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Die Alben

Ab
CD21,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 17. September 1996 | Volcano

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Es gibt nur eine wirklich gute Version von "I Will Survive", und das ist nicht das Original von Gloria Gaynor. Denn wenn es jemand geschafft hat, dieses Lied anständig zu interpretieren, dann sind das Cake. Nur mit John McCreas lakonischer Stimme, der quirligen Trompete und dem verzerrten Gitarren-Solo erhält dieser Song sein richtiges Feeling. Wer dem nicht zustimmt, dem sei der Refrain von "Nugget" ans Herz gelegt: "Shut the fuck up." Die Coverversion von "I Will Survive" ist sicherlich der bekannteste Cake-Song. Das dazugehörige zweite Album "Fashion Nugget" ihr weltweit erfolgreichstes. In Deutschland kennt man es vor allem wegen des Soundtracks zu "Herr Lehmann". Drei Songs der Platte landeten im Film, da waren längst Album Nummer drei und vier erschienen. "The Distance", die erste Single des Albums, ist auch Cakes kommerziell erfolgreichster Song und ihr Durchbruch. Mit "Fashion Nugget" spielten sich Cake nach oben. Das liegt sicherlich nicht daran, dass das Album zig Bands beeinflusst oder gar ein Genre begründet hätte. Niemand klingt wie Cake, es klang niemand vorher wie Cake und vermutlich will auch niemand wie Cake klingen. Die Kalifornier aus Sacramento leben in ihrem eigenen Kosmos. Aus dem werden sie nicht rauskommen, wie auch das 2011er "Showroom Of Compassion" deutlich macht. Nein, "Fashion Nugget" ist ein besonderes und ungewöhnlich gutes Album, weil es das Beste präsentiert, das diese Band geschaffen hat. Wer sich ernsthaft mit alternativer Rockmusik auseinandersetzt, muss Cake gehört haben. Danach wird man sie entweder lieben oder für vollkommen langweilig und irrelevant halten. Dazwischen gibt es einfach nichts. Wer nun aber Cake mag – und welcher gute Mensch tut das nicht – muss "Fashion Nugget" hören. Weil es die Essenz dessen ist, was Cake sind, wie sie klingen und welche Haltung sie einnehmen. Hier kommt all das zusammen, was Cakes Sound und Wesen ausmacht: John McCreas seltsam skurrile Texte, sein dreckig-schäbiger Gitarrensound, die fröhliche Trompete von Vincent DiFiore, großartig groovende Bassläufe, knackig knarzende Gitarren-Riffs und monotone Drums. Pop, Folk, Country, Rock, Funk und Rap: Auf keiner anderen Cake-Platte klingt das so geschmeidig wie hier – und das obwohl sich die Alben nicht sonderlich voneinander unterscheiden. Cake ist eine seltsame Band aus komischen Käuzen. Ein Trucker mit Sakko als Bandleader, der seine ironischen und wirren Text mit gelangweilter Stimme singt oder spricht und von der Bühne runter das Publikum beleidigt. Dazu eine Band, die über die Jahre so manchen Drummer und Gitarristen verschleißt. Vermutlich liegt das am durchaus schwierigen John McCrea selbst, der auf der Bühne Songs gerne mit folgendem Satz ankündigt: "This is a Song from MY third album". Dabei ist es gar nicht der exzentrische Sänger alleine, der für die Songs verantwortlich zeichnet. Auf "Fashion Nugget" ist es Gitarrist Greg Brown, der bei "The Distance", "Race Car Ya-Yas" und "Nugget" als erster Autor genannt wird. Da sind immerhin zwei der besten Cake-Songs aller Zeiten dabei. Die Besetzung auf "Fashion Nugget" besteht u.a. aus dem vielseitigen Vincent DiFiore: Trompeter, Keyboarder, Percussionist und Gegenpol zu McCrea. Schlagzeuger Todd Roper bleibt immerhin noch bis "Comfort Eagle" im Boot, wird danach aber nur noch als Special Guest aufgeführt. Victor Damiani, Basser und Gitarrist Greg Brown sind schon beim nächsten Album nicht mehr dabei. Im Internet präsentieren sich Cake schon immer absichtlich anders und unangepasst wie auf Platte. Dort landen auch Fragen wie: "Wieso klingt euer Gitarren-Sound so