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Die Alben

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Folk - Erschienen am 1. Januar 1988 | Elektra Records

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Am 11. Juni 1988 erweist sich Stevie Wonder als wahre Drama Queen. Über Wochen hinweg war er für die Veranstalter des "70th Birthday Tribute Concert" für den damals noch inhaftierten Nelson Mandela nicht zu erreichen. Als ihm langsam bewusst wurde, welche Rolle der Abend weltweit spielt, fragte er drei Tage vor dem Event kurzfristig nach, ob sich nicht doch noch ein Platz für ihn finden ließe. Kurz vor seinem Auftritt wird ihm allerdings die Festplatte mit der Programmierung für sein Synclavier geklaut. Schon auf dem Weg zur Bühne, dreht Wonder wieder um, verlässt weinend das Stadion, und im Programm klafft eine 25-minütige Lücke. Tracy Chapman, die die Menschen bereits am Mittag mit ihrer Anti-Apartheid-Hymne "Talkin' 'Bout A Revolution" in ihren Bann gezogen hatte, springt mit ihren Songs "Fast Car" und "Across The Lines" spontan ein. "In jenem Moment musste ich auf die Bühne rennen und zog mein Gitarrenkabel hinter mir her. Wenn ich mir die Aufnahme heute anschaue, sehe ich, wie unvorbereitet ich war. Der Vorteil: Für Lampenfieber hatte ich schlicht keine Zeit." Ihr Debüt, das sich in den zwei Monaten zuvor ordentliche 250.000 Mal verkauft hatte, geht allein in den folgenden zwei Wochen eine Million Mal über die Ladentische. Bis heute kamen weitere neunzehn Millionen abgesetzte Einheiten hinzu. In der Amtszeit Ronald Reagans stoßen ihre in Folk gebetteten Texte auf offene Ohren. Chapman singt von Armut, Unrecht, Rassenhass, Existenzangst und den Wirrungen der Liebe und schwingt sich damit zur Ikone eines neuen politischen Bewusstseins empor. Emotional und authentisch trägt sie ihre Zeilen mit ihrer unverkennbaren Stimme vor. Ein Jahr zuvor beeindruckte die noch unbekannte Tracy Chapman so auch Brian Koppelmann, der wie sie die Tufts University in Medford besucht hatte. Nachdem er sie bei einem Café-Besuch live erlebte, wollte er sie umgehend seinem Vater Charles vorstellen, dem Produzenten und Mitbegründer von SBK Entertainment World. "Er meinte, sein Vater sei ein wichtiger Manager im Musikbusiness und könne mir helfen, einen Plattenvertrag zu bekommen. Das wollte ich aber gar nicht. Ich wollte lieber weiter studieren, meinen Master in Anthropologie machen und mir dann einen Job suchen", erzählte die Singer/Songwriterin 2017 in einem Interview mit Spiegel Online. Sowohl Chapman als auch der junge Koppelmann blieben hartnäckig. Er setzte sich bei ihren Shows in die erste Reihe, und sie wollte für ihn kein Demo aufnehmen. Schließlich fand er jedoch eine Aufnahme von "Talkin' 'Bout A Revolution" bei der Tufts Radio Station. Kurz stibitzt, ab zu Paps, und etwas später lag ein unterschriftsreifer Elektra Records-Vertrag vor Tracy. Nach den letzten Jahren voller hochtoupierter Frisuren, Schulterpolster, Yamaha DX7 und Gated Reverb lechzte Charles Koppelmann nach einem Gegenentwurf. Die Vorstellung, Lieder so schlicht wie irgendwie möglich zu gestalten, verbanden ihn, Chapman und Produzent David Kershenbaum (Joe Jackson, Supertramp, Duran Duran). "In der Industrie bekamen sie das Gefühl, die Leute seien langsam von allem gelangweilt, das gerade rauskommt, und könnten vielleicht wieder gewillt sein, auf Texte zu achten und jemandem zuzuhören, der etwas zu sagen hat", erinnert sich Kershenbaum. Für acht Wochen fand sich die aus der Arbeiterstadt Cleveland kommende Tracy im für sie so fremden Hollywood im Powertrax Studio ein. Letztlich erinnert nur manche klebrige Keyboardschicht oder Snare-Hall an das Jahrzehnt, in dem "Tracy Chapman" entstand. Indem sich das Album so weit wie möglich von den in jener Zeit gängigen Aufnahmen abgrenzte, erschuf Chapman einen zeitlosen Klassiker. Stets stehen sie und ihre Texte im Vordergrund, die sich im Booklet in fünf verschiedenen Sprachen wiederfinden: auf Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch und Deutsch. Das perfekte Umfeld für ihren von Bob Dylan, Joan Baez, Joni Mitchell, Simon & Garfunkel und Joan Armatrading inspirierten