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Pop - Erschienen am 10. November 2014 | Columbia

Hi-Res Auszeichnungen Grammy Awards
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Pop - Erschienen am 12. Januar 2015 | Columbia

Hi-Res
Dass der geschmäcklerische Hochglanz-Retrozentrismus in der Popmusik der vermeintlichen A-Klasse längst Überhand genommen hat, dürfte kein Geheimnis sein. Die Idee vom Dancefloor und das gute Leben als absoluter Konsens: Daft Punk haben es 2013 mit "Get Lucky" wieder einmal vorgemacht, ein Jahr später hat Pharrell Williams mit "Happy" ordentlich nachgelegt. Musik, die so wenig Hörer exkludieren soll wie Wetten, Dass..? zu seligen Thommy-Gottschalk-Zeiten. Geil sein mit Hochglanz-Kanten. Jetzt will auch Produzenten-Bigshot Mark Ronson ran, wir haben es kommen sehen. Er hat sich dafür Bruno Mars ausgesucht, und obwohl Bruno Mars im Grunde ziemlich nervt, hat da Ronson schon durchaus einen Treffer konzipiert. "Uptown Funk" heißt das Stück, jetzt hat Ronson – dem gemeinen Volk wohl in erster Linie durch seine Arbeit mit Amy Winehouse sowie diverse Remixes bekannt – mit einem Album nachgelegt, "Uptown Special". In der allgemeinen Wahrnehmung gingen Ronsons Soloalben im Vergleich zu seinen Arbeiten für andere stets ein wenig unter, das soll sich mit der neuen Platte nun ändern - aber ordentlich. An den hired guns wirds nicht scheitern: Mal eben zum Telefon greifen und Stevie Wonder anrufen? Kein Ding für Ronson, der Wonder gleich für ein wenig Mundharmonika im Intro einsetzt, und ganz am Schluss dann noch mal bei "Crack In The Pearl, Pt II". Auch Mystikal kommt an die Reihe, darf bei "Feel Right" den James Brown geben und ordentlich zum Arschwackeln aufrufen und "Motherfucker" sagen. Klar, das klingt zwar alles auch schon ein wenig nach Reißbrett-Design, macht aber auch ziemlichen Spaß. Apropos hired guns: für die Lyrics hat Ronson den Pulitzer-Preisträger Michael Chabon angerufen. Auch der hat nicht nein gesagt. Ästhetisch bedient sich "Uptown Special" freilich exklusiv an zwei Dekaden, dem golden-sonnigen Farbanstrich der 1970er und des nächtlichen Tanzboden-Futurismus der 1980er. "Uptown Special" ist ein nicht endenwollender Rummelplatz aus Funk, Soul und R&B, kulinarisch bis in die hohen Frequenzen und bis ins kleinste Detail durchdacht. Man kann von Ronson halten was man will, darin ist er Champion. Musik für Levi's-Jeans-Werbungen. Musik auch für Menschen, die eigentlich keine Musik mögen. Mit genau der richtigen Dosis an "sexy", "funky", "groovy", "smooth" sozusagen. Und ja: "Uptown Special" ist das "Random Access Memories" des Jahres. Und ja, "Uptown Special" ist eine Designer-Pop-Platte. Und nein, es sind nicht alle Stücke auf Augenhöhe. Und ja, Retrozentrismus kann irgendwann auch ziemlich nerven. "Uptown Special" funktioniert aber tadellos als das, was es sein soll: perfekt inszenierter Hochglanz-Retro für die Massen. So dass auch Tante Jutta sagen kann: dieser Shit ist ziemlich funky, brah! © Laut
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Pop/Rock - Erschienen am 16. April 2007 | Columbia

