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Die Alben

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2003 | EMI - EMI Records (USA)

Wieso legt sich eine Band bewusst die Bürde auf, sich mit ihrem definitiv stärksten Album selbst messen zu müssen? Das ging bei Helloween schon in die Hose und auch Queensryche tun sich sicherlich keinen Gefallen, ihr neues Album "Operation: Mindcrime II" zu taufen. Die Erwartungen an ein Werk mit diesem Namen sind astronomisch, ob jetzt zu Recht, oder zu Unrecht, sei dahin gestellt. Geoff Tate hat im Interview schon ausgesagt, dass die Geschichte um Nikki, Sister Mary und Dr. X für ihn schon immer auf einen zweiten Teil angelegt war, und dass die politische Situation diesen inzwischen rechtfertigt. Das gilt mit Sicherheit auch für die finanzielle Situation, aber wir wollen nicht nur Kalkül unterstellen. Immerhin handelt es sich bei "O:M II" um ein durchaus gutes Album. Umso tragischer, dass schon bei der Einleitung "Freiheit Ouvertüre" auffällt, wie dünn der Sound ist. Was könnte "I'm American" für ein Knallersong sein, wenn die Bässe richtig drücken würden, wenn die Gitarren ein paar Mitten bekommen hätten? Mit Sicherheit ist das einer der härtesten Songs, den die Band in den letzten paar Jahren geschrieben hat, der aber wegen des Sounds leider etwas schwach auf der Brust wirkt. Dafür geizen sie wenigstens nicht mit tollen Melodien, wovon "One Foot In Hell" und das folgende, relativ ruhige "Hostage" zeugen. Auch wenn die Gesangsmelodien von Geoff Tate wirklich außergewöhnlich sind und die Melodieführung der Gitarren mitunter fast schon einschmeichelnd wirken, der fehlende Input von Chris DeGarmo lässt sich nicht leugnen. So fehlt Nummern wie der zweiten Single "The Hands" oder "Speed Of Light" trotz aller guten Ansätze der letzte Schuss der die Songs großartig macht. Verlange ich da nicht ein wenig viel? Vielleicht, aber niemand hat die Jungs aus Seattle gezwungen, das Album "Operation: Mindcrime II" zu nennen. Alles unter genial oder großartig ist da nur halbherzig. "Signs Say Go" ist wieder eine richtig gute Gitarrennummer, während "Re-Arrange You" zunächst mehr Wert auf Streicher legt. Die orchestralen Elemente arbeiten auf den dramaturgischen Höhepunkt hin, wenn Nikki in "The Chase" auf Dr. X trifft. Es dürfte sich inzwischen herum gesprochen haben, dass Ronnie James Dio die Rolle des Dr. X übernommen hat. Da der Mann wohl nicht anders kann, als gute Arbeit abzuliefern, steht der Song auch außerhalb jeglicher Kritik. Allerdings ist das folgende "Murderer?" verdammt sperrig und versinnbildlicht Nikkis Verwirrung wirklich gut. "Circles" setzt das in Form von Lautmalerei noch fort, ehe mit dem grandiosen "If I Could Change It All" die Melancholie einsetzt und der Protagonist alles und vor allem sich selbst in Frage stellt. Chöre leiten in "An Intentional Confrontation" über, das hauptsächlich von Pamela Moore gesungen wird und den Hauptcharakter kurz vor dem Selbstmord zeigt. "A Junkie's Blues" weist einige Reminiszenzen an den ersten Teil der Saga auf, ist musikalisch gleichzeitig aber auch ein wenig belanglos. Dafür ziehen sie mit "Fear City Slide" die Zügel nochmals an, um auf das ruhige "All The Promises" vorzubereiten, dass den Abschluss der Geschichte markiert. Queensryche machen es einem verdammt schwer. "Operation: Mindcrime II" ist mit Sicherheit das beste Album, das die Band in den letzten Jahren veröffentlicht hat. Das absolute Gänsehaut-Feeling, das der erste Teil bis zur letzten Sekunde erzeugen konnte, kommt hier leider zu selten zum Tragen. Wenn man den direkten Vergleich mit dem Vorgänger aber außer acht lassen kann, ist das durchaus eine gute Scheibe. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2010 | Capitol Records

