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Die Alben

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Indie-Pop - Erschienen am 18. November 1996 | Jeepster Recordings Ltd

Booklet Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. Oktober 2003 | Rough Trade

Auszeichnungen Sélection du Mercury Prize
Belle And Sebastian hören sich auf vielen Stücken an, als würden sie Can Can-tanzend durchs Studio hopsen. Und doch liegt über den meisten Songs ein melancholisch-trauriger Schleier. Gott sei Dank, war das letzte Soundtrack-Album doch komplett untanzbar und emotional eher eindimensional. Stuart Murdochs Stimme schwankt auf "Dear Catasrophe Waitress" zwischen todtraurig, offen, entrückt, der Stimme eines Kastraten ("If She Wants Me") und der Nicos ("Lord Anthony"), einem Song, der überhaupt sehr nach Velvet Underground klingt. Immer stellt sie die perfekte Symbiose zu Musik und Stimmung des Stücks dar. Das Glasgower Septett beherrscht einen perfekten Songaufbau, setzt die teils merkwürdig klingenden Instrumente punktuiert an die richtige Stelle. Es wagt sich an Stilrichtungen heran, die viele als lächerlich verachten würden - und die bei den meisten wohl auch lächerlich klängen. Die Songs der Schotten bauen auf 60er Easy Pop auf, ohne zu beiläufig zu werden. Ihre Stücke haben vielmehr eine angenehm melancholische Schwere. Die teils sehr merkwürdigen Texte ("I'd rather be in Tokyo / I'd rather listen to Thin Lizzy (...) / There's something wrong with me / I'm a cuckoo") bleiben auf ihre eigene Art sehr poetisch. All das kriegen sie zu Stande, obwohl sie mit Trevor Horn als Produzenten und Arrangeur gearbeitet haben. Der hat in letzter Zeit mit der Produktion von Acts wie T.A.T.U. nicht unbedingt seinen Glanz aufpoliert. Den Songs hat das nicht geschadet, im Gegenteil. Der Opener "Step Into My Office, Baby" ist einer dieser Songs, die den Hörer dazu animieren, mit einem Lächeln auf dem Gesicht zu tanzen. Der ungewöhnliche Rhythmus und die Dynamik des Songs sind eine Aufforderung. Schon hier greifen sie bei der Instrumentierung in die Vollen. Sowohl Streicher als auch Bläser dürfen immer wieder in den Vordergrund treten. Der Titelsong steht dem in nichts nach. Wie kleine, fröhliche Tropfen hüpfen die Streicher im Stakkato auf der Melodie. Es wird pathetischer und ernster, doch nie erhalten die Stücke eine solche Schwere, dass sie den Hörer runterziehen könnten. Eher strahlen B&S mit zweistimmigem, leichtfüßigem Gesang. Stücke wie "Piazza New York Catcher" klingen nach Folk oder Traditionals. Doch auch hier kriegen die Sieben die Kurve und bleiben in ihrer Grundrichtung: Pop. Der Höhepunkt des Albums beginnt mit einer schwermütigen Klaviermelodie, um dann in ein fröhliches "If You Find Yourself Caught In Love" zu münden. Ein Meisterstück, das alle typischen Elemente, die Belle And Sebastian zu etwas so einzigartigem machen - vor allem den Gegensatz zwischen Geborgenheit und Verlorensein - in einem Song vereint. Jeder einzelne Song kann begeistern, auch wenn das Album, im Gegensatz zu früheren Platten, sehr viel heterogener und offener ist. Mit "Dear Catastrophe Waitress" ist B&S eine sehr durchdachte und doch emotionale, anrührende Platte gelungen. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. September 2019 | Matador