Was haben Robbie Williams und Amy Winehouse außer den ersten zwei Buchstaben ihres Nachnamens, ihrer britischen Staatsbürgerschaft und (der damit wahrscheinlich verbundenen) Liebe zum Destillat vergorener Früchte gemeinsam? Klar, sie sind Musiker. Beide auf einer Platte gab es aber bisher nur bei Bravo-Hits. Mark Ronson hat sie nun auf "Version" vereint. Leider nicht im Duett, aber immerhin ... Keiner der beiden Superstars sorgt für das Highlight des mit Coverversionen gespickten Albums. Nein, Lily Allen leiht dem Remix von "Oh My God" der Kaiser Chiefs ihre Stimme und setzt so einer gediegenen Sammlung feinster Neuinterpretationen die Krone auf. Mark Ronson ersetzt hier die Sologitarre durch Trompete und Saxofon und gibt seiner Muse den nötigen Freiraum, dem Song ihren Stempel aufzudrücken, ohne dabei den Charakter des Originals zu verwässern. Kommen die Kaiser Chiefs gerade beim Refrain nicht über einen monotonen (Schrei-) Gesang heraus, verpasst die süße Lily der ständig wiederholten Phrase des Kehrverses unterschiedliche Nuancen und lässt dadurch das ganze Lied abwechslungsreicher klingen. Hinter der Single "Stop Me" verbirgt sich der Smiths-Klassiker "Stop Me If You Think You've Heard This One Before". Daniel Merriweather gibt der Nummer mit seiner Stimme einen wunderbar souligen Touch, hält sich aber bei allem Herzschmerz doch so weit zurück, dass die knapp 20 beteiligten Streicher im Hintergrund angemessen zur Geltung kommen. Trotz und eventuell gerade wegen Ronsons Erfahrung im Bereich der Samples und der digital erzeugten Klänge, ließ es sich der Top-DJ nicht nehmen, ein halbes Orchester ins Studio zu karren, um den Song einzuspielen. Gott sei Dank ließ er sich dabei nicht zu dem Pomp hinreißen, dem so mancher Künstler verfällt, sobald er mit einer Horde Streicher zusammenarbeitet. Ronson setzte dagegen auf einen treibenden Beat, der dem Stück den nötigen Drive und Kontur verpasst. Kurios an "Stop Me" sind die Zeilen, mit denen Mark Ronson den Track in den Fadeout geleitet: "Set me free why don't you girl, cause you don't really love me you just..." genau "Keep Me Hanging On". In den Sechzigern noch von Vanilla Fudge in unnachahmlicher Art und Weise auf den Bühnen der Welt "gerockt", zwanzig Jahre später von Kim Wilde eiskalt zum Chartserfolg missbraucht, treiben heute noch etliche Popsternchen mit diesem Supremes-Song ihr Schindluder. Ronsons kleine Liebeserklärung an die über die Jahre oftmals vergewaltigten Zeilen bereichert den Song um eine weitere Facette und stellt in einem Album mit wenigen textlichen Abweichungen zum jeweiligen Original eine Besonderheit da. Außer bei "Stop Me" findet man in jedem Song Dave Guy an der Trompete, von jeweils bis zu drei Saxofonen begleitet. Damit nehmen die Bläser bei diesen Coverversionen tragende Rollen ein. Besonders fällt dies bei "LSF" auf, da hier mit Tom Meighan die Originalstimme des Kasabian-Hits am Werke ist. Dümpelt das Original in den Gesangspausen manchmal noch vor sich hin, setzen hier die Tröten Akzente und geben Struktur. Mark Ronson beherrscht die Kunst, neue Elemente zu integrieren und die Songs so fülliger erscheinen zu lassen. Gleichzeitig produziert er keine überfrachteten und verschachtelten Werke, mit dem Anspruch die Welt neu zu erfinden. Wie Columbus mit dem Ei, so findet Mark Ronson bei der kniffligen Aufgabe, großartige Songs in ihrer Neuauflage zu bereichern, spielerisch leicht die Lösung. Einzig im Fall von "Pretty Green", und das ist auch wirklich der einzige Wehmutstropfen, hätte er die paar Jingles, auf die bei allen anderen Songs gänzlich verzichtete, in seiner Datenbank schlummern lassen sollen. Aber gut, ein Tribut an die kontroverse Spielweise von The Jam muss erlaubt sein. Fast hätte ich es vergessen, da waren ja noch unsere beiden Superstars von der Insel. Miss Winehouse kriegt von Ronson perfekte Karten zugespielt, und wie eine gute Schafskopfspielerin weiß sie diese auch zu nutzen. Gibt Mark den auf "Version" verwendeten Klassikern immer den gewissen Kick und Feinschliff, verwandelt er zusammen mit Amy die 2006er "Valerie" in eine alte Swingnummer, wie man sie in den späten Sechzigern hörte. Robbie Williams versucht sich an "The Only One I Know" von The Charlatans. Auch wenn er bei den Verkaufszahlen von "Rudebox", seiner letzten Zusammenarbeit mit Mark, noch Schiffbruch erlitt, wird er es nicht bereuen, diesen Song mit einem der talentiertesten DJs unserer Zeit aufgenommen zu haben. Obwohl Mark Ronson auf die Elektroorgel und die Leadgitarre noch Bläser drauf packt, rückt er im Vergleich zum Original doch auch die Stimme mehr in den Vordergrund. Trotzdem steht und fällt der Song nicht mit Mister Williams. Wie Amy verwandelt er lediglich souverän die Bälle, die ihm Mark Ronson auf dem Silbertablett servierte. Mit "Inversion", "Diversion" und "Outversion" versteigt sich Mark noch in ein paar Wort- und Instrumentalspiele, lässt Paul Smith noch mal "Apply Some Pressure" singen und mixt noch ein bisschen Ol' Dirty Bastard in Britneys "Toxic"-Cocktail. Ohne Haken und Ösen gleitet diese Platte durch die Jahrzehnte des Rock und Pop und mit Genuss in jeden CD-Player. © Laut
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Pop - Erschienen am 21. Juni 2019 | Columbia

Hi-Res
Pop – diese bestenfalls schleierhafte Bezeichnung – könnte auf ein zentrales Anliegen beschränkt werden: Liebe. Dieses Thema, egal, ob es dabei um das früheste Stadium geht, um wandelnde Gefühle und Zank oder gar um wildeste Leidenschaft, es ist seit mehr als 60 Jahren in den obersten Chartplätzen vorrangig. Es ist also keineswegs überraschend, wenn uns Mark Ronson ein Album ankündigt, das er mit insgesamt dreizehn Personen zusammengestellt hat, und dessen wichtigstes Thema „Scheidung“ lautet. Er erklärt wie aus eigener Erfahrung: „Ich habe einen Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr in der Lage war, überschwängliche Musik zu machen.“ Der zum Superproduzenten gemauserte DJ hatte beschlossen, mit neun verschiedenen Sängerinnen zusammenzuarbeiten, darunter Angel Olsen, Lykke Li, 12 YEBBA, Alicia Keys und Miley Cyrus. Bei diesem kunterbunten Line-up kann man sich nur schwer ein kohärentes Ensemble vorstellen, auch wenn dies Ronsons Absicht gewesen war, der sagt: „Zum ersten Mal sollte das Publikum wirklich begeistert davon sein, dass das gesamte Album auf den Markt kommt.“ Seine erste Platte seit Uptown Special (2015) enthält eine Handvoll wirklich faszinierender Titel, insbesondere Late Night Feelings. Auf dieser sehr an die Seventies erinnernden Disco-Lounge Single präsentiert Lykke Li eine halb verspielte, halb melancholische Gesangsmelodie. Die vor allem in Indie-Pop-Kreisen bekannte Schwedin (Wounded Rhyme, I Never Learn) macht sich Gedanken über Schlaflosigkeit, Verlangen und Frust: I ask myself a million questions in the dark / I lay in silence, but silence talks. Die in einsamen Nächten erwachenden Ängste nach einer Trennung und der Retro-Sound des angloamerikanischen Beatmakers tauchen in True Blue auf, diesmal mit Angel Olsen. Die für dieses Symbol des Indie-Rock typische, gespenstische Stimme schwebt über einem eindringlichen Groove, der irgendwo zwischen Abba und The Alarm anzusiedeln ist: es handelt sich um eine der gelungensten und düstersten Kooperationen für Late Night Feelings. Der höchste Preis geht jedoch an das Feature Miley Cyrus in Nothing Breaks Like Heart. Der seit Wrecking Ball im Jahre 2013 größte Hit des Superstars ist eine Kombination aus Country, aktuellen Beats und Lo-Fi-Geigen für einen sad banger, der genauso viel zum Pop im Jahre 2019 beigetragen hat wie Dolly Parton; ein wahrhafter Triumph, der angesichts gebrochener Herzen den Schmerz, die Resignation und die Gleichgültigkeit so perfekt wie kein anderer zur Sprache bringt. Gewissen Songs wie Knock Knock Knock feat. YEBBA oder Find U Again feat. Camila Cabelo wurde nicht dieselbe Aufmerksamkeit oder Produktionsgewissenhaftigkeit zuteil… Das Resultat ist heterogen, aber es macht süchtig. © Alexis Renaudat/Qobuz
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Pop - Erschienen am 29. November 2018 | Columbia

