infolge eines traumatischen Geschehens – dem Selbstmord eines ihm sehr nahestehenden Freundes – entstanden ist. „Wir wollten die Gleichgültigkeit betonen, die man in Irland zeigt, wenn es um geistige Gesundheit geht“, behauptet er. Die Texte des finsteren Baritons schöpfen im literarischen Erbe der Grünen Insel, und beschreiben mit recht scharfen Worten, wie verloren die Jugendlichen sind, die in einer von Alkohol und harten Drogen gespaltenen, gesellschaftlichen Umgebung aufwachsen. Seine Songs untermalt er mit beinhart gestrickten, äußerst nüchternen Arrangements, um ein Gefühl von höchst alarmierendem Notstand zu vermitteln. Nichtsdestotrotz beweisen Diarmuid Brennans pumpendes Schlagzeug – welch ein Spiel auf dem Hi-Hat! – in Don’t Cling To Life, sowie das Piano und das unheimliche Flüstern in How The Streets Adore Me Now, dass die Gruppe sehr wohl in der Lage ist, sich vom formellen Rahmen des binären und restriktiven Post-Punk der Nullerjahre loszueisen. When I have Fears kommt direkt aus Dublin und hebt Elend und Kälte auf die Ebene des Erhabenen, ohne dabei je etwas an Ehrlichkeit und Kraft einzubüßen –ein Qobuzissime – genauso  durchschlagend wie feinfühlig. © Alexis Renaudat/Qobuz
HI-RES19,19 Fr.
CD12,79 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 19. Juli 2019 | Mr Bongo

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Lo-Fi-Samba aus Anatolien, gesungen in Englisch, Französisch und Türkisch. Mit einem derart außerirdischen Programm bringt Mantra Moderne alles Nötige mit, um zum Kultalbum des Sommers 2019 ernannt zu werden. Hinter diesem Indie-World-Music-Soundtrack versteckt sich das Duo Kit Sebastian. Der zwischen London und Paris lebende Musiker Kit Martin komponierte und interpretiert als Ein-Mann-Orchester die Schmuckstücke dieses Debütalbums für die Stimme seiner aus Istanbul stammenden Mitstreiterin Merve Erdem, die sich in Großbritannien niedergelassen hat. Unerwartete Stilmixe liegen derzeit voll im Trend und Mantra Moderne liefert den flammenden Beweis: Von brasilianischen Tropen-Klängen über englischen Pop der Sixties und türkischer Psychedelia bis zu analogem Elektro - Kit Sebastian schlagen den Weg der Musik des 20. Jahrhunderts ein, den zuvor Bands wie Stereolab, Broadcast oder Khruangbin geegbnet haben... Mit einem riesigen Baumarkt voller Akustik- und Analog-Instrumente, Tablas, Darbukas, einer Balalaika, einer Oud, einem Korg MS-20 und einer Farfisa-Orgel zaubert das Tandem eine entzückende und verspielte minimalistische Symphonie im Stil der Sechziger Jahre. Das vielleicht verwirrendste Qobuzissime des Jahres! © Marc Zisman/Qobuz  
HI-RES17,49 Fr.
CD12,49 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 14. Juni 2019 | Heavenly Recordings

