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London Grammar|If You Wait (Deluxe Version)

If You Wait (Deluxe Version)

London Grammar

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Der Erwartungsdruck hätte mal wieder kaum größer sein können: Der Hype um das Trio London Grammar wollte nicht mehr abreißen, nachdem die Briten Ende des letzten Jahres mit ihren ersten beiden Tracks "Hey Now" und "Metal & Dust" für Begeisterung gesorgt hatten. Zu keiner Band wurde mehr gebloggt, Disclosure holten sich für ihr gefeiertes Debüt Unterstützung von Sängerin Hannah Reid, und die britischen Wettbüros sahen in ihnen bereits die Sieger beim diesjährigen Mercury Prize. Auf die Shortlist der Nominierten schaffte es "If You Wait" am Ende allerdings nicht. Ein kleiner Dämpfer. Was keinesfalls etwas über die Qualität ihres Erstlings aussagt. Denn statt einen verhunzten Schnellschuss hinzulegen, um ihre 15 Minuten Internet-Fame auszunutzen, nahmen sie sich bei den Aufnahmen die Zeit, die sie brauchten. Insgesamt 18 Monate lang arbeiteten sie an ihrem Album und holten sich zur Unterstützung während des Prozesses ein hochwertiges Team (unter anderem Produzenten von Richard Ashcroft und Grammy-Gewinner Tom Coyne) an Bord. Entfernte Anhaltspunkte, um "If You Wait" einzuordnen, bieten zum einen The XX durch die gemeinsame Vorliebe für elektronischen Minimalismus in den Arrangements, zum anderen Florence Welch, da Hannah Reids Gesang dem der Frontfrau von Florence And The Machine in seiner Ausdrucksstärke ähnelt. Genüge getan ist dem Downbeat-Pop London Grammars durch diese Referenzen allerdings lange nicht. Ohne Frage steht und fällt ihr komplettes Schaffen mit Frontfrau Reid. Um ihre wunderschöne Soprano-Stimme herum baut sich die komplette Platte auf, gewährt ihr stets genügend Platz, ihren unheimlichen, von Schwermut geplagten Zauber zu entfalten. Deswegen untermalen Dot Major und Dan Rothman die Lyrics größtenteils nur mit zurückhaltende Gitarren, sanftem Piano, schweren Streichern oder verschwommenen Beats. Der gut dosierte Einsatz von Hall-Effekten in Instrumental- und Vocal-Parts macht die emotionsgeladene Heimsuchung perfekt. Es sind Ausläufer der Teenage Angst, aber auch noch existenziellere Befürchtungen, mit denen sich Reid, wie so viele andere Künstler unter 25, in ihren Texten auseinandersetzt. Ein Zeitgeist, den sie in einem Interview mit dem Guardian so umschrieb: "Ich habe im Moment viele Freunde, die wirklich verloren sind. Wir konnten zur Uni gehen und haben eine gute Ausbildung, aber finden uns in einer Situation wieder, in der es unmöglich ist, Jobs zu finden und wir sind verängstigt. So viele Leute, die ich kenne, wissen nicht, was sie mit ihrem Leben machen sollen." Der schon im Titel bezeichnende Song "Wasting My Young Years" setzt sich mit der Thematik auseinander, anrührend verletzlich vorgetragen im Mantel einer Piano-Ballade mit schwach treibenden Beats: "Don't you know that it's only fear / I wouldn't worry, you have all your life / I've heard it takes some time to get it right". Neben Identitätskrisen verarbeiten London Grammar Liebe und vor allem Herzschmerz. Im Titeltrack "If You Wait" bespielsweise überwältigen Reid Selbstzweifel und niederschmetternde Ernüchterung, die gescheiterte Beziehungen mit sich bringen: "And to find just one other seems to be the goal of everyone / From the search to the hurt I believed I could take on you / We would drink, we would dance and you would watch me whenever you want / And can you give me everything, everything, everything? / 'Cause I can't give you anything". Am Ende schimmert dennoch matt etwas Hoffnung durch: "If you wait, I will trust in time that we meet again" Mit "Nightcall" wagen London Grammar ein mutiges Cover: Kavinskys Hit zum Film "Drive", der im Original mit der vollen Ladung 80er Elektro-Beats die Geschichte eines Zombies erzählt, der nach seiner Wiederauferstehung seine Liebste anruft, interpretieren sie meisterlich um. Das Zwiegespräch verwandelt sich in den nächtlichen Wehmutsanflug einer jungen Frau mit gebrochenem Herzen. Die Version beginnt als vom Klavier getragene Ballade, ehe sich verhältnismäßig kräftige Gitarrenbegleitung erhebt und Reid von einem Männerchor unterstützt wird, was im Übrigen trotz ihrer gesanglichen Klasse für interessante Abwechslung sorgt. "Metal & Dust" und "Flickers" stechen gegen Ende hin heraus. Ersteres, weil es sich mit klackernden Beats und verspielten Synthies in Richtung Club neigt, Letzteres, indem es den kühlen Minimalismus der Produktion durchbricht und durch Klatschen, nervöses Trommeln und den erneuten Einsatz männlicher Vocals fast wie ein ungeordneter Jam wirkt. Der Rest verlässt die sphärische, reduzierte Soundlandschaft aber selten. Genau deshalb ist London Grammar ein sehr gutes, aber kein fantastisches Debüt gelungen. Denn so fesselnd Inhalt und Form sein mögen, am Ende gerät "If You Wait" in seiner Länge leider ein wenig eintönig. An Tagen, an denen man sich nur noch die Decke über den Kopf ziehen möchte, darf es aber gerne in Dauerschleife laufen.
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If You Wait (Deluxe Version)