kaputt?" Antwort dazu: "Ich benutze eine kaputte Gitarre und einen kaputten Verstärker". Es ist genau diese kaputte Gitarre, die das großartige Cover von "I Will Survive" einleitet. Kratzig und scheppernd, dann steigt der Bass mit einem der besten Bassläufe der Welt ein. Cakes Version klingt entspannt, zurückgelehnt, groovend und vielseitig. E-Gitarre und Trompete besorgen den Rest – der Archetyp eines Cake-Songs. Der Hörer ist aber eigentlich schon spätestens mit dem zweiten Song hellauf begeistert. Die Erfolgssingle "The Distance" ist ein Road-Song: Treibend, packend, aufwühlend. Der Bass läuft und läuft, wird von Gitarre und Trompete flankiert, während McCrea das erste Mal seinen erstaunlich unpeinlichen Sprechgesang auspackt. Kein Wunder, dass der Song damals so erfolgreich war und "Fashion Nugget" in die Charts hievt. Einer der Tracks, die für "Herr Lehmann" Verwendung fand und damit zur Bekanntheit Cakes in Deutschland beitrugen ist "Friend Is A Four Letter Word". Es wird kaum einen Song geben, der so gut zu der Szene passt, in der Herr Lehmann verlassen wird und stinkwütend aus der Dönerbude stürmt. 'Kristall-Reiner!' brüllt er traurig durch die Nacht und McCrea singt "End is the only part of the word that I heard / Call me morbid or absurd / But to me friend is a four letter word". Der Song "Open Book" klingt bei weitem nicht so eingängig und ruft beim ersten Hören mindestens ein Stirnrunzeln hervor. Haben die ihre Gitarren nicht gestimmt? Singen die absichtlich daneben? Cake wollen entweder ihre Unangepasstheit beweisen oder den Hörer testen, aber wer weiß schon was Cake wollen – oder was sie mit ihren Texten aussagen möchten. Zum Beispiel mit dem völlig absurden "Race Car Ya-Yas": "The land of Race Car Ya-Yas / The land where large fuzzy dice, still hang proudly like testicals from rearview mirrors". Warum singt man das? Das weiß wohl nur McCrea, der übrigens wahnsinnig auf Autos und Autometaphern abfährt. "Race Car Ya-Yas" ist nicht der einzige Auto-Song auf "Fashion Nugget" und schon gar nicht in Cakes Songhistorie. "Stickshifts & Safetybelts" zum Beispiel mit einem irrsinnig schnellem Gitarren-Riff und der schönen Textzeile "A lot of good cars are japanese / but when we're driving far I need my baby / I need my baby next to me". Ist klar. McCreas andere Lieblingsthemen sind Verlassen werden, Frauen und seltsame Beziehungen. Das fröhliche "Daria", das Cover-Stück "Perhaps, Perhaps, Perhaps", mit lateinamerikanischer Trompete, und das naiv-rührende Country-Lied "She'll Come Back To Me" sind perfekte Beispiele hierfür. Wegen "Nugget" (und dem kleinen "fuck" in "I Will Survive") hat "Fashion Nugget" den berühmten "Parental Advisory"-Aufkleber bekommen, der vor zwanzig Jahren irgendwie beeindruckender wirkte. "Shut the fuck up!" brüllt die Band nämlich im Refrain. Huch, wie schlimm! In der Strophe dieses Übersongs lässt John McCrea wieder seinen Sprechgesang auf die geneigte Zuhörerschaft los. Zum Schluss steht nochmal ein Cover – auch so eine Spezialität von Cake. "Sad Songs And Waltzers", geschrieben von Willie Nelson, passt hervorragend zu Cakes ironischer Art. "It's a good thing that I'm not a star" singt McCrea und weiß, dass er und seine Band auch niemals Stars sein werden. Dafür brutzeln sie schon immer zu sehr in ihrem eigenen Saft und zelebrieren ihr Anderssein auch noch hochnäsig. Cake werden sich nie ändern und solange sie existieren Alben mit Hilfe von erneuerbaren Energien aufnehmen. Diese werden allesamt ziemlich ähnlich ausfallen und das ist gar nicht schlimm. "Fashion Nugget" jedenfalls ist dabei die Blaupause, die Essenz, das Meisterstück, auf das sich alles bezieht. Wer was anderes denkt hat keine Ahnung und soll den Mund halten. © Laut
Ab
CD21,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 17. September 1996 | Volcano

