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Die Alben

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Klassik - Erschienen am 11. September 2015 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Klassik - Erschienen am 18. Dezember 2020 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Klassik - Erschienen am 15. Juni 2016 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Die erste Gesamteinspielung der neun Beethoven-Sinfonien mit Simon Rattle (damals noch ohne Sir) und den Wiener Philharmonikern von 2003 stieß auf ein geteiltes Echo, oft auf unverhohlene Ablehnung. So könne man Beethoven nicht mehr spielen, hieß es – was natürlich kein Argument ist, zumal Rattle mit seinen Aufnahmen ja gerade demonstriert hatte, dass man Beethoven durchaus noch so spielen konnte. Aber es war kein Beethoven nach den Direktiven der historisch authentischen Aufführungspraxis auf Originalinstrumenten. Oder wie deren Verfechter gerne zu sagen pflegen: kein Beethoven auf der Höhe der Zeit. Bekanntlich ändern sich die Zeiten. Gerade im Falle der Beethoven-Sinfonien haben Dirigenten wie Mariss Jansons oder Riccardo Chailly neulich mit traditionellen Orchestern neue Wege erschlossen. Im Vergleich dazu wirkt Rattles Wiener Zyklus aus heutiger Sicht eher traditionell, jung und romantisch, was sicher auch am Wohlfühl-Klang der Wiener Philharmoniker und am süffigen Nachhall des Klangbilds lag. Das neue Berliner philharmonische Remake wirkt da insgesamt kompakter, im Fortissimo auch schlagkräftiger und im musikalischen Gestus erregter, also aufregender. Dennoch, an die klanglichen Standards der Einspielungen von Jansons und Chailly reicht dieser Berliner Beethoven nicht ganz heran. Die Holzbläser sind klangfarblich unterbelichtet, die Streicher klingen eher forsch und etwas pauschal. Eine Berliner philharmonische Klangidentität (was immer man sich darunter vorstellen mag) ist nicht wirklich auszumachen. Oder anders gesagt: Der Orchesterklang kommt nicht in all seinen (früheren?) farblichen Facetten wirklich zum Leben. In der Wahl der Tempi gibt es, abgesehen von der neunten Sinfonie, zwischen der Wiener und der Berliner Aufnahme keine gravierenden Unterschiede. Die Spielzeiten mancher Sätze gleichen sich fast auf die Sekunde genau, und da wie dort liegen sie unter Beethovens eigenen (sehr raschen) Metronomangaben. Nach wie vor hat Rattle die Gewohnheit, langsame Sätze etwas auszukosten. In der Neunten erreichte er in der Wiener Einspielung mit 17 Minuten beinahe einen Rekord (selbst Klemperer brauchte nur 15), in der Berliner Neuaufnahme ist er bei 16 Minuten angelangt (Chailly liegt bei knapp 13). Mich haben Rattles eher besonnene Beethoven-Tempi immer fasziniert, aber diese Faszination war bei der Wiener Aufnahme stärker als bei der Berliner Einspielung. Diese wirkt routinierter, weniger entdeckungsfreudig. Zweifellos gibt es auch hier Höhepunkte – die „Pastorale“ zum Beispiel, eine in ihrer luftigen Gelöstheit und Differenziertheit wunderschöne Wiedergabe, orchestral auf superbem Niveau. Auch die „Marcia funebre“ aus der „Eroica“ hinterlässt, wiederum bei sehr gemessenem, ja heroischem Tempo, einen tiefen Eindruck: überlegen gestaltet und souverän musiziert. Bei der Vierten begeistert die Griffigkeit der Artikulation, und in den Ecksätzen der Achten spürt man nicht nur das Temperament des Dirigenten, sondern auch ein inneres Feuer. Auch die Neunte beginnt vielversprechend – die fallenden Quinten zu Beginn betonen lakonisch, was dem anschließenden riesigen Crescendo umso mehr Überwältigungskraft verleiht. Kleine Temporückungen bei Übergängen, ein Charakteristikum von Rattles Beethoven-Dirigat, passen allerdings besser zur „Pastorale“ als hier, wo sie – bei der Herbheit und Strenge dieses Satzes – wie ein momentaner Spannungsabfall wirken. Höhepunkt ist zweifellos der dritte Satz: Zu Beginn (ab Takt 3) hört man endlich einmal die in der Betonung taktverschobenen Bratschen wie sonst nur bei Giulini – und Rattle war in jungen Jahren dessen Assistent. Überhaupt erinnert das breite, lyrische Ausmusizieren der Melodien in langsamen Sätzen oft an Giulini – weiß Gott kein schlechtes Vorbild. Im Freudenfinale, vom Berliner Rundfunkchor klangsatt, freudestrahlend und differenziert gesungen, fallen die Solisten ab. Wann endlich gibt es wieder einmal vier kompetente Sänger für diesen Freudenhymnus? © Pfister, Werner / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 16. August 2019 | Berlin Philharmonic Orchestra