London Grammar

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1
Hey Now
London Grammar
00:03:25

Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Tim Bran, Producer, Programmer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Daniel Rothman, Composer - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Dot Major, Composer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - State of the Ark Studios, Unknown, Other

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

2
Stay Awake
London Grammar
00:03:05

Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Tim Bran, Producer, Programmer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Daniel Rothman, Composer - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Dot Major, Composer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Sofa Sound Studios, Recording Engineer, StudioPersonnel

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

3
Shyer
London Grammar
00:03:06

Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Tim Bran, Producer, Programmer - Joel Pott, Composer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Daniel Rothman, Composer - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Dot Major, Composer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Sofa Sound Studios, Recording Engineer, StudioPersonnel - Ben Siegal, Engineer, StudioPersonnel

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

4
Wasting My Young Years
London Grammar
00:03:24

The City Of Prague Philharmonic Orchestra, Orchestra - Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - James Fitzpatrick, Unknown, Other - Tim Bran, Producer, Additional Keyboards, Programmer, AssociatedPerformer - Wil Malone, String Arranger, AssociatedPerformer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Jan Holzner, Recording Engineer, StudioPersonnel - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Hannah Felicity May Reid, ComposerLyricist - Jazz Summers, Manager - Tony Stanton, Unknown, Other - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Sofa Sound Studios, Recording Engineer, StudioPersonnel

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

5
Sights
London Grammar
00:04:13

The City Of Prague Philharmonic Orchestra, Orchestra - Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - James Fitzpatrick, Unknown, Other - Tim Bran, Producer, Programmer - Wil Malone, String Arranger, AssociatedPerformer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Jan Holzner, Recording Engineer, StudioPersonnel - Daniel Rothman, Composer - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Dot Major, Composer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - Tony Stanton, Unknown, Other - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Sofa Sound Studios, Recording Engineer, StudioPersonnel

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

6
Strong
London Grammar
00:04:35

Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Tim Bran, Producer, Programmer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Daniel Rothman, Composer - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Dot Major, Composer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Sofa Sound Studios, Recording Engineer, StudioPersonnel

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

7
Nightcall
London Grammar
00:04:29

Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Tim Bran, Producer, Additional Keyboards, Programmer, AssociatedPerformer - Guy-Manuel de Homem-Christo, ComposerLyricist - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Vincent Belorgey, ComposerLyricist - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Sofa Sound Studios, Recording Engineer, StudioPersonnel

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

8
Metal & Dust
London Grammar
00:03:26

The City Of Prague Philharmonic Orchestra, Orchestra - Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - James Fitzpatrick, Unknown, Other - Tim Bran, Producer, Programmer - Wil Malone, String Arranger, AssociatedPerformer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Jan Holzner, Recording Engineer, StudioPersonnel - Daniel Rothman, Composer - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Dot Major, Composer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - Tony Stanton, Unknown, Other - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Sofa Sound Studios, Recording Engineer, StudioPersonnel

