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Ähnliche Künstler

Die Alben

CD20,49 Fr.

Trip Hop - Erschienen am 1. Januar 1995 | Universal-Island Records Ltd.

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Sélection du Mercury Prize
HI-RES23,99 Fr.
CD15,99 Fr.

Trip Hop - Erschienen am 27. September 2010 | Domino Recording Co

Hi-Res Auszeichnungen Sélection Les Inrocks - Hi-Res Audio
"Einige meiner ersten Alben klingen für mich heute wie ein ziemliches Durcheinander, viel zu voll gestopft": Soweit muss man wahrlich nicht gehen, Herr Thaws. Doch hört sich "Mixed Race" im Vergleich zu einigen früheren Werken in der Tat transparent und weniger sperrig an. Das persönliche Erleben des Melting Pots Großbritanniens bleibt dabei das bestimmende Thema: Der Mix der Hautfarben, weiße Musik und schwarze. Und was der Albumtitel "Mixed Race" so beschreibt, löst die Platte musikalisch abwechslungsreich ein. Tricky schliff seinem Sound die ein oder andere Kante ab, um direkter zum Punkt bzw. reduzierter zur Sache kommen zu können. Fast so, als hätten sich die Arrangements der lästigen Rauchschwaden auf dem Cover im Studio entledigen können. Statt wie früher "konfus" (O-Ton) vorzugehen, fallen nun straighte Beatgerüste, ein deuliches Gitarrenlick und genügend Raum in den klar strukturierten Arrangements auf. Bereits die ersten Songs machen in Sachen Abwechslung den Sack zu: "Every Day" atmet eine Art spirituell orientieren, von Beats nahezu befreiten Lagerfeuer-Blues, bevor "UK Jamaican" mit Terry Lynn die BPM hochschraubt und in bester funky Daft Punk-Manier durch den Club heizt. Dem Charme des jazzig federnden, mit Rocklick und dicken Bläsern gepimpten "Early Bird" sollte man sich keinesfalls entziehen, bevor die Kollabo mit dem Algerier Hakim Hamadouche westliches Instrumentarium mit nordafrikanischem verwebt und in nahöstliche Regionen entführt. Tricky pflanzt ohne zu zögern ein Genre hinters andere - und das bei einer Spielzeit von knapp einer halben Stunde. Natürlich bleiben die Eckpunkte im Großen und Ganzen trotzdem dieselben: Rock, Reggae, Blues, Hip Hop, Bristol-Elektronik - als untypisch geht noch der Clubfaktor (besagtes "UK Jamaican" und "Time To Dance") durch. Auch das Prinzip der weiblichen Hauptstimme wird meist durchgehalten - diesmal ist es die auf Tour erprobte italienisch-irische Background-Sängerin Franky Riley, der Tricky hinterher raunzt. Auf ihr Konto geht die prägnante Single, das Remake "Murder Weapon" mit Henry Mancinis "Peter Gunn Theme". Der Knaller der zweiten Plattenhälfte heißt dennoch "Really Real" - der Song handelt von der Unwirklichkeit des Berühmtseins - die effektvoll abgehobene Programmierung hört sich auch genau so an - inklusive der stärksten Refrain-Hookline der Platte, die Primal Screams Bobby Gillespie beisteuert. Bei aller stilistischen Vielfalt bilden einerseits Trickys Vocal-Verständnis und die dunkle Soundfarbe der Platte einen Teil der Klammer. Der andere darf in den reduzierten und klaren Arrangements gesucht werden, die "Mixed Race" zu einer der eingängisten Platten des Bristol-Mannes machen. Man darf auf seine angekündigte Heimkehr zu Massive Attack gespannt sein. © Laut
CD28,49 Fr.

Trip Hop - Erschienen am 1. Januar 2009 | UMC (Universal Music Catalogue)

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
HI-RES21,59 Fr.
CD14,39 Fr.

Trip Hop - Erschienen am 8. September 2014 | False Idols

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
CD14,49 Fr.