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Es gibt nur eine wirklich gute Version von "I Will Survive", und das ist nicht das Original von Gloria Gaynor. Denn wenn es jemand geschafft hat, dieses Lied anständig zu interpretieren, dann sind das Cake. Nur mit John McCreas lakonischer Stimme, der quirligen Trompete und dem verzerrten Gitarren-Solo erhält dieser Song sein richtiges Feeling. Wer dem nicht zustimmt, dem sei der Refrain von "Nugget" ans Herz gelegt: "Shut the fuck up." Die Coverversion von "I Will Survive" ist sicherlich der bekannteste Cake-Song. Das dazugehörige zweite Album "Fashion Nugget" ihr weltweit erfolgreichstes. In Deutschland kennt man es vor allem wegen des Soundtracks zu "Herr Lehmann". Drei Songs der Platte landeten im Film, da waren längst Album Nummer drei und vier erschienen. "The Distance", die erste Single des Albums, ist auch Cakes kommerziell erfolgreichster Song und ihr Durchbruch. Mit "Fashion Nugget" spielten sich Cake nach oben. Das liegt sicherlich nicht daran, dass das Album zig Bands beeinflusst oder gar ein Genre begründet hätte. Niemand klingt wie Cake, es klang niemand vorher wie Cake und vermutlich will auch niemand wie Cake klingen. Die Kalifornier aus Sacramento leben in ihrem eigenen Kosmos. Aus dem werden sie nicht rauskommen, wie auch das 2011er "Showroom Of Compassion" deutlich macht. Nein, "Fashion Nugget" ist ein besonderes und ungewöhnlich gutes Album, weil es das Beste präsentiert, das diese Band geschaffen hat. Wer sich ernsthaft mit alternativer Rockmusik auseinandersetzt, muss Cake gehört haben. Danach wird man sie entweder lieben oder für vollkommen langweilig und irrelevant halten. Dazwischen gibt es einfach nichts. Wer nun aber Cake mag – und welcher gute Mensch tut das nicht – muss "Fashion Nugget" hören. Weil es die Essenz dessen ist, was Cake sind, wie sie klingen und welche Haltung sie einnehmen. Hier kommt all das zusammen, was Cakes Sound und Wesen ausmacht: John McCreas seltsam skurrile Texte, sein dreckig-schäbiger Gitarrensound, die fröhliche Trompete von Vincent DiFiore, großartig groovende Bassläufe, knackig knarzende Gitarren-Riffs und monotone Drums. Pop, Folk, Country, Rock, Funk und Rap: Auf keiner anderen Cake-Platte klingt das so geschmeidig wie hier – und das obwohl sich die Alben nicht sonderlich voneinander unterscheiden. Cake ist eine seltsame Band aus komischen Käuzen. Ein Trucker mit Sakko als Bandleader, der seine ironischen und wirren Text mit gelangweilter Stimme singt oder spricht und von der Bühne runter das Publikum beleidigt. Dazu eine Band, die über die Jahre so manchen Drummer und Gitarristen verschleißt. Vermutlich liegt das am durchaus schwierigen John McCrea selbst, der auf der Bühne Songs gerne mit folgendem Satz ankündigt: "This is a Song from MY third album". Dabei ist es gar nicht der exzentrische Sänger alleine, der für die Songs verantwortlich zeichnet. Auf "Fashion Nugget" ist es Gitarrist Greg Brown, der bei "The Distance", "Race Car Ya-Yas" und "Nugget" als erster Autor genannt wird. Da sind immerhin zwei der besten Cake-Songs aller Zeiten dabei. Die Besetzung auf "Fashion Nugget" besteht u.a. aus dem vielseitigen Vincent DiFiore: Trompeter, Keyboarder, Percussionist und Gegenpol zu McCrea. Schlagzeuger Todd Roper bleibt immerhin noch bis "Comfort Eagle" im Boot, wird danach aber nur noch als Special Guest aufgeführt. Victor Damiani, Basser und Gitarrist Greg Brown sind schon beim nächsten Album nicht mehr dabei. Im Internet präsentieren sich Cake schon immer absichtlich anders und unangepasst wie auf Platte. Dort landen auch Fragen wie: "Wieso klingt euer Gitarren-Sound so kaputt?" Antwort dazu: "Ich benutze eine kaputte Gitarre und einen kaputten Verstärker". Es