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Die Musikexperten von Qobuz stellen in jedem Genre Alben zusammen, die jeder kennen sollte. Diese Alben haben die Musikgeschichte mitgeschrieben und sind zu Meilensteinen geworden. In der perfekten Schallplattensammlung finden Sie die symbolträchtigsten Werke, die Ihr Musikwissen erweitern.

Die Alben

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Leftism 22

Leftfield

Electronic - Erschienen am 1. Januar 1995 | Sony Music CG

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
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DJ-Kicks

Marcel Dettmann

Electronic - Erschienen am 14. Oktober 2016 | !K7 Records

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Genius Of Time

Larry Levan

Dance - Erschienen am 1. Juli 2015 | UMC (Universal Music Catalogue)

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Dark Energy

Jlin

Electronic - Erschienen am 23. März 2015 | Planet Mu Records Ltd.

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Pitchfork: Best New Music
The music associated with Chicago's juke/footwork scene is fast, frenetic, complex, and often highly aggressive, as it is typically intended to soundtrack dance battles. The tracks produced by Jlin, a steel mill worker from nearby Gary, Indiana named Jerrilynn Patton, use footwork as a venue to express frustration, anger, and depression. The screams and horror movie samples ("You don't want to hurt anyone," "But I do, and I'm sorry") on tracks such as "Guantanamo" and "Abnormal Restriction" sound downright evil, and are a far cry from the more hedonistic, drug-glorifying tracks by artists such as DJ Rashad and DJ Spinn. While those artists' tracks are heavily populated with recognizable soul and hip-hop samples, Jlin builds her music from scratch, constructing all the percussion sounds and bass tones herself. Her production style is intense and gripping, but it never sounds cluttered, and it never breaks out into all-out chaos. Tense, thrilling, and a bit frightening, Dark Energy is simply one of the most compelling debut albums of 2015. © Paul Simpson /TiVo
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Birdy Nam Nam

Birdy Nam Nam

Electronic - Erschienen am 24. Oktober 2005 | Kif music

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Dubnobasswithmyheadman

Underworld

Electronic - Erschienen am 24. Januar 1994 | UMC (Universal Music Catalogue)

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
From the beginning of the first track "Dark & Long," Underworld's focus on production is clear, with songwriting coming in a distant second. The best tracks ("MMM Skyscraper I Love You," "Cowgirl") mesh Hyde's sultry songwriting with Emerson's beat-driven production, an innovative blend of classic acid house, techno, and dub that sounds different from much that preceded it. In a decade awash with stale fusion, Underworld are truly a multi-genre group. © John Bush /TiVo
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Felt Mountain