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Inmitten eines beigefarbenen Fabrikgeländes posiert Fräulein Brown. Normalerweise ist die junge Frau tagsüber Illustratorin bei MailChimp. "Es ist, als hätte ich zwei Vollzeitjobs: Designerin und Musikerin", sagt sie. Wir bevorzugen sie als Musikerin mit ihrer wilden Stimme und leicht unhöflichen Ton. In den weiten Landschaften Georgias - wo diese raue Art vielleicht herkommt - wuchs Mattiel auf, bevor sie in das städtische Atlanta umzog und Randy Michael und Jonah Swilley kennenlernte. Sie beginnt, mit ihnen Songs zu schreiben, die die Grundlage von Satis Factory bilden werden. Zusammen kümmern sie sich um die Instrumentalkompositionen und die Texte. Die Alchemie funktioniert wunderbar. Die Riffs fesseln von Beginn an, die Melodien sind berauschend, und dann gibt es da diesen besonderen Stil, für den das Label Burger Records steht. Mit diesem Stil belebt Mattiel die sechziger Jahre mit Akzenten von Surf-Pop, Out-of-Age-Blues und Vintage-Soul zu neuem Leben. Eine ausgewogene Mischung aus Einflüssen von Screamin' Jay Hawkins, Andre 3000, Marc Bolan, The Staple Singers und Jack White. Sehr vielversprechend. Charlotte Saintoin/Qobuz
HI-RES10,99 Fr.
CD7,99 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 12. April 2019 | Partisan Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Kaum haben wir uns von Songs of Praise erholt, dem ersten Qobuzissime-Album von der Londoner Band Shame, zieht das Auge des Rock-Zyklons nun weiter nach Norden, nach Dublin. Dort beißt eine ebenso böse Bande namens Fontaines D.C. die Zähne zusammen, um zu zeigen, dass das aktuelle Post-Punk-Revival noch ein paar Ohrfeigen und andere Aufwärtshaken zu verteilen hat. Wenn das erste Album dieser Fontaines D.C., Dogrel, in einem bekannten Boden Wurzeln schlägt (The Fall, Joy Division, Gang Of Four, Public Image Ltd.), ist der Dünger anders. Zunächst einmal ist da die irische Einzigartigkeit, die auf dieser Platte hervortritt, welche der Idylle Dublins hinterher weint, die durch die Globalisierung und Gentrifizierung ausgelöscht wurde. Dogrel endet mit Dublin City Sky, einer akustischen Ballade, die nach einem alten Pub, nach frisch gezapftem Guinness riecht und man könnte schwören, dass man einer Aufnahme der Pogues, ihrer Lieblingsband, nur geradeso entkommen ist. Grian Chattens Band hat auch die Besonderheit, Literatur und Poesie ebenso wie Rock und Folk zu verehren. Daher das ständige Gefühl, ein Brennen von reinem Post-Punk zu hören, der niemals klein beigibt. Das ist Dogrels Stärke. Literarisch zu sein, ohne dies in den Vordergrund zu rücken. Verärgert aber immer hörbar. Auf dem Hit verdächtigen Big brüllt Chatten: "My childhood was small, but I'm gonna be big" (meine Kindheit war klein, aber ich werde groß sein). Ja, Big, das werden Fontaines D.C. sehr, sehr, sehr, sehr, sehr schnell werden.... © Marc Zisman/Qobuz
HI-RES17,49 Fr.
CD12,49 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 22. März 2019 | ATO Records

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music - Qobuzissime
Das haut einen um! Eine recht junge Londonerin erzählt, sie hätte mit den Songs der Libertines gelernt, auf der Gitarre zu klimpern. Zu Hause hätte sich Papa immer türkische Volksmusik angehört und Mama berühmte Musik von Leuten wie Simon & Garfunkel und Cat Stevens. Noch dazu wird gemunkelt, ihre ganz persönliche Dreifaltigkeit bestehe aus Nina Simone, Amy Winehouse und den Pixies. Damit wäre also der Rahmen abgesteckt! Sicher ist einzig und allein: Nilüfer Yanyas Musik verherrlicht sie alle, mit Rock und Soul und beinahe schadenfroher Energie! Ihr Debütalbum Miss Universe beweist vor allem die makellose Integration dieser Referenzen, Platten und Zeitepochen. Die energiegeladenen Hits voll unschlagbarer Refrains (In Your Head), die gefühlvollen, aber nie kitschigen Balladen (Monsters Under the Bed), der unkonventionelle Pop (Paradise), der minimalistische R&B (Safety Net) und unzählige andere Köstlichkeiten machen ihre Zusammenstellung sogar perfekt. In erster Linie strahlt Nilüfer Yanya nur so vor Lebendigkeit, wie wir es derzeit im Pop und Rock leider selten erleben. Ein derartiges Ausmaß an musikalischem Charisma, Timbre und ausgereiften Texten mit erst 23 Jahren macht dieses Album mit Recht zu einem Qobuzissime! © Marc Zisman/Qobuz
HI-RES23,99 Fr.
CD15,99 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 22. März 2019 | SUB POP