Gute Bands, so hört man es immer wieder, erkennt man an der Qualität ihrer B-Seiten. Sagen wir mal so: Wo B-Seiten komponiert werden, die tatsächlich als A-Seite das Licht der Welt hätten erblicken können, schmiedet überbordende Kreativität eine enge Bande mit Genialität. Es liegt in der Natur der Sache, dass dieses Talent nicht wie Manna vom Himmel fällt, außer man heißt Nick Cave oder man spielt bei The Cure, Maximo Park und Belle And Sebastian. Vor lauter toller A- und B-Seiten darf man als Künstler natürlich tunlichst nicht die wichtigen Langspielplatten außer Acht lassen, und selbst diesen Umstand berücksichtigen Belle And Sebastian regelmäßig und mit äußerster Präzision. Und dennoch: Um all diese wohl bekannten Pfunde wissend, mit denen die Band seit Jahren scheinbar willenlos wuchert, verwundert doch die unmittelbare Präsenz und kompositorische Brillianz des nun vorliegenden Werks "The Life Pursuit", das bereits am Veröffentlichungstag als Meisterwerk in die Annalen der Belle And Sebastian-Historie eingehen darf. Trug man beim Vorgänger "Dear Catastrophe Waitress" höchstens noch Sorge, dass der nie vor Hippie-Anleihen gefeite Folk-Pop der Band auf diesem Niveau irgendwann mal an seine Grenzen stoßen muss, ist Sänger Stuart Murdoch mittlerweile so locker, dass er schon Cat Stevens' "Morning Has Broken" in seinen Text einarbeitet ("Act Of The Apostle Part 1"). Am überraschendsten ist allerdings der etwas paranoide Zufall, dass "The Life Pursuit" exakt so klingt, wie man sich "Dear Catastrophe Waitress" vor drei Jahren nach der Ankündigung vorgestellt hat, Trevor Horn produziere die schottischen Feelgood-Freaks. Der 80s Pop-Impressario, der seinerzeit sogar den Ekel-Bombastrockern von Yes auf "Owner Of A Lonely Heart" einen coolen Funk-Anstrich verlieh, ließ Murdochs Combo dann aber doch seltsam unangetastet. Stattdessen gehören nun Produzent Tony Hoffer sämtliche Meriten ans Revers geheftet, der schon Alben von Beck und Air absegnete. Dank ihm entfernen sich Belle And Sebastian endlich von der alten Soundformel Simon & Garfunkel V2.0 und setzen ihrem Harmoniereigen kantige Pop-Hörner auf. Und wo gelänge dies besser als unter der Sonne von Los Angeles, wo schon die Beach Boys nicht wussten, wohin mit all den genialen Melodien? Songs wie das ruhige "Dress Up In You" (mit Trompetensolo) oder die schweißtreibende Beat-Single "Funny Little Frog" hätte man der Band vielleicht früher schon zugetraut. Der wahnwitzige Glamrock-Groove von "The Blues Are Still Blue" (schön angeheizt vom Rhythmusmuster im vorangehenden "White Collar Boy") ist dagegen genauso verdammtes Neuland, wie der psychedelische Soul-Teint in den Strophen von "Sunshine For You", den man in dieser Form höchstens von den Zutons erwartet hätte. Wenn Murdoch im Refrain dann völlig unerwartet zur ultimativen Endorphin-Ausschüttung ausruft, will man auch sofort nach Kalifornien, nach Malibu, zu den Kakteen, den Joshua Trees, den Granithängen und den Quarzfelsen, um mit Murdoch zu singen: "Sunshine, we all see the same sky". Oh yeah. Kein Wunder also, dass sich der einstmals exzentrische Sänger mittlerweile lederjackentragend mit Journalisten in tadschikischen Teestuben trifft und dabei auch noch gesprächig ist. Humor hat seine Truppe ja nach wie vor genügend, was abermals die Songtexte belegen und diesmal auch ein seitenlanges Fan-Q&A im Album-Booklet. Auf die Frage an Drummer Richard Colburn etwa, ob man nicht wieder zu jenen Zeiten zurückkehren könne, als er auf Fragen nur stoisch mit "ja" oder "nein" antwortete, erwidert Richard: "nein". Oder: "Wenn Bono eines eurer Alben besitzt, welches würde es sein?" - Stuart: "The next one. Like us he still hasn't found what he's looking for." Wonach Belle And Sebastian zukünftig noch suchen wollen, ist mir nun allerdings noch schleierhafter als schon nach "Dear Catastrophe Waitress". Ihre Hymnen (Hammer: "To Be Myself Completely") und die angerockten 60s-Popjuwelen strahlen auf "The Life Pursuit" nicht nur in güldenem Licht, sondern sind produktionstechnisch auch mit diesem gewissen Kick versehen, den man erst jetzt auf den Vorgängern vermissen darf. Nicht auszudenken, was die Band demnächst auf ihre B-Seiten packt. © Laut
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Indie-Pop - Erschienen am 7. September 1998 | Jeepster Recordings Ltd