Goldfrapp

Trip Hop - Erschienen am 19. September 2000 | Mute, a BMG Company

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Soundtracks sind ja so eine Sache für sich. Es gibt nur selten welche, die sich wohltuend vom Gros der lieblosen Zusammenstellungen unterscheiden. "Felt Mountain" ist auch ein Soundtrack, aber nicht zu irgend einem Film, der demnächst zum Kassenschlager avancieren könnte, sondern eher zu den Gefühlen und Stimmungen, die damit transportiert werden. Melancholie herrscht vor, wenn Alison Goldfrapp und Will Gregory ganz tief in der Emotionsschublade kramen und Tragisches, Zerbrechliches und Aufwühlendes zu Tage fördern. Diese Zutaten werden miteinander verbacken und dann in ein wohltuendes Klangkostüm gewickelt, das sich dann den Ohren des geneigten Hörers entgegenschmeichelt. Hierbei stechen vor allem die fast schon genialen Arrangements der beiden hervor. Streicher, Bleeps und Noise-Anklänge werden nicht als Füllmaterial für fehlende songwriterische Fähigkeiten missbraucht, sondern bilden den goldenen Rahmen für die exzellenten Lieder. Wenn man auf Vergleiche steht, purzeln die Namen der üblichen Verdächtigen wie Portishead und Björk, aber dies sei nur als ungefährer Orientierungspunkt erwähnt, denn das Werk "Felt Mountain" hat seine ganz eigene Faszination, die sich nicht an eventuellen Vorbildern messen lassen muss. Hinzu kommt Alisons schaurig schöne Vokalakrobatik. Man muss schon genau hin hören, um zu erkennen, dass da an mancher Stelle kein Sampler am Werk ist, sondern sich die Gute in unglaubliche Höhen hinaufschraubt. Die erste Hälfte birgt den einen oder anderen Song, der das Zeug zum Klassiker hat. "Human" zum Beispiel, sorgt mit seinem dezenten Shuffle für verhaltenes Popowackeln. Die Streicher im Hintergrund sind ganz offensichtlich von den großen James Bond-Kompositionen wie "Goldfinger" beinflusst worden, die eine Shirley Bassey unsterblich machten. Den Vogel schießen Goldfrapp aber mit "Utopia" ab. Wie das Bouqet eines 50 Jahre alten Whiskeys entwickelt sich dieser Song erst langsam, bevor man dann von einer einzigartigen Soundkollage förmlich platt gewalzt wird, superb!!! "Felt Mountain" ist ein Riesenwurf. Selten hat mich eine Platte schon beim ersten Hören so beeindruckt. CD einlegen, zurücklehnen, genießen und auf einem wunderbaren Klangteppich von dannen schweben. Leider dauert der gesamte Flug nur knappe 40 Minuten, aber wer wird sich schon beschweren wollen, wenn er dafür 1A-Qualität geliefert bekommt? © Laut
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Play

Moby

Electronic - Erschienen am 17. Mai 1999 | Mute, a BMG Company

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
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Tohu Bohu

Rone

Ambient - Erschienen am 15. Oktober 2012 | InFiné

Hi-Res Booklet + Video Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuz' Schallplattensammlung - Hi-Res Audio
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Substances

