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Die Alben

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Metal - Erschienen am 12. September 2011 | Roadrunner Records

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Metal - Erschienen am 4. Juni 2007 | Roadrunner Records

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Wer mitreißende Musik sucht, die mit tollen Melodien, atemberaubenden Arrangements und einigen Überraschungen aufwartet, liegt mit "Systematic Chaos" schon mal nicht schlecht. Wer hätte erwartet, dass der Opener "In The Presence Of My Enemies Pt.1" geschlagene fünf Minuten als Instrumental durch die Speaker zischt, ehe James LaBrie zum ersten Mal einen Ton hören lässt? Die vier Herren an ihren Instrumenten ziehen in den fünf Minuten natürlich schon mal alle Register ihres Könnens und decken zwischen komplex verspielt und atmosphärisch eingängig alles ab. Atmosphärisch, aber mit gesunder Härte klingt es auch, wenn James zum Micro greift, hält er sich gesanglich doch durchgehend in mittleren Tonlagen auf. Die hohen Sachen scheinen den Vergangenheit anzugehören, denn auch "Forsaken" kommt ohne Sackspalter aus. Die Halbballade ist weiß Gott nicht schlecht, rangiert aber sowohl auf dem Album, als auch in der kompletten Diskographie höchstens im Mittelfeld. Stilistisch vielleicht am ehesten zu "Images And Words" passend, vermisst man bei der Nummer den zündenden Funken, der den Song zum großen, akustischen Erlebnis macht. Dafür setzt "Constant Motion" gleich mal ein deutliches Zeichen in Sachen Härte. In der einsetzenden Strophe macht uns LaBrie doch direkt mal den Hetfield, und auch wenn die Gitarre von John Petrucci ordentlich sägt, ist der Sound doch ein wenig zu warm, um wirklich aggressiv zu sein. Allerdings passt Mike Portnoy sein Drumming so weit wie möglich an und spielt weitgehend simpel und straight. Außerdem singt er zahlreiche Strophen mit James im Wechsel oder gemeinsam. Allerdings setzt "The Dark Eternal Night" in Sache Heavyness noch einen drauf. Nicht nur was Gitarren und Drums angeht, sondern auch und vor allem in Bezug auf den teilweise verzerrten Gesang. Der Chorus ist aber wieder ein Paradebeispiel für eine Melodie. Von einer deutlich ruhigeren, sanfteren Seite zeigen sich die fünf New Yorker anschließend bei "Repentance". Der Song ist auf wesentliche Melodien reduziert und klingt somit stellenweise fast schon spartanisch für Dream Theater-Verhältnisse. Textlich arbeitet Mike damit die Stufen acht und neun des zwölf-stufigen Programms der Anonymen Alkoholiker auf. Die im Mittelteil zu hörenden Sprachsamples sind somit wohl so was wie die typischen Statements von inzwischen trockenen Alkoholikern. Das mag hier beim Lesen vielleicht nicht sonderlich aufregend klingen, jedoch entfacht der Song nicht nur unterm Kopfhörer seine ganz eigene, entspannende Wirkung. "Prophets Of War" stellt manchen Fan womöglich auf eine harte Probe, sind die elektronischen Komponenten hier doch deutlich in der Überzahl. Wer sich stellenweise an Muse erinnert fühlt, muss nicht direkt sein Kleinhirn überprüfen lassen - Parallelen sind hier definitiv vorhanden. Ob einem das schmeckt, muss man selbst beurteilen. Ich persönlich skippe lieber zu "The Ministry Of Lost Souls" weiter und gebe mich einem klassischen Soundtrack-Intro hin, das 15 Minuten Kopfkino par excellence einläutet. Auch wenn es ziemlich genau zur Hälfte der Nummer härter wird, wenn die Solo-Eskapaden starten, so bringen Dream Theater den Song doch zu einem versöhnlichen Abschluss. Auch das abschließende "In The Presence Of Enemies Pt.2" beginnt ruhig, allerdings spürt man schon von Anfang an, dass dies nur die Ruhe vor dem Sturm ist. Da braut sich was zusammen - nach den ersten vier Minuten haben sich die dunklen Wolken zum ersten Mal verdichtet, und man zieht den Kopf zwischen die Schultern. Einzelne Melodien aus dem ersten Teil zu Beginn des Albums werden wieder aufgegriffen, doch alles hat einen bedrohlicheren Unterton. Kurz gesagt, der Song bietet einmal mehr alles, was die Band ausmacht und was man von ihr erwartet. Da zumindest ich bei Dream Theater immer auf musikalische Genialität mit mindestens einem gewissen Schuss des ganze Besonderen und Unerwarteten spekuliere, muss es dieses Mal bei vier Punkten bleiben. Die beiden letzen Wünsche sind auf "Systematic Chaos" leider ein wenig unbefriedigt geblieben, und auch mancher Song bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück. © Laut
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Metal - Erschienen am 22. Juni 2009 | Roadrunner Records

