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Paul McCartney|McCartney III

McCartney III

Paul McCartney

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Schon der Titel lässt das Beatles- und McCartney-Herz höher schlagen, denn den eigenen Namen hat der wohl einflussreichste Musiker der Pop-Geschichte nur für ganz besondere Alben verwendet. Oder besser für solche, die in besonderen Momenten in seinem Leben entstanden. Gemeinsam haben sie einen widrigen Auslöser und unverhofft viel Zeit zur Verfügung. Während die meisten von uns Trübsal geblasen oder die Wohnung entmistet hätten, tat McCartney stets das, was er am besten kann: Zu Gitarre oder Klavier greifen und neue Songs schreiben. Ganz so dramatisch wie bei der Entstehung der Alben "I" (1970, während der Trennung der Beatles) und "II" (1980, nach der Auflösung von Wings) war es diesmal zum Glück nicht. Ernsthaft war die Lage trotzdem, denn statt sich für seine anstehende Europatour vorzubereiten, die ihn unter anderem in die malerische toskanische Stadt Lucca und zum krönenden Abschluss zum Glastonbury-Festival geführt hätten, fand sich McCartney im März 2020 in seinem Landhaus an der Küste zwischen Brighton und Dover wieder. Der plötzliche Corona-Lockdown brachte unverhofft Gesellschaft, nämlich die seine Tochter Mary und ihrer vier Kinder. So fanden sich drei Generationen McCartney unter einem Dach wieder. Trotz der dramatischen Umstände eine schöne Situation, wie McCartney erklärte, denn so konnte er viel Zeit mit seinen Enkeln verbringen. Praktisch auch, dass er sich auf dem Grundstück, auf dem eine Jahrhunderte alte Mühle steht, schon vor Jahren ein Studio eingerichtet hat, in dem er tagsüber werkeln konnte. Ein Projekt stand tatsächlich an: Die Aufnahme einer instrumentalen Begleitung für einen kurzen animierten Film, den er sich mich dem befreundeten Regisseur Geoff Dunbar ausgedacht hatte. Anlass war eines der Lieder, die er 1997 bei einer Session mit Beatles-Produzent George Martin aufgenommen hatte. "Calico Skies", landete auf dem Album "Flaming Pie", das in einer Pause als Solostück entstandene "When Winter Comes" dagegen in einer Schublade. McCartney hatte sich überlegt, es als Bonustrack in eine Neuauflage des Albums zu packen, befürchtete aber, dass es untergehen würde, deshalb die Idee, es als Kurzfilm zu veröffentlichen. Kaum abwegig, schließlich hatte er mit Dunbar im letzen Jahrtausend mehrmals zusammen gearbeitet, unter anderem 1985 bei "Rupert And The Frog Song". Das Stück mit dem Titel "Long Tailed Winter Bird", eine bluesige Nummer mit Gitarre, Bass, eingestreuten Wörtern und zum Schluss auch mit Schlagzeug, war schnell eingespielt, der Lockdown aber noch lang (letztlich wurden es sechs Wochen). McCartney nahm sich also Lieder vor, die er halbfertig liegen gelassen hatte. Darunter "Deep Deep Feeling", eine experimentierfreudige Mischung, die im Wesentlichen aus Schlagzeug, Sprechgesang, Falsettoeinlagen und einem "Chor" besteht, in dem McCartney über die Liebe sinniert. "Es war einfach schön, im Studio zu arbeiten. Mary hat jeden Abend gekocht, denn das macht sie sehr gerne. Während wir auf das Essen warteten, fragte sie mich immer, was ich am Tag gemacht habe, und so spielte ich ihr auch dieses Stück vor. Ich wollte einfach nicht, dass es endet. Ich dachte zwar, es ist zu lang und selbstverliebt, schließlich habe ich aber beschlossen, dass ich es mag und es einfach so belassen", erzählt McCartney in einem Interview mit der Zeitschrift Loud And Quiet. Mit über acht Minuten ist es mit Abstand das längste Stück des Albums. Mary ging zum Glück auch ihrem Beruf nach, dem als Fotografin. Sie hielt die Arbeit ihres Vaters fest, womit sich ein schöner Kreis schließt, denn auf "I" war sie, erst wenige Monate alt, auf der Rückseite des Albums zu sehen, wie sie auf der Brust ihres Vaters lag. Eines der bekanntesten Bilder ihrer Mutter Linda. Weitere Lieder entstanden ganz neu. McCartney spielte sie mit dem Instrument ein, mit dem er sie erdacht hatte und fügte dann weitere hinzu. "Find My Way" ist eine weitere eher schnelle Nummer, die stellenweise fast schon gesampelt wirkt. "Pretty Boys" dagegen eine typische McCartney-Ballade mit Gitarre, Bass und Schlagzeug. "Women And Waves" entstand am Klavier. Hier