Booklet
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Indie-Pop - Erschienen am 6. Februar 2006 | Rough Trade

Gute Bands, so hört man es immer wieder, erkennt man an der Qualität ihrer B-Seiten. Sagen wir mal so: Wo B-Seiten komponiert werden, die tatsächlich als A-Seite das Licht der Welt hätten erblicken können, schmiedet überbordende Kreativität eine enge Bande mit Genialität. Es liegt in der Natur der Sache, dass dieses Talent nicht wie Manna vom Himmel fällt, außer man heißt Nick Cave oder man spielt bei The Cure, Maximo Park und Belle And Sebastian. Vor lauter toller A- und B-Seiten darf man als Künstler natürlich tunlichst nicht die wichtigen Langspielplatten außer Acht lassen, und selbst diesen Umstand berücksichtigen Belle And Sebastian regelmäßig und mit äußerster Präzision. Und dennoch: Um all diese wohl bekannten Pfunde wissend, mit denen die Band seit Jahren scheinbar willenlos wuchert, verwundert doch die unmittelbare Präsenz und kompositorische Brillianz des nun vorliegenden Werks "The Life Pursuit", das bereits am Veröffentlichungstag als Meisterwerk in die Annalen der Belle And Sebastian-Historie eingehen darf. Trug man beim Vorgänger "Dear Catastrophe Waitress" höchstens noch Sorge, dass der nie vor Hippie-Anleihen gefeite Folk-Pop der Band auf diesem Niveau irgendwann mal an seine Grenzen stoßen muss, ist Sänger Stuart Murdoch mittlerweile so locker, dass er schon Cat Stevens' "Morning Has Broken" in seinen Text einarbeitet ("Act Of The Apostle Part 1"). Am überraschendsten ist allerdings der etwas paranoide Zufall, dass "The Life Pursuit" exakt so klingt, wie man sich "Dear Catastrophe Waitress" vor drei Jahren nach der Ankündigung vorgestellt hat, Trevor Horn produziere die schottischen Feelgood-Freaks. Der 80s Pop-Impressario, der seinerzeit sogar den Ekel-Bombastrockern von Yes auf "Owner Of A Lonely Heart" einen coolen Funk-Anstrich verlieh, ließ Murdochs Combo dann aber doch seltsam unangetastet. Stattdessen gehören nun Produzent Tony Hoffer sämtliche Meriten ans Revers geheftet, der schon Alben von Beck und Air absegnete. Dank ihm entfernen sich Belle And Sebastian endlich von der alten Soundformel Simon & Garfunkel V2.0 und setzen ihrem Harmoniereigen kantige Pop-Hörner auf. Und wo gelänge dies besser als unter der Sonne von Los Angeles, wo schon die Beach Boys nicht wussten, wohin mit all den genialen Melodien? Songs wie das ruhige "Dress Up In You" (mit Trompetensolo) oder die schweißtreibende Beat-Single "Funny Little Frog" hätte man der Band vielleicht früher schon zugetraut. Der wahnwitzige Glamrock-Groove von "The Blues Are Still Blue" (schön angeheizt vom Rhythmusmuster im vorangehenden "White Collar Boy") ist dagegen genauso verdammtes Neuland, wie der psychedelische Soul-Teint in den Strophen von "Sunshine For You", den man in dieser Form höchstens von den Zutons erwartet hätte. Wenn Murdoch im Refrain dann völlig unerwartet zur ultimativen Endorphin-Ausschüttung ausruft, will man auch sofort nach Kalifornien, nach Malibu, zu den Kakteen, den Joshua Trees, den Granithängen und den Quarzfelsen, um mit Murdoch zu singen: "Sunshine, we all see the same sky". Oh yeah. Kein Wunder also, dass sich der einstmals exzentrische Sänger mittlerweile lederjackentragend mit Journalisten in tadschikischen Teestuben trifft und dabei auch noch gesprächig ist. Humor hat seine Truppe ja nach wie vor genügend, was abermals die Songtexte belegen und diesmal auch ein seitenlanges Fan-Q&A im Album-Booklet. Auf die Frage an Drummer Richard Colburn etwa, ob man nicht wieder zu jenen Zeiten zurückkehren könne, als er auf Fragen nur stoisch mit "ja" oder "nein" antwortete, erwidert Richard: "nein". Oder: "Wenn Bono eines eurer Alben besitzt, welches würde es sein?" - Stuart: "The next one. Like us he still hasn't found what he's looking for." Wonach Belle And Sebastian zukünftig noch suchen wollen, ist mir nun allerdings noch schleierhafter als schon nach "Dear Catastrophe Waitress". Ihre Hymnen (Hammer: "To Be Myself Completely") und die angerockten 60s-Popjuwelen strahlen auf "The Life Pursuit" nicht nur in güldenem Licht, sondern sind produktionstechnisch auch mit diesem gewissen Kick versehen, den man erst jetzt auf den Vorgängern vermissen darf. Nicht auszudenken, was die Band demnächst auf ihre B-Seiten packt. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. Januar 2015 | Matador