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"Man benötigt eine gewisse Aufmerksamkeitsspanne, um ein Dream Theater-Fan zu sein", zitiert die Presseinfo John Petrucci. Auch wenn das für jede Phase der mittlerweile 25-jährigen Bandgeschichte gegolten hat, reizt man das epische und proggige Spektrum auf dem neuen Album kompromisslos aus. Auf 75 Minuten sind sechs Songs verteilt, wobei die Ballade "Wither" und die an "Home" erinnernde erste Single "A Rite Of Passage" mit fünf bzw. acht Minuten die kürzesten Songs abgeben. Der Rest des Materials bewegt sich deutlich über der zehn Minuten Grenze und ist dem Typus der mehrteiligen Epen zuzurechnen. Die Texte sind allesamt persönlich gehalten und decken ein großes Spektrum emotionaler Befindlichkeiten ab. Massig Vocal-Effekte und Korrespondenz von Text und Musik verstärken die vom Albumtitel auf den Punkt gebrachte ambivalente Atmosphäre und werden vom Produzenten Duo Petrucci/Portnoy sehr stimmig im Soundspektrum platziert. Die zahlreichen Instrumental-Parts teilen sich Spacekommander Rudess, der sowohl freaky und DJ-like als auch virtuos vom Leder zieht und Kniedelkönig John Petrucci, der auch auf dem neuesten Opus wieder gekonnt sämtliche Stilistiken adaptiert. Das "Scenes From A Memory"-Kompendium "A Nightmare To Remember" schildert Petruccis Introspektion auf einen Autounfall, der sich in seiner Kindheit ereignete. Blast-Beat-Knüppeleien, düstere, Opeth-artige Harmonien, Unheil verkündende Chöre und zahlreiche Rhythmus- und Tempiwechsel lassen das fragile Gebilde der Sicherheit, die einem Kind wie ein Bollwerk vorkommt, zum Spielball schicksalhafter Bewandnisse verkommen. Programmatik wohin das Auge reicht: Der zweite Abschnitt schildert den Klinik-Aufenthalt des ramponierten Burschen unter starker Medikation. Hymnisch und balladesk gehalten, leiten gleich mehrere Gänsehautmelodien das Abdriften in ferne Sphären ein. "The Shattered Fortress" ist eine Abrissbirne vor dem Herrn. Der Track greift die thematische Exposition von "The Glass Prison", "This Dying Soul", "The Root Of All Evil" oder "Repentance" auf und bringt eines der gewagtesten, aber letztlich beindruckensten Experimente der bisherigen Prog-Historie zum Abschluss: Das zwölf-Stufen Bewältigungsprogramms für anonyme Alkoholiker, Portnoys Selbsthilfemaßnahme und therapeutisches Schreiben gegen die Alkoholsucht – immerhin ist der Mann schon seit neun Jahren clean. Hier reizt James LaBrie das einzige Mal auf der gesamten Scheibe seinen Tonumfang aus. Ansonsten bewegt er sich in gemäßigten mittleren Lagen. "The Best Of Times" versprüht Rush-Vibes ohne Ende. Im ersten Teil – dem Spirit Of The Radio-Teil – schwelgt Portnoy in Erinnerung an seinen im Januar verstorbenen Vater. Ein sehr stimmungsabhängiger Song – sowohl was die eigene als auch die transportierte Stimmung betrifft – und so driftet die Verwendung der musikalischen Versatzstücke hier und da in die Kitsch-Sackgasse. Schön ist der Rückbezug in der zweiten Songhälfte auf die im Intro zuerst von einer Geige und dann einer Gitarre gespielten Melodie. Die Geschichte über den Graf aus der Toskana ("Count Of Tuscany") versetzt den Hörer in alles überstrahlende Glückmomente, nur um ihn im nächsten Moment auf den Seziertisch zu verfrachten und allerlei Negativ-Emotionen freizulegen. Hier tischen Dream Theater ihre 70er-Referenzen auf und lassen diese wie auf "Octavarium" in vollem und abwechslungsreichen Glanz erscheinen: Rockige-Riffs, weirde Synthie-Motivik, ein typischer Rudess-Atmo-Rubato-Alleingang in der zweiten Songhälfte und ein furioser Schlusspart, der in seiner Dynamik an "Learning To Live" erinnert. Dass alles stimmig klingt, verdankt die Band nicht zuletzt ihrem Rückgrat, John Myung. Der schweigsame Bassist spielt einen gleichsam anspruchsvollen wie songdienlichen Tieftöner, ohne an die grenzenlosen Egos der Saiten- und Keyboard-Fraktion heranzureichen. Nach dem bahnbrechenden Opus Magnum "Scenes From A Memory" zog die Band auf den folgenden Alben einen engeren Rahmen. Füllte der konzeptuelle Anteil auf "Six Degrees Of Inner Turbulence" mit dem gleichnamigen Titelstück noch eine ganze CD-Seite, bewegte man sich auf dem folgenden "Train Of Thought" an den Grenzen der – für Dream Theater-Verhältnisse – machbaren Härte. "Octavarium" und "Systematic Chaos" boten zwar streckenweise epische Breite, bewegten sich mit unverkennbaren Muse-Analogien und kürzeren Spielzeiten des Gros' der Songs in mainstreamigeren Gefilden. Opener und Schlussstück mit ihrem cineastischen Anstrich sowie die in Musik gegossene Trauerbewältigung "The Best Of Times" wachsen immerhin mit jedem Durchlauf; hier ergibt die Metaphorik des Albumtitels richtig Sinn. Einen Vorwurf muss sich die Band aber gefallen lassen. Auch wenn Zitate und die Anlehnung an die großen epischen Songs das Konzept während des Songwriting-Prozesses darstellten, steht fast jeder Song im Schatten eines "großen Bruders" - ob man dies am Ende als Selbst-Plagiat oder Trademark auslegt, ist wohl Geschmacksfrage. © Laut
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Metal - Erschienen am 22. Februar 2019 | InsideOutMusic

