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Die Alben

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Metal - Erschienen am 6. März 2020 | Century Media

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Die Party ist vorbei. Packten Body Count auf ihrem Comeback-Album "Manslaughter" noch eine Portion derben Humor in ihren Rap-Metal, ist es damit auf dem Nachfolger "Bloodlust" vorbei. Wohin Ice T heute in den heimischen Staaten auch blickt, er sieht nichts als Elend: eine tief gespaltene Nation voller Rassismus, Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit, die in einen Bürgerkrieg abzudriften droht, während sich die skrupellose Elite einzig um ihr eigenes Wohlergehen kümmert. "Which side you're on when shit pops off?", fragt Ice den Hörer und stellt klar, wo er selbst steht: Hinter einer geladenen Waffe, bereit, auf jeden zu schießen, der es auf ihn abgesehen hat. Die Zeiten sind finster, passend dazu ist die Grundstimmung des Albums gehalten. Mehr Midtempo und mehr Augenmerk auf Atmosphäre, weniger Raserei und Spaßfaktor als auf dem Vorgänger, so lautet der Schlachtplan. Der geht auch weitgehend auf. Etwa im Opener "Civil War", den Megadeth-Mastermind Dave Mustaine als Gastgitarrist veredelt. Nach einer klassisch-apokalyptischen Einleitung mit Sirenengeheul und einer Audiobotschaft der Regierung, die das Inkrafttreten des Kriegsrechts verkündet, arbeitet sich ein hörbar enervierter Ice T an all den Missständen im Land ab. Die Vorliebe der Band für Hardcore und Thrash blitzt ebenfalls auf, aber nur in Form eines kurzen Knüppel-Parts, ehe es wieder schleppend wird. Ein Muster, das auch in anderen Tracks Anwendung findet. Body Count präsentieren sich auf "Bloodlust" in bestechender Form und beweisen, dass die Kombination aus Rap und Riffs auch anno 2017 noch zündet. Dazu trägt neben dem engagierten Frontmann auch Schlagzeuger Ill Will bei: Sein wuchtiger Stil passt einfach wie der viel zitierte Arsch auf den Eimer. Chef-Gitarrist Ernie C muss auch keiner mehr erklären, wie man knackige Riffs zimmert. Spielen die Herren alle ihre Stärken aus, mähen sie alles nieder: "The Ski Mask Way" und "Bloodlust" strotzen vor Kraft, sogar die Chugga-Chugga-Parts funktionieren hier. Die Single "No Lives Matter" ist eine Crossover-Hymne geworden, mit explosivem Refrain und einem MC, der einen regelrecht am Kragen packt. Auf die Lyrics hören ist hier nicht nur eine Option, sondern Pflicht. Das sollte man ohnehin, wenn sich der Pumpgun-Poet realer Probleme annimmt. Zum Beispiel, wenn er im Titeltrack über die dem Menschen ureigene Faszination am Quälen und Töten sinniert. Andernorts sind seine Ansichten zumindest diskutabel. In "No Lives Matter" verbreitet er die These, dass die Mächtigen rassistische Konflikte gezielt nutzten, um so jeden Gedanken an einen Klassenkampf zu verwedeln. Kann man sicher so sehen, aber auch für etwas arg verschwörungstheoretisch halten. Im semi-balladesken "This Is Why We Ride" verklärt der alte Gangster die Auge-um-Auge-Mentalität der Straße, die in einer aufgeklärten Gesellschaft eigentlich obsolet sein sollte. Dem Mann mit der Wumme zu widersprechen, klingt dennoch nach einer schlechten Idee. Wie man dazu auch stehen mag: Die Auseinandersetzung mit solchen Themen ist wesentlich interessanter als reine Gewaltfantasien. Klar, die gehören natürlich ebenso zur Body Count-DNA, doch Einblick ins Innenleben eines Serienmörders haben schon zahllose andere Bands geboten. Musikalisch setzen Ice T und Co. das Konzept in "Here I Go Again" immerhin ansprechend um, mit windschiefen Gitarren, irren Schreien und unheimlicher Erzählstimme: eine kleine, aber feine Horrorstory fürs Kopfkino. Anderes wirkt leider weniger gelungen. Im bereits erwähnten "This Is Why We Ride" etwa verirrt sich die Band mit sanften Gitarren und einer Spoken-Word-Passage kurz in die cheesy Ecke. "God, Please Believe Me" erscheint zu ambitioniert für ein Interlude, aber zu wenig ausgearbeitet für einen Song. Irgendwie halbgar. Den Stampfer "All Love Is Lost" hievt auch Gaströhre Max Cavalera (Soulfly, Cavalera Conspiracy) nicht aus der Mittelmäßigkeit. Randy Blythe hat da mit "Walk With Me …" schon das bessere Los gezogen, weil einmal fast durchgehend hohes Tempo und schneidende Riffs regieren. Ein Wohlfühlprogramm für den Lamb Of God-Shouter, also! Den Bleifuß schnallen sich Body Count natürlich auch für das Slayer-Medley "Raining Blood/Postmortem" an (ja, in dieser Reihenfolge). Musikalisch gerät diese Hommage tadellos, wenngleich damit freilich nichts zu gewinnen ist. Bestenfalls macht es einem bewusst, was Slayer ohne Tom Arayas unnachahmliches Schreien fehlen würde. Doch genug gemäkelt: Auch wenn das Album im Mittelteil etwas nachlässt, bleiben in der Endabrechnung genügend starke Tracks als Gegengewicht übrig. Der Closer "Black Hoodie" zum Beispiel, der einmal mehr Polizeigewalt thematisiert und den Punch eines Rammbocks besitzt. Ice T zetert und schimpft wie ein 20-jähriger Berserker, der Bass rollt, Drums und Gitarrenwände bollern um die Wette. Das berühmte "Sound Of Tha Police" von KRS-One zitiert Ice hier ebenfalls, bloß ist damit keine woop-woopende Polizeisirene gemeint, sondern Schüsse, die die Luft zerschneiden und Leben auslöschen. Wie gesagt: Die Zeiten sind finster. Doch "Bloodlust" stellt sich all dem Scheiß mit breiter Brust entgegen. © Laut
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Metal - Erschienen am 31. März 2017 | Century Media