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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Februar 2018 | Matador

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Pop - Erschienen am 21. Oktober 2016 | Jeepster Recordings Ltd

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Indie-Pop - Erschienen am 12. Juli 1999 | Jeepster Recordings Ltd

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Indie-Pop - Erschienen am 11. Oktober 2010 | Rough Trade

Belle And Sebastian gehören zu dieser seltenen Spezies Bands, die einfach nichts falsch machen. Die Cover, die Songs, die Konzerte: Stuart Murdochs feine Antenne für Stil und Pop funktioniert auch auf "Write About Love" störungsfrei. Beinahe ungläubig registriert man, dass es tatsächlich noch Neider und Ungläubige (neudeutsch: Hater) gibt, die entweder das Uraltargument bemühen, B&S-Songs seien kaum mehr als bessere Caféhaus-Beschallung, oder die schlicht nicht in der Lage sind, die ausgetüftelte Brillianz von Songs wie dem Eröffnungsstück "I Didn't See It Coming" zu erfassen. Doch wie sagte meine Oma immer? Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Belle And Sebastian belegen mit "Write About Love" jedenfalls mühelos ihre Ausnahmestellung im Indie-Popsektor. Anstatt nach dem zu Recht allerorts bejubelten "The Life Pursuit" von 2006 auszuticken und vorschnell wieder ins Studio zu hetzen, machten die Swinging Scots einfach so lange Pause, bis die Akkus wieder voll waren. Auch hier können sich andere Bands gerne ein Beispiel nehmen. Dass Vordenker Murdoch seine Füße trotzdem nicht stillhalten konnte (und das entzückende Album "God Help The Girl" komponierte), sei hier nur am Rande bemerkt. "Write About Love" klingt so zeitlos wie das Thema an sich. Im erwähnten Twee Pop-Juwel "I Didn't See It Coming" bleibt Murdoch zu Gunsten von Sarah Martin vorerst im Hintergrund, um sich dann beinahe unbemerkt vom Background-Gesang über die Bridge hin zum königlichen Zeilenabgang "Make me dance I want to surrender" in die vorderste Reihe zu schummeln. Trotz Produzent Tony Hoffer, der schon das Vorgänger-Album überwachte, lässt die Band von dessen rhythmischen, bisweilen rockigen Ansätzen ab und arbeitete stattdessen mehr Synthesizer ins Soundbild ein. Doch selbst wenn sie plötzlich mit zwei Schlagzeugern ankämen, Belle And Sebastian-Songs würden am Ende immer noch unaffektiert und selbstgenügsam klingen. Und mal ehrlich: Man liebt an den Schotten weniger das musikalische Experiment als ihre Qualität, immer wieder neue Killer-Refrains aus dem Hut zu zaubern. Bei den temporeichen Stücken fehlt diesmal zwar ein Mainstream-Hit à la "Funny Little Frog", aber das klassische "I Want The World To Stop" mit tollem Bläsersatz sollte einen adäquaten Ersatz darstellen. Mit der Einladung der Schauspielerin Carey Mulligan (für den Vorzeige-60s-Albumtrack "Write About Love") und Norah Jones outet sich Murdoch endgültig zum größten Frauenversteher der Pop-Szene. Während Mulligan (die selbst als Covergirl in den B&S-Kanon gepasst hätte) die Sache mit dem Mikrofon weitaus besser macht als Scarlett Johannson, fügt sich Jones' Vogelzirpen zwar gut in das bedächtige "Little Lou, Ugly Jack, Prophet John" ein, der Song zieht im direkten Vergleich mit der Ballade "Calculating Bimbo" aber klar