Trip Hop - Erschienen am 1. Januar 1996 | Universal-Island Records Ltd.

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
HI-RES21,59 Fr.
CD14,39 Fr.

Trip Hop - Erschienen am 22. September 2017 | False Idols

Hi-Res Booklet
Auf dem im Jahre 2016 erschienenen Skilled Mechanics hatte Adrian Thaws alias Tricky immer noch nicht den Lichtschalter gefunden. Dasselbe gilt für Ununiform, sein im darauffolgenden Jahr herausgekommenes dreizehntes Album. Mit jeder einzelnen Platte erinnert uns der Brite daran, dass er wohl der begabteste Maler/Musiker der finsteren menschlichen Seele ist. Die dunkle Seite der Gewalt, das kennt er, er, der schon in ganz jungen Jahren Waise wurde und nicht viel später Sträfling noch dazu...Tricky, der in einigen Monaten 50 wird und seit 2015 in Berlin lebt, bietet uns hier eine neue, schöne und verwirrende Kollage seiner Phobien, seiner Leidenschaften und verschiedenen Alpträume. Die deutsche Hauptstadt ist übrigens eine der Schlüsselfiguren dieses Werkes. Und die russische Hauptstadt auch. „Ich liebe Berlin, weil ich dort niemanden kenne. Ich esse gesund, gehe spazieren, habe ein Fahrrad…Ich versuche, gut auf mich aufzupassen. Hier trinke ich nicht. Manche Leute finden das wohl langweilig, aber ich stehe um 9 Uhr morgens auf und gehe um 11 Uhr abends schlafen. Ich passe auf mich auf…Was Moskau angeht, das ist meine liebste Stadt auf der ganzen Welt! Ich wollte Weihnachten nicht zu Hause verbringen, deshalb habe ich im Dezember 2016 dort drei Wochen verbracht, habe Einspielungen gemacht und gleichzeitig russisch gegessen." Mit dem Resultat, dass er mehrere russische Rapper für seine Höllenfahrt zusammengetrommelt hat. Zu ihnen gehören Scriptonite, MC auf Blood Of My Blood und Same As It Ever Was sowie Vasiliy Vakulenko, einer der beliebtesten Rapper des Landes, dem der Rhythmus des The Only Way zu verdanken ist. Auch der Rapper Smoky Mo macht einen Auftritt, auf Bang Boogie; diesen Track hat Gazgolder komponiert, der Eigentümer eines der größten russischen Rap-Labels. Tricky spricht natürlich kein Wort Russisch. „Ich brauche das nicht zu verstehen, was sie rappen. Ich fühle das. Sie erleben jeden Tag, als ob es der letzte wäre, und das gefällt mir.“ Für den ehemaligen Komplizen von Massive Attack ist das kein Grund, uns auch an einige Mitarbeiterinnen von früher zu erinnern. Das fängt an bei Francesca Belamonte, über seine Ex, Martina Topley-Bird, und reicht bis zu Asia Argento…Ununiform liegt zwischen düsterem New Wave, gedämpftem Trip Hop, avantgardistischem Rap und immer gleichermaßen mit Chloroform betäubtem Rock. Das ist eine neue MRT des komplexen Gehirns eines Musikers, der immer wieder neue Ideen auf Lager hat. © MD/Qobuz
CD4,75 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 28. Februar 2020 | False Idols

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Trip Hop - Erschienen am 27. Mai 2013 | False Idols

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Trip Hop - Erschienen am 22. Januar 2016 | False Idols