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Die Verpackung ist faszinierend. Stetson-Kappe auf dem Kopf, Maske auf den Augen und fransiger Schleier über dem Mund, Orville Peck rückt vor wie ein weiterer maskierter Rächer, getarnt, behelmt, versteckt, bereit, sich Daft Punk, Cascadeur, The Residents, MF Doom und anderen SBTRKT-Projekten anzuschließen. Auf der gleichen Ebene sieht der Mann aus wie ein Cowboy, der aus einem Traum von David Lynch entkommen ist. Eine Art unwahrscheinliche Version des Lone Ranger, dieser fiktiven Figur, die 1933 in einer Hörspiel-Serie erschien, dann fünfzehn Jahre später in einer Fernsehserie, eine wahre Ikone der amerikanischen Popkultur.... Als er schließlich seinen Mund aufmacht, ist sein Gesang der eines zeitlosen Sängers. Diese veraltete Lover Stimme, die Orville Peck nie übertreibt, lässt an Elvis, Roy Orbison, Chris Isaak, Lloyd Cole und sogar Marlon Williams denken.  Mit Pony, seinem ersten (Qobuzissime!-)Album, das beim exzellenten Label Sub Pop erscheint, knüpft dieser Mysteriöse an ausgefallene romantische Balladen an. Er spielt grandiose Songs in einer Produktion, in der Hall, Twang-Gitarren, gedämpftes Schlagzeug und impressionistische Stahlgitarren die Oberhand gewinnen. Als ob Country und Shoegaze in einer heißen Nacht der Liebe einen Deal machen würden. Gebrochene Herzen, verlassene Motels, endlose Highways und verblasste westliche Landschaften, dies ist ein wunderschönes Album, das eine faszinierende Bildsprache offenbart, bei der Orville Peck der talentierte Maler ist. Alles, was bleibt, ist, die Augen zu schließen und mit ihm zu träumen © Marc Zisman/Qobuz
HI-RES23,99 Fr.
CD15,99 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 8. März 2019 | Alice Phoebe Lou

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Mit ihrer langen blonden Mähne und ihrem schmollenden Puppengesicht strahlt Alice Phoebe Lou wie die Sonne. Aber noch leuchtender als allein schon dieser Name, mit einem weichen Buchstaben nach dem anderen, ist diese kristallklare Stimme, die erstaunlich unbeschwert, mal hoch oben, mal tief unten, aber überall zu hören ist. Die aus der südafrikanischen Küstenstadt Cape Town kommende Blondine machte sich, sobald sie erwachsen war, auf den Weg ins graue Berlin. Auf die junge Alice, die zuvor schon nach Paris und Amsterdam gereist war, wirkt die deutsche Hauptstadt exotisch und irgendwann ist sie entschlossen – sie will nur noch von Luft und Liebe zur Musik leben. Schon vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums Orbit (2016) mit nüchternen Jazz- und Folkklängen hatte diese Weltenbummlerin so ihre Erfahrungen gemacht. Wenn man sie mit ihrer Gitarre hören wollte, brauchte man nur am Mauerpark entlang von einer Straße zur anderen, von einem Lokal in das nächste, bis zur Warschauer Straße zu gehen. „No Rules, no rules“, flüstert sie in Something Holy. Ihr Kredo gilt auch für die Musik. Mit diesem zweiten Werk, das als Fortsetzung von Orbit anzusehen ist, versetzt uns Alice in eine andere Galaxie, in der sie uns mit ihrer Engelsstimme Folk-, Blues- und Jazzträume beschert. Die zehn Tracks geben ihrer Stimme Raum und Zeit, sodass Paper Castles kompakt erscheint, und zugleich federleicht mit allerlei unauffällig schillernden Synthesizern. Bass und Gitarre, ganz diskret, oder Xylophon (Ocean), hallende Vocals oder verhallende Noten (Fynbos), hauchzarte Produktion und langsame Tempi (Galaxies) – Alice scheint mit ihrem Charme alles verzaubert zu haben. Wunderbar. © Charlotte Saintoin/Qobuz
HI-RES28,99 Fr.
CD20,49 Fr.