den Kürzeren. Auch "The Ghost Of Rockschool" bleibt letztlich zu unscheinbar, doch mit dem orchestralen "I Can See Your Future" und der komplexen Orgelgitarrenhymne "Sunday's Pretty Icons" finden Murdoch und Co. zu einem schönen Abschluss. Eingeweihte ergötzen sich derweil an der neuesten Illustration der schottischen Smiths-Vergötterung: Im Booklet findet sich die Fotografie eines Pärchens, das auf einer Wiese sitzend in Büchern von Keats und Yeats schmökert, eine Anspielung auf den Smiths-Song "Cemetry Gates". Ein stimmiges Bild: Auch Morrissey und Marr konnten zu ihrer aktiven Zeit nichts falsch machen. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Juli 2019 | Matador

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Indie-Pop - Erschienen am 5. Juni 2000 | Jeepster Recordings Ltd

Booklet
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Indie-Pop - Erschienen am 23. Mai 2005 | Jeepster Recordings Ltd

Booklet
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Alternativ und Indie - Erschienen am 8. Dezember 2017 | Matador

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Indie-Pop - Erschienen am 3. Juni 2002 | Jeepster Recordings Ltd

Booklet
Die Simon and Garfunkel der Popmusik leben. Eigentlich mag ich Simon And Garfunkel gar nicht... Hm. Belle and Sebastian haben sich jedenfalls immer schon dadurch hervor getan, ergreifend solide und zugleich herzerweichend schöne Musik zu schreiben, fernab von zeitgenössischem Schnörkelwerk. "Storytelling" entstand eigentlich als Soundtrack zu Todd Solondz neuem gleichnamigen Film, und auch wenn es am Ende nur ein kleiner Teil davon tatsächlich in den Film geschafft hat, ist der Ausgangspunkt kaum zu überhören. So finden sich zwischen den für Belle And Sebastian typischen Songs, die wieder stark an die 60er und 70er Jahre erinnern, dank der Soundtrack Funktion des Albums erstaunlich viele Instrumentals. Wie schön. Wenn das Piano klimpert und die Violinen zartschmelzend streichen, klingt das als hätten die Schotten nie etwas anderes gemacht als Filmmusik komponiert. Umgekehrt dürfte es schwer werden, den Sound des Albums auf Zelluloid zu bannen. Weil Belle and Sebastian mal wieder über sich hinaus gewachsen sind, und unerwartete Saiten anschlagen. Ein "Consuela Leaving" schert etwa auch mal in eine, wenn auch verhaltene Latino Richtung aus. "Fuck This Shit" wiederum ist wie gemacht für den lonely Cowboy, der mit der Mundharmonika im Mundwinkel beschwingt in den Sonnenuntergang reitet, "Scooby Driver" müsste von den Beach Boys für einen Surfer-Streifen komponiert worden sein, usw.. Ein Dutzend Soundtracks in einem, wenn man so will. Als Anspieltipps seien "Big John Shaft" und "Storytelling" als Hommage an Regisseur Todd Solondz genannt, die sich beide an die Thematik Film halten. Oh, und aus aktuellem Anlass will ich "I don't want to play football" nicht unter den Tisch fallen lassen: "... i don't understand the thrill of running, catching, throwing, taking orders from a moron, grabbing for the sweaty crotches, getting hit by people I don't know..." Damit dürften sie momentan wohl recht allein da stehen. Aber was solls, "Storytelling" ist ohne Frage großes Kino. Auch ohne Film. Und ohne Fußball. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 5. September 2019 | Matador