Die Party ist vorbei. Packten Body Count auf ihrem Comeback-Album "Manslaughter" noch eine Portion derben Humor in ihren Rap-Metal, ist es damit auf dem Nachfolger "Bloodlust" vorbei. Wohin Ice T heute in den heimischen Staaten auch blickt, er sieht nichts als Elend: eine tief gespaltene Nation voller Rassismus, Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit, die in einen Bürgerkrieg abzudriften droht, während sich die skrupellose Elite einzig um ihr eigenes Wohlergehen kümmert. "Which side you're on when shit pops off?", fragt Ice den Hörer und stellt klar, wo er selbst steht: Hinter einer geladenen Waffe, bereit, auf jeden zu schießen, der es auf ihn abgesehen hat. Die Zeiten sind finster, passend dazu ist die Grundstimmung des Albums gehalten. Mehr Midtempo und mehr Augenmerk auf Atmosphäre, weniger Raserei und Spaßfaktor als auf dem Vorgänger, so lautet der Schlachtplan. Der geht auch weitgehend auf. Etwa im Opener "Civil War", den Megadeth-Mastermind Dave Mustaine als Gastgitarrist veredelt. Nach einer klassisch-apokalyptischen Einleitung mit Sirenengeheul und einer Audiobotschaft der Regierung, die das Inkrafttreten des Kriegsrechts verkündet, arbeitet sich ein hörbar enervierter Ice T an all den Missständen im Land ab. Die Vorliebe der Band für Hardcore und Thrash blitzt ebenfalls auf, aber nur in Form eines kurzen Knüppel-Parts, ehe es wieder schleppend wird. Ein Muster, das auch in anderen Tracks Anwendung findet. Body Count präsentieren sich auf "Bloodlust" in bestechender Form und beweisen, dass die Kombination aus Rap und Riffs auch anno 2017 noch zündet. Dazu trägt neben dem engagierten Frontmann auch Schlagzeuger Ill Will bei: Sein wuchtiger Stil passt einfach wie der viel zitierte Arsch auf den Eimer. Chef-Gitarrist Ernie C muss auch keiner mehr erklären, wie man knackige Riffs zimmert. Spielen die Herren alle ihre Stärken aus, mähen sie alles nieder: "The Ski Mask Way" und "Bloodlust" strotzen vor Kraft, sogar die Chugga-Chugga-Parts funktionieren hier. Die Single "No Lives Matter" ist eine Crossover-Hymne geworden, mit explosivem Refrain und einem MC, der einen regelrecht am Kragen packt. Auf die Lyrics hören ist hier nicht nur eine Option, sondern Pflicht. Das sollte man ohnehin, wenn sich der Pumpgun-Poet realer Probleme annimmt. Zum Beispiel, wenn er im Titeltrack über die dem Menschen ureigene Faszination am Quälen und Töten sinniert. Andernorts sind seine Ansichten zumindest diskutabel. In "No Lives Matter" verbreitet er die These, dass die Mächtigen rassistische Konflikte gezielt nutzten, um so jeden Gedanken an einen Klassenkampf zu verwedeln. Kann man sicher so sehen, aber auch für etwas arg verschwörungstheoretisch halten. Im semi-balladesken "This Is Why We Ride" verklärt der alte Gangster die Auge-um-Auge-Mentalität der Straße, die in einer aufgeklärten Gesellschaft eigentlich obsolet sein sollte. Dem Mann mit der Wumme zu widersprechen, klingt dennoch nach einer schlechten Idee. Wie man dazu auch stehen mag: Die Auseinandersetzung mit solchen Themen ist wesentlich interessanter als reine Gewaltfantasien. Klar, die gehören natürlich ebenso zur Body Count-DNA, doch Einblick ins Innenleben eines Serienmörders haben schon zahllose