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Qobuzissime? Dies ist eine Auszeichnung, die Qobuz für ein Debütalbum oder ein zweites Album vergibt. Pop oder Reggae, Metal oder Klassik, Jazz oder Blues - kein Genre wird unbeachtet gelassen. Meistens handelt es sich um junge, noch unbekannte Talente.

Hin und wieder kann diese Auszeichnung auch an bereits bekannte Künstler vergeben werden, die ein ungewöhnliches Projekt schaffen, das sich von ihrer sonstigen Diskografie unterscheidet, wie zum Beispiel ein Crossover-Album. Was zählt ist einzig die Originalität und die Qualität. Die der Aufnahme, des musikalischen Projekts und seiner Identität.

Die Alben

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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. Februar 2021 | Lonely Lands Records

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Lassen Sie sich nicht täuschen. Hinter dem mysteriösen Cover, hinter dem man eine progressive Rockband der 70er Jahre vermuten könnte, verbirgt sich Terra Firma, das nur schwer einzuordnende, zweite Album von Tash Sultana. Natasha, so ihr eigentlicher Vorname, ist eine von jenen Künstlern, die sich der Musik bereits in frühen Jahren widmen. Im Alter von drei schenkt ihr Vater ihr die erste Gitarre. Als Teenager zieht Tash Sultana als Straßenmusikerin durch ihre Heimatstadt Melbourne und erobert 2016 den Rest der Welt mit dem Titel Jungle, dem Ergebnis ihrer ausschweifenden Schlafzimmer-Sessions, die sie auf YouTube veröffentlicht und das stolze 70 Millionen Mal aufgerufenen wird. Auf ihrem eigenen Label Lonely Lands veröffentlicht die junge Australierin nach drei EPs im Sommer 2018 Flow State, ein Pop-Soul-Album, auf dem Tash Sultana alle Instrumente (sie beherrscht etwa zwanzig davon) mit Loops und Effektpedalen, ihrem Markenzeichen, spielt. Seitdem füllt sie Stadien und ziert Cover von Musikmagazinen, wie dem Rolling Stone, mit dem sie über die ihr von Fender geschenkte Stratocaster TC Signature spricht."Terra firma ist der Boden, die Erde, man stellt seine Füße darauf, um sich zu erinnern, wo man ist, woher man kommt", sagt die Frau, die ihren fulminanten Erfolg in eine dauerhafte Karriere verwandeln will. Tash Sultana kümmert sich sowohl um die Arrangements als auch um die Produktion, die sie zum Teil Matt Corby anvertraut hat. Und das hört man ab dem Instrumental-Titel Musk, dessen schimmernde Gitarren, grooviges Saxophon und eingängiger Bass die 14 Tracks des Albums eröffnen, die zwischen Soul, R'n'B, Funk, Folk und süßem Pop changieren und aus denen vor allem die berauschenden Stücke Pretty Lady und Sweet & Dandy herausstechen. Um zu dieser reichhaltigen, hypnotischen, aber nie redundanten Mischung zu gelangen, die Tash Sultana selbst als "ein Treffen zwischen Aretha Franklin, Bon Iver, John Mayer und anderen" bezeichnet, braucht Tash Sultana nichts und niemanden weiter als sich selbst. Eine Meisterleistung, mit nur 25 Jahren. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 29. Januar 2021 | City Slang

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Die Statistiken belegen es: Alle zehn Jahre bringt eine jeweils aus England kommende Sängerin namens Anna ein Debütalbum heraus, das dann eine ganze Epoche kennzeichnet. 2011 war es Anna Calvi. 2021 heißt sie Anna B Savage. Eine Sängerin direkt aus dem Underground, die ein erstes Mal 2015 mit einer ersten, unauffälligen EP in Erscheinung getreten war, auf die ein paar Konzerte folgten und dann nichts mehr. Viele sind es nicht, die sie im Konzert erlebt hatten, solange es noch Konzerte gab. Aber sie alle erinnern sich noch an Anna B Savage. Mit ihrer seltsam gestimmten Gitarre, als wollte sie einen mittelalterlichen Blues spielen, und mit ihrer unergründlichen Stimme, als würden mehrere Personen gemeinsam in ihrem Innersten singen, verzauberte Anna B Savage einen kleinen Kreis von Zuhörern mit einer Vorliebe für andersartige Musik. Sie hört sich an, wie eine uneheliche Tochter von Cat Power, denn bei ihr kann der zum Ausdruck kommende Lebensüberdruss genauso sinnlich, intensiv und anziehend wirken. A Common Turn ist ihr Debütalbum, außergewöhnliches Gift und musikalisches Einhorn zugleich. Von einer seltsamen Art Folk ausgehend spinnt diese Anna Seemannsgarn mit ihren Songs, die uns zu einer musikalischen Raum-Zeit-Reise einladen. Ihren eigenen Angaben zufolge können die ZuhörerInnen im Gesang und in den Melodien Anleihen bei Beth Gibbons (Portishead), Antony & the Johnsons, Nico, Connie Converse, Dionne Warwick oder bei ehemaligen Sängerinnen des Opernjazz entdecken. Klangpausen nicht zu vergessen. Bei A Common Turn handelt es sich aber nicht um eine Platte von der Stange und einfach ist sie auch nicht. Diese ganze Palette von Arrangements bietet Chorgesang, dann diese Gitarre aus wurmstichigem Holz und es reicht hin bis zu Dance-Rhythmen. Selbst wenn ihre Musik hochtrabend wird, bleibt Anna B Savage zerbrechlich und verletzlich wie eine Seiltänzerin und sie irrt herum, als würde sie sich durch ihre eigenen Songs hindurch einen Weg bahnen. Dabei taucht das Bild von Schneewittchen auf, die durch einen Wald voller Grimassen schneidender Bäume läuft oder auf den Prinzen wartet, der sie dann mit einem Kuss aus ihrem giftgetränkten Schlaf erlöst. Und alle anderen neben ihr sind Zwerge. © Stéphane Deschamps/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 20. November 2020 | Licence Kuroneko - Sodasound

