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Die Alben

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Pop - Erschienen am 10. Juli 2020 | BMG Rights Management (US) LLC

"Unfollow The Rules" gehört wohl zu den schlechtesten Ratschlägen, die eine von der Corona-Verordnung genervte Nation hören sollte. Singer-Songwriter und Hochkulturvertreter Rufus Wainwright meint es aber gar nicht so. Die Arbeiten am Album begannen vor genau zwei Jahren. An die Pandemie war da noch nicht zu denken. Wainwright schließt mit der Platte einen Kreis, den er 1998 mit seinem selbstbetitelten Debütalbum öffnete. Dazwischen hat er Opern geschrieben, Popsongs veröffentlicht und die Welt bereist. Nun möchte der 46-Jährige einen komplett neuen Lebens- und Karriereabschnitt beginnen. "Unfollow The Rules" zeigt noch ein letztes Mal, was den Kanadier in den letzten zwei Dekaden zum Fan- und Kritikerliebling machte: (kleine) Meisterwerke, die sowohl mit Text als auch Musik überzeugen. "There's always trouble in paradise, don’t matter if you're good or bad or mean or awfully nice", heißt es im Eröffnungsstück "Trouble In Paradise". Von Wainwrights ergrautem Vollbart sollte sich niemand täuschen lassen. Nach wie vor strahlt die Musik spitzbübischen Charme aus: "You ain't big if you're little in Texas / Don't know who are who you are, unless you made it in Lawrence, Kansas / Wait a minute, Lawrence, Kansas / Doesn't really matter at all." Die Pianoballade "Unfollow The Rules" beginnt zwar seicht, gipfelt aber in einem pompös orchestralen Finale. Wainwright nutzt die lauten und leisen Töne. Stimmlich begegnet er diesem Klangspektrum mit hohem Tenor und brummigem Bass. Wie es der Albumtitel verrät, unterwarf er sich beim Musizieren keinen Regeln. Das längste Lied kratzt an der Sieben- und das kürzeste an der Zwei-Minuten-Marke. Keine der 51 Minuten klingt überflüssig. Wainwright wusste genau, was die Songs brauchen. Die Geige setzt er in "Damsel In Distress" wie eine Gitarre ein. In "Peaceful Afternoon" dürfen dann die sechs Saiten die Hauptrolle spielen. "Hatred" ergänzt er mit elektronischen Elementen. Poppig fällt jedes der Lieder aus. Zwanghaft eingängige Refrains hat Wainwright trotzdem nicht geschrieben. Stattdessen wachsen die Songs mit jedem Hördurchgang. Mit dem stampfenden Schlagzeug in "Trouble In Paradise" schielt Wainwright auf den verrauchten Rockclub. "You Ain't Big" klingt wie humorvoller Südstaaten-Blues. "Alone Time" riecht mit Chor, Piano und einem Wainwright in Höchstform nach Rotwein-Orgie. Dreckiger Siebziger-Flair trifft auf Konzerthaus-Glamour. Wainwright singt ohne Jackett und mit hochgekrempelten Hemdsärmeln. "And now that our machine is running at full steam / I pray that nothing shucks a wrench into the matter / But between sex and death and trying to keep the kitchen clean / Remember wild the roses bloom best in ruins forever after", richtet sich Wainwright an seinen Ehemann. Alles auf "Unfollow The Rules" hat Klasse, ohne dabei prätentiös zu wirken. Wenn Corona überstanden ist, kann Wainwright endlich wieder im Orchestergraben stagediven. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2013 | Geffen

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Pop - Erschienen am 10. September 2021 | BMG Rights Management (US) LLC

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Rock - Erschienen am 23. September 2003 | Geffen