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Pop - Erschienen am 12. Januar 2015 | Columbia

Hi-Res
Dass der geschmäcklerische Hochglanz-Retrozentrismus in der Popmusik der vermeintlichen A-Klasse längst Überhand genommen hat, dürfte kein Geheimnis sein. Die Idee vom Dancefloor und das gute Leben als absoluter Konsens: Daft Punk haben es 2013 mit "Get Lucky" wieder einmal vorgemacht, ein Jahr später hat Pharrell Williams mit "Happy" ordentlich nachgelegt. Musik, die so wenig Hörer exkludieren soll wie Wetten, Dass..? zu seligen Thommy-Gottschalk-Zeiten. Geil sein mit Hochglanz-Kanten. Jetzt will auch Produzenten-Bigshot Mark Ronson ran, wir haben es kommen sehen. Er hat sich dafür Bruno Mars ausgesucht, und obwohl Bruno Mars im Grunde ziemlich nervt, hat da Ronson schon durchaus einen Treffer konzipiert. "Uptown Funk" heißt das Stück, jetzt hat Ronson – dem gemeinen Volk wohl in erster Linie durch seine Arbeit mit Amy Winehouse sowie diverse Remixes bekannt – mit einem Album nachgelegt, "Uptown Special". In der allgemeinen Wahrnehmung gingen Ronsons Soloalben im Vergleich zu seinen Arbeiten für andere stets ein wenig unter, das soll sich mit der neuen Platte nun ändern - aber ordentlich. An den hired guns wirds nicht scheitern: Mal eben zum Telefon greifen und Stevie Wonder anrufen? Kein Ding für Ronson, der Wonder gleich für ein wenig Mundharmonika im Intro einsetzt, und ganz am Schluss dann noch mal bei "Crack In The Pearl, Pt II". Auch Mystikal kommt an die Reihe, darf bei "Feel Right" den James Brown geben und ordentlich zum Arschwackeln aufrufen und "Motherfucker" sagen. Klar, das klingt zwar alles auch schon ein wenig nach Reißbrett-Design, macht aber auch ziemlichen Spaß. Apropos hired guns: für die Lyrics hat Ronson den Pulitzer-Preisträger Michael Chabon angerufen. Auch der hat nicht nein gesagt. Ästhetisch bedient sich "Uptown Special" freilich exklusiv an zwei Dekaden, dem golden-sonnigen Farbanstrich der 1970er und des nächtlichen Tanzboden-Futurismus der 1980er. "Uptown Special" ist ein nicht endenwollender Rummelplatz aus Funk, Soul und R&B, kulinarisch bis in die hohen Frequenzen und bis ins kleinste Detail durchdacht. Man kann von Ronson halten was man will, darin ist er Champion. Musik für Levi's-Jeans-Werbungen. Musik auch für Menschen, die eigentlich keine Musik mögen. Mit genau der richtigen Dosis an "sexy", "funky", "groovy", "smooth" sozusagen. Und ja: "Uptown Special" ist das "Random Access Memories" des Jahres. Und ja, "Uptown Special" ist eine Designer-Pop-Platte. Und nein, es sind nicht alle Stücke auf Augenhöhe. Und ja, Retrozentrismus kann irgendwann auch ziemlich nerven. "Uptown Special" funktioniert aber tadellos als das, was es sein soll: perfekt inszenierter Hochglanz-Retro für die Massen. So dass auch Tante Jutta sagen kann: dieser Shit ist ziemlich funky, brah! © Laut
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Pop - Erschienen am 13. April 2015 | Columbia

