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Qobuzissime? Dies ist eine Auszeichnung, die Qobuz für ein Debütalbum oder ein zweites Album vergibt. Pop oder Reggae, Metal oder Klassik, Jazz oder Blues - kein Genre wird unbeachtet gelassen. Meistens handelt es sich um junge, noch unbekannte Talente.

Hin und wieder kann diese Auszeichnung auch an bereits bekannte Künstler vergeben werden, die ein ungewöhnliches Projekt schaffen, das sich von ihrer sonstigen Diskografie unterscheidet, wie zum Beispiel ein Crossover-Album. Was zählt ist einzig die Originalität und die Qualität. Die der Aufnahme, des musikalischen Projekts und seiner Identität.

Die Alben

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Pursuit of Ends

High Pulp

Modern Jazz - Erschienen am 15. April 2022 | Anti - Epitaph

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Untypische Bands, die stilistische Barrieren überwinden, sind in der heutigen Welt sehr beliebt. Die Welt wird High Pulp lieben! Denn auch wenn die Gründung dieses jungen Kollektivs aus Seattle auf der gemeinsamen Leidenschaft für den Jazz basiert, geht die Sprache, die sie während der 40 Minuten von Pursuit of Ends sprechen, weit darüber hinaus. Wie sie selbst sagen, erkennen sich Rob Homan (Keyboard), Antoine Martel (Keyboard, Gitarre), Andrew Morrill (Altsaxophon), Victory Nguyen (Flöte, Saxophon, Trompete), Scott Rixon (Bass) und Bobby Granfelt (Schlagzeug) in Miles Davis und Duke Ellington genauso wieder wie in Aphex Twin und My Bloody Valentine! Und es sind tatsächlich starke Seile, die High Pulp zwischen Bop und Post-Rock, Electro und Pop, Fusion und New Wave spannt. Ihr ausschließlich instrumentaler Soundtrack, der auf diesem ersten Qobuzissime-Album erklingt, stützt sich vor allem auf ein lückenloses Melodiegerüst, das wiederum fest an eine faszinierende Rhythmik angelehnt ist. Man denkt dabei oft an die staatenlose Musik von verrückten Tüftlern wie dem verstorbenen David Axelrod, einem weiteren Idol von High Pulp, dessen Kompositionen wie ein Rezept für “unechte” Filmmusik mit Vintage-Aroma und futuristischen Noten funktionierte. In dieser Verlorenheit der räumlichen und zeitlichen Orientierung liegt die Faszination von Pursuits of Ends. Das amerikanische Kollektiv legt mit der Unterstützung einiger Gäste wie Jaleel Shaw (Roy Haynes, Mingus Big Band), Brandee Younger (Ravi Coltrane, The Roots), Jacob Mann (Rufus Wainwright, Louis Cole) und dem Trompeter Theo Croker einen bemerkenswerten Auftakt in der Jazzszene hin … © Marc Zisman/Qobuz
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Unlearning

Walt Disco

Alternativ und Indie - Erschienen am 1. April 2022 | Lucky Number

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Nach der selbst produzierten EP Young Hard and Handsome im September 2020, die das epische Hey Boy (You're One of Us) enthielt, veröffentlichen Walt Disco bei Lucky Number eine erste, funkelnde LP. Das Sextett aus Glasgow, dessen Mitglieder sich alle auf einer Party im Jahr 2016 kennengelernt haben, hat keine Zeit verschwendet. Weder mit gemeinsamen Auftritten noch mit Aufnahmen oder mit dem Versuch, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Gemeinsam lassen sich die jungen Schotten von Liebe, Androgynität und vom Zeitgeschehen inspirieren und nehmen sich Scott Walker, David Bowie, ihre Landsleute Orange Juice und Associates, aber auch SOPHIE und Arca zum Vorbild. Dabei kleiden sie ihre Prosa in eine beredte Mischung aus 80er-Post-Punk, Glam Rock und futuristischem Pop. Sowohl der Blick als auch die Musik richten sich nicht nach der Vergangenheit, ganz im Gegenteil. Die ehemaligen Studenten der Universität Glasgow lassen sich von ihr inspirieren, um von einer Jugend zu erzählen, die sich in einem engstirnigen Jahrtausend eingeengt fühlt. "Unsere Musik hat etwas Theatralisches und Glamouröses, sie ist nie wirklich zurückhaltend. Die beste Kritik, die wir je bekommen haben, war von jemandem, der sagte: ‘Walt Disco sollte The Rocky Horror Picture Show neu schreiben'", argumentiert Sänger James Potter.In Unlearning, das eigentlich Unlearning The Perfect Life hätte heißen sollen, geht es also um Dekonstruktion und Freiheit. "Ihr sagt, wir sind dumm, ich sage, ihr seid alt/ Seit wann seid ihr so kalt geworden/ In der Vergangenheit gefangen, habt ihr euch darin verirrt/ Lasst uns jung sein/ Jung, stark und schön", singt James über die hervorstechende Basslinie in Cut Your Hair. Diese zwölf Einakter, die an eine Rockoper grenzen und in denen die elektronischen Experimente von The Costume Change als Intermezzo dienen, erhalten ihre Dramaturgie von den tragikomischen Chören (How Cool Are You?) und durch die Stimme von James Potter, der sich am Operngesang orientiert und als großer Fan von Freddie Mercury inspirieren lässt. Aber sie offenbart sich auch in dieser dystopischen Welt, in der sich das Pathos des Darkwave (Weightless), die fröhlichen Dance-Pop-Turbulenzen im Stil von Dead Or Alive (Selfish Lover), die mit Drummachines und Synthesizern produziert werden, mit einem beängstigenden Hyperpop (If I Had a Perfect Life, Macilent) vermischen - fast so, als seien sie aus dem Klangwirbel der Software herausgeschnitten worden. Ein Revival 2.0 der Welle der New Romantics, das Bände spricht!  Zwangsläufig ein Qobuzissime! © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Sibelius: Complete Symphonies

Klaus Mäkelä

Klassik - Erschienen am 25. März 2022 | Decca Music Group Ltd.