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

9
Interlude (Live)
London Grammar
00:04:04

Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Tim Bran, Producer, Programmer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Sofa Sound Studios, Recording Engineer, StudioPersonnel

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

10
Flickers
London Grammar
00:04:46

Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Tim Bran, Producer, Programmer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Daniel Rothman, ComposerLyricist - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Dot Major, Composer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Sofa Sound Studios, Recording Engineer, StudioPersonnel

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

11
If You Wait
London Grammar
00:04:42

The City Of Prague Philharmonic Orchestra, Orchestra - Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - James Fitzpatrick, Unknown, Other - Tim Bran, Producer, Additional Keyboards, Programmer, AssociatedPerformer - Wil Malone, String Arranger, AssociatedPerformer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Jan Holzner, Recording Engineer, StudioPersonnel - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - Tony Stanton, Unknown, Other - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Ben Siegal, Vocals, AssociatedPerformer

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

12
Help
London Grammar
00:03:53

Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Tim Bran, Producer, Programmer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Daniel Rothman, Composer - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Dot Major, Composer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Sofa Sound Studios, Recording Engineer, StudioPersonnel

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

13
Darling Are You Gonna Leave Me
London Grammar
00:03:00

Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Tim Bran, Producer, Programmer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Daniel Rothman, Composer - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Dot Major, Composer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - State of the Ark Studios, Unknown, Other

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

14
Help Me Lose My Mind
Disclosure
00:04:04

Stuart Hawkes, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Disclosure, Mixer, MainArtist, StudioPersonnel - Howard Lawrence, Producer, Music Production, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Guy Lawrence, Producer, Music Production, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - London Grammar, FeaturedArtist - Hannah Reid, Vocals, AssociatedPerformer, ComposerLyricist

℗ 2013 Universal Island Records, a division of Universal Music Operations Limited

15
High Life
London Grammar
00:04:01

Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Tim Bran, Producer, Programmer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Daniel Rothman, Composer - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Dot Major, Composer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Sofa Sound Studios, Recording Engineer, StudioPersonnel

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

16
Maybe
London Grammar
00:04:21

Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Tim Bran, Producer, Programmer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Daniel Rothman, Composer - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Dot Major, Composer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Sofa Sound Studios, Recording Engineer, StudioPersonnel

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

17
When We Were Young
London Grammar
00:03:06

Tom Coyne, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Tim Bran, Producer, Programmer - Roy Kerr, Producer - Kevin 'KD' Davis, Mixer, StudioPersonnel - Dipesh Parmar, A&R - Daniel Rothman, Composer - London Grammar, Performer, MainArtist, AssociatedPerformer - Hannah Reid, ComposerLyricist - Dot Major, Composer - Manon Grandjean, Engineer, StudioPersonnel - Jazz Summers, Manager - State of the Ark Studios, Unknown, Other - Sofa Sound Studios, Recording Engineer, StudioPersonnel

℗ 2013 Metal & Dust Recordings Ltd / Ministry of Sound Recordings Ltd.