Dj Cam

Trip Hop - Erschienen am 1. Oktober 1996 | Inflamable Records

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Immunity

Jon Hopkins

Electronic - Erschienen am 3. Juni 2013 | Domino Recording Co

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Pitchfork: Best New Music - Hi-Res Audio - Sélection du Mercury Prize
Während sich die Türkei auf dem Taksim-Platz die Köpfe einschlägt, Koalas vom Klimawandel bedroht sind, Afrika weiterhin unter Hunger und Entbehrung leidet und selbst Deutschland unter einer zum Teil selbst verschuldeten Flut versinkt, veröffentlicht ein Engländer ein Konzeptalbum über eine Partynacht. Eine Botschaft, die in ihrer Einfachheit und Dekadenz kaum zu überbieten bleibt. Wer kein Leid erfährt, hat keine guten Geschichten zu erzählen. "We Disappear". Jon Hopkins musste nicht einmal verschwinden, für die meisten war der Mann aus der zweiten Reihe einfach niemals da. Seine drei ersten Solo-Platten flogen unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung entlang. Wer genau aufpasste, kennt seinen Soundtrack zum Science-Fiction-Drama "Monsters" oder seine Mitarbeit an Brian Enos "Small Craft On A Milk Sea" und Coldplays "Viva La Vida Or Death And All His Friends". Mit "Immunity" verlässt Hopkins seine Schutzzone. Seinen vierten Longplayer bezeichnet er als "das menschlichste elektronische Album, das es dieses Jahr zu hören gibt." In einem Jahr, in dem Daft Punk ("Random Access Memories"), Bonobo ("The North Borders") und Boards Of Canada ("Tomorrow's Harvest") einen ähnlichen Ansatz verfolgen, eine gewagte These. Große Klappe mit viel dahinter. Im Gegensatz zu den Helmträgern von Daft Punk bricht Hopkins den Konflikt Mensch-Machine nicht mit einer in den Rückspiegel schauenden Rückbesinnung auf Live-Instrumente. "Objects in the Rear-view mirror may appear closer than they are". Anstatt sie von sich zu stoßen, akzeptiert und nutzt er die uns allgegenwärtig umgebende Technologie als Instrument, aus der er Wärme, Leben und Emotionen bezieht. Nicht die Welt von gestern sondern die heutige mit all ihren Applikationen wird zum Grundstein seiner minimalistischen Musik. Die erste Hälfte von "Immunity" gilt dem Start in die Nacht. In "We Disappear" setzen wir die ersten nervösen Schritte hinaus auf die Straße, keinen Schimmer, was vor uns liegt. Frisch geduscht schlagen wir die Tür zum Alltag hinter uns zu. Die Dancefloor-Hyme "Open Eye Signal" nimmt uns mit ihrer wütenden Electro-House Bassline in Empfang. Entschlossene Euphorie, dominiert von reibenden Sub-Bässen und Techno-Beats. Über hypnotischen Schleifen der Erschütterung nimmt das düstere "Collider" Gestalt an. In die Irre führende Leidenschaft, die monoton an ihrem Ziel festhält: Rhythmus vs. Melodie. In der zweiten Hälfte wechselt die Stimmung zunehmend. Ambient-Parts nehmen zu. Während die Welt in ihrem verschwommenen Zauber weiter tanzt, wandelt man selbst mehr und mehr zum entrückten Beobachter. Ein unscharfer Blick durch den faul riechenden Nebel der Nebelmaschinen auf die tanzende Meute. Zeigt sich Hopkins kurz vorher noch von seiner düsteren Seite, wirkt das zwölf Minuten lange "Sun Harmonics" klar und mit Morgentau überzogen und leitet langsam das Ende der Reise ein. Ein Moment der Trance, des Abschiednehmens. Eine leere Bierflasche an dem letzten torkelndem Liebespärchen vorbei ins nichts kicken um danach mit zusammengekniffenen Augen ins erste Sonnenlicht zu treten. Diese kurzen Momente, die eine lange Nacht erst vollkommen machen. "Alle Lebewesen außer den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen." (Samuel Butler) Also doch alles richtig gemacht? Der Titel-Track nimmt über wankenden Zugabteil-Beats den Weg nach Hause. Der alte Weggefährte Kenny Anderson (King Creosote) übernimmt diskret den Platz am Mikro, während Hopkins verträumt in Sigur Rós-Erzählgeschwindigkeit die ersten Lichtreflektionen auf seinem Piano nachklimpert. Das letzte Adrenalin verfliegt. Einfach nur noch nach Hause. In die Nussschale unserer Gesellschaft. Ins kuschelige Bett. In Sicherheit. In Immunität. "Immunity". © Laut
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Best of Electronic Disco (Deluxe Edition)

Giorgio Moroder

Electronic - Erschienen am 20. Mai 2013 | Repertoire Records

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Rounds

Four Tet

Electronic - Erschienen am 5. März 2003 | Domino Recording Co

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Pitchfork: Best New Reissue
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The North Borders