Dass der geschmäcklerische Hochglanz-Retrozentrismus in der Popmusik der vermeintlichen A-Klasse längst Überhand genommen hat, dürfte kein Geheimnis sein. Die Idee vom Dancefloor und das gute Leben als absoluter Konsens: Daft Punk haben es 2013 mit "Get Lucky" wieder einmal vorgemacht, ein Jahr später hat Pharrell Williams mit "Happy" ordentlich nachgelegt. Musik, die so wenig Hörer exkludieren soll wie Wetten, Dass..? zu seligen Thommy-Gottschalk-Zeiten. Geil sein mit Hochglanz-Kanten. Jetzt will auch Produzenten-Bigshot Mark Ronson ran, wir haben es kommen sehen. Er hat sich dafür Bruno Mars ausgesucht, und obwohl Bruno Mars im Grunde ziemlich nervt, hat da Ronson schon durchaus einen Treffer konzipiert. "Uptown Funk" heißt das Stück, jetzt hat Ronson – dem gemeinen Volk wohl in erster Linie durch seine Arbeit mit Amy Winehouse sowie diverse Remixes bekannt – mit einem Album nachgelegt, "Uptown Special". In der allgemeinen Wahrnehmung gingen Ronsons Soloalben im Vergleich zu seinen Arbeiten für andere stets ein wenig unter, das soll sich mit der neuen Platte nun ändern - aber ordentlich. An den hired guns wirds nicht scheitern: Mal eben zum Telefon greifen und Stevie Wonder anrufen? Kein Ding für Ronson, der Wonder gleich für ein wenig Mundharmonika im Intro einsetzt, und ganz am Schluss dann noch mal bei "Crack In The Pearl, Pt II". Auch Mystikal kommt an die Reihe, darf bei "Feel Right" den James Brown geben und ordentlich zum Arschwackeln aufrufen und "Motherfucker" sagen. Klar, das klingt zwar alles auch schon ein wenig nach Reißbrett-Design, macht aber auch ziemlichen Spaß. Apropos hired guns: für die Lyrics hat Ronson den Pulitzer-Preisträger Michael Chabon angerufen. Auch der hat nicht nein gesagt. Ästhetisch bedient sich "Uptown Special" freilich exklusiv an zwei Dekaden, dem golden-sonnigen Farbanstrich der 1970er und des nächtlichen Tanzboden-Futurismus der 1980er. "Uptown Special" ist ein nicht endenwollender Rummelplatz aus Funk, Soul und R&B, kulinarisch bis in die hohen Frequenzen und bis ins kleinste Detail durchdacht. Man kann von Ronson halten was man will, darin ist er Champion. Musik für Levi's-Jeans-Werbungen. Musik auch für Menschen, die eigentlich keine Musik mögen. Mit genau der richtigen Dosis an "sexy", "funky", "groovy", "smooth" sozusagen. Und ja: "Uptown Special" ist das "Random Access Memories" des Jahres. Und ja, "Uptown Special" ist eine Designer-Pop-Platte. Und nein, es sind nicht alle Stücke auf Augenhöhe. Und ja, Retrozentrismus kann irgendwann auch ziemlich nerven. "Uptown Special" funktioniert aber tadellos als das, was es sein soll: perfekt inszenierter Hochglanz-Retro für die Massen. So dass auch Tante Jutta sagen kann: dieser Shit ist ziemlich funky, brah! © Laut
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Electronic - Erschienen am 29. August 2003 | Elektra Records

Multi-Instrumentalist Mark Ronson liegt die Musikwelt zu Füßen. Wer als DJ P. Diddys Promi-Partys rockt, hat bereits alle Trümpfe auf seinen Turntables. Zumindest die freie Label-Wahl fürs eigene Produzentenalbum. Wenn der Stiefvater dann noch bei Foreigner spielt und der Schwiegervater auf den Namen Quincy Jones hört, dürfte auch musikalisch nichts mehr schief gehen. Tut es auch nicht. Visuell ein Nerd-Mix zwischen Strokes und Skater, besitzt Mark den Groove, der keine Genre-Grenzen kennt. Tief in seinem Herzen schlummerte seit Jahren das Saturday Night Fever direkt neben der Liebe zum Rapgame. Als sich beide in "Ooh Wee" vereinen, entern Ghostface Killah und Nate Dogg mit Boney M.s "Sunny"-Sample die Tanzfläche und lassen Frank Farian selbst seine Masters Of Ceremony Milli Vanilli vergessen. Eher Damenwahl ist bei Ayas straightem R'n'B-Disco-Tune "High" angesagt. Der Schwiegervater wäre stolz. Das Traumduo Tweet und Sean Paul stürzt sich dagegen in eine "International Affair". Anstatt trendiger Handclap-Snares pumpt der Track hart mit dem Eric B. And Rakim-Sample "I Know You Got Soul". Doch Ronson ist auf seinem Debüt mehr Old School-Musiker als DJ. Scratches und andere Skillz leuchten nur selten auf. Viel mehr nutzt der junge Mann die Vorzüge seiner musikalischen Erziehung. Gitarre, Piano, Bass und Schlagzeug hören auf seine Befehle, die in ihrer livehaftig fetten Funkyness eine Seelenverwandtschaft mit den Roots erkennen lassen. Kein Wunder also, dass sich Mark beim ländlichen "Bluegrass Stain'd" und dem jammigen "She's Got Me" von seinen Drum-Sticks trennt und Meister ?uestlove an die Toms lässt. Ansonsten findet sich der Quincy Jones-Schwiegersohn in seinem Kosmos sehr gut alleine zu recht. Mit Weezer-Mitglied Rivers Cuomo produziert er die hektische Fatboy Slim-Hymne "I Suck", mit Q-Tip das jazzige "Tomorrow" und für das ironische Storytelling von Veteran-Emcee auf "Diduntdidunt" legt er einen locker-flockigen Midtempo-Beat aufs Parkett. Wesentlich härter gehen Mos Def und M.O.P. auf dem Lenny Kravitz-generierten "On The Run" und Roc-A-Fella Freeway beim Titeltrack zur Sache, ohne jedoch den Popowackel-Club ob zuviel Gitarre verlassen zu müssen. Zu Marks Rap-Rock-Höhepunkt avanciert jedoch das mal tanzbare, mal krachige "Bout To Get Ugly", auf dem Underground-Artist Rhymefest crossovert: "I mos def. She the queen of the stoneage. Rhymefest, the king of my own age." Und später den P. Diddy-Promis den Schampus aus den Händen kickt. "Let's dance no more. Start a moshpit." © Laut
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Pop - Erschienen am 16. April 2007 | RCA Records Label