Albumbeschreibung

Der Erwartungsdruck hätte mal wieder kaum größer sein können: Der Hype um das Trio London Grammar wollte nicht mehr abreißen, nachdem die Briten Ende des letzten Jahres mit ihren ersten beiden Tracks "Hey Now" und "Metal & Dust" für Begeisterung gesorgt hatten. Zu keiner Band wurde mehr gebloggt, Disclosure holten sich für ihr gefeiertes Debüt Unterstützung von Sängerin Hannah Reid, und die britischen Wettbüros sahen in ihnen bereits die Sieger beim diesjährigen Mercury Prize. Auf die Shortlist der Nominierten schaffte es "If You Wait" am Ende allerdings nicht. Ein kleiner Dämpfer. Was keinesfalls etwas über die Qualität ihres Erstlings aussagt. Denn statt einen verhunzten Schnellschuss hinzulegen, um ihre 15 Minuten Internet-Fame auszunutzen, nahmen sie sich bei den Aufnahmen die Zeit, die sie brauchten. Insgesamt 18 Monate lang arbeiteten sie an ihrem Album und holten sich zur Unterstützung während des Prozesses ein hochwertiges Team (unter anderem Produzenten von Richard Ashcroft und Grammy-Gewinner Tom Coyne) an Bord. Entfernte Anhaltspunkte, um "If You Wait" einzuordnen, bieten zum einen The XX durch die gemeinsame Vorliebe für elektronischen Minimalismus in den Arrangements, zum anderen Florence Welch, da Hannah Reids Gesang dem der Frontfrau von Florence And The Machine in seiner Ausdrucksstärke ähnelt. Genüge getan ist dem Downbeat-Pop London Grammars durch diese Referenzen allerdings lange nicht. Ohne Frage steht und fällt ihr komplettes Schaffen mit Frontfrau Reid. Um ihre wunderschöne Soprano-Stimme herum baut sich die komplette Platte auf, gewährt ihr stets genügend Platz, ihren unheimlichen, von Schwermut geplagten Zauber zu entfalten. Deswegen untermalen Dot Major und Dan Rothman die Lyrics größtenteils nur mit zurückhaltende Gitarren, sanftem Piano, schweren Streichern oder verschwommenen Beats. Der gut dosierte Einsatz von Hall-Effekten in Instrumental- und Vocal-Parts macht die emotionsgeladene Heimsuchung perfekt. Es sind Ausläufer der Teenage Angst, aber auch noch existenziellere Befürchtungen, mit denen sich Reid, wie so viele andere Künstler unter 25, in ihren Texten auseinandersetzt. Ein Zeitgeist, den sie in einem Interview mit dem Guardian so umschrieb: "Ich habe im Moment viele Freunde, die wirklich verloren sind. Wir konnten zur Uni gehen und haben eine gute Ausbildung, aber finden uns in einer Situation wieder, in der es unmöglich ist, Jobs zu finden und wir sind verängstigt. So viele Leute, die ich kenne, wissen nicht, was sie mit ihrem Leben machen sollen." Der schon im Titel bezeichnende Song "Wasting My Young Years" setzt sich mit der Thematik auseinander, anrührend verletzlich vorgetragen im Mantel einer Piano-Ballade mit schwach treibenden Beats: "Don't you know that it's only fear / I wouldn't worry, you have all your life / I've heard it takes some time to get it right". Neben Identitätskrisen verarbeiten London Grammar Liebe und vor allem Herzschmerz. Im Titeltrack "If You Wait" bespielsweise überwältigen Reid Selbstzweifel und niederschmetternde Ernüchterung, die gescheiterte Beziehungen mit sich bringen: "And to find just one other seems to be the goal of everyone / From the search to the hurt I believed I could take on you / We would drink, we would dance and you would watch me whenever you want / And can you give me everything, everything, everything? / 'Cause I can't give you anything". Am Ende schimmert dennoch matt etwas Hoffnung durch: "If you wait, I will trust in time that we meet again" Mit "Nightcall" wagen London Grammar ein mutiges Cover: Kavinskys Hit zum Film "Drive", der im Original mit der vollen Ladung 80er Elektro-Beats die Geschichte eines Zombies erzählt, der nach seiner Wiederauferstehung seine Liebste anruft, interpretieren sie meisterlich um. Das Zwiegespräch verwandelt sich in den nächtlichen Wehmutsanflug einer jungen Frau mit gebrochenem Herzen. Die Version beginnt als vom Klavier getragene Ballade, ehe sich verhältnismäßig kräftige Gitarrenbegleitung erhebt und Reid von einem Männerchor unterstützt wird, was im Übrigen trotz ihrer gesanglichen Klasse für interessante Abwechslung sorgt. "Metal & Dust" und "Flickers" stechen gegen Ende hin heraus. Ersteres, weil es sich mit klackernden Beats und verspielten Synthies in Richtung Club neigt, Letzteres, indem es den kühlen Minimalismus der Produktion durchbricht und durch Klatschen, nervöses Trommeln und den erneuten Einsatz männlicher Vocals fast wie ein ungeordneter Jam wirkt. Der Rest verlässt die sphärische, reduzierte Soundlandschaft aber selten. Genau deshalb ist London Grammar ein sehr gutes, aber kein fantastisches Debüt gelungen. Denn so fesselnd Inhalt und Form sein mögen, am Ende gerät "If You Wait" in seiner Länge leider ein wenig eintönig. An Tagen, an denen man sich nur noch die Decke über den Kopf ziehen möchte, darf es aber gerne in Dauerschleife laufen.
© Laut

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