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Die Alben

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CD14,49 €

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 9. November 1993 | RCA Records Label

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
"You know what I wanna hear right? / Whatchu wanna hear? / I wanna hear that Wu-Tang joint / Wu-Tang again? / Ahh yeah, again and again!" (Intro zu "Protect Ya Neck"). Immer und immer wieder, Rap auf Repeat, Lyricism auf Endlos-Loop. Wild, grimey, rough rugged and raw schnitten zwischen 1993 und 1998 neun Shaolin-Styler aus Staten Island eine breite Schneise durch den Hip Hop-Shit wie Michi gegen die Gesellschaft und holten mal eben den Championgürtel im Vorbeigehen nach New York zurück. "They had a hell of a run", gestand selbst der göttliche Konkurrent Jay-Z in "A Star Is Born" 2009 ein. Jener Run begann im November 1993 mit dem von Obermönch und Produzent RZA im wahrhaft untergrundigen Keller geschmiedeten Wu-Tang-Schwert "Enter The 36 Chambers". Auf tonnenschwer-aggressiven Beats, hypnotischen Soul-Loops und eingestreuten Kung-Fu-Sounds schwangen neben dem RZA noch die Clansmänner U-God, Method Man, Raekwon, Ghostface Killah, Ol' Dirty Bastard, GZA, Masta Killa und Inspectah Deck ihre Säbel-Skillz, getreu dem Schlachtruf, dem gebrüllten Live-Monster "Wu-Tang Clan Ain't Nuthin Ta Fuck Wit." Doch warum rissen gerade diese Jungs, riss gerade dieses Album alles ein? Pumpten die Hip Hop-Headz trotz Pop-Rap und Puffy-Glamour Anfang/Mitte der 90er nicht lyrischen Boom Bap und cruisenden G-Funk ohne Ende? Gab es von Gang Starr bis EPMD oder dem Death Row-Roster nicht reichhaltige Skillz en Masse? Die Antwort findet sich vielleicht in einer "Nordisch by Nature"-Zeile der Fetten Brote: "Da is für jeden wat dabi wat i spel". Rakim'sche Battle-Lyric trifft auf 5% Brand Nubian-Philosophie. Slick Rick'sches Straßen-Storytelling auf Hardcore-Rap à la Onyx, Chuck D, KRS-One, Ice Cube und Eazy E vereint als homogene Run DMC-Truppe. Und über allem thront eine 2Pac'sche Fuck the World-Attitüde angereichert mit einer großen Portion Humor und cineastischer Übertreibung. Wir ficken alle, egal ob Wack MCs, den Papst, Labels, Gangstas, FBI oder deine Mudda. "Yo, I'm more rugged than slaveman boots / New recruits, I'm fuckin' up MC troops / I break loops, and trample shit, while I stomp!" Die Drums des Openers "Bring Da Ruckus" walzen bereits tonnenschwer durch die Boxen, dröhnen aber trotzdem wie eine Tonne leer, als ob ein Peter Steele im Hinterhof höchstpersönlich auf die Mülleimer hauen würde. Ein Beastie Boys/Mobb Deep-Mash-Up-Monster. Darüber grollen, schreien und spitten die Wu'ler Battle Rap at its best. Allen voran der Genius aka GZA, der den lyrischen Mörderreimen eines Rakim auch später noch mit seinem Soloklassiker "Liquid Swords" am nähesten kommt. "I let it out like diarrhea / Got burnt once, but that was only gonorrhea" RZA kreiert für die vulgar-polternden Phantasien von Weirdo Ol' Dirty Bastard (R.I.P.) auf dem pumpenden Kopfnicker-Tune "Shame On A Nigga" aus Thelonious Monk und Sly Johnson-Samples kleine, hypnotische Piano-Loops und damit genau den punktgenau passenden, uringetränkten Beat-Teppich für Big Baby Jesus. Wie einflussreich der Hofnarr im Shaolin Tempel war, beweisen die durchaus als Reminiszenz durchgehenden Reime vom bekennenden Wu-Fan Lil Wayne auf seinem "Gonorrhea"-Track. "Wu-Tang Killa Beez, we on a swarm / Wu-Tang Killa Beez, we on a swarm" "Clan In Da Front" funktioniert zwar live vor allem dank des mitreißenden Refrains, interessanter ist jedoch rückblickend die erste Erwähnung der Killa Beez. Wie viele Killerbienen zu Hochzeiten durch das Wuniversum schwirrten, ist schwer zu errechnen - die Demonstration der Macht, diese familiäre, fast gangartige Bande machte jedoch gerade für die Halbstarken viel von der Faszination aus. Im richtigen Leben war diese Stärke ein Segen, Probleme in ihrer Homebase Staten Island oder mit anderen Rappern wie 50 Cent konnten daher meist sogar ohne extreme Gewalteskalation beendet werden. Auf der Fluchseite verwässerten die Kolonien von talentierten (Killah Priest, Killarmy) und untalentierten (Northstar, Popa Wu) Rappern jedoch unterm Wu-Symbol den eigenen Brand. "Not knowin, exactly what lied ahead / My little brother, my mother sent him out for bread / Get the Wonder, it's a hot day in the summer / Didn't expect, to come across, a crazy gunner." Nicht jeder erreicht halt die lyrische Intensität eines richtigen Storytellers wie der RZA und Ghostface auf dem traurig-deepen "Tearz". Der Track läuft dank der vielen Aufs Maul-Banger immer ein wenig unter