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"Distance Over Time" ist bereits das 14. Werk Dream Theaters und in erster Linie das Ergebnis einer langjährigen musikalischen Beziehung, in der alle Parteien es wagen, über den Tellerrand zu blicken. In den letzten acht Jahren passierte nach den verhältnismäßig ruhigen Nullerjahren viel im Camp der Progmetal-Vorreiter. Zunächst wechselte die Personalie an den Drums. Mit Mike Mangini kam einer der versiertesten Schlagzeuger der Metal-Szene, mit Mike Portnoy (The Neal Morse Band, Sons Of Apollo) verließ das Sprachrohr und eine der treibenden Kräfte die Band. Mittlerweile sind die Wogen geglättet, gerade das Verhältnis von Gitarrist John Petrucci zu seinem einstigen Songwriting-Partner hat sich merklich entspannt. Am derzeitigen Bandgefüge ändert das freilich wenig. Die Veröffentlichungen nach Portnoys Ausstieg fielen durch die Bank wie Standortbestimmung aus. Wenig experimentell und mit einem starken Bezug zur eigenen Vita rauschten "A Dramatic Turn Of Events" und das selbstbetitelte zwölfte Album angenehm durch die Ohren. Von Seiten Dream Theaters schien alles gesagt. Bis zur wilden 13. Platte, dem Doppel-Konzept-Album "The Astonishing". Zwischen Musical-Bombast, Klassik-Kitsch und Balladen-Gesülze arbeitete die Band erstaunlich Melodie- und Song-orientiert und versuchte die Story nachvollziehbar in Szene zu setzen. Diesen Ansatz behalten die New Yorker bei, abzüglich des schnöden Beiwerks. Mit dieser Marschrichtung quartierte sich das Quintett vergangenen Sommer in den Yonderbarn Studios in Monticello, New York, ein, karrte das gesamte Studioequipment an und verbrachte Tag und Nacht gemeinsam. Ging "The Astonishing" vor allem auf Petruccis Input zurück, arbeiteten hier wieder alle Bandmitglieder gemeinschaftlich an Komposition und Lyrics. Die Band zog sozusagen von Onkel Johns Hütte zu 'Alle unter einem Dach' um. Diese Spontaneität ist "Distance Over Time" anzumerken. Es gibt viele coole Breaks. Die Idee und weniger die Anzahl der einzelnen Parts zählt. Die virtuose Selbstdarstellung hält sich in Grenzen. Auch der Fokus auf Sänger LaBrie belebt die Platte. Die meisten Melodien klingen eher mitreißend im AOR-Sinne als proggig verschachtelt. Bei der Produktion fällt auf, dass Petrucci nur bei den härteren Tracks ("Pale Blue Dot", "Paralyzed") seine Klampfen doppelt. Ansonsten setzen die Ausnahme-Musiker auf ein organisches und übersichtliches Sound-Setting. Viele Soli laufen ohne die Begleitung einer Rhythmus-Gitarre ab. Gerade Petruccis Flitzefinger gewinnen aufgrund der spärlich-reduzierten Begleitung von Bass und Keys an Prägnanz. Oft schmückt der Gitarrist sein Spiel mit solistischen Einwürfen und kurzen Licks aus wie in "Out Of Reach", kommt jedoch mit einer Gitarren-Spur aus. Auch Tasten-Virtuose Jordan Rudess hat die Zeichen der Zeit erkannt, gibt häufig den kleinen John Lord und orgelt sich auf der Hammond durch die Songs. Das Gefühl steht an erster Stelle – vielleicht auch ein Resultat aus der Arbeit an seinem Soloalbum. So lässt er behände seine Finger über das Continuum gleiten und zieht - wenn es der Song erlaubt - auch mal cyber-spacig vom Leder. Das Opening Riff zu "Fall Into The Light" schlägt Blitze, ähnlich einer James Hetfield Downstroke-Kaskade. Diese Passage mit bluesig-shuffeligem Unterton mündet in einen ebenso typischen Balladen-Teil, der auch die Bay Area-Kings zitiert und "The Unforgiven", dem Beginn von "One" oder dem Break in "Master Of Puppets" nachempfunden klingt. Mit "Barstool Warrior" stoßen Dream Theater das Tor zu den Klassikern der Spätachtziger und Frühneunziger-Phase auf und gehen in eine ähnliche Richtung wie "The Looking Glass" auf ihrem selbstbetitelten Album von 2013. Aus der Reihe tanzt "Viper King", eine testosterongeladene Hardrock-Nummer, die im Stile des Purple-Klassikers "Highway Star" den ersten Platz in Sachen Coolness einheimst. Schade, dass der mutige Track 'nur' als Bonus zu hören ist. Zur Übersicht trägt auch die Dreiteilung der Platte bei: die ersten drei Songs tariert die Band in Richtung härterer Platten wie "Scenes From A Memory" und "Train Of Thought" aus. Dann folgt der Klassiker-Referenz-Block mit hochfliegenden Refrains, bevor das Abschluss-Trio Herz (zweiter Teil von "At Wit's End", "Out Of Reach") und Hirn (erster Teil von "At Wit's End", "Pale Blue Dot") bedient und in seinem epischen Abschluss durchaus an die Longtracks von Platten wie "Octavarium" oder "Black Clouds And Silver Linings" anknüpft. Die Texte stemmt die Gruppe kollektiv. Keine Mischung aus Sandalen-Storybook und Fantasy-Dystopie wie auf dem Vorgänger, sondern handfeste Themen sind angesagt, wie das Aufgreifen der MeToo-Debatte in "At Wit's End", Carl Sagans Warnung an die Menschheit ("Pale Blue Dot") oder dem geistreichen Mangini-Beitrag "Room 137", der das obsessive Streben des Physikers Wolfgang Pauli nach der Urzahl beschreibt. Das einende Band bildet – das Artwork lässt hier tief blicken – das Verhältnis von Mensch und Technik. Dieses Verhältnis steht auf "Distance Over Time", das bis auf das Debüt die kürzeste Platte der DT-Historie darstellt, tatsächlich seit längerem wieder über Album-Distanz in Einklang. Die Band verzichtet auf ausladendes Gegniedel und setzt auf die Macht der Melodien, was insbesondere dem häufig kritisierten Sänger James LaBrie eine Steilvorlage bietet. Unsere moderne Welt besteht vornehmlich aus Dualismen, die das Leben bestimmen. Dabei ist es gerade die Kreativität, die über Sein und Nicht-Sein entscheidet. Diese sprudelt bei der New Yorker Prog-Legende endlich wieder aus vielen Quellen. © Laut
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Rock - Erschienen am 27. November 2020 | InsideOutMusic

