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Rock - Erschienen am 5. Februar 2021 | RCA Records Label

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Alt sieht er aus, der Dave, im Video zu "Waiting On A War". Die Pausbäckchen hängen, das vereinzelte graue Haar schimmert in seiner sonst immer noch wallenden Mähne. Im ersten Song "Making A Fire" erklingen Zeilen wie "If this is our last time / make up your mind". Dazu ist nach neun Songs und 37 Minuten Schluss auf dem zehnten Foo Fighters-Studioalbum "Medicine At Midnight", dem kürzesten Album in der 25-jährigen Bandgeschichte. Anzeichen für ein baldiges Einlaufen des Rock-Kreuzfahrtschiffs Foo Fighters in den Hafen des frühen Ruhestands? Mitnichten. Nicht erst jetzt vom Alter und den Familienverhältnissen her im Dad Rock angekommen, liefern Dave und seine fünf Ritter des Rocks eine durchaus respektable Platte ab. Biss man sich am Vorgänger "Concrete And Gold" in seinem ausufernden Bombast in Sound und Songwriting leicht die Zähne aus, nimmt "Medicine At Midnight" einen beschwingt mit durch neun für Foo-Verhältnisse kompakte Songs, was dem Album sehr entgegen kommt. So können auch die angekündigten Sound-Erweiterungen mit größerer Konsequenz durchgezogen werden, als es in der Vergangenheit der Fall war. Natürlich sind wir immer noch bei den Foo Fighters, es gibt keinen stilistischen Spurwechsel wie etwa bei Taylor Swift. Große Hooks, die eine oder andere staubige Grunge-Gitarrenspur, viele Singalongs und ein motiviert predigender Dave Grohl in der Mitte des Ganzen. Soweit, so bekannt. Trotzdem vermischt die Band diese Zutaten etwas treffender als auf den letzten Alben. Wieder haben sie sich High Tech-Produktion aus dem Hause Greg Kurstin (Adele, Beck, Halsey, Liam Gallagher) geleistet, diesmal jedoch, um den Sound etwas zu entschlacken und den einzelnen Versatzstücken mehr Luft zu geben. Das beginnt oft bei den omnipräsenten, saftigen Drums von Taylor Hawkins, denen kleine Percussion-Loops zur Seite gestellt werden. ("Shame Shame") Gegroovt wird generell viel auf "Medicine At Midnight". Vollmundig als ihr "Let's Dance" angekündigt, betreten Dave & Co. tatsächlich einige bislang unberührte Wege im Grohl'schen Universum, die allesamt auf die Tanzfläche führen. "Cloudspotter" gönnt sich ganz unironisch eine Cowbell und "Lowrider"-Hommage und näht die Discofransen an schwarze Bikerboots, die im Chorus ordentlich aufstampfen. Der gekühlte Titeltrack "Medicine At Midnight" ergibt sich vollends der funky Bassline von Nate Mendel und schwoft leichtfüßig übers Parkett. Man sieht förmlich das hellblaue Rüschenhemd zum weißen Anzug mit Glockenhosen vor sich. "Holding Poison" mit seinen kantigen, kopfnickenden Strophen und sägenden Gitarren hätte gut auf "One By One" stehen können, bis ein harter Indie-Offbeat die Party im Refrain auf eine Ebene höher hievt und der Song damit nach einigen Durchläufen zum heimlichen Helden der Platte avanciert. Eigentlich denkt man nach dem zweiten Refrain, bei der Nummer ist alles gesagt, aber dann greift die weitere neue Zutat: Der Background-Chor. Anderswo der letzte Sargnagel für den Poptod sterbende Rockbands, bei den bekennenden Queen-Fans Grohl & Hawkins allerdings eine nicht unpassende Addition, wenn sie richtig eingesetzt ist. Noch mehr Rampenlicht erkämpft sich der Chor nur sonnigen Stolper-Opener "Making A Fire", wo neben einem entfesselnd groovenden Hawkins vor allem die "Shalala"-Chöre sich im Hirn festsetzen. Trotzdem spendierte Grohl der Nummer einen der lupenreinsten Stadionrefrains der Platte, und gleich ein A-Capella Break für den Chor. Apropos große Hooks. "Waiting On A War" greift als großer Bruder von "But, Honestly" und Cousin der Uraltnummer "New Way Home" vom 97er Meisterwerk "The Colour And The Shape" die Idee einer Leise/Laut-Explosion wieder auf und drückt bis zur vorhersehbaren, aber großartigen Explosion immer schneller auf das Gaspedal. Einfach nur laut können sie ebenfalls noch. "No Son Of Mine" stürmt als Geisterstunden-Uptempo Punk davon, uncharakteristisch klar wetternd gegen Krieg, Dominanz und Religion. Und mit "Love Dies Young" wird erneut zum Offbeat gegriffen, während ein giftiger Singalong darüber wäscht. Auch hier grüßen die großen Bühnen schon von weitem. Natürlich schreibt Dave Grohl Lieder für das, was er am besten kann. Und das ist auf der Bühne stehen und mit ansteckender Liebe zur Musik Zigtausende von Menschen zu begeistern. Mit "Medicine At Midnight" gingen nach einer Dekade auch die Studio-Experimente endlich wieder auf. © Laut
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Rock - Erschienen am 19. Juli 2021 | RCA Records Label

