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Die Alben

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Indie-Pop - Erschienen am 18. November 1996 | Jeepster Recordings Ltd

Booklet Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Belle & Sebastian's second record, If You're Feeling Sinister, is, for all intents and purposes, really their first, since their debut in 1996 was not heard outside of privileged inner circles. And If You're Feeling Sinister really did have quite a bit of an impact upon its release in 1996, largely because during the first half of the '90s the whimsy and preciousness that had been an integral part of alternative music was suppressed by grunge. Whimsy and preciousness are an integral part of If You're Feeling Sinister, along with clever wit and gentle, intricate arrangements -- a wonderful blend of the Smiths and Simon & Garfunkel, to be reductive. Even if it's firmly within the college, bed-sit tradition, and is unabashedly retrogressive, that gives Sinister a special, timeless character that's enhanced by Stuart Murdoch's wonderful, lively songwriting. Blessed with an impish sense of humor, a sly turn of phrase, and an alluringly fey voice, he gives this record a real sense of backbone, in that its humor is far more biting than the music appears and the music is far more substantial that it initially seems. Sinister plays like a great forgotten album, couched in '80s indie, '90s attitude, and '60s folk-pop. It's beautifully out of time, and even if other Belle & Sebastian albums sound like it, this is where they achieved a sense of grace. © Stephen Thomas Erlewine /TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Oktober 2003 | Rough Trade

Auszeichnungen Mercury Prize Selection
Belle And Sebastian hören sich auf vielen Stücken an, als würden sie Can Can-tanzend durchs Studio hopsen. Und doch liegt über den meisten Songs ein melancholisch-trauriger Schleier. Gott sei Dank, war das letzte Soundtrack-Album doch komplett untanzbar und emotional eher eindimensional. Stuart Murdochs Stimme schwankt auf "Dear Catasrophe Waitress" zwischen todtraurig, offen, entrückt, der Stimme eines Kastraten ("If She Wants Me") und der Nicos ("Lord Anthony"), einem Song, der überhaupt sehr nach Velvet Underground klingt. Immer stellt sie die perfekte Symbiose zu Musik und Stimmung des Stücks dar. Das Glasgower Septett beherrscht einen perfekten Songaufbau, setzt die teils merkwürdig klingenden Instrumente punktuiert an die richtige Stelle. Es wagt sich an Stilrichtungen heran, die viele als lächerlich verachten würden - und die bei den meisten wohl auch lächerlich klängen. Die Songs der Schotten bauen auf 60er Easy Pop auf, ohne zu beiläufig zu werden. Ihre Stücke haben vielmehr eine angenehm melancholische Schwere. Die teils sehr merkwürdigen Texte ("I'd rather be in Tokyo / I'd rather listen to Thin Lizzy (...) / There's something wrong with me / I'm a cuckoo") bleiben auf ihre eigene Art sehr poetisch. All das kriegen sie zu Stande, obwohl sie mit Trevor Horn als Produzenten und Arrangeur gearbeitet haben. Der hat in letzter Zeit mit der Produktion von Acts wie T.A.T.U. nicht unbedingt seinen Glanz aufpoliert. Den Songs hat das nicht geschadet, im Gegenteil. Der Opener "Step Into My Office, Baby" ist einer dieser Songs, die den Hörer dazu animieren, mit einem Lächeln auf dem Gesicht zu tanzen. Der ungewöhnliche Rhythmus und die Dynamik des Songs sind eine Aufforderung. Schon hier greifen sie bei der Instrumentierung in die Vollen. Sowohl Streicher als auch Bläser dürfen immer wieder in den Vordergrund treten. Der Titelsong steht dem in nichts nach. Wie kleine, fröhliche Tropfen hüpfen die Streicher im Stakkato auf der Melodie. Es wird pathetischer und ernster, doch nie erhalten die Stücke eine solche Schwere, dass sie den Hörer runterziehen könnten. Eher strahlen B&S mit zweistimmigem, leichtfüßigem Gesang. Stücke wie "Piazza New York Catcher" klingen nach Folk oder Traditionals. Doch auch hier kriegen die Sieben die Kurve und bleiben in ihrer Grundrichtung: Pop. Der Höhepunkt des Albums beginnt mit einer schwermütigen Klaviermelodie, um dann in ein fröhliches "If You Find Yourself Caught In Love" zu münden. Ein Meisterstück, das alle typischen Elemente, die Belle And Sebastian zu etwas so einzigartigem machen - vor allem den Gegensatz zwischen Geborgenheit und Verlorensein - in einem Song vereint. Jeder einzelne Song kann begeistern, auch wenn das Album, im Gegensatz zu früheren Platten, sehr viel heterogener und offener ist. Mit "Dear Catastrophe Waitress" ist B&S eine sehr durchdachte und doch emotionale, anrührende Platte gelungen. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 11. Dezember 2020 | Matador