ist genau diese kaputte Gitarre, die das großartige Cover von "I Will Survive" einleitet. Kratzig und scheppernd, dann steigt der Bass mit einem der besten Bassläufe der Welt ein. Cakes Version klingt entspannt, zurückgelehnt, groovend und vielseitig. E-Gitarre und Trompete besorgen den Rest – der Archetyp eines Cake-Songs. Der Hörer ist aber eigentlich schon spätestens mit dem zweiten Song hellauf begeistert. Die Erfolgssingle "The Distance" ist ein Road-Song: Treibend, packend, aufwühlend. Der Bass läuft und läuft, wird von Gitarre und Trompete flankiert, während McCrea das erste Mal seinen erstaunlich unpeinlichen Sprechgesang auspackt. Kein Wunder, dass der Song damals so erfolgreich war und "Fashion Nugget" in die Charts hievt. Einer der Tracks, die für "Herr Lehmann" Verwendung fand und damit zur Bekanntheit Cakes in Deutschland beitrugen ist "Friend Is A Four Letter Word". Es wird kaum einen Song geben, der so gut zu der Szene passt, in der Herr Lehmann verlassen wird und stinkwütend aus der Dönerbude stürmt. 'Kristall-Reiner!' brüllt er traurig durch die Nacht und McCrea singt "End is the only part of the word that I heard / Call me morbid or absurd / But to me friend is a four letter word". Der Song "Open Book" klingt bei weitem nicht so eingängig und ruft beim ersten Hören mindestens ein Stirnrunzeln hervor. Haben die ihre Gitarren nicht gestimmt? Singen die absichtlich daneben? Cake wollen entweder ihre Unangepasstheit beweisen oder den Hörer testen, aber wer weiß schon was Cake wollen – oder was sie mit ihren Texten aussagen möchten. Zum Beispiel mit dem völlig absurden "Race Car Ya-Yas": "The land of Race Car Ya-Yas / The land where large fuzzy dice, still hang proudly like testicals from rearview mirrors". Warum singt man das? Das weiß wohl nur McCrea, der übrigens wahnsinnig auf Autos und Autometaphern abfährt. "Race Car Ya-Yas" ist nicht der einzige Auto-Song auf "Fashion Nugget" und schon gar nicht in Cakes Songhistorie. "Stickshifts & Safetybelts" zum Beispiel mit einem irrsinnig schnellem Gitarren-Riff und der schönen Textzeile "A lot of good cars are japanese / but when we're driving far I need my baby / I need my baby next to me". Ist klar. McCreas andere Lieblingsthemen sind Verlassen werden, Frauen und seltsame Beziehungen. Das fröhliche "Daria", das Cover-Stück "Perhaps, Perhaps, Perhaps", mit lateinamerikanischer Trompete, und das naiv-rührende Country-Lied "She'll Come Back To Me" sind perfekte Beispiele hierfür. Wegen "Nugget" (und dem kleinen "fuck" in "I Will Survive") hat "Fashion Nugget" den berühmten "Parental Advisory"-Aufkleber bekommen, der vor zwanzig Jahren irgendwie beeindruckender wirkte. "Shut the fuck up!" brüllt die Band nämlich im Refrain. Huch, wie schlimm! In der Strophe dieses Übersongs lässt John McCrea wieder seinen Sprechgesang auf die geneigte Zuhörerschaft los. Zum Schluss steht nochmal ein Cover – auch so eine Spezialität von Cake. "Sad Songs And Waltzers", geschrieben von Willie Nelson, passt hervorragend zu Cakes ironischer Art. "It's a good thing that I'm not a star" singt McCrea und weiß, dass er und seine Band auch niemals Stars sein werden. Dafür brutzeln sie schon immer zu sehr in ihrem eigenen Saft und zelebrieren ihr Anderssein auch noch hochnäsig. Cake werden sich nie ändern und solange sie existieren Alben mit Hilfe von erneuerbaren Energien aufnehmen. Diese werden allesamt ziemlich ähnlich ausfallen und das ist gar nicht schlimm. "Fashion Nugget" jedenfalls ist dabei die Blaupause, die Essenz, das Meisterstück, auf das sich alles bezieht. Wer was anderes denkt hat keine Ahnung und soll den Mund halten. © Laut
Ab
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Pop - Erschienen am 17. September 1996 | Volcano