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Pop - Erschienen am 17. November 2008 | Jeepster Recordings Ltd

Stereo MC's, Motörhead, Nebula, Paul Weller und jetzt Belle & Sebastian - beinahe könnte man glauben, jemand sei kürzlich heimlich in die Archive der BBC eingebrochen, um alte Sessions zu Tage zu fördern. So darf es gerne weiter gehen, schließlich leuchten jedem Fan bei solcherlei Veröffentlichungen stets die Äuglein, woran sich natürlich auch im Falle von Belle & Sebastian, auf deren kommendes Studioalbum man wohl noch bis 2010 warten muss, nichts ändert. Dass die Schotten für ihre verschreibungspflichtigen Melancholie-Melodien aus dem Reigen der genannten Kollegen das ästhetischste Cover vorlegen und sogar noch die Texte im Booklet abdrucken, versteht sich von selbst. "The BBC Sessions", obskurerweise auch als einfache CD im Handel, ist in seinem wahren Wesen ein Doppelalbum, das vierzehn Songs von Auftritten bei den BBC-Spezis Mark Radcliffe, Steve Lamacq und John Peel aus den Jahren 1996 bis 2001 sowie auf der zweiten CD zwölf Nummern eines Weihnachtskonzerts aus Belfast 2001 umfasst. Es handelt es sich demnach hüben wie drüben um die Isobel Campbell-Phase der Gruppe, also um jenes Bandkapitel, in dem sich an Sänger Stuart Murdochs ohnehin sanften Vortrag noch ein schwerelos-weibliches Zauberstimmchen anschmiegte (Unnachahmlich: "Sleep The Clock Around"). Außenstehenden dürfte nur schwer vermittelbar sein, was an den vorliegenden Aufnahmen im Vergleich zu den seinerzeit zumeist besinnlichen B&S-Albumversionen großartig (anders) ist. Insider weiden sich an den deutlich akzentuierteren Gitarrenlinien in "Like Dylan In The Movies", kichern über einen stimmlichen Lapsus Murdochs in "Seymour Stein" und verweisen nicht nur aufgrund der außergewöhnlichen Poesie in "The State I'm In" wissend auf die Smiths. Historisch unverzichtbar machen das Album schließlich vier unveröffentlichte Songs von 2001, zu denen seltsamerweise auch "Nothing In Silence" zählt, ein von der entlaufenen Campbell geradezu fröstelnd-feenhaft vorgetragenes Stück. Der Rest ist nettes Fan-Beiwerk, von dem wohl hauptsächlich die smarte, textliche Go-Betweens-Referenz in "Shoot The Sexual Athlete" hängen bleibt. Vor den Kopf stößt einen aber erst das Belfast-Konzert: Zwar hat man Murdoch live schonmal auf beiden Beinen in die Höhe springen sehen, zu den Tönen von Velvet Undergrounds "I'm Waiting For The Man" dürfte es aber noch eine Spur exaltierter zugegangen sein. Mit "Here Comes The Sun" und der Irland-Hymne "Boys Are Back In Town" schummeln sich noch zwei weitere Coverversionen ins angenehm perlende Set; die Thin Lizzy-Nummer ein erneuter Beweis für das situative Gespür der schottischen Gruppe. Und doch weiß nur derjenige, der bei ihrer "The Boy With The Thorn In His Side"-Version gefühlte 20 Minuten nach Morrisseys Benicassim-Festivalabsage 2004 live zugegen war, von Belle & Sebastians magischen Kräften zu erzählen. © Laut
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Indie-Pop - Erschienen am 28. Februar 2011 | Rough Trade