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime
Vor einigen Monaten gab Decca die Unterzeichnung des Vertrags mit dem neuen jungen Talent und Dirigenten, Klaus Mäkelä (1996 geboren) bekannt, kurz nachdem das Orchestre de Paris ihn für zwei Jahre zum musikalischen Berater und dann ab September 2022 zum Musikdirektor ernannt hatte. Das englische Label nahm zum ersten Mal seit mehreren Jahrzehnten einen Dirigenten unter Vertrag, in diesem Fall einen weiteren Schüler von Jorma Panula, der an der Sibelius-Akademie in Helsinki für viele Karrieren eine wichtige Rolle spielte. Darüber hinaus ist es ein gewagtes Unterfangen, mit einer Gesamteinspielung der sieben Sinfonien von Sibelius die “Bühne der Schallplatte” zu betreten: Jedes Werk dieses sehr komplexen Zyklus steht für seine besondere Einzigartigkeit.Das Oslo Philharmonic Orchestra wird nicht unbedingt mit Sibelius' Orchesterwerken in Verbindung gebracht, da es außer den vier Sinfonien (Nr. 1, 2, 3 & 5), die Anfang der 1990er-Jahre mit Mariss Jansons für EMI aufgenommen wurden, nur wenige Einspielungen gemacht hatte (deren Klang mit etwas zu viel Hall realisiert wurde). Bei dieser Decca-Gesamtaufnahme ist dies nicht der Fall: Die technischen Teams haben eine bemerkenswerte Aufnahmearbeit geleistet. Der Hörer wird alles von Sibelius' Orchesterkomposition, insbesondere von der Tiefe der Texturen, wahrnehmen, zumal Klaus Mäkelä mit Bravour seine Gleichmäßigkeit beibehält (Sinfonie Nr. 1) sowie die zahlreichen polyphonen Wechselbeziehungen im Fluss gemäßigter Tempi pflegt. Es kommt hier zu keinen erschütternden Kontrasten oder explosiven Brüchen. Klaus Mäkeläs Gestik ist ruhig, von unerschütterlicher Gelassenheit. Der Dirigent ist wenig empfänglich für die rhythmischen Wallungen des Komponisten und phrasiert die weiten Linien mit beeindruckender Professionalität (Finale der 3. Sinfonie). Klaus Mäkelä verschärft hier nicht die Kontraste zwischen den Orchesterblöcken. Mit bemerkenswertem Respekt vor der seidigen Natur des norwegischen Orchesters versucht er stets, eine Verschmelzung herbeizuführen, und fördert sogar die klangliche Kontinuität zwischen den Stimmgruppen. Selbst die Sinfonie Nr. 4, die in Sibelius' dunkelster Zeit entstand, wird hier unter der Leitung von Klaus Mäkelä vorwiegend hell erklingen - und ist weit entfernt von den Interpretationen eines Ernest Ansermet (Decca, 1963) oder Sir Thomas Beecham (BBC Legends, in Concert, 1954).In allen sieben Sinfonien zeichnet sich dieser Sibelius, der von einem allgemeinen Willen zum Wohlklang geprägt ist, zweifellos durch die Kohärenz seiner kompositorischen Vision und die Pracht der Interpretation aus. © Pierre-Yves Lascar/Qobuz
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Reeling

The Mysterines

Rock - Erschienen am 11. März 2022 | Fiction

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Dank des jugendlichen, aber verlockenden Grunge der selbstproduzierten EP Take Control aus dem Jahr 2019 hatten die Mysterines, die sich um Sängerin und Gitarristin Lia Metcalfe, George Favager (Bass) und Chrissy Moore (Schlagzeug) zusammenfinden, bei den Talentscouts von BBC Introducing keinen schlechten Eindruck hinterlassen, die sie auf ihren Radiocharts platzierten und sie kurz darauf einluden, auf den berühmten Festivals in Reading und Leeds zu spielen. Diese enorme Aufmerksamkeit eröffnete ihnen die Möglichkeit, als Vorgruppe von Royal Blood oder The Amazons aufzutreten, und schürte die Vorfreude auf ihre erste LP. Das auf dem Label Fiction erschienene Reeling, ein 43-minütiges Rock-Fulminanzwerk, ließ die Liverpooler aus ihren Löchern kommen - und zwar nicht ohne Schmerzen. Nach einem durchwachsenen Jahr, einem Schlagzeugerwechsel und einem zusätzlichen Gitarristen, musste sich das Quartett drei Wochen lang in den Assault & Battery Studios zwischen zwei Londoner Lockdowns einschließen, um unter der durchgängigen Wachsamkeit der Produzentin und Toningenieurin Catherine Marks (Foals, Wolf Alice, The Killers) ihre Aufnahmen zu vollenden. Und das manchmal in einem einzigen Take.Der Schlagzeuger Paul Crilly erklärte: "Wir konnten nicht rausgehen, ohne das Album zu vergessen und Zeit mit anderen Leuten zu verbringen. Es war eine echte Erleichterung, es uns anzuvertrauen, nachdem wir unseren Teil getan hatten.” Diese, in den vier Wänden eingefangene, Spannung bildet den Rohstoff und bestimmt das Tracklisting. Auf dem Höhepunkt dieser Anspannung eröffnen Life's A Bitch (But I Like It So Much) und Hung Up mit ihren fetten Riffs und Sättigungssounds die Platte. Der Druck lässt nach, bleibt aber lesbar im Country-Song Old Friend / Die Hard, der Gitarrenballade Still Can You Home und endet schleichend in der dunklen und gruseligen Nick Caveschen Langsamkeit von Confession Song mit seinem Gothic-Piano. "Als ich mir die Testpressung zum ersten Mal anhörte, konnte ich all diese Momente im Studio noch einmal nachfühlen", sagt Crilly. Das Album Reeling (englisch für "taumelnd"), das von Lias Stimme, einer Destroyer-Priesterin, angetrieben wird, bietet eine ganze Palette von Rocksongs und Garagesongs bis hin zu sanften Pop-Melodien. Erstaunlich und ziemlich reif für eine Band, die gerade erst dem Teenageralter entwachsen ist. Qobuzissime! © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Topical Dancer

Charlotte Adigéry

Electronic - Erschienen am 4. März 2022 | DEEWEE

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music - Qobuzissime
Die Sängerin Charlotte Adigéry, die über den Film Café Belgica (2016) mit diesem fantastischen Soundtrack aus der Feder der Brüder Dewaele bekannt wurde, und nach zwei ersten EPs, die überall begeisterten (insbesondere Zandoli 2019 mit dem Hit Paténipat) wagt sich mit Bolis Pupul, ihrer "musikalischen” Partnerin an ihre erste LP bei Deewee, dem Label von Soulwax. Die belgischen Künstlerinnen sind beide karibischer Herkunft (sie stammen aus Yoruba/Martinique bzw. China/Martinique) und haben beschlossen, auf diesem Topical Dancer alle Intoleranten wachzurütteln, indem sie Themen wie kulturelle Aneignung, Rassismus, Sexismus und Postkolonialismus ansprechen. Und das geschieht alles auf extrem witzige Weise, mit einer Charlotte Adigéry als Texterin auf dem Höhepunkt ihrer Kreativität.Auf Esperanto schimpft sie mit den Isolationisten (“Dont say we need to build a wall. Say: I’m a world citizen, I don’t believe in borders”) mit einem ebenso raffinierten wie modernen Sprechgesang. Auf dem funkigen Blenda bekommen die Rassisten ihr Fett weg, dann die Frauenfeinde bei Ich Mwen, Reappropriate oder dem wunderbaren Thank You, das die unerwünschten Meinungsäußerungen von Männern über das Aussehen von Frauen ironisch zum Teufel jagt. Musikalisch ist dieses Album vom schweren und zugleich kühlen Sound von Deewee geprägt, dem Studio des Labels Soulwax in Gent, und wie immer werden die Genres (Electronic, Pop, No (New) Wave ...) den hypnotisierenden Synthies, bebenden Bässen und groovenden Gitarrenriffs beigemischt. Es ist nicht leicht, einzelne Highlights aus diesem surrealen Album herauszufiltern, das man nur hören, aber zu dem man genauso gut tanzen kann. Den Song HAHA, der einem Konzept-Song zwischen Lachen und Weinen entspricht (der surrealste von allen), oder Making Sense Stop, der dem gesamten French Pop eine Ohrfeige verpasst, sollte man definitiv nicht überhören. Ein in sich geschlossenes Album - funky, sozial engagiert und ein echtes Qobuzissime! © Smaël Bouaici/Qobuz
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Rakshak