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2007 | Capitol Records

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Metal - Erschienen am 1. März 2019 | Century Media

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2003 | EMI - EMI Records (USA)

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Metal - Erschienen am 20. August 1990 | EMI - EMI Records (USA)

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2003 | EMI - EMI Records (USA)

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2003 | EMI - EMI Records (USA)

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Rock - Erschienen am 3. Mai 1988 | Capitol Records

Dreißig Jahre alt zu sein, bedeutet häufig schütteres Haar und 40 Jahre warten auf die Rente. Zumindest für Fans aus dem Metal-Genre, Alben altern zum Glück anders. Werke wie "...And Justice For All", "Seventh Son Of A Seventh Son" oder "South Of Heaven" haben bislang kaum Staub beziehungsweise Rost angesetzt. Der unbestrittene Klassiker der Klasse von 1988 heißt jedoch "Operation: Mindcrime". Diese Platte stellt Queensrÿches Bindeglied zwischen der harten, progressiven Frühphase und den kommerziellen Artrock-Hochflügen in den Neunzigern dar. Viele Fans und Kritiker lehnen sich sicherlich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn sie den Musik-Thriller auf eine Stufe mit "The Wall" oder "Tommy" stellen. Nach dem Ende der Tour zu "Rage For Order" gastierte Sänger Geoff Tate in Montreal bei Freunden. Eines Abends umwehte das Goldkehlchen ein Hauch von geistiger Eingebung, zu der ihn der Gesang aus einer katholischen Kirche inspirierte. In Windeseile skizzierte er die Umrisse des Konzepts. Die Grundlage zur Story von "Operation: Mindcrime" war geboren. Auch eine zwielichtige Spelunke voll politischer Revoluzzer machte mächtig Eindruck auf den Frontmann, der sich mit Mitte Zwanzig empfänglich für umstürzlerische Themen und Thesen zeigte. Generell griff Mr. Tate bereitwillig besondere biographische Situationen auf, um dem Grundgerüst aus Macht, Gehirnwäsche, Terrorismus, Drogen und Prostitution Leben einzuhauchen. Die Platte ist eine unmittelbare Reaktion auf die neoliberale Wende in den Achtziger Jahren unter Thatcher und Reagan. Die Troika des Schreckens namens Deregulierung, Privatisierung und Sozialstaatsabbau und der sich daraus ergebende reißende Malmstrom für das Gros der Bevölkerung bieten eine klassenkämpferische Metaebene für das Konzept. Dabei bietet die Story mehr als nur Klassenkampf. Der amnesische Hauptprotagonist findet sich im Krankenhaus wieder. Dann kehrt die Erinnerung trotz Gängelung einer in Anlehnung an Kuckucksnest-Oberschwester Ratched konzipierten Pflegedame wieder. Der junge, unzufriedene Drogenjunkie Nikki gerät in die Fänge des manipulatorischen Dr. X. In seinem Auftrag begeht er Morde an hochrangigen Politikern, was ihm eine messianische Daseinsberechtigung verleiht. Das Codewort für die Morde lautet Mindcrime. Er trifft auf Mary, die vom korrupten Pfarrer William offiziell als Nonne geführt und inoffiziell als Prostituierte missbraucht wird, ein herrliches Beispiel für Doppelmoral. Den Pater räumt er eiskalt aus dem Weg, Mary zieht ihn hingegen in ihren Bann. Wenig verwunderlich, dass er sich der Anweisung seines dunklen Mentors Dr. X widersetzt, seine Liebste zu töten. In einem Anflug von Drogen und Konfusion findet Nikki Marys leblosen Körper vor und versteht die Welt nicht mehr. Hat er sie etwa auf dem Gewissen? Völlig außer sich negiert er alles, woran er glaubt und verliert endgültig den Blick für die Realität. Als Antrieb von "Operation: Mindcrime" fungiert der organische Drive der NWOBHM im Stile von Iron Maiden und Judas Priest. Die artifizielle Theatralik des US-Metals im Sinne