Was haben Robbie Williams und Amy Winehouse außer den ersten zwei Buchstaben ihres Nachnamens, ihrer britischen Staatsbürgerschaft und (der damit wahrscheinlich verbundenen) Liebe zum Destillat vergorener Früchte gemeinsam? Klar, sie sind Musiker. Beide auf einer Platte gab es aber bisher nur bei Bravo-Hits. Mark Ronson hat sie nun auf "Version" vereint. Leider nicht im Duett, aber immerhin ... Keiner der beiden Superstars sorgt für das Highlight des mit Coverversionen gespickten Albums. Nein, Lily Allen leiht dem Remix von "Oh My God" der Kaiser Chiefs ihre Stimme und setzt so einer gediegenen Sammlung feinster Neuinterpretationen die Krone auf. Mark Ronson ersetzt hier die Sologitarre durch Trompete und Saxofon und gibt seiner Muse den nötigen Freiraum, dem Song ihren Stempel aufzudrücken, ohne dabei den Charakter des Originals zu verwässern. Kommen die Kaiser Chiefs gerade beim Refrain nicht über einen monotonen (Schrei-) Gesang heraus, verpasst die süße Lily der ständig wiederholten Phrase des Kehrverses unterschiedliche Nuancen und lässt dadurch das ganze Lied abwechslungsreicher klingen. Hinter der Single "Stop Me" verbirgt sich der Smiths-Klassiker "Stop Me If You Think You've Heard This One Before". Daniel Merriweather gibt der Nummer mit seiner Stimme einen wunderbar souligen Touch, hält sich aber bei allem Herzschmerz doch so weit zurück, dass die knapp 20 beteiligten Streicher im Hintergrund angemessen zur Geltung kommen. Trotz und eventuell gerade wegen Ronsons Erfahrung im Bereich der Samples und der digital erzeugten Klänge, ließ es sich der Top-DJ nicht nehmen, ein halbes Orchester ins Studio zu karren, um den Song einzuspielen. Gott sei Dank ließ er sich dabei nicht zu dem Pomp hinreißen, dem so mancher Künstler verfällt, sobald er mit einer Horde Streicher zusammenarbeitet. Ronson setzte dagegen auf einen treibenden Beat, der dem Stück den nötigen Drive und Kontur verpasst. Kurios an "Stop Me" sind die Zeilen, mit denen Mark Ronson den Track in den Fadeout geleitet: "Set me free why don't you girl, cause you don't really love me you just..." genau "Keep Me Hanging On". In den Sechzigern noch von Vanilla Fudge in unnachahmlicher Art und Weise auf den Bühnen der Welt "gerockt", zwanzig Jahre später von Kim Wilde eiskalt zum Chartserfolg missbraucht, treiben heute noch etliche Popsternchen mit diesem Supremes-Song ihr Schindluder. Ronsons kleine Liebeserklärung an die über die Jahre oftmals vergewaltigten Zeilen bereichert den Song um eine weitere Facette und stellt in einem Album mit wenigen textlichen Abweichungen zum jeweiligen Original eine Besonderheit da. Außer bei "Stop Me" findet man in jedem Song Dave Guy an der Trompete, von jeweils bis zu drei Saxofonen begleitet. Damit nehmen die Bläser bei diesen Coverversionen tragende Rollen ein. Besonders fällt dies bei "LSF" auf, da hier mit Tom Meighan die Originalstimme des Kasabian-Hits am Werke ist. Dümpelt das Original in den Gesangspausen manchmal noch vor sich hin, setzen hier die Tröten Akzente und geben Struktur. Mark Ronson beherrscht die Kunst, neue Elemente zu integrieren und die Songs so fülliger erscheinen zu lassen. Gleichzeitig produziert er keine überfrachteten und verschachtelten Werke, mit dem Anspruch die Welt neu zu erfinden. Wie Columbus mit dem Ei, so findet Mark Ronson bei der kniffligen Aufgabe, großartige Songs in ihrer Neuauflage zu bereichern, spielerisch leicht die Lösung. Einzig im Fall von "Pretty Green", und das ist auch wirklich der einzige Wehmutstropfen, hätte er die paar Jingles, auf die bei allen anderen Songs gänzlich verzichtete, in seiner Datenbank schlummern lassen sollen. Aber gut, ein Tribut an die kontroverse Spielweise von The Jam muss erlaubt sein. Fast hätte ich es vergessen, da waren ja noch unsere beiden Superstars von der Insel. Miss Winehouse kriegt von Ronson perfekte Karten zugespielt, und wie eine gute Schafskopfspielerin weiß sie diese auch zu nutzen. Gibt Mark den auf "Version" verwendeten Klassikern immer den gewissen Kick und Feinschliff, verwandelt er zusammen mit Amy die 2006er "Valerie" in eine alte Swingnummer, wie man sie in den späten Sechzigern hörte. Robbie Williams versucht sich an "The Only One I Know" von The Charlatans. Auch wenn er bei den Verkaufszahlen von "Rudebox", seiner letzten Zusammenarbeit mit Mark, noch Schiffbruch erlitt, wird er es nicht bereuen, diesen Song mit einem der talentiertesten DJs unserer Zeit aufgenommen zu haben. Obwohl Mark Ronson auf die Elektroorgel und die Leadgitarre noch Bläser drauf packt, rückt er im Vergleich zum Original doch auch die Stimme mehr in den Vordergrund. Trotzdem steht und fällt der Song nicht mit Mister Williams. Wie Amy verwandelt er lediglich souverän die Bälle, die ihm Mark Ronson auf dem Silbertablett servierte. Mit "Inversion", "Diversion" und "Outversion" versteigt sich Mark noch in ein paar Wort- und Instrumentalspiele, lässt Paul Smith noch mal "Apply Some Pressure" singen und mixt noch ein bisschen Ol' Dirty Bastard in Britneys "Toxic"-Cocktail. Ohne Haken und Ösen gleitet diese Platte durch die Jahrzehnte des Rock und Pop und mit Genuss in jeden CD-Player. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. September 2010 | Columbia

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Pop - Erschienen am 21. Juni 2019 | Columbia