Folk. Welche Auswirkungen das zurückhaltende Arrangement und Chapmans Darbietung haben, zeigt die gefühlvolle Ballade "Baby Can I Hold You". Ein sentimentaler Song darüber, wie schwer es uns oft fällt, uns zu entschuldigen, dem anderen unsere Gefühle zu gestehen, schlichtweg die richtigen Worte zu finden. Nah am Kitsch, doch in dieser Version einfach schön und ergreifend. Tracys verletzliche Stimme verleiht dem Stück noch mehr Schmerz und Tiefe, als es eigentlich besitzt. Wie schnell das auch ganz anders wirken kann, offenbart sich im 1999 erschienen und von Bläsern und Streichern überfrachteten Boyzone-Cover. In deren Händen verwandelt sich die ursprüngliche Empfindsamkeit in schmalzigen Ramsch. Dreißig Jahre später haben die Lyrics erschreckenderweise nur wenig von ihrer Aktualität verloren, zum Teil sogar hinzugewonnen. Das bereits 1985 geschriebene "Across The Lines" handelt von Rassentrennung und lässt sich ohne weiteres auf die 2014er Race Riots in Ferguson und Baltimore übertragen. "Choose sides / Run for your life / Tonight the riots begin / On the back streets of America / They kill the dream of America." Gleichzeitig webt Chapman das Thema victim blaming in ihren Text ein. "Little black girl gets assaulted / Don't no one know her name / Lots of people hurt and angry / She's the one to blame." "Mountains O' Things" erhält seine unverkennbare Farbe durch Paulinho Da Costas Percussions. Dazu singt Tracys vom kalten Konsumismus, von der ewigen Geschichte von Arm und Reich und der immer weiter auseinanderklaffenden Schere zwischen beiden. "The life I've always wanted / I guess I'll never have / I'll be working for somebody else / Until I'm in my grave / I'll be dreaming of a live of ease / And mountains / Oh mountains o' things." Nach der Hälfte dreht sie geschickt die Perspektive: "Mostly I feel lonely / Good good people are / Good people are only / My stepping stones / It's gonna take all my mountains o' things / To surround me / Keep all my enemies away / Keep my sadness and loneliness at bay." Klingt beides nicht sonderlich erstrebenswert. "Fast Car" mag auf den ersten Blick von Liebe handeln, doch hauptsächlich steht die Sehnsucht nach einem besseren Leben, nach einem Neustart und nach dem Entkommen aus dem grauen Alltag im Mittelpunkt. Ein Ausweg, weg vom unterbezahlten Job und dem die Protagonistin umgebenden Alkoholismus. Doch egal, wohin die Reise auch führt: Nichts ändert sich. Nahezu blind klammert sie sich an den kurzen, vollkommenen Moment der Hoffnung: "So remember we were driving, driving in your car / Speed so fast I felt like I was drunk / City lights lay out before us / And your arm felt nice wrapped 'round my shoulder / I had a feeling that I belonged / I had a feeling I could be someone, be someone, be someone." Chapman gelingen Texttiefe und Charakterzeichnung, wie man sie sonst von Bruce Springsteen kennt. Obwohl der Refrain erst nach genau zwei Minuten einsetzt, erhielt "Fast Car" massives Airplay und wurde neben "Give Me One Reason" vom "New Beginning"-Album zu ihrem größten Erfolg. Bereits mit dem zweiten Longplayer "Crossroads" schrumpfte die Anfangshysterie, die Tracy Chapmans Debüt begleitete, wieder auf Normalmaß. Eine Gegebenheit, die der Sängerin entgegen kommt, die mit dem großen Erfolg eher haderte und sich vor einem kleineren Publikum weitaus wohler fühlt: "Aus Ruhm mache ich mir nichts. Ich stehe nicht gern im Mittelpunkt – außer wenn ich auf der Bühne meine Lieder singe." Acht Studiowerke umfasst ihre Diskografie. Ihr letztes Werk "Our Bright Future" erschien 2008, die letzte Tour absolvierte sie 2009. Doch dieser eine Auftritt im Sommer 1988 hallt nach, wird zur Prophezeiung. "'Cause finally the tables are starting to turn / Talkin' 'bout a revolution", singt sie im ebenso leisen wie unfassbar lauten "Talkin' 'Bout A Revolution". Am 11. Februar 1990 kommt Mandela frei, 1994 wird er Südafrikas erster schwarzer Präsident. Stevie Wonder kehrt am späten Abend zum "Nelson Mandela 70th Birthday Tribute" zurück und singt "I Just Called To Say I Love You". © Laut
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Folk - Erschienen am 20. November 2015 | Rhino - Elektra