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Alle, die zum Jahresende auf der Suche nach originellem Groove sind, werden auf diesem Album ihr Glück finden. Der aus Frankreich stammende Gystere hat in Deutschland bisher noch keine Wellen geschlagen. Seit der im Mai 2019 erschienenen Debüt-EP WOMXN/Time Machine sollten wir uns spätestens jetzt von ihm mitreißen lassen. DJ, Regisseur, Komponist - der Franzose Adrien Peskine, der in der Vergangenheit bei Cerrone am Klavier gesessen hat, präsentiert ein erstes Album, das all seine künstlerischen Launen in einem Afrofunk-Patchwork zusammenfasst, das niemanden kalt lässt. Das Konzept ist ziemlich kühn: "Ich habe immer versucht, den Künstler und die Musik zu schaffen, die ich in meiner Plattensammlung nicht finden konnte", erklärt Gystere, der daraufhin eine Art Mosaik aus Musik der 70er und 80er Jahre komponiert, mit Intros à la Prince, Melodien à la Supertramp, Soli à la Jimmy Page, Chören à la Queen, aber auch Stevie Wonder, Funkadelic und Sun Ra für den nötigen Afrofuturismus, den Geist, der diese Platte durchzieht. Ohne jemals seinen Stil zu verfehlen, gelingt es Gystere (der allein komponiert, aber mit seinen Musikern aufnimmt), all diese Referenzen in einem funky Groove zu transzendieren, den so schnell wie möglich live erleben wollen. Auf dem Papier hätte alles schief gehen können, aber am Ende ist Gystere auf dem besten Weg, eine der französischen Offenbarungen des Jahres zu werden. © Smaël Bouaici/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 2. Oktober 2020 | Heavenly Recordings

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Es ist schon beeindruckend, wie die scharfkantige, staubtrockene und unnachgiebige Neo-Postpunk-Szene des Vereinigten Königreichs so richtig durchschüttelt wird, wenn Working Men’s Club auf dem Dancefloor auftauchen. Mit seinem gleichnamigen Debütalbum legt das junge Quartett aus Todmorden – 25 Kilometer nördlich von Manchester – die Karten offen auf den Tisch, die früher von New Order (zu Zeiten von Power, Corruption & Lies), The Fall, Human League, Gang of Four und sogar D.A.F. und Suicide gespielt wurden. Der soeben erst volljährig gewordene WMC-Leader Sydney Minsky-Sargeant steckt den Rahmen ab. „In Todmorden gibt es für einen Teenager nicht viel zu tun. Die Stadt liegt von allem eher weit entfernt. Und an einem Ort zu wohnen, wo es im Winter erst um neun Uhr hell wird und um vier Uhr schon dunkel ist, kann ganz schön deprimierend werden“. Es ist also nur allzu logisch, dass diese Schützlinge der aufgedrehten Fat White Family sich wie Rotzbengel aufführen. Wie einer von denen, die wütend Synthies, Gitarren und Schlagzeug quer durch ihr Zimmer schleudern, bis das große Chaos ausbricht! Ihre Texte werden eher gebrüllt als gesungen, aber unermüdlicher Groove, Gitarrenriffs und Mega-Bässe sorgen für dementsprechende Bewegung, ohne dass sie sich weitere Fragen stellen müssten. Es ist also schier unmöglich, die Körper unter Kontrolle zu behalten, die sich nur so im Rhythmus dieser faszinierenden Sinfonie mit dem jugendhaften Elektro-Acid-Rock, die manchmal an die Anfangszeiten des LCD-Soundsystems erinnern. Working Men's Club ziehen sich T-Shirts mit dem Logo „Socialism“ über, taufen einen ihrer Songs John Cooper Clarke (wie der nach wie vor angehimmelten Punkpoeten) und machen dem grauen Yorkshire-Himmel, unter dem sie das Licht der Welt erblickt hatten, den Garaus. Manchmal entspannt sich Sydney Minsky-Sargeant ein bisschen und zeigt sich dabei von einer fast hedonistischen Seite im New Wave-Stil (Outside). Ist er jedoch genervt, dann macht sich der von Elektrofunk angehauchte Discopunk über seine Seele her (Teeth). Etwas benommen lässt einen dieses Debütalbum schon zurück, das dank der kompakten und nüchternen Produktion von Ross Orton (The Fall, M.I.A, Arctic Monkeys) beeindruckende Ausmaße angenommen hat. Keine Frage: Working Men’s Club ist ein Name, den man sich merkt! © Marc Zisman/Qobuz
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Pop - Erschienen am 25. September 2020 | Capitane Records

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime
Der Belgier Nicolas Michaux stellt für sein Album ganz besondere Songs zusammen. Nach der Auflösung seiner Gruppe Eté 67 startet er beim Label Tôt ou Tard seine Solokarriere und veröffentlichte A la vie, à la mort, das bereits eine gewisse Leidenschaft für das Schöne zeigte. Unter dem Titel Amour colère und unter dem Namen des Kollektivlabels Capitane Records entwickelt er auf diesem zweiten Album seine Sichtweise auf die Sentimentalität des Alltags. Beim Song Cancer spielt der Belgier, der sein Leben zwischen Brüssel und der dänischen Insel Samsø verbringt, gekonnt mit Worten, um die Seelenzustände der Erkrankten besser zu verstehen. Seine Texte sind auf Französisch und Englisch verfasst, in die Michaux eine leichte Poesie einfließen lässt, die niemals karikiert oder aufgeblasen wirkt. Die Referenzen, die er in sein Werk einbaut, sind verblüffend wie bereits sein erster Song Harvester, der auf derselben Rhythmik basiert wie Out on the Weekend, das das Album Harvest von Neil Young eröffnet. Seine Instrumentierung scheint wie eine bisher noch unveröffentlichte Platte von Mac DeMarco zu sein und für den Song Factory Town packt er seine David Byrne ähnelnde Stimme auf ein minimaoistisches Riff eines Lou Reed, während die Bässe (wie in A nouveau) ganz an Serge Gainsbourg angelehnt sind… In Diktion und Stimme zeigt er sich träge, verweilend, melancholisch, nie erobernd, immer schlicht. Der Inhalt der Songs richtet sich ganz nach der Form: eklektisch, aber brillant homogen! So vereinen die zehn Titel dieses Albums nonchalanten französischen Chanson (A Nouveau), romantischen Pop (Amour colère, Nos Retrouvailles), belebenden Pop (Parrots, dessen Clip Gold wert ist), romantischen Post-Punk (Every Word, Harvesters) und sogar Glam-Rock à la T-Rex. Die Aufnahme klingt hausgemacht, steht aber eher im Licht der Spontaneität als mangelhafter Qualität. Michaux kann man in Dauerschleife hören und sich dabei von seinem Klang umhüllen lassen. Es ist wie Liebe auf den ersten Blick. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Punk – New Wave - Erschienen am 3. Juli 2020 | Duchess Box Records