Hi-Res Auszeichnungen Diapason d'or / Arte
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Klassik - Erschienen am 25. September 2020 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Im Juni 2015 wählten die Berliner Philharmoniker Kirill Petrenko zu ihrem neuen Chefdirigenten; vor einem Jahr trat er das Amt an. Jetzt präsentiert eine exklusive Edition zentrale Aufnahmen dieser Phase der Vorfreude und des Aufbruchs. In Interpretationen von Werken von Beethoven, Tschaikowsky, Franz Schmidt und Rudi Stephan offenbaren sich nicht nur erste wichtige Programmlinien, sondern auch das spannungsreiche, intensive Musizieren in dieser Partnerschaft. Eine »klingende Momentaufnahme der beginnenden Zusammenarbeit zwischen den Berliner Philharmonikern und mir, gleichsam die Initialzündung unserer Gemeinschaft«, nennt Kirill Petrenko die Edition im Vorwort. Drei Repertoirefelder werden hier umrissen, die auch für die weitere Zukunft bedeutsam sind. Da ist zunächst die Musik Russlands, mit der Kirill Petrenko aufgewachsen ist und die hier durch Tschaikowskys Symphonien Nr. 5 und 6 repräsentiert wird. Es sind Interpretationen, in denen sich nicht nur Leidenschaft und Wucht dieser Werke voll entfalten, sondern auch ihre Details und feinen Schattierungen. Eine weiteres Anliegen Kirill Petrenkos sind zu Unrecht vergessene Komponisten. Als Beispiele hierfür stellt die Edition zwei Komponisten an der Schwelle zwischen Spätromantik und Moderne vor: Rudi Stephan und Franz Schmidt. Von letzterem ist die Vierte Symphonie zu erleben, eine Musik voller Klang und Schmerz und zugleich ein Lieblingsstück Kirill Petrenkos. Und dann ist da noch – als Eckpfeiler der Zusammenarbeit – die deutsch-österreichische Klassik und Romantik. Wie wichtig Kirill Petrenko dieses Repertoire ist, zeigt sich an dem prominenten Platz, den Ludwig van Beethoven in seinen Konzerten zur Eröffnung der Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 einnahm, als die Siebte bzw. die Neunte Symphonie auf dem Programm standen. Beide Interpretationen werden hier ebenfalls dokumentiert. Das Konzert mit Beethovens Neunter markierte zugleich den Beginn von Kirill Petrenkos Amtszeit als philharmonischer Chefdirigent. Die Aufführung war nicht nur ein programmatisches Statement, sondern offenbarte erneut die interpretatorische Qualität dieser Partnerschaft. Der Guardian schrieb: »Es war offensichtlich, warum sich das Orchester für Petrenko entschieden hatte. Er hat die Gabe, das Innere einer Partitur zum Leuchten zu bringen, [und] sein stürmischer Beethoven knisterte vor sehniger rhythmischer Energie«. © Berliner Philharmoniker Recordings
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Klassik - Erschienen am 30. April 2021 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Von den zehn Mahler-Sinfonien, die die Berliner Philharmoniker in den letzten zehn Jahren mit acht verschiedenen Dirigenten eingespielt und in diesem Jahr auf ihrem eigenen Label veröffentlicht haben, ist die 2017 entstandene Aufnahme der Sinfonie Nr. 9 mit Bernard Haitink zweifellos einer der Höhepunkte. Kein Wunder, denn Haitink ist, seit er in den frühen 1960er Jahren als Chefdirigent des Concertgebouw-Orchester zur Mahler-Renaissance in seinem Heimatland beitrug, für seinen Mahler bekannt. Mit den Berliner Philharmonikern verbindet ihn eine ebenso langjährige wie enge Beziehung, und so ist von Anfang an klar, dass uns hier ein Hochgenuss erwartet: klare Texturen, die den warmen, analytischen Raum der Philharmonie ausfüllen, endlos lange Linien; brillanter Streicherklang – zunächst schmelzend und weich, dann in Begleitung der Blechbläser zu