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Alternativ und Indie - Erschienen am 30. Oktober 2009 | RCA Records Label

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Rock - Erschienen am 8. April 2011 | RCA Records Label

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Nach dem Ende der letzten Foo Fighters-Tour vor 85.000 Menschen im Wembley Stadium wollte Dave Grohl, von Berufswegen her coole Sau, schlauerweise nur mehr die bewusste Reduzierung. Zurück zum Ursprung, rein in die Garage. Etwas an Bombast verlieren, sich mit den eigenen Idolen erden. Aufgenommen zwischen alten Kühlschränken und Kartons voller Kinderfotos auf analogem Tonband (ja, so etwas soll es noch geben), produziert von Butch Vig, laut eigenen Aussagen die "härteste Foo Fighters-Platte der Geschichte", Lowbudget-Videos (mit Lemmy), Club- und Wohnzimmergigs – Vorzeichen für großen Musiksport gab es genug. Als ob der Beweis auf den Fuße folgen müsste, liefern die Foo Fighters schon den perfekten Opener ab. In den ersten 45 Sekunden von "Bridge Burning" zirkulieren kreischende Gitarren zur Gewitterwolke namens "Wasting Light" zusammen, bevor die Hölle losbricht. "These are my famous last words" speit Grohl und führt die Band in ein hämmerndes Rockmonster. Verzahnende Gitarrenriffs, zweistimmige Phrasierungen über die Taktlinie hinaus, die große angelegte Leinwand im Refrain - die Foo-Formel in vollem Effekt. Wenn der Song auf der kommenden Welttournee nicht allabendlich die Stadiontüren aufreißt, kann niemand mehr helfen. Wer so stark in ein Album einsteigt, lässt Unterkiefer runterklappen und Erwartungen raufsteigen. Gut, dass der Ball stets hoch gehalten wird. Die Single "Rope" treibt einem mit dem holprigen Break vor sich her, nur um nach der Bridge das große Rock-Off abzubrennen, das Grohl als Beelzebub gegen Tenacious D damals eigentlich schon verdient gewonnen hat. Eine zusätzliche Gitarre in Form vom wieder rekrutierten Ex-Gitarristen Pat Smear verschachtelt den Sound und liefert noch mal eine Schippe mehr Druck, ohne auf die sonst gängige Praxis der Verfünfzehntausendfachung von Gitarrenspuren zu setzen. A propos Sound: Diese Garage, die so einen messerscharfen und scheitelziehenden High-End-Sound möglich macht, möchte ich auch haben. Die Aufnahmen im Eigenheim spiegeln sich wohl eher in der relaxteren Einstellung der Band wider. Sein Zahnpastawerbungslächeln dürfte Dave Grohl dann gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen haben, als Hüsker Dü-Sänger und Gitarrist Bob Mould auf ein Bier und einen Song vorbeischaute, schließlich beeinflusste er sichtlich das, was man später Grunge und Alternative-Musik nannte. Bei "Dear Rosemary" harmoniert Moulds Stimme generationsvereinend mit Grohl über einen Groove mit Ausfallschritt mitsamt offenem, wunderbar melodiösem Refrain, auch wenn der etwas melancholische Unterton stets bleibt. Generell überwiegt der hymnenschwangere, epische Ton in den Refrains. Mit dem Blick auf die Stadien werden die Songs immer größer. "Wenn ich eine große Chorusmelodie für einen Song hatte, verwendete ich die als Pre-Chorus und schrieb einfach noch was fetteres für den wirklichen Chorus", gab Grohl jüngst über seinen Songwriterzugang Auskunft. Die Melodien zwängen sich schon beim ersten Durchlauf in die Gehörgänge, aus den Arrangements spricht dekadenlanges Rockverständnis. Kaum ein Vers ist zu lang, kaum ein Solo zu kurz, hier passt alles. So verkauft man Arenatouren aus. Grenzenlose "Learn To Fly"- oder "Up In Arms"-Sorglosigkeit hört man höchstens in "Back And Forth", dafür sorgt diese Melodieführung für Instant-Smiles in Sekundenschnelle. Angepisster klingt da schon "White Limo", gleichzeitig die einzig wahre Hartwurst der Scheibe. Nicht zuletzt durch denselben Vocal-Effekt erinnert das Brett an "Weenie Beenie" vom ersten Album, das auch immer kurz vor dem Erreichen der Reizschwelle kleine Melodien eingeflickt bekam. So einen schreienden Punkvorstoß gab es bei den Foo Fighters schon mindestens zehn Jahren nicht mehr. Die Rückbesinnung auf alte Stärken erkennt genauso der potenzielle Singlekandidat Nummer zwei: "These Days". Zwischen "Times Like These" und "Resolve" überzeugt ein klassisches Laut/Leise-Spiel, das ebenso beim wummernden "Arlandria" den Gebrauch des Spannungsbogens lehrbuchhaft beherrscht. Musikalisch zwar recht gediegen, gehört der herrliche Refrain von "Arlandria" sicher zu dem besten der letzten Jahre aus dem Hause Foo. Den Anspruch darauf erhebt auch das schiebende Riff von "Miss The Misery", dem Quasi-Titeltrack. Da taucht sie wieder auf, die leicht schleppende Schwere, die im weiteren Verlauf zum Rockorkan anwächst. Balladesk fällt das Album wirklich nur abschnittsweise aus, wie im Beginn von "I Should Have Known", eine anschwellende Klageschrift mit nostalgischem Gastbeitrag von Krist Novoselic. Nach dem abwechslungsreichen Vorgänger treten die Rock'n'Roller im Foo-Werk wieder geballter auf, was "Wasting Light" schlüssiger und kompakter dastehen lässt als seine Vorgänger. Natürlich gibt es dennoch härtere Songs im Backkatalog. Trotzdem machen Grohl & Co. einfach das, was sie am besten können: hookiger, moderner Rock'n'Roll auf der Königsstufe. Die Foo Fighters überbrücken mit dem Album (und nicht zuletzt mit dem gigantischen Charisma eines Dave Grohl) noch mehr Gräben zwischen Mainstream und Früher-war-alles-besser-Fanbase. Von Musikern und Kritikern geschätzt, von den Die Hards immer noch respektiert, selbst von den Gelegenheitshörern gemocht. Was soll da noch schiefgehen? © Laut
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Rock - Erschienen am 20. Mai 1997 | RCA Records Label