Fernöstlicher Liefen, erzählt aber bildgewaltig die Story, wie die B-Boys in den Projects chillen und mit früheren Ballereien prahlen, als der kleine Bruder vom RZA erschossen wird. Und hier sind sie wieder, das Ying und das Yang, die zwei Seiten der Medaille, die Wu-Tang immer beide gleichberechtigt beleuchtete und zum Teil auch lebte. Kein erhobener Zeigefinger eines KRS-One oder Chuck D, aber eben auch keine ignorante Lobpreisung des Gangster-Lifestyles à la 50 Cent oder Gucci Mane. Gewalt war unsere Lösung, aber wir sind nicht stolz drauf. "Dedicated to the winners and the losers / Dedicated to all jeeps and land cruisers / Dedicated to the Y's, 850-I's / Dedicated to niggas who do drive-bys / Dedicated to the Lexus and the Ax / Dedicated to MPV's phat!" Der Refrain von der entspannten Ghetto-Ballade "Can It Be All So Simple" führt ganz BWL-like die Bandbreite der Zielgruppe vor Augen. Gangster, Gewinner, Verlierer, Pimps, der Wu spricht zu allen und darf fragen "Can It Be All So Simple", denn er ist einer von ihnen. Den Song selbst dominiert das abwechselnde, immer leicht zynisch-ironische, straßengeteerte Storytelling von Rae und Ghost, das der Gemeinde noch Klassiker wie "Only Built For Cuban Linx" und "Ironman" bescherte. Auch hier findet Hova auf "Back In The Day" mit Missy Elliott die richtigen Worte: "Me and Missy be the new Tag Team 'Whoomp! There It Is' We like, Rae & Ghost ..." "I got beef wit commercial-ass niggaz with gold teeth / lampin in a Lexus eatin beef / Straight up and down don't even bother / I got fourty niggaz up in here now, who kill niggaz fathers." Dass der Rae das auch ganz gut alleine kann, die Gangster-Rolle einnimmt und nicht umsonst der anerkannteste Emcee im Clan ist, zeigt sich schon auf dem wieder einmal extrem trocken-treibenden "Da Mystery of Chessboxin'". Street-Slang ("lampin" = chillin'), Wut auf verwässerten Weichei-Sound und Tough Talk, der Chief checkts halt. "Leave it up to me while I be living proof / To kick the truth to the young black youth / But shorty's running wild smokin sess drinkin beer / And ain't trying to hear what I'm kickin in his ear." Dass der Clan keine tumbe Ansammlung einfach gestrickter Häuserschluchtenscheißer ist, zeigt lustigerweise der kommerziellste, weil souligste Song vom Debüt. Auf dem Isaac Hayes sampelnden "C.R.E.A.M" droppt vor allem Inspektah Deck Knowledge, getreu: Each one teach one. Überhaupt representet der Rebel INS als kongenialer Partner in Rhyme auf allen Alben und Gastfeatures die lyrisch hochwertige "Conscinous"-Kammer. Für eine Solokarriere reichte es jedoch leider nie. "Hey, you, get off my cloud / You don't know me and you don't know my style." Ganz im Gegensatz zum Method Man, der auf seinem selbstbetitelten Solo-Hit aktiv charismatisch mit "Platz da, jetzt komm ich"-Mentalität über den hüpfenden Beat flowt. Dem klugen RZA war anscheinend schon damals klar, dass der charismatische Kiffer als einziger der New Yorker so etwas wie sexy Star-Appeal besaß. Zu Recht. "I mean ohh, yo check out the flow / like the Hudson or PCP when I'm dustin / Niggaz off because I'm hot like sauce / The smoke from the lyrical blunt makes me *cough*" Method Man ist es auch, der eine weitere Kernkompetenz der Shaolin-Mönche prägt: das Kiffen. Auf der allerersten Single "Protect Ya Neck" noch zärtlich im Vierzeiler versteckt, frönen alle Wu'ler in ihren Solowerken dem wunderbaren Weed und stellen sich mit dem G-Funk zusammen an die Spitze des Haschisch-Hypes der 90er. Selbst Dr. Dre schwärmte in einem JUICE-Interview von der rauschenden Wirkung dieser Raps während des Rauchens. All die genannten Songs (es fehlen "Wu-Tang: 7th Chamber – Part I und Part II"), diese wahnwitzige Wundertüte der 36 Kammern, kickten neben dem Kiffer eben auch den Breaker, den Punker genauso wie den 3er BMW der kleinstädtischen Casino-Gangster oder den GTI der gegeelten Dorfjugend. Neben 2Pac-Portraits findet sich das Wu-Symbol wohl am häufigsten rund um den Globus auch noch in jeder so gottverlassenen Gegend von Soweto bis Sindelfingen. Mit dem unterschiedlichen Erfolg der eigenen Karrieren und der wachsenden Entwicklung der Egos fiel der Clan nach der Jahrtausendwende jedoch mehr und mehr auseinander. Der Run, der Reality Check der versprochenen Nu World Order, die proklamierte Wu-Revolution scheiterten, mussten scheitern im Laufe der Zeit wie jede Umwälzung mit großen Zielen. Selbst Raekwons sehr gute Alben aus den Jahren 2010/2011 können das Rad nicht mehr zurückdrehen. Für wahre Shaolin-Schüler aber gilt nach wie vor: Wu-Tang Forever. Forever ever. © Laut
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CD17,49 €