Bloodywood

Metal - Erschienen am 18. Februar 2022 | Bloodywood Media Private Limited

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime
Pionier eines Genres oder Sub-Genres zu sein, ist im 21. Jahrhundert zu einer immer komplexer werdenden Herausforderung geworden. Es ist jedoch noch nicht zu spät, solange unsere Ohren wie bei diesem Album auf etwas Neues und Einzigartiges stoßen, und dabei immer noch dieses unvergleichliche, schöne und Heil bringende Gefühl erzeugt wird. Bloodywood erfinden das Pulver sicherlich nicht neu, haben aber gelernt, es anders einzusetzen, um ihren glühend heißen und extrem scharfen Indian Folk Metal zu schweißen.Das Zusammentreffen von traditionellen indischen Instrumenten und Rap-Metal war wahrscheinlich das Letzte, was die Fans beider Genres erwartet hatten. Welch umwerfende Effizienz! Mit ihrem doppelten Gesang, der sowohl auf Indisch (und guttural) von Jayant Bhadula als auch auf Englisch (Rap) von Raoul Kerr vorgetragen wird, verschonen Bloodywood niemanden. Es sind vor allem die lokalen und internationalen Politiker, die hier Einiges zu hören bekommen. Gaddaar (Verräter), das Eröffnungsstück von Rakshak, ist von seltener Heftigkeit und schafft es mit einer fast unanständigen Leichtigkeit, folkige und symphonische Elemente in einem explosiven Cocktail zu vereinen, der uns in die besten Zeiten des Nu Metal zurückversetzt.Die Combo ist besonders experimentierfreudig und hat dabei großen Erfolg wie etwa auf dem unglaublichen Zanjeero Se, wo sich melodische und extreme Momente treffend abwechseln, was zu einem Ergebnis führt, das unter die Haut geht. Ebenfalls zu schätzen wissen wir die Electronica-Einflüsse auf Dana-Dan, den Einsatz der Flöte auf Jee Veerey, bestäubt mit einer Schar traditioneller Instrumente oder auch das brandstiftende Chakh Le, das die Aufgabe übernimmt, das Album als perfekte Synthese dessen abzuschließen, was Bloodywood hier erfüllen wollten. Rakshak ist ein Manifest des Neuen, des Unerwarteten und des Gewaltigen. Seit dem Beginn ihres Youtube-Kanals, auf dem die gebürtigen Neu-Delhier seit 2016 zahlreiche Coverversionen produzieren, sind sie reifer geworden. Die eingeholten Erfahrungen machen sich auf dem Album bemerkbar, und das Urteil ist eindeutig: Bloodywood sind auf dem besten Weg, in den nächsten Jahren einer der großen Akteure der Metal-Szene zu werden, und das nach allen Regeln der Kunst. It's time to Raj Against The Machine! © Maxime Archambaud/Qobuz
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Nightscapes

Magdalena Hoffmann

Klassik - Erschienen am 11. Februar 2022 | Deutsche Grammophon (DG)

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Die Thematik der Nacht beeinflusst seit jeher unzählige Künstler, ob in Literatur, Kunst oder Musik, und das aus gutem Grund: Sie bietet einen mysteriösen Raum voller Intimität, Introspektion und vor allem Fantasie. Ausgedrückt in der Musik und besonders durch die Harfe, können diese geheimnisvollen Beschreibungen auch für Außenstehende zu konkreten Bildern werden. Magdalena Hoffmann hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese verzauberten Klänge auf ihrem Album Nightscapes festzuhalten: “Mein  Instrument  schafft  einen  besonderen  Raum  für  diese  Intimität,  aber  auch  für  Fantastisches  und  Magisches,  nicht  umsonst  gestaltet  die  Harfe  im  Orchester  oft  ein  über- oder  unterirdisches  Moment.”Die deutsche Harfenistin, 1990 in Basel geboren, entdeckte bereits früh die Harfe für sich. Ein ausschlaggebendes Ereignis ihre Karriere war der Internationale Musikwettbewerb der ARD 2016, bei dem sie Preisträgerin zweier Sonderpreise war und zwei Jahre später die Stelle als Solo-Harfenistin im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks erhielt. 2021 unterschrieb sie einen Exklusivvertrag bei der Deutschen Grammophon, so sie uns nun ihr erstes Projekt Nightscapes präsentiert.Das Album gestaltet sich aus Originalkompositionen für Harfe sowie Arrangements von Klavierstücken. Zu ersteren zählen besonders Benjamin Brittens Suite for Harp, Op. 83 - ein zentrales Werk des 20. Jahrhunderts für das Harfenrepertoire. Hinzu kommt das Werk Dans des lutins (Tanz der Elfen) der französischen Harfenistin Henriette Renié (1875-1956), für die bereits Fauré, Debussy und Ravel Werke komponierten. Darüber hinaus interpretiert Hoffmann Stücke von Chopin, Clara Schumann, John Field oder auch Ottorino Respighi und Marcel Tournier. Besonders das Genre der Nocturnes bringt den Moment der Innigkeit sowie der mystischen Stimmung in einmaliger Weise zur Geltung und entwickelte sich schließlich zum romantischen Charakterstück. Doch auch Chopins Walzer oder Jean-Michels Damases Fantasie lassen den leichten und tänzerischen Klang perfekt auf die Harfe übertragen, wobei es Hoffmann gelingt, die besondere Intimität des Harfenklangs zu bewahren. Eine magische Reise in nächtliche Landschaften. © Lena Germann/Qobuz
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Terre Promise

Blutch

Electronic - Erschienen am 28. Januar 2022 | Astropolis Records

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Eine Hymne an die Bretagne. Für sein erstes Album bei Astropolis Records, dem Label, das aus dem Schenkel des gleichnamigen legendären Festivals in Brest hervorgegangen ist, hat sich Blutch entschieden, der Region zu huldigen, die ihn als intelligenten und sensiblen DJ geoutet hat, der nicht der Typ ist, der um des Prinzips willen auf die Keule haut, sondern eher Querbahnen beschreitet. Der für seine Hybrid-House-Sets bekannte Produzent aus Morlaix legt ein intimes und nostalgisches Debütalbum vor, dessen Titel sich größtenteils auf Orte in der Region beziehen, von Roscoff über Ouessant bis hin zur Straße seiner Kindheit.Ein Konzept, das er auf sonnige Weise musikalisch umsetzt, schon mit dem schillernden Opener Terre Promise. Den lyrischen Part, der von der Violine von Mirabelle Gilis eingebracht wird, verschmilzt Blutch in Cobalan mit einem UK-Garage-Beat. Breakbeat findet man auf River, auch hier umgeben von traumhaften Synthesizern. Traumhaft ist das Schlüsselwort dieses Albums, das abwechselnd kontemplative (Les Bois) oder chaotischere Züge annimmt (Remparts, mit den modularen Synthesizern von Maxime Dangles, einem weiteren Mitglied der Astropolis-Familie). Auch der zukünftige Elektropop-Hit Rosko, der irgendwo zwischen Bicep, Rone und Polo & Pan angesiedelt ist, bleibt in Erinnerung und wenn man bei Floatin wieder zum richtigen Kick zurückkehrt, dann um in einem ätherischen Keyboardwirbel wie in einer verzerrten Version von Donna Summers I Feel Love zu starten. Auf dieser Terre Promise (gelobtes Land) wurde ein Künstler geboren, der sein Qobuzissime mehr als verdient hat. © Smaël Bouaici/Qobuz
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The Overload

Yard Act

Alternativ und Indie - Erschienen am 7. Januar 2022 | Universal-Island Records Ltd.

