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Ähnliche Künstler

Die Alben

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CD10,49 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2012 | Nesola

Booklet
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CD21,99 Fr.

Pop - Erschienen am 5. Februar 2008 | Four Music Productions

Wenn das zweite Album den Zauber des Debüts nicht zerstört, sondern weiter ausbaut und um neue Facetten erweitert, dann hat jemand alles richtig gemacht. Das unsinnige Vorhaben, künftig ausschließlich Interludes zu produzieren, hatte Samon Kawamura glücklicherweise für "Translations" bereits in die Tonne getreten. Sein Faible für die Kürze, in der der Mär nach die Würze liegen soll, zeigt sich auf "Unfold" ohnehin oft genug. Zahlreiche Zwischenspiele schlagen Brücken zwischen den einzelnen Tracks, umreißen musikalische Einfälle - und enden, ehe man ihre Komplexität ganz erfassen konnte. So ist der Anfall von Latin-Fever ("Interlude") kuriert, ehe er richtig zum Ausbruch kommt. Ta'Raachs Einsatz im wunderbar verzerrten "Lovelude" scheint vorüber, kaum dass er das Mikrofon zu fassen bekommt. Glück für alle Beteiligten, dass dieser exzellente MC in "Get Down" noch einmal ausführlich gefordert wird. Die Rüge an der enttäuschenden Kürze etlicher Nummern muss am Anfang stehen. Möglich nämlich, dass man beim Versuch, über alles andere zu berichten, unkontrolliert ins Schwärmen gerät. Dann ist es mit der Kritik vorbei. In etwa jetzt. Seufz. Wie wundervoll darf Hip Hop bitte sein? Samon Kawamura gewährt neue Blicke in sein akustisches Kaleidoskop, gestaltet Collagen fürs Ohr und webt schillernde Klangteppiche. Flächige Sounds treffen auf knochentrockene Drums, Flötentöne, Cuts, Scratches, Geräusche, körperlos, ja, unwirklich scheinende Klänge - und, im Gegensatz zum rein instrumental gehaltenen Vorgänger, auf unterschiedlichste Vocals. Einen Schritt in Richtung R'n'B geht Om'Mas' Gesang in "Sugar Hill". Kev Browns Worte fließen in "Still Significant" wie ein breiter, majestätischer Strom. Madlibs kleiner Bruder OH NO nimmt den Streichern in "Right Here" mit kompromisslosen Raps den Kitsch. Aloe Blacc, ebenfalls aus dem Stones Throw-Lager, räumt in "Try" die allerletzten Zweifel aus: "No, don't ever try to tell me that I'm trying again. I'm just doin' it." Laura López Castro haucht "No Te Puedo Ver" den Bossa Nova ein. Der Hintergrund wirkt hier zunächst immer gleich. Die Wiederholungen erweisen sich jedoch als nur scheinbarer Natur. Ständig wechselnde Details erinnern an das Wellenmuster einer glitzernden Wasseroberfläche, das ebenfalls einem permanenten Wandel unterworfen ist. "Unfold": ein überaus treffender Titel. Im Kopf entfalten sich bunte Bilder von in Sonnenstrahlen tanzenden Staubkörnern, Spaziergängen im Grünen, verheißungsvoll hereinbrechender Dunkelheit und Reisen durch die Nacht. Kawamura unternimmt in Gesellschaft Christian Prommers einen Abstecher in den House ("Cp2sk"). Mit Roberto Di Gioia als Verstärkung am Rhodes-Piano entsteht über Gebühr anspruchsvoll arrangierter Softpornosound. Ein um seine Hörer besorgter Produzent sorgt nach den Abschweifungen, zu denen er verführt, selbstredend für eine sanfte Landung. Wie an einem Flughafen werden die Gedanken am Ende jedes Tracks mittels Stimmfetzen, Kommentaren und Geräuschen empfangen. Willkommen zurück auf dem Boden der Realität. Ja, danke. Ich hatte einen höchst angenehmen Flug. © Laut
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Pop - Erschienen am 25. Mai 2007 | Four Music Productions