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"Safe in the world that surrounds me, free of the fear and the pain." Mit diesen Worten stimmen Dream Theater den Hörer auf eine magisch-musikalische Reise ein, die auch nach zwanzig Jahren nichts von ihrer Strahlkraft verloren hat. Das Jubiläum von "Scenes From A Memory" zelebrierte die New Yorker Prog Metal-Institution im Frühjahr 2020 ausgiebig. Nach den eher dürftigen Sommer-Shows 2019 mit ernüchternder Spielzeit lieferten Petrucci, LaBrie und Co. nun die musikalische Vollbedienung über drei Stunden mit der Komplettaufführung dieses fantastischen Fingerzeigs zum Firmament. Der Name des Live-Releases "Distant Memories" bringt die beiden zu Gehör gebrachten Welten zum Ausdruck. Zum einen liegt der Fokus auf der ersten Nummer eins in den deutschen Charts "Distance Over Time". Mit erfrischend reduziertem Spiel und gekonnten Kompositionen lieferte das Quintett im Frühjahr 2019 einen wohltuenden Kontrapunkt zur orgiastisch ausschweifenden Oper "The Astonishing". "Scenes From A Memory" gehört zu den Konzept-Alben mit Qualitätssiegel Weltklasse und steht auf einer Stufe mit Queensryches "Operation: Mindcrime". Wie zur Bekräftigung des Ausnahmestatus tauscht LaBrie nach Set 1 den Mikroständer mit knöchener Hand gegen ein Stativ mit Infinity-Zeichen. Ein Hypnosetherapeut betreut den Protagonisten Nicolas, dechiffriert dessen verwirrende Träume, in denen er sich in die Roaring Twenties zurückversetzt fühlt, im Körper der jungen Frau Victoria. Die mentale Reinkarnation gewinnt Stück für Stück Kontur, die Fragment-Fetzen legen eine tödliche Dreier-Konstellation offen, natürlich nicht ohne die dramaturgischen Twists und Turns einzupflegen. Der viel gescholtene LaBrie liefert eine souveräne Performance, umschifft manche Klippe mit tieferen Lagen gekonnt und hechelt nur in wenigen Momenten seinen Ansprüchen hinterher. Richtig fett gelingt dem Sänger das dicke Ende "Finally Free". Zwar verzichten die Mannen nicht auf Backings, aber wie es Petrucci meistert, sowohl seine eigene Stimme wie auch die weiteren Backings gleichzeitig zu imitieren, ist ein Rätsel. Hier bedient sich die Band einiger technischer Tricks, die meines Erachtens nicht von Nöten gewesen wären. Die makellose spielerische Umsetzung ist sowieso schon nah am Original und weicht nur selten von der CD-Fassung ab wie beim Finale. Auch wenn Mike Mangini wesentlich statischer spielt als der Groove-orientierte Mike Portnoy, so zimmert er manchen Break wie den Double Bassdrum-Fill in der Strophe von "Strange Deja-Vu", den Mighty-Mike bei den Live Shows zugunsten eines Stick-Drehers weggelassen hat, ohne Augenzwinkern aufs Parkett. Trotz der zahlreichen musikalischen Querverweise und der geschlossenen Konzept-Form stechen drei Leuchtürme aus den neun Szenen hervor. "Home", diese orientalisch angehauchte Monster-Harke mit mannigfachen musikalischen und textlichen Querverweisen zum Mutter-Track "Metropolis, Pt. 1", das vertrackte, die Hirnwindungen eines wahnsinnigen Genies nachzeichnende "Dance Of Eternity" sowie das wohl schönste moderne Glaubensbekenntnis mit dem zugegebermaßen angekitschten Seelenstreichler "The Spirit Carries On". Nach den dürftigen Sommershows 2019 präsentierten Dream Theater auf der darauffolgenden Hallentour wieder das volle Programm. Den Aufgalopp zur Live-Nachlese macht das erste Set, das einige Klassiker präsentiert. Der eigentliche Clou ist die Komplettaufführung des Konzept-Meisterwerks "Scenes From A Memory". Neben der spielerischen Umsetzung überzeugen insbesondere die visuellen Elemente, die diesen ewig genialen Tanz in neuem Glanz erstrahlen lassen. Kollege Cordas gab bei Erscheinen von "Scenes From A Memory" der Platte mit 2/5 Punkten den Laufpass. Er kritisiert die Virtuosität zum Selbstzweck, ich hingegen liebe die in Ton gegossenen verschlungenen Gedanken. Aber entscheidet selbst. © Laut
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Metal - Erschienen am 1. Januar 1999 | Atlantic Records