strahlender Helligkeit ansteigend; glanzvolle Höhepunkte, die mit überwältigender Kraft und Intensität aus höchster Höhe in verzweifelte Tiefen stürzen; die schlichte Würde des Violinsolos in der Reprise, das durch seine Zurückhaltung umso stärker berührt. Die beiden mittleren Sätze leben von einer changierenden Mischung aus Eleganz und Rustikalität, von kammermusikalischem Spitzentanz und stimmgewaltiger Tutti-Power sowie von reich nuancierter Ausgelassenheit. Der verfeinerte Holzbläserklang und die strahlenden, prägnanten und dynamischen Abwärtsläufe der Streicher im zweiten Satz sind köstlich. Der katastrophale Ausbruch am Ende des dritten Satzes könnte vielleicht noch befriedigender sein, wenn er eine Nuance dunkler und schwerer wäre. Doch die allmähliche Lossagung vom Leben im letzten Satz ist in ihrer sanften Intensität alles, was man sich wünschen kann – gebannt hängt man an jeder einzelnen Note und auch an der spannungsgeladenen Stille der Philharmonie. Es muss wohl unvergesslich gewesen sein, mit ihnen im Saal zu sitzen und diese faszinierende Reise zu erleben. © Charlotte Gardner/Qobuz
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Symphonien - Erschienen am 10. Mai 2019 | Berlin Philharmonic Orchestra

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Gramophone Editor's Choice
Die Vorfreude ist groß in Berlin auf Kirill Petrenko, der im August sein Amt als Chefdirigent der Philharmoniker antreten wird. Nach musikalisch zuletzt eintönigen Jahren unter Simon Rattle verspricht Petrenko frischen Schwung, was auch die Imagekampagne der Philharmoniker zum Amtsantritt aufgreift: Wellen sind das beherrschende grafische Motiv. Schallwellen, Energiewellen. Man sieht sie auch auf dem Cover der ersten gemeinsamen CD, die das orchestereigene Label nun herausgebracht hat: Petrenkos erstes Konzert mit den Philharmonikern nach seiner Wahl zum neuen Chefdirigenten. Es ist die erste CD des bislang aufnahmescheuen Dirigenten seit langem. Der Mitschnitt aus dem März 2017 mit Tschaikowskys „Pathétique“ macht die Vorfreude nicht kleiner. Der langsame erste Teil des Kopfsatzes, gleichwohl äußerst bewusst empfunden, mag noch nichts Ungewöhnliches verheißen, Musiker und Dirigent scheinen sich erst abzutasten. Mit dem Verzweiflungsausbruch in der Mitte des Satzes erhält diese Wiedergabe allerdings eine dramatische Spannung, die bis zum Ende nicht nachlässt. Petrenko erzählt straff und zielgerichtet (da äußert sich der erfahrene Operndirigent), in den schnellen Sätzen spielt das Orchester mit nahezu unheimlicher Präzision, in den langsamen Teilen lassen die Musiker eine Lust am Reichtum und an der Fülle von Klangfarben erkennen, die bei Simon Rattles Hauruck-Stil zwischenzeitlich verschütt gegangen war. Das ist fesselnd, packend und berührend. Claudio Abbado und Rattle konnten beide wenig anfangen mit Tschaikowsky. Dass Petrenko mit dieser Aufnahme an den großen Tschaikowsky-Dirigenten Karajan anknüpft: Auch das dürfte man bei den Philharmonikern nicht ungern sehen. © Haustein, Clemens / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 7. Februar 2017 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Klassik - Erschienen am 6. Dezember 2019 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Die fünf Klavierkonzerte von Beethoven, die 2010 bei vier Konzerten in Berlin aufgenommen wurden, vervollständigen die höchst gelungene Gesamteinspielung der Sinfonien mit Sir Simon Rattle an der Spitze "seiner" Berliner Philharmoniker. Obwohl sie vor den Sinfonien entstanden sind, bieten diese Aufnahmen durch das viel kleinere Ensemble als es bei dem berühmten Berliner Orchester sonst üblich ist den gleichen kammermusikalischen Klang. Die vorliegende Gesamtaufnahme ist in erster Linie hinsichtlich des Orchesters ein großer Genuss, vor allem dank der lyrischen Holzbläser und dem seidigen Streicherklang. Das Orchester ist weit davon entfernt, nur als Begleitung der Solistin, der japanischen Pianistin Mitsuko Uchida, zu fungieren. Es scheint ganz im Gegenteil mit rhythmischer Lebhaftigkeit und einem