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Die Alben

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Pop/Rock - Erschienen am 11. Juni 2012 | Domino Recording Co

Hi-Res Auszeichnungen Hi-Res Audio
Hot Chip wirken wie die letzten Überlebenden der 2000er Jahre, als alles noch etwas übersichtlicher war. Als sich alle noch auf Songs wie "Last Night", "Take Me Out", "Daft Punk Is Playing At My House" oder eben "Ready For The Floor" einigen konnten. Die Strokes hatten schon nach dem zweiten Album den Faden verloren, Franz Ferdinand beim dritten den Atem und LCD Soundsystem mit dem vierten die Lust. Hot Chip hingegen liefern mit selten gewordener Regelmäßigkeit alle zwei Jahre verlässlich Qualität ab, und da ist auch das neue, fünfte Album keine Ausnahme. Die große Zeit der Röhrenjeans-Gitarren-Bands ist vorbei, und Hot Chip haben daran keinen geringen Anteil, haben sie doch von Anfang an auf Synthesizer statt Gitarren gesetzt, auf Drumcomputer statt Schlagzeug. Auch auf "In Our Heads" gibt es wieder treibende Beats und glasklare Synthies kombiniert mit dem unverwechselbar butterweichen R'n'B-Gesängen Alexis Taylors. Und nach wie vor sprühen Hot Chip nur so vor Ideen. Wo andere Bands aufgrund von Ideenlosigkeit schon nach 2:30 den Schlussakkord setzen, bleiben auf "In Our Heads" gerade mal zwei Songs unter vier Minuten, und das lediglich um eine Sekunde. Trotz des Einfallsreichtums, sowohl was Songstrukturen als auch die Instrumentierung angeht, klingt das aber nie überbordend, sondern immer organisch, zugleich maximal verspielt und äußerst sorgfältig. Hot Chip beherrschen halt ihr Handwerk, die unzähligen kleinen Gimmicks stehen den Songs nie im Weg, fügen sich stets wie selbstverständlich ein. Die vielen Nebenprojekte der einzelnen Bandmitglieder haben offenbar eher neue Impulse geliefert, statt zu einem Abfluss von Ideen zu führen. Denn Hot Chip waren in den letzten beiden Jahren nicht faul: Joe Goddard veröffentlichte zusammen mit dem Freund und Dj Raf Rundell ein hervorragende Platte als The 2 Bears, produzierte außerdem mit der Sängerin Valentina Pappalardo den House-Hit "Gabriel", Taylor nahm mit der kleinen Supergruppe About Group ein Album auf und ging mit Drummer und Hot Chip-Neumitglied Rob Amoughton als B & O ins Studio, Al Doyle und Felix Martin waren derweil als New Build unterwegs. Auch die Delegierung einiger Arbeit an Leute außerhalb der Band – das Album haben erstmals nicht Hot Chip selbst produziert, sondern Mark Ralph, das Cover-Artwork entwarf erstmals nicht Owen Clark – scheint befreiend gewirkt zu haben. Und vielleicht hat auch der Labelwechsel von EMI zu Domino gut getan, den Clark als Gang von einem wegen personeller und ökonomischer Veränderungen immer ungeliebteren Ort zu einem Zuhause von alten Freunden beschreibt. Zwar fehlen diesmal die ganz großen Hits à la "Ready For The Floor" oder zuletzt "One Life Stand". "Night And Day" kommt dem vielleicht noch am nächsten, ist aber ein wenig zu abgedreht, und "Flutes", ein richtig mächtiges 7-Minuten-Monster, beginnt ein wenig zu zurückhaltend für einen Tanzflächen-Feger. Ihre eigentliche Stärke, nämlich Songs zu schreiben, die direkt ins Herz zielen und dabei so richtig knapp am Kitsch vorbeischrammen, spielen Hot Chip aber voll aus. Im Englischen gibt es ja das schöne Wort 'cheesy', das mit 'kitschig' mehr schlecht als recht übersetzt ist. Der Kitsch jedenfalls ist eine Gratwanderung, bei der man nur allzu leicht abstürzt. Hot Chip gelingt dieser Gang am Abgrund mühelos, ob im an "Abbey Road" erinnernden Medley "Now There Is Nothing" oder in der reduzierten Ballade "Look At Where We Are". Vielleicht bringt das Cover das Album am besten auf den Punkt: Die an Bleiglasfenster einer Kirche erinnernden abstrakten Formen sind so farbenfroh und hell wie die Songs verspielt und lebensfroh. "In Our Heads" ist eine lichtdurchflutete Kathedrale, nur dass man dorthin nicht zur Buße kommt, sondern zum sorglosen Tanzen. Die Welt mag überall am Kriseln und am Brodeln sein: Hot Chip lassen sich nicht beirren und liefern Musik für die glücklichen Momente des Lebens, die es ja auch weiterhin gibt. Auf den Sommer 2012 darf man sich also freuen, und auf die nächsten Jahre aller Voraussicht nach auch: Mit Hot Chip ist weiterhin zu rechnen. © Laut