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Metal - Erschienen am 30. Juni 1992 | Atlantic Records

Im Jahr des Mauerfalls erschien das Dream Theater-Debüt "When Dream And Day Unite", mit dem die Prog-Metaller gleich ein Ausrufezeichen setzten. So richtig flott wurde der Kahn aber nicht. Zudem erwies sich Sänger Charlie Dominici als die falsche Besetzung für den Job. Mit seiner eher poppig orientierten Stimme fühlte es sich an, als würde "Billy Joel bei Queensryche" singen, wie Ex-Drummer Mike Portnoy es dereinst einmal formulierte. Die Wege der beiden Parteien trennten sich freundschaftlich nach vier von fünf geplanten Promo-Shows zum Album. Der angedachte Ersatz John Arch von Fates Warning wollte nicht, dessen Nachfolger Steve Stone konnte nicht, und so mussten die vier Traumtänzer weiter nach einem adäquaten Sänger Ausschau halten. In diese Zeit fielen diverse Sessions, in denen Petrucci, Myung, Portnoy und Moore das Gros des Materials zusammentrugen, aus dem später einmal "Images And Words" entstehen sollte. Während dieser Zeit erhalten die Musiker ein Demotape des Kanadiers Kevin James LaBrie, der damals bei Winter Rose am Mikro steht, die dem seinerzeit angesagten Mainstream-Hardrock frönen. Sie engagieren ihn vom Fleck weg. Im Rückblick ist für Petrucci LaBrie das fehlende Puzzleteil, das der Band gefehlt hat. Nachdem sie sich erfolgreich aus dem Vertrag mit ihrer bisherigen Plattenfirma Magnetic geklagt hatten und der Major Warner ihnen einen langfristigen Deal über sieben Alben anbietet, geht die Arbeit am zweiten Album los. Als "Images And Words" im Frühsommer 1992 in den Läden steht, passiert erst einmal nicht so viel. Dream Theater begeben sich im September des Jahres im bandeigenen Van auf Tour, um das Album zu promoten. Kurz zuvor beschließt das Label noch, den Opener "Pull Me Under" auszukoppeln und spendiert dem Song auch ein Video. Überraschend kommt der Track bei Rock-Radios in den Staaten gut an und auch MTV nimmt die Nummer in die Rotation auf. In der Folge klettert der Song bis auf Platz zehn der Billboard-Mainstream-Rock-Charts. Zwar dampft man den Achtminüter auf knapp fünf Minuten herunter, aber das tut der Anziehungskraft des Songs keinen Abbruch. Ein perfekter Opener für ein fast perfektes Album. Fast? Zum einen ist da der Drum-Sound von Mike Portnoy. Dieser klingt teilweise so derbe steril, dass man sich schon fragen muss, was da im Studio los war. Aufklärung kommt von John Petrucci, der anlässlich der 2017er "Images, Words & Beyond"-Tour konstatiert, dass das Label in die Aufnahmen hinein gepfuscht habe. So wurden Portnoys Drums getriggert und aus Ghost Notes wurden ganze. "Als ob man das Drumming genommen und alle Dynamik daraus entfernt hätte. Sie hätten beim Mix etwas behutsamer sein können", drückt es der Klampfer salomonisch aus. Ach ja. Auf der anderen Seite steht James LaBrie. An ihm werden sich auch in Zukunft die Geister scheiden. Sein gepresster Gesangsstil ist nicht jedermanns Sache. Aber die Einmischung von Seiten Warners ist nicht nur negativ. So verhindert der Branchenriese, dass "A Change Of Season" auf dem Album landet. Das hätte aus dem einstündigen, in sich geschlossenen Werk ein etwas ausgefransteres Etwas gemacht. So steht ein Monument auf der Habenseite, das Dream Theater qualitativ in der Folge nie wieder erreichen sollten. Das erwähnte "Pull Me Under" leitet gekonnt den kommenden Reigen ein. Gitarren-Picking unterstützt Portnoy mit einem hübschen Tanz auf den Drums, begleitet von Kevin Moores Keyboard-Klängen, ehe Petrucci dann aufs Pedal latscht. Ein famoser Rocker vor dem Herrn, dem auch der Zahn der Zeit wenig anhaben kann. Zurecht einer, wenn nicht der populärste DT-Song überhaupt, inklusive Mitgröl-Refrain. Das nachfolgende "Another Day" nimmt den Fuß vom Gaspedal. Hier spielt LaBrie seine Stärken voll aus. Wenn es mal nicht darum geht, die hodengekniffene Frontsau zu mimen, klingt er wirklich erstaunlich gut. Dem balladesken Stück tut auch das Kenny G.-Gedächtnis-Saxofon keinen Abbruch, als Kontrapunkt setzt Petrucci ein gnadenlos gutes Solo dagegen. Manch abgebrühter Hartwurstfanatiker zückt hierzu ohne Aufforderung das Feuerzeug. Mit "Take The Time" gönnt sich der Fünfer zum ersten Mal eine etwas kräftigere Prog-Dosis. Zu Beginn hören wir nach einem Doublebass- und Riff-Gewitter Sprachsamples von Kurtis Blow, Frank Zappa und Public Enemy, ehe ein funkiger Rhythmus den Faden fortführt. Speziell im Mittelteil ab 3:45 lassen Dream Theater instrumentell schön die Luzie fliegen. Kevin Moore und John Petrucci liefern sich ein hübsches Duell, fast schon jazzige Einlagen runden das perfekte Gesamtbild ab. Hier gelingt den Amerikanern exemplarisch der perfekte Spagat zwischen technischem Muckertum und songdienlicher Arbeit. Damals waren sie noch weit davon entfernt, stets noch einen drauf setzen zu wollen. Diese Songdienlichkeit hievt gerade "Take The Time" in den Rang eines Live-Favoriten unter DT-Fans. Mit "Surrounded" bringt die Band ein gerade noch so erträgliches Maß an Pathos an den Start, dass es nicht links und rechts aus den Ohren tropft. Spieltechnisch natürlich wieder oberste Kajüte. Das düster dräuende Intro von "Metropolis—Part I: The Miracle And The Sleeper" kündet dann wieder von der härteren Gangart. Auch hier steht der instrumentale Mittelteil ab Minute fünf quasi für sich. Ein wunderbares Zusammenspiel, bei dem man sich speziell John Myungs Tieftöner anhören sollte, und das nicht nur wegen seiner kurzen Flitzefinger-Einlage. Was der Typ auf seinem Instrument aus dem Ärmel schüttelt ... fantastisch. Eine Prog-Fingerübung der Extraklasse, bei dem es auch nach dem hundertsten Umlauf noch Neues zu entdecken gibt. Nach acht Minuten darf LaBrie noch einmal trällern und schickt den Hörer glückselig von dannen. Nach dem ähnlich gelagerten "Under A Glass Moon" folgt mit "Wait For Sleep" eine wunderschöne Piano-Ballade. Zwar lediglich zweieinhalb Minuten lang, zieht einem die Moore-Komposition emotional dennoch die Schuhe aus. Das melodische Thema des kurzen Liedchens greift das abschließende "Learning To Live" wieder auf, in dem Dream Theater noch einmal richtig die Muskeln spielen lassen. Die komplette Dynamik-Palette reiten sie auf einer famosen Achterbahnfahrt. Spanische Gitarre? Warum nicht! Wenn ab Minute 8:10 die "Wait For Sleep"-Melodie noch einmal erklingt, mutet dies wie eine verlängerte Reprise des kompletten Albums an. Am Ende stehen 57 Minuten, die sich gewaschen haben. Wenn die Band im Fade Out verschwindet, fragt man sich unwillkürlich, was das denn jetzt nun für ein Trip war. Das Kreuz, das alle progressiven Bands mit sich herum schleppen, eine Balance zwischen Komposition (It's the song, stoopid!) und dicker Musiker-Hose zu finden, bewältigen Dream Theater auf "Images And Words" fast spielerisch. Dream Theater waren, sind und werden nie die großen Erneuerer des Prog sein wie Fates Warning, Queensryche oder WatchTower. Dennoch gebührt ihnen das Verdienst, als erste härtere Band mit komplizierteren Songstrukturen und ausufernden Instrumental-Epen Mainstream-Erfolg gelandet zu haben. Zwar konnten sie auch in dieser Hinsicht nie wieder an "Images And Words" anknüpfen, aber an ihren eigenen Über-Alben scheiterten schon ganz andere Bands. © Laut
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Hard Rock - Erschienen am 29. Januar 2016 | Roadrunner Records