Pop - Erschienen am 15. Februar 2019 | Verve Forecast

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Der American Dream ist ein unerschöpfliches Thema. Dafür geht man direkt an die Sache, oder auf schräge Art, oder aus dem Hinterhalt, von oben, von unten, jedenfalls ist es der beste Zündstoff endlos vieler Songwriter; auch wenn diese nicht von dort stammen, also aus Amerika. Genauso wie J.S. Ondara. Dieser junge Mann aus Kenia, den sein Label als „verbindendes Element zwischen Tracy Chapman und Michael Kiwanuka“ sieht (was ein bisschen einfach, aber doch nicht falsch ist), versucht es auf eigene Faust. Im Jahre 2013 macht Ondara bei seiner Tante in Minneapolis Halt. Und dann in den Bars und Clubs und sogar in der Straße. Er, der bis dahin nur sein heimatliches Nairobi gekannt hatte, macht sich nun mit seinen Songs auf den Weg und begleitet sich dabei auf einer einfachen Akustikgitarre, mit der leisen Hoffnung, ein Bob Dylan des dritten Jahrtausends zu werden. Dylans The Freewheelin’, seine Lieblingsplatte, aber auch Springsteens Nebraska sind mit dabei… Diese Größen aber bloß nachzuahmen, damit würde er niemanden interessieren. Mit Tales of America geht er dieses Risiko nicht ein. Erstens hat J.S. Ondara eine ganz eigene Stimme. Mit seinem klagenden, leicht androgynen Klang zeigt er, dass er anders ist. Was die Instrumente betrifft, so ist er dreist genug, mit Hilfe eines großartigen Andrew Bird, eines Griffin Goldsmith von den Dawes oder sogar eines Joey Ryan (vom Duo Milk Carton Kids) mit ein paar Aromen aufzuwarten. In einem zerrissenen Amerika und in einer mehr als je durchgerüttelten Welt wirken J.S. Ondaras Songs weitaus stärker als ein paar Wundpflaster. Eher wie ein kräftiger Balsam, der tief unter die Haut geht, sodass einem warm ums Herz wird. Ein Qobuzissime, das absolut nötig erscheint… © Marc Zisman/Qobuz
HI-RES10,99 Fr.
CD7,99 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 26. Oktober 2018 | [PIAS] Le Label

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Wenn ein englischer Dandy mit einer unbefangenen Stimme, ein Pionier des French Touch und eine Riot-Grrrl-Sängerin – anders gesagt, Baxter Dury, Étienne de Crécy und Delilah Holliday – zusammenarbeiten, dann kommt es eben zu einer herbstlichen Überraschung. Die Geschichte begann Ende 2017 mit einer SMS, die ein etwas untätig herumsitzender Baxter Dury nach Paris sandte, um die eine Hälfte des Motorbass-Duos zu fragen, ob sie nicht ein paar Instrumentals herumliegen hätte. Daraufhin spielte sich zwischen dem Pariser Nordbahnhof und dem Londoner St Pancras so etwas wie ein Ballett ab, dem sich dann auch die Sängerin der Londoner Punk Combo Skinny Girl Diet anschloss, die auf ihrem ersten Mixtape Lady Luck Vol.1 im Frühjahr 2018 ein wahres Talent für den Soul/R&B an den Tag gelegt hatte. Das Trio trifft sich dann in jeder freien Minute im Studio von De Crécy, hält sich dabei an das Motto, es genauso einfach wie die Sleaford Mods zu machen, und zeugt schließlich „einen kleinen Mutanten der 80s, der noch nicht voll entwickelt ist“, wie Dury es ausdrückte. Etienne de Crécy hat also alle Schnörkel weggelassen, denn er serviert seinen Partnern im Grunde genommen Demos, also Synthie-Pop-Produktionen, die meist nur aus einem zuckenden Bass, einem Drum-Machine-Mix ganz im Hintergrund und einem Klavier bestehen. Und das funktioniert auch: die Single White Coats liefert den Beweis, dass man für einen guten Song nicht viel braucht, wenn es erstmal gute Sänger gibt. Die Stimmen sind die ganze Platte hindurch die eigentlichen Stimmungsmacher: Baxter Durys tiefes, gedämpftes Timbre antwortet den souligen Refrains von Delilah Holliday, ohne die diese Platte wohl ein bisschen eintönig geklungen hätte. „Etienne schuf den musikalischen Hintergrund für diese konfessionelle Geschichte und Delilah hat dem Ganzen irgendwie mehr Gefühl verliehen“, erzählt Dury. Es ist eine unwahrscheinliche Kombination, aber sie funktioniert, weil sie kurz, einfach und ehrlich ist.“ © Smaël Bouaici/Qobuz
HI-RES16,49 Fr.
CD10,99 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 26. Oktober 2018 | CRYBABY