von Savatage oder Metal Church öffnet eine weitere Bühne. Auch die unwiderstehliche Catchyness der Hard- und Glam-Rocker wie Guns N' Roses und Mötley Crüe oder der plüschigen Kollegen von Bon Jovi und Journey hat das Album beeinflusst. Hinzu kommt der Zeitgeist der Achtziger mit der etwas sterilen, digitalen Produktion und der Verwendung typischer Synthies. Das Konzept, das durch Storytelling auf drei Ebenen besticht (Klassenkampf, Lovestory, Macht und Manipulation), funktioniert aber auch als Song-Kompendium. Wer hat nicht schon in den Spiegel geschaut und in die "Eyes Of A Stranger" geblickt, voller Liebesschmerz dem Höchsten aller Gefühle abgeschworen ("I Don't Believe In Love") oder vor der anstehenden Gehaltsverhandlung mit dem Chef "Revolution Calling" aufgelegt? Einzig einige triolische Soli wirken heutzutage ein wenig antiquiert. Ansonsten setzen Michael Wilton und Chris DeGarmo mit ihren Doppel-Leads, Riffs und Voicings Maßstäbe, die die Zeit überdauern. Die beiden federführenden Songwriter hauen mit genialen Einfällen nur so um sich. Die ganze Platte wirkt wie ein kompositorischer Rausch, so dicht und strukturiert, dass einem die Glückgefühle nur so aus Ohren rinnen. Alles wirkt perfekt aufeinander abgestimmt, selbst kleinste metrische Verschiebungen fügen sich organisch in die Mega-Maschine ein. Nichts bleibt dem Zufall überlassen. Als Motor dieses Saitengelages treten Bassist Eddie Jackson und Drummer Scott "Rimshot" Rockenfield auf, der in Octopus-Manier stoischen Antrieb mit organischen Breaks verbindet und nebenbei das knalligste Ride-Becken ever serviert. Diesem magischen Theater steht als Master Of Ceremony Geoff "The Voice" Tate vor, der die Grandezza einer Operndiva, das Volumen eines Dickinson und den Unterbau eines Dio verbindet und somit akustisch-ikonisch für das gesamte Genre wirkt. Alles was an Sängern wie Dream Theaters James LaBrie nach ihm kommt, trägt unverkennbar seine Stimmband-Handschrift. Produzent Peter Collins, der 1985 und 1987 für Rushs Synthie-Taten "Hold Your Fire" und "Power Windows" verantwortlich zeichnete, zieht glücklicherweise für das Knöpfchendrehen seine Plüschhandschuhe aus und ballt die Rockerfaust. Ganz fein auch heute bleibt die Epik des zentralen Longtracks "Suite Sister Mary". Dieses Stück, das die Shakespearsche Tragik um Schmerz und Verlust anbahnt, ist der von emotionalen Wogen umtoste Fels, der mit Chor und dezenter Orchestrierung das Beste der Harris-Longtracks, klassischer Kompositionskunst, Spoken-Word-Sequenzen und Broadway-Action vereint und den Weg in die Zukunft des Prog-Metals in alle Ewigkeit vorzeichnet. Allein das Chor-Arrangement von Michael Kamen bringt die gesamte emotionale Palette zum Ausdruck, der Pamela Moore mit ihren Göttinnen-Vocals die Krone aufsetzt. Dieses musikalische Drama bleibt bis heute unerreicht, auch wenn das Quintett dem Feeling dieser akustischen Gabe mit der kommerziell erfolgreichen Orchester-Ballade "Silent Lucidity" nahe kommt. Queensrÿche hechelten häufig in ihrer Karriere dem Zeitgeist hinterher. Vor allem die Neunziger prägte eine große Volatilität von den schrägen Glam And Glitter-Synthies auf "Empire" bis hin zum Midtempo-Mellow-Grunge auf "Promised Land" und "Hear In The Now Frontier". Auf dem zweiten Teil von "Operation Mindcrime" singt übrigens Ronnie James Dio, womit zu diesem Stück Musik aber auch schon alles gesagt ist. Mittlerweile kopiert der Ami-Fünfer seine Achtziger-Hochphase ergänzt um zeitgemäße Produktionen. 1988 waren die Jungs aus Seattle ähnlich wie ihre Kollegen in zerschlissenen Jeans aus dem Summer Of 91 auf der Höhe der Zeit und legten auf dem kreativen Zenit ihr Meisterwerk vor. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2003 | Capitol Records