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Metal - Erschienen am 29. Januar 2016 | Roadrunner Records

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Sie blicken auf eine bereits dreißigjährige Karriere zurück und sind nach wie vor eindrucksvolle Inspiration: mit ihrem neuesten Werk liefern uns Dream Theater nicht nur ihr 13. Album, sondern eine regelrechte Rock-Oper in 2 Akten. Ein historisches Projekt, dessen sich James LaBrie (Gesang), John Petrucci (Gitarre), Jordan Rudess (Klavier), John Myung (Bass) und Mike Mangini (Schlagzeug) hier angenommen haben. Das Album besticht durch Professionalität und Perfektion, die Virtuosität der instrumentalen Einlagen erreicht ein ebenso hohes Niveau. Die Band, diese unerreichbaren Meister des Progessive Metal, aus Boston hat diese 34 Titel in den Cove City Sound Studios von Glen Cove auf Long Island mit Perucci als Produzenten, Richard Chycki (Aerosmith, Rush) als Soundmeister und dem legendären kanadischen Dirigenten David Campbell (der übrigens der Vater von Beck ist) aufgenommen. The Astonishing erzählt die Geschichte einer postapokalyptischen Dystopie, die einem mittelalterlichen Feudalismus gleicht. Wir befinden uns hier in einem Universum, indem wir nur darauf warten, dass sich ein Auserwählter erhebt, sich dem Lärm entgegenstellt und das aus lärmenden, ohrenbetäubenden Maschinen und scheinbarer Sicherheit konstruierten Imperium besiegt…Es ist wohl eines der ambitioniertesten und umfangreichsten Werke Dream Theaters und sicherlich eines, das als Meilenstein in die Geschichte des Progessive Metal eingehen wird. © CM/Qobuz
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Metal - Erschienen am 3. Oktober 1994 | Atlantic Records

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Metal - Erschienen am 22. Januar 2002 | Atlantic Records