zeigt sich auch, dass McCartneys Stimme nicht mehr jede Kraft besitzt, die sie noch vor 15 Jahren hatte. "Lavatory Lil" könnte die Schwester, oder gute Freundin, von Lovely Rita oder Polythene Pam sein, mit einem coolem, leicht schrägem Gitarrenriff, das auch von seinem Kumpel Keith Richards stammen könnte. "Slidin'" ginge mit etwas stärkerer Verzerrung sogar fast schon als Hard Rock durch, "The Kiss Of Venus" ist eine jeder fröhlichen, kurzen akustischen Gitarrennummern, die McCartney im Laufe seiner Karriere zu Dutzenden aus den Ärmeln geschüttelt hat. "Seize The Day" enthält McCartney Lehre aus der Corona-Zeit: Genieße das Hier und Jetzt, denn du weißt nie, was morgen passiert. Musikalisch ist es eine eher entbehrliche Schunkel-Nummer der Sorte, die er ebenfalls schon Dutzende Male geschrieben hat. Nach dem eher öden "Deep Down" kommt zum Schluss noch als Schmankerl das Stück zum Zeichentrickfilm, als Einleitung aber noch das Thema aus dem Opener, wodurch sich der verlängerte Titel "Winter Bird / When Winter Comes" ergibt. Als der Lockdown endete, überlegte sich McCartney, was er mit dem Material anfangen solle. Schließlich "leuchtete eine kleine Glühbirne auf. Warte mal, sagte ich mir, das ist doch genauso wie bei Paul McCartney I und II, da habe ich doch auch alles selbst aufgenommen. Also ist das hier auch ein McCartney-Album." So spontan die Entstehung, so beeindruckend die Marketing-Maschinerie, die Ende August anlief. Erst ging die Webseite "mccartneyiii.com" online, zunächst nur mit der erfundenen Fehlermeldung "303" statt der üblichen "404". Im Oktober erschienen dann auf YouTube zwei Snippets, gefolgt von zwei Interviews in einer Radiosendung der BBC und der Zeitschrift Loud And Quiet. Schließlich wurden die einzelnen Songtitel auf Facebook veröffentlicht, als Graffiti in verschiedenen Metropolen, begleitet von der Partitur der Gesangslinie der ersten Zeilen. Unter dem Hashtag #12daysofpaul wurden Musiker dazu aufgefordert, die Songs zu covern - oder in dem Fall anhand der Partitur weiterzuspinnen. Die nachhaltigste Aktion ist jedoch die Vielfalt der Formate, in denen das Album erscheint. Neben CD und Download gibt es Vinylpressungen in vielen unterschiedlichen Farben, darunter pink für die US-Kette Newbury Comics, orange für uDiscover (der Online-Shop seines Labels Universal), "Coke-bottle clear" für die Gruppe #spotifyfansfirst, blau und durchsichtig für unabhängige Plattenläden. Am interessantesten für Sammlerherzen dürfte jedoch die Ausgabe in Gelb mit schwarzen Punkten sein, die Jack Whites Label Third Man Records herausbringt und die auf 333 Exemplare limitiert ist. Wer die verpasst hat, kann versuchen, eine der 3.000 roten zu ergattern, die ebenfalls bei Third Man erscheinen. Ach ja, schnödes Schwarz gibt es natürlich auch. Egal in welcher Farbe und Format, wird sich "Paul McCartney III" nicht mit den verheerenden Kritiken herumschlagen müssen, die "I" und "II" hervor riefen. Und auch nicht jenen Kultstatus erlangen, den die Vorgänger längst inne haben. Schließlich gilt "I" als die Mutter aller erfolgreich in den eigenen vier Wänden aufgenommen Platten, während "II", als Spielerei mit Synthesizer und Sequencer entstanden, unter DJs und Samplern hohes Ansehen genießt. McCartney ist mittlerweile eine solche Ikone und so beliebt, dass er sich dabei aufnehmen könnte, wie er eine halbe Stunde lang mit Mundwasser gurgelt, und damit Erfolg hätte. Unabhängig davon ist "III" das erstaunlich gut gelungene Zeugnis eines Menschen, der mittlerweile 78 intensive Jahre hinter sich hat. Davon etwa 56 als Superstar. Dass er dabei bodenständig geblieben ist und sich immer noch wie ein kleiner Junge auf seine Touren und neue Songs freut, zeichnet ihn als Menschen und Künstler ganz besonders aus. Seinen Humor hat er zum Glück auch noch nicht verloren. Gerüchten zufolge soll "III" sein letztes Album sein, so eine Frage im Interview mit Loud And Quiet. "Alles, was ich tue, ist angeblich zum letzten Mal", so McCartney. "Als ich 50 wurde hieß es, das sei meine letzte Tour. Ich dachte mir, 'wirklich?' So funktioniert es halt mit den Gerüchten, aber das ist schon OK. Als wir 'Abbey Road' aufgenommen haben, soll ich bereits tot gewesen sein. Alles, was danach kam, ist also ein Bonus".
© Laut