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime
Francis Mallari, Elliot Berthault, Maxime Gendre, Simon Dubourg, Guillaume Rottier: fünf Jungs für einen herrlichen Post-Punk voller Gewalt. Rendez-Vous, das ist nicht nur ein Treffen mit fünf französischen Männern, sondern es handelt sich um in die Jahre gekommene feine Manieren, kalt wie die Eighties, aber erfrischend, bevor es noch so richtig losgeht. Französisch hört es sich nicht an. Das Quintett mixt reihenweise Einflüsse - von Fad Gadget bis hin zu Soft Moon - aber reine, nichtssagende Kopien erlauben sie sich nie. Nach zwei EPs, 2014 Rendez-Vous und 2016 The Distance, sind die Pariser einem finsteren Punk auf den Grund gegangen, der zwar kalt, aber glatt und elegant wie eine abgeschürfte Bodenfliese, jedoch nie anstößig ist. Es handelt sich um ein erstklassiges, romantisches Rendezvous in Schwarz-Weiß, aber es haut rein. Mit Francis' heiserer, klappriger Stimme, seiner demontierten Gitarre und seinen kaputten Synthies, vor allem mit dieser dick aufgetragenen (Sentimental Animal, Paralyzed) und ausführlichen Bassline, die damit einen anhaltenden, kriegerischen Rhythmus erzeugt, ohne in irgendeiner Weise strapaziert zu werden, gelang es Rendez-Vous, Rückgrat zu zeigen, Haltung zu wahren und zum Superior State überzuwechseln. Gleich beim ersten Stelldichein. Und das nur, um sich damit auf der Bühne auszutoben. Ausgezeichnet. © Charlotte Saintoin/Qobuz
HI-RES21,99 Fr.
CD15,49 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 19. Oktober 2018 | Communion Group Ltd

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Es wäre schade, in Tamino-Amir Moharam Fouad nicht mehr als einen Erben von Jeff Buckley samt Radiohead in ihren Anfangszeiten zu sehen. Vor allem deswegen, weil der erst 21 Jahre alte, belgische Songwriter weit mehr auf seinem Debütalbum bietet; und das, obwohl Colin Greenwood, der Bassist der britischen Gruppe, auf der Platte vertreten ist… Der in Antwerpen geborene, von John Lennon begeisterte Tamino hat seine ägyptische Herkunft immer in einem Winkel seines, von einer pechschwarzen Haarmähne gezierten Kopfes behalten. Und die arabische Musik, die seine Mutter zuhause auflegte, zeigte dann eine ganz besondere Wirkung, wenn sie von seinem Großvater, dem Sänger und Schauspieler Muharram Fouad, stammte, der in den sechziger Jahren in Kairo ein Star war... Dieses Facettenreichtum steht in Taminos Musik im Mittelpunkt, die genauso dem Folk von Buckley wie dem Pop der Beatles, aber auch der unbefangenen Melancholie eines Leonard Cohen zu verdanken ist, der gleichfalls zu seinen Idolen zählt. Der dunkle Jüngling hat jedoch eine tödliche Waffe, mit der er diese disparaten Einflüsse unter einen Hut bringt: seine Stimme. Auch dieses Organ ist vielschichtig: Er kann es langsam in die Länge ziehen oder auch in ein umwerfendes Falsett übergehen, aber diese Technik setzt er nie bis zum Überdruss ein. Dieser Gesang macht Amir zu einem langen, fesselnden Roman. Eine lehrreiche Erzählung, die mal träumerisch (mit schlichtem Folk in Verses), mal stimmungsvoll wirkt, wie etwa in den mit arabisch klingenden Saiteninstrumenten untermalten Passagen in So It Goes, Each Time und Intervals. Ein Best of Qobuz, ein Qobuzissime, der seine originelle und berührende Poesie umso mehr zur Geltung bringt, je öfter man sie hört. © Marc Zisman/Qobuz
HI-RES11,99 Fr.23,99 Fr.(50%)
CD7,99 Fr.15,99 Fr.(50%)