Da man bei Dream Theater wohl nur schwerlich von irgendwelchen Steigerungen von einer CD zur anderen sprechen kann, wenn man mal von der schwächeren "Falling Into Infinity" absieht, ist es auch schwierig, über musikalische Leistung zu sprechen. Denn sowohl technisch als auch vom Songwriting her stellt "Six Degrees Of Inner Turbulence" wieder mal so ziemlich alles in den Schatten. Somit ist es eher die Frage, wie die technischen Spielereien in den Songs umgewandelt werden. Fangen wir mit CD Nr. 1 an. "The Glass Prison" schallt nicht etwa filigran und zerbrechlich aus den Boxen, sondern knallt dir mit der Power eines verdammt massiven Knastes à la Alcatraz oder Sing-Sing auf die Mütze. Bei aller technischen Raffinesse wurde hier mit dem Dampfhammer gearbeitet, die New Yorker dürften hiermit eines ihrer härtesten Stücke abgeliefert haben. Positiv fällt auf, dass sich Sänger James LaBrie größtenteils im mittleren Stimmbereich bewegt. Dass man Musiker mit solchen Fähigkeiten nicht an die Leine nehmen kann, ist klar. Und so wird wieder gefrickelt wie in alten Zeiten, nur wird der Song an sich dadurch nicht zerrissen, sondern ausgebaut. "Blind Faith" geht zwar erst ruhig los, steigert sich aber stetig und legt nach drei, vier Minuten noch einige Brickets nach. Bei "Misunderstood" sieht die Sache ähnlich aus, das ist für mich der stärkste Song auf der ersten CD. Die Gesangslinien sind einfach phänomenal. Allein die Soundcollage am Ende des Stückes zerrt etwas an den Nerven. "The Great Debate" klingt dann stellenweise sehr roh, was nicht zuletzt an Lauries verdammt rauem Gesang im Chorus des Stückes liegt. Ganz eindeutig der typischste DT des ganzen Albums. Die Ballade "Disappear" ist für meinen Geschmack das unauffälligste Stück der CD. Man kann natürlich nicht von Banalität sprechen, aber emotional so mitreißend wie seinerzeit das von ex-Keyboarder Kevin Moore geschriebene "Space Dye Vest" vom "Awake" Album ist sie nicht. Trotzdem ein Song, der zu keiner Zeit schnulzig klingt. Der Knaller kommt mit CD Nr. 2. Mit "Overture" zeigen die Herren mal ganz nebenbei allen Ich-mach-jetzt-Metal-mit-Klassik Fuzzies, wo die Bratsche hängt. Hier spielen Band und Orchester nicht nur nebeneinander her, hier fusioniert das Ganze, krallt sich im Periodensystem Platz 119 und verweist Ununoctium auf den vorletzten Platz. Doch auch sämtliche anderen Elemente schüttelt dieses 42-minütige Klangfeuerwerk dermaßen durcheinander, dass einem sämtliche Quarks aus dem Kern fliegen. Um dieses Stück zu beschreiben fehlt hier der Platz und mir die Worte. Viel Zeit mitbringen und selber anhören ist angesagt, da man dieses Werk nicht im Vorbeigang erfassen kann. Ob es an den Problemen lag, die man mit dem Cover der Live DVD "Live-Scenes From New York" lag (brennende New Yorker Skyline), weiß ich nicht, aber das Cover ist der einzige Schwachpunkt des Albums. Aber wer sich davon abschrecken lässt, ist wirklich selber schuld. © Laut
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Hard Rock - Erschienen am 20. September 2013 | Roadrunner Records

Hi-Res Booklet
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Metal - Erschienen am 25. Juni 2021 | InsideOutMusic

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Metal - Erschienen am 12. September 1997 | Atlantic Records

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Metal - Erschienen am 10. November 2003 | Elektra Records

Tja, Leute, es ist mal wieder so weit. Die Kings of Progressive Metal geben sich die Ehre und zeigen allen Möchte-Gern-Härtnern, was 'ne Harke ist. Ich seh' schon wieder, wie unzählige Musiker ihre Gitarren verbrennen und Sänger mit Glasscherben gurgeln, denn Mut machen einem solche Alben sicher nicht. Was soll ich sagen? Die New Yorker sind einfach nicht von dieser Welt und versuchen auch gar nicht mehr, diesen Anschein zu erwecken. Es widerstrebt mir inzwischen beinahe, auf das technische Niveau der Herrn Portnoy, Petrucci, Myung und Rudess einzugehen, denn außer Wiederholungen kann man dazu eigentlich nichts mehr beitragen. Ist "Train Of Thoughts" deshalb aber nur ein Aufwasch von schon Gehörtem? Nicht in diesem Leben! Das neue Album tut das, was man eigentlich auch von Metallica erwartet hätte: Es tritt mit Anlauf in den Arsch. Ich hab Dream Theater, außer bei einigen Live-Shows, noch nie so basslastig und heavy erlebt wie auf "Train Of Thoughts". Schon der Opener "As I Am" kommt mit einem höllisch groovenden Riff daher und setzt deutlich mehr auf Eingängigkeit, denn auf technisches Gefrickel. Der Chorus ist nach dem zweiten Hören in der Rübe und lässt sich da so schnell auch nicht mehr raus schütteln. "This Dying Soul" hämmert gleich zügig hinterher, und James LaBrie geht so weit, dass mich seine Gesangslinien an die von James Hetfield bei "Blackened" erinnern. Überhaupt vermeidet es der Mann weitgehend, sich in den Kopfstimmenbereich hochzuschrauben sondern gibt sich ebenfalls eher von der rauen Seite. Dream Theater wären aber nicht Dream Theater, wenn sie es nicht mit spielerischer Sicherheit schaffen würden, technische Finessen einzubauen, die vergeblich ihresgleichen suchen. So bemerkt man fast ausschließlich bei den Soloparts, dass Jordan Rudess und seine Keyboards ja auch noch da sind. Das Album ist dermaßen gitarrendominiert, dass man schon genau hinhören muss, um mal ein paar Keys zu erlauschen. "Endless Sacrifice" nimmt das Gas ein wenig raus, doch zum Chorus hin stoßen die Jungs schon beinahe in Nu Metal-artige Gefilde vor. Nachdem "Honor Thy Father" wieder sämtliche Haare nach hinten gefönt hat, folgt mit dem nicht mal dreiminütigen "Vacant" die einzige Ballade. Zum instrumentalen "Stream Of Consciousness" will ich hier nichts weiter sagen. Wenn ihr als Musiker in euch gefestigt seid, hört's euch an, wenn nicht, überspringt's. Mit dem Rausschmeißer "In The Name Of God" gibt es alles bereits Erwähnte noch mal vereint, auch wenn mir die Soloeskapaden von John Petrucci stellenweise auf den Sack gehen, da sie nun wirklich nicht mehr songdienlich sind. Für mich trotzdem ein absolutes Highlight des Jahres. © Laut
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Metal - Erschienen am 23. Juli 2021 | InsideOutMusic