Tricky könnte es so einfach haben. Die meisten seiner ehemaligen Trip Hop-Kollegen ruhen sich heute auf ihren Lorbeeren aus den 90ern aus, veröffentlichen ab und zu mal ein Album, verwalten in erster Linie jedoch ihr eigenes Erbe. Im Gegensatz dazu rafft der 48-Jährige sich beharrlich auf, um frische Platten zu veröffentlichen und sich damit immer wieder angreifbar zu machen. Dabei fuhr Tricky tatsächlich immer wieder gemischte Kritiken ein. Vielleicht ein Grund dafür, wieso er sich für seine aktuelle Veröffentlichung "Skilled Mechanics" hinter einem vorgeschobenen Projekt-Gedanken verschanzt. "Skilled Mechanics" bezeichnet nämlich nicht nur sein neues Album, sondern auch das Kollektiv hinter der Musik. Behält man jedoch im Kopf, dass Trickys Musik schon immer von der Kollaboration lebte, kann man das guten Gewissens als Ablenkungsmanöver abtun. Den größten Unterschied zu den Vorgängern macht tatsächlich weniger die Besetzung als eine gewisse Reduktion aus, die sich als kleinster gemeinsamer Nenner aller Songs anführen lässt - einer klaren stilistischen Linie folgt "Skilled Mechanics" nämlich nicht. Schon der Opener "I'm Not Going", dem die Dänin Oh Land ihre Stimme leiht, macht das mit irreführenden Post Punk-Gitarren klar. Im weiteren Verlauf des Albums setzt Tricky im Gegensatz dazu häufig auf minimalistische, elektronische Musik, bei fünf Songs unterstützte ihn sogar DJ Milo, den man noch aus alten Wild Bunch Zeiten kennt. Trickys frühe Tage sind nicht nur personell, sondern auch textlich präsent. In "Boy" berichtet er über einen düsteren, klackernden Beat recht nüchtern von seiner tristen Kindheit und schafft damit einen der Höhepunkte des Albums. Dazu gehört auch das stampfende "Here My Dear", das den Fokus noch weiter in Richtung Club schiebt, ohne mit der minimalistischen Ausrichtung zu brechen. Teils erinnert "Skilled Mechanics" dabei an den karg-elektronischen Klangentwurf von James Blake. Dessen Hang zum melancholischen Piano lässt sich sogar in einer äußerst ungewöhnlichen Coverversion wiederfinden: Mit Schlagzeuger Luke Harris am Mikrofon nimmt Tricky sich der Stone Sour-Powerballade "Bother" an, und was bei Corey Taylor ein bisschen pathetisch wirkt, erhält hier plötzlich eine ganz neue, brüchige Strahlkraft. Dass es auch energischer geht, zeigt "Berlin To Beijing", eine Kollaboration mit der chinesischen Rapperin Ivy. In knapp unter drei Minuten bewegen sich die beiden gegensätzlichen Stimmen über einen enorm rumpeligen Beat und schaffen einen Moment, der aus dem sonstigen Trübsinn klar heraussticht. So unterschiedlich die einzelnen Songs auch ausfallen, sie finden sich letzten Endes harmonisch auf diesem Album von überschaubarer Laufzeit zusammen. Gerade mal 35 Minuten braucht Tricky, um seine 13 neuen Stücke unterzubringen, da bleibt es natürlich nicht aus, dass manche Tracks einen skizzenhaften Eindruck vermitteln. Doch gerade daraus zieht "Skilled Mechanics" seine Stärke: Der alte "Hero" Tricky unterzieht sich einer Entschlackungskur, bringt verschiedene Stile zusammen und bleibt dabei immer schön kurzweilig. Das elfte Album des einstigen Trip Hop-Pioniers ist erneut kein Meisterwerk auf Augenhöhe mit "Maxinquaye" geworden, und dennoch lohnt sich die Reise mit dem unermüdlichen Produzenten Tricky in die düsteren Ecken der zeitgenössischen Popmusik. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1996 | Universal-Island Records Ltd.