Bonobo

Electronic - Erschienen am 22. März 2013 | Ninja Tune

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Das Bonobo-Äffchen ist angeblich das einzige Säugetier, dass Sex nicht nur zum Zwecke der Fortpflanzung, sondern vor allem zum Spaß betreibt. Dieser unnütze Fakt macht uns Simon Green von Bonobo nur noch sympathischer. Mit Ninja Tune einen guten Labelpartner im Rücken, legt Green nun endlich wieder ein Album namens "The North Borders" vor. "Cirrus", das er nettwerweise auch vorab über seine Soundcloud-Seite verschenkte, ist ein toll schepperndes Klangwunder im etwas schnelleren Housegewand. Ein G8-Gipfel der Samples und Loops. Die Ästhetik von alten Filmsamples, charmantem Noise und Geräuschen, die man partout nicht zuordnen kann, hat ihren Reiz nicht verloren. Aber auch die Trip Hop-Wärme strahlt beruhigend auf einen ein ("Towers"). Um die Clap wird ihn so mancher Hip Hop-Produzent beneiden. Aber, wieso denn neiden, diesem Typen gönnt man nun wirklich alles, angesichts der großen Kunst, die er hervorbringt. Auch auf dem Feature-Sektor ist Simon gut aufgestellt. So leiht etwa Erykah Badu "Heaven For The Sinner" ihre großartige Stimme. Leicht verschrobene Beats ("First Fire") kann er auch noch, wo soll das denn noch hinführen mit all dieser Vielseitigkeit. Warm und druckvoll ist das Mastering ausgefallen, Kopfhörer und Festival sind erfreulicherweise gleichberechtigt. Richtig fett kommt das zerchoppte "Ten Tigers" rüber, gerade in Kombination mit tighten Drums und Klaviersamples klingt es einfach "rund". Hier hört man auch wieder den altbekannten "Hörspielcharakter" früherer Bonobo-Stücke heraus. Nirgendwo ist ein Abdriften in seichte Easy Listening-Gefilde zu verzeichnen. Selbst der totgeglaubte 2Step wird bei "Emkay" überzeugend defibrilliert. Mit am besten gefällt "Antenna", weil es eine Brücke schlägt zwischen Bonobos typisch krudem Samplesound, kombiniert mit schönen Streichern und einer mächtigen Kickdrum. Eine orientalisch anmutende Melodei gesellt sich hinzu, das Gesamtbild ein wahrer Genuss. "The North Borders" hat das Potential zum zukünftigen Klassiker nicht nur für die elektronische Musik. Überraschend vertraut und doch neu. Musikalisch anspruchsvoll, aber ohne jegliche Verkopftheit. Beim Hören solcher Klänge dürfte selbst das Äffchen beim Liebesspiel innehalten. © Laut
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The Fat of the Land - Expanded Edition

The Prodigy

Electronic - Erschienen am 1. Juli 1997 | XL Recordings

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Wireless

Luke Slater

Electronic - Erschienen am 5. Oktober 1999 | Mute

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Tourist (Remastered Hi-Res Version)

St Germain

Electronic - Erschienen am 30. Mai 2000 | Parlophone (France)

Hi-Res Auszeichnungen Victoire de la musique - Qobuz' Schallplattensammlung - Hi-Res Audio
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Visions