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Der Himmel ist ganz grau, zieht ins Anthrazitfarbene. Der ideale Dünger, um diese quirlige Szene des Postpunk-Revivals, die die Welt der Indie-Labels seit dem Beginn der 2010er Jahre in Aufregung versetzt, noch weiter aufblühen zu lassen. Wie soll eine Gruppe ihren Kopf über Wasser halten, wenn ohnehin schon recht dichtes Gewirr herrscht, inmitten dessen sich Girl Band, Fontaines DC, Shame, Dry Cleaning und unzählig andere tummeln, ausgestattet mit rechteckigen Gitarren und Sängern, die eher skandieren als singen? Zu diesem Zweck haben Yard Act die Leuchten dieses Genres ins Boot geholt sowie jene, die auf oft unvorhergesehenen Wegen voraussichtlich noch großen Einfluss haben werden (The Fall, Gang of Four, Wire, die ersten Talking Heads). Besser noch: sie beschränken sich nicht darauf, sich bloß wie ein elektrisches Nervenbündel zu reagieren oder der übel zugerichteten (Post-Brexit) Gesellschaft ins Gesicht zu spucken. Nein, Yard Act machen sich ihre Wut zunutze, um verschiedene Ausdrucksformen zu finden. Mit diesem fast beschwichtigten Tempo in 100% Endurance klingt übrigens das Album The Overload, brillantes Debütalbum dieses aus Leeds stammenden Quartetts, aus. James Smith gibt hinter dem Mikrofon einen würdigen Vertreter des Postpunk-Dalai Lamas, des verstorbenen Mark E. Smith von The Fall ab, und obendrauf gibt es noch einen Hauch Groove. Zusammen mit dem Gitarristen Sam Shipstone, dem Bassisten Ryan Needham und dem Schlagzeuger Jay Russell kleidet Smith seinen Zynismus und seinen Zorn in prächtiges Gewand. Es ist eine Form von proletarischem Dandytum mit Amphetaminen im Blut, das manchmal (sehr) an Sleaford Mods erinnert, an Ian Durry und seine Blockheads, ja sogar an Pulp! James Smith‘ Klangvignetten sind nie grotesk, aber geprägt von düsterem Realismus und so sind sie manchmal lustig und, musikalisch gesehen, recht vielseitig. Das wird einen bleibenden Eindruck hinterlassen und The Overload wird vielleicht zum Schockalbum des Jahres 2022 gekürt werden. © Marc Zisman/Qobuz
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Schumann - Brahms - Dvořák

Geister Duo

Klassik - Erschienen am 14. Januar 2022 | Mirare

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Was ist besser als zwei Hände am Klavier? Vier Hände! Lange Zeit galt das Genre des Klavierspiels zu vier Händen als “häuslich” und “intim” - im kleinen Rahmen sehr schön, aber weniger für das Konzert geeignet. Ein paar berühmte Beispiele gibt es natürlich trotzdem, wie die Labèque-Schwestern, die Walachowski-Schwestern oder die Nachwuchspianisten Lucas und Arthur Jussen. Also eigentlich fast immer Geschwister im Doppelpack. So erfreut es uns umso mehr, dass die beiden unabhängigen Pianisten David Salmon und Manuel Vieillard beschlossen haben, mit dem Geister Duo ein Zeichen in der klassischen Kammermusik zu setzen und ihre vierhändige Musik auf die großen Bühnen zu bringen. Mit Abschlüssen von der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin (Vieillard) sowie dem Pariser Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse (Salmon) spielen die beiden in der obersten Liga der Konzertpianisten mit. Ihre Begegnung während des Studiums am Pariser CRR sollte schließlich den Grundstein für diese einzigartige musikalische Symbiose bilden - mit dem Ziel als “richtiges” Kammermusikensemble und nicht als zwei gleichzeitig performende Künstler aufzutreten. Der Plan ging auf: nach fast zehn Jahren gemeinsamer Zusammenarbeit, gewann das Ensemble letztes Jahr den renommierten ARD-Musikwettbewerb. Nun präsentieren sie uns kurz darauf ihr Debütalbum Schumann - Brahms - Dvořák bei Mirare, eine Auswahl wunderbaren romantischen Repertoires, die das Klavier im doppelten Licht erstrahlen lassen.Auch wenn die hier interpretierten Komponisten zu den bekanntesten der Romantik gehören, finden wir auf diesem Album eine Auswahl innovativer Stücke, die bis heute weit weniger Aufmerksamkeit in Konzerten oder Einspielungen finden. Im Eröffnungsstück Bilder aus dem Osten, Op. 66, von Schumann wird schnell klar, mit welcher Vertrautheit die beiden Klaviere sich ergänzen und aufeinander eingehen. Ein Werk, das den Zuhörer in die unterschiedlichsten Stimmungen mitnimmt und direkt am Geschehen teilhaben lässt. Und auch in Brahms Variationen über ein Thema von Schumann, Op. 23, eine Hommage an seinen Mentor und Kollegen Schumann, lässt sich diese romantisch-melancholische Stimmung zauberhaft einfangen. Den Abschluss bildet Dvořáks Klavierzyklus Aus dem Böhmerwalde (Ze Šumavy), Op. 68, ein Meisterwerk für Klavier zu vier Händen und eine meisterhafte Darbietung von Salmon und Vieillard, die ihre einzigartige musikalische Symbiose ein weiteres Mal unter Beweis stellen. Doppelt hält eben in diesem Fall besser. Ein tolles, erstes Qobuzissime für 2022! © Lena Germann/Qobuz
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Juniper