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Metal - Erschienen am 6. Juni 2005 | Warner Records

Äh, ja ... neue Dream Theater ... groß, progressiv, irgendwie geil, genau wie die meisten anderen, Hammer-Soli, Mörder-Arrangements ... was man eben so erwartet. Noch irgendwelche Fragen? Ja, ne, besser heute kaufen als morgen. Was? Immer noch nicht überzeugt? Na gut, dann eben ausführlicher. "Root Of All Evil" ist ein klassischer Opener und legt nach einer kurzen Aufwärmphase ein sattes Tempo vor. Ähnlich wie der Vorgänger "Train Of Thought" ist das Stück recht düster, ungemein heavy und erzeugt mächtigen Druck zwischen den Ohren. Mike Portnoy greift thematisch wieder das Thema Anonyme Alkoholiker auf, musikalisch sind immer wieder Verweise zu "The Glass Prison" und "This Dying Soul" zu hören. Kaum klingt der Song mit einem wunderschönen Klavier aus, schalten die New Yorker gleich mal vier Gänge zurück und schieben mit "The Answer Lies Within" eine Ballade nach. Obwohl der Song bei weitem nicht schlecht ist, reicht er doch kaum an Göttergaben wie "Surrounded" oder "Space-Dye Vest" heran. Nach einer kurzen Überleitung bietet "These Walls" eine schöne Mischung aus dem Vorangegangen, mit einer leicht melancholischen Stimmung und einem großartigen Chorus. Sämtliche Trübsal fliegt mit "Walk Beside Me" über Bord, denn ich kenne kaum einen Dream Theater-Song, der eine derart positive Stimmung im Refrain verbreitet. Ist definitiv charttauglich und klingt beinahe ein wenig poppig. Wer aber dachte, dass "The Root Of All Evil" schon heavy war, der soll sich bei "Panic Attack" besser anschnallen. Das Bassintro muss der gute John Myung zwar bei mir geklaut haben (hüstel), aber ansonsten ein erstklassiger Song. "Never Enough" mischt angenehme Härte mit süßlichen Melodien und einem interessanten Effekt auf James LaBries Gesang. Doch die wahren Gourmethappen folgen erst mit "Sacrified Sons" und dem Titeltrack. Ersterer fängt mit ein paar Radio- und Fernseh-Samples aus der Zeit vom 11. September an und befasst sich auch textlich mit dem Thema, ohne auf den Patriotismus von Iced Earth zurückgreifen zu müssen. Dafür mischt sich zum erstem Mal in der Geschichte der Band ein Orchester ein und erschafft beinahe Soundtrack-Atmosphäre. Obwohl der Song quasi als Ballade beginnt, hat James LaBrie nach den ersten vier Minuten Sendepause, und die Instrumental-Fraktion packt richtig aus. Die beiden Johns, Mike und Jordan, toben sich dreieinhalb Minuten lang aus, erst dann darf James wieder ins Geschehen eingreifen. Aber so eine zehnminütige Nummer ist natürlich nur Kleinkram, wenn darauf die 24 Minuten von "Octavarium" folgen. "Octavarium" beginnt zunächst mit einem überlangen, sphärischen Intro, welches in sanfte Klänge von Flöte und Akustikgitarre übergeht. Langsam kommen James' Stimme und Klavier dazu, ehe Bass und Schlagzeug zaghaft einsteigen. Auch wenn es eine leichte Steigerung gibt, bleibt der erste Teil des Songs recht ruhig. Den Übergang zum zweiten Teil markiert Myungs effektvolles Bassspiel - nach und nach geht einfach wieder schlicht unglaublich die Post ab. Es darf gejazzt, gefrickelt, gerockt werden bis zum Abwinken - inklusive einer kurzen Flamencoeinlage. Auch dieses Mal geht die Höchstnote nach New York, und daran wird sich allem Anschein nach wohl so schnell nichts ändern. © Laut
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Metal - Erschienen am 28. März 2008 | Rhino Atlantic

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Metal - Erschienen am 26. September 2014 | Roadrunner Records

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Metal - Erschienen am 29. August 1995 | Atlantic Records