Hi-Res
"Nothing Breaks Like A Heart feat. Miley Cyrus": Einmal nachts im Dönerladen gehört. Mit den Schultern gezuckt, aufgegessen, gegangen. Ein paar Tage später aufgewacht mit nichts als diesem Song im Kopf. Seitdem ist es der Ohrwurm. Ein absolutes Monster von einer Single. Absolut furchtlos vor jedem Pathos, opulent arrangiert mit Streichern und allem drum und ran. Den Kitsch sicher umschiffend, von einem zeitlosen Disco-Vibe-getragen, performt von einer Miley Cyrus, die ihr gesangliches Können ein für allemal unter Beweis stellt: So muss das laufen unter der Discokugel. Mark Ronson selbst beschrieb im Nachhinein auf Genius seine Ungläubigkeit darüber, dass in der Geschichte der Popmusik ernsthaft noch niemand einen Song so genannt haben soll. Und es gibt auch nicht viele Leute, die einen Song so nennen können, ohne rot werden zu müssen. Das er das nicht muss, und das zeigt die Entstehungsgeschichte dieses Songs sehr schön, liegt daran, dass er ernsthaft auf der Suche nach der Essenz des Pops ist - und diese auf "Late Night Feelings" wieder einmal gefunden hat. Dieser Blick fürs Essentielle bewährt sich gleich bei der Gestaltung des Covers. Man muss das Album nur anschauen und weiß schon so genau, worum es geht, dass man es fast nicht mehr hören muss: große Gesten, großer Herzschmerz, Drama, Dancefloor, Discokugel. Mit einer ziemlich frischen Scheidung im Rücken zelebrieren Ronson und die zehn Frauen am Mikrofon den inneren Teenager. "Late Night Feelings" ist ein konzeptorientiertes Album, bestehend aus 13 potentiellen Hitsingles, die alle unabhängig voneinander funktionieren. Klingt geschmeidig, ist es auch - aber gleichzeitig meine größte Kritik am Werk. Denn einen gewissen Samplercharakter wird es über die gesamte Spielzeit nicht los: Zu unterschiedlich sind die Stimmen der zehn Sängerinnen, zu gut passt sich Ronson ihnen in der Produktion an, um einen echten 'fühlt sich wie ein Album an'-Flow zu erzeugen. Und entgegen dem Etikettenschwindel im Titel eignet sich "Late Night Feelings" auch nicht dafür, um sich dazu nachts allein bei Kerzenschein zu betrinken und im Kopf die Greatest Hits liebesbekümmerter Gedanken laufen zu lassen. Denn dafür ist es zu antreibend, zu tanzbar, zu verspielt, schlicht einfach nicht traurig genug. Man liest den vorangegangenen Satz und stellt fest, dass das eigentlich ziemlich großartig klingt, wenn Herzschmerz nicht gleich immer verjammerte Mollakkorde bedeuten muss. Mark Ronson mag zwar dank seiner vielfältigen Produzentenmeriten nicht zum Indiefeindbild taugen, andererseits macht er Pop für den Mainstream, ohne wenn und aber: Musik, die mit zugänglichen Mitteln bewegen soll, im übertragenen wie im wörtlichen Sinn. Soundtechnisch am nächsten an amerikanische Radiopop-Standards nähert er sich auf "Find U Again feat. Camila Cabello" an, für die Protagonistin maßgeschneidert. Die hat zwar als ehemalige X-Factor-Teilnehmerin vielleicht nicht die meiste Pitchfork-Credibility, aber mal eben ganz gelassen gesungen, wie sich das halt anfühlt: "This crush is kind of crushing me/ I do therapy at least twice a week/ there‘s a you-shaped space in my bed/ always you-shaped thoughts inside my head": Wie das ganze Album, so schnörkellos poppig, dass es schon wieder auf die Fresse ist. Kevin Parker hat den Track mitproduziert und so noch mal demonstriert, dass er offenbar wirklich fertig ist mit Psych-Rock. Ansonsten huldigen Ronson und Mitstreiterinnen so stilsicher wie authentisch einmal querbeet allerlei Sounds, die in den vergangenen 40 Jahren Menschen zum Tanzen gebracht haben: "Pieces of Us feat. King Princess" hätte mit seinem hart geslappten Funkbass auch eine Janet Jackson in ihren Hochzeiten nicht verschmäht. "Don't Leave Me Lonely feat. YEBBA" adaptiert zeitgenössisch lateinamerikanische Rhythmen - ohne dabei anbiedernd zu klingen, wie die Konkurrenz das viel zu oft tut. In "Late Night Feelings feat. Lykke Li", noch so eine Single für die Götter, umgarnt eine Marimba den pumpenden Bass, Lykke Li täuscht mit zerbrechlicher Stimme ruhig an, bevor es in der Hook dann doch wieder High Energy wird. Der Klammerblues darf, dem Konzept gehorchend, nicht zu kurz kommen: "Why Hide feat. Diana Gordon" ist eine astreine Motown-Soul-Ballade. "True Blue feat. Angel Olsen" holt mit phlegmatischem Groove und einer Sängerin, die klingt, als würde sie das auf Valium ihrem Spiegelbild vorsingen, die coolen Kids in den schwarzen Shirts ab. Lange Rede, kurzer Sinn: Ronson kann auf !"Late Night Feelings" eigentlich alles, außer Kohärenz. Aber auch nur, weil er dazu wohl keine große Lust hatte. Dafür ist es ein Album mit langer Haltbarkeit, so viel sei prophezeit. Dafür sorgen die zeitlose Produktion, bei der keine Kosten und Mühen gescheut wurden, alles mit Hand und Herz einzuspielen. Man wird dazu noch in 20 Jahren allein zu Hause traurig sein können, um festzustellen, dass man lieber auf eine Party gehen sollte. © Laut
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Pop - Erschienen am 4. Januar 2019 | Columbia

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Pop - Erschienen am 30. Juli 2021 | Columbia

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Pop - Erschienen am 18. Oktober 2019 | Columbia

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Pop/Rock - Erschienen am 8. Februar 2008 | Columbia

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Pop - Erschienen am 22. Juni 2007 | Columbia