Linda Fredriksson

Jazz - Erschienen am 29. Oktober 2021 | We Jazz

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Die nordischen Länder haben schon immer eine faszinierende Einzigartigkeit in ihrem Zugang zum Jazz geboten. Eine Einzigartigkeit, die durch dieses großartige Album von Linda Fredriksson zweifellos ein weiteres Mal bestätigt wird. Mit Juniper zeigt die finnische Saxophonistin, die bereits im Mopo-Trio und im Superposition-Quartett aktiv war, hier die ganze Bandbreite ihrer künstlerischen Skills. Begleitet von Tuomo Prättälä am Klavier (elektrisch und akustisch), Minna Koivisto am modularen Synthesizer, Olavi Louhivuori am Schlagzeug und Mikael Saastamoinen am Bass, kombiniert Fredriksson über mehrere Jahre hinweg aufgeschriebene Themen mit Gitarre, Klavier und Gesang (zu hören auf Lempilauluni), die nun für dieses Ensemble auf wunderschöne Weise arrangiert wurden. Juniper ist demnach, wie Linda selbst sagt, ein Singer-Songwriter-Album, das aber von einer instrumentalen Jazzband gespielt wird. Das Album ist jedoch vor allem eine Platte, die sich um Introspektion dreht, eine Form von schwebender Meditation, die mit kleinen Fundstücken gespickt ist, wie in Neon Light (and the Sky Was Trans), dem schwerelosen Eröffnungsstück...Diese Faszination für Singer-Songwriter wie Neil Young oder Sufjan Stevens - zwei Einflüsse, die Fredriksson selbst erwähnt - verleiht ihrem Spiel eine echte erzählerische Kraft. Ihr ätherischer, im Wesentlichen akustische Jazz, der zu eindringlichen Abschweifungen fähig ist (Nana - Tepalle), eignet sich auch ein ganzes elektronisches Instrumentarium an, das mit großer Delikatesse gehandhabt wird. Fredriksson gelingt es, all dieses disparate Material zu verschmelzen, das sowohl an rudimentärste Folklore als auch an futuristische Klangwelten erinnert. Für dieses Album bediente sie sich an Elementen aus der Musik von Satie bis hin zum atypischen Jazz von Labels wie ECM oder Hubro. Und um diese Einzelheiten miteinander zu verbinden, haben wir Lindas musikalische Kraft, die von einem spirituellen Ansatz wie dem von Pharoah Sanders oder dem freieren Eric Dolphy stammt. Ein Qobuzissime-Album, das belebend und voll seltener musikalischer Poesie ist. © Marc Zisman/Qobuz
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Figurine

WAYNE SNOW

Soul - Erschienen am 24. September 2021 | Roche Musique

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Spricht man davon, dass Musik einen verzaubert, so ist das oft eine überstrapazierte Floskel. Bei Kesiena Ukochovbara alias Wayne Snow kann man es aber nicht anders beschreiben. Eine Handvoll Sekunden genügen, um sich dem ultrasinnlichen Neo-Soul dieses faszinierenden nigerianischen Künstlers hinzugeben, der in Paris aufwuchs und in Berlin lebt. Eine Pop-Wolke hier, ein Elektro-Hauch dort, ein paar Jazz-Pünktchen da (Oscar Jerome, Gitarrist der Gruppe Kokoroko, ist mit von der Partie), sein Debütalbum Figurine stellt die Merkmale des modernen R&B mit kleinen Akzenten auf den Kopf. Das vom Franzosen Crayon für das Label Roche Musique produzierte Album ist vor allem ein riesiges Patchwork aus Klangtexturen von gestern, heute und morgen. Es ist wie der Soundtrack eines Afro-Futurismus, der das Erbe von Marvin Gaye und Sade in eine neue Galaxie katapultiert. Und wenn Wayne Snow sich hier aufmacht, seine eigene kulturelle und musikalische Identität zu erobern, dann auch, um die großen Fragen der Gegenwart zu beantworten. Was dieses betörende Gefühl angeht, so liegt es vor allem daran, dass dieser Soulman, der seiner Zeit weit voraus ist, nie wie ein x-ter Frank Ocean klingt: Wayne Snow ist ein origineller Musiker und seine Platte ist phänomenal. © Marc Zisman/Qobuz
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The Four Quarters

Solem Quartet

Kammermusik - Erschienen am 17. September 2021 | Orchid Classics

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Das Solem Quartett ist in der klassischen und zeitgenössischen Musikwelt kein unbeschriebenes Blatt. Als Preisträger des Jerwood Arts Live Work Fund 2020 sind sie Teil der bedeutendsten künstlerischen Stimmen Großbritanniens. Darüber hinaus zeichnet sich das Ensemble durch seine musikalische Vielfalt und Offenheit aufgrund innovativer Projekten sowie durch die Zusammenarbeit mit Künstlern aus unterschiedlichen Genres aus. Nun veröffentlichen die vier Musiker aus England ihr lang erwartetes Debütalbum The Four Quarters bei Orchid Classics: eine musikalische, transzendente Reise, geprägt von Komponisten des Barock bis hin zur Gegenwart. Trotz so vielseitig ausgewählter Kompositionen ist ein Stück zu nennen, welches den Bogen über das gesamte Album spannt: Thomas Ades' Meisterwerk The Four Quarters. Die vier Sätze schlängeln sich durch die enorme Bandbreite der Einspielungen und tauchen zwischen Arrangements von Henry Purcell, Florence Price, Béla Bartók oder Robert Schumann auf. Dabei liegt Ades’ Komposition als zentrale Metapher der Tageszyklus zugrunde - ein Streifzug von den frühen Morgenstunden bis in die Tiefen der Nacht. Die Gegenüberstellung von Zeit und Raum, Erde und Himmel schlägt sich auch in der Musik nieder: während im ersten Satz Nightfalls die Violinen feine Obertöne in regelmässigen Mustern erklingen lassen, spielen Bratsche und Cello weit darunter die tiefe Harmonie und bleiben somit geerdet. Ein weiterer Höhepunkt des Albums ist sicherlich die Interpretation von Aaron Parkers Easqelä. Es ist der vierte Satz des fünfteiligen Werks Tuoretu, welches eigens für das Solem Quartett komponiert wurde. Der Name wurde frei erfunden und bezieht sich auf die ewigen Weiten des östlichen Englands sowie die schwindenden Farben des Sonnenuntergangs, die, genauso wie die Töne, grenzenlos ineinander übergehen. Das melancholisch-eindringliche Bratschensolo, untermalt durch die schummrigen Quint- und Quartparallelen der andere Streicher, verstärkt die immer gegenwärtige Transzendenz und zeichnet ein weiteres Mal die grundlegenden Elemente des Albums ab: die Nähe zur Natur, Traum und Zeitlosigkeit. Und auch wenn es der vorletzte Titel auf der Platte ist, ist ein Ende der musikalische Traumreise noch lange nicht in Sicht... Mit "The Four Quarters" veröffentlicht das Solem Quartett ein einmaliges und hoch inspirierendes Album, welches sich zwischen zeitgenössischer Kunst und traditionellen Klängen einen eigenen, zeitlosen Anker setzt. © Lena Germann/Qobuz
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Tancade