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Wenige Minuten von Freier Geist genügen Sofia Portanet, um 2020 in 1980 zu verwandeln. Mit ihrem Debütalbum, das wir mit einem Qobuzissime auszeichnen, veröffentlicht die deutsche Sängern - die 1989 geboren wurde und damit diese musikalische Epoche gar nicht selbst miterlebt hat - ein Werk, das der Neuen Deutschen Welle neues Leben einhaucht. Eine Neue Deutsche Welle, in der Nina Hagen mit Wahnsinn und Energie über New Wave- und Post-Punk-Europa herrschte und Kraftwerk die Massen begeisterten. Damals war auch die Zeit der kämpferischen Rhythmen von D.A.F., der romantischen Verzückungen von Kate Bush, Toyah und Lene Lovich und der Pop-Experimente von Falco oder den Franzosen von Rita Mitsouko. Künstlerinnen und Künstler, die alle von der in Kiel geborenen, in Paris aufgewachsenen und heute in Berlin lebenden Künstlerin Sofia Portanet geschätzt werden. Sie singt sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch und Französisch und beansprucht dabei das Erbe einiger großer Stimmen, die Kino, Theater und Kabarett miteinander vereinen, wie Ingrid Caven und Hildegard Knef. Am Ende findet ihr bezaubernder Freier Geist trotz dieser Lawine von Bezügen und Vergleichen die perfekte Balance zwischen der Nostalgie für die 80er Jahre und modernen Impulse. Es ist vor allem ihr Enthusiasmus, der dieses Projekt bestimmt und so mitreißend macht. © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 12. Juni 2020 | Virgin Music UK LAS (S&D)

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Auf dem Album To Love is to Live setzt Jehnny Beth zum ersten Mal in ihrer produktiven Karriere ihren Namen ohne Begleitung auf das Cover. Und die ist wirklich produktiv, denn die als Sängerin der Gruppe Savages bekannt gewordene, frühere zweite Hälfte des Duos John & Jehn sprang insbesondere bei Gorillaz (We Got the Power) ein, sang im Duett mit Julian Casablancas von den Strokes (Boy/Girl), war in Filmen zu sehen (in Catherine Corsinis französischem Film Un amour impossible und in Alexandre Astiers Fernsehserie Kaamelott) und auch als Journalistin/Radiosprecherin (Start Making Sense für Beats 1) und Fernsehmoderatorin war sie tätig (Echoes auf Arte). Und dann ist da noch C.A.L.M.: Crimes Against Love Memories, ein Band erotischer Erzählungen mit Fotos von Johnny Hostile, der im Sommer 2020 erscheinen soll. Jetzt reicht es aber! Dieser stilistische, klangliche, emotionale oder auch kontextuelle Reichtum steht im Mittelpunkt dieses To Love is to Live, das nur noch dem Namen nach ein Soloalbum ist. Denn Jehnny Beth hat für die Produktion und den Großteil der Instrumentierung Atticus Ross, Flood und Johnny Hostile an Bord geholt, um sich auf diesen anspruchsvollen, komplexen Trip zu begeben. Die drei sind genau die richtigen Kumpels, um eine so faszinierende Legierung zu meistern, bestehend aus Post Punk, Industrial durchsetzt von New Wave, Elektro-Cold Wave, Soundtracks wie aus einem nahegehenden Film und unter die Haut gehendem Dark Rock. Eine Legierung kontrastreicher Herkunftsgebiete, denn die Französin hat auch Romy Madley Croft von The xx zu Gast gebeten sowie den Schauspieler Cillian Murphy und Joe Talbot, den Sänger der Idles…Es ist wie Aprilwetter mit Regenschauern: nach gewaltig tobendem Industrial Punk in How Could You im Duo mit Talbot erklingt in French Countryside plötzlich eine auf dem Klavier gespielte Ballade – verträumt und sinnlich von Beth höchst persönlich vorgetragen. Trotz dieser kunterbunten, mit voller Absicht in den Vordergrund drängenden Vielfältigkeit des To Love is to Live sind die Töne aufeinander abgestimmt. Es gleicht einer Polaroidaufnahme von einer komplexen, spannungsgeladenen Welt voller Unsicherheit und Fragestellungen zu sexueller Identität, zu extremistischen Strömungen, zur Zukunft der Welt überhaupt. Ein gewollter Schnappschuss, der ganz Jehnny Beths eigenen Vorstellungen entspricht. Und die beeindrucken genauso stark wie das von Tom Hingston entworfene Cover (er machte auch das für Mezzanine von Massive Attack). Menschlichkeit steht bei diesem Album im Vordergrund. Der erste Song des Albums heißt I Am. Der letzte Human. So schließt sich der Kreis: I Am Human. © Marc Zisman/Qobuz
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Pop - Erschienen am 29. Mai 2020 | Animal 63