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Trip Hop - Erschienen am 9. Juli 2008 | Domino Recording Co

Tricky gibt sich nie zugänglich: akustisches Störfeuer statt Radiohit lautet das Credo. Mit "Knowle West Boy" lege er nun seine bis dato eingängigste Platte vor, findet man beim Label. Davon kann eigentlich keine Rede sein. Denn Tricky-Scheiben tragen immer Hitpotenial in sich, verstecken den Pop aber hinter sperrigen Arrangements und unkonventioneller Soundauswahl - die großartige Ballade "School Gates" legt davon Zeugnis ab. Auch der Opener ist Programm: ein rauer Bar-Blues im 6/8-Takt, der eher an ein Tom Waitsches Soundverständnis als glatt gebügelte Abendgarderobe erinnert. Der Track zeigt exemplarisch - mit rauem Beat, Streichern und Piano - auf, dass Tricky den Hörer lieber verunsichert, als vor ihm zu Kreuze kriecht (siehe auch die verstörende Collage "Coalition"). Abwechslung wird wie üblich groß geschrieben, auch wenn sich jeder einzelne Track in das bekannte Tricky-Universum einfügt. An "Blowback" erinnern etwa die Toasting-Ausflüge ("Baligaga") und von "Vulnerable" kennt man den Popfaktor der oft präsenten weiblichen Stimme bzw. die häufige Stimmdopplung ("Cross To Bear"). Roughe und temporeiche Stücke (die Single "Council Estate", "Far Away" oder die herausragende Kylie-Coverversion "Slow") werden durch schleppenden Trip Hop ("Past Mistake") kontrastiert. Diese Gegensätze setzen sich auf der nächst kleineren Ebene, den Arrangements, fort: kernig aufgedrehte Beats gehen wie selbstverständlich mit fast lieblich anmutenden Flötenhooks zusammen ("Baligaga"). Die Scheibe des frisch gebackenen Labelbesitzers (Brown Punk) ist übrigens nach seiner Heimat benannt: Knowle West, ein Ghetto im Südosten Bristols. "Now I'm feeling like a kid again", kommentiert Adrian Thaws das neu aufgeschlagene Kapitel seiner Karriere. Jetzt fehlt nur noch die Comeback-Tour! © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1998 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Dance - Erschienen am 2. Juli 2001 | Anti - Epitaph

Nach seinem letzten Album "Juxtapose" war Tricky für eine Weile von der Bildfläche verschwunden. Nach langer und dann doch überwundener Krankheit meldet sich der Meister mit dem, wie er selber sagt, eher am Mainstream orientierten "Blowback" zurück, ohne aber seinen Style zwischen Hip Hop, Soul, Ragga und Dancehall zu vernachlässigen. Nach den düsteren Scheiben mit "Fuck you"-Message sollte nun ein fröhlicheres Album folgen. Die Features des Albums sind nicht ohne: Cyndi Lauper, die 80er Pop Lady, zwei Arbeiten mit den Red Hot Chili Peppers, der Jamaicaner Hawkman, mit dem sich Tricky in seiner Wahlheimat NYC die Zeit vertreibt, Ambersunshower, die mit der Hip Hop-Combo Groove Garden bekannt geworden ist und sich nun dem Soul gewidmet hat, Ed Kowalczyk von der Gruppe Live und Alanis Morissette haben an Trickys neuer Scheibe mitgewirkt und zu ihrer Vielseitigkeit beigetragen. Bei einem Album, das nur Hammerstücke enthält, fällt es schwer, die besten oder wichtigsten heraus zu greifen. Der Megahammer des Albums aber ist "Over Me" mit Hawkman und Ambersunshower. Düster wabbernde Flächen, die sich von links nach rechts schleichen. Schnelle tiefe Raggamuffins von Hawkman und zuckersüße Soulvocals von Amber. Erinnert ein wenig an die guten alten Tricky-Stücke, wirkt aber schon wesentlich freundlicher. Die beiden Stücke mit den Peppers glänzen mit viel Funk, Gitarrenriffs und den Raps von Tricky. Killer. "Wonder Woman" hört sich erst wie ein altes Peppers-Stück vom Anfang der 90er an, bekommt dann durch Trickys Kratzstimme einen düsteren Touch. In "You Don't Wanna" verwendet der Meister ein schönes Sample von "Sweet Dreams" des Eurythmics-Duos. Der Soundfetzen läuft bei Tricky überaus langsam, was die Melodie noch melancholischer macht. Über die grandiose Melodie lässt er wieder Amber singen. Ein 'echtes' Cover ist dagegen Trickys Version des Nivana-Hits "Something In The Way" vom "Nevermind"-Album. Hawkman ist auch bei diesem Stück dabei, aber diesmal nicht mit Raggamuffins. Er singt ganz konventionell. Der verstorbene Kurt Cobain wäre stolz auf diesen Megaburner gewesen, der eine richtig düstere Stimmung gut rüber bringt. Alles in allem hat das Album gewaltiges Potential. Und es wird - wie alle Tricky-Alben - Maßstäbe in der Verbindung von elektronischer mit live gespielter Musik setzen. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1999 | Universal-Island Records Ltd.

