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Die Alben

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Alternativ und Indie - Erschienen am 15. Juni 2018 | New Voodoo Records

Johnny Marr ist ein britischer Gentleman, ein Sunnyboy und ein Gitarrengott. Außerdem noch Nichtraucher, Nichttrinker, Langstreckenläufer und Veganer. Er tritt Journalisten also in bester Verfassung gegenüber, wenn diese ihn 30 Jahre nach der Smiths-Trennung unnachgiebig nach einer Reunion fragen. Manchmal soll Marr bei der Beantwortung der Frage sogar lachen, heißt es. Man freut sich sowieso immer über Interviews mit ihm, weil man weiß, dass hier nichts Bedrohliches oder gar Verleumderisches kommt, einfach weil sich Marr des neurolinguistischen Kniffes bedient, vor dem Sprechen seine linke Gehirnhälfte miteinzubeziehen. Diese Gabe ist seinem früheren Kollegen Morrissey bekanntlich seit einer Weile abhanden gekommen, was die Smiths-Frage ohnehin redundant macht. Wer jedoch auf Gossip wie die letzte Begegnung der beiden Indie-Rock-Heroen in einem Pub in Manchester steht, greife zu Marrs (auch sonst) empfehlenswerter 2017er Autobiographie "Set The Boy Free". Dass seine dritte Soloscheibe "Call The Comet" wieder ein rundes Indie-Pop-Album werden würde, war dagegen nicht vorhersehbar, denn Marrs kreative Formkurve zeigte zuletzt auf "Playland" bedenklich nach unten. Nur eineinhalb Jahre nach dem formidablen Einstand mit "The Messenger" erschienen, wirkte der Gitarrist plötzlich seltsam versteinert, wovon schon das Albumcover kündete. Was in den darauf folgenden knapp vier Jahren vor allem in der politischen Welt geschah, ging nicht spurlos an ihm vorbei. So beginnt "Call The Comet" mit den anklagenden Worten des Songs "Rise": "Now here they come / it's the dawn of the dogs / They hound they howl / never let up / the fear is on (...) destiny is rising". Marr weist lyrische Bezüge zu Trump und Brexit von sich, gibt aber zu, dass ihn einige Entwicklungen, etwa die steigende Popularität rechtsnationaler Weltanschauungen, sehr beunruhigen. Dass er deshalb keine Preacherpose einnimmt, war abzusehen: "Es ist eher meine emotionale Antwort darauf. Musik kann auch eine Flucht darstellen und eine Trotzhaltung." Diese spiegelt sich sehr schön in den giftigen Riffs des für seine Verhältnisse breitbeinigen Openers wieder. Dort entwirft Marr die Zukunftsutopie einer alternativen Gesellschaft, die sich um Menschlichkeit und Miteinander bemüht. Irgendwo zwischen den Cribs, U2 und Charlatans ist Marr dabei ein kantiger Rocker gelungen, der ihm gut zu Gesicht steht. Der Vorabtrack "The Tracers" mit himmelsstürmenden Woo-hoo-Chören und federnden Keyboard-Lines erinnert dann wieder daran, dass Marr häufig Probleme hat, eine gute Strophe mit einem nachfolgenden Refrain noch zu toppen. Weswegen er ihn hier gleich ganz weglässt. In "Hey Angel" spielt er eines der längsten Gitarrensoli seiner Karriere, bevor "Hi Hello" dem Gros seiner Fans dann noch einmal vor Augen führt, dass es da dieses eine Licht gibt, das niemals erlischt. Eine der ganz großen Album-Hymen, zusammen mit dem großartigen "Day In Day Out". Das sechsminütige "Walk Into The Sea", auf dem ihn Tochter Sonny begleitet, beginnt als Ballade, entwickelt sich dann zu einem vibrierenden Mantra, bevor Marr in "Bug" sein bisher gut verborgenes Funk-Pop-Können ausspielt. Melodien-Maniacs - und welcher Marr-Anhänger ist das nicht - sollten bis zum Ende durchhalten. In "Spiral Cities" erklingt wieder seine alte 80s-Indie-Rickenbacker, "My Eternal" ist das Uptempo-Geschwisterchen von "Easy Money", während "A Different Gun", geschrieben nach den Terrorattacken in Nizza und Manchester, eine lange nicht gehörte Intensität ausstrahlt. Mit dieser Platte unterstreicht Johnny Marr endlich wieder seinen Ausnahmestatus, selbst als unbekanntester Gitarrist der Champions League. Und seine Antwort auf die ewige Smiths-Frage? So cool wie vielsagend: "Ich bin sehr glücklich, dass man mich überhaupt für etwas kennt." © Laut
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Pop - Erschienen am 22. Februar 2013 | Warner Records