Electronic - Erschienen am 2. Oktober 2020 | Late Night Tales

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Electronic - Erschienen am 21. Juni 2019 | Domino Recording Co

Hi-Res
Grampian Hallgerät, polyphone Synthesizer, modulare Synthese: wenn Hot Chip ein neues Album aufnehmen, muss das Studio wohl wie das Innere eines Star Trek-Cockpits aussehen. Immerhin vier Jahre ist es her, seit die Londoner mit "Why Make Sense?" ein Lebenszeichen von sich gaben. Mit ihrem neuen Album scheint sich zunächst einmal nichts verändert zu haben, vom grauenhaften Cover Artwork (Batik-Shirt trifft Paint-Typographie) mal abgesehen. Immer noch dominieren breite Synthesizer-Melodien, pochende Beats und Alexis Taylors charakteristischer Falsett-Gesang. Und doch sind die Briten dieses Mal neue Wege gegangen: zum ersten Mal in der immerhin 19-jährigen Bandgeschichte haben Hot Chip ihr neues Album nicht komplett in Eigenregie zusammen gezimmert und haben sich prominente Hilfe geholt: Philippe Zdar (Cassius, Phoenix) und Rodaidh McDonald (The XX, David Byrne) waren ebenfalls bei Produktion und Songwriting beteiligt. Dass da mehrere Leute hinter den Reglern saßen, merkt man "A Bath Full Of Ecstasy" an: die Songs wirken präziser und ausgefeilter als beim Vorgänger. Die E-Gitarre tritt weitgehend in den Hintergrund, dafür gibt es wieder Synthesizer zu hören. Sehr. Viele. Synthesizer! "Have you left space for me, in this life?", haucht Taylor bei "Melody Of Love" ins Mikro und die Space-Synthesizer bilden die perfekte Untermalung. Der Song erinnert aufgrund seiner Machart an Placebo mit "Loud Like Love". Auch bei den anderen acht Stücken des Albums setzen Hot Chip auf elektronische Tasteninstrumente und treibende Drum Beats. In "Spell" bekommt Taylors Gesang einen Vocoder-Effekt verpasst, bei "Bath Full Of Ecstasy" greifen sie zu Autotune. Dieser stört bei einer Formation wie Hot Chip aber keinesfalls, sondern passt gut in den nerdigen Gesamtsound. "Echo" ist einer dieser Songs geworden, die sich absolut hartnäckig im Gehirn festsetzen. Das liegt zum einen an der cleveren Instrumentierung, indem Taylor die Melodie-Läufe mitsingt und zu einem Großteil auch daran, dass der Refrain ("Just an echo, nothing to regret though") bis zum Umfallen wiederholt wird. Auch die Vorab-Single "Hungry Child" reiht sich als groovender Club-House ein in die fast ausschließlich positive Tracklist. Nachdenklichere Töne schlagen die Briten erst gegen Ende des Albums an. "Why does my mind fill all my time, why can't my mind keep things in line", wundert sich Taylor in "Why Does My Mind". Ein echtes Schlagzeug ersetzt die elektronischen Beats, die Synthesizer treten in den Hintergrund und überlassen die Bühne ganz dem Gesang. In "Clear Blue Skies" erklingen Streicher, Joe Goddard übernimmt fast komplett den Gesang und verleiht dem Song eine wehmütige und grüblerische Note à la The National. Die allgegenwärtigen Synths feuern aus dem Off Ambient-Sounds ab. Das Ergebnis ist ein wunderschöner Song, der eindrücklich beweist, dass die Briten auch ganz wunderbar Melancholie verbreiten können. "A Bath Full Of Ecstasy" fühlt sich am Ende so an, als wären Hot Chip nie wirklich weg gewesen. Die Produktion zu einem gewissen Grad auszulagern, erweist sich als cleverer Schachzug: klar ist das immer noch Hot Chip, aber die Spinnweben der vierjährigen Pause haben die Musiker ziemlich gekonnt abgeschüttelt. © Laut