Gaspar Claus

Klassik - Erschienen am 10. September 2021 | InFiné

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Das erste Soloalbum von Gaspar Claus hat lange auf sich warten lassen! Seit fünfzehn Jahren hat der Cellist seine Reisen, Begegnungen und Kollaborationen mit den größten Künstlern aus allen Bereichen vervielfacht: von seinem Vater Pedro Soler über Barbara Carlotti bis hin zu Rone oder Bryce Dessner. Mit all diesen Einflüssen hat der Musiker mit dem Label InFiné das beste Zuhause gefunden, um mit Tancade ein sehr persönliches Album zu präsentieren, das er zum ersten Mal im Alleingang veröffentlicht. Hervorzuheben sind die bemerkenswerten Beiträge von Francesco Donadello und David Chalmin beim Mastering und Mixing, die dieser Aufnahme einen einzigartigen, kontrastreichen Klang verliehen haben.Das Material ist minimal: Mit einem einzigen Cello im Gepäck besticht Claus durch die Vielfalt seiner Kompositionen und schöpft die unendlichen Klangmöglichkeiten seines Instruments aus. Pizzicatis, ein Bogen, der abwechselnd geschmeidig und quietschend ist, resonante Tiefen, die von luftigen Höhen beantwortet werden... Als wahrer Architekt des Klangs gelingt es dem Interpreten, jeden der Titel, aus denen dieses Werk besteht, zu einer eigenen Welt zu machen, die einzigartige Empfindungen hervorruft. So kann man sich von den perkussiven Pizzicatos von Une Foule in eine fast tribale und hypnotisierende Trance versetzen lassen, bevor man in die meditative Atmosphäre von Twilight 1999 eintaucht. Man kann Claus' Genialität nur bewundern, mit so wenigen Mitteln so viel Material zu formen, wobei sich der Beitrag der Elektronik auf diskrete Hall- oder Verzerrungseffekte beschränkt - das absolute Minimum, kurz gesagt. Die große Stärke von Tancade ist, dass er nicht in einer reinen Demonstration von Technizität versinkt. Das Album ist kein Katalog all dessen, was ein Cellist mit seinem Instrument hervorbringen kann. Hier wird deutlich, dass bei jedem Stück nur die gewünschte Atmosphäre den Kompositions- und Aufführungsprozess beherrscht. Gaspar Claus hat ein großartiges Album voller Erfindungsreichtum und Poesie geschaffen, das den Hörer mit einer Vielzahl von Emotionen verbindet, die Jahrtausende zurückreichen. Wir lehnen uns also nicht zu weit aus dem Fenster, wenn wir sagen, dass Tancade ein unverzichtbarer Klassiker des zeitgenössischen Cellos werden wird. © Pierre LAMY / Qobuz 
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Before I Die

박혜진 park hye jin

Electronic - Erschienen am 10. September 2021 | Ninja Tune

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Seitdem die Südkoreanerin 2018 mit ihrer ersten EP If U Want It, mit den Hits ABC und I DON'T CARE, für Aufsehen gesorgt hatte, begeisterte sie das Publikum mit ihren Live-Auftritten, bei denen sie sich das Mikrofon schnappte, um über das zu singen und zu rappen, was sie an den Turntables mixte. Allzu schnell als das neue Lo-Fi-House-Wunderkind abgestempelt, zeigt Park Hye Jin auf ihrem ersten Album, dass sie eine viel breitere Palette zu bieten hat. Nun in Los Angeles wohnhaft, wird die dreckige Art des kalifornischen Raps deutlich spürbar, die mit einem UK-Garage-Vibe (aber mit geradem Kick) auf Let's Sing Let's Dance beginnt. Park Hye Jin rappt während des gesamten ersten Teils des Albums, mit trägen Refrains wie bei Good Morning Good Night, wo der Text über einem dumpfen Boom Bap und einer Hallgitarre gesungen wird, als ob sie die sonnige Seite des Tracks betonen wollte. Im gleichen Zuge erinnern wir uns an das hypnotisierende I Need You oder Where Did I Go und vor allem an die Fähigkeit, einfache und eingängige Refrains zu kreieren, immer mit diesem lässigen Flow, der zwischen dem vorderen und hinteren Teil der Klangbühne hin und her schwebt.Aber auch, wenn sie im Rap-Flow ist, bleibt sie sich selbst und ihrem elektronischen zu Hause treu. Man kann kleine Elemente davon bei Whatchu Doin Later ebenso wie bei Can I Get Your Number (das sehr bald neu abgemischt wird) hören, in der Art, wie sie ihre Refrains scannt oder mit Effekten an ihrer Stimme umgeht. Der zweite Teil der Platte ist offener mit 4/4-Takten auf Sex With Me (DEFG), welches das Prinzip ihres Hits ABC mit einem etwas gewagteren Text aufgreift, oder auf Where Are You Think, einer Art Lo-Fi-House, während Hey, Hey, Hey und Never Die die BPM auf Techno anheben. Letzteres Stück wird durch einen synchronisierten Klavierakkord und ihre Stimme aufgeheizt, wie ein heißer Hauch aus den Lippen im Winter. Und all das endet in einer totalen Verschmelzung in einer Art dampfenden Trap bei Sunday ASAP und i jus wanna be happy, ein watteartiger Track, der bis in die Knochen geht. Ohne Vorwarnung hat Park Hye Jin eine neue Brücke zwischen Hip-Hop und elektronischer Musik geschlagen. Dies verdient eine Qobuzissime. © Smaël Bouaici/Qobuz
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Comfort To Me

Amyl and The Sniffers

Alternativ und Indie - Erschienen am 10. September 2021 | Rough Trade

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Sie wurde als die aufregendste Punkband der letzten Jahre bezeichnet und wir wiederholen es hier noch einmal: Sie ist es wirklich. Die Australier, angeführt von der brillanten Amy Taylor, erklimmen mit explosiven Live-Auftritten allmählich die Leiter des Bekanntheitsgrades. Nach zwei EPs und einem ersten Album unter ihrem Namen, welches sie in England mit Joey Walker von King Gizzard & The Lizard Wizard aufgenommen haben und das ihnen den Preis für das beste Rockalbum bei den renommierten Aria Awards einbrachte, folgt nun Comfort to Me mit seinem deformierten Cover. Das treffend benannte "Comfort to Me" entstand aus der erdrückenden Zeit, in der Amy, Bryce Wilson (Schlagzeug), Dec Martens (Gitarre) und Fergus Romer (Bass) hinter verschlossenen Türen in einem Haus in Melbourne täglich an den eindringlichen Tracks arbeiteten, die sich durch ihre Garage-Energie auszeichnen.Ihr Einfluss von Cro-Mags oder Cosmic Psychos unterscheidet sich leicht von den früheren Veröffentlichungen: repetitive und schneidende Rhythmussektion, einfache, rohe und geloopte Texte, mehr ausgearbeitete, schreiende Gitarren, ultrakurze Tracks. Nennenswerter Unterschied: die sorgfältigere Produktion. Aber es ist das Beste, Amy darüber reden zu lassen. „Wenn ich erklären müsste, wie diese Platte ist, würde ich sagen, es ist wie eine Folge von ‘Die Nanny’, nur dass der Schauplatz eine australische Autoshow ist, Fran sich für soziale Themen interessiert, sie ein paar Bücher gelesen hat und Mr. Sheffield Bier in der Sonne trinkt. Es handelt sich um einen Mitsubishi Lancer, der in einer Schulzone die zulässige Höchstgeschwindigkeit leicht überschreitet. Es ist die Erkenntnis, wie gut es ist, in Jogginghosen ins Bett zu gehen. Es ist, wenn jemand für dich kochen will, wenn du wirklich müde bist. Ich stehe schweißgebadet auf der Bühne und betreibe Shadow-boxing, anstatt still in einer Ecke zu sitzen.“ Beruhigend, weil es nicht auf dem Bildschirm zu sehen ist. Das Album beinhaltet alles, was wir lieben © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Memory Device