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Rock - Erschienen am 25. September 2007 | RCA Records Label

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Äh, singt jetzt Paul McCartney für die Foo Fighters? Rund 30 Sekunden lang glaubte ich mich vor zwei Monaten in München in der falschen Listening Session zu befinden. Hieß es nicht, dass Gil Norton wieder als Produzent angeheuert wurde? Der Typ, der vor exakt zehn Jahren die ungeschliffene Foo-Platte "The Colour & The Shape" zu verantworten hatte? Bei "Wer Wird Millionär" hätte ich jedenfalls erstmal den lässigen Checker raushängen lassen und ohne Joker auf Adam Kasper als Produzenten getippt, denn "Echoes, Silence, Patience & Grace" wurde gezielt auf einen recht warmen und vor allem penibel fehlerfreien Gesamtsound hin produziert und hat daher vergleichsweise mehr mit "There Is Nothing Left to Lose" gemein, das eben jener Kasper produzierte. Aber ich bin zum Glück nicht bei Günther Jauch, sondern nur die Rezensions-Vertretung des Foo Fighters-blinden Friedrich und dem zumindest ansatzweise objektiveren Kollegen Möller, der aber wiederum seit zehn Jahren auf eine Fortsetzung von "The Colour & The Shape" wartet. Tja, ich bin auch "Violator"-Fan, aber das ist noch länger her. Die Herren Foo Fighters sah ich zwar immer eher als Single- bzw. Liveband, aber man lässt sich ja auch gern belehren. Und so schnell kanns gehen: Im Jahr 2007 wechseln sich bei Grohl und Co. tatsächlich harte und ruhige Passagen ab, ohne dass man kompositorische Tiefen aushalten müsste. Gleich "The Pretender", und da sind sich ausnahmsweise auch mal so gut wie alle Foo-Maniacs einig, ist die stärkste Vorabsingle der Band seit langem. Wie man hört, machten selbst Labelangestellte nach dem ersten Höreindruck der Single drei Kreuze, da die frisch erfolgte Vaterschaft Grohls in Verbindung mit dem letzten Akustikalbum der Band die Furcht vor musikalischer Altersmilde doch erheblich steigerte. Nonstop Nonsens: Zwar legt Papa Grohl für seine Tochter ab und zu eine Platte mit Wiegenlieder-Versionen von Beatles-Songs auf, daraus folgt aber nicht der Umkehrschluss, dass er deshalb im Proberaum mit verklärtem Blick das Banjo auspackt (außerdem gibts dafür ja jetzt Eddie Vedder solo, produced by Kasper übrigens). "Echoes, Silence, Patience & Grace" klingt zum Glück nicht annähernd so verkopft, wie es der Titel andeutet, der der abschließenden Piano-Ballade (!) "Home" entnommen ist. Übrigens noch so ein Beispiel für Grohls Harmonie-Faible für die Errungenschaften der Fab Four, die textlich zwar etwas platt geraten ist (Ode eines dauerreisenden Rockstars ans traute Heim), musikalisch aber in Ordnung geht. Nein, endlich halten die Foo Fighters die Intensität früherer Einzelaktionen mal über die gesamte Albumlänge aufrecht. Etwa "Let It Die", dieser Led Zeppelineske Felsbrocken, der erst nach langem akustischen Beginn mit Urgewalt über dem Hörer herein bricht (leider etwas übersteuert) oder "Erase/Replace", eine Neudefinition Foo-typischen 70er Heavy Rocks. Was freilich schon die Vorabsingle signalisierte: Noch nie sang Dave Grohl so gut wie heute. Gerade die ruhigeren Stücke wie "Stranger Things Have Happened" profitieren davon so extrem, dass sie endlich mal nicht zum Skippen anregen. Auch Grohls Entdeckung der Akustikgitarre war ein Volltreffer, der Produzent Norton offensichtlich darin bestärkte, der Band sein bei den Pixies erlerntes Konzept der Songdynamik näher zu bringen. So finden "Come Alive" und "But, Honestly", die einem atmosphärischen, fein arrangierten Aufbau folgen, im Foo-Katalog keine Vorbilder, was man vom erwartbaren Single-Kandidaten "Long Road To Ruin" nicht behaupten kann. "Statues" beginnt wie eine Nummer vom Beatles-Album "Abbey Road" (zufälligerweise trägt Grohl auf aktuellen Promofotos ein Shirt des gleichnamigen Studios) und verwebt wie auf dem Klassikeralbum ungezwungen Klavierakkorde mit herkömmlichem Rock-Instrumentarium. Dass eine Hochglanzproduktion auch ins Auge gehen kann, bemerkt man erst beim Middle Of The Road-Stück "Summer's End", auf dass der eher leichtfüßige Pop in "Cheer Up Boys (Your Make Up Is Running)" so gar nicht vorbereitete. Die "Ballad Of The Beaconsfield Miners" ist ein instrumentales, beinahe schon Banjo-ähnliches Gitarrenpickingstück, das Grohl einer Gruppe australischer Minenarbeiter widmete, die zwei Wochen lang unter der Erde verschüttet ausharrten und sich während der tagelangen Rettungsaktion einen iPod mit Foo Fighters-Songs wünschten. Echo, Ruhe, Geduld und Stolz, irgendwie passt der Albumtitel viel besser zu dem tragischen Unglück der Bergarbeiter. Musikalisch liefern die Kalifornier nämlich keine Blaupause für Trauerarbeit und dürften ihre Fangemeinde mit den neuen Songs sogar noch vergrößern. © Laut
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Rock - Erschienen am 14. Juni 2005 | RCA Records Label