Grimes

Electronic - Erschienen am 21. Februar 2012 | 4AD

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Pitchfork: Best New Music - Sélection Les Inrocks - Stereophile: Record To Die For
"Ich mag die Idee einer Kultur, die auf reiner Ästhetik basiert." Was Claire Boucher in einem Pitchfork-Interview so beiläufig mitteilt, fasst ihr Selbstverständnis präzise zusammen. Als "Post-Internet-Artist" bedient sich die Kanadierin ganz unbefangen aus der Kulturmasse der Online-Welt. Erscheinungs- wie Soundbild setzt Grimes ununterbrochen aus gefundenen Fragmenten zusammen, weil sie "seit der Kindheit Zugriff auf alles hatte". Für die Optik bedeutet das mal rote, blonde, brünette, schwarze, dann wieder anrasierte oder bunt gefärbte Haare. Beim Fotoshoot war man gestern noch Cyborg-Goth im Fake Fur, ist heute Todesengel mit Schoßhund und morgen überdrehtes Ravemädchen. Dieses Prinzip der ultimativen Wandelbarkeit erinnert nicht bloß ungefähr an Lady Gaga. Genau wie Gaga hat es die 23-Jährige in Windeseile zur Fashion-Ikone geschafft, und auch im Sound gilt das Gebot der freien Rekombination. Das clusterhafte Popverständnis erlaubt es ihr, Einflüsse wie Mariah Carey und Cyndi Lauper, Chopin-Partituren und Operesken, New Age-Enya, billige HipHop-Beats und Rave-Fanfaren fast nahtlos zu vermendeln. Dafür greift sie ausgiebig auf spooky-jenseitige Vocals und zugehörige Manipulatoren, vor allem anderen aber auf Fernost zurück: Synthesizer und Grimes' äußerst kindhaftes Falsett referieren regelmäßig auf J- und K-Pop. Genre-Importe übrigens, deren Relevanz für Witch House nach der Salem-LP hiermit erneut unterstrichen wird. Gerierten sich die Tracks der selbstveröffentlichten Vorgänger "Geidi Primes" und "Halfaxa" noch regelmäßig eher als experimentelle Skizze, hat Grimes diesmal ein paar Terrabytes Pop über Glasfaser ins Schlafzimmer geladen. "Visions" gelingt der seltene Spagat zwischen reduzierter elektronischer Versuchsanordnung – Vocal Pedals, Keyboard, Sampler, Sequenzersoftware – und einem ausufernden Pop-Appeal. In Momenten beinahe in Yo-Landi Vi$$ers Stimmlage, ansonsten gern mit Robyn auf Augenhöhe, leihen sich die besten "Visions"-Momente ("Be A Body", "Vowels=Space And Time") eine unnachgiebige Zugänglichkeit, ohne darüber die grundlegende Weirdness der in Montreals DIY-Kunstszene erwachsenen Boucher zu ersticken. Das Album prahlt mit eingängigen Hooks, knüpft sie aber an eine digitale LoFi-Ästhetik, schon weil es für Perfektionismus viel zu sprunghaft ist. Gerade in dieser Volatilität der Stilebenen erreicht Grimes ästhetische Formvollendung. Die widersprüchlichen Referenzen an Genres und Gefühlszustände gehen auf, weil sich die Künstlerin konsequent auf eine Meta-Authentizität beruft: Nicht als schöpferisches Genius möchte die Kanadierin verstanden werden, nicht als Sinnstifterin in semantischer oder emotionaler Hinsicht. Sondern als Sammlerin digitaler Fragmente und Kompositeurin in sich schlüssiger Soundcollagen. Es sind bekanntlich Archetypen, die uns einen bestimmten Songmoment z.B. als sehnsüchtig wahrnehmen lassen. Zu Bouchers nächster Geistesverwandtschaft zählen daher sowohl Ambient-Produzent Oneohtrix Point Never, der sich auf seinem jüngsten Werk analytisch mit Begriff und Gestalt musikalischer Nostalgie auseinandergesetzt hat, als auch Lana Del Rey. Letztere mag sich, vermutlich aus kommerziellen Gründen, noch auf Schöpfertum berufen. Tatsächlich rückt jedoch auch in Del Reys Musik ein geschmeidiger Nostalgie-Ästhetizismus an die Stelle des authentischen Ich-Erzählers. © Laut
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Satyricon