Baba Ali

Alternativ und Indie - Erschienen am 27. August 2021 | Memphis Industries

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Babatunde Teemituoyo Doherty, kurz Baba Ali, ist ein Mann der 80er Jahre. Aber nicht nur das. Sein Debüt Memory Device beweist dies zu Recht. Aufgewachsen mit den Sounds von Prince, Michael Jackson und Femi Kuti - einem Freund der Familie -, D'Angelo oder auch J Dilla, verbindet der aus New Jersey stammende Musiker mit nigerianischen Wurzeln die Brillanz des Funk, die Kälte des Post-Punk, den Elan des Dance und eine Vielzahl von weiteren Klängen in diesem atemberaubenden Memory Device. Baba Ali, der Ästhet, ist stets auf der Suche nach der wahren Kunst. Als er in der High School mit seinem Duo Voices Of Black musizierte, sagte er: "Nun, wir sind zwei schwarze Kids, aber wir hören Radiohead und Joy Division und eine Menge anderer Sachen: Wir wollen uns nicht in eine Schublade stecken lassen, sondern vollendete Musik machen, die überall hingeht und alles berührt." Die Demos, die Baba Ali in den Kunstkursen an der Brown University reifen ließ, begeisterten unter anderen seinen Kommilitonen Nicolas Jaar, der dem Duo half, die erste EP auf dem Elektro-Label Wolf + Lamb (Seth Troxler, Shaun Reeves) zu veröffentlichen, auf dem seine eigenen Werke selbst bereits erschienen waren. Es folgten Nomad (2017) und This House (2020), zwei EPs, die von Einflüssen von LCD Soundsystem oder Iggy Pop geprägt sind, die Baba Ali in London, wo er lebt, entdeckt hatte.Dieses erste Album, das in der Einsamkeit des Lockdowns zwischen September 2020 und Februar 2021 geschrieben und mit Al Doyle (Hot Chip, LCD Soundsystem) in East London aufgenommen wurde, ist ebenso von James White and the Blacks inspiriert wie von Yves Tumors Heaven To A Tortured Mind (2020), einer echten Offenbarung, wie Baba Ali selbst sagt. Wir finden Klänge aus dem Post-Disco der späten 70er Jahre ebenso wie avantgardistische Experimente, die beängstigende Atmosphären schaffen (Better Days, Nuclear Family) und eine verzerrte Stimme, die kontinuierlich bedrückende Textzeilen von sich gibt ("I've seen better days"). In diesem gelungenen Spagat dominieren Synthies (Nature's Curse, Got An Idea), Bass und Beat (Black Wagon) sowie die Geschmeidigkeit von Funk und New Wave (Draggin' On, Temp Worker). Doch jenseits dieser Vielzahl an stilistischen Verweisen ist es vor allem die Spannung, die sich von einem Track zum nächsten zieht und die sich perfekt für einen kathartischen Clubtrip eignet. Kurzum, dieses Qobuzissime ist wie eine Schatztruhe, deren Zauberformel unbedingt weitergegeben werden muss. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Ich schlief, da träumte mir

Anne Marie Dragosits

Klassik - Erschienen am 27. August 2021 | L'Encelade

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime
Nach dem außergewöhnlichen Konzertalbum Le clavecin mythologique, das ebenfalls beim französischen Label L'Encelade aus Versailles erschien und einen originellen Rahmen für eine farbenfrohe und inspirierte Erkundung des Cembalorepertoires des (hauptsächlich) 18. Jahrhunderts in Frankreich bot, entführt uns die Österreicherin Anne Marie Dragosits erneut mit ihrer einzigartigen Zauberkunst in das Herz der Nacht - einen Moment, der zum Träumen und darüber hinaus zur Fantasie und zum künstlerischen Schaffen einlädt. Ausgehend von der Idee des Schlafes, die aus der französischen Musik stammt (und von Lully in seinen lyrischen Tragödien zu einem Höhepunkt gebracht wurde), lädt sie uns auf eine Reise ein, die - und darin liegt das ganze Interesse - ihre Wurzeln in Deutschland hat, zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert.Die Bach-Dynastie ist gut vertreten, von den Söhnen bis zum Vater: Wilhelm Friedemann und seine unglaubliche Fantasia, Carl Philipp Emanuel Bach und seine Variationen über das Lied "Ich schlief, da träumte mir" nach einigen anderen Stücken zu Beginn des Programms, darunter das sehr schöne Mémoire raisonnée aus einer Reihe von wenig bekannten Miniaturen, Wq. 117. Von Johann Sebastian wählte Anne Marie Dragosits das viel zu selten gespielte Praeludium (Harpeggiato), BWV 921, eine echte Tastenimprovisation voller Kontraste und explosiver Freude, deren hybrider Klang an Buxtehudes "Stylus Phantasticus" erinnert. Die Cembalistin fügt dann hier und da, je nach Lust und Laune - und zweifellos auch nach ihren Träumen - einige Werke von Graupner, Fischer und Kuhnau ein. Vom ersten zwei sehr schöne mit dem Titel Sommeille, die aus zwei verschiedenen Suiten des Komponisten stammen. Auf dem erhabenen Christian Zell Cembalo von 1728 - einem der schönsten Cembali der Welt, das im Kunstgewerbemuseum in Hamburg aufbewahrt wird - entfaltet Dragosits dann Schätze der Zärtlichkeit, aber auch der unerbittlichen Erhabenheit. Ihr Spiel ist durchweg beeindruckend, selbst in einer Passacaglia von Johann Caspar Ferdinand Fischer, der Apotheose des ersten Teils ihres Programms, einer Seite voller Lullyst-Einflüsse, die den jungen J. S. Bach stark beeinflussen sollte.Dieses Recital Ich schlief, da träumte ich mit seinem höchst originellen Programm und seinen oft sehr subtilen Sequenzen (der Choral Komm süßer Tod von J. S. Bach mit der Bibelsonate Nr. 4 von Kuhnau) ist das beste Zeugnis einer unaufdringlichen Cembalistin von bestechender Musikalität und sollte nicht anders als ein Spaziergang genossen werden, zumal das Instrument selbst mit seinem unglaublich tiefen Bass und seinem umwerfend schönen Lautenspiel eine immerwährende Verzauberung bleibt; Und wenn Ihnen das alles Angst macht, beginnen Sie vielleicht mit dem Sommeille aus Graupners Febrarius-Suite: ein solcher Moment kapriziöser Süße und kraftvoller Zärtlichkeit wird Sie sicher nicht unberührt lassen!© Pierre-Yves Lascar/Qobuz------- Seit Jahrtausenden beschäftigt sich die Menschheit mit Traumdeutung und medizinischen wie philosophischen Erklärungsansätzen all dessen, was uns im Schlaf widerfährt. Gleichzeitig bieten Traumbilder, seien sie nun schön oder schrecklich, wie ein théatre imaginaire eine reiche Spielwiese für alle Sparten der Kunst. Hypnos, Sohn der Nacht und der Finsternis, ist der Gott des Schlafes. Seine Söhne sind, wie Ovid berichtet, die Oneiroi, die Traumgötter: Morpheus vermag menschliche Gestalt anzunehmen, Phobetor, der Schrecken, schlüpft in die Haut von wilden Tieren, Phantasos erscheint in Form von unbeseelter Natur. Hypnos’ Reich wird von Hesychia (Ruhe), Aergia (Trägheit) und Lethe (Vergessen) bewacht. Hypnos wird auch „der Großzügige” genannt, sein Zwillingsbruder jedoch ist Thanatos, der sanfte Tod – oft treten die beiden gemeinsam auf. Diese und andere nächtliche Besucher finden hier ihre Ebenbilder in Musik. So vielfältig wie die Nachtbilder ist auch die Auswahl an Musikstücken für diese äußerst subjektiv zusammengestellte Aufnahme. Einige der Titel stellen Bezüge zu Nacht und Traumwelten her. Andere Werke habe ich teils aus beschreibbaren musikalischen Gründen, teils in freier Assoziation zu meinen eigenen, subjektiven Traumbildern gewählt. Einen maßgeblichen Anteil an der Programmwahl hatte aber das Cembalo von Christian Zell (1728) mit seinem so charakteristischen Klang. Als eines der wenigen erhaltenen und spielbaren großen deutschen Cembali verkörpert es mit seiner Klarheit und Transparenz die Musik des deutschen Hochbarock ideal. Doch der große Klangunterschied zwischen dem warmen, sanglichen Untermanual und dem sehr hellen und nasalen, aber doch mit großen lyrischen Qualitäten ausgestatteten Obermanual verleiht dem Instrument, gemeinsam mit dem charmanten Lautenzug, dem glockenklaren Vierfuss und der rauschenden Klangfülle der gekoppelten Register, auch alle Farben und Möglichkeiten für galante Musik. (Anne Marie Dragosits) © L'Encelade
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A Residency in the Los Angeles Area