Hi-Res
Natürlich hatten auch Belle and Sebastian für 2020 andere Pläne. Während Musikfans auf dem Planeten gern zu Konzerten ausgeschwärmt wären, hätten die schottischen Indiepop-Darlings mit Freude welche gespielt. Doch selbst für diese verzwickte Situation fand die Glasgower Band, die seit 1994 die Herzen erobert, eine gute Lösung. Beeindruckend versorgt das Doppel-Livealbum "What To Look For In Summer" winterliche Wohnzimmer mit dem Besten einer strahlenden Sommertournee. Nach elf Studioalben und zahlreichen EPs liefern Belle and Sebastian mit ihrem vierten und ambitioniertesten Livealbum den klaren Beweis, dass sie nicht nur eine großartige Band sind, sondern auch als hinreißende Live-Performer überzeugen. Mit dem 23-teiligen 2019-Konzertmix, der von der Mittelmeer-Kreuzfahrt "Boaty Weekender" bis in verschiedene US-Städte reicht, demonstriert die siebenköpfige Truppe vorbildlich, dass ihre liebreizenden Twee-Songs längst nicht mehr an den beschaulichen Schlafzimmern haften, in denen sie vielfach entstanden sind, sondern eindeutig auf die großen Bühnen gehören. Als Querschnitt durch zweieinhalb Jahrzehnte Bandgeschichte bündelt "What To Look For In Summer" die Strahlkraft der feinsinnigen Lieder. Dabei gelingt das Kunststück, die verwobenen Nuancen des romantischen Banduniversums in einen klaren und kompakten Live-Sound zu überführen. Darüber hinaus gewinnen viele Songs – besonders die frühen, etwas zurückhaltend klingenden Tracks der Alben "Tigermilk", "If You’re Feeling Sinister" und "The Boy With The Arab Strap" – in den Live-Versionen bemerkenswert an Qualität, wirken kraftvoller und zielgerichteter. Kein Wunder, dass selbst Sänger Stuart Murdoch, der bei den frühen Aufnahmen mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, die Live-Mitschnitte von "The Fox In The Snow“ und "My Wandering Days Are Over" den Originalen vorzieht. Abgesehen von Tracks wie "Beyond The Sunrise" oder "Nice Day For A Sulk", die auch live nicht wirklich zünden wollen, erhalten viele der frühen verhuschten Werke einen lohnenden Energieschub. Gleich der Opener "Dirty Dream Number Two", der im Original etwas verschüchtert erscheint, setzt das große Ensemble feierlich in Szene. Murdochs Stimmvermögen klingt deutlich gereifter. Der Sänger versteckt sich nicht hinter dem Song, sondern führt ihn in all seinen vielfältigen Impulsen geradeaus nach vorne. Auf der gegenüberliegenden Seite des Albums steigert die Live-Version von "The Boy With The Arab Strap" die verträumte Monotonie des Klassikers zu einem mitreißenden, fast achtminütigen Feelgood-Rhythmus, bei dem nicht nur Fans vor Ort auf die Bühne geholt werden, sondern sprichwörtlich auch die Hörer zuhause. Die liebenswürdigen Power-Arrangements reichen von den ältesten Aufnahmen bis zum aktuellen Output. Konsequent verpasst die Live-Band dem melancholisch schlurfenden Lo-Fi-Kulthit "Dog On Wheels" mit dynamischen Vocals, Gitarre und Percussion den Drive, der ihm gebührt. Gleichzeitig führt die Gruppe einen neuen Song wie "We Were Beautiful", dessen Elektronik-Touch im Original leicht unterkühlt schimmert, mit breiter Instrumentierung und Mehrstimmigkeit in einen lebhaften Rausch. Ihre goldene Mitte zelebriert die Band in den vier Tracks der Pop-Perlen-LP "Dear Catastrophe Waitress" von 2003. Begeisternd entfalten sich die Hits "Step Into My Office Baby", "Wrapped Up In Books" und "Stay Loose" als weiträumigere, vollere Rockversionen. Als Glanzlicht des Albums und einer von Murdochs Live-Lieblingssongs entwirft "If She Wants Me" mit beschwingten Keyboards, Gitarren und Streichern eine große, erhebende Zufriedenheitshymne. Wer hätte gedacht, dass Belle and Sebastian mal für so gute Laune sorgen? Im Plattenladen-Film "High Fidelity" bezeichnete Jack Black die Sounds der Schotten als "old sad bastard music", warf ihre Kassette verärgert aus John Cusacks Tonbandgerät und rockte stattdessen zu den fröhlichen Klängen des Gassenhauers "Walking On Sunshine". Heute könnte man sich bestimmt auf "What To Look For In Summer" einigen. © Laut
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Indie-Pop - Erschienen am 4. September 1998 | Jeepster Recordings Ltd

Booklet
Belle & Sebastian quietly built a dedicated following after the release of their second album, If You're Feeling Sinister, as word of mouth spread from indie kids to record collectors to store clerks to critics. By the end of 1997, the Scottish septet had developed a following every bit as passionate as the Smiths did at their peak, which is only appropriate since leader Stuart Murdoch is as wittily literate as Morrissey. If You're Feeling Sinister proved this as did the three excellent EPs that followed, increasing expectations for The Boy With the Arab Strap. Even if the album doesn't match the peerless If You're Feeling Sinister or break new ground for Belle & Sebastian, it's not a sophomore slump. From the Motown stomp of "Dirty Dream Number Two" to the Paul Simon shuffle of the title track, there is more musical texture on Boy than Sinister, but much of this was already explored on the EPs, which means Arab Strap essentially consolidates the group's talents. Murdoch recedes from the spotlight on occasion, letting Steve Jackson deliver two music-biz spiels and giving Isobel Campbell space to shine with the lilting "Is It Wicked Not to Care?" All three songs are highlights, but Murdoch's songs still attract the most attention. His vicious wit, often overlooked in favor of his poetic narratives, surfaces on the title track, while "It Could Have Been a Brilliant Career" summarizes his effortless gift for elegant melancholia. Such small, precious gems are what Belle & Sebastian are all about, and The Boy With the Arab Strap offers another round of timeless, endlessly fascinating folk-pop treasures. © Stephen Thomas Erlewine /TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. September 2019 | Matador