Electronic - Erschienen am 2. Oktober 2020 | Late Night Tales

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Alternativ und Indie - Erschienen am 18. Mai 2015 | Domino Recording Co

Hi-Res
15 Jahre nach Gründung wollen Hot Chip wissen: "Why Make Sense?" Um den Titel herum entfalten sich verschiedene Songs und Themen, die aus der Fragestellung eine rhetorische machen. Die pessimistische These dahinter: Es erscheint unmöglich, in einer verwirrenden, vielschichtigen Gegenwart einen Sinn zu finden. Die Londoner verdeutlichten diese Ansicht im Voraus mit einer Webseite: Vor pinkem Hintergrund blitzen (fake) Headlines mit Buchstabendrehern auf, bebildert mit dem sich hektisch drehenden Albumcover: das tägliche Übermaß an chaotischen Entwicklungen. Die Reaktion des Quintetts um Alexis Taylor und Joe Goddard klingt aber nicht so eindeutig niederschmetternd wie vermutet. Obwohl die sechste Platte inhaltlich tiefer rührt als ihre Vorgänger, mangelt es ihr nicht an Groove. Eine entscheidende Veränderung gibt es doch: Erstmals spielten die Briten im Studio die Tracks mit Liveband ein, ergänzt von den Tourmusikern Sarah Jones an den Drums und Multi-Instrumentalist Rob Smoughton. Menschen statt Maschinen einzusetzen resultiert in organischen Klängen, die den Sound dort entschlacken, wo "In Our Heads" manchmal eine Spur zu viel frickelte. Die Energie, mit der Hot Chips Synthie-Pop auch den letzten Muffel bei Konzerten auf die Tanzfläche treibt, konservieren sie so bestmöglich. Im Opener "Huarache Lights" macht sich Taylor auf den Weg zu einer dieser verschwitzten Clubnächte: "I know every single / We play tonight / Will make the people / Just bathe in the light." Lodernde Synthies, das Zerren einer Talkbox und Jones' gleichmäßige Drumfiguren verkörpern den anderen Teil von "Why Make Sense?": Die existenziellen Fragen sind mit den bekannten Geschichten von Feiern, Leben und Lieben in der modernen Großstadt verknüpft. Neben Themen fließen auch die Genres nahtlos in einander über: Wie auf früheren Platten leihen sich Hot Chip Elemente aus dem R'n'B, zum Beispiel beim geschmeidig gleitenden "Love Is The Future", das ein Gastbeitrag von De La Souls Posdnuos veredelt. Die Stimmung von "White Wine And Fried Chicken", ein zurückgelehnter Lovesong auf dem Keyboard, ähnelt "Made In The Dark". Als 70er-inspirierte Disco-Hymne entpuppt sich "Dark Night" mit den melancholischen, hallenden Vocals: "I'm calling for an angel / To bring me a dark night, to bind me / In my daydreams, darkness finds me /It takes me somewhere I need to be /If you can't see me /At least you can feel me." Die zwei herausragendsten Songs liefern Hot Chip im letzten Drittel ab: "Need You Now" beschäftigt sich laut Taylor mit der Hilflosigkeit, die die diffuse Bedrohung durch Terrorismus in ihm auslöst. Sein entrückter Falsett-Gesang wechselt mit aus der Entfernung flehenden "I need you now"-Samples des R'n'B-Trios Sinnamon, während die Synthesizer im gefühlten Endlos-Loop versumpfen. Den Abschluss macht der Titeltrack "Why Make Sense?", der untypischste Song der Platte. Auf fast schon rockige Weise drängeln sich Drums und Gitarre vor das Synthie-Summen, während Taylor sein kühles Fazit zieht: "Why make sense, when the world around refuses? / A winner lost is one who always chooses / Nothing left can leave you all out of time and without it, you're nearing your decline / Why be tough when strength is just for losers? / Be what you are at the mercy of yours." Gleich zu Beginn des Albums hatten die Londoner die Urangst aufgegriffen, die schon Synth-Künstler in den 80ern umtrieb: "Replace us with the things that do the job better." Die menschliche Abhängigkeit von Technik wächst parallel zur Angst, ersetzbar zu werden. Vom Musikmarkt zugunsten eines neuen Hypes aussortiert zu werden ist auch eine Furcht, die jede Band heimsucht. Mit "Why Make Sense?" gibt es für Hot Chip bei beiden Szenarien erst einmal Entwarnung: Dank Liveband klingen sie so frisch und dynamisch wie selten zuvor. Ihr Mix aus Gefühl, Dancefloor-Tauglichkeit und Bastelei zündet heute noch genauso wie vor 15 Jahren. © Laut
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Electronic - Erschienen am 22. Mai 2006 | Domino Recording Co