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 3. Juni 1997 | LOUD Records

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HI-RES12,59 €
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 13. Oktober 2017 | eOne Music

Hi-Res Booklet
Der Wu-DJ dreht unbeirrt seine Runden. Opa-Status, Trap-Dominanz, Zerfall des Clans und Shkrelis Shaolinsposse tangieren Mathematics nur peripher. Als wäre die Zeit stehen geblieben, bastelt der Rza-Zögling für alle Wu-Fans ein wundersam unaufgeregtes und liebevoll urtypisches Clan-Album zusammen. Rza droppt auf klassisch-gebrochenen Skits seine Juwelen und Kung-Fu-Filmsequenzen unterbrechen immer wieder die frischen, straight und soulig nickenden Beats. Hier eine Zeile, da eine Referenz und unten rum diverse Loops. Mathematics schlägt einen Bogen von den glorreichen Zeiten über die Krisen hin zur Neuzeit, ohne eine Sekunde zu langweilen. Auch wenn er gar nichts neu erfindet und "The Saga Continues" 15 Jahre zu spät erscheint, nähert sich sein fünftes Album (es ist trotz anderer Bezeichnung ein weiteres Mathematics-Solowerk) in Stimmigkeit und Intensität mehr den Wu-Klassikern als dem Mittelmaß von "8 Diagrams" und Co an. Das liegt auch zu einem Großteil an den fürstlich aufgelegten Emcees und dem erfahrenen Einsatz dieser von Coach Math. Bis auf den ewig unzufriedenen Störenfried U-God steppen alle Mitglieder zumindest einmal ans Mic und zerficken es ordentlich. Allen voran Mister Meth. Der flowt nicht nur bei Sway alles in Grund und Boden, im Ausfaden der Wu-Legende schmiedet er mittlerweile die schärfsten Schwerter. Egal ob auf den klassischen Kopfnickern "People Say" und "Frozen" oder dem bluesig-schleppenden Monster "Pearl Harbour", Tical dominiert die Posse-Cuts. Da Mathematics auch der offizielle DJ von Redman ist (als Duo), darf sich das inoffizielle elfte Mitglied Reggie auf "The Saga Continues" austoben. Im Duett mit dem ewig unterbewerteten Inspectah Deck auf "Lesson Learned" oder mit seinem kongenialen Partner-In-Rhyme auf "Hood Go Bang" versprüht er eine solche Energie, dass diese anscheinend ansteckend auf die ganze Truppe wirkte. Raekwon erzählt im hypnotischen "Fast And Furious" intensiv und bildgewaltig wie zu besten "Only Built"-Zeiten eine Drogengeschichte. Selbst der unbekannte Hue Hef hält mit seinem Vers über das Ghettoleben mit. Die größte Überraschung wartet jedoch im besten Track "Why, Why, Why" auf alle alten Säcke. Rza findet nach vielen Jahren gelangweilter Offbeat-Raps sein Mojo wieder. In der ersten Strophe positioniert er sich endlich klar auf der Black Lives Matter-Seite, während er im zweiten Vers die Verfehlungen der eigenen Leute kritisiert. Mathematics bietet ihm für sein Comeback zudem einen eher Reggae-lastigen Beat an, der perfekt zum Flow von Bobby Steele passt. Rza gelingt der wahrscheinlich beste Auftritt vom besten Producer on the mic seit fünfzehn Jahren. Im Jahre 2017 braucht es also vom Wu-Tang Clan kein Autotune oder Anbiederung an Trap-Sounds. Es braucht nicht den großen Wurf und schon gar nicht alle Mitglieder. Es braucht einfach nur ein paar da motherfucking Ruckus und eine Handvoll Beats. The Wu still don’t play. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 21. November 2000 | LOUD Records

Was wurde im Vorfeld nicht alles über das dritte Album des Wu-Tang Clans spekuliert. Wird es eher wie das ungestüme, harte Debut ("Enter the Wu-Tang: Return to the 36 Chambers") oder wie das komplexe, perfekt produzierte "Wu-Tang Forever" klingen? Wie viel Einfluss hatte der Erfolg von Ghostface Killahs Solowerk "Supreme Clientele"? Wer wird dabei sein? Was ist mit Ol' Dirty? Fragen über Fragen, die nur die Scheibe selbst beantworten konnte. Jetzt ist sie da, und alle sind überrascht. Bekannt dafür, in jeglicher Hinsicht unberechenbar zu sein, legt der Clan mit "The W" ein Album vor, das seinesgleichen sucht. Dieses 60-minütige Machwerk wird die Heads diesseits und jenseits des Atlantiks spalten wie Moses das Meer. Begaben sich in letzter Zeit sämtliche Rap-Beatbastler auf die Suche nach dem fettesten Sound und der saubersten Produktion, so setzt der RZA, Kopf und Produzent der Wu-Familie, dem ein rauhes, lebendiges Stück Hip Hop voller Soul und Gefühl entgegen. Er führt den beim "Ghostdog-Soundtrack" eingeschlagenen Weg konsequent fort. Back to the Roots. Jede Bassdrum, jede Snare klingt, als ob sie von einem Schlagzeug aus den 70ern stammt und sorgt gerade durch die rauhe Produktion für Härte. Der Rhythmus wechselt urplötzlich. Die eingestreuten Instrumente und Samples scheinen zerbrechlich und entfalten ihre Tiefe, indem sie meist im Hintergrund wirken. Der gute, alte Soul fließt aus jeder Rille. Mal Reggae/Ragga beeinflusst ("One Blood Under W, Jah World"), mal mit völliger Auflösung der Form ("I Can't Go To Sleep") und dann wieder im Zusammenspiel mit rohem Hip Hop ("Chamber Music, Do You Really"). Abwechslung pur. Die Non-Wu-Artists auf der Platte Redman, Snoop Dogg, Nas und Busta Rhymes fügen sich gut in den Gesamtkomplex ein. Sie werden aber von den Wu-Tangern abgehängt. GZA, Inspektah Deck und Masta Killa, der bald sein Debut droppen wird, sind mit den tiefgründigsten Lyrics am Start und Method Man fließt über die Beats wie Wasser. Ghostface Killah harmoniert mit Chief Raekwon wie zu seligen Cuban Linx-Zeiten - man darf auf Cuban Linx 2000 gespannt sein. Der RZA hält sich diesmal zurück und Ol' Dirty taucht nur im Duett mit Snoop bei "Conditioner" auf. Einzig U-God und Cappadonna fallen etwas ab. Dieses Album ist wieder ein Meilenstein und wird den Hip Hop auf die nächste Ebene heben. Vielleicht werden viele die Dimension dieses Sounds nicht erkennen. Deswegen an alle Jay-Z-DMX-Eminem-Fanatiker: Finger weg. Ihr seid noch nicht so weit. Für den Rest gilt: Genießen und auf sich wirken lassen. © Laut
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CD19,99 €