Gute Bands, so hört man es immer wieder, erkennt man an der Qualität ihrer B-Seiten. Sagen wir mal so: Wo B-Seiten komponiert werden, die tatsächlich als A-Seite das Licht der Welt hätten erblicken können, schmiedet überbordende Kreativität eine enge Bande mit Genialität. Es liegt in der Natur der Sache, dass dieses Talent nicht wie Manna vom Himmel fällt, außer man heißt Nick Cave oder man spielt bei The Cure, Maximo Park und Belle And Sebastian. Vor lauter toller A- und B-Seiten darf man als Künstler natürlich tunlichst nicht die wichtigen Langspielplatten außer Acht lassen, und selbst diesen Umstand berücksichtigen Belle And Sebastian regelmäßig und mit äußerster Präzision. Und dennoch: Um all diese wohl bekannten Pfunde wissend, mit denen die Band seit Jahren scheinbar willenlos wuchert, verwundert doch die unmittelbare Präsenz und kompositorische Brillianz des nun vorliegenden Werks "The Life Pursuit", das bereits am Veröffentlichungstag als Meisterwerk in die Annalen der Belle And Sebastian-Historie eingehen darf. Trug man beim Vorgänger "Dear Catastrophe Waitress" höchstens noch Sorge, dass der nie vor Hippie-Anleihen gefeite Folk-Pop der Band auf diesem Niveau irgendwann mal an seine Grenzen stoßen muss, ist Sänger Stuart Murdoch mittlerweile so locker, dass er schon Cat Stevens' "Morning Has Broken" in seinen Text einarbeitet ("Act Of The Apostle Part 1"). Am überraschendsten ist allerdings der etwas paranoide Zufall, dass "The Life Pursuit" exakt so klingt, wie man sich "Dear Catastrophe Waitress" vor drei Jahren nach der Ankündigung vorgestellt hat, Trevor Horn produziere die schottischen Feelgood-Freaks. Der 80s Pop-Impressario, der seinerzeit sogar den Ekel-Bombastrockern von Yes auf "Owner Of A Lonely Heart" einen coolen Funk-Anstrich verlieh, ließ Murdochs Combo dann aber doch seltsam unangetastet. Stattdessen gehören nun Produzent Tony Hoffer sämtliche Meriten ans Revers geheftet, der schon Alben von Beck und Air absegnete. Dank ihm entfernen sich Belle And Sebastian endlich von der alten Soundformel Simon & Garfunkel V2.0 und setzen ihrem Harmoniereigen kantige Pop-Hörner auf. Und wo gelänge dies besser als unter der Sonne von Los Angeles, wo schon die Beach Boys nicht wussten, wohin mit all den genialen Melodien? Songs wie das ruhige "Dress Up In You" (mit Trompetensolo) oder die schweißtreibende Beat-Single "Funny Little Frog" hätte man der Band vielleicht früher schon zugetraut. Der wahnwitzige Glamrock-Groove von "The Blues Are Still Blue" (schön angeheizt vom Rhythmusmuster im vorangehenden "White Collar Boy") ist dagegen genauso verdammtes Neuland, wie der psychedelische Soul-Teint in den Strophen von "Sunshine For You", den man in dieser Form höchstens von den Zutons erwartet hätte. Wenn Murdoch im Refrain dann völlig unerwartet zur ultimativen Endorphin-Ausschüttung ausruft, will man auch sofort nach Kalifornien, nach Malibu, zu den Kakteen, den Joshua Trees, den Granithängen und den Quarzfelsen, um mit Murdoch zu singen: "Sunshine, we all see the same sky". Oh yeah. Kein Wunder also, dass sich der einstmals exzentrische Sänger mittlerweile lederjackentragend mit Journalisten in tadschikischen Teestuben trifft und dabei auch noch gesprächig ist. Humor hat seine Truppe ja nach wie vor genügend, was abermals die Songtexte belegen und diesmal auch ein seitenlanges Fan-Q&A im Album-Booklet. Auf die Frage an Drummer Richard Colburn etwa, ob man nicht wieder zu jenen Zeiten zurückkehren könne, als er auf Fragen nur stoisch mit "ja" oder "nein" antwortete, erwidert Richard: "nein". Oder: "Wenn Bono eines eurer Alben besitzt, welches würde es sein?" - Stuart: "The next one. Like us he still hasn't found what he's looking for." Wonach Belle And Sebastian zukünftig noch suchen wollen, ist mir nun allerdings noch schleierhafter als schon nach "Dear Catastrophe Waitress". Ihre Hymnen (Hammer: "To Be Myself Completely") und die angerockten 60s-Popjuwelen strahlen auf "The Life Pursuit" nicht nur in güldenem Licht, sondern sind produktionstechnisch auch mit diesem gewissen Kick versehen, den man erst jetzt auf den Vorgängern vermissen darf. Nicht auszudenken, was die Band demnächst auf ihre B-Seiten packt. © Laut
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Indie-Pop - Erschienen am 1. Mai 1996 | Jeepster Recordings Ltd