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McCartney III

Paul McCartney

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1
Long Tailed Winter Bird
00:05:16

Paul Mccartney, Producer, Drums, Acoustic Guitar, Recorder, Vocals, Harmonium, Hofner Bass, MainArtist, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Steve Orchard, Mixer, Engineer, StudioPersonnel

℗ 2020 MPL Communications Ltd

2
Find My Way
00:03:54

Paul Mccartney, Producer, Drums, Acoustic Guitar, Electric Guitar, Harpsichord, Piano, Vocals, Synth Bass, Moog Bass, Hofner Bass, MainArtist, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Steve Orchard, Mixer, Engineer, StudioPersonnel

℗ 2020 MPL Communications Ltd

3
Pretty Boys
00:03:00

Paul Mccartney, Producer, Double Bass, Drums, Acoustic Guitar, Electric Guitar, Harpsichord, Piano, Vocals, MainArtist, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Steve Orchard, Mixer, Engineer, StudioPersonnel

℗ 2020 MPL Communications Ltd

4
Women And Wives
00:02:52

Paul Mccartney, Producer, Double Bass, Drums, Piano, Vocals, MainArtist, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Steve Orchard, Mixer, Engineer, StudioPersonnel

℗ 2020 MPL Communications Ltd

5
Lavatory Lil
00:02:22

Paul Mccartney, Producer, Drums, Acoustic Guitar, Electric Guitar, Vocals, Moog Bass, MainArtist, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Steve Orchard, Mixer, Engineer, StudioPersonnel

℗ 2020 MPL Communications Ltd

6
Deep Deep Feeling
00:08:25

Paul Mccartney, Producer, Drums, Acoustic Guitar, Electric Guitar, Piano, Vocals, Synthesizer, Maracas, Mellotron, Foot Stamping, Hofner Bass, MainArtist, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Steve Orchard, Mixer, Engineer, StudioPersonnel