andere Bands geboten. Musikalisch setzen Ice T und Co. das Konzept in "Here I Go Again" immerhin ansprechend um, mit windschiefen Gitarren, irren Schreien und unheimlicher Erzählstimme: eine kleine, aber feine Horrorstory fürs Kopfkino. Anderes wirkt leider weniger gelungen. Im bereits erwähnten "This Is Why We Ride" etwa verirrt sich die Band mit sanften Gitarren und einer Spoken-Word-Passage kurz in die cheesy Ecke. "God, Please Believe Me" erscheint zu ambitioniert für ein Interlude, aber zu wenig ausgearbeitet für einen Song. Irgendwie halbgar. Den Stampfer "All Love Is Lost" hievt auch Gaströhre Max Cavalera (Soulfly, Cavalera Conspiracy) nicht aus der Mittelmäßigkeit. Randy Blythe hat da mit "Walk With Me …" schon das bessere Los gezogen, weil einmal fast durchgehend hohes Tempo und schneidende Riffs regieren. Ein Wohlfühlprogramm für den Lamb Of God-Shouter, also! Den Bleifuß schnallen sich Body Count natürlich auch für das Slayer-Medley "Raining Blood/Postmortem" an (ja, in dieser Reihenfolge). Musikalisch gerät diese Hommage tadellos, wenngleich damit freilich nichts zu gewinnen ist. Bestenfalls macht es einem bewusst, was Slayer ohne Tom Arayas unnachahmliches Schreien fehlen würde. Doch genug gemäkelt: Auch wenn das Album im Mittelteil etwas nachlässt, bleiben in der Endabrechnung genügend starke Tracks als Gegengewicht übrig. Der Closer "Black Hoodie" zum Beispiel, der einmal mehr Polizeigewalt thematisiert und den Punch eines Rammbocks besitzt. Ice T zetert und schimpft wie ein 20-jähriger Berserker, der Bass rollt, Drums und Gitarrenwände bollern um die Wette. Das berühmte "Sound Of Tha Police" von KRS-One zitiert Ice hier ebenfalls, bloß ist damit keine woop-woopende Polizeisirene gemeint, sondern Schüsse, die die Luft zerschneiden und Leben auslöschen. Wie gesagt: Die Zeiten sind finster. Doch "Bloodlust" stellt sich all dem Scheiß mit breiter Brust entgegen. © Laut
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Rock - Erschienen am 10. März 1992 | Rhino - Warner Records

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 1994 | Virgin Records

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Metal - Erschienen am 9. Juni 2014 | Sumerian Records

Booklet
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 1997 | Virgin Records

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Metal - Erschienen am 29. März 2013 | FRW - Flying Dolphin Distributed Labels

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Hard Rock - Erschienen am 4. Oktober 2005 | earMUSIC Classics

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Rock - Erschienen am 1. Januar 1994 | EMI Catalogue

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HI-RES3,49 Fr.
CD2,99 Fr.

Metal - Erschienen am 13. Dezember 2019 | Century Media

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Metal - Erschienen am 17. Februar 2017 | Century Media

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Metal - Erschienen am 24. März 2017 | Century Media

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Metal - Erschienen am 10. März 2017 | Century Media

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Rock - Erschienen am 1. Januar 1994 | EMI Catalogue