Booklet
Recorded quickly and cheaply as the first album from Electric Honey, the in-house record label from Glasgow's Stow College's music business program, Belle and Sebastian's 1996 debut, Tigermilk, is a rare record in many respects. Initially, it was simply scarce, limited to a run of 1,000 and not re-released until 1999, by which time Belle and Sebastian were established as one of the great indie pop sensations of the late '90s. It is also rare in the sense that not many indie records are made with assistance from a university, but Tigermilk is rarest in how it captures a band that seems simultaneously fledgling and fully formed. Certainly, Tigermilk bears its share of rough edges -- the subjects linger in adolescence, the compositions aren't as sophisticated as what would arrive just a short time later, "Electronic Renaissance" is the kind of lo-fi synth pastiche bands need to get out of their system in their first year -- but they're splinters on a distinctive aesthetic forged by singer/songwriter Stuart Murdoch. His wry delivery and plummy voice, along with his predilection for delicate folk, disguises his toughness. Tigermilk may be gentle on the surface, but Murdoch's strength is evident in his sardonic storytelling and sturdy craftsmanship, the very things that wound up being the foundation of Belle and Sebastian's career. They're in full flower on Tigermilk, surfacing on tunes throughout the album, but crystallizing on the skipping "She's Losing It," rushed "Expectations," '60s throwback "I Could Be Dreaming," and, especially, "The State I Am In," a masterful melodrama that points toward the richness of If You're Feeling Sinister, which arrived just a few months later. Those are the moments when Belle and Sebastian feel preternaturally gifted, seeming to know precisely who they were right out of the gate. © Stephen Thomas Erlewine /TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. Februar 2006 | Rough Trade

Gute Bands, so hört man es immer wieder, erkennt man an der Qualität ihrer B-Seiten. Sagen wir mal so: Wo B-Seiten komponiert werden, die tatsächlich als A-Seite das Licht der Welt hätten erblicken können, schmiedet überbordende Kreativität eine enge Bande mit Genialität. Es liegt in der Natur der Sache, dass dieses Talent nicht wie Manna vom Himmel fällt, außer man heißt Nick Cave oder man spielt bei The Cure, Maximo Park und Belle And Sebastian. Vor lauter toller A- und B-Seiten darf man als Künstler natürlich tunlichst nicht die wichtigen Langspielplatten außer Acht lassen, und selbst diesen Umstand berücksichtigen Belle And Sebastian regelmäßig und mit äußerster Präzision. Und dennoch: Um all diese wohl bekannten Pfunde wissend, mit denen die Band seit Jahren scheinbar willenlos wuchert, verwundert doch die unmittelbare Präsenz und kompositorische Brillianz des nun vorliegenden Werks "The Life Pursuit", das bereits am Veröffentlichungstag als Meisterwerk in die Annalen der Belle And Sebastian-Historie eingehen darf. Trug man beim Vorgänger "Dear Catastrophe Waitress" höchstens noch Sorge, dass der nie vor Hippie-Anleihen gefeite Folk-Pop der Band auf diesem Niveau irgendwann mal an seine Grenzen stoßen muss, ist Sänger Stuart Murdoch mittlerweile so locker, dass er schon Cat Stevens' "Morning Has Broken" in seinen Text einarbeitet ("Act Of The Apostle Part 1"). Am überraschendsten ist allerdings der etwas paranoide Zufall, dass "The Life Pursuit" exakt so klingt, wie man sich "Dear Catastrophe Waitress" vor drei Jahren nach der Ankündigung vorgestellt hat, Trevor Horn produziere die schottischen Feelgood-Freaks. Der 80s Pop-Impressario, der seinerzeit sogar den Ekel-Bombastrockern von Yes auf "Owner Of A Lonely Heart" einen coolen Funk-Anstrich verlieh, ließ Murdochs Combo dann aber doch seltsam unangetastet. Stattdessen gehören nun Produzent Tony Hoffer sämtliche Meriten ans Revers geheftet, der schon Alben von Beck und Air absegnete. Dank ihm entfernen sich Belle And Sebastian endlich von der alten Soundformel Simon & Garfunkel V2.0 und setzen ihrem Harmoniereigen kantige Pop-Hörner auf. Und wo gelänge dies besser als unter der Sonne von Los Angeles, wo schon die Beach Boys nicht wussten, wohin mit all den genialen Melodien? Songs wie das ruhige "Dress Up In You" (mit Trompetensolo) oder die schweißtreibende Beat-Single "Funny Little Frog" hätte man der Band vielleicht früher schon zugetraut. Der wahnwitzige Glamrock-Groove von "The Blues Are Still Blue" (schön angeheizt vom Rhythmusmuster im vorangehenden "White Collar Boy") ist dagegen genauso verdammtes Neuland, wie der psychedelische Soul-Teint in den Strophen von "Sunshine For You", den man in dieser Form höchstens von den Zutons erwartet hätte. Wenn Murdoch im Refrain dann völlig unerwartet zur ultimativen Endorphin-Ausschüttung ausruft, will man auch sofort nach Kalifornien, nach Malibu, zu den Kakteen, den Joshua Trees, den Granithängen und den Quarzfelsen, um mit Murdoch zu singen: "Sunshine, we all see the same sky". Oh yeah. Kein Wunder also, dass sich der einstmals exzentrische Sänger mittlerweile lederjackentragend mit Journalisten in tadschikischen Teestuben trifft und dabei auch noch gesprächig ist. Humor hat seine Truppe ja nach wie vor genügend, was abermals die Songtexte belegen und diesmal auch ein seitenlanges Fan-Q&A im Album-Booklet. Auf die Frage an Drummer Richard Colburn etwa, ob man nicht wieder zu jenen Zeiten zurückkehren könne, als er auf Fragen nur stoisch mit "ja" oder "nein" antwortete, erwidert Richard: "nein". Oder: "Wenn Bono eines eurer Alben besitzt, welches würde es sein?" - Stuart: "The next one. Like us he still hasn't found what he's looking for." Wonach Belle And Sebastian zukünftig noch suchen wollen, ist mir nun allerdings noch schleierhafter als schon nach "Dear Catastrophe Waitress". Ihre Hymnen (Hammer: "To Be Myself Completely") und die angerockten 60s-Popjuwelen strahlen auf "The Life Pursuit" nicht nur in güldenem Licht, sondern sind produktionstechnisch auch mit diesem gewissen Kick versehen, den man erst jetzt auf den Vorgängern vermissen darf. Nicht auszudenken, was die Band demnächst auf ihre B-Seiten packt. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. Januar 2015 | Matador