"If we listen to the beat and if it's something that moves us the wheels start turning in your head." Diesem Ausriss aus "Destination Blue" stimme ich nach dem Genuss von "Translations" vorbehaltlos zu. Samon Kawamura leistet ganze Arbeit. Seine Tracks nehmen Gehör und Gehirn ein und bemächtigen sich sämtlicher Gedanken und Gefühle. Dabei tönt "Instrumental Hip Hop" beileibe nicht nach der spannendsten Schublade. Was auch immer ich mir bei diesem etwas drögen Etikett auch vorgestellt hatte, Samon Kawamura wischt all das achtlos vom Tisch. Die Ausgeburten seiner Regler scheinen bereits Lichtjahre zurückgelegt zu haben, bevor sie die Gegenwart streifen und unbeeindruckt wieder ins All entschwinden. "Timeless Space". Selten umschrieb ein Titel einen Eindruck treffender. Der schwere, fast erdige Bass verankert die Komposition in greifbarer Realität, ohne ihr die luftige Struktur zu nehmen. Hier (wie an zahllosen anderen Stellen) offenbart sich die größte Kunst Kawamuras: Er arrangiert die unterschiedlichsten Elemente so gekonnt, dass sie wie mühelos hingeworfen erscheinen. Man möchte staunend den Hut ziehen. Bereits das knappe "Intro" und der Opener "All About You" mit seinem stampfendem, dennoch erstaunlich unaufdringlichem Rhythmus, lassen erahnen, womit Samon Kawamura die nächste Stunde zu veredeln gedenkt. Satte Beats, flächige Sounds, flirrende Elektronik, angedeutete Scratches, ein paar Gesprächsfetzen: Vielfältige, zuweilen sogar absurd konträre Bestandteile verflicht der in Berlin lebende Halb-Japaner zu schillernden kleinen Kunstwerken. Um die einzelnen Zutaten herauszuschmecken, muss man schon genau hinhören. Derart aus einem Guss erscheinen die Produktionen, die zur Untermalung jeder denkbaren Situation genau so taugen, wie sie auch das Scheinwerferlicht geballter Aufmerksamkeit vertragen. Ein griffiger Basslauf bewahrt "Black Star" wirkungsvoll vor dem Abgleiten in den Kitsch, den Uuuh-lastige Backgroundchöre befürchten lassen. In "U Nu" durchziehen deutlich jazz-inspirierte Noten das von Hip Hop zementierte Fundament. In "One And One" formieren sich Scratches und Samples um einen Beat, dessen sahnige Mächtigkeit die Filigranität des Beiwerks noch unterstreicht. Das Spiel mit Gegensätzen beherrscht Kawamura aus dem Handgelenk. Jede Nummer lädt zu einer kleinen Reise ein, keine endet da, wo sie begann. Okay, oftmals ähneln sich die Konstruktionen der einzelnen Tracks, und doch: Mehr als zweieinhalb Minuten benötigt Kawamura nie, um die Atmosphäre eines Raums vollkommen zu verändern. Wehmut und Abgeklärtheit finden ihren Platz neben dem pulsierenden Herzschlag von "Tokyo Love". Percussion und Flötenklänge würzen "Destination Blue", und wer zu dem funk-geladenen Bass in "You Are The Only One" nicht kopfnickt, wurde wohl das eine oder andere Gelenk im Halsbereich bei der Montage vergessen. Über hallenden Drums erheben sich in "Astral" jazzige Bläser, ehe sich die Nummer zu einem wahrhaft exotischen Klangteppich ausbreitet. In nicht einmal drei Minuten weckt Kawamura Assoziationen zu dichtem Dschungel, wüsten Einöden, der aufgewühlten See, den Lichtern einer nächtlichen Großstadt, einem orientalischen Bazar und einem verrauchten Jazzkeller. Kein Zweifel: Die Räder im Kopf rotieren gar prächtig. Nach einer guten Stunde fühle ich mich, als sei ich stunden-, tage-, monatelang unterwegs gewesen. "Es ist auf jeden Fall etwas, das man ernst nehmen kann - meine erste Visitenkarte", so die bescheidene Selbsteinschätzung des Mannes hinter Mischpult und Plattentellern. Visitenkarte? Eher ein Generalschlüssel, der Tür und Tor öffnet, zu den Gehörgängen aufgeschlossener Heads. © Laut