℗ 2020 MPL Communications Ltd

7
Slidin'
00:03:23

Rusty Anderson, Electric Guitar, AssociatedPerformer - Greg Kurstin, Producer, Co-Producer - Paul Mccartney, Producer, Electric Guitar, Vocals, Hofner Bass, MainArtist, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Steve Orchard, Mixer, Engineer, StudioPersonnel - Abe Laboriel Jr., Drums, AssociatedPerformer - alex pasco, Engineer, StudioPersonnel

℗ 2020 MPL Communications Ltd

8
The Kiss Of Venus
00:03:06

Paul Mccartney, Producer, Acoustic Guitar, Harpsichord, Vocals, MainArtist, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Steve Orchard, Engineer, StudioPersonnel

℗ 2020 MPL Communications Ltd

9
Seize The Day
00:03:20

Paul Mccartney, Producer, Drums, Electric Guitar, Piano, Tambourine, Vocals, Maracas, Rhodes , Wurlitzer Electric Piano, Hofner Bass, MainArtist, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Steve Orchard, Mixer, Engineer, StudioPersonnel

℗ 2020 MPL Communications Ltd

10
Deep Down
00:05:52

Paul Mccartney, Producer, Drums, Acoustic Guitar, Vocals, Harmonium, Moog Bass, Rhodes , MainArtist, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Steve Orchard, Mixer, Engineer, StudioPersonnel

℗ 2020 MPL Communications Ltd

11
Winter Bird / When Winter Comes
00:03:12

Paul Mccartney, Producer, Acoustic Guitar, Percussion, Recorder, Vocals, Harmonium, Mellotron, Hofner Bass, MainArtist, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Steve Orchard, Mixer, Engineer, StudioPersonnel - George Martin, Producer, Co-Producer - Bob Kraushaar, Engineer, StudioPersonnel