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Pop - Erschienen am 17. November 2008 | Jeepster Recordings Ltd

Booklet
Stereo MC's, Motörhead, Nebula, Paul Weller und jetzt Belle & Sebastian - beinahe könnte man glauben, jemand sei kürzlich heimlich in die Archive der BBC eingebrochen, um alte Sessions zu Tage zu fördern. So darf es gerne weiter gehen, schließlich leuchten jedem Fan bei solcherlei Veröffentlichungen stets die Äuglein, woran sich natürlich auch im Falle von Belle & Sebastian, auf deren kommendes Studioalbum man wohl noch bis 2010 warten muss, nichts ändert. Dass die Schotten für ihre verschreibungspflichtigen Melancholie-Melodien aus dem Reigen der genannten Kollegen das ästhetischste Cover vorlegen und sogar noch die Texte im Booklet abdrucken, versteht sich von selbst. "The BBC Sessions", obskurerweise auch als einfache CD im Handel, ist in seinem wahren Wesen ein Doppelalbum, das vierzehn Songs von Auftritten bei den BBC-Spezis Mark Radcliffe, Steve Lamacq und John Peel aus den Jahren 1996 bis 2001 sowie auf der zweiten CD zwölf Nummern eines Weihnachtskonzerts aus Belfast 2001 umfasst. Es handelt es sich demnach hüben wie drüben um die Isobel Campbell-Phase der Gruppe, also um jenes Bandkapitel, in dem sich an Sänger Stuart Murdochs ohnehin sanften Vortrag noch ein schwerelos-weibliches Zauberstimmchen anschmiegte (Unnachahmlich: "Sleep The Clock Around"). Außenstehenden dürfte nur schwer vermittelbar sein, was an den vorliegenden Aufnahmen im Vergleich zu den seinerzeit zumeist besinnlichen B&S-Albumversionen großartig (anders) ist. Insider weiden sich an den deutlich akzentuierteren Gitarrenlinien in "Like Dylan In The Movies", kichern über einen stimmlichen Lapsus Murdochs in "Seymour Stein" und verweisen nicht nur aufgrund der außergewöhnlichen Poesie in "The State I'm In" wissend auf die Smiths. Historisch unverzichtbar machen das Album schließlich vier unveröffentlichte Songs von 2001, zu denen seltsamerweise auch "Nothing In Silence" zählt, ein von der entlaufenen Campbell geradezu fröstelnd-feenhaft vorgetragenes Stück. Der Rest ist nettes Fan-Beiwerk, von dem wohl hauptsächlich die smarte, textliche Go-Betweens-Referenz in "Shoot The Sexual Athlete" hängen bleibt. Vor den Kopf stößt einen aber erst das Belfast-Konzert: Zwar hat man Murdoch live schonmal auf beiden Beinen in die Höhe springen sehen, zu den Tönen von Velvet Undergrounds "I'm Waiting For The Man" dürfte es aber noch eine Spur exaltierter zugegangen sein. Mit "Here Comes The Sun" und der Irland-Hymne "Boys Are Back In Town" schummeln sich noch zwei weitere Coverversionen ins angenehm perlende Set; die Thin Lizzy-Nummer ein erneuter Beweis für das situative Gespür der schottischen Gruppe. Und doch weiß nur derjenige, der bei ihrer "The Boy With The Thorn In His Side"-Version gefühlte 20 Minuten nach Morrisseys Benicassim-Festivalabsage 2004 live zugegen war, von Belle & Sebastians magischen Kräften zu erzählen. © Laut
CD9,99 €

Electronic - Erschienen am 26. März 2012 | Late Night Tales