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 29. Oktober 2013 | Columbia - Legacy

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CD5,99 €

Pop - Erschienen am 5. Dezember 2000 | Epic

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CD9,99 €

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 21. Juli 1998 | Wu Music Group

Auch "under the influence of 36 invasion" sollte man sich nix vormachen: Es ist schon lange nicht mehr alles Gold, das das Fledermaus-Logo trägt. Zu viele mittelprächtige bis schwache Veröffentlichungen entfleuchten in den vergangenen Jahren den 36 Kammern - neben den Perlen und unbestrittenen Meilensteinen, die die Erwartungen dann doch wieder in den Himmel katapultieren. Man darf sich also getrost auf ein neuerliches Wechselbad der Gefühle einstellen, wenn die verbliebenen Herren vom Clan die "Legendary Weapons" zücken. Ein Kung-Fu-Film-Sample zum Einstieg ... nicht gerade überraschend. Der schmuftelige Gitarren-Live-Sound, mit dem "Start The Show" anhebt, schon eher. Der lässt - mit Verlaub - Schlimmes befürchten. Doch dann: Einsatz Raekwon - und alles ist gut. Zu supersmooth groovendem Bass flowt sich der Chef eins. "My roots is steel." Ach, was! Eine, zwei, drei Zeilen später sind die anfänglichen Bedenken in alle Winde zerstreut. "Today I have an opponent that is worthy." Klar, mein Herz blutet noch immer - und wohl auf immerdar - um den gefallenen Wu-Bruder ODB. Ich vermisse GZA, den weithin unterschätzten Meister Masta Killa sowieso. Ich verstehe noch immer nicht wirklich, was den RZA hinter dem Mischpult hervor ans Mikrofon gezogen und warum er sich dort mittlerweile festgebissen hat. Einen richtigen Clan-Track, der mehr als zwei, maximal drei Kollegen zu Wort kommen lässt, würde ich auch mal wieder aushalten. Abgesehen davon gilt, was sich "Laced Cheeba" so zusammensamplet: "Your kung-fu is good. Your magic is good." Sehr im Gegensatz zu der dürftigen Auswahl auf "Chamber Music" befriedigt "Legendary Weapons" selbst Hardcore-Wu-Jünger durchaus. An die Stelle überbordenden Detailreichtums früherer Tage treten schlichte, fast schon minimalistische Beats. Bass, reduzierte Drums und ein paar Akzente genügen, um faszinierend dichte Atmosphären zu erschaffen. Die atmen auch dann noch durchgehend den Geist der 36 Kammern, wenn man die Klingen nicht mehr alle Nase lang, sondern nur noch hin und wieder durch die Lüfte fahren hört. "Diesel Fluid" chillt auf leisen Dubreggae-Anleihen – in derbem Kontrast zu Method Man, Trife Diesel und Cappadonna, die ihre Zeilen kompromisslos wie Handkantenschläge ins Geschehen setzen. "I still know hustling / dope tracks and instrumentals / travel the world": Mit "The Black Diamonds", flankiert von schwermütigem Klavier, liefert Ghostface Killah den Beweis dafür. "Freedom of speech / watch how I reach my potential." Trotz entschlackter Ästhetik bleibt Platz für souligen Gesang von Tre Williams ("Never Feel This Pain"), üppige Bläser-Einsprengsel ("225 Rounds") und zwingende Grooves (wohin man schaut). Inspectah Deck darf gerne ein bisschen antiquierter tönen, U-God - wie eh und je - eine Spur nölig. Für frischen Wind sorgen - neben Noah Rubin, Fizzy Womack und Andrew Kelley an den Reglern - die einmal mehr zahlreich zu Tisch gebetenen Gäste. "My Wu-Tang niggas call me the 36th chamber lyrical miracle, spit with you rap dudes", freut sich Heltah Skeltah-Schwergewicht Sean Price. "Still a rude dude" passt wohl auf niemanden besser als auf M.O.P. Killarmys Killa Sin zieht mit "Drunk Tongue" sogar einen Alleingang durch - und schlägt sich dabei mehr als wacker. "I can't / won't / don't stop, I ain't got an off switch", erläutert Inspectah Deck in "Never Feel This Pain". Erklärt wohl, warum sich der ganze Clan standhaft weigert, sich auf längst errungenen Lorbeeren auszuruhen. Gut so, denn: "Ain't a damn thing changed. Just say the name, bitch: Wu-Tang!" © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 17. Mai 2011 | Wu Music Group