Wäre die Musik von Hot Chip eine Einrichtung, dann vielleicht ein Kinderballparadies wie man es in diesen großen Kaufhausketten vorfindet. Beats purzeln, egal in welcher Ausrichtung, in der Stärke von Softbällen auf den Hörer nieder. Die stets präsenten Stimmen der beiden Hot Chip-Protagonisten Alexis Taylor und Joe Goddard vereinigen sich dabei auf solch geschmeidige Art und Weise mit den Melodien, dass sogar jeder Fünfjährige sofort mitsingen würde, wären die Texte nicht auf englisch. "The Warning" ist das zweite Album des britischen Tüftler-Quintetts nach einer undurchsichtigen Zahl an EPs, die auf abseitigen Indie-Labels wie Moshi Moshi erschienen sind und deren Pop-Potenzial nun einen Majordeal mit EMI auf den Weg brachte. Gerechtfertigt ist das allemal, denn "The Warning" entwickelt mit fortlaufender Drehzahl einen angenehmen Sog, den ich mir einerseits mit meiner massiven Zuneigung für samtenen Electro Pop erkläre, den aber maßgeblich das Songwriting ankurbelt, das genug verschwurbelt programmierten Eigensinn besitzt, um auch die Freude am durchdachten Detail zu befriedigen. Diese Vielseitigkeit dürfte nicht zuletzt den schrankenlosen, musikalischen Vorlieben der fünf Akteure geschuldet sein, deren Einflüsse bei den Beach Boys beginnen und bei New Order noch lange nicht enden. Dementsprechend schwer fällt die Kategorisierung ihres Sounds, dessen melancholisch-anspruchsvoller Wohlklang nach einiger Zeit wie der Gang durch ein Entmüdungsbecken anmutet. Relaxierend und frisch zugleich. Glücksgefühle en masse. Will man Songs hervorheben, dürfen die bereits ausgekoppelten Singles "Over And Over" und "Boy From School" nicht fehlen, die diese Ehre zu Recht genießen. Ergänzen möchte ich mit "Arrest Yourself" einen beinahe knallig komponierten 80s-Rocker mit Depeche Mode-Bassline und den ebenso wenig gelenkschonenden Super-Shuffle "Tchaparian". Hot Chip beeindrucken mit einer mitteilsamen Beiläufigkeit, die man im elektronischen Pop-Bereich selten findet und die sicher nicht ohne die Liebe der Band zu den häufig als fachfremd angesehenen Genres Soul und Funk zustande gekommen wäre. Zart wie Death Cab For Cuties, experimentell wie Boards Of Canada, losgelöst wie Turner, und doch ganz und gar eigen; wenn dieses Jahr zu Ende geht, sind Hot Chip lange nicht vergessen. © Laut
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Electronic - Erschienen am 1. Februar 2010 | Domino Recording Co