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2003 | EMI - EMI Records (USA)

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Metal - Erschienen am 2. Oktober 2015 | Century Media

Spott und Häme sowie Lob und Anerkennung ernteten Queensryche in den letzten Jahren für ihre Alben. Geoff Tate, für viele der Hauptverantwortliche für diesen Schlingerkurs, überwarf sich bekanntlich mit seiner alten Kapelle. Die Folge: Zwei Alben unter dem Banner Queensryche. Die Gründungsmitglieder Michael Wilton, Scott Rockenfield und Eddie Jackson haben den Schlagabtausch mit dem Sänger für sich entschieden und bewiesen, dass man den Bandnamen nicht nur als Marke tragen, sondern diesem als Bewahrer der Flamme von der klassischen Phase bis Anfang der 90er auch gerecht werden kann. Möglich macht dies vor allem das neue Goldkehlchen Todd La Torre, der mehr wie Tate klingt als dieser mittlerweile selbst und das Original vor allem an Stimmgewalt und in der Phrasierung um Längen überragt. Queensryches Signature-Sound lebt vom Wechsel zwischen cleanen und heavy Passagen, spannenden, abwechslungsreichen Songstrukturen und Fist-Raising-Refrains. Das Rhythmus-Gespann Rockenfield/Jackson groovt wie Hölle, Altmeister Wilton und Padawan Lundgren stehen dem mit einprägsamen Riffs, Soli und Doppelläufen in Nichts nach. Nicht zu altbacken, nicht zu modern: Dieser Spagat gelingt nur mit ein wenig Selbstironie in Form von Zitaten wie der "Revolution Calling"-Ausruf in "Guardian" oder die "Suite Sister Mary"-Chords in "Hellfire". Wilton und Co. tun gut daran, sich auf ihre Stärken zu besinnen und keine halbgaren Konzepte zu spinnen wie den uninspirierten Mindcrime-Nachfolger oder die Veteranen-Schau über die teils völkerrechtswidrigen US-Kriege, die dem Wohle der Rüstungs- und Rohstoffindustrie dienten, anstatt dem der Menschheit. Diesmal kreieren die fünf Musiker mit Artwork und Lyrics ein stimmiges Ganzes und stellen die menschliche Befindlichkeit in den Mittelpunkt, die nicht besonders gut davonkommt. Dieser Ansatz mündet in eigenständige Kompositionen, die die Geister der Vergangenheit würdig konservieren: Midtempo-Hymnen wie "Guardian" oder "Hellfire" stellen das Gros der Songs dar und tragen die unverkennbare DNA von "Roads To Madness", "I Don't Believe In Love" oder "Revolution Calling" in sich. Ein paar moderne Anklänge im Songwriting stören dabei kaum ("Eye9"), auch wenn viele Fans die unterkühlte Produktion, die zu Lasten eines dynamischen Klangbilds geht, kritisch beäugen. Speed-Tracks im Sinne von "NM 156" oder "The Needle Lies" knallen ordentlich ins Gebälk ("Arrow Of Time", "All There Was"). Die balladeske Hitschmiedekunst von "Silent Lucidity" steht Pate für das pathetische "Just Us". Mit dem dramatischen Titeltrack im Stile von "Suite Sister Mary" gelingt ein würdiger Abschluss. Ein todschicke Mixtur, die leider mit kleinen Schönheitsfehlern versehen ist: Manches wirkt aufgesetzt und aus der Zeit gefallen wie die Umlaute im Albumtitel. Was nichts daran ändert, dass Queensryche in dieser Besetzung wieder absolut konkurrenzfähig sind. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. August 2013 | Sanctuary Records

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2000 | Virgin Records

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Metal - Erschienen am 20. August 1990 | EMI - EMI Records (USA)

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Pop - Erschienen am 1. Januar 2003 | Capitol Records

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2003 | EMD Commercial Marketing

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Metal - Erschienen am 1. Januar 1984 | EMI Catalogue

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Hard Rock - Erschienen am 28. März 2006 | Rhino