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Rock - Erschienen am 4. Juli 1995 | RCA Records Label

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Rock - Erschienen am 15. September 2017 | RCA Records Label

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Mit 48 Jahren scheint Dave Grohl einen entscheidenden Moment in seiner Karriere erreicht zu haben. Entscheidend für das, was folgt. Nachdem er erst Mitglied der legendären Band Nirvana war, nimmt er im Oktober 1994, sechs Monate nach dem Suizid Kurt Cobains, das erste Album der Foo Fighters auf. Etwas poppiger aber auf keinen Fall ruhiger als die Musik der Band, die ihn berühmt machte, beeindruckt dieser Start die Musikwelt. Aber schleichend, Album für Album, machen die Rock-Klänge mit einem punkigen Kern Platz für einen radiofähigen, kommerziellen Sound. Bis zum Punkt, dass die Bande um Grohl ganze Stadien mit ihren Hymnen begeistern und zum Mitsingen animieren kann. Auf Concrete And Gold wird schnell deutlich, dass die Foo Fighters sich Zeit zum Nachdenken genommen haben. Auf den verschiedenen Medienplattformen scheint der Leader sogar in die Marketing-Trickkiste gegriffen zu haben, um die Platte noch verlockender erscheinen zu lassen:  „Dieses Album ist die Motörhead-Version von Sgt. Pepper!" Und auch die Ohren scheinen mit dieser Beschreibung ziemlich einverstanden zu sein, vielleicht auch weil ein gewisser Paul McCartney auf einem der Titel zu hören ist! Genau, auf Sunday Rain finden wir das ehemalige Beatles-Mitglied am Schlagzeug. Und auch andere, ebenso unerwartete Gäste sind auf der metal-angehauchten Pop-Platte anwesend: Justin Timberlake auf Make It Right, Shawn Stockman von Boyz II Men auf Concrete And Gold, Inara George von The Bird And The Bee auf Dirty Water, Alison Mosshart von The Kills auf La Dee Da und auf The Sky Is a Neighborhood und der Saxofonist Dave Koz auf dem Titel La Dee Da! Wie bereits das Patchwork-Cover von Sgt Pepper zielt auch dieses neunte Album der Foo Fighters in alle Richtungen. Eine energiereiche Vielfalt, die wie gewohnt vor allem von Gitarrenklängen getragen wird, uns aber dennoch mit feinsinnigeren Pop-Melodien als sonst überrascht. Auf einigen Songs können wir tatsächlich keinen einzigen Hauch an Testosteron finden, dafür aber psychedelische köstliche Windungen…Dave Grohl hat seine Mission, sich selbst in Frage zu stellen und zu erneuern also erfolgreich erfüllt. © MD/Qobuz
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Rock - Erschienen am 22. Oktober 2002 | RCA Records Label