Denkmäler stürzen sehen oder selbst beherzt nachzuhelfen, liegt nicht im Sinne von Hot Chip, selbst wenn das Cover dies suggerieren mag. Dafür lieben Alexis Taylor und Joe Goddard, die Chefdenker der zur Band erwachsenen Gruppe, sowohl ihre eigenen Helden, als auch die Ausdrucksform Musik viel zu sehr. "One Life Stand" legt davon in einer Weise Zeugnis ab, die man selbst den kaum fassbaren Songwriting-Maniacs nicht zugetraut hätte. Wider besseren Wissens beging ich vor Wochen erneut den Fehler, das neue Album anhand der gleichnamigen Vorabsingle "One Life Stand" hoffend vorzuskizzieren, nur um am Ende mal wieder festzustellen, dass man dies besser den Anhängern von Calvin Harris überlassen sollte. Mehr noch als zuvor (ja, das geht!) feiern Hot Chip ihre stilistische Ausgelassenheit, stoßen in immer neue Räume vor, stets auf der Suche nach einer neuen, elektrisierenden Atmosphäre. "Die aggressiv bearbeitete, digitale Dance-Musik ging mir ziemlich auf den Zeiger, meckerte Goddard im Vorfeld. Taucht man in die schwebende Dance-Hypnotik des Openers "Thieves In The Night", spürt man sofort, was er meint. Moderne Tanzmusik muss nicht aalglat und steril klingen, sie darf hier und da auch rumpeln. Wie der eigene Körper nach Mitternacht auf dem Dancefloor eben. Im Stile nächtlicher Diebe gleiten Hot Chip behutsam und unbemerkt durch ihre Soundwelten, die mal wieder einen Spagat vollziehen, der von Curtis Mayfield bis Derrick May reicht. In der fucking uplifting 90er House-Hymne "I Feel Better" gelingt ihnen sogar das Unmögliche, einen Vocoder als veritables Stilmittel zu integrieren. Überhaupt: Zauberhaft unwiderstehliche Hooks mal wieder, wo diese Freaks sie auch immer wieder aufs Neue hernehmen. Die Enttäuschung über gezügeltere Rhythmuspatterns weicht jedenfalls schnell einer Begeisterung für die minimale Perfektion der Balladen "Slush" oder "Keep Quiet". Nicht zu vergessen das mit himmlischen Celli veredelte "Hand Me Down Your Love" oder ihr größter Song-Moment to date: "Alley Cats" mäandert dank des göttlichen Stimmendoppels Taylor/Goddard auf eine Raum und Zeit verlassende Zwischenebene. Musik gewordenes Yoga. Im Rausschmeißer "Take It In" fühlt man dieses Hochgefühl noch einmal im wattigen Refrain, der mit trockenem Techno in den Strophen konterkariert wird. In gewisser Weise gelingt den Briten auf "One Life Stand" ein überzeugender Mix aus der Spacehaftigkeit ihres Durchbruchswerks und dem bisweilen anstrengenden, schwer ausgefuchsten "Made In The Dark". Dort hörte man streckenweise mehr das Vinyl-Checkertum seiner Schöpfer als den Song. Nun sind Hot Chip ganz bei sich. Und immer näher am Denkmal. © Laut
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Electronic - Erschienen am 23. Oktober 2015 | Domino Recording Co

Hi-Res
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Electronic - Erschienen am 21. Januar 2008 | Domino Recording Co

Electronic - Erschienen am 23. Oktober 2020 | Domino Recording Co

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Pop/Rock - Erschienen am 19. November 2012 | Domino Recording Co