Was haben Robbie Williams und Amy Winehouse außer den ersten zwei Buchstaben ihres Nachnamens, ihrer britischen Staatsbürgerschaft und (der damit wahrscheinlich verbundenen) Liebe zum Destillat vergorener Früchte gemeinsam? Klar, sie sind Musiker. Beide auf einer Platte gab es aber bisher nur bei Bravo-Hits. Mark Ronson hat sie nun auf "Version" vereint. Leider nicht im Duett, aber immerhin ... Keiner der beiden Superstars sorgt für das Highlight des mit Coverversionen gespickten Albums. Nein, Lily Allen leiht dem Remix von "Oh My God" der Kaiser Chiefs ihre Stimme und setzt so einer gediegenen Sammlung feinster Neuinterpretationen die Krone auf. Mark Ronson ersetzt hier die Sologitarre durch Trompete und Saxofon und gibt seiner Muse den nötigen Freiraum, dem Song ihren Stempel aufzudrücken, ohne dabei den Charakter des Originals zu verwässern. Kommen die Kaiser Chiefs gerade beim Refrain nicht über einen monotonen (Schrei-) Gesang heraus, verpasst die süße Lily der ständig wiederholten Phrase des Kehrverses unterschiedliche Nuancen und lässt dadurch das ganze Lied abwechslungsreicher klingen. Hinter der Single "Stop Me" verbirgt sich der Smiths-Klassiker "Stop Me If You Think You've Heard This One Before". Daniel Merriweather gibt der Nummer mit seiner Stimme einen wunderbar souligen Touch, hält sich aber bei allem Herzschmerz doch so weit zurück, dass die knapp 20 beteiligten Streicher im Hintergrund angemessen zur Geltung kommen. Trotz und eventuell gerade wegen Ronsons Erfahrung im Bereich der Samples und der digital erzeugten Klänge, ließ es sich der Top-DJ nicht nehmen, ein halbes Orchester ins Studio zu karren, um den Song einzuspielen. Gott sei Dank ließ er sich dabei nicht zu dem Pomp hinreißen, dem so mancher Künstler verfällt, sobald er mit einer Horde Streicher zusammenarbeitet. Ronson setzte dagegen auf einen treibenden Beat, der dem Stück den nötigen Drive und Kontur verpasst. Kurios an "Stop Me" sind die Zeilen, mit denen Mark Ronson den Track in den Fadeout geleitet: "Set me free why don't you girl, cause you don't really love me you just..." genau "Keep Me Hanging On". In den Sechzigern noch von Vanilla Fudge in unnachahmlicher Art und Weise auf den Bühnen der Welt "gerockt", zwanzig Jahre später von Kim Wilde eiskalt zum Chartserfolg missbraucht, treiben heute noch etliche Popsternchen mit diesem Supremes-Song ihr Schindluder. Ronsons kleine Liebeserklärung an die über die Jahre oftmals vergewaltigten Zeilen bereichert den Song um eine weitere Facette und stellt in einem Album mit wenigen textlichen Abweichungen zum jeweiligen Original eine Besonderheit da. Außer bei "Stop Me" findet man in jedem Song Dave Guy an der Trompete, von jeweils bis zu drei Saxofonen begleitet. Damit nehmen die Bläser bei diesen Coverversionen tragende Rollen ein. Besonders fällt dies bei "LSF" auf, da hier mit Tom Meighan die Originalstimme des Kasabian-Hits am Werke ist. Dümpelt das Original in den Gesangspausen manchmal noch vor sich hin, setzen hier die Tröten Akzente und geben Struktur. Mark Ronson beherrscht die Kunst, neue Elemente zu integrieren und die Songs so fülliger erscheinen zu lassen. Gleichzeitig produziert er keine überfrachteten und verschachtelten Werke, mit dem Anspruch die Welt neu zu erfinden. Wie Columbus mit dem Ei, so findet Mark Ronson bei der kniffligen Aufgabe, großartige Songs in ihrer Neuauflage zu bereichern, spielerisch leicht die Lösung. Einzig im Fall von "Pretty Green", und das ist auch wirklich der einzige Wehmutstropfen, hätte er die paar Jingles, auf die bei allen anderen Songs gänzlich verzichtete, in seiner Datenbank schlummern lassen sollen. Aber gut, ein Tribut an die kontroverse Spielweise von The Jam muss erlaubt sein. Fast hätte ich es vergessen, da waren ja noch unsere beiden Superstars von der Insel. Miss Winehouse kriegt von Ronson perfekte Karten zugespielt, und wie eine gute Schafskopfspielerin weiß sie diese auch zu nutzen. Gibt Mark den auf "Version" verwendeten Klassikern immer den gewissen Kick und Feinschliff, verwandelt er zusammen mit Amy die 2006er "Valerie" in eine alte Swingnummer, wie man sie in den späten Sechzigern hörte. Robbie Williams versucht sich an "The Only One I Know" von The Charlatans. Auch wenn er bei den Verkaufszahlen von "Rudebox", seiner letzten Zusammenarbeit mit Mark, noch Schiffbruch erlitt, wird er es nicht bereuen, diesen Song mit einem der talentiertesten DJs unserer Zeit aufgenommen zu haben. Obwohl Mark Ronson auf die Elektroorgel und die Leadgitarre noch Bläser drauf packt, rückt er im Vergleich zum Original doch auch die Stimme mehr in den Vordergrund. Trotzdem steht und fällt der Song nicht mit Mister Williams. Wie Amy verwandelt er lediglich souverän die Bälle, die ihm Mark Ronson auf dem Silbertablett servierte. Mit "Inversion", "Diversion" und "Outversion" versteigt sich Mark noch in ein paar Wort- und Instrumentalspiele, lässt Paul Smith noch mal "Apply Some Pressure" singen und mixt noch ein bisschen Ol' Dirty Bastard in Britneys "Toxic"-Cocktail. Ohne Haken und Ösen gleitet diese Platte durch die Jahrzehnte des Rock und Pop und mit Genuss in jeden CD-Player. © Laut
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Pop - Erschienen am 27. September 2019 | Columbia

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Pop - Erschienen am 13. Mai 2020 | Columbia