Eines mal gleich vorneweg. Dieses Album ist wohl eins der besten und wichtigsten im Moment - neben der neuen Filter. Aber mal ganz langsam und von vorne. Mr. Tricky - sonst eher düster, teilweise sogar bösartig und das Paradebeispiel für den "alles-allein-produzieren-wollen"-Musiker - tut sich mit Grease (DMX-Produzent)und Muggs (Cypress Hill) zusammen. Die beiden kassieren pro Tag eine halbe Millionen, aber die Investition hat sich gelohnt: Heraus kommt ein Album, welches man teilweise als freundlich, sogar radiotauglich bezeichnen könnte. "Juxtapose" heißt nach eigener Auskunft soviel wie "Dinge zusammen bringen" und genau das tut Tricky hier auch und zwar perfekt. Anfangs noch die - das Ohr umschmeichelnde - Akustikgitarre, kurz darauf schon Muggs wahnwitzige Raps und/oder Trickys Flüstern im Hintergrund, dazu mischt sich ab und zu der Gesang von Kioka (Martina arbeitet zur Zeit an ihrem Soloalbum) und gelegentliche Einwürfe elektronischer Schnipsel. Ist das noch Trip Hop? Oder gar Hip Hop? Tricky entzieht sich mit diesem Album wirklich absolut jeglicher Kategorie, entfernt sich sogar von seinen ersten Werken. Das einzige, was eventuell ein wenig stört, ist dass "Juxtapose" nur 36 Minuten lang ist. Aber scheinbar hat Tricky alles gesagt, was zu sagen war. Ich bin schlichtweg begeistert. © Laut
CD20,49 Fr.

Rock - Erschienen am 1. Januar 2002 | Universal-Island Records Ltd.

Sorry, eine Platte, die mit dem Knaller "Black Steel" daher kommt, muss vier Punkte bekommen. Auch wenn sie als Best Of-Album unter die Kategorie "ökonomischer Mehrwert ohne Mehraufwand nach der Trennung vom Künstler" fällt. Aber warum sollte es einem Tricky besser gehen als Snoop Dogg (Def Jam macht mit dessen Backkatalog noch Jahre nach dem Split Reibach)? Trickys Songs werden dadurch nicht schlechter. Streiten lässt sich höchstens über die Auswahl der 17 "besten" Stücke aus vier seiner Alben. Im Falle des Manns aus Bristol sucht die Plattenfirma vor allem die Harmonie. Schnellere oder roughere Stücke (man lege sich die 2000er-EP "Mission Accomplished" zu) wollten die Verantwortlichen bei Universal/Island keinem zumuten. Schließlich soll das Zielpublikum möglichst breit sein. In der Sprache der Labels wirbt man dann mit dem "ultimativen Tricky-Best Of-Album" oder "seinen größten Kompositionen". Gelogen ist das nicht, denn großartige Songs bietet der Düsterfreak, der als Mitbegründer des Trip Hops gilt, zur Genüge. Der dunkle Groover "Black Steel" rockt, dass alles zu spät ist. Geschundene Seelen fühlen sich von "Poems" oder "Wash My Soul" verstanden. "Tricky Kid" und "Christiansands" überzeugen im Rhythmusbereich, während "Bubbles" Trickys Stärken bei den Bässen hervor hebt. "I Be The Prophet" und "Ponderosa" warten mit unkonventionellen Instrumenten und Sounds auf, während er bei "Singing The Blues" denselben sehr eigenwillig programmiert. Adrian Thaws kann auch gar nicht anders, als verschrobene Stücke zu schreiben. Insofern hätte man auf Labelseite bei der Auswahl mutiger sein können, ohne gleich seinen Job zu riskieren. "A Ruff Guide" ist ein gelungener, wenn auch leicht irreführender, weil relativ massentauglicher Einstieg in Thaws' Musik. Für eine Best Of ist Tricky aber eh viel zu gut. © Laut
CD20,49 Fr.