Hot Chip wirken wie die letzten Überlebenden der 2000er Jahre, als alles noch etwas übersichtlicher war. Als sich alle noch auf Songs wie "Last Night", "Take Me Out", "Daft Punk Is Playing At My House" oder eben "Ready For The Floor" einigen konnten. Die Strokes hatten schon nach dem zweiten Album den Faden verloren, Franz Ferdinand beim dritten den Atem und LCD Soundsystem mit dem vierten die Lust. Hot Chip hingegen liefern mit selten gewordener Regelmäßigkeit alle zwei Jahre verlässlich Qualität ab, und da ist auch das neue, fünfte Album keine Ausnahme. Die große Zeit der Röhrenjeans-Gitarren-Bands ist vorbei, und Hot Chip haben daran keinen geringen Anteil, haben sie doch von Anfang an auf Synthesizer statt Gitarren gesetzt, auf Drumcomputer statt Schlagzeug. Auch auf "In Our Heads" gibt es wieder treibende Beats und glasklare Synthies kombiniert mit dem unverwechselbar butterweichen R'n'B-Gesängen Alexis Taylors. Und nach wie vor sprühen Hot Chip nur so vor Ideen. Wo andere Bands aufgrund von Ideenlosigkeit schon nach 2:30 den Schlussakkord setzen, bleiben auf "In Our Heads" gerade mal zwei Songs unter vier Minuten, und das lediglich um eine Sekunde. Trotz des Einfallsreichtums, sowohl was Songstrukturen als auch die Instrumentierung angeht, klingt das aber nie überbordend, sondern immer organisch, zugleich maximal verspielt und äußerst sorgfältig. Hot Chip beherrschen halt ihr Handwerk, die unzähligen kleinen Gimmicks stehen den Songs nie im Weg, fügen sich stets wie selbstverständlich ein. Die vielen Nebenprojekte der einzelnen Bandmitglieder haben offenbar eher neue Impulse geliefert, statt zu einem Abfluss von Ideen zu führen. Denn Hot Chip waren in den letzten beiden Jahren nicht faul: Joe Goddard veröffentlichte zusammen mit dem Freund und Dj Raf Rundell ein hervorragende Platte als The 2 Bears, produzierte außerdem mit der Sängerin Valentina Pappalardo den House-Hit "Gabriel", Taylor nahm mit der kleinen Supergruppe About Group ein Album auf und ging mit Drummer und Hot Chip-Neumitglied Rob Amoughton als B & O ins Studio, Al Doyle und Felix Martin waren derweil als New Build unterwegs. Auch die Delegierung einiger Arbeit an Leute außerhalb der Band – das Album haben erstmals nicht Hot Chip selbst produziert, sondern Mark Ralph, das Cover-Artwork entwarf erstmals nicht Owen Clark – scheint befreiend gewirkt zu haben. Und vielleicht hat auch der Labelwechsel von EMI zu Domino gut getan, den Clark als Gang von einem wegen personeller und ökonomischer Veränderungen immer ungeliebteren Ort zu einem Zuhause von alten Freunden beschreibt. Zwar fehlen diesmal die ganz großen Hits à la "Ready For The Floor" oder zuletzt "One Life Stand". "Night And Day" kommt dem vielleicht noch am nächsten, ist aber ein wenig zu abgedreht, und "Flutes", ein richtig mächtiges 7-Minuten-Monster, beginnt ein wenig zu zurückhaltend für einen Tanzflächen-Feger. Ihre eigentliche Stärke, nämlich Songs zu schreiben, die direkt ins Herz zielen und dabei so richtig knapp am Kitsch vorbeischrammen, spielen Hot Chip aber voll aus. Im Englischen gibt es ja das schöne Wort 'cheesy', das mit 'kitschig' mehr schlecht als recht übersetzt ist. Der Kitsch jedenfalls ist eine Gratwanderung, bei der man nur allzu leicht abstürzt. Hot Chip gelingt dieser Gang am Abgrund mühelos, ob im an "Abbey Road" erinnernden Medley "Now There Is Nothing" oder in der reduzierten Ballade "Look At Where We Are". Vielleicht bringt das Cover das Album am besten auf den Punkt: Die an Bleiglasfenster einer Kirche erinnernden abstrakten Formen sind so farbenfroh und hell wie die Songs verspielt und lebensfroh. "In Our Heads" ist eine lichtdurchflutete Kathedrale, nur dass man dorthin nicht zur Buße kommt, sondern zum sorglosen Tanzen. Die Welt mag überall am Kriseln und am Brodeln sein: Hot Chip lassen sich nicht beirren und liefern Musik für die glücklichen Momente des Lebens, die es ja auch weiterhin gibt. Auf den Sommer 2012 darf man sich also freuen, und auf die nächsten Jahre aller Voraussicht nach auch: Mit Hot Chip ist weiterhin zu rechnen. © Laut
Ab
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Electronic - Erschienen am 23. Oktober 2015 | Domino Recording Co