Meat Beat Manifesto

Electronic - Erschienen am 1. Januar 1992 | [PIAS] Recordings Catalogue

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Blue Lines

Massive Attack

Trip Hop - Erschienen am 6. August 1991 | Virgin Catalogue

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Gleich das Debüt "Blue Lines" aus dem Jahr 1991 definiert Atmosphäre und Design des Sounds, der den Ruhm Massive Attacks begründet. Die Platte gilt zugleich als Blaupause des Trip Hops. Bevor man sich nun in nerdigen Diskussionen ergeht, ob die Genreschublade im Zusammenhang mit Massive Attack überhaupt geöffnet werden darf: Für "Blue Lines", "Protection" (1994) und "Mezzanine" (1998), die drei ersten Platten der Bristol-Gang, gilt: Bei jedem Track erfasst der Hörer sofort die Qualität und Besonderheit dessen, was da aus den Boxen schallt. Sprechsinger und Graffiti-Veteran Robert '3D' Del Naja sowie die DJs Grantley 'Daddy G' Marshall und Andrew 'Mushroom' Vowles entsprangen dem legendären Soundsystem The Wild Bunch, dessen Parties Mitte der 80er in Bristol für Furore sorgen: Punk, Rock, Dance, Funk, Hip Hop oder Reggae - hier geht alles. Eine der Keimzellen, aus der sich der so genannte Bristol-Sound in all seinen Spielarten entwickelt. So besucht etwa ein gewisser Roni Size die Parties als Jugendlicher. Die Karriere eines Mannes namens Banksy nimmt ebenfalls in Bristol ihren Anfang. Tricky oder Neneh Cherry (beide sind auf der Platte vertreten) gehören zum erweiterten Massive Attack-Kreis. Teile der Platte entstehen in Nenehs Haus, ihr Ehegatte Cameron McVey sorgt für die Koproduktion. 3D und Mushroom sind im Gegenzug 1989 in Nenehs Debüt "Raw Like Sushi" involviert: "Neneh Cherry war es, die uns damals in den Arsch trat - und ins Studio hinein", so Daddy G. Und weiter: "Was wir damals versuchten, war, Dancemusic für den Kopf zu kreieren, weniger für die Beine". Darin mag vielleicht auch der Grund liegen, warum man die eingangs angesprochene Klasse emotional zwar sofort begreifen, aber gar nicht so richtig beschreiben oder erklären kann. Gerade der wohl bekannteste Albumtrack dokumentiert dies, "Unfinished Sympathy". Ein aus dem Hip Hop entliehenes Beatverständnis, die BPM dabei in Richtung Dance-Tempo hochgeschraubt, dazu Percussions, Scratches oder ein synkopiertes kurzes Xylophonloop einerseits. Auf der anderen Seite ein genauso dominates Streicherarrangement, ein klares, aber spärlich eingesetztes Klavier sowie die weibliche Soulpopstimme (Shara Nelson) - der Track wirkt noch heute erstaunlich unkonventionell und fresh. Zugleich transportiert "Unfinished Sympathy" jenes atmosphärische Spannungsfeld zwischen Melancholie und Optimismus, das an Massive Attack fasziniert. Gleichwohl fällt die Nummer tempomäßig und seiner Streicher wegen etwas aus dem Rahmen. Denn überwiegend bewegen sich die Stücke eher in einem meditativ psychedelischen Bereich, den der Popkritiker Simon Reynolds mit dem schönen Begriff "spliff tempo" beschrieb: Nicht wenige Nummern weisen eine Schlagzahl aus, bei der Drumschüler anfangen, Technik einzuüben. Etwa die dubbigen Stücke "One Love" oder "Five Man Army" mit tiefen Bässen und elektronisch generierten bzw. gesampleten Beats. Eine Vorliebe für Rare Grooves tritt beim druckvoll kompakten Einheizer "Safe From Harm" zutage, der auf Fusion-Drummer Billy Cobhams "Stratus" basiert. Massive Attack verschmolzen unterschiedliche Ansätze: die Beats des Hip Hop, die Düsternis britischer Elektronik ("Hymn Of The Big Wheel"), die Leichtigkeit des Funk und Jazz (der Titeltrack "Blue Lines") oder die positive Kraft des Reggae, aber auch die Sample- mit der Livelogik. Für Letzteres sorgt besonders ein geschmeidiger Flickenteppich aus oft mehreren starken Stimmen. Dazu zählen der lakonische Trademark-Sprechgesang der Protagonisten 3D und Daddy G sowie Tricky und die emotional exaltierten Toasts von Roots Reggae-Haudegen Horace Andy, der in Zukunft als einziger auf allen Massive Attack-Alben vertreten sein wird. Neben entsprechend melodischen Samples öffnen vor allem seine sowie die Soul-/Pop-Stimmen von Nelson und Tony Bryan den im Kern roughen Sound Massive Attacks für breitere Hörerschichten. Diese Vocal-Bandbreite bleibt ein weiterer Eckpfeiler im Soundverständnis der Briten - und spiegelt gleichzeitig den multiethnischen Background ihrer Heimat Bristol wider, der man zudem ein Herz für Bohemians nachsagt. "Blue Lines" trug den Soundtrack dieses Livestyles in die Welt hinaus. © Laut