Alternatif et Indé - Erschienen am 12. Oktober 2018 | Kitsune Musique

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime
Die Geschichte von Parcels ist ein echter Kindheitstraum und zugleich auch ein schönes menschliches Abenteuer. Das Quintett – für alle Mitglieder „die erste echte Gruppe“ voller Musik und süchtig nach Steely Dan – wurde vor vier Jahren gegründet und war bei seinen ersten Konzerten in Byron Nay, einem Surfspot östlich von Australien, schnell ausverkauft. Aber auch am anderen Ende des Globus erreichte sie der Duft der Berliner Nächte und trieb sie dazu, ihr Glück in Europa zu versuchen. Und sie hatten Glück: die deutsche Hauptstadt, internationaler Musik-Hub, bringt sie auf den Weg zum Pariser Label Kitsuné. Nach zwei Maxis, auf denen sie bewiesen haben, wie sehr sie harmonieren, kam Thomas Bangalter nach einem Konzert in Paris zu ihnen, um sie zu beglückwünschen, gab ihnen einige Tipps und produzierte einige Monate später ihre Single Overnight.  Die Australier, die seither als „Schützlinge von Daft Punk“ gelten, präsentieren ihr erstes Album und insistieren dabei auf ihrer Gemeinschaft – was durch den Titel des Albums, Parcels, symbolisiert wird –, eine Pop-Funk-Welle, die an die Beatles erinnert, mit Nile Rodgers an der Gitarre. Und am Ende der zwölf Titel (darunter drei Singles, die einigen bereits den Kopf verdreht haben, Tieduprightnow, Bemyself und Lightenup) zeigt sich, dass diese Gruppe wirklich eine Gruppe ist, und dass diese Jungs nicht anderes wollen als Jammen. Der Text zu Lightenup wurde gemeinsam verfasst, ein Beweis dafür, dass die Parcels gemeinsame Sache machen (oder zumindest, dass ihr Sänger nicht völlig größenwahnsinnig ist). Und solange sie diese Einstellung haben, gibt es keinen Grund für sie, ihren Platz an der Sonne aufzugeben. © Smaël Bouaici/Qobuz
HI-RES17,49 Fr.
CD12,49 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 31. August 2018 | Jazz Village

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Heute sterben. mo jodi in kreolischer Sprache. Der Titel des Debütalbums von Delgres sagt alles. Dieses tadellose Trio könnte man schnell mit den Black Keys verwechseln… Delgrès steht für Louis Delgrès, den in Saint-Pierre geborenen, für seine Proklamation gegen die Sklaverei berühmt gewordenen Infanterie-Oberst, der aus Guadeloupe eine Hochburg des Widerstands gegen die Truppen Napoleons gemacht hat, als dieser den Sklavenhandel wieder einführen wollte. Dieser Delgrès und seine 300 Mann glaubten sich Bonapartes Soldaten gegenüber verloren und zogen es vor, sich im Namen der revolutionären Devise vivre libre ou mourir (In Freiheit leben oder sterben!) selbst in die Luft zu sprengen… Jedoch lassen sich Pascal Danaë, Baptiste Brondy und Rafgee aufgrund dieses geschichtsträchtigen Namens nie auf einen düsteren Trip der Band, die eine „Botschaft“ zu übermitteln hat, festlegen. Delgres schwenken stolz ihr Banner und die dementsprechenden Ideale, aber sie machen vor allem Rock an der Grenze zum Garage, der von ursprünglichem Blues, schonungslosem Soul und Klängen aus New Orleans durchtränkt ist. Seine Originalität verdankt dieses Trio vor allem der Kombination von Dobro-Gitarre, Schlagzeug und insbesondere Sousaphon, diese ungewöhnliche, in den Bläserensembles beim Karneval auf den Antillen oder in New Orleans gespielte Tuba. In seinen Texten wechselt Danaë auf recht natürliche Weise zwischen kreolischer und englischer Sprache, sodass er die Grenzen seiner Einflüsse, die er in seiner erfahrungsreichen Karriere schon immer auf sehr geschmackvolle Weise zum Einsatz gebracht hat, noch weiter verwischt (Rivière Noire, erster Platz in der Kategorie „Bestes World Music-Album“  bei den französischen Victoires de la Musique 2015, das war nämlich er). Ein stilistisches Kaleidoskop, das er wie zum Beispiel die Ballade Séré mwen pli fo im Duett zusammen mit Skye Edwards von Morcheeba singt. Auf Mo Jodi gibt es mal nervöse Abschnitte, mal fesselnde Einlagen voller Nostalgie. Es erzählt von geschichtlichen Ereignissen, ist aber auch Hoffnungsträger, der Kontinente und Jahrhunderte überbrückt, womit das Album zu einer erfreulichen, unter die Haut gehenden Rock’n’Blues’n’Soul-Expedition wird. © Marc Zisman/Qobuz
HI-RES24,99 Fr.
CD21,49 Fr.