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime
Diese Stimme. Man kann an nichts anderes mehr denken, nachdem man Meryem Aboulouafas Debütalbum einmal gehört hat. Ein hypnotischer Zustand, 38 Minuten lang, Zeit genug, um mit ihr zu einem hybriden Abenteuer aufbrechen, einem Mix aus Soul, Pop, Elektro, orientalischer Musik und Soundtracks, die aus einem Film stammen könnten, sodass uns das traumhafte Organ der Sängerin aus Casablanca ans Herz geht und dann nicht mehr aus den Ohren. Genauso wie bei ihren Zeitgenossinnen Kadhja Bonet (an sie wird man oft erinnert), Weyes Blood, Jenny Hval oder Lana Del Rey besteht auch Meryem Aboulouafas Welt aus Klängen, Stimmungen und vor allem aus Worten… Ihr Vater legt ihr alle Klassiker vor (Beatles, Stones, Floyd, Dylan, Piaf, Brel, Brassens), daraufhin besucht sie Kurse der Musiktheorie und Geige am Konservatorium, schreibt ihre ersten Gedichte auf Arabisch und Französisch und studiert schließlich an der Kunsthochschule in Casablanca Innenarchitektur. Mit der Gitarre in der Hand komponiert die junge Meryem ihre ersten Songs, die Manu Barron vom Label Animal 63 (The Blaze, Myth Syzer, Johan Papaconstantino, Gabriel Auguste) total begeistern. Mit Hilfe von Keren Ann feilt sie an ihren ersten, aber schon recht standhaften Versuchen, die dann zwei an den Reglern stehende Experten, Para One und Ojard, mit Raffinesse zum Glänzen bringen.„Para One bringt eine kinematographische Dimension ins Spiel, die genau zu mir passt, weil ich meine Texte und meine Musik mit meinen Augen ausarbeite“, erklärt die Sängerin. „Ojard ist eher für die Melodie, die Orchestrierung und die Ausarbeitung von komplexen und harmonischen Klängen zuständig.“ So hört man hier mal ein schlichtes Klavier, da beschwingte neoklassische Streicher, etwas später gibt es kriegerisches Trommeln, andernorts ein elektronisches Trip-Hop-Gemenge. Und die Instrumente scheinen immer darauf bedacht, diese introspektive Stimme und Worte nicht aus den Augen zu lassen. In The Friend geht es um ein muslimisches Gebet und seine poetischen Gesten, in Deeply geht sie der Frage nach, warum die menschliche Seele so komplex ist, Breath of Roma ist eine Liebeserklärung an die italienische Kultur... Elf Puzzleteilchen eines faszinierenden Ganzen voller Gefühl und vom Allerfeinsten. Nur eines ist unbedingt zu vermeiden: in Meryem Aboulouafa nicht mehr als eine heimliche Tochter von James Blake und Um Kalsum zu sehen, denn allein dieses Debütalbum (Qobuzissime!) zeugt schon, das es sich um eine große Künstlerin handelt. © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 24. April 2020 | Beyond The Groove - Blue Note Records

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Das Klischee ist bekannt: Gemeinsam ist man stark. Zwei Jahre nach seinem Debütalbum hat sich der in London lebende Multi-Instrumentalist Tom Misch (24), eine Art Urgroßcousin von Jamiroquai, mit seinem Landsmann und Schlagzeuger Yussef Dayes (27), dem Kopf von United Vibrations und die bessere Hälfte des Elektro-Jazz-Duos Yussef Kamaal, zusammengetan, um das unwiderstehliche What Kinda Music zu veröffentlichten. Bis jetzt hat Misch eine köstliche Mischung aus Smooth-Jazz-Sirup, Funk-Espuma, Soul-Tropfen, Hip-Hop-Gewürzen und einer Prise Samtpop zubereitet und große Namen wie De La Soul, GoldLink, Loyle Carner und Poppy Ajudha zu seiner Fiesta eingeladen, aber auch Roy Hargrove und The Crusaders, Stevie Wonder und Patrick Watson! Aromen und Klänge machen die Basis dieses Jahrgangs 2020 auf der rhythmischen Seite noch solider. Logischerweise packt Yussef Dayes seine viel jazzigere Beleuchtung und seine noch fortgeschritteneren Improvisationen aus. Jeder trägt seinen Stein zu einem wahrhaft kollektiven Bauwerk bei und das Gleichgewicht zwischen instrumentalen und gesungenen Sequenzen ist perfekt. Die beiden Komplizen sind beide in Peckham im Süden Londons aufgewachsen. Tom Misch hatte Dayes sogar schon mit neun Jahren auf einem musikalischen Sprungbrett Schlagzeug spielen sehen! "Yussef kommt aus einem experimentelleren Umfeld als ich und er hat viele verrückte Ideen. Ich weiß, wie man eine eingängige Melodie mit interessanten Akkorden schreibt. Ich habe auch ein gutes Verständnis für Popsong-Formen, daher denke ich, dass ich diese Ideen gestrafft und zugänglich gemacht habe."Es ist die perfekte Symbiose zwischen dieser Zugänglichkeit und einer Raffinesse in der Verschmelzung von Stilen, die What Kinda Music nicht zu einer Platte für Elektro-Jazz-Freaks macht, sondern eher zu einem offenen und lässigen Trip des Jazz-Soul'n'Pop. Tom Misch und Yussef Dayes können sogar vor Stolz platzen, da sie ihr Album beim legendären Blue Note-Label veröffentlichen, als Garantie dafür, dass es eine bestimmte Idee des zeitgenössischen Jazz verkörpert."Heutzutage sind die Meinungen so geteilt und verschlossen", sagt Dayes," es wäre schön, wenn die Leute unsere Platte hören würden, auf der zwei sehr unterschiedliche Musiker zusammenkommen, und erkennen würden, dass es möglich ist." Was die Featurings betrifft, so lud das Duo den Rapper Freddie Gibbs (tadelloser Schnulzensänger und Crooner auf Nightrider), Rocco Palladino (Sohn des berühmten Pino, ein verrückter elastischer Bassist wie Daddy, der oft mit Alfa Mist abhängt) und die Saxophonistin Kaidi Akinnibi ein. Als weiteren Beweis für die Vitalität der aktuellen Londoner Jazzszene verleihen wir hier den Preis für das funkigste unter den Qobuzissimes! © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 3. April 2020 | Bella Union