Eben noch bei den Queens Of The Stone Age hinterm Schlagzeug, jetzt schon wieder als Frontmann mit eigener Band unterwegs: Dave Grohl ist wahrlich ein Tausendsassa und seine Foo Fighters haben ein neues Album am Start. Falls überhaupt, wie viel würde wohl von seiner Zusammenarbeit mit Josh Homme & Co. an seiner eigenen Platte hängen bleiben? Wäre das Album noch poppiger als der Vorgänger? Einige Fragen, die beim Opener von "One By One" - der Vorabsingle "All My Life" - sämtlich unwichtig werden, denn eins ist bereits hier ganz klar: Die Foo Fighters geben wieder mehr Gas und fahren gewohnt ohrwurmtauglich, aber geradlinig auf den Rock-Olymp zu (wenn der auch noch in weiter Ferne liegt). "Low" schließt sich qualitativ an "All My Life" an, klingt aber eine Spur düsterer. Wie überhaupt vieles auf "One By One". Vorbei die Zeiten von "Learning To Fly", inzwischen werden "Disenchanted Lullabies" gesungen. Vorher kann "Have It All" - mit Led Zeppelin-Anleihen - nach mehrmaligem Hören auch überzeugen. Überhaupt geht "One By One" nicht beim ersten und zweiten Durchgang ins Ohr, die Platte braucht ein Weilchen und wächst! Mit "Tired Of You" kommt etwa zur Halbzeit des Albums die neben "Walking After You" vielleicht schönste und traurigste Ballade zum Vorschein, die die Foo Fighters bislang veröffentlicht haben. Dermaßen niedergeschlagen klangen Grohl und seine Mannen bis jetzt noch nie. Außerdem bricht der Song aus dem gängigen Foo-Schema aus und kommt ohne große Begleitung daher. Neben "All My Life" und dem Schlussstück der Höhepunkt der Platte, für mich sogar das beste Stück auf "One By One" überhaupt. "Halo" ist dann wieder ganz typisch Foo Fighters, anfangs noch recht verhalten mündet der Song am Ende in einen dieser unglaublichen Refrains, die einfach im Ohr bleiben. Ähnlich "Lonely As You", während "Overdrive" im Anschluss doch eher schwächer ist. "Burn Away" legt dann wieder ein wenig zu, bis am Ende der Platte dann endlich auch der Einfluss der Queens auf Dave Grohl zu spüren ist. "Come Back" beginnt mit tiefen, beinahe Kyuss-mäßigen Gitarren, auch der Gesangsstil erinnert mehr an die Wüstenrocker als an Grohl. Das träge Rockmonster schleppt sich eine Weile dahin, bevor es dann leicht psychedelisch abdriftet, um am Ende wieder aufzuerstehen. Großartig. © Laut
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Rock - Erschienen am 9. November 2014 | RCA Records Label

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Dave Grohl ist kein Mann für halbe Sachen. Das ehemalige Nirvana-Mitglied hilft gerne aus (Killing Joke, Queens Of The Stone Age), belebt Erinnerungen ("Sound City") und misst sich voller Enthusiasmus und Tatendrang immer wieder mit den besten des Fachs (Probot, Them Crooked Vultures). Auch als Leader der Foo Fighters zieht es den Multitasker immer wieder in verschiedenste Gefilde. Ob Alternative-Sounds ("The Colour And The Shape"), überdurchschnittlicher Radio-Rock ("There's Nothing Left To Lose") oder aus der Garage geschossener Arena-Bombast ("Wasting Light"): Dave Grohl hievt seine facettenreichen Outputs immer wieder auf schier unglaubliche Levels. Auch beim neuen FF-Album hat der Frontmann weder Kosten noch Mühen gescheut, um seinem Ruf als Branchen-Alleskönner gerecht zu werden. Mit seinen Bandkollegen reiste der Sänger im Zuge der "Sonic Highways"-Albumproduktion quer durch sein Heimatland und nahm in acht verschiedenen Städten acht Songs auf. Austin, Chicago, Los Angeles, Nashville, New Orleans, New York, Seattle und Washington: Die Städte, in denen die Foo Fighters Halt machten, wurden sorgsam ausgewählt und haben allesamt in irgendeiner Art und Weise mit dem bisherigen Werdegang der verantwortlichen Musiker zu tun. Doch nicht nur die Eindrücke der FF-Belegschaft, sondern auch die von zahllosen anderen Berufskollegen, finden sich in den