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2005 | Geffen

Nachdem sich Rufus Wainwright auf dem Cover zu "Want One" als melancholischer Ritter noch recht maskulin präsentierte, bietet der Singer/Songwriter auf dem aktuellen Album "Want Two" als eine Art zart besaitetes Dornröschen samt Spindel einen eher weiblichen Anblick. Der zweite Teil der "Want-Sessions" sei auch um einiges femininer geraten, meint der Künstler dazu selbst. Zumindest ist das neue Werk um einiges vielfältiger und verfügt über eine größere Klangfülle. Die musikalische Bandbreite baute er im Vergleich zum Vorgänger aus: Im Opener besingt Wainwright das Lamm Gottes in lateinischer Sprache mit einem Lied, das an einen Messgesang aus dem angestaubten katholischen Musikfundus erinnert. Später folgen von klassischen Stücken beeinflusste Lieder. Den Endpunkt des Albums markiert schließlich ein französischer Song. Dabei lässt Wainright seine folkigen Singer/Songwriter-Wurzeln keineswegs außer Acht, schafft den stilistischen Spagat spielend. Als Hörer hat man das Gefühl an etwas besonderem teilzuhaben, vor allem wenn das Album mit Kopfhörern und viel Aufmerksamkeit konsumiert wird. Textlich wagt Wainwright einiges und behandelt beispielsweise sehr offen das Thema "Homosexualität". Im prüden Amerika ist das durchaus mutig. Er schreckt dabei auch nicht vor provokanten Textzeilen oder gar ganzen Liedern zurück. Bestes Beispiel dafür ist "Gay Messiah". Bereits der Titel dürfte Hardcore-Christen auf die Palme bringen, vielen anderen wird er mit dem Text aber spielend ein Schmunzeln abgewinnen: "He will then be reborn/ From 1970's porn", singt Wainwright zu Beginn genüsslich, um im Refrain erst richtig loszulegen: "Better pray for your sins/ 'Cuz the gay messiah is coming." Explizitere Stellen über eine Taufe mit Körperflüssigkeiten können im Booklet nachgelesen werden. Für "Hometown Waltz", einem Lied über Wainwrights Heimat Montreal, das nach Jahrmarkt mit Gauklern und Freak-Show klingt, konnte er seine Mutter und seine Tante als Background-Sängerinnen gewinnen. Schwester Martha kommt an der Violine zum Einsatz. Früher firmierte diese Besetzung als McGarrigle Family. Das bitter-süße "Waiting For A Dream" ist sicherlich eines der musikalisch ergreifendsten Stücke. Auch hier hält er mit Kritik an Gesellschaft und Politik nicht hinter dem Berg. Inmitten der wunderschönen Melodielinien lassen sarkastische Zeilen aufhorchen: "Yesterday I heard they cloned a baby/ Now can I finally sleep with me?" Mit diesem gesellschaftskritischen Statement dürfte George W. Bush noch übereinstimmen, doch auch er bekommt wenig später sein Fett weg: "There's an ogre in the oval office". Ja, musikalische Fausthiebe können so schön klingen. "Want Two" schenkt dem Hörer eine Insel aus vielen großartigen, abwechslungsreichen Kompositionen, Sarkasmus und ironischem Humor. In der Mitte des Booklets ist "Dornröschen" Wainwright bereits in den berühmten langen Schlaf gefallen. Wer dennoch derart gute Musik verzapft, braucht eigentlich auch gar nicht mehr wachgeküsst zu werden. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1998 | DreamWorks

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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 2007 | Geffen

Wenn die einen auf "Release The Stars" die schwelgerische Prasssucht vermissen und die anderen der Meinung sind, die Opulenz des Werkes schade der Intimität der Songs, dann hat Rufus Wainwright auch dieses Mal alles richtig gemacht. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich das aktuelle Album des 33-jährigen Troubadours, der es wie kein anderer versteht, seinen Popsongs klassische Kompositionsstrukturen, Theatralik und einen Hauch von Cabaret einzuverleiben, ohne dabei manieristisch zu klingen. Der wunderbare, vielseitige Gesang Wainwrights steht stets im Zentrum der Inszenierungen, bei deren Produktion Pet Shop Boy Neil Tennant beratend zur Seite stand. Schwelgerische, intensive Kunstlieder sind das, deren Verführungskraft der geneigte Hörer leicht erliegt. "Why does it always have to be fire/ Why does it always have to be brimstone?" fragt Rufus im bombastischen Opener "Do I Disappoint You?", dessen Melodiebogen sich mit orchestraler Wucht und Kinderchor verstörend und erhaben in Wagnerianische Höhen empor schraubt. Wer diesen waghalsigen Einstieg überstanden hat, trifft im weiteren Verlauf auf zugänglichere, weniger komplex arrangierte Kompositionen. Vehemente Amerika-Kritik trägt er im betörenden "Going To A Town" vor, begleitet von Klavier und Schlagzeug; ein Background-Chor und sanfte Streicherarrangements untermalen die traurige Bitterkeit dieses hitverdächtigen Songs. Der positive Eindruck, den Berlin während der Aufnahmen zu "Release The Stars" auf ihn gemacht hat, offenbart sich in besinnlich-heiteren Liedern wie "Tiergarten", der als Ort der vermeintlich romantischen Zusammenkunft besungen wird und dem lustvolle "Sanssouci", das für die sexuelle Ausschweifung steht. Ruhigere Nummern wie das wunderbare "Nobody's Off The Hook" und das vertrackte "Tulsa" bestechen mit verschlungenen Melodielinien und feinsinniger Instrumentierung, wobei die melodramatische Tendenz immer präsent ist, aber nie die Überhand gewinnt. Gefühlvolle Balladen wie "Not Ready To Love" mit weicher Steel-Gitarren-Begleitung und "Leaving For Paris N° 2", dessen Basis ein fein perlender Klavierlauf bildet, fügen sich harmonisch in die Songauswahl. Weniger zurückhaltend geht Rufus musikalisch und lyrisch in der tanzbaren Stomp-Nummer "Between My Legs" zur Sache, die flächig instrumentiert ist, mit einem euphorischen Refrain aufwartet und mit dem Motiv aus Webbers "The Phantom Of The Opera" ausklingt. Hier kommt die überschwängliche, hedonistische und energetische Seite des Ausnahmekünstlers zum Tragen, ebenso wie in dem epischen "Slideshow", das langsam beginnt, sich dann zu einem enervierenden Refrain ("I better be prominently featured in your next slideshow/I paid a lot of money to get you here, you know") aufschwingt, um in ein deplaziert anmutendes folk-rockiges Gitarrensolo überzugleiten. Muss nicht sein, aber gut. Der finale Track "Release The Stars" kommt einem Abgesang auf Hollywood gleich, swingend und in bester Entertainer-Manier vorgetragen. Der Vorhang fällt nach einem furiosen und pompösen Abgang. Applaus! 1998 war das gleichnamige Debüt dieses extraordinären Künstlers das, was die Welt brauchte, 2004 hat er mit "Want Two" sein bisher kreativstes Werk veröffentlicht. Nun mag "Release The Stars" nicht die gewaltigste Platte des Rufus Wainwright sein, aber sie ist der äußerst gelungene Versuch, sich dem Mainstream anzunähern, ohne dabei an Individualität, Kreativität und Wahrhaftigkeit einzubüßen. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2014 | Geffen