Wieso legt sich eine Band bewusst die Bürde auf, sich mit ihrem definitiv stärksten Album selbst messen zu müssen? Das ging bei Helloween schon in die Hose und auch Queensryche tun sich sicherlich keinen Gefallen, ihr neues Album "Operation: Mindcrime II" zu taufen. Die Erwartungen an ein Werk mit diesem Namen sind astronomisch, ob jetzt zu Recht, oder zu Unrecht, sei dahin gestellt. Geoff Tate hat im Interview schon ausgesagt, dass die Geschichte um Nikki, Sister Mary und Dr. X für ihn schon immer auf einen zweiten Teil angelegt war, und dass die politische Situation diesen inzwischen rechtfertigt. Das gilt mit Sicherheit auch für die finanzielle Situation, aber wir wollen nicht nur Kalkül unterstellen. Immerhin handelt es sich bei "O:M II" um ein durchaus gutes Album. Umso tragischer, dass schon bei der Einleitung "Freiheit Ouvertüre" auffällt, wie dünn der Sound ist. Was könnte "I'm American" für ein Knallersong sein, wenn die Bässe richtig drücken würden, wenn die Gitarren ein paar Mitten bekommen hätten? Mit Sicherheit ist das einer der härtesten Songs, den die Band in den letzten paar Jahren geschrieben hat, der aber wegen des Sounds leider etwas schwach auf der Brust wirkt. Dafür geizen sie wenigstens nicht mit tollen Melodien, wovon "One Foot In Hell" und das folgende, relativ ruhige "Hostage" zeugen. Auch wenn die Gesangsmelodien von Geoff Tate wirklich außergewöhnlich sind und die Melodieführung der Gitarren mitunter fast schon einschmeichelnd wirken, der fehlende Input von Chris DeGarmo lässt sich nicht leugnen. So fehlt Nummern wie der zweiten Single "The Hands" oder "Speed Of Light" trotz aller guten Ansätze der letzte Schuss der die Songs großartig macht. Verlange ich da nicht ein wenig viel? Vielleicht, aber niemand hat die Jungs aus Seattle gezwungen, das Album "Operation: Mindcrime II" zu nennen. Alles unter genial oder großartig ist da nur halbherzig. "Signs Say Go" ist wieder eine richtig gute Gitarrennummer, während "Re-Arrange You" zunächst mehr Wert auf Streicher legt. Die orchestralen Elemente arbeiten auf den dramaturgischen Höhepunkt hin, wenn Nikki in "The Chase" auf Dr. X trifft. Es dürfte sich inzwischen herum gesprochen haben, dass Ronnie James Dio die Rolle des Dr. X übernommen hat. Da der Mann wohl nicht anders kann, als gute Arbeit abzuliefern, steht der Song auch außerhalb jeglicher Kritik. Allerdings ist das folgende "Murderer?" verdammt sperrig und versinnbildlicht Nikkis Verwirrung wirklich gut. "Circles" setzt das in Form von Lautmalerei noch fort, ehe mit dem grandiosen "If I Could Change It All" die Melancholie einsetzt und der Protagonist alles und vor allem sich selbst in Frage stellt. Chöre leiten in "An Intentional Confrontation" über, das hauptsächlich von Pamela Moore gesungen wird und den Hauptcharakter kurz vor dem Selbstmord zeigt. "A Junkie's Blues" weist einige Reminiszenzen an den ersten Teil der Saga auf, ist musikalisch gleichzeitig aber auch ein wenig belanglos. Dafür ziehen sie mit "Fear City Slide" die Zügel nochmals an, um auf das ruhige "All The Promises" vorzubereiten, dass den Abschluss der Geschichte markiert. Queensryche machen es einem verdammt schwer. "Operation: Mindcrime II" ist mit Sicherheit das beste Album, das die Band in den letzten Jahren veröffentlicht hat. Das absolute Gänsehaut-Feeling, das der erste Teil bis zur letzten Sekunde erzeugen konnte, kommt hier leider zu selten zum Tragen. Wenn man den direkten Vergleich mit dem Vorgänger aber außer acht lassen kann, ist das durchaus eine gute Scheibe. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2001 | Capitol Records