℗ 2020 MPL Communications Ltd

Albumbeschreibung

Schon der Titel lässt das Beatles- und McCartney-Herz höher schlagen, denn den eigenen Namen hat der wohl einflussreichste Musiker der Pop-Geschichte nur für ganz besondere Alben verwendet. Oder besser für solche, die in besonderen Momenten in seinem Leben entstanden. Gemeinsam haben sie einen widrigen Auslöser und unverhofft viel Zeit zur Verfügung. Während die meisten von uns Trübsal geblasen oder die Wohnung entmistet hätten, tat McCartney stets das, was er am besten kann: Zu Gitarre oder Klavier greifen und neue Songs schreiben. Ganz so dramatisch wie bei der Entstehung der Alben "I" (1970, während der Trennung der Beatles) und "II" (1980, nach der Auflösung von Wings) war es diesmal zum Glück nicht. Ernsthaft war die Lage trotzdem, denn statt sich für seine anstehende Europatour vorzubereiten, die ihn unter anderem in die malerische toskanische Stadt Lucca und zum krönenden Abschluss zum Glastonbury-Festival geführt hätten, fand sich McCartney im März 2020 in seinem Landhaus an der Küste zwischen Brighton und Dover wieder. Der plötzliche Corona-Lockdown brachte unverhofft Gesellschaft, nämlich die seine Tochter Mary und ihrer vier Kinder. So fanden sich drei Generationen McCartney unter einem Dach wieder. Trotz der dramatischen Umstände eine schöne Situation, wie McCartney erklärte, denn so konnte er viel Zeit mit seinen Enkeln verbringen. Praktisch auch, dass er sich auf dem Grundstück, auf dem eine Jahrhunderte alte Mühle steht, schon vor Jahren ein Studio eingerichtet hat, in dem er tagsüber werkeln konnte. Ein Projekt stand tatsächlich an: Die Aufnahme einer instrumentalen Begleitung für einen kurzen animierten Film, den er sich mich dem befreundeten Regisseur Geoff Dunbar ausgedacht hatte. Anlass war eines der Lieder, die er 1997 bei einer Session mit Beatles-Produzent George Martin aufgenommen hatte. "Calico Skies", landete auf dem Album "Flaming Pie", das in einer Pause als Solostück entstandene "When Winter Comes" dagegen in einer Schublade. McCartney hatte sich überlegt, es als Bonustrack in eine Neuauflage des Albums zu packen, befürchtete aber, dass es untergehen würde, deshalb die Idee, es als Kurzfilm zu veröffentlichen. Kaum abwegig, schließlich hatte er mit Dunbar im letzen Jahrtausend mehrmals zusammen gearbeitet, unter anderem 1985 bei "Rupert And The Frog Song". Das Stück mit dem Titel "Long Tailed Winter Bird", eine bluesige Nummer mit Gitarre, Bass, eingestreuten Wörtern und zum Schluss auch mit Schlagzeug, war schnell eingespielt, der Lockdown aber noch lang (letztlich wurden es sechs Wochen). McCartney nahm sich also Lieder vor, die er halbfertig liegen gelassen hatte. Darunter "Deep Deep Feeling", eine experimentierfreudige Mischung, die im Wesentlichen aus Schlagzeug, Sprechgesang, Falsettoeinlagen und einem "Chor" besteht, in dem McCartney über die Liebe sinniert. "Es war einfach schön, im Studio zu arbeiten. Mary hat jeden Abend gekocht, denn das macht sie sehr gerne. Während wir auf das Essen warteten, fragte sie mich immer, was ich am Tag gemacht habe, und so spielte ich ihr auch dieses Stück vor. Ich wollte einfach nicht, dass es endet. Ich dachte zwar, es ist zu lang und selbstverliebt, schließlich habe ich aber beschlossen, dass ich es mag und es einfach so belassen", erzählt McCartney in einem Interview mit der Zeitschrift Loud And Quiet. Mit über acht Minuten ist es mit Abstand das längste Stück des Albums. Mary ging zum Glück auch ihrem Beruf nach, dem als Fotografin. Sie hielt die Arbeit ihres Vaters fest, womit sich ein schöner Kreis schließt, denn auf "I" war sie, erst wenige Monate alt, auf der Rückseite des Albums zu sehen, wie sie auf der Brust ihres Vaters lag. Eines der bekanntesten Bilder ihrer Mutter Linda. Weitere Lieder entstanden ganz neu. McCartney spielte sie mit dem Instrument ein, mit dem er sie erdacht hatte und fügte dann weitere hinzu. "Find My Way" ist eine weitere eher schnelle Nummer, die stellenweise fast schon gesampelt wirkt. "Pretty Boys" dagegen eine typische McCartney-Ballade mit Gitarre, Bass und Schlagzeug. "Women And Waves" entstand am Klavier. Hier zeigt sich auch, dass McCartneys Stimme nicht mehr jede Kraft besitzt, die sie noch