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Dusty Springfield, Adele, Lulu, Sandie Shaw, Duffy... Die englische Tradition des Soul-Pop ist nie ins Stocken geraten. Das zweite, Qobuzissime-Album!, von Ren Harvieu reiht sich in diese Sammlung der großen Stimmen, die eine Vorliebe für Retro-Sounds mit einer leichten Tendenz für die sechziger Jahre haben, ein. Dabei wäre diese fast dreißigjährige Sängerin aus Manchester um ein Haar in Vergessenheit geraten. Im Mai 2011, als Harvieu frisch vom Label Island unter Vertrag genommen wurde, für das sie gerade mit der Aufnahme ihres Debütalbums beginnt, bricht die englische Sängerin sich bei einem heftigen Unfall das Rückgrat und verbringt mehrere Monate im Krankenhausbett. Das Album Through the Night wurde trotz allem veröffentlicht, aber der eher dürftige Erfolg führte zu dunklen Jahren ständigen Selbstzweifels. Ein langer Tunnel liegt nun hinter ihr und Ren Harvieu zeichnet die Konturen davon auf Spirit Me Away und You Don't Know Me, zwei Höhepunkte der Offenbarung in diesem musikalischen Drama. Dieses zweite Album ist vor allem die Frucht ihrer Begegnung mit dem Musiker Romeo Stodart im Jahr 2015. Der Anführer der Band Magic Numbers hat Ren Harvieu zu neuer Inspiration verholfen und in ihr den Wunsch geweckt, an neuen Alben zu arbeiten. Revel in the Drama widmet sich den Einflüssen dieser bezaubernden Fackelsängerin mit mehr Finesse als sein Vorgänger von 2011 und wenn die Schatten von Künstlerinnen wie Dusty Springfield oder Rumer nie weit weg sind, werden wir besonders an die Amerikanerin KD Lang erinnert, dessen Stimme sich oft auf den gleichen Tonlagen bewegt. Doch Ren Harvieus Prosa hat ihre ganz eigenen spezifischen Formen. Und die dunklen und sogar düsteren Sequenzen werden immer mit ihrem eigenen Humor untermalt, mit diesem leichten Zynismus, der zu 100% britisch ist. Eine totale Freiheit des Sounds, die sie manchmal in die Nähe von Fiona Apple, einem ihrer Idole, bringt... Revel in the Drama ist vor allem eine Sammlung von großartigen und schönen, bewegenden und zeitlosen Liedern. Vintage-Pop-Schätze, die in geschmackvollen, leicht zu hörenden und hochfliegenden Arrangements drapiert sind. Songs, die wir bis zum Ende der Nacht summen werden... © Marc Zisman/Qobuz
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925

Alternativ und Indie - Erschienen am 27. März 2020 | Domino Recording Co

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Sobald jemand behauptet, eine Gruppe sei einzigartig, dann heißt das doch, dass sie eigentlich nicht mehr oder weniger einzigartig ist, als alle anderen Gruppen auch. Und da wir in einer Zeit leben, in der es besonders viel Spaß macht, die stilistischen Grenzen zu verwischen und nur wahllos hinzuhören, ist die Gruppe, die zu diesem Jahr 2020 wie die Faust aufs Auge passt, noch schwerer einzuordnen als ihre Zeitgenossen… Weil Asha Lorenz und Louis O'Bryen nichts wie Rock im Kopf haben und ihre Ideen so gut aufgeräumt scheinen wie das Zimmer eines Teenagers, präsentieren sie eines der erstaunlichsten und unberechenbarsten Debütalben, die es derzeit gibt. Nach all der Zeit hatten die beiden Londoner, die sich seit ihrer Realschulzeit kennen, ja Gelegenheit genug, an diesem 925 ausgiebig zu feilen. Ernsthafte Rivalen sind sie ja nicht, sondern ganz einfach die allergrößten Kumpels, und so nehmen sie auf der Platte abwechselnd das Mikro in die Hand. Und teilen es auch miteinander; genau wie Sonic Youth im vorigen Jahrhundert. Übrigens erinnert uns das manchmal an eine, teilweise sogar sehr süße Soft-Version ihrer älteren Kollegen aus New York. Genau wie Letztere lächeln auch Sorry nicht viel, sie stellen vielmehr eine etwas beleidigte Miene zur Schau, eine Art lässige Faulheit, die eher abstoßend als anziehend wirkt. Und dennoch ist das alles faszinierend. Auch die britische Tageszeitung The Guardian hob dieses Gefühl hervor, und zwar mit der Überschrift: Sorry, diese Gruppe macht Langeweile sexy. Treffender könnte es nicht sein… Beim Grunge haben Sorry sich die Slacker-Haltung ausgeliehen, bei den Pixies die Gitarren (Perfect), bei Garbage die sexy wirkende Spottlust (Snakes), bei The Kills Assoziationen mit Junkies (More), beim No Wave das alkoholsüchtige Sax und bei der Post-Punk-Bewegung die düsteren Visionen. Vor allem sollten wir dieses Qobuzissime wieder und wieder anhören, um das Einzigartige daran zu ermessen und uns vollkommen betören zu lassen. Dieses Album kann einfach nicht übersehen werden. Keine Ausrede, Sorry. © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 28. Februar 2020 | Heavenly Recordings