Auch "under the influence of 36 invasion" sollte man sich nix vormachen: Es ist schon lange nicht mehr alles Gold, das das Fledermaus-Logo trägt. Zu viele mittelprächtige bis schwache Veröffentlichungen entfleuchten in den vergangenen Jahren den 36 Kammern - neben den Perlen und unbestrittenen Meilensteinen, die die Erwartungen dann doch wieder in den Himmel katapultieren. Man darf sich also getrost auf ein neuerliches Wechselbad der Gefühle einstellen, wenn die verbliebenen Herren vom Clan die "Legendary Weapons" zücken. Ein Kung-Fu-Film-Sample zum Einstieg ... nicht gerade überraschend. Der schmuftelige Gitarren-Live-Sound, mit dem "Start The Show" anhebt, schon eher. Der lässt - mit Verlaub - Schlimmes befürchten. Doch dann: Einsatz Raekwon - und alles ist gut. Zu supersmooth groovendem Bass flowt sich der Chef eins. "My roots is steel." Ach, was! Eine, zwei, drei Zeilen später sind die anfänglichen Bedenken in alle Winde zerstreut. "Today I have an opponent that is worthy." Klar, mein Herz blutet noch immer - und wohl auf immerdar - um den gefallenen Wu-Bruder ODB. Ich vermisse GZA, den weithin unterschätzten Meister Masta Killa sowieso. Ich verstehe noch immer nicht wirklich, was den RZA hinter dem Mischpult hervor ans Mikrofon gezogen und warum er sich dort mittlerweile festgebissen hat. Einen richtigen Clan-Track, der mehr als zwei, maximal drei Kollegen zu Wort kommen lässt, würde ich auch mal wieder aushalten. Abgesehen davon gilt, was sich "Laced Cheeba" so zusammensamplet: "Your kung-fu is good. Your magic is good." Sehr im Gegensatz zu der dürftigen Auswahl auf "Chamber Music" befriedigt "Legendary Weapons" selbst Hardcore-Wu-Jünger durchaus. An die Stelle überbordenden Detailreichtums früherer Tage treten schlichte, fast schon minimalistische Beats. Bass, reduzierte Drums und ein paar Akzente genügen, um faszinierend dichte Atmosphären zu erschaffen. Die atmen auch dann noch durchgehend den Geist der 36 Kammern, wenn man die Klingen nicht mehr alle Nase lang, sondern nur noch hin und wieder durch die Lüfte fahren hört. "Diesel Fluid" chillt auf leisen Dubreggae-Anleihen – in derbem Kontrast zu Method Man, Trife Diesel und Cappadonna, die ihre Zeilen kompromisslos wie Handkantenschläge ins Geschehen setzen. "I still know hustling / dope tracks and instrumentals / travel the world": Mit "The Black Diamonds", flankiert von schwermütigem Klavier, liefert Ghostface Killah den Beweis dafür. "Freedom of speech / watch how I reach my potential." Trotz entschlackter Ästhetik bleibt Platz für souligen Gesang von Tre Williams ("Never Feel This Pain"), üppige Bläser-Einsprengsel ("225 Rounds") und zwingende Grooves (wohin man schaut). Inspectah Deck darf gerne ein bisschen antiquierter tönen, U-God - wie eh und je - eine Spur nölig. Für frischen Wind sorgen - neben Noah Rubin, Fizzy Womack und Andrew Kelley an den Reglern - die einmal mehr zahlreich zu Tisch gebetenen Gäste. "My Wu-Tang niggas call me the 36th chamber lyrical miracle, spit with you rap dudes", freut sich Heltah Skeltah-Schwergewicht Sean Price. "Still a rude dude" passt wohl auf niemanden besser als auf M.O.P. Killarmys Killa Sin zieht mit "Drunk Tongue" sogar einen Alleingang durch - und schlägt sich dabei mehr als wacker. "I can't / won't / don't stop, I ain't got an off switch", erläutert Inspectah Deck in "Never Feel This Pain". Erklärt wohl, warum sich der ganze Clan standhaft weigert, sich auf längst errungenen Lorbeeren auszuruhen. Gut so, denn: "Ain't a damn thing changed. Just say the name, bitch: Wu-Tang!" © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 18. Dezember 2001 | LOUD Records