Hi-Res
15 Jahre nach Gründung wollen Hot Chip wissen: "Why Make Sense?" Um den Titel herum entfalten sich verschiedene Songs und Themen, die aus der Fragestellung eine rhetorische machen. Die pessimistische These dahinter: Es erscheint unmöglich, in einer verwirrenden, vielschichtigen Gegenwart einen Sinn zu finden. Die Londoner verdeutlichten diese Ansicht im Voraus mit einer Webseite: Vor pinkem Hintergrund blitzen (fake) Headlines mit Buchstabendrehern auf, bebildert mit dem sich hektisch drehenden Albumcover: das tägliche Übermaß an chaotischen Entwicklungen. Die Reaktion des Quintetts um Alexis Taylor und Joe Goddard klingt aber nicht so eindeutig niederschmetternd wie vermutet. Obwohl die sechste Platte inhaltlich tiefer rührt als ihre Vorgänger, mangelt es ihr nicht an Groove. Eine entscheidende Veränderung gibt es doch: Erstmals spielten die Briten im Studio die Tracks mit Liveband ein, ergänzt von den Tourmusikern Sarah Jones an den Drums und Multi-Instrumentalist Rob Smoughton. Menschen statt Maschinen einzusetzen resultiert in organischen Klängen, die den Sound dort entschlacken, wo "In Our Heads" manchmal eine Spur zu viel frickelte. Die Energie, mit der Hot Chips Synthie-Pop auch den letzten Muffel bei Konzerten auf die Tanzfläche treibt, konservieren sie so bestmöglich. Im Opener "Huarache Lights" macht sich Taylor auf den Weg zu einer dieser verschwitzten Clubnächte: "I know every single / We play tonight / Will make the people / Just bathe in the light." Lodernde Synthies, das Zerren einer Talkbox und Jones' gleichmäßige Drumfiguren verkörpern den anderen Teil von "Why Make Sense?": Die existenziellen Fragen sind mit den bekannten Geschichten von Feiern, Leben und Lieben in der modernen Großstadt verknüpft. Neben Themen fließen auch die Genres nahtlos in einander über: Wie auf früheren Platten leihen sich Hot Chip Elemente aus dem R'n'B, zum Beispiel beim geschmeidig gleitenden "Love Is The Future", das ein Gastbeitrag von De La Souls Posdnuos veredelt. Die Stimmung von "White Wine And Fried Chicken", ein zurückgelehnter Lovesong auf dem Keyboard, ähnelt "Made In The Dark". Als 70er-inspirierte Disco-Hymne entpuppt sich "Dark Night" mit den melancholischen, hallenden Vocals: "I'm calling for an angel / To bring me a dark night, to bind me / In my daydreams, darkness finds me /It takes me somewhere I need to be /If you can't see me /At least you can feel me." Die zwei herausragendsten Songs liefern Hot Chip im letzten Drittel ab: "Need You Now" beschäftigt sich laut Taylor mit der Hilflosigkeit, die die diffuse Bedrohung durch Terrorismus in ihm auslöst. Sein entrückter Falsett-Gesang wechselt mit aus der Entfernung flehenden "I need you now"-Samples des R'n'B-Trios Sinnamon, während die Synthesizer im gefühlten Endlos-Loop versumpfen. Den Abschluss macht der Titeltrack "Why Make Sense?", der untypischste Song der Platte. Auf fast schon rockige Weise drängeln sich Drums und Gitarre vor das Synthie-Summen, während Taylor sein kühles Fazit zieht: "Why make sense, when the world around refuses? / A winner lost is one who always chooses / Nothing left can leave you all out of time and without it, you're nearing your decline / Why be tough when strength is just for losers? / Be what you are at the mercy of yours." Gleich zu Beginn des Albums hatten die Londoner die Urangst aufgegriffen, die schon Synth-Künstler in den 80ern umtrieb: "Replace us with the things that do the job better." Die menschliche Abhängigkeit von Technik wächst parallel zur Angst, ersetzbar zu werden. Vom Musikmarkt zugunsten eines neuen Hypes aussortiert zu werden ist auch eine Furcht, die jede Band heimsucht. Mit "Why Make Sense?" gibt es für Hot Chip bei beiden Szenarien erst einmal Entwarnung: Dank Liveband klingen sie so frisch und dynamisch wie selten zuvor. Ihr Mix aus Gefühl, Dancefloor-Tauglichkeit und Bastelei zündet heute noch genauso wie vor 15 Jahren. © Laut

Electronic - Erschienen am 28. März 2008 | Domino Recording Co

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Electronic - Erschienen am 2. Oktober 2020 | Late Night Tales

Ab
HI-RES28,79 Fr.
CD19,19 Fr.