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Die drei Querdenker aus Yorkshire - die Schwestern Esmé und Sidonie Hand Halford (Schlagzeug) und ihr Jugendfreund Henry Carlyle Wade (Gitarre) - gehören wieder einmal zu jenen Indie-Gruppen, die wir nicht aus den Augen lassen sollten. „Das Album ist ein Schlupfloch. Würde ich in den Weltraum fliegen, käme ich wohl nicht mehr zurück“, gesteht Esmé, der solide Bassist der Gruppe The Orielles, mit leiser Stimme. Nach ihrem betäubenden Silver Dollar Moment im Jahre 2018, das unter dem Einfluss von The Stone Roses stand, präsentiert nun dieses zweite, aus der Reihe tanzende Opus einen von türkischen Psychedelic-Elementen, aber auch von experimentellem Kino aus Italien gekennzeichneten Sound. Zwei Jahre sind eine lange Zeit, wenn man erst Anfang zwanzig ist, aus dem todlangweiligen Halifax kommt und eine Europatournee starten will. In der Zwischenzeit gesellte sich der Keyboarder Alex zu ihnen, und es kam das von Peggy Gou „recht informativ“ gestaltete Plattencover für It Makes You Forget (Itgehane) hinzu, das sie der Dancemusic nähergebracht hat. Es gab aber auch den Remix des dahingeschiedenen Andrew Weatherall, ihre Single Sugar Tastes Like Salt. Auf dem von Marta Salogni (Liars, Temples, Björk oder The Moonlandingz) produzierten und im Eve Studio in Stockport eingespielten Album Disco Volador steht die Melodie im Mittelpunkt und die Devise heißt: aus Alt mach Neu. „Alles, was uns bei der Komposition dieser Platte beeinflusst hat, floss auch mit in die Einspielung hinein. Wir wussten genau, wie das klingen sollte und wie wir das erreichen würden“, fährt die Sängerin fort. Energiegeladener, unbeschwerter Pop aus den Sixties (Come Down On Jupiter), experimenteller Disco (Space Samba (Disco Volador Theme), Funk aus den 70ern (Bobbie's Second World, Euro Borealis), psychedelisches Uptempo (Rapid i, 7th Dynamic Goo) oder abgehoben wie bei Khruangbin (A Material Mistake). Alles ist lebensfroh und lässt einen nicht mehr los. Eben ein Qobuzissime. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Pop - Erschienen am 20. September 2019 | Verve Forecast

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Der American Dream ist ein unerschöpfliches Thema. Dafür geht man direkt an die Sache, oder auf schräge Art, oder aus dem Hinterhalt, von oben, von unten, jedenfalls ist es der beste Zündstoff endlos vieler Songwriter; auch wenn diese nicht von dort stammen, also aus Amerika. Genauso wie J.S. Ondara. Dieser junge Mann aus Kenia, den sein Label als „verbindendes Element zwischen Tracy Chapman und Michael Kiwanuka“ sieht (was ein bisschen einfach, aber doch nicht falsch ist), versucht es auf eigene Faust. Im Jahre 2013 macht Ondara bei seiner Tante in Minneapolis Halt. Und dann in den Bars und Clubs und sogar in der Straße. Er, der bis dahin nur sein heimatliches Nairobi gekannt hatte, macht sich nun mit seinen Songs auf den Weg und begleitet sich dabei auf einer einfachen Akustikgitarre, mit der leisen Hoffnung, ein Bob Dylan des dritten Jahrtausends zu werden. Dylans The Freewheelin’, seine Lieblingsplatte, aber auch Springsteens Nebraska sind mit dabei… Diese Größen aber bloß nachzuahmen, damit würde er niemanden interessieren. Mit Tales of America geht er dieses Risiko nicht ein. Erstens hat J.S. Ondara eine ganz eigene Stimme. Mit seinem klagenden, leicht androgynen Klang zeigt er, dass er anders ist. Was die Instrumente betrifft, so ist er dreist genug, mit Hilfe eines großartigen Andrew Bird, eines Griffin Goldsmith von den Dawes oder sogar eines Joey Ryan (vom Duo Milk Carton Kids) mit ein paar Aromen aufzuwarten. In einem zerrissenen Amerika und in einer mehr als je durchgerüttelten Welt wirken J.S. Ondaras Songs weitaus stärker als ein paar Wundpflaster. Eher wie ein kräftiger Balsam, der tief unter die Haut geht, sodass einem warm ums Herz wird. Ein Qobuzissime, das absolut nötig erscheint… © Marc Zisman/Qobuz
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Pop - Erschienen am 20. September 2019 | Columbia