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Pop - Erschienen am 29. Juni 2015 | Columbia

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Pop - Erschienen am 10. Mai 2019 | Columbia

"Nothing Breaks Like A Heart feat. Miley Cyrus": Einmal nachts im Dönerladen gehört. Mit den Schultern gezuckt, aufgegessen, gegangen. Ein paar Tage später aufgewacht mit nichts als diesem Song im Kopf. Seitdem ist es der Ohrwurm. Ein absolutes Monster von einer Single. Absolut furchtlos vor jedem Pathos, opulent arrangiert mit Streichern und allem drum und ran. Den Kitsch sicher umschiffend, von einem zeitlosen Disco-Vibe-getragen, performt von einer Miley Cyrus, die ihr gesangliches Können ein für allemal unter Beweis stellt: So muss das laufen unter der Discokugel. Mark Ronson selbst beschrieb im Nachhinein auf Genius seine Ungläubigkeit darüber, dass in der Geschichte der Popmusik ernsthaft noch niemand einen Song so genannt haben soll. Und es gibt auch nicht viele Leute, die einen Song so nennen können, ohne rot werden zu müssen. Das er das nicht muss, und das zeigt die Entstehungsgeschichte dieses Songs sehr schön, liegt daran, dass er ernsthaft auf der Suche nach der Essenz des Pops ist - und diese auf "Late Night Feelings" wieder einmal gefunden hat. Dieser Blick fürs Essentielle bewährt sich gleich bei der Gestaltung des Covers. Man muss das Album nur anschauen und weiß schon so genau, worum es geht, dass man es fast nicht mehr hören muss: große Gesten, großer Herzschmerz, Drama, Dancefloor, Discokugel. Mit einer ziemlich frischen Scheidung im Rücken zelebrieren Ronson und die zehn Frauen am Mikrofon den inneren Teenager. "Late Night Feelings" ist ein konzeptorientiertes Album, bestehend aus 13 potentiellen Hitsingles, die alle unabhängig voneinander funktionieren. Klingt geschmeidig, ist es auch - aber gleichzeitig meine größte Kritik am Werk. Denn einen gewissen Samplercharakter wird es über die gesamte Spielzeit nicht los: Zu unterschiedlich sind die Stimmen der zehn Sängerinnen, zu gut passt sich Ronson ihnen in der Produktion an, um einen echten 'fühlt sich wie ein Album an'-Flow zu erzeugen. Und entgegen dem Etikettenschwindel im Titel eignet sich "Late Night Feelings" auch nicht dafür, um sich dazu nachts allein bei Kerzenschein zu betrinken und im Kopf die Greatest Hits liebesbekümmerter Gedanken laufen zu lassen. Denn dafür ist es zu antreibend, zu tanzbar, zu verspielt, schlicht einfach nicht traurig genug. Man liest den vorangegangenen Satz und stellt fest, dass das eigentlich ziemlich großartig klingt, wenn Herzschmerz nicht gleich immer verjammerte Mollakkorde bedeuten muss. Mark Ronson mag zwar dank seiner vielfältigen Produzentenmeriten nicht zum Indiefeindbild taugen, andererseits macht er Pop für den Mainstream, ohne wenn und aber: Musik, die mit zugänglichen Mitteln bewegen soll, im übertragenen wie im wörtlichen Sinn. Soundtechnisch am nächsten an amerikanische Radiopop-Standards nähert er sich auf "Find U Again feat. Camila Cabello" an, für die Protagonistin maßgeschneidert. Die hat zwar als ehemalige X-Factor-Teilnehmerin vielleicht nicht die meiste Pitchfork-Credibility, aber mal eben ganz gelassen gesungen, wie sich das halt anfühlt: "This crush is kind of crushing me/ I do therapy at least twice a week/ there‘s a you-shaped space in my bed/ always you-shaped thoughts inside my head": Wie das ganze Album, so schnörkellos poppig, dass es schon wieder auf die Fresse ist. Kevin Parker hat den Track mitproduziert und so noch mal demonstriert, dass er offenbar wirklich fertig ist mit Psych-Rock. Ansonsten huldigen Ronson und Mitstreiterinnen so stilsicher wie authentisch einmal querbeet allerlei Sounds, die in den vergangenen 40 Jahren Menschen zum Tanzen gebracht haben: "Pieces of Us feat. King Princess" hätte mit seinem hart geslappten Funkbass auch eine Janet Jackson in ihren Hochzeiten nicht verschmäht. "Don't Leave Me Lonely feat. YEBBA" adaptiert zeitgenössisch lateinamerikanische Rhythmen - ohne dabei anbiedernd zu klingen, wie die Konkurrenz das viel zu oft tut. In "Late Night Feelings feat. Lykke Li", noch so eine Single für die Götter, umgarnt eine Marimba den pumpenden Bass, Lykke Li täuscht mit zerbrechlicher Stimme ruhig an, bevor es in der Hook dann doch wieder High Energy wird. Der Klammerblues darf, dem Konzept gehorchend, nicht zu kurz kommen: "Why Hide feat. Diana Gordon" ist eine astreine Motown-Soul-Ballade. "True Blue feat. Angel Olsen" holt mit phlegmatischem Groove und einer Sängerin, die klingt, als würde sie das auf Valium ihrem Spiegelbild vorsingen, die coolen Kids in den schwarzen Shirts ab. Lange Rede, kurzer Sinn: Ronson kann auf !"Late Night Feelings" eigentlich alles, außer Kohärenz. Aber auch nur, weil er dazu wohl keine große Lust hatte. Dafür ist es ein Album mit langer Haltbarkeit, so viel sei prophezeit. Dafür sorgen die zeitlose Produktion, bei der keine Kosten und Mühen gescheut wurden, alles mit Hand und Herz einzuspielen. Man wird dazu noch in 20 Jahren allein zu Hause traurig sein können, um festzustellen, dass man lieber auf eine Party gehen sollte. © Laut