vor 15 Jahren hatte. "Lavatory Lil" könnte die Schwester, oder gute Freundin, von Lovely Rita oder Polythene Pam sein, mit einem coolem, leicht schrägem Gitarrenriff, das auch von seinem Kumpel Keith Richards stammen könnte. "Slidin'" ginge mit etwas stärkerer Verzerrung sogar fast schon als Hard Rock durch, "The Kiss Of Venus" ist eine jeder fröhlichen, kurzen akustischen Gitarrennummern, die McCartney im Laufe seiner Karriere zu Dutzenden aus den Ärmeln geschüttelt hat. "Seize The Day" enthält McCartney Lehre aus der Corona-Zeit: Genieße das Hier und Jetzt, denn du weißt nie, was morgen passiert. Musikalisch ist es eine eher entbehrliche Schunkel-Nummer der Sorte, die er ebenfalls schon Dutzende Male geschrieben hat. Nach dem eher öden "Deep Down" kommt zum Schluss noch als Schmankerl das Stück zum Zeichentrickfilm, als Einleitung aber noch das Thema aus dem Opener, wodurch sich der verlängerte Titel "Winter Bird / When Winter Comes" ergibt. Als der Lockdown endete, überlegte sich McCartney, was er mit dem Material anfangen solle. Schließlich "leuchtete eine kleine Glühbirne auf. Warte mal, sagte ich mir, das ist doch genauso wie bei Paul McCartney I und II, da habe ich doch auch alles selbst aufgenommen. Also ist das hier auch ein McCartney-Album." So spontan die Entstehung, so beeindruckend die Marketing-Maschinerie, die Ende August anlief. Erst ging die Webseite "mccartneyiii.com" online, zunächst nur mit der erfundenen Fehlermeldung "303" statt der üblichen "404". Im Oktober erschienen dann auf YouTube zwei Snippets, gefolgt von zwei Interviews in einer Radiosendung der BBC und der Zeitschrift Loud And Quiet. Schließlich wurden die einzelnen Songtitel auf Facebook veröffentlicht, als Graffiti in verschiedenen Metropolen, begleitet von der Partitur der Gesangslinie der ersten Zeilen. Unter dem Hashtag #12daysofpaul wurden Musiker dazu aufgefordert, die Songs zu covern - oder in dem Fall anhand der Partitur weiterzuspinnen. Die nachhaltigste Aktion ist jedoch die Vielfalt der Formate, in denen das Album erscheint. Neben CD und Download gibt es Vinylpressungen in vielen unterschiedlichen Farben, darunter pink für die US-Kette Newbury Comics, orange für uDiscover (der Online-Shop seines Labels Universal), "Coke-bottle clear" für die Gruppe #spotifyfansfirst, blau und durchsichtig für unabhängige Plattenläden. Am interessantesten für Sammlerherzen dürfte jedoch die Ausgabe in Gelb mit schwarzen Punkten sein, die Jack Whites Label Third Man Records herausbringt und die auf 333 Exemplare limitiert ist. Wer die verpasst hat, kann versuchen, eine der 3.000 roten zu ergattern, die ebenfalls bei Third Man erscheinen. Ach ja, schnödes Schwarz gibt es natürlich auch. Egal in welcher Farbe und Format, wird sich "Paul McCartney III" nicht mit den verheerenden Kritiken herumschlagen müssen, die "I" und "II" hervor riefen. Und auch nicht jenen Kultstatus erlangen, den die Vorgänger längst inne haben. Schließlich gilt "I" als die Mutter aller erfolgreich in den eigenen vier Wänden aufgenommen Platten, während "II", als Spielerei mit Synthesizer und Sequencer entstanden, unter DJs und Samplern hohes Ansehen genießt. McCartney ist mittlerweile eine solche Ikone und so beliebt, dass er sich dabei aufnehmen könnte, wie er eine halbe Stunde lang mit Mundwasser gurgelt, und damit Erfolg hätte. Unabhängig davon ist "III" das erstaunlich gut gelungene Zeugnis eines Menschen, der mittlerweile 78 intensive Jahre hinter sich hat. Davon etwa 56 als Superstar. Dass er dabei bodenständig geblieben ist und sich immer noch wie ein kleiner Junge auf seine Touren und neue Songs freut, zeichnet ihn als Menschen und Künstler ganz besonders aus. Seinen Humor hat er zum Glück auch noch nicht verloren. Gerüchten zufolge soll "III" sein letztes Album sein, so eine Frage im Interview mit Loud And Quiet. "Alles, was ich tue, ist angeblich zum letzten Mal", so McCartney. "Als ich 50 wurde hieß es, das sei meine letzte Tour. Ich dachte mir, 'wirklich?' So funktioniert es halt mit den Gerüchten, aber das ist schon OK. Als wir 'Abbey Road' aufgenommen haben, soll ich bereits tot gewesen sein. Alles, was danach kam, ist also ein Bonus".
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