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Indie-Pop - Erschienen am 6. Juni 2000 | Jeepster Recordings Ltd

Booklet
When Belle & Sebastian canceled several dates on their 1998 North American tour after cellist Isobel Campbell fell ill, many fans cried foul; couldn't the rest of the group have gone on without her? Of course not -- Belle & Sebastian is a band in the most democratic sense of the word, a point reinforced by Fold Your Hands Child, You Walk Like a Peasant, their fourth and most ambitiously eclectic album to date. Nominal frontman Stuart Murdoch recedes into the background even more than on The Boy With the Arab Strap, allowing bandmates like Campbell and Stevie Jackson to take on a greater share of the writing and vocal duties. Also like its predecessor, Fold Your Hands Child opts for a subtle, intimate palette that reveals its charms only in its own sweet time. It may be too subtle for its own good; even after repeated listens it fails to connect on any meaningful level. The record has many intriguing ideas (like the delicate "Beyond the Sunrise," which evokes the classic duets of Nancy Sinatra and Lee Hazlewood, and the vaguely rootsy "The Wrong Girl"), but few of the concepts seem fully developed. For better or worse, Fold Your Hands Child's best moments are those which hew most closely to the classic Belle & Sebastian sound -- that is, Stuart Murdoch songs. Though there's little advancement in his contributions, they capture the band's past glories. The radiant "Woman's Realm" is a dead ringer for The Boy With the Arab Strap's title cut, while "The Model" retreads so much lyrical and musical ground it could be a self-parody. Still, the album provokes an intriguing question: Belle & Sebastian may be a band, not Stuart Murdoch's solo project, but is that a good thing? © Jason Ankeny /TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Februar 2018 | Matador

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Indie-Pop - Erschienen am 24. Mai 2005 | Jeepster Recordings Ltd

Booklet
Belle & Sebastian never felt tied down to the album as the ultimate expression of a band's worth. Put simply, they didn't feel the need to hold back their best songs for albums; the fourth song on a four-song EP was just as likely to be among their finest as any other. For proof check out Push Barman to Open Old Wounds, a handy compilation of the group's EPs recorded between 1997 and 2001 for Jeepster and Matador. Beginning with Dog on Wheels all the way through, the band used their EPs as means of exploring new sounds and angles (check the groovy '60s spy song "Legal Man," the epic-in-length-and-scope "This Is Just a Modern Love Song," the bubbly sunshine pop of "I Love My Car," or the silly instrumental "Judy Is a Dick Slap") as well as an outlet for great songs that wouldn't fit on albums, like "Slow Graffiti," "A Century of Fakers," and "Lazy Line Painter Jane." Some of the tracks here would be pillars on a B&S greatest-hits compilation too: fantastic songs like "Dog on Wheels," "The State I Am In," "I'm Waking Up to Us," and "Put the Book Back on the Shelf." Push Barman to Open Old Wounds is essential listening, the third disc you should get by the band behind If You're Feeling Sinister and Dear Catastrophe Waitress. Even if you already have all the EPs, you'll want to get this disc. It is reasonably priced, housed in the usual attractive package, and hearing all the songs back to back reinforces what an amazing group Belle & Sebastian is, was, and will always be. © Tim Sendra /TiVo
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Pop - Erschienen am 21. Oktober 2016 | Jeepster Recordings Ltd

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Alternativ und Indie - Erschienen am 11. Oktober 2010 | Rough Trade