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, als Tracy Chapman 1988 über Elektra ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlichte. Zuvor hatte die US-Amerikanerin Straßenmusik gemacht und in Cafés und Folkclubs gespielt. Ihr Longplayer aber katapultierte sie ohne Umschweife in die erste Reihe der Singer/Songwriterinnen. Folk-Pop, gleichermaßen introspektiv wie durch und durch politisch, traditionsbewusst und doch vorwärts gewandt, im Jetzt verwurzelt: Nicht nur ein stetig wachsendes Publikum goutierte Chapmans Songs of Conciousness, auch Kritiker und Juroren zeigten sich überzeugt. Gleich drei Grammy Awards heimste sie mit ihrem Debüt ein: einen für das Album des Jahres, einen als beste Künstlerin und einen für die erste Singleauskopplung "Fast Car" in der Kategorie "Best Female Pop Vocal Performance". Acht Studioalben führt die Diskografie der Sängerin heute, ihr letztes Werk "Our Bright Future" erschien 2008, die letzte Tour absolvierte Chapman 2009. Während neues Material und eine neue Tournee weiterhin auf sich warten lassen, erscheint nun mit "Greatest Hits" nach "The Collection" von 2001 bereits die zweite Werkschau. Gemeinsam mit David Kershenbaum, der ihre ersten drei Alben produzierte, remasterte Chapman die Stücke allesamt und brachte somit nicht nur ihr Frühwerk, sondern auch ihre aktuelleren Sachen auf den neuesten klanglichen Stand. Gerade der Vergleich mit dem Sound der in den 1980er Jahren aufgenommen Alben zeigt deutlich, dass die Stücke unter Zuhilfenahme moderner Technik deutlich klarer und ein wenig lauter klingen, ohne an Dynamik zu verlieren. Chapman wählte die Tracks selbst aus. Sie legte dabei das Gewicht auf ihre frühen Alben: "Tracy Chapman" (1988), "Crossroads" (1989) und "New Beginnings" (1995) sind mit je drei Stücken vertreten. "Talkin' Bout A Revolution" fehlt natürlich ebenso wenig wie "Baby Can I Hold You" und "Fast Car". Auf chronologische Reihenfolge legte Chapman beim Erstellen der Tracklist keinen Wert. Viel mehr sollte die Dramaturgie der Stücke in einem neuen Kontext funktionieren. So beginnt "Greatest Hits" mit dem Titeltrack des 2001 erschienenen Albums "Telling Stories", geht zeitlich mit "Baby Can I Hold You" dann drei Jahre zurück, ehe mit "Change" ein Stück ihres vorletzten Albums ("Where You Live", 2005) vertreten ist. Vergleicht man "Greatest Hits" mit "The Collection" und zieht man das leicht aktualisierte Soundkleid ab, erscheinen die beiden Compilations zum großen Teil deckungsgleich. Die seit 2001 veröffentlichten Stücke fügen sich nahtlos in Chapmans Werk ein. Neben den regulären Versionen von "Change" und "You're The One" (auf "Let It Rain", 2002) ist mit "Sing For You" die komprimierte Single- anstelle der Albumversion vertreten. "You're The One" ist ein melancholisches, eingängiges Liebeslied mit Akustikgitarre, Orgel und Klatschen. Eines der Highlights markiert "All That You Have Is Your Soul" aus "Crossroads" (1989), auf dem Neil Young Piano und Akustikgitarre spielt. Allerdings fand sich auch dieses Stück bereits auf der letzten Compilation. Für Fans, die bereits alle regulären Alben ihr Eigen nennen, bietet wohl der Schlusstrack einen der wesentlichen Kaufanreize: Chapmans wunderschöne Live-Version des Ben E. King-Klassikers "Stand By Me", die in David Lettermans Late Night Show zwei Wochen vor Kings Tod zum Besten gab, sorgte bereits auf YouTube für Furore. Nun gibt es den Track auch offiziell zu erwerben. Chapman begleitet sich auf der E-Gitarre, spielt rudimentäre Chords und stellt die Nummer mit ihrer grandiosen Stimme als optimistische, tröstende Soul-Nummer in den Raum. "Greatest Hits" zeigt einen gelungenen Querschnitt aus Chapmans Oeuvre in aufpolierter Akustik. Ob die wenigen neueren und Quasi-Bonustracks wirklich ausreichen, um treue Fans ein weiteres Mal zum Kauf zu bewegen, bleibt jedoch fraglich. Mit ein paar wirklich neuen oder bisher unveröffentlichten Stücken als zusätzlichen Schmankerln sähe die Sache schon anders aus. © Laut
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Folk - Erschienen am 19. Juni 1986 | Elektra Records