einzigartigen Sinn für Rhetorik die Führung übernommen zu haben. Und Mitsuko Uchidas Spiel ist fast bescheiden, unaufdringlich, im konstanten Dialog mit Dirigent und Orchester. Von der Biederkeit der ersten beiden Klavierkonzerte, über das Vierte mit seinem erhabenen, von metaphysischen Fragen durchzogenen Andante con moto bis hin zum fünften, im englischen Sprachraum Emperor genannte Klavierkonzert, das den romantischen Klavierkonzerten den Weg bereitete, stellt die vorliegende intime Konzeption diesen Werkzyklus wieder in seinen chronologischen Zusammenhang. Denn Beethoven hat seine Klavierkonzerte im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts komponiert, als die Wiener Klassik triumphierte, zu einer Zeit, in der Joseph Haydn seine letzten Meisterwerke schrieb und Napoleons Grande Armee Wien bombardierte. Diese Konzerte, die allzu oft interpretiert werden als seien sie fünfzig Jahre später geschrieben, finden hier unter einer solchen klanglichen Perspektive und in einer Tonaufnahme, die das Klavier nie aufdringlich klingen lässt, zu ihrer ursprünglichen Wahrheit zurück, sowie zu einer instrumentalen Ausgeglichenheit, die sie im Lauf der Zeit verloren hatten. © François Hudry/Qobuz
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Klassik - Erschienen am 26. März 2021 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Klassik - Erschienen am 16. August 2019 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Bei seinem ersten Konzert mit den Berliner Philharmonikern 1987 setzte Simon Rattle Mahlers Sechste aufs Programm, und zu seinem Abschied als Chefdirigent dieses Orchesters erklang im Juni 2018 wiederum die „Tragische“. Beide Konzerte sind in der luxuriös aufgemachten Box enthalten; dazu gibt es eine Blu-ray-Disc mit einem Video des Abschiedskonzerts, einer Dokumentation über Sir Simons Zeit in Berlin und einigen Extras mehr. Interessieren dürften hier jedoch vor allem die beiden CDs, und der Vergleich zwischen frühem und „spätem“ Rattle ist hochinteressant. Sieht man vom gewöhnungsbedürftigen, weil engen und leicht topfigen Klang einmal ab, vermag die frühe Interpretation stärker zu faszinieren. Man spürt einerseits die Anspannung des Dirigenten, andererseits auch seinen jugendlichen Enthusiasmus für die Partitur. Rattle geht auf volles Risiko, spielt die zahlreichen Brüche ungeschönt aus und betont die gnadenlose Zielstrebigkeit der Sinfonie. Vor allem im Finale musizieren die Musiker quasi auf der Stuhlkante, und mehr als einmal verläuft das Zusammenspiel nicht ganz optimal. Doch durch die Dringlichkeit der Interpretation kommt der Extremcharakter der Musik, ihr Gefahrenpotenzial, nur umso stärker zur Geltung. Technische Unsicherheiten gibt es im Abschiedskonzert keine; alles ist so perfekt, wie es nur sein kann, und auf rein klanglicher Ebene wird man keine bessere Einspielung finden. Aber der philharmonische Wohlklang, der hier generiert wird, steht der Grundaussage des Werks letztlich entgegen. Hier erklingt Mahler als gediegener Klassiker, und der klassische Formaufbau der Partitur mag diesen Zugang rechtfertigen. Aber aufregend ist diese Interpretation leider nicht mehr. © Schulz, Thomas / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 23. Oktober 2020 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Klassik - Erschienen am 27. November 2020 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Klassik - Erschienen am 10. November 2017 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Klassik - Erschienen am 22. Januar 2016 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Im Mai 2013 war Claudio Abbado wieder einmal in Berlin bei seinen Philharmonikern: Von 1990 bis 2002 war er ihr Chefdirigent in einer Umbruchzeit gewesen. Nicht als Ansager, sondern als moderieren- der Anreger hat er den herausfordernden Weg vom Gestern ins Heute begleitet, statt Traditionssattheit war Gegenwartsneugier angesagt. Karajans luxuriöses Instrument wurde zu einem wendigeren, Randbereiche des Repertoires erforschenden Orchester, das recht schnell im neuen Jahrtausend ankam: selbstbewusst, sich in seinem Status (und im Personal) verjüngend, das seit 2002 als Stiftung agil selbstbestimmter agierte, und erkannte, dass angesichts einer schwächelnden Klassik-Plattenbranche neue mediale Vermarktungsformen nötig werden würden. 