Belle And Sebastian gehören zu dieser seltenen Spezies Bands, die einfach nichts falsch machen. Die Cover, die Songs, die Konzerte: Stuart Murdochs feine Antenne für Stil und Pop funktioniert auch auf "Write About Love" störungsfrei. Beinahe ungläubig registriert man, dass es tatsächlich noch Neider und Ungläubige (neudeutsch: Hater) gibt, die entweder das Uraltargument bemühen, B&S-Songs seien kaum mehr als bessere Caféhaus-Beschallung, oder die schlicht nicht in der Lage sind, die ausgetüftelte Brillianz von Songs wie dem Eröffnungsstück "I Didn't See It Coming" zu erfassen. Doch wie sagte meine Oma immer? Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Belle And Sebastian belegen mit "Write About Love" jedenfalls mühelos ihre Ausnahmestellung im Indie-Popsektor. Anstatt nach dem zu Recht allerorts bejubelten "The Life Pursuit" von 2006 auszuticken und vorschnell wieder ins Studio zu hetzen, machten die Swinging Scots einfach so lange Pause, bis die Akkus wieder voll waren. Auch hier können sich andere Bands gerne ein Beispiel nehmen. Dass Vordenker Murdoch seine Füße trotzdem nicht stillhalten konnte (und das entzückende Album "God Help The Girl" komponierte), sei hier nur am Rande bemerkt. "Write About Love" klingt so zeitlos wie das Thema an sich. Im erwähnten Twee Pop-Juwel "I Didn't See It Coming" bleibt Murdoch zu Gunsten von Sarah Martin vorerst im Hintergrund, um sich dann beinahe unbemerkt vom Background-Gesang über die Bridge hin zum königlichen Zeilenabgang "Make me dance I want to surrender" in die vorderste Reihe zu schummeln. Trotz Produzent Tony Hoffer, der schon das Vorgänger-Album überwachte, lässt die Band von dessen rhythmischen, bisweilen rockigen Ansätzen ab und arbeitete stattdessen mehr Synthesizer ins Soundbild ein. Doch selbst wenn sie plötzlich mit zwei Schlagzeugern ankämen, Belle And Sebastian-Songs würden am Ende immer noch unaffektiert und selbstgenügsam klingen. Und mal ehrlich: Man liebt an den Schotten weniger das musikalische Experiment als ihre Qualität, immer wieder neue Killer-Refrains aus dem Hut zu zaubern. Bei den temporeichen Stücken fehlt diesmal zwar ein Mainstream-Hit à la "Funny Little Frog", aber das klassische "I Want The World To Stop" mit tollem Bläsersatz sollte einen adäquaten Ersatz darstellen. Mit der Einladung der Schauspielerin Carey Mulligan (für den Vorzeige-60s-Albumtrack "Write About Love") und Norah Jones outet sich Murdoch endgültig zum größten Frauenversteher der Pop-Szene. Während Mulligan (die selbst als Covergirl in den B&S-Kanon gepasst hätte) die Sache mit dem Mikrofon weitaus besser macht als Scarlett Johannson, fügt sich Jones' Vogelzirpen zwar gut in das bedächtige "Little Lou, Ugly Jack, Prophet John" ein, der Song zieht im direkten Vergleich mit der Ballade "Calculating Bimbo" aber klar den Kürzeren. Auch "The Ghost Of Rockschool" bleibt letztlich zu unscheinbar, doch mit dem orchestralen "I Can See Your Future" und der komplexen Orgelgitarrenhymne "Sunday's Pretty Icons" finden Murdoch und Co. zu einem schönen Abschluss. Eingeweihte ergötzen sich derweil an der neuesten Illustration der schottischen Smiths-Vergötterung: Im Booklet findet sich die Fotografie eines Pärchens, das auf einer Wiese sitzend in Büchern von Keats und Yeats schmökert, eine Anspielung auf den Smiths-Song "Cemetry Gates". Ein stimmiges Bild: Auch Morrissey und Marr konnten zu ihrer aktiven Zeit nichts falsch machen. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Februar 2018 | Matador

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Pop - Erschienen am 18. November 2008 | Jeepster Recordings Ltd