"Wutang Again And Again", brüllten in den Jahren 93-94 die Hip Hop-Headz rund um den Globus, als der Clan mit dem Debut "Enter The 36 Chambers" der Rapwelt seinen Stempel aufdrückte. Das zweite Album "Wutang Forever" war dagegen vom Slogan "Wutang-Fans aller Länder vereinigt euch" geprägt. Ein zeitloses Doppelalbum, welches auch noch 2002 Maßstäbe setzen würde. Doch der größenwahnsinnige Plan der World Domination und der Nu Wu-Order musste scheitern. Schuld daran war der logische Wu-Sound-Overkill. Zudem ist kein Musikgenre so schnelllebig in Sachen Sympathie und Fame wie das Rapgame. Auch oder gerade deswegen machte man 2000 mit dem dritten Album "The W" bewusst einen musikalischen und konzeptionellen Schnitt. Der Sound wurde wieder etwas rauher, lebendiger und die Reime etwas einfacher. Die Jungs klangen einfach wieder hungriger als die Jahre zuvor. Zwar verkaufte sich die Platte in den USA über eine Million Mal und auch bei uns war "The W" im Zuge der Single "Gravel Pit" ein voller Erfolg, doch nicht wenige Headz jenseits des Atlantiks wanden sich von den Wu's ab. Pünktlich zu Weihnachten steht jetzt mit "Iron Flag" ein neues Wu-Album in den Läden, auf dem das überarbeitete und ergänzte Restmaterial der "The W"-Session verwendet wird (auch das Coverartwork stammt noch vom letzten Jahr). Es sei mal dahingestellt, ob die plötzliche Veröffentlichung nun von Loud erzwungen wurde oder ob noch so extrem viele Beats auf Halde lagen. Vielleicht spielen auch die sinkenden Verkaufszahlen eine Rolle, wer weiß. Fakt ist, dass sich der Wu-Tang Clan anscheinend der Schnelllebigkeit anpasst und genauso wie DMX, Jay-Z und Konsorten jetzt im Jahreszyklus Platten der gesamten Truppe veröffentlichen will. Fakt ist aber auch, dass die Qualität dieser Scheibe nicht darunter gelitten hat. Ganz in Gegenteil, "Iron Flag" ist ein Hammeralbum geworden und das liegt nicht nur an den Kung Fu-Samples, die wieder verstärkt zum Einsatz kommen. Beattechnisch sowie lyrisch besser bzw. fresher als der Vorgänger ordnet es sich auf der Klassikerskala locker zwischen den ersten zwei Werken ein. So legt das Album auch gleich furios los, wie man es vom Produzenten Rza gewohnt ist. Das Intro ist bewusst kurz gehalten, ein tighter Beat, ein paar einleitende Verse sowie ein John Wu-Filmzitat müssen reichen, denn danach bricht das pure Chaos "In The Hood" aus. Stampfende Drums, Fanfaren, schneidende Scratches, aufheulende Sirenen, Kindergeschrei, Geballere, harte Straßenlyrik und Raggamuffin-Barde Suga Bang Bang im Refrain sind die Zutaten für großes Ghettokino im Songformat. Ohne Verschnaufpause gehts auch weiter: die wu'schen "Rules" werden aufgestellt. DJ Allah Mathematics hat einen Premier-artigen Beat zusammengebastelt, der im Refrain eine wilde Scratch-Orgie um das altbekannte "Wutang Wutang"-Gebrüll aufweist. Aussage: "Wir sind zurück, und egal ob Bin Laden oder Emcee, Watch your back and protect your neck, wenn du nicht mit uns bist." In eine ähnliche Kerbe haut auch noch die erste 12" mit den Songs "Uzi (Pink Ring)" und "Ya'll Been Warned". Bei ersterem geht mit verschachtelten Old School-Drums und Trompeten förmlich die (L)Uzi ab, während letzteres mit einem groovenden Gitarrenloop nach vorne prescht. Lyrischer Sieger der beiden Stücke ist eindeutig Inspektah Deck, der im Verbund mit dem Gza ohnehin fast das ganze Album dominiert. Doch auch die Jungs aus der zweiten Reihe wie Masta Killa oder U-God stellen ihr Talent zur Schau. Was das Album aber so interessant und gut macht, ist zweifelsohne seine Vielfalt. So findet man Verweise auf so ziemlich jede Phase der Wu- und Hip Hop-Geschichte. "Chrome Wheels" beispielsweise ist eine G-Funk-Reminiszenz. Rza wildert hier in Form seines Alteregos Bobby Digital erfolgreich in Dr. Dre-Gefilden und übertrifft mit dem grandiosen Refrain den Westcoast-Meister sogar noch. Auf "Soul Power" zeigt sich der Clan dann von seiner politischen Seite. Mit Public Enemy-Pausenclown Flava Flav wird die Geschichte der Schwarzen thematisiert. Der verschachtelte Beat hätte auch auf "The W" seinen Platz gefunden. Noch weiter in die Wu-Vergangenheit zurück führen uns die Songs "Iron Flag", "Babies" und "Back In The Game". Der Titeltrack lehnt sich mit einem gepitchten Vocal-Cut anfangs stark ans legendäre "Shadowboxin" von Gza's 95er "Liquod Swords" an, nur um sich dann nach kurzer Zeit mit zirpenden Streichern hypnotisch in deine Gehirnwindungen zu bohren. Dagegen bilden die beiden anderen Stücke das jeweilige moderne Pendant zu den Wu-Klassikern "Cream" bzw. "Can It Be All So Simple" vom 94er Debut. Soul pur. Trotz der vielen Style-Referenzen passt soundmäßig alles zusammen, dem Rza sei Dank, der es wieder mal geschafft hat, ein in der Atmosphäre stimmiges Album zu kreieren. Und es sollte euch nicht wundern, wenn er noch die eine oder andere Überraschung auf Lager hat, die hier aber nicht verraten wird. Hört selbst, denn es lohnt sich. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 18. Oktober 2005 | Babygrande Records

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 26. Oktober 2004 | NITRON concepts

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CD7,99 €

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 12. April 2011 | Think Differently Music

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 12. März 2004 | Sanctuary Records

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 28. November 2014 | Asylum - Warner Records