acht "Sonic Highways"-Songs wieder; darunter Leute wie Charlie Musselwhite, Chuck D, LL Cool J, Joan Jett, Dolly Parton, Willie Nelson, um nur einige zu nennen. Mit all diesen Künstlern sprach Dave Grohl, ließ sie teilweise sogar mitmusizieren, um eine Brücke zwischen Vergangenem und Aktuellem zu schlagen. Es ging ihm um einen musikalischen "Liebesbrief an die Geschichte amerikanischer Musik." Ein großes Unterfangen, das bei dem einen oder anderen eingefleischten FF-Fan für Angstzustände sorgte. Man befürchtete allzu offensichtliche Reminiszenzen. Die Foo Fighters im Country- oder Folk-Gewand? Das wollte sich keiner vorstellen. Doch mit den drei im Vorfeld veröffentlichten Songs des Albums "Something From Nothing", "The Feast And The Famine" und "Congregation", präsentieren die Foo Fighters – oberflächlich betrachtet – allseits bekannte Strukturen. Den Anfang machen getragene anderthalb Minuten, die - lediglich aufgepeppt mit pointierten Black Sabbath-Anleihen - einen eher ungewohnt zahmen Einstieg markieren. Dann nimmt der Song aber urplötzlich Fahrt auf, schickt ein paar funky Rhythmen ins Rennen und mündet am Ende in einem tosenden Brachial-Inferno. Der Opener "Something From Nothing", in Chicago aufgenommen und mit Cheap Trick-Legende Rick Nielsen an der Gitarre, ist ein eher sperriger Zeitgenosse, aber definitiv ein typischer Foo Fighter. Das anschließende "The Feast And The Famine" entpuppt sich nach etwas stolperndem Beginn als krachende Punkrock-Ode. Dave Grohl singt und schreit, während sein Gefolge im Hintergrund die Essenz der Washingtoner HC-Punk-Historie ins Visier nimmt. Rockt wie Hölle. "Congregation" beseitigt die letzten Zweifel. Der Song aus und über Nashville, der ohne Akustikgitarren, Banjos und Mandolinen auskommt, beweist, dass es Dave Grohl nicht um instrumentelle, sondern um gefühlte Kniefälle ging, als er sich dazu entschloss, jeder einzelnen Stadt und deren künstlerischen Vibes ein Denkmal zu setzen. Grandiose Hooks, jede Menge Classic-Rock-Einschübe sowie ein Sänger an vorderster Front, der einmal mehr belegt, dass er zu den ganz Großen der Branche zählt, machen aus Song Nummer 3 ein erstes echtes Album-Highlight. Der Anfang ist also gemacht. Weiter geht's mit den Songs, die bis zum Tag der Veröffentlichung des Albums unter Verschluss gehalten wurden. Das zweigeteilte "What Did I Do?/God As My Witness" beeindruckt erst nach der Halbzeitpause. Einem eher durchschnittlichen Alternativ-Gebräu zu Beginn folgt ein majestätisch intoniertes Happy End, das jedes Stadion-Publikum im Handumdrehen um den Finger wickelt. Das gemeinsam mit Eagles-Gitarrist Joe Walsh in Kalifornien aufgenommene "Outside" schiebt hingegen einen ungewohnt mystischen Pop-Schleier vor sich her, während das schleichende halbakustische Seattle-Drama "Subterranean" mit aufwühlenden Vibes einen letzten Nirvana-Gruß gen Himmel schickt. Dazwischen blicken die Foo Fighters nach New Orleans und spendieren dem musikalischen Ballungszentrum und seinem Aushängeschild Trombone Shorty einen der wohl eingängigsten Ohrwürmer des Albums ("In The Clear"). Getoppt wird das nur noch von dem energiegeladenen Bombast des abschließenden "I Am A River". Stapelweise Gitarren, Orgeln und Streicher, die im Verbund mit einer simplen, aber alles umgarnenden Themen-Melodie fast schon zu Tränen rühren, schließen nach einer knappen Dreiviertelstunde eine Tür, hinter der sich die Bandmitglieder genüsslich gegenseitig auf die Schenkeln klopfen. Dave Grohl ist und bleibt einfach der unangefochtene König zwischen den Welten. In der staubigen Garage hockend und gen Mainstream-Himmel blickend setzt sich der Tausendsassa eine weitere Krone auf. Ein Hoch auf den König, ein Hoch auf Dave Grohl. © Laut
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Rock - Erschienen am 2. November 1999 | RCA Records Label