Stereo MC's, Motörhead, Nebula, Paul Weller und jetzt Belle & Sebastian - beinahe könnte man glauben, jemand sei kürzlich heimlich in die Archive der BBC eingebrochen, um alte Sessions zu Tage zu fördern. So darf es gerne weiter gehen, schließlich leuchten jedem Fan bei solcherlei Veröffentlichungen stets die Äuglein, woran sich natürlich auch im Falle von Belle & Sebastian, auf deren kommendes Studioalbum man wohl noch bis 2010 warten muss, nichts ändert. Dass die Schotten für ihre verschreibungspflichtigen Melancholie-Melodien aus dem Reigen der genannten Kollegen das ästhetischste Cover vorlegen und sogar noch die Texte im Booklet abdrucken, versteht sich von selbst. "The BBC Sessions", obskurerweise auch als einfache CD im Handel, ist in seinem wahren Wesen ein Doppelalbum, das vierzehn Songs von Auftritten bei den BBC-Spezis Mark Radcliffe, Steve Lamacq und John Peel aus den Jahren 1996 bis 2001 sowie auf der zweiten CD zwölf Nummern eines Weihnachtskonzerts aus Belfast 2001 umfasst. Es handelt es sich demnach hüben wie drüben um die Isobel Campbell-Phase der Gruppe, also um jenes Bandkapitel, in dem sich an Sänger Stuart Murdochs ohnehin sanften Vortrag noch ein schwerelos-weibliches Zauberstimmchen anschmiegte (Unnachahmlich: "Sleep The Clock Around"). Außenstehenden dürfte nur schwer vermittelbar sein, was an den vorliegenden Aufnahmen im Vergleich zu den seinerzeit zumeist besinnlichen B&S-Albumversionen großartig (anders) ist. Insider weiden sich an den deutlich akzentuierteren Gitarrenlinien in "Like Dylan In The Movies", kichern über einen stimmlichen Lapsus Murdochs in "Seymour Stein" und verweisen nicht nur aufgrund der außergewöhnlichen Poesie in "The State I'm In" wissend auf die Smiths. Historisch unverzichtbar machen das Album schließlich vier unveröffentlichte Songs von 2001, zu denen seltsamerweise auch "Nothing In Silence" zählt, ein von der entlaufenen Campbell geradezu fröstelnd-feenhaft vorgetragenes Stück. Der Rest ist nettes Fan-Beiwerk, von dem wohl hauptsächlich die smarte, textliche Go-Betweens-Referenz in "Shoot The Sexual Athlete" hängen bleibt. Vor den Kopf stößt einen aber erst das Belfast-Konzert: Zwar hat man Murdoch live schonmal auf beiden Beinen in die Höhe springen sehen, zu den Tönen von Velvet Undergrounds "I'm Waiting For The Man" dürfte es aber noch eine Spur exaltierter zugegangen sein. Mit "Here Comes The Sun" und der Irland-Hymne "Boys Are Back In Town" schummeln sich noch zwei weitere Coverversionen ins angenehm perlende Set; die Thin Lizzy-Nummer ein erneuter Beweis für das situative Gespür der schottischen Gruppe. Und doch weiß nur derjenige, der bei ihrer "The Boy With The Thorn In His Side"-Version gefühlte 20 Minuten nach Morrisseys Benicassim-Festivalabsage 2004 live zugegen war, von Belle & Sebastians magischen Kräften zu erzählen. © Laut
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Electronic - Erschienen am 26. März 2012 | Late Night Tales

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Alternativ und Indie - Erschienen am 27. Oktober 2020 | Matador

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Alternativ und Indie - Erschienen am 11. Dezember 2020 | Matador

Natürlich hatten auch Belle and Sebastian für 2020 andere Pläne. Während Musikfans auf dem Planeten gern zu Konzerten ausgeschwärmt wären, hätten die schottischen Indiepop-Darlings mit Freude welche gespielt. Doch selbst für diese verzwickte Situation fand die Glasgower Band, die seit 1994 die Herzen erobert, eine gute Lösung. Beeindruckend versorgt das Doppel-Livealbum "What To Look For In Summer" winterliche Wohnzimmer mit dem Besten einer strahlenden Sommertournee. Nach elf Studioalben und zahlreichen EPs liefern Belle and Sebastian mit ihrem vierten und ambitioniertesten Livealbum den klaren Beweis, dass sie nicht nur eine großartige Band sind, sondern auch als hinreißende Live-Performer überzeugen. Mit dem 23-teiligen 2019-Konzertmix, der von der Mittelmeer-Kreuzfahrt "Boaty Weekender" bis in verschiedene US-Städte reicht, demonstriert die siebenköpfige Truppe vorbildlich, dass ihre liebreizenden Twee-Songs längst nicht mehr an den beschaulichen Schlafzimmern haften, in denen sie vielfach entstanden sind, sondern eindeutig auf die großen Bühnen gehören. Als Querschnitt durch zweieinhalb Jahrzehnte Bandgeschichte bündelt "What To Look For In Summer" die Strahlkraft der feinsinnigen Lieder. Dabei gelingt das Kunststück, die verwobenen Nuancen des romantischen Banduniversums in einen klaren und kompakten Live-Sound zu überführen. Darüber hinaus gewinnen viele Songs – besonders die frühen, etwas zurückhaltend klingenden Tracks der Alben "Tigermilk", "If You’re Feeling Sinister" und "The Boy With The Arab Strap" – in den Live-Versionen bemerkenswert an Qualität, wirken kraftvoller und zielgerichteter. Kein Wunder, dass selbst Sänger Stuart Murdoch, der bei den frühen Aufnahmen mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, die Live-Mitschnitte von "The Fox In The Snow“ und "My Wandering Days Are Over" den Originalen vorzieht. Abgesehen von Tracks wie "Beyond The Sunrise" oder "Nice Day For A Sulk", die auch live nicht wirklich zünden wollen, erhalten viele der frühen verhuschten Werke einen lohnenden Energieschub. Gleich der Opener "Dirty Dream Number Two", der im Original etwas verschüchtert erscheint, setzt das große Ensemble feierlich in Szene. Murdochs Stimmvermögen klingt deutlich gereifter. Der Sänger versteckt sich nicht hinter dem Song, sondern führt ihn in all seinen vielfältigen Impulsen geradeaus nach vorne. Auf der gegenüberliegenden Seite des Albums steigert die Live-Version von "The Boy With The Arab Strap" die verträumte Monotonie des Klassikers zu einem mitreißenden, fast achtminütigen Feelgood-Rhythmus, bei dem nicht nur Fans vor Ort auf die Bühne geholt werden, sondern sprichwörtlich auch die Hörer zuhause. Die liebenswürdigen Power-Arrangements reichen von den ältesten Aufnahmen bis zum aktuellen Output. Konsequent verpasst die Live-Band dem melancholisch schlurfenden Lo-Fi-Kulthit "Dog On Wheels" mit dynamischen Vocals, Gitarre und Percussion den Drive, der ihm gebührt. Gleichzeitig führt die Gruppe einen neuen Song wie "We Were Beautiful", dessen Elektronik-Touch im Original leicht unterkühlt schimmert, mit breiter Instrumentierung und Mehrstimmigkeit in einen lebhaften Rausch. Ihre goldene Mitte zelebriert die Band in den vier Tracks der Pop-Perlen-LP "Dear Catastrophe Waitress" von 2003. Begeisternd entfalten sich die Hits "Step Into My Office Baby", "Wrapped Up In Books" und "Stay Loose" als weiträumigere, vollere Rockversionen. Als Glanzlicht des Albums und einer von Murdochs Live-Lieblingssongs entwirft "If She Wants Me" mit beschwingten Keyboards, Gitarren und Streichern eine große, erhebende Zufriedenheitshymne. Wer hätte gedacht, dass Belle and Sebastian mal für so gute Laune sorgen? Im Plattenladen-Film "High Fidelity" bezeichnete Jack Black die Sounds der Schotten als "old sad bastard music", warf ihre Kassette verärgert aus John Cusacks Tonbandgerät und rockte stattdessen zu den fröhlichen Klängen des Gassenhauers "Walking On Sunshine". Heute könnte man sich bestimmt auf "What To Look For In Summer" einigen. © Laut
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Pop - Erschienen am 18. November 2008 | Jeepster Recordings Ltd