In der Mitte macht es vorsichtig klick-klick: "Miracle" bildet das Herzstück des sechsten Clan-Albums und ein eigener Akt. Der RZA sieht sich nicht mehr nur als Produzent, er ist der Regisseur, die Emcees seine Schauspieler und das Album seine Rap-Oper. Sein "Tommy". Oder wie es Masta Killa rappt: "Alive, seen things from the Godfather saga / A Martin Scorsese classic and I'm the author / Drama at the opera." Hier geht es um weit mehr, als um das Abspulen von Banger-Musik. "A Better Tomorrow" verlegt die Wu-Mansion nun auch musikalisch nach Hollywood und deckt das komplette bisherige Schaffen der Staten Island-Emcees ab. Der Song beginnt mit einer ultra-eingängigen Hookline, deren kristallklare Intonation in den Foren wahlweise als Disney-Titelmelodie à la Aladin ("Wu-Tang is for the children", gell?) oder von gütig gesonnen Zeitgenossen als japanische C-Movie-Untermalung bezeichnet wird. "If a miracle, could save us from / The travesty, that we've become / If a million sons would stand as one / We will overcome, overcome." Trotz Disney, der Inhalt geißelt allein mit diesen paar Worten zum einen die eigenen Schwächen der Gruppe, nicht immer als eine Familie zusammenzuhalten, und zum anderen die Black On Black-Crimes, die verpassten Möglichkeiten der afroamerikanischen Community. Diggt man noch tiefer, schlägt der RZA hier subtil gar die Brücke zu "Can It All Be Simple" vom Debüt. Mit einem zuckersüßen Singsang. Skandal! Der folgende Vers von Inspektah Deck könnte daher nicht heftiger einschlagen: "The whole world trippin', listen it's still a cold world / The other day I had to bury my homegirl." Kalt, eiskalt. Das ganze Leben, die Liebe entweicht in zwei Zeilen. Der Beat pumpt dabei mit dicker Live-Snare, hart und pathetisch, während neben dem Rebel noch Raekwon und Masta Killa ihre Verse auf den Punkt droppen. Da sich auch eine Oper nicht monoton zu Tode loopt, drehen sich Beat und Hook zum Schluss noch einmal um 180 Grad. Erst liefert Ghost eine ähnlich emotionale Performance wie bei "I Can't Go To Sleep" ab, und im Hook wird aus Disney ein krachig rockiges Sci-Fi-Drama. Produziert wurde der Track von Killarmys 4th Disciple, neben DJ Mathematics der einzige Beatbastler, den der RZA auf Wu-Scheiben auf Dauer neben sich duldet. Andere Egos à la Kanye waren trotz vielfachen Fan-Wunsches bei den Crew-Werken nicht zugelassen. Alle Beteiligten müssen seiner Vision folgen, auch wenn diese sich mittlerweile weit weg von den Straßen Staten Islands bewegt. Irgendwo zwischen Broadway, Traumfabrik, Universum und Avantgarde sieht er sich und seinen Wu. Wie anders lässt sich erklären, dass er auf einem Album seine gesamte Historie zitiert, sich nach den Sample-Orgien zum Karrierestart durchs bloße Covern von Soul-Standards mit den Ikonen versöhnt und erst wie Hudson Mohawke, dann wie Yeezus klingen möchte? Von den Beatles und Prog Rock-Anleihen ganz zu schweigen. Der RZA sprengt Grenzen und verliert dabei zuweilen seine Emcees. Im Opener "Ruckus In B-Minor" ändert er den Beat für jeden Rapper, insgesamt sechs Mal. Das ist pompöser Tarantino-Style. Die Jungs am Mic? Nur noch Beiwerk. Die Egos? Entkleidet und gedrosselt, obwohl die Verse teilweise Top-Level sind. Der GZA klang wohl seit 1995 nicht mehr so hungrig, Method Man findet seine Hook-Game wieder. Trotzdem: ein "form like voltron" ist und bleibt Rap-Geschichte. Der Clan ist ein Mythos und kommt 2014 genau so weit, wie der Abbott ihn tragen (und seine Freunde und Verwandten überzeugen) kann. Es war immer der RZAs Vision, seine Seele, seine Kunst, sein Sound, sein Konzept und sein Business. Das war 1993 in seinem Keller so, das war 1997 in seiner Wu-Mansion so, und erst recht bei "The W" bzw. der folgenden Leftover-Platte "Iron Flag", von "8 Diagrams" ganz zu schweigen. Ohne das Engagement vom RZA kein Wu-Tang Clan. Eine Sache jedoch ist anders, im 21. Jahre des Clans: Der RZA hat endlich wieder ein stimmiges Album produziert, dass seinen Reiz erst nach diversen Durchgängen entfaltet. Manche mögen sich erinnern, wie viele Heads 1997 enttäuscht waren vom "Forever"-Album. Zu klar, zu seicht, nicht hart und düster genug, so lauteten damals die Vorwürfe. In der Retrospektive jedoch finden selbst Nerds kein zeitloser produziertes Meisterwerk, auf dem man auch noch beim dem 2385sten Mal neue Facetten und Verse entdeckt. Die folgenden "The W" und "Iron Flag" sind gut und "8 Diagrams" leidet noch heute hörbar unter der fehlenden Konzentration RZAs. "A Better Tomorrow" jedoch sieht nicht nur der sonst kritische Ghostface als bestes Werk seit "Wu-Tang Forever". Zurecht. In "Felt" kriecht RZA-Alter Ego Bobby Digital wieder aus dem Kong und frickelt rasende Synthie-Snares, Piano-Loops und eine Gänsehaut-Hook verquer ineinander, während sich Ghost an seine guten, alten Nonsense-Verse erinnert: "I felt like it was the end of a dynasty / Like I was fighting a clique of five Chinese thieves / Karate slippers with slip ons so I kept slippin' / The floor was too smooth felt like I couldn't catch a grip in." Mathematics "40th Street" ist eine Art "Gravel Pit" für Queen-Fans, leider - wie so oft bei Produktionen des Wu-DJs – schwach auf der Snare. Besser macht es "Mistaken Identity". Live-Drums und 70er-Pop-Harmonien klicken wesentlich mehr als alles von "8 Diagrams". "Hold The Heater" ist ein klassisch straighter, Hook-loser Wu-Banga von 1997. "Crushed Egos" von Adrian Younge – vergleichbar mit seinen "12 Reasons"-Produktionen - überzeugt vor allem mit Raekwons Reminiszenz an ODB: "Meetings in the Vatican, drinkin' scotch with the Muscle Milk / Praises go to Ason, the dynasty Mr. Russell built." Und natürlich mit der Selbstironie im Refrain: "Egos are somethin' that the Wu-Tang crush / These stupid jealous niggas, y'all 'bout to get rust." Auch "Pioneer The Fronteer" mit einen vollkommen durchgeknallten Wu-Beatgerüst und Dusthead-Lyrics vom RZA ("In the valley of San Fernando / Found Q-Tip's wallet in El Segundo") und das tief ins Dunkel der Nacht eintauchende "Necklace" gefallen. Das Album läuft dabei so stimmig ineinander über, dass selbst die etwas enttäuschende erste Single "Keep Watch" mit ihrem Westcoast-Groove und der extrem optimistische Altherren-Soul mit Live-Feeling auf "Preacher's Daughter" und "A Better Tomorrow" funktionieren. Das ist eben auch Zielgruppenmusik. Vor allem zum Titeltrack können die Wu-Fanatics nun auch auf ihrer Silberhochzeit tanzen, ohne negativ aufzufallen. Unnötig zu erwähnen, dass die Emcees mit Ausnahmen von einigen Cappadonna-Versen auch hier wieder ihr A-Game abliefern. Den wunderbaren, romantischen Familienfilm rundet dann die "Wu Reunion" gebührend und positiv als Happy End ab. Die Wu-Fam sitzt am Tisch, isst, genießt den Zusammenhalt und lacht über die eigenen Kinder an den Nachbartischen. "My seeds grow and his seeds marry his seeds / My seeds grow and his seeds marry his seeds / That's how we keep Wu-Tang forever, baby." © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 3. Juli 2001 | Wu Music Group