2008 wurde die Digital Concert Hall eingerichtet, die als Stream im Internet weltweit die Zuhörer an den Konzerten teilhaben lässt; 2014 gründeten die Berliner Philharmoniker ihr eigenes Plattenlabel. So ist nun auch dieser Auftritt von Claudio Abbado im Frühling vor drei Jahren in Bild und Ton dokumentiert: Es wurde der letzte des Dirigenten mit den Berlinern, ein Dreivierteljahr später starb er achtzigjährig in Bologna. Die schwere Krebserkrankung im Jahr 2000 hatte Abbado geschwächt, aber nicht in seiner künstlerischen Gestaltungskraft beeinträchtigt. Die Berliner Auftritte in den folgenden Jahren mit seinem ehemaligen Orchester wurden zu Feier- und Freundesstunden. Auch dieser. „The last Concert“ ist der Titel der länglichen Box im wertigen roten Leinen-Design: Sie enthält zwei CDs im üblichen Audio-Format und eine Blu-ray, die als HD-Video das Live-Konzert bietet plus Bonus-Programm sowie in Stereo oder in Surround-Abmischung die unkomprimierte Audio-Qualität in 24 Bit/48 kHz. Abbado wäre nicht Abbado, wenn dieses Programm nicht eine Novität böte: in diesem Falle seine erste Aufführung von Hector Berlioz ́ Symphonie fantastique mit den Philharmonikern. Abbados überlegenes Strukturbewusstsein zahlt sich in den ersten drei Sätzen aus, die jeweils unter einen Bogen genommen nicht in bildhafte Beschaulichkeit abgleiten. Abbado bietet mit den spielstarken Musikern sozusagen eine Landschaft ohne Inventar, zwar eine fiebrig träumende Programm-Sinfonie, bloß dass keiner Drogen genommen hat. In vielen Aufführungen erstarrt die idée fixe zum penetranten Wegweiser für den taumelnden Helden, hier gewinnt sie ihre Poesie zurück: eine hereinwehende Erinnerung. Dafür muss der Hörer, der auf die beiden Schlusssätze mit Richtplatz, Dies Irae und Hexen-Sabbat als Freudenspender spekuliert, zurückstecken: Das ist in den Holzbläsern brillant getrillert und gestochen, die Streicher illuminieren das Knochengeklapper mit grimmig auf die Saiten schlagendem Bogenholz, schwarz blasen die Tuben die Zorn-Sequenz, Glocken läuten von Ferne das letzte Gericht ein – doch der Grusel bleibt zivilisiert, sinfonisch eingezäunt. Der fragile Maestro, der sich leise lächelnd über manches exquisite Solo freut (Englisch-Horn im dritten Satz!), ist am Ende etwas aus der Puste. Rundum glücklich wird man in der ersten Konzerthälfte mit Felix Mendelssohns Musik zu Shakespeares „Sommernachtstraum“-Schauspiel. Die Ouvertüre besteht nicht nur aus einem Wald von Feen, Faune lauern hier; zauberhaft das Lied mit Chor „You spotted snakes with double tongue“ und den wunderbar harmonierenden Frauenstimmen: den Damen des Chors des Bayerischen Rundfunks, Deborah York und der kürzlich viel zu früh verstorbenen Stella Doufexis. Das Intermezzo verwandelt sich in eine duftige Szene mit Herzschmerzmomenten und – oder täuscht das? – Tschaikowsky- und Mahler-Allusionen; im Notturno webt Abbado ein gebändigtes, warm-glühendes Nachtgespinst (großartig die Tempodisposition), das ist schlicht berührend: Dieser Dirigent war eben nie sentimental. Frisch geputzt und festlich-froh schreitet der Hochzeitsmarsch einher. Nur das Scherzo fällt etwas ab, aber im Vergleich mit dem frenetischen von Toscanini (der 1929 eine halbe Minute weniger braucht) tänzeln die meisten Orchester eher auf Ferse als auf Spitze. Wenn im Finale die Violinen ihren Silberlinienabschied anstimmen, dann ist alles wohl geraten und gestimmt. Ein nachdenklich stimmender Abschied: Musikalische Größe wird zu einem knappen Gut. © Thieme, Götz / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 25. September 2020 | Berlin Philharmonic Orchestra

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Klassik - Erschienen am 10. November 2017 | Berlin Philharmonic Orchestra

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