Booklet
Stereo MC's, Motörhead, Nebula, Paul Weller und jetzt Belle & Sebastian - beinahe könnte man glauben, jemand sei kürzlich heimlich in die Archive der BBC eingebrochen, um alte Sessions zu Tage zu fördern. So darf es gerne weiter gehen, schließlich leuchten jedem Fan bei solcherlei Veröffentlichungen stets die Äuglein, woran sich natürlich auch im Falle von Belle & Sebastian, auf deren kommendes Studioalbum man wohl noch bis 2010 warten muss, nichts ändert. Dass die Schotten für ihre verschreibungspflichtigen Melancholie-Melodien aus dem Reigen der genannten Kollegen das ästhetischste Cover vorlegen und sogar noch die Texte im Booklet abdrucken, versteht sich von selbst. "The BBC Sessions", obskurerweise auch als einfache CD im Handel, ist in seinem wahren Wesen ein Doppelalbum, das vierzehn Songs von Auftritten bei den BBC-Spezis Mark Radcliffe, Steve Lamacq und John Peel aus den Jahren 1996 bis 2001 sowie auf der zweiten CD zwölf Nummern eines Weihnachtskonzerts aus Belfast 2001 umfasst. Es handelt es sich demnach hüben wie drüben um die Isobel Campbell-Phase der Gruppe, also um jenes Bandkapitel, in dem sich an Sänger Stuart Murdochs ohnehin sanften Vortrag noch ein schwerelos-weibliches Zauberstimmchen anschmiegte (Unnachahmlich: "Sleep The Clock Around"). Außenstehenden dürfte nur schwer vermittelbar sein, was an den vorliegenden Aufnahmen im Vergleich zu den seinerzeit zumeist besinnlichen B&S-Albumversionen großartig (anders) ist. Insider weiden sich an den deutlich akzentuierteren Gitarrenlinien in "Like Dylan In The Movies", kichern über einen stimmlichen Lapsus Murdochs in "Seymour Stein" und verweisen nicht nur aufgrund der außergewöhnlichen Poesie in "The State I'm In" wissend auf die Smiths. Historisch unverzichtbar machen das Album schließlich vier unveröffentlichte Songs von 2001, zu denen seltsamerweise auch "Nothing In Silence" zählt, ein von der entlaufenen Campbell geradezu fröstelnd-feenhaft vorgetragenes Stück. Der Rest ist nettes Fan-Beiwerk, von dem wohl hauptsächlich die smarte, textliche Go-Betweens-Referenz in "Shoot The Sexual Athlete" hängen bleibt. Vor den Kopf stößt einen aber erst das Belfast-Konzert: Zwar hat man Murdoch live schonmal auf beiden Beinen in die Höhe springen sehen, zu den Tönen von Velvet Undergrounds "I'm Waiting For The Man" dürfte es aber noch eine Spur exaltierter zugegangen sein. Mit "Here Comes The Sun" und der Irland-Hymne "Boys Are Back In Town" schummeln sich noch zwei weitere Coverversionen ins angenehm perlende Set; die Thin Lizzy-Nummer ein erneuter Beweis für das situative Gespür der schottischen Gruppe. Und doch weiß nur derjenige, der bei ihrer "The Boy With The Thorn In His Side"-Version gefühlte 20 Minuten nach Morrisseys Benicassim-Festivalabsage 2004 live zugegen war, von Belle & Sebastians magischen Kräften zu erzählen. © Laut
Ab
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Alternativ und Indie - Erschienen am 2. September 2013 | Rough Trade