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 23. März 1999 | Wu Music Group

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 22. September 2008 | Mercury Studios

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 30. Juni 2009 | eOne Music

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 14. April 2009 | Babygrande Records

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Pop - Erschienen am 26. Juli 2011 | eOne Music

Auch "under the influence of 36 invasion" sollte man sich nix vormachen: Es ist schon lange nicht mehr alles Gold, das das Fledermaus-Logo trägt. Zu viele mittelprächtige bis schwache Veröffentlichungen entfleuchten in den vergangenen Jahren den 36 Kammern - neben den Perlen und unbestrittenen Meilensteinen, die die Erwartungen dann doch wieder in den Himmel katapultieren. Man darf sich also getrost auf ein neuerliches Wechselbad der Gefühle einstellen, wenn die verbliebenen Herren vom Clan die "Legendary Weapons" zücken. Ein Kung-Fu-Film-Sample zum Einstieg ... nicht gerade überraschend. Der schmuftelige Gitarren-Live-Sound, mit dem "Start The Show" anhebt, schon eher. Der lässt - mit Verlaub - Schlimmes befürchten. Doch dann: Einsatz Raekwon - und alles ist gut. Zu supersmooth groovendem Bass flowt sich der Chef eins. "My roots is steel." Ach, was! Eine, zwei, drei Zeilen später sind die anfänglichen Bedenken in alle Winde zerstreut. "Today I have an opponent that is worthy." Klar, mein Herz blutet noch immer - und wohl auf immerdar - um den gefallenen Wu-Bruder ODB. Ich vermisse GZA, den weithin unterschätzten Meister Masta Killa sowieso. Ich verstehe noch immer nicht wirklich, was den RZA hinter dem Mischpult hervor ans Mikrofon gezogen und warum er sich dort mittlerweile festgebissen hat. Einen richtigen Clan-Track, der mehr als zwei, maximal drei Kollegen zu Wort kommen lässt, würde ich auch mal wieder aushalten. Abgesehen davon gilt, was sich "Laced Cheeba" so zusammensamplet: "Your kung-fu is good. Your magic is good." Sehr im Gegensatz zu der dürftigen Auswahl auf "Chamber Music" befriedigt "Legendary Weapons" selbst Hardcore-Wu-Jünger durchaus. An die Stelle überbordenden Detailreichtums früherer Tage treten schlichte, fast schon minimalistische Beats. Bass, reduzierte Drums und ein paar Akzente genügen, um faszinierend dichte Atmosphären zu erschaffen. Die atmen auch dann noch durchgehend den Geist der 36 Kammern, wenn man die Klingen nicht mehr alle Nase lang, sondern nur noch hin und wieder durch die Lüfte fahren hört. "Diesel Fluid" chillt auf leisen Dubreggae-Anleihen – in derbem Kontrast zu Method Man, Trife Diesel und Cappadonna, die ihre Zeilen kompromisslos wie Handkantenschläge ins Geschehen setzen. "I still know hustling / dope tracks and instrumentals / travel the world": Mit "The Black Diamonds", flankiert von schwermütigem Klavier, liefert Ghostface Killah den Beweis dafür. "Freedom of speech / watch how I reach my potential." Trotz entschlackter Ästhetik bleibt Platz für souligen Gesang von Tre Williams ("Never Feel This Pain"), üppige Bläser-Einsprengsel ("225 Rounds") und zwingende Grooves (wohin man schaut). Inspectah Deck darf gerne ein bisschen antiquierter tönen, U-God - wie eh und je - eine Spur nölig. Für frischen Wind sorgen - neben Noah Rubin, Fizzy Womack und Andrew Kelley an den Reglern - die einmal mehr zahlreich zu Tisch gebetenen Gäste. "My Wu-Tang niggas call me the 36th chamber lyrical miracle, spit with you rap dudes", freut sich Heltah Skeltah-Schwergewicht Sean Price. "Still a rude dude" passt wohl auf niemanden besser als auf M.O.P. Killarmys Killa Sin zieht mit "Drunk Tongue" sogar einen Alleingang durch - und schlägt sich dabei mehr als wacker. "I can't / won't / don't stop, I ain't got an off switch", erläutert Inspectah Deck in "Never Feel This Pain". Erklärt wohl, warum sich der ganze Clan standhaft weigert, sich auf längst errungenen Lorbeeren auszuruhen. Gut so, denn: "Ain't a damn thing changed. Just say the name, bitch: Wu-Tang!" © Laut