Es gibt nur eine wirklich gute Version von "I Will Survive", und das ist nicht das Original von Gloria Gaynor. Denn wenn es jemand geschafft hat, dieses Lied anständig zu interpretieren, dann sind das Cake. Nur mit John McCreas lakonischer Stimme, der quirligen Trompete und dem verzerrten Gitarren-Solo erhält dieser Song sein richtiges Feeling. Wer dem nicht zustimmt, dem sei der Refrain von "Nugget" ans Herz gelegt: "Shut the fuck up." Die Coverversion von "I Will Survive" ist sicherlich der bekannteste Cake-Song. Das dazugehörige zweite Album "Fashion Nugget" ihr weltweit erfolgreichstes. In Deutschland kennt man es vor allem wegen des Soundtracks zu "Herr Lehmann". Drei Songs der Platte landeten im Film, da waren längst Album Nummer drei und vier erschienen. "The Distance", die erste Single des Albums, ist auch Cakes kommerziell erfolgreichster Song und ihr Durchbruch. Mit "Fashion Nugget" spielten sich Cake nach oben. Das liegt sicherlich nicht daran, dass das Album zig Bands beeinflusst oder gar ein Genre begründet hätte. Niemand klingt wie Cake, es klang niemand vorher wie Cake und vermutlich will auch niemand wie Cake klingen. Die Kalifornier aus Sacramento leben in ihrem eigenen Kosmos. Aus dem werden sie nicht rauskommen, wie auch das 2011er "Showroom Of Compassion" deutlich macht. Nein, "Fashion Nugget" ist ein besonderes und ungewöhnlich gutes Album, weil es das Beste präsentiert, das diese Band geschaffen hat. Wer sich ernsthaft mit alternativer Rockmusik auseinandersetzt, muss Cake gehört haben. Danach wird man sie entweder lieben oder für vollkommen langweilig und irrelevant halten. Dazwischen gibt es einfach nichts. Wer nun aber Cake mag – und welcher gute Mensch tut das nicht – muss "Fashion Nugget" hören. Weil es die Essenz dessen ist, was Cake sind, wie sie klingen und welche Haltung sie einnehmen. Hier kommt all das zusammen, was Cakes Sound und Wesen ausmacht: John McCreas seltsam skurrile Texte, sein dreckig-schäbiger Gitarrensound, die fröhliche Trompete von Vincent DiFiore, großartig groovende Bassläufe, knackig knarzende Gitarren-Riffs und monotone Drums. Pop, Folk, Country, Rock, Funk und Rap: Auf keiner anderen Cake-Platte klingt das so geschmeidig wie hier – und das obwohl sich die Alben nicht sonderlich voneinander unterscheiden. Cake ist eine seltsame Band aus komischen Käuzen. Ein Trucker mit Sakko als Bandleader, der seine ironischen und wirren Text mit gelangweilter Stimme singt oder spricht und von der Bühne runter das Publikum beleidigt. Dazu eine Band, die über die Jahre so manchen Drummer und Gitarristen verschleißt. Vermutlich liegt das am durchaus schwierigen John McCrea selbst, der auf der Bühne Songs gerne mit folgendem Satz ankündigt: "This is a Song from MY third album". Dabei ist es gar nicht der exzentrische Sänger alleine, der für die Songs verantwortlich zeichnet. Auf "Fashion Nugget" ist es Gitarrist Greg Brown, der bei "The Distance", "Race Car Ya-Yas" und "Nugget" als erster Autor genannt wird. Da sind immerhin zwei der besten Cake-Songs aller Zeiten dabei. Die Besetzung auf "Fashion Nugget" besteht u.a. aus dem vielseitigen Vincent DiFiore: Trompeter, Keyboarder, Percussionist und Gegenpol zu McCrea. Schlagzeuger Todd Roper bleibt immerhin noch bis "Comfort Eagle" im Boot, wird danach aber nur noch als Special Guest aufgeführt. Victor Damiani, Basser und Gitarrist Greg Brown sind schon beim nächsten Album nicht mehr dabei. Im Internet präsentieren sich Cake schon immer absichtlich anders und unangepasst wie auf Platte. Dort landen auch Fragen wie: "Wieso klingt euer Gitarren-Sound so kaputt?" Antwort dazu: "Ich benutze eine kaputte Gitarre und einen kaputten Verstärker". Es ist genau diese kaputte Gitarre, die das großartige Cover von "I Will Survive" einleitet. Kratzig und scheppernd, dann steigt der Bass mit einem der besten Bassläufe der Welt ein. Cakes Version klingt entspannt, zurückgelehnt, groovend und vielseitig. E-Gitarre und Trompete besorgen den Rest – der Archetyp eines Cake-Songs. Der Hörer ist aber eigentlich schon spätestens mit dem zweiten Song hellauf begeistert. Die Erfolgssingle "The Distance" ist ein Road-Song: Treibend, packend, aufwühlend. Der Bass läuft und läuft, wird von Gitarre und Trompete flankiert, während McCrea das erste Mal seinen erstaunlich unpeinlichen Sprechgesang auspackt. Kein Wunder, dass der Song damals so erfolgreich war und "Fashion Nugget" in die Charts hievt. Einer der Tracks, die für "Herr Lehmann" Verwendung fand und damit zur Bekanntheit Cakes in Deutschland beitrugen ist "Friend Is A Four Letter Word". Es wird kaum einen Song geben, der so gut zu der Szene passt, in der Herr Lehmann verlassen wird und stinkwütend aus der Dönerbude stürmt. 'Kristall-Reiner!' brüllt er traurig durch die Nacht und McCrea singt "End is the only part of the word that I heard / Call me morbid or absurd / But to me friend is a four letter word". Der Song "Open Book" klingt bei weitem nicht so eingängig und ruft beim ersten Hören mindestens ein Stirnrunzeln hervor. Haben die ihre Gitarren nicht gestimmt? Singen die absichtlich daneben? Cake wollen entweder ihre Unangepasstheit beweisen oder den Hörer testen, aber wer weiß schon was Cake wollen – oder was sie mit ihren Texten aussagen möchten. Zum Beispiel mit dem völlig absurden "Race Car Ya-Yas": "The land of Race Car Ya-Yas / The land where large fuzzy dice, still hang proudly like testicals from rearview mirrors". Warum singt man das? Das weiß wohl nur McCrea, der übrigens wahnsinnig auf Autos und Autometaphern abfährt. "Race Car Ya-Yas" ist nicht der einzige Auto-Song auf "Fashion Nugget" und schon gar nicht in Cakes Songhistorie. "Stickshifts & Safetybelts" zum Beispiel mit einem irrsinnig schnellem Gitarren-Riff und der schönen Textzeile "A lot of good cars are japanese / but when we're driving far I need my baby / I need my baby next to me". Ist klar. McCreas andere Lieblingsthemen sind Verlassen werden, Frauen und seltsame Beziehungen. Das fröhliche "Daria", das Cover-Stück "Perhaps, Perhaps, Perhaps", mit lateinamerikanischer Trompete, und das naiv-rührende Country-Lied "She'll Come Back To Me" sind perfekte Beispiele hierfür. Wegen "Nugget" (und dem kleinen "fuck" in "I Will Survive") hat "Fashion Nugget" den berühmten "Parental Advisory"-Aufkleber bekommen, der vor zwanzig Jahren irgendwie beeindruckender wirkte. "Shut the fuck up!" brüllt die Band nämlich im Refrain. Huch, wie schlimm! In der Strophe dieses Übersongs lässt John McCrea wieder seinen Sprechgesang auf die geneigte Zuhörerschaft los. Zum Schluss steht nochmal ein Cover – auch so eine Spezialität von Cake. "Sad Songs And Waltzers", geschrieben von Willie Nelson, passt hervorragend zu Cakes ironischer Art. "It's a good thing that I'm not a star" singt McCrea und weiß, dass er und seine Band auch niemals Stars sein werden. Dafür brutzeln sie schon immer zu sehr in ihrem eigenen Saft und zelebrieren ihr Anderssein auch noch hochnäsig. Cake werden sich nie ändern und solange sie existieren Alben mit Hilfe von erneuerbaren Energien aufnehmen. Diese werden allesamt ziemlich ähnlich ausfallen und das ist gar nicht schlimm. "Fashion Nugget" jedenfalls ist dabei die Blaupause, die Essenz, das Meisterstück, auf das sich alles bezieht. Wer was anderes denkt hat keine Ahnung und soll den Mund halten. © Laut
Ab
CD21,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 24. Juli 2001 | Columbia