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Rock - Erschienen am 1. November 2006 | RCA Records Label

Freitagmorgen, Konstanz, 11 Uhr. Ich freue mich aufs Wochenende und schaue in meinen Stapel mit Platten und DVDs, was denn heute zu machen ist. Ah, Foo Fighters. Eine Band, die ich wegen "The Colour And The Shape" hoch schätze, auch wenn ich mich nicht als großen Fan bezeichnen würde. Eine Live-DVD harrt meiner Kritik, sicher etwas Harmloses für den Wochenausklang. Wenn ich doch nur gewusst hätte, worauf ich mich einließ, als ich diese DVD in den Rechner schob. Ich hätte mich in einen sicht- und schalldichten Raum mit weicher Couch und Riesenmattscheibe zurückgezogen und Taschentücher bereit gelegt. Denn: "Skin And Bones" verlangt mir alles ab, im positiven Sinne, dieser Konzertmitschnitt ist von der ersten bis zur letzten Minute ein Hochgenuss. Ich bin im Begriff, ein Konzert zu sehen, das ich, wenn ich dort gewesen wäre, wohl zu den besten Liveerlebnissen meines Lebens zählen würde. Alles fängt ganz harmlos an: ein Kameramann läuft in einem Backstagebereich Dave Grohl hinterher, der eine repetitive Melodie auf der Akustikgitarre spielt (Hilfe, das wird ein Unplugged-Gig!), vorbei an der Road Crew, in ein Zimmer, in dem ein Baby sitzt. Dave spielt leiser und schäkert mit dem Kleinen. Backstageaufnahmen halt. Schnitt. Die komplette Liveband der Akustiktour durch die USA von diesem Sommer lümmelt sich irgendwo in LA (nehme ich an) mit ihren Instrumenten auf Booten in einem Park und intoniert im Sonnenschein den Namensgeber dieser DVD "Skin And Bones". Ein erster schöner, intimer Moment, dem man beiwohnen darf. Die anspruchsvollen Kameraeinstellungen geben einen Vorgeschmack auf das, was kommt. Zurück im Backstagebereich führt Grohl den Kameramann in den Cateringbereich, wo sich sein Anhang gerade die Teller voll lädt. "They don't like my music, they just want free snacks", scherzt der Frontmann. Über fünfeinhalb Minuten dauert dieses Intro, es gipfelt in den letzten Konzertvorbereitungen: Playlist schreiben, frisieren, Gitarre umhängen. Grohl und Band spielen und singen sich ein, dazwischen immer wieder romantisch verklärte Aufnahmen vom Moloch LA, Bilder aus dem Pantages Theater, dem Art-Deco-Venue, in dem das Konzert aufgenommen wurde. Und als es dann endlich losgeht, weiß ich bereits: ich sehen keinen einfachen Konzertmitschnitt, ich schaue einen Konzertfilm. Als Grohl alleine mit der Akustikgitarre bewaffnet in das blaue Dunkel des Pantages Theater tritt, erhebt sich der Saal von den Stühlen. Oh ja, die Foo Fighters spielen vor bestuhltem Haus. Der Wuschelkopf lächelt gewinnend mit dem Kaugummi in der Backe und fragt unaufgeregt: "Are you ready for a little evening with me and my friends?", um dann fast wie zu sich selbt sprechend zu antworten: "Me too!" Ich muss lächeln ob der unfreiwilligen Zärtlichkeit dieser Szene. Grohl eröffnet mit einer leisen Version des Songs "Razor" vom letzten Studioalbum. Das Motiv klingt fast wie für eine Konzertgitarre geschrieben. Das Spotlight auf ihn gerichtet, erhaschen scheinbar unzählige Kameras intime Blicke auf den Mann mit der Gitarre. Hier wird nicht einfach draufgehalten, hier wird gespickt, Voyeur gespielt, erspäht und der Augenmerk auf das Unscheinbare gelegt. Applaus brandet auf, als der Rest der Band die Bühne betritt. Neben den regulären Mitgliedern Shiflett, Mendel und Hawkins bereichern die Violinistin Petra Haden (die mit den Decemberists deren "Picaresque" einspielte), Pat Smear, Gründungsmitglied der Foo Fighters und Live-Gitarrist von Nirvana (vor allem bekannt durch seinen Gastauftritt bei "Unplugged In New York"), der Percussionist Drew Hester und Wallflowers-Tastenmann Rami Jaffee den Sound auf "Skin And Bones". Sie sorgen zusammen für den ersten Höhepunkt. War "Razor" als Grohls Solonummer ein besinnliches Stück, steigert es sich jetzt zu einem wahnwitzigen Crescendo mit Geige, Klavier und drei Gitarren. Der Bandleader bangt im Sitzen und ich habe ein fettes Grinsen im Gesicht. So macht ein (weitgehend) stromloses Konzert Spaß! Findet auch das Publikum, und überhäuft die Fighters von Anfang an mit Lorbeeren. In der Folge bestätigt sich der erste Eindruck: das Konzert wird von den Kameras in einer raffinierten und unaufdringlichen Art und Weise festgehalten, wie man es nicht oft sieht. Alle Bandmitglieder werden gleichberechtigt in Szene gesetzt, die Bilder sind nicht atemberaubend, aber immer den Songs angemessen. Ein wahrer Augenschmaus ist Regisseur Danny Clinch, der während "Another Round" seinen Cameo-Auftritt als Harmonika-Spieler hat, hier gelungen. Man hat das Gefühl, bei dem Konzert dabei zu sein, der Schnitt ist ebenfalls erfreulich unaufgeregt, das Licht verstärkt die Stimmungen und auch am Ton gibt es nichts auszusetzen. Zu jeder Zeit ist jedes Instrument glasklar zu hören, und wenn es bloß die Kastagnetten des Percussionisten sind. So ist eine Konzertdokumentation entstanden, von der man keine Sekunde verpassen möchte. Zwischendurch nimmt sich Grohl viel Zeit, mit dem Publikum zu reden, denn: "One of the good things about this show is I get to sit here and talk shit for about two hours!" Ich schmunzele. Keine Frage, Grohl spielt seine Sympathiekarte aus, er hat das Publikum voll im Griff. Während des Konzerts halten sich die Foo Fighters in der Hauptsache an Nummern von "In Your Honor", deren Songs ja auch als Akustikversionen erschienen sind. Die funktionieren natürlich sehr gut, ebenso wie die eher akustischen "Walking After You" und "February Stars" von "The Colour And The Shape" oder "Next Year" von "There Is Nothing Left To Lose". Doch auch die elektrischeren Songs sind mit