Booklet
Johnny Marr und Dave Grohl haben vieles gemeinsam: Beide gelten als unangefochtene Rock'n'Roll-Sunnyboys, denen nicht mal am Horizont irgend jemand etwas Böses wünscht. Die musikalischen Pioniertaten ihrer Jugend wirken nach wie vor alles andere als antiquiert, werden von jeder neuen Generation abgefeiert und verleihen den Protagonisten dadurch den Status der "living legend". Und doch gibt es einen gewichtigen Unterschied: Johnny Marrs genialer Widerpart der goldenen Historie ist noch am Leben, weshalb der Gitarrist aus Manchester seit exakt 1987, dem Jahr der Smiths-Trennung, mit Fragen nach einer Reunion belästigt wird. Kein einfaches Los, doch der wohl erzogene Marr erträgt es mit Fassung, beantwortet auch unverschämte Fragen gelassen ("Was hatte Morrissey auf seinem Toast?") und besitzt somit den Anspruch darauf, ein Album "The Messenger" zu nennen. Allen Smiths-Nostalgikern sei gleich gesagt: Es ist natürlich kein Smiths-Album. Stattdessen aber das Album eines Smiths-Gitarristen, der diesen besonderen, selbst entworfenen, hellen Rickenbacker-Klang über die Therapiegruppen-Umwege The Cribs und Modest Mouse endlich wieder in seinem eigenen Sound zulässt. Gleich bei "European Me" fliegen sich Anhänger des melodieseligen 80er Jahre-Indie Rock verzückt in die Arme, so lässig gelingt Marr die Integration alter Trademarks in ein modernes Gitarrenrock-Klangbild. Dass die abfallende Tonfolge der Leadgitarre entfernt an The Cures "Just Like Heaven" erinnert, schmälert das Vergnügen natürlich in keinster Weise. Man kennt diesen besonderen Klang und man kennt gewisse melancholische Melodiebögen, was man dagegen nicht so kennt, ist Marrs Stimme. Grohl hatte da mehr Glück: Weil er bei Nirvana nie komponieren musste, stehen seine Foo Fighters heute schön autark da. Genau wie er hat auch Johnny Marr eine nette, klare Stimme, die nur im Wissen um die ihrer Ex-Sängerkollegen unmarkant oder beliebig wirkt. Vor allem in der ersten Hälfte überzeugt das Album: Auch "Generate! Generate!" wird von Marrs runden Gitarrenläufen nach vorne getrieben, in "I Want The Heartbeat" spannt Marr den Bogen zum Buzzcocks-Punkrock, bevor er im Album-Highlight "Lockdown" alle Singalong-Register zieht und seinen Status als Indie-König untermauert. Mit generöser Geste wirft er im akustischen Beginn von "New Town Velocity" allen Smiths-Jüngern "Queen Is Dead"-Brocken vor die Füße, bevor er in der trägen Ballade "Say Demesne" dann doch den Faden verliert. Erst der herrlich rumpelnde New Wave in "The Crack-Up" bringt ihn zurück in die Spur und steht mit dem smarten "The Messenger" ganz oben auf der Hitliste. "The Right Thing Right" und "Upstarts", die an die uninspirierteren Cribs-Sachen erinnern, sind zu vernachlässigen, in "Word Starts Attack" begeistert vor allem Marrs dickes Punk-Riff, gegen dessen Klasse sich der Song ein bisschen schwer tut. Textlich sollte man auch nicht so genau hinhören, wenngleich sich manches Klischee nicht verheimlichen lässt ("I want the heartbeat / I want the heartbeat / Get me your whole machine / technology, technology"), aber wir haben es hier halt einfach mit einem Gitarristen zu tun, der seine Lieder singt - einer der besten seiner Generation obendrein. "The Messenger" ist ein vielseitiges, teilweise überraschendes Album geworden, das Marr hoffentlich den zweiten Frühling beschert, den sein bekannter Fan Noel Gallgher mit den High Flying Birds 2011 genießen durfte. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 30. September 2014 | New Voodoo Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 9. Oktober 2015 | New Voodoo Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 8. August 2019 | New Voodoo Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 22. Februar 2019 | New Voodoo Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 3. Oktober 2014 | New Voodoo Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 9. November 2018 | New Voodoo Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. April 2015 | New Voodoo Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 11. Mai 2018 | New Voodoo Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 14. Dezember 2018 | New Voodoo Records

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Rock - Erschienen am 19. Juli 2013 | Warner Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 11. Dezember 2017 | New Voodoo Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. April 2015 | New Voodoo Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 26. Juni 2015 | New Voodoo Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 22. März 2019 | New Voodoo Records

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Pop - Erschienen am 15. November 2010 | Chrysalis Copyrights

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Alternativ und Indie - Erschienen am 12. Dezember 2014 | New Voodoo Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. April 2018 | New Voodoo Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. September 2018 | New Voodoo Records