Eins gleich vorneweg: Das ist keine CD zum nebenher Hören. Mit neuen Cake-CDs ist es wie mit den Hörspielkassetten unsrer Kindheit: Du musst mit vollem Ohr dabei sein, sonst kommst du nicht mehr mit. Aber wenn du dich drauf einlässt, dann öffnet sich eine kleine Musikwunderwelt, die nicht in Schubladen einzuordnen ist und die durch ganz besondere Texte in sprödem Gesangsgewand auffällt. Cake haben die Gabe, menschliche Emotionen auf den Punkt genau zu beobachten, zu analysieren und verschlüsselt weiterzugeben. Die oft spürbare Diskrepanz zwischen fröhlicher Melodie und nachdenklichem Text führt darüber hinaus zu einem spannenden Hörerlebnis. Diese Stimmung ist gleich geblieben bei Cake, über die Jahre und Platten hinweg. Trotzdem merkt man der neuen Scheibe an, dass die Jungs älter geworden sind. Alles in allem kommt "Comfort Eagle" etwas harmonischer als früher, einfach runder und auch weniger fröhlich und inspiriert, aber dennoch verdreht genug, um aufhorchen zu lassen. Der Bass groovt, die Bläser quietschen, so weit steht dem Glück zumindest nichts im Wege. Der Opener "Opera Singer" ist gleich eines der besten Lieder des Albums. Sehr melodisch erzählt John McCrea da die Geschichte eines Opernsängers, der sowohl den Guten als auch den Bösewicht spielt, von manchen vergöttert und von anderen gehasst wird. Crea singt über seine Rolle als Popstar, aber er nimmt das Musikbiz auch satirisch aufs Korn, wenn er davon singt, dass der Opernsänger auf der Bühne auf abgeklebten Linien läuft, die ihm anzeigen, wo er seinen Hut in die Menge schmeißen soll. "Shadow Stabbing" ist der geronnene Typus eines Cake-Songs, der Country-Lo-Fi-Sound wird regelrecht zelebriert. Die erste Single in den Staaten, wo die Klangbastler ungleich erfolgreicher sind als hierzulande, ist "Short Skirt/Long Jacket". Ein kleiner ironischer Song über Wünsche und Ansprüche mit wunderbar sprödem Gesang, aber sicherlich nicht das Highlight der Platte. Verdammt gut ins Ohr geht dagegen "Commissioning A Symphony In C", das mit seiner süßen Melodie ein wenig die Assoziationen "Britpop" weckt und in dem es um Liedermacher geht. Cake scheinen auf der neuen Scheibe, immerhin mit einigen Jahren Erfahrung im Rücken, ihre eigene Rolle als Musikschaffende kritisch zu reflektieren. Lauter ist der Titelsong "Comfort Eagle", da klingelt, groovt und schreit es, das Adjektiv "cool" passt hier definitiv, wie überhaupt, zur lässigen Attitüde der Kuchenmusiker. "We don't wonder where we're going or remember where we've been", beschreibt Crea das Gefühl in der "Long Line Of Cars" und meint damit wohl auch das Leben selbst. Zu "Fasion Nugget"-Zeiten hat er in einem Interview einmal geäußert, er benutze gerne Autometaphern, da sie sich so gut aufs Leben zuschneidern ließen. Dann folgt ein Liebeslied, aber nein, es ist nicht süß, "I want to love you madly, I want to love you now!" klingt uns aus den Boxen entgegen, das ist ein Verlangen, eine Forderung, ohne jegliche sentimentale Verklärung. Ein schöner Song. Auch um Liebe geht es in "World of Two", vielmehr um eine traurige Liebesgeschichte. Denn, so singt Crea "in your world of two, there's only room for you", ein eindringlicher, bewegender Song, der es auf den Punkt bringt und sich in der Tradition der besten Cake-Songs nicht zu verstecken braucht. Man braucht einige Durchläufe, bis man in das Album hinein findet, doch dann ist es immer wieder schön. Denn eindeutig machen Cake mit ihrer Musik auch das Angebot, Spaß zu haben. Die Texte müssen nicht tiefsinnig interpretiert werden, wer will, kann auch auf die immer wiederkehrenden Bläser achten, auf den groovenden Bass - es gibt beim erneuten Hören immer wieder Neues zu entdecken und sich an Bekanntes näher heranzutasten. Gut, "Comfort Eagle" ist vermutlich nicht die beste Cake-CD, fünf Punkte hat sie trotzdem noch verdient. © Laut
Ab
CD21,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 6. Oktober 1998 | Volcano