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Pitchfork: Best New Music - Qobuzissime
Jeder mag Soul und Vintage-Funk! Obwohl täglich weitere Nachkommen von Curtis Mayfield, Al Green, Prince und Leuten wie Sly Stone auftauchen, hält sich das Interesse daran oft in Grenzen… Die Gruppe Alabama Shakes hat es jedoch mit nur zwei Alben geschafft, ihre originelle und pulsierende Garage Funk-Version aus den amerikanischen Südstaaten durchzusetzen. Welches Geheimnis steckt dahinter? Brittany Howard, eine Sängerin mit Charisma soweit das Auge reicht. Und zwar hat sie dermaßen viel davon, dass sie nun dieses umwerfende Debüt im Alleingang startet. Diese Platte behält die Ideale von den Alabama Shakes bei, um sie jedoch auf weitaus überraschendere und weniger besonnenere Wege zu führen. Howard präsentiert hier einen ziemlich verrückten, funkigen und psychedelischen Trip, der an die Grenzen des Experimentellen reicht, etwa im Opener History Repeat mit dieser sägenden Gitarre, diesem fanatischen Rhythmus und der alles niederschreienden Stimme.Die aus Athens stammende Sängerin holte sich eine nur kleine Gruppe an Bord, nämlich Zac Cockrell, den Bassisten von Alabama Shakes, zwei hochgeschätzte und ihrerseits erstaunliche Jazzmusiker, den Pianisten/Keyboarder Robert Glasper und den Schlagzeuger Nate Smith. Auf ihrem makellosen, dem Inhalt nach umfangreichen und der Form nach minimalistischen Soundtrack verzahnt sie Selbstporträt und Beobachtung ihrer Zeitgenossen. Nichts wird übersehen! Weder Homosexualität (Georgia), noch Tod (der Albumtitel Jaime stammt vom Namen ihrer älteren, als 13-Jährige von Krebs betroffenen Schwester, als sie selbst 8 war), noch Religion (He Loves Me), noch Rassismus, dem sie als Tochter einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters oft höchstpersönlich begegnet ist (Goat Head schildert jenen Morgen, an dem ihre Mutter ihr Auto mit durchgestochenen Reifen und einem Ziegenkopf auf dem Rücksitz entdeckte). Hat man sich diese keineswegs angeglichene, recht persönliche Soloplatte erst einmal angehört, ist man ganz durcheinander. Ihre Ideale, ihre Bezüge und ihre Vorbilder (Prince, Curtis und wie gesagt Sly) sind uns ja bekannt – oder zumindest scheint es so – das Ergebnis hingegen ist definitiv originell. © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. August 2019 | Human Season Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Dublin - Epizentrum eines neuen Post-Punk-Bebens! Die aus 5 irischen Schulfreunden bestehende Gruppe The Murder Capital, die sich mit Fontaines D.C und Girl Band die Proberäume geteilt hatten, präsentieren jetzt ihre urbanbedingten Platzängste. Postapokalyptisch, zart, wild, gefühlvoll und mitreißend sind diese Leute, die uns an die 80er erinnern. Für ihr Debütalbum When I Have Fears, das sich auf ein Gedicht von John Keats  bezieht, übernehmen sie den jeweiligen Kodex von Joy Division, The Cure oder sogar Fugazi; das ist kein Zufall, wie ihr Frontman James McGovern erklärt:  „Ein Album mit zehn Punksongs und 170 bpm […] zu schreiben, das wäre nur allzu leicht, aber wir müssen darüber nachdenken, was sich in unseren Köpfen abspielt, denn so ewig lange kann man einfach nicht genervt sein“. Diesem nuancierten Manifest zwischen aufrührerischer Romantik und wilden Zornsausbrüchen liegen die sozialpolitischen Forderungen des erwähnten Sängers zugrunde, dessen Projekt infolge eines traumatischen Geschehens – dem Selbstmord eines ihm sehr nahestehenden Freundes – entstanden ist. „Wir wollten die Gleichgültigkeit betonen, die man in Irland zeigt, wenn es um geistige Gesundheit geht“, behauptet er. Die Texte des finsteren Baritons schöpfen im literarischen Erbe der Grünen Insel, und beschreiben mit recht scharfen Worten, wie verloren die Jugendlichen sind, die in einer von Alkohol und harten Drogen gespaltenen, gesellschaftlichen Umgebung aufwachsen. Seine Songs untermalt er mit beinhart gestrickten, äußerst nüchternen Arrangements, um ein Gefühl von höchst alarmierendem Notstand zu vermitteln. Nichtsdestotrotz beweisen Diarmuid Brennans pumpendes Schlagzeug – welch ein Spiel auf dem Hi-Hat! – in Don’t Cling To Life, sowie das Piano und das unheimliche Flüstern in How The Streets Adore Me Now, dass die Gruppe sehr wohl in der Lage ist, sich vom formellen Rahmen des binären und restriktiven Post-Punk der Nullerjahre loszueisen. When I have Fears kommt direkt aus Dublin und hebt Elend und Kälte auf die Ebene des Erhabenen, ohne dabei je etwas an Ehrlichkeit und Kraft einzubüßen –ein Qobuzissime – genauso  durchschlagend wie feinfühlig. © Alexis Renaudat/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. Juli 2019 | Mr Bongo

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Lo-Fi-Samba aus Anatolien, gesungen in Englisch, Französisch und Türkisch. Mit einem derart außerirdischen Programm bringt Mantra Moderne alles Nötige mit, um zum Kultalbum des Sommers 2019 ernannt zu werden. Hinter diesem Indie-World-Music-Soundtrack versteckt sich das Duo Kit Sebastian. Der zwischen London und Paris lebende Musiker Kit Martin komponierte und interpretiert als Ein-Mann-Orchester die Schmuckstücke dieses Debütalbums für die Stimme seiner aus Istanbul stammenden Mitstreiterin Merve Erdem, die sich in Großbritannien niedergelassen hat. Unerwartete Stilmixe liegen derzeit voll im Trend und Mantra Moderne liefert den flammenden Beweis: Von brasilianischen Tropen-Klängen über englischen Pop der Sixties und türkischer Psychedelia bis zu analogem Elektro - Kit Sebastian schlagen den Weg der Musik des 20. Jahrhunderts ein, den zuvor Bands wie Stereolab, Broadcast oder Khruangbin geegbnet haben... Mit einem riesigen Baumarkt voller Akustik- und Analog-Instrumente, Tablas, Darbukas, einer Balalaika, einer Oud, einem Korg MS-20 und einer Farfisa-Orgel zaubert das Tandem eine entzückende und verspielte minimalistische Symphonie im Stil der Sechziger Jahre. Das vielleicht verwirrendste Qobuzissime des Jahres! © Marc Zisman/Qobuz  
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Alternativ und Indie - Erschienen am 14. Juni 2019 | Heavenly Recordings