ganz viel Seele intoniert und man bekommt auf "Skin And Bones" ungewöhnliche, aber mitunter wunderschöne Interpretationen zu hören und sehen. A propos wunderschön: "Walking After You" in der 2006er Version groovt langsam, fast etwas träge, und mir treibt es fast eine Träne in den Augenwinkel. Beim melancholisch umgesetzten "Still" zeigt sich, dass die banderweiternden Musiker nicht bloß Beiwerk sind, sowohl Jaffee als auch Haden erhalten mit schöner Regelmäßigkeit Gelegenheit, sich in Soli zu entfalten, letztere singt wie bei "Marigold", einer B-Seite von Nirvana, des öfteren die Zweitstimme. Mit "My Hero" wartet der erste wahre Prüfstein auf die Band, der Hit von "The Colour And The Shape" ist im Original mit schweren Gitarren bestückt, doch die Fighters geben sich nicht den Hauch einer Blöße. Im Gegenteil, der Song wächst zu etwas ganz Großem. Grohl legt all sein Gewicht in die Stimme, das Ensemble baut ein Crescendo in allerbester Pumpkins-Manier, und zwischendurch gibt es fast schon cheesiges Pianogeklimper. Das Auditorium dankt es mit stehenden Ovationen, und ich bin versucht, Beifall zu spenden. Zwischendurch vergisst Grohl nicht, mit dem Publikum zu scherzen, einzelne Bekannte, die er auf den Stühlen erkennt, zu grüßen ("Another good thing about these shows is, I can fucking see you"), und Anekdoten zu erzählen. Zum Beispiel, dass ihm "Next Year", auch im Original schon eine recht ruhige Nummer, als Akustiknummer noch besser gefalle. Und tatsächlich: das um ein Akkordeon angereicherte Stück funktioniert bestens. Für einen besonderen Sound sorgt hier, wie bei einigen anderen Stücken auch, die zwölfseitige Akustikaxt, gespielt von Shiflett. Als der Achter mit Steuermann "See You" anstimmt, trifft mich fast der Schlag. Der straighte Rocksong von "The Colour And The Shape" swingt und groovt, als wären wir hier im House Of Blues. Stilecht präsentiert Grohl dazu die Band. Jaffee greift dazu in die Tasten, als befinde er sich einem verrauchten Jazzclub und nicht mit den Foo Fighters auf der Bühne. Grohl kommentiert: "What the fuck was that?" Auch Shiflett lässt sich nicht lumpen und gniedelt ein properes Blues-Solo herunter. Sein Sänger fühlt sich herausgefordert und antwortet mit einem Percussionsolo auf seiner Gitarre. Mendel hebt einfach die Hand zum Gruß, was zur Folge hat, dass sein Bass verstummt. Grohl: "Man, it's for a DVD, Nate!" Percussionist Hester muss auf Zuruf seine verschiedenen Instrumente zur Schau stellen. Nachdem er zum Missfallen Grohls einiges ausprobiert hat, fordert das Publikum die Cowbell, und die Cowbell bekommt es. Ich hätte es ahnen müssen, und doch trifft es mich völlig unvorbereitet, als Grohl fordert: "I want you to do it!" und Hester, als die Band das Lied zurückbringt, mit der Cowbell auf der Bühne herumspringt. Eine offensichtlichere Hommage an den legendären Cowbell-Sketch aus "Saturday Night Live" kann es nicht geben. Ich breche in Stücke. Großartig! Den Hit "Big Me" vom ersten Album widmet der ehemalige Nirvana-Drummer seinem alten Bandkollegen Smear, der ihn darauf prompt umarmt. Eine schöne Geste, bedenkt man, dass die beiden sich nicht immer grün waren. Der Titeltrack birgt mit Akkordeon- und Mandolinenuntermalung einige der stärksten Momente des Auftritts. Während "February Stars" wird mir schlagartig klar, was die Foo Fighters vorhaben. Sie wollen den Adult Oriented Rock retten. So elegisch wie hier habe ich die Fighters selten gehört. Die musikalischen Darbietungen unterbricht Grohl immer wieder für Einlagen, die, obwohl er nur Anekdoten zum Besten gibt, wie Standup-Comedy wirken. Er scherzt über Nirvana, über Dr. Dre und das Leben im Valley: "You'd think, damn, Dave, you were in Nirvana! What are you fucking doing in the valley? Guess who's my neighbor! Dio, bitch!" Nach der letzten Nummer "Times Like These" spendet das gesamte Auditorium stehende Ovationen, folglich lässt sich Grohl nicht lange um eine Zugabe bitten. Er kommt allein auf die Bühne zurück und erzählt erst mal zehn Minuten aus seinem Leben, Anekdoten über schlechte Partys, sein erstes Telefonat mit Kurt Cobain, wie er Nirvana kennen lernte und Kurts Schildkröten. Ich liege am Boden vor Lachen. "Friend Of A Friend" stammt aus seiner WG-Zeit mit Cobain, dieses Stück trägt er, wie "Best Of You" - bei dem sich Grohl schier die Lunge aus dem Leib brüllt - auch, alleine vor, bevor die Band für "Everlong" noch einmal ins Rampenlicht zurückkehrt. Zusammen lassen sie es noch ein letztes Mal krachen, dann folgt die Kamera der Band hinter die Bühne und es wird dunkel. Knapp über zwei Stunden Konzert liegen hinter mir (wem das zu lang ist, der Mitschnitt ist auch mit 15 Stücken auf CD erschienen), ich habe gelacht, war gerührt, habe Gänsehaut gehabt, habe gerockt und geschwelgt. Als wäre ich dabei gewesen. Besser wird's nicht. Grohl bezeichnet die DVD während des Konzerts einmal als "Stocking stuffer", als etwas, was man zu Weihnachten seinen Liebsten in den Geschenkstrumpf steckt. Eine brillante Idee. © Laut

Rock - Erschienen am 18. Oktober 2019 | RCA - Legacy

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Rock - Erschienen am 20. Dezember 2019 | RCA - Legacy

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Rock - Erschienen am 25. Juni 2021 | RCA Records Label

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Alternativ und Indie - Erschienen am 18. April 2015 | RCA Records Label

Rock - Erschienen am 23. November 2015 | RCA Records Label

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Rock - Erschienen am 6. November 2020 | Hobo

Rock - Erschienen am 13. Dezember 2019 | RCA - Legacy

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