Cake's attempt to make a smug- and irony-free album, the band's third release does hold back the barbs a bit more than usual, even if they do fall back into familiar territory: postmodern takes on postmodern life. Flipping between earnest alt-rock rhythms and jittery, funky jazz, Prolonging the Magic works best when Cake lay on the irony extra heavy, or when they make their sober ambitions mesh slightly with the type of smart-ass pop they've based a career on (like "Never There"). At least they seem to realize their place in the alt-rock universe as a novelty band with chops, counteracting the genre's overwhelming seriousness with a light dose of heavy-handed yuks. © Michael Gallucci /TiVo
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CD11,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 7. Februar 1994 | Upbeat Records

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CD21,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 5. Oktober 2004 | Columbia

Released in 2004, Pressure Chief marks Cake's tenth year with a set of sardonic, engaging alternative pop that shows the Sacramento band's economical sound unwilted after all these years. Chief features artwork and typography typical to the group, as well the familiar three-color print scheme and stiff cardstock paper. John McCrea's wit is as dry as ever, and his tongue has grown sharper with the addition of a social comment streak that occasionally goes quite cynical. Single "No Phone" decries the encroachment of technology, while "Carbon Monoxide" is an upbeat, Beatlesque number that nevertheless wonders cynically, "Where's the air?" Later, the wispily funky "Tougher Than It Is" encourages listeners to take it easy, because life's going to keep throwing curve balls anyway. Cake have always positioned themselves as cultural observers, but McCrea's opinions on Chief rely more on clarity than wryness. This doesn't make the album a downer. It opens with "Wheels," a song built from the best parts of Cake's thrifty yet effective arsenal. McCrea's narrative mostly concerns a breakup, and life moving on ("Wheels keep on spinning 'round..."). But his imagery is on overdrive once he hits the singles bar, where the "Muscular cyborg German dudes dance with sexy French Canadians." The song's punctuated by a classic Vince Di Fiore descending trumpet line and some fan-favorite "HEY!"s from McCrea. In the tradition of "I Will Survive," the band tackles another cover song, this time reinterpreting Bread's "Guitar Man." With its vintage synthesizers squiggling off the cues of an acoustic guitar, their version meanders at a comforting pace akin to Flaming Lips' "Yoshimi Battles the Pink Robots, Pt. 1," and even gives McCrea a chance to sing a little. Other highlights include "She'll Hang the Baskets," where guest Chuck Prophet fills out the mournful melody with some fuzzily toned electric guitar, and "Dime," where the charmingly home-recorded quality of Pressure Chief really stands out. Smart, subtly subversive, and always catchy -- if it ain't broke, don't fix it. © Johnny Loftus /TiVo
Ab
CD21,99 Fr.

Pop - Erschienen am 25. Dezember 2007 | Volcano

Ab
CD11,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 13. November 2007 | Upbeat Records

Ab
CD11,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 13. November 2007 | Upbeat Records

Ab
CD12,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 26. Oktober 2018 | Upbeat Records

Ab
CD8,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 3. März 2005 | Columbia

Ab
CD21,99 Fr.

Rock - Erschienen am 6. Oktober 1998 | Volcano

Cake's attempt to make a smug- and irony-free album, the band's third release does hold back the barbs a bit more than usual, even if they do fall back into familiar territory: postmodern takes on postmodern life. Flipping between earnest alt-rock rhythms and jittery, funky jazz, Prolonging the Magic works best when Cake lay on the irony extra heavy, or when they make their sober ambitions mesh slightly with the type of smart-ass pop they've based a career on (like "Never There"). At least they seem to realize their place in the alt-rock universe as a novelty band with chops, counteracting the genre's overwhelming seriousness with a light dose of heavy-handed yuks. © Michael Gallucci /TiVo
Ab
HI-RES23,02 Fr.
CD17,27 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 3. Oktober 2008 | Shuger Music

Hi-Res
Ab
CD21,99 Fr.

Pop - Erschienen am 5. Oktober 2004 | Columbia

Released in 2004, Pressure Chief marks Cake's tenth year with a set of sardonic, engaging alternative pop that shows the Sacramento band's economical sound unwilted after all these years. Chief features artwork and typography typical to the group, as well the familiar three-color print scheme and stiff cardstock paper. John McCrea's wit is as dry as ever, and his tongue has grown sharper with the addition of a social comment streak that occasionally goes quite cynical. Single "No Phone" decries the encroachment of technology, while "Carbon Monoxide" is an upbeat, Beatlesque number that nevertheless wonders cynically, "Where's the air?" Later, the wispily funky "Tougher Than It Is" encourages listeners to take it easy, because life's going to keep throwing curve balls anyway. Cake have always positioned themselves as cultural observers, but McCrea's opinions on Chief rely more on clarity than wryness. This doesn't make the album a downer. It opens with "Wheels," a song built from the best parts of Cake's thrifty yet effective arsenal. McCrea's narrative mostly concerns a breakup, and life moving on ("Wheels keep on spinning 'round..."). But his imagery is on overdrive once he hits the singles bar, where the "Muscular cyborg German dudes dance with sexy French Canadians." The song's punctuated by a classic Vince Di Fiore descending trumpet line and some fan-favorite "HEY!"s from McCrea. In the tradition of "I Will Survive," the band tackles another cover song, this time reinterpreting Bread's "Guitar Man." With its vintage synthesizers squiggling off the cues of an acoustic guitar, their version meanders at a comforting pace akin to Flaming Lips' "Yoshimi Battles the Pink Robots, Pt. 1," and even gives McCrea a chance to sing a little. Other highlights include "She'll Hang the Baskets," where guest Chuck Prophet fills out the mournful melody with some fuzzily toned electric guitar, and "Dime," where the charmingly home-recorded quality of Pressure Chief really stands out. Smart, subtly subversive, and always catchy -- if it ain't broke, don't fix it. © Johnny Loftus /TiVo
Ab
CD21,99 Fr.