Electronic - Erschienen am 18. Mai 2015 | Domino Recording Co

Hi-Res
15 Jahre nach Gründung wollen Hot Chip wissen: "Why Make Sense?" Um den Titel herum entfalten sich verschiedene Songs und Themen, die aus der Fragestellung eine rhetorische machen. Die pessimistische These dahinter: Es erscheint unmöglich, in einer verwirrenden, vielschichtigen Gegenwart einen Sinn zu finden. Die Londoner verdeutlichten diese Ansicht im Voraus mit einer Webseite: Vor pinkem Hintergrund blitzen (fake) Headlines mit Buchstabendrehern auf, bebildert mit dem sich hektisch drehenden Albumcover: das tägliche Übermaß an chaotischen Entwicklungen. Die Reaktion des Quintetts um Alexis Taylor und Joe Goddard klingt aber nicht so eindeutig niederschmetternd wie vermutet. Obwohl die sechste Platte inhaltlich tiefer rührt als ihre Vorgänger, mangelt es ihr nicht an Groove. Eine entscheidende Veränderung gibt es doch: Erstmals spielten die Briten im Studio die Tracks mit Liveband ein, ergänzt von den Tourmusikern Sarah Jones an den Drums und Multi-Instrumentalist Rob Smoughton. Menschen statt Maschinen einzusetzen resultiert in organischen Klängen, die den Sound dort entschlacken, wo "In Our Heads" manchmal eine Spur zu viel frickelte. Die Energie, mit der Hot Chips Synthie-Pop auch den letzten Muffel bei Konzerten auf die Tanzfläche treibt, konservieren sie so bestmöglich. Im Opener "Huarache Lights" macht sich Taylor auf den Weg zu einer dieser verschwitzten Clubnächte: "I know every single / We play tonight / Will make the people / Just bathe in the light." Lodernde Synthies, das Zerren einer Talkbox und Jones' gleichmäßige Drumfiguren verkörpern den anderen Teil von "Why Make Sense?": Die existenziellen Fragen sind mit den bekannten Geschichten von Feiern, Leben und Lieben in der modernen Großstadt verknüpft. Neben Themen fließen auch die Genres nahtlos in einander über: Wie auf früheren Platten leihen sich Hot Chip Elemente aus dem R'n'B, zum Beispiel beim geschmeidig gleitenden "Love Is The Future", das ein Gastbeitrag von De La Souls Posdnuos veredelt. Die Stimmung von "White Wine And Fried Chicken", ein zurückgelehnter Lovesong auf dem Keyboard, ähnelt "Made In The Dark". Als 70er-inspirierte Disco-Hymne entpuppt sich "Dark Night" mit den melancholischen, hallenden Vocals: "I'm calling for an angel / To bring me a dark night, to bind me / In my daydreams, darkness finds me /It takes me somewhere I need to be /If you can't see me /At least you can feel me." Die zwei herausragendsten Songs liefern Hot Chip im letzten Drittel ab: "Need You Now" beschäftigt sich laut Taylor mit der Hilflosigkeit, die die diffuse Bedrohung durch Terrorismus in ihm auslöst. Sein entrückter Falsett-Gesang wechselt mit aus der Entfernung flehenden "I need you now"-Samples des R'n'B-Trios Sinnamon, während die Synthesizer im gefühlten Endlos-Loop versumpfen. Den Abschluss macht der Titeltrack "Why Make Sense?", der untypischste Song der Platte. Auf fast schon rockige Weise drängeln sich Drums und Gitarre vor das Synthie-Summen, während Taylor sein kühles Fazit zieht: "Why make sense, when the world around refuses? / A winner lost is one who always chooses / Nothing left can leave you all out of time and without it, you're nearing your decline / Why be tough when strength is just for losers? / Be what you are at the mercy of yours." Gleich zu Beginn des Albums hatten die Londoner die Urangst aufgegriffen, die schon Synth-Künstler in den 80ern umtrieb: "Replace us with the things that do the job better." Die menschliche Abhängigkeit von Technik wächst parallel zur Angst, ersetzbar zu werden. Vom Musikmarkt zugunsten eines neuen Hypes aussortiert zu werden ist auch eine Furcht, die jede Band heimsucht. Mit "Why Make Sense?" gibt es für Hot Chip bei beiden Szenarien erst einmal Entwarnung: Dank Liveband klingen sie so frisch und dynamisch wie selten zuvor. Ihr Mix aus Gefühl, Dancefloor-Tauglichkeit und Bastelei zündet heute noch genauso wie vor 15 Jahren. © Laut

Electronic - Erschienen am 28. März 2008 | Domino Recording Co

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Electronic - Erschienen am 11. Mai 2021 | Domino Recording Co

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Electronic - Erschienen am 2. Oktober 2020 | Late Night Tales

Electronic - Erschienen am 2. September 2020 | Late Night Tales

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Electronic - Erschienen am 2. Dezember 2020 | Domino Recording Co

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