Wieso legt sich eine Band bewusst die Bürde auf, sich mit ihrem definitiv stärksten Album selbst messen zu müssen? Das ging bei Helloween schon in die Hose und auch Queensryche tun sich sicherlich keinen Gefallen, ihr neues Album "Operation: Mindcrime II" zu taufen. Die Erwartungen an ein Werk mit diesem Namen sind astronomisch, ob jetzt zu Recht, oder zu Unrecht, sei dahin gestellt. Geoff Tate hat im Interview schon ausgesagt, dass die Geschichte um Nikki, Sister Mary und Dr. X für ihn schon immer auf einen zweiten Teil angelegt war, und dass die politische Situation diesen inzwischen rechtfertigt. Das gilt mit Sicherheit auch für die finanzielle Situation, aber wir wollen nicht nur Kalkül unterstellen. Immerhin handelt es sich bei "O:M II" um ein durchaus gutes Album. Umso tragischer, dass schon bei der Einleitung "Freiheit Ouvertüre" auffällt, wie dünn der Sound ist. Was könnte "I'm American" für ein Knallersong sein, wenn die Bässe richtig drücken würden, wenn die Gitarren ein paar Mitten bekommen hätten? Mit Sicherheit ist das einer der härtesten Songs, den die Band in den letzten paar Jahren geschrieben hat, der aber wegen des Sounds leider etwas schwach auf der Brust wirkt. Dafür geizen sie wenigstens nicht mit tollen Melodien, wovon "One Foot In Hell" und das folgende, relativ ruhige "Hostage" zeugen. Auch wenn die Gesangsmelodien von Geoff Tate wirklich außergewöhnlich sind und die Melodieführung der Gitarren mitunter fast schon einschmeichelnd wirken, der fehlende Input von Chris DeGarmo lässt sich nicht leugnen. So fehlt Nummern wie der zweiten Single "The Hands" oder "Speed Of Light" trotz aller guten Ansätze der letzte Schuss der die Songs großartig macht. Verlange ich da nicht ein wenig viel? Vielleicht, aber niemand hat die Jungs aus Seattle gezwungen, das Album "Operation: Mindcrime II" zu nennen. Alles unter genial oder großartig ist da nur halbherzig. "Signs Say Go" ist wieder eine richtig gute Gitarrennummer, während "Re-Arrange You" zunächst mehr Wert auf Streicher legt. Die orchestralen Elemente arbeiten auf den dramaturgischen Höhepunkt hin, wenn Nikki in "The Chase" auf Dr. X trifft. Es dürfte sich inzwischen herum gesprochen haben, dass Ronnie James Dio die Rolle des Dr. X übernommen hat. Da der Mann wohl nicht anders kann, als gute Arbeit abzuliefern, steht der Song auch außerhalb jeglicher Kritik. Allerdings ist das folgende "Murderer?" verdammt sperrig und versinnbildlicht Nikkis Verwirrung wirklich gut. "Circles" setzt das in Form von Lautmalerei noch fort, ehe mit dem grandiosen "If I Could Change It All" die Melancholie einsetzt und der Protagonist alles und vor allem sich selbst in Frage stellt. Chöre leiten in "An Intentional Confrontation" über, das hauptsächlich von Pamela Moore gesungen wird und den Hauptcharakter kurz vor dem Selbstmord zeigt. "A Junkie's Blues" weist einige Reminiszenzen an den ersten Teil der Saga auf, ist musikalisch gleichzeitig aber auch ein wenig belanglos. Dafür ziehen sie mit "Fear City Slide" die Zügel nochmals an, um auf das ruhige "All The Promises" vorzubereiten, dass den Abschluss der Geschichte markiert. Queensryche machen es einem verdammt schwer. "Operation: Mindcrime II" ist mit Sicherheit das beste Album, das die Band in den letzten Jahren veröffentlicht hat. Das absolute Gänsehaut-Feeling, das der erste Teil bis zur letzten Sekunde erzeugen konnte, kommt hier leider zu selten zum Tragen. Wenn man den direkten Vergleich mit dem Vorgänger aber außer acht lassen kann, ist das durchaus eine gute Scheibe. © Laut