Pop - Erschienen am 24. Juli 2001 | Columbia

Eins gleich vorneweg: Das ist keine CD zum nebenher Hören. Mit neuen Cake-CDs ist es wie mit den Hörspielkassetten unsrer Kindheit: Du musst mit vollem Ohr dabei sein, sonst kommst du nicht mehr mit. Aber wenn du dich drauf einlässt, dann öffnet sich eine kleine Musikwunderwelt, die nicht in Schubladen einzuordnen ist und die durch ganz besondere Texte in sprödem Gesangsgewand auffällt. Cake haben die Gabe, menschliche Emotionen auf den Punkt genau zu beobachten, zu analysieren und verschlüsselt weiterzugeben. Die oft spürbare Diskrepanz zwischen fröhlicher Melodie und nachdenklichem Text führt darüber hinaus zu einem spannenden Hörerlebnis. Diese Stimmung ist gleich geblieben bei Cake, über die Jahre und Platten hinweg. Trotzdem merkt man der neuen Scheibe an, dass die Jungs älter geworden sind. Alles in allem kommt "Comfort Eagle" etwas harmonischer als früher, einfach runder und auch weniger fröhlich und inspiriert, aber dennoch verdreht genug, um aufhorchen zu lassen. Der Bass groovt, die Bläser quietschen, so weit steht dem Glück zumindest nichts im Wege. Der Opener "Opera Singer" ist gleich eines der besten Lieder des Albums. Sehr melodisch erzählt John McCrea da die Geschichte eines Opernsängers, der sowohl den Guten als auch den Bösewicht spielt, von manchen vergöttert und von anderen gehasst wird. Crea singt über seine Rolle als Popstar, aber er nimmt das Musikbiz auch satirisch aufs Korn, wenn er davon singt, dass der Opernsänger auf der Bühne auf abgeklebten Linien läuft, die ihm anzeigen, wo er seinen Hut in die Menge schmeißen soll. "Shadow Stabbing" ist der geronnene Typus eines Cake-Songs, der Country-Lo-Fi-Sound wird regelrecht zelebriert. Die erste Single in den Staaten, wo die Klangbastler ungleich erfolgreicher sind als hierzulande, ist "Short Skirt/Long Jacket". Ein kleiner ironischer Song über Wünsche und Ansprüche mit wunderbar sprödem Gesang, aber sicherlich nicht das Highlight der Platte. Verdammt gut ins Ohr geht dagegen "Commissioning A Symphony In C", das mit seiner süßen Melodie ein wenig die Assoziationen "Britpop" weckt und in dem es um Liedermacher geht. Cake scheinen auf der neuen Scheibe, immerhin mit einigen Jahren Erfahrung im Rücken, ihre eigene Rolle als Musikschaffende kritisch zu reflektieren. Lauter ist der Titelsong "Comfort Eagle", da klingelt, groovt und schreit es, das Adjektiv "cool" passt hier definitiv, wie überhaupt, zur lässigen Attitüde der Kuchenmusiker. "We don't wonder where we're going or remember where we've been", beschreibt Crea das Gefühl in der "Long Line Of Cars" und meint damit wohl auch das Leben selbst. Zu "Fasion Nugget"-Zeiten hat er in einem Interview einmal geäußert, er benutze gerne Autometaphern, da sie sich so gut aufs Leben zuschneidern ließen. Dann folgt ein Liebeslied, aber nein, es ist nicht süß, "I want to love you madly, I want to love you now!" klingt uns aus den Boxen entgegen, das ist ein Verlangen, eine Forderung, ohne jegliche sentimentale Verklärung. Ein schöner Song. Auch um Liebe geht es in "World of Two", vielmehr um eine traurige Liebesgeschichte. Denn, so singt Crea "in your world of two, there's only room for you", ein eindringlicher, bewegender Song, der es auf den Punkt bringt und sich in der Tradition der besten Cake-Songs nicht zu verstecken braucht. Man braucht einige Durchläufe, bis man in das Album hinein findet, doch dann ist es immer wieder schön. Denn eindeutig machen Cake mit ihrer Musik auch das Angebot, Spaß zu haben. Die Texte müssen nicht tiefsinnig interpretiert werden, wer will, kann auch auf die immer wiederkehrenden Bläser achten, auf den groovenden Bass - es gibt beim erneuten Hören immer wieder Neues zu entdecken und sich an Bekanntes näher heranzutasten. Gut, "Comfort Eagle" ist vermutlich nicht die beste Cake-CD, fünf Punkte hat sie trotzdem noch verdient. © Laut
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