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Folk - Erschienen am 31. Oktober 1995 | Elektra Records

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Folk - Erschienen am 5. September 2005 | Elektra Records - ATG

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Folk - Erschienen am 15. Oktober 2002 | Elektra Records

Nach der Best Of-Platte "The Collection" im vergangenen Jahr, die sich weltweit über sieben Millionen mal verkaufte, schenkt Tracy Chapman ihren zahlreichen Fans jetzt ein Dutzend neuer Songs. Back To The Roots lautet das Motto ihrer sechsten Soloscheibe, denn mit "Let It Rain" kehrt die afroamerikanische First Lady of Folk zu ihren Songwriter-Wurzeln zurück. Wer jetzt kein Haus baut, baut sich keines mehr, wusste schon Rainer Maria Rilke, und so bietet Tracy ihren Hörern pünktlich zum Herbst den passenden Soundtrack für die trübsinnige Jahreszeit. Melancholisch-minimalistische Balladen dominieren über weite Strecken das Werk, und den John Cougar Mellencamp-Rock vom 2000er Album "Telling Stories" sucht man zum Glück vergebens. Nun stehen endlich wieder Chapmans grandiose Stimme und ihr zartes Spiel an der Akkustikgitarre im Vordergrund. Man fühlt sich zuweilen gar an ihr selbstbetiteltes Debut aus dem Jahre '88 erinnert, nur mit dem Unterschied, dass sich auf "Let It Rain" keine eingängigen Hits à la "Fast Car" oder "Baby Can I Hold You" befinden. Heuer ersetzen eher vorsichtige Soul-, Country- und Gospel-Sounds den damaligen Pop-Appeal. So meldet sich beim beswingten "You're The One" ein Mark Knopfler-Gedächtnis-Riff zu Wort, und auf dem abwechslungsreichen "Hard Wired" erklingt neben der Country-Gitarre gar ein Akkordeon. "Say Hallelujah" dagegen ist lupenreiner Gospel, und mit "Another Sun" wildert Miss Chapman im Soul-Genre, ohne jedoch ihre schüchterne Folk-Linie zu verlassen, die sich auch in den Texten widerspiegelt. Mit wenigen Worten entfaltet Tracy Chapman mehr Intensität und Tiefgang als manche Kollegen im Verlauf ihrer gesamten Karriere. Sie singt über den Tod ("Another Sun"), hofft auf Gott ("Let It Rain") und widmet sich der Liebe ("I am Yours"). Nur bei "Hard Wired" bricht Tracy ein wenig aus dem persönlichen Themenkomplex aus und vertont ihre Angst vor der Gedankenkontrolle der modernen Medien. © Laut
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Folk - Erschienen am 18. Januar 2000 | Elektra Records

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Folk - Erschienen am 7. November 2008 | Elektra Records

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Pop - Erschienen am 17. September 2001 | Elektra Records

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Folk - Erschienen am 14. April 1992 | Elektra Records