Alternatif et Indé - Erschienen am 8. Juni 2018 | Easy Eye Sound

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime
Nachdem sie mit ihren Clams die Westküste unsicher gemacht hat, macht sich Shannon Shaw auf nach Nashville, genauso wie Dusty Springfield im Jahre 1968. Mit einem offensichtlichen Augenzwinkern in Richtung Dusty in Memphis stellt dieses erste Kapitel als Solokünstlerin den Anfang ihrer Emanzipation dar. Shannon & The Clams, so heißt die Band aus dem kalifornischen Oakland, die ebenso von Primus wie von Devo, Missing Person und Roy Orbison beeinflusst wurde, die die Kunst der Verkleidung perfekt beherrscht, absurde Kurzfilme dreht, Journalisten zu sich in ihre winzig kleine Bude einlädt und bei Burger Records unter Vertrag steht. Reine Poesie, die aus Punk, Rockabilly, Doo Wop und Garage besteht. Noch mehr Punk, noch schludriger: Hunx and His Hunx, die Band, der Shannon sich auf Seth Bogarts Einladung hin anschließt. Im Alleingang können wir Shannon nun in einer neuen Erscheinung bestaunen.Mit ihrer rauen Stimme singt sie Doo-Wop-Soul, wie die großen Girlbands à la Ronettes, Shirelles oder Shangi-Las ihn fabrizierten. Diesen Stil konnte man bereits in dem von Dan Auerbach produzierten Track Onion mit ihrer Band The Clams heraushören. Shannon hält zwar weiterhin ihren Bass in der Hand, beansprucht nun jedoch das Scheinwerferlicht für sich ganz alleine. Der Sänger der Black Keys, Fan ihrer Band The Clams, hat sie hierfür in sein Studio Easy Eye Sound eingeladen. Die üppige Blondine hat nicht lange gezögert und traf dort mit sechs Songs im Gepäck auf eine Clique aus überdiplomierten Musikern, um so das ihr versprochene Schicksal in die Realität umzusetzen. Diese Musiker haben bereits mit Aretha, Elvis und auch Dusty aufgenommen, da kann man schnell eingeschüchtert sein… Nein, ohne Scham brüllt sie ihre Wut und Melancholie über alte Lieben hinaus, bringt ihre katzenhafte Stimme zum Kratzen und verzaubert alle mit ihrem divahaften Charme. Mit funkelnden Sixties-Melodien und kinematographischen Arrangements, die an James Bond erinnern, hat uns Auerbach ein großartiges Album erschaffen. Stilvoll und zeitlos. Mit leisen Glockenspiel- und Vibrafon-Klängen und einem süßlichen Retro-Duft. Dan hat den Phil Spector in sich rausgelassen und so Shaws ganzes Genie zum Vorschein gebracht. Eine wahre Diva. © Charlotte Saintoin/Qobuz