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Inmitten eines beigefarbenen Fabrikgeländes posiert Fräulein Brown. Normalerweise ist die junge Frau tagsüber Illustratorin bei MailChimp. "Es ist, als hätte ich zwei Vollzeitjobs: Designerin und Musikerin", sagt sie. Wir bevorzugen sie als Musikerin mit ihrer wilden Stimme und leicht unhöflichen Ton. In den weiten Landschaften Georgias - wo diese raue Art vielleicht herkommt - wuchs Mattiel auf, bevor sie in das städtische Atlanta umzog und Randy Michael und Jonah Swilley kennenlernte. Sie beginnt, mit ihnen Songs zu schreiben, die die Grundlage von Satis Factory bilden werden. Zusammen kümmern sie sich um die Instrumentalkompositionen und die Texte. Die Alchemie funktioniert wunderbar. Die Riffs fesseln von Beginn an, die Melodien sind berauschend, und dann gibt es da diesen besonderen Stil, für den das Label Burger Records steht. Mit diesem Stil belebt Mattiel die sechziger Jahre mit Akzenten von Surf-Pop, Out-of-Age-Blues und Vintage-Soul zu neuem Leben. Eine ausgewogene Mischung aus Einflüssen von Screamin' Jay Hawkins, Andre 3000, Marc Bolan, The Staple Singers und Jack White. Sehr vielversprechend. Charlotte Saintoin/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 12. April 2019 | Partisan Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Kaum haben wir uns von Songs of Praise erholt, dem ersten Qobuzissime-Album von der Londoner Band Shame, zieht das Auge des Rock-Zyklons nun weiter nach Norden, nach Dublin. Dort beißt eine ebenso böse Bande namens Fontaines D.C. die Zähne zusammen, um zu zeigen, dass das aktuelle Post-Punk-Revival noch ein paar Ohrfeigen und andere Aufwärtshaken zu verteilen hat. Wenn das erste Album dieser Fontaines D.C., Dogrel, in einem bekannten Boden Wurzeln schlägt (The Fall, Joy Division, Gang Of Four, Public Image Ltd.), ist der Dünger anders. Zunächst einmal ist da die irische Einzigartigkeit, die auf dieser Platte hervortritt, welche der Idylle Dublins hinterher weint, die durch die Globalisierung und Gentrifizierung ausgelöscht wurde. Dogrel endet mit Dublin City Sky, einer akustischen Ballade, die nach einem alten Pub, nach frisch gezapftem Guinness riecht und man könnte schwören, dass zuvor gerade noch Musik der Pogues, ihrer Lieblingsband, aus den Lautsprechern zu hören war. Grian Chattens Band hat auch die Besonderheit, Literatur und Poesie ebenso wie Rock und Folk zu verehren. Daher das ständige Gefühl, ein Brennen von reinem Post-Punk zu hören, der niemals klein beigibt. Das ist Dogrels Stärke. Literarisch zu sein, ohne dies in den Vordergrund zu rücken. Verärgert aber immer hörbar. Auf dem Hit verdächtigen Big brüllt Chatten: "My childhood was small, but I'm gonna be big" (meine Kindheit war klein, aber ich werde groß sein). Ja, Big, das werden Fontaines D.C. sehr, sehr, sehr, sehr, sehr schnell werden.... © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 22. März 2019 | ATO Records

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music - Qobuzissime
Das haut einen um! Eine recht junge Londonerin erzählt, sie hätte mit den Songs der Libertines gelernt, auf der Gitarre zu klimpern. Zu Hause hätte sich Papa immer türkische Volksmusik angehört und Mama berühmte Musik von Leuten wie Simon & Garfunkel und Cat Stevens. Noch dazu wird gemunkelt, ihre ganz persönliche Dreifaltigkeit bestehe aus Nina Simone, Amy Winehouse und den Pixies. Damit wäre also der Rahmen abgesteckt! Sicher ist einzig und allein: Nilüfer Yanyas Musik verherrlicht sie alle, mit Rock und Soul und beinahe schadenfroher Energie! Ihr Debütalbum Miss Universe beweist vor allem die makellose Integration dieser Referenzen, Platten und Zeitepochen. Die energiegeladenen Hits voll unschlagbarer Refrains (In Your Head), die gefühlvollen, aber nie kitschigen Balladen (Monsters Under the Bed), der unkonventionelle Pop (Paradise), der minimalistische R&B (Safety Net) und unzählige andere Köstlichkeiten machen ihre Zusammenstellung sogar perfekt. In erster Linie strahlt Nilüfer Yanya nur so vor Lebendigkeit, wie wir es derzeit im Pop und Rock leider selten erleben. Ein derartiges Ausmaß an musikalischem Charisma, Timbre und ausgereiften Texten mit erst 23 Jahren macht dieses Album mit Recht zu einem Qobuzissime! © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 22. März 2019 | Sub Pop Records

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Die Verpackung ist faszinierend. Stetson-Kappe auf dem Kopf, Maske auf den Augen und fransiger Schleier über dem Mund, Orville Peck rückt vor wie ein weiterer maskierter Rächer, getarnt, behelmt, versteckt, bereit, sich Daft Punk, Cascadeur, The Residents, MF Doom und anderen SBTRKT-Projekten anzuschließen. Auf der gleichen Ebene sieht der Mann aus wie ein Cowboy, der aus einem Traum von David Lynch entkommen ist. Eine Art unwahrscheinliche Version des Lone Ranger, dieser fiktiven Figur, die 1933 in einer Hörspiel-Serie erschien, dann fünfzehn Jahre später in einer Fernsehserie, eine wahre Ikone der amerikanischen Popkultur.... Als er schließlich seinen Mund aufmacht, ist sein Gesang der eines zeitlosen Sängers. Diese veraltete Lover Stimme, die Orville Peck nie übertreibt, lässt an Elvis, Roy Orbison, Chris Isaak, Lloyd Cole und sogar Marlon Williams denken. Mit Pony, seinem ersten (Qobuzissime!-)Album, das beim exzellenten Label Sub Pop erscheint, knüpft dieser Mysteriöse an ausgefallene romantische Balladen an. Er spielt grandiose Songs in einer Produktion, in der Hall, Twang-Gitarren, gedämpftes Schlagzeug und impressionistische Stahlgitarren die Oberhand gewinnen. Als ob Country und Shoegaze in einer heißen Nacht der Liebe einen Deal machen würden. Gebrochene Herzen, verlassene Motels, endlose Highways und verblasste westliche Landschaften, dies ist ein wunderschönes Album, das eine faszinierende Bildsprache offenbart, bei der Orville Peck der talentierte Maler ist. Alles, was bleibt, ist, die Augen zu schließen und mit ihm zu träumen © Marc Zisman/Qobuz