Electronic - Erschienen am 1. Januar 2001 | Hollywood Records

Nach seinem letzten Album "Juxtapose" war Tricky für eine Weile von der Bildfläche verschwunden. Nach langer und dann doch überwundener Krankheit meldet sich der Meister mit dem, wie er selber sagt, eher am Mainstream orientierten "Blowback" zurück, ohne aber seinen Style zwischen Hip Hop, Soul, Ragga und Dancehall zu vernachlässigen. Nach den düsteren Scheiben mit "Fuck you"-Message sollte nun ein fröhlicheres Album folgen. Die Features des Albums sind nicht ohne: Cyndi Lauper, die 80er Pop Lady, zwei Arbeiten mit den Red Hot Chili Peppers, der Jamaicaner Hawkman, mit dem sich Tricky in seiner Wahlheimat NYC die Zeit vertreibt, Ambersunshower, die mit der Hip Hop-Combo Groove Garden bekannt geworden ist und sich nun dem Soul gewidmet hat, Ed Kowalczyk von der Gruppe Live und Alanis Morissette haben an Trickys neuer Scheibe mitgewirkt und zu ihrer Vielseitigkeit beigetragen. Bei einem Album, das nur Hammerstücke enthält, fällt es schwer, die besten oder wichtigsten heraus zu greifen. Der Megahammer des Albums aber ist "Over Me" mit Hawkman und Ambersunshower. Düster wabbernde Flächen, die sich von links nach rechts schleichen. Schnelle tiefe Raggamuffins von Hawkman und zuckersüße Soulvocals von Amber. Erinnert ein wenig an die guten alten Tricky-Stücke, wirkt aber schon wesentlich freundlicher. Die beiden Stücke mit den Peppers glänzen mit viel Funk, Gitarrenriffs und den Raps von Tricky. Killer. "Wonder Woman" hört sich erst wie ein altes Peppers-Stück vom Anfang der 90er an, bekommt dann durch Trickys Kratzstimme einen düsteren Touch. In "You Don't Wanna" verwendet der Meister ein schönes Sample von "Sweet Dreams" des Eurythmics-Duos. Der Soundfetzen läuft bei Tricky überaus langsam, was die Melodie noch melancholischer macht. Über die grandiose Melodie lässt er wieder Amber singen. Ein 'echtes' Cover ist dagegen Trickys Version des Nivana-Hits "Something In The Way" vom "Nevermind"-Album. Hawkman ist auch bei diesem Stück dabei, aber diesmal nicht mit Raggamuffins. Er singt ganz konventionell. Der verstorbene Kurt Cobain wäre stolz auf diesen Megaburner gewesen, der eine richtig düstere Stimmung gut rüber bringt. Alles in allem hat das Album gewaltiges Potential. Und es wird - wie alle Tricky-Alben - Maßstäbe in der Verbindung von elektronischer mit live gespielter Musik setzen. © Laut
CD4,75 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 3. November 2014 | False Idols

CD1,59 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 18. Februar 2020 | False Idols

CD10,99 Fr.

Trip Hop - Erschienen am 30. September 2016 | False Idols

CD4,79 Fr.

Trip Hop - Erschienen am 18. Juli 2011 | Domino Recording Co

Der Interpret

Tricky im Magazin