Naia Izumi

Soul - Erschienen am 30. Juli 2021 | Masterworks

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Ein echtes Phänomen! Hinter dem Namen Naia Izumi steckt ein junger, virtuoser Multiinstrumentalist, der ein besonderes Talent für facettenreichen Groove zeigt und sich dabei an der Geschichte des Soul, aber auch an der des Rock und des Fusion Jazz inspiriert. Er stammt aus dem amerikanischen Bundesstaat Georgia, lebt in Kalifornien und als in seinem 16. Lebensjahr Autismus diagnostiziert wurde, entwickelte er bald darauf eine Leidenschaft für allerlei kulturelle Bereiche, las zig Bücher und lernte mehrere Instrumente, in erster Linie Gitarre. Vor allem gewann Naia Izumi im Jahre 2018 den vom Sender NPR organisierten Tiny Desk Contest, womit er natürlich die Aufmerksamkeit aller Labels auf sich lenkte, die diesen wundersamen Menschen, den man sofort ins Herz schließt, unter Vertrag nehmen wollten. Er kann nämlich genauso gut auf dem Bass wie auch am Schlagzeug spielen, auch die Mandoline, ja sogar die Koto beherrscht er, dieses der Zither ähnelndes Saiteninstrument aus der traditionellen japanischen Musik. Izumis Welt hat aber noch weitaus mehr zu bieten, denn er verneigt sich natürlich vor Stevie Wonder, Lauryn Hill und Musiq Soulchild, aber auch, wenn auch etwas seltener, vor den Progressive Rock-Meistern wie King Crimson und vor allem dem Jazz-Gitarristen John McLaughlin, dem Leiter des Shakti-Projekts und des Mahavishnu Orchestra. Sie alle prägen nachhaltig seine Songs voller ätherischer Akkorde und arpeggierter Melodien, die seine überaus zarte Soulstimme begleiten. Naia Izumis spektakuläre Seite kann man vor allem beim Tapping auf seiner Fender Jazzmaster ’64 entdecken – er drückt oder schlägt eher auf die Saiten, als sie einfach nur anzuschlagen oder zu zupfen. Trotz all dieser komplexen stilistischen und instrumentalen Varianten bleibt seine Musik durchwegs natürlich und sinnlich wahrnehmbar. Auf A Residency in the Los Angeles Area fließt alles nur so dahin, man gerät dabei sogar in tiefe Wasser, was einen wahren Charme haben kann. Ein heilbringender, zärtlicher Hauch voller Groove, wie Balsam für die Wunden dieser Welt. © Marc Zisman/Qobuz
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To Enjoy is the Only Thing

Maple Glider

Alternativ und Indie - Erschienen am 25. Juni 2021 | Partisan Records

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Eine Intonation. Eine Ansammlung von Wörtern. Ein verträumter Klang. Die Struktur einer Melodie... Diese kleinen Dinge machen es möglich, sich von der Masse abzuheben, wenn man auf introspektive Songs und Indie-Folk-Pop steht. Und bei Tori Zietsch alias Maple Glider ist dies genau aufgrund dieser Merkmale der Fall. Die Australierin – die zwischenzeitlich in Brighton lebte, bevor sie nach Melbourne zurückkam – kann sich sogar, ohne rot zu werden, mit Cat Power, Adrianne Lenker, Angel Olsen, Julia Jacklin oder Sharon Van Etten messen... Das Grundmaterial mag klassisch und konventionell sein (eine strenge und religiöse Erziehung, erste Lovestorys, Schönheit der Welt, Einsamkeit, Distanz), aber To Enjoy Is the Only Thing geht die Intimität mit einem einzigartigen Ton an. Eine humorvolle Wendung oder ein anmutiges Geständnis erlauben es ihr, die Schwere bestimmter Situationen oder die Lauheit konventioneller Worte zu vermeiden.Doch vor allem ist ihr Album der Rahmen für eine einfach erhabene Stimme. Und in den Sequenzen totaler Reinheit wie bei Be Mean, It's Kinder Than Crying, wo ihr leicht verhallter Gesang gegen die gleichen zwei Akkorde prallt, die sich endlos wiederholen, ist Maple Glider überwältigend. "So klingt dieses Album für mich", schreibt sie in einer Notiz. "Ein Spaziergang vorbei an Lamettabedeckten Bäumen Mitte September, baden entlang der Calanques in Südfrankreich, Frost auf der Motorhaube eines Autos, Dunkelheit um 16 Uhr, Helligkeit bis 22 Uhr, ein dumpfes Gefühl, der ewige graue Nebel, der die Silberküste verschluckt, die Farbe Rot, das scheußliche grüne Kleid, Rotwein, rotes Blut, rote Lippen, Rot ist die Farbe des Kardinalskleides, die Schweiz, die Tagebücher meiner Mutter, der Bericht eines Gerichtsmediziners, die Sonne in meinem Gesicht, das Ende der Liebe... " Man beendet dieses erste Album bewegt wie nie, überwältigt von diesen letzten 35 Minuten und voller Anmut... © Marc Zisman/Qobuz