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2004 | Geffen

Nachdem sich Rufus Wainwright auf dem Cover zu "Want One" als melancholischer Ritter noch recht maskulin präsentierte, bietet der Singer/Songwriter auf dem aktuellen Album "Want Two" als eine Art zart besaitetes Dornröschen samt Spindel einen eher weiblichen Anblick. Der zweite Teil der "Want-Sessions" sei auch um einiges femininer geraten, meint der Künstler dazu selbst. Zumindest ist das neue Werk um einiges vielfältiger und verfügt über eine größere Klangfülle. Die musikalische Bandbreite baute er im Vergleich zum Vorgänger aus: Im Opener besingt Wainwright das Lamm Gottes in lateinischer Sprache mit einem Lied, das an einen Messgesang aus dem angestaubten katholischen Musikfundus erinnert. Später folgen von klassischen Stücken beeinflusste Lieder. Den Endpunkt des Albums markiert schließlich ein französischer Song. Dabei lässt Wainright seine folkigen Singer/Songwriter-Wurzeln keineswegs außer Acht, schafft den stilistischen Spagat spielend. Als Hörer hat man das Gefühl an etwas besonderem teilzuhaben, vor allem wenn das Album mit Kopfhörern und viel Aufmerksamkeit konsumiert wird. Textlich wagt Wainwright einiges und behandelt beispielsweise sehr offen das Thema "Homosexualität". Im prüden Amerika ist das durchaus mutig. Er schreckt dabei auch nicht vor provokanten Textzeilen oder gar ganzen Liedern zurück. Bestes Beispiel dafür ist "Gay Messiah". Bereits der Titel dürfte Hardcore-Christen auf die Palme bringen, vielen anderen wird er mit dem Text aber spielend ein Schmunzeln abgewinnen: "He will then be reborn/ From 1970's porn", singt Wainwright zu Beginn genüsslich, um im Refrain erst richtig loszulegen: "Better pray for your sins/ 'Cuz the gay messiah is coming." Explizitere Stellen über eine Taufe mit Körperflüssigkeiten können im Booklet nachgelesen werden. Für "Hometown Waltz", einem Lied über Wainwrights Heimat Montreal, das nach Jahrmarkt mit Gauklern und Freak-Show klingt, konnte er seine Mutter und seine Tante als Background-Sängerinnen gewinnen. Schwester Martha kommt an der Violine zum Einsatz. Früher firmierte diese Besetzung als McGarrigle Family. Das bitter-süße "Waiting For A Dream" ist sicherlich eines der musikalisch ergreifendsten Stücke. Auch hier hält er mit Kritik an Gesellschaft und Politik nicht hinter dem Berg. Inmitten der wunderschönen Melodielinien lassen sarkastische Zeilen aufhorchen: "Yesterday I heard they cloned a baby/ Now can I finally sleep with me?" Mit diesem gesellschaftskritischen Statement dürfte George W. Bush noch übereinstimmen, doch auch er bekommt wenig später sein Fett weg: "There's an ogre in the oval office". Ja, musikalische Fausthiebe können so schön klingen. "Want Two" schenkt dem Hörer eine Insel aus vielen großartigen, abwechslungsreichen Kompositionen, Sarkasmus und ironischem Humor. In der Mitte des Booklets ist "Dornröschen" Wainwright bereits in den berühmten langen Schlaf gefallen. Wer dennoch derart gute Musik verzapft, braucht eigentlich auch gar nicht mehr wachgeküsst zu werden. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2001 | DreamWorks

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Klassik - Erschienen am 22. April 2016 | Deutsche Grammophon (DG)

Hi-Res Booklet
Zum 400. Todestag William Shakespeares tobt sich Rufus Wainwright aber mal so richtig aus: Über die Deutsche Grammophon veröffentlicht der Musiker die Shakespeare-Vertonung "Take All My Loves - 9 Shakespeare Sonnets", auf der er seinen Geschmackskosmos zwischen Pop und Oper beherzt, ausgiebig und mit hörbar viel Vergnügen auslotet. Den Ursprung nahm das Projekt 2009, als der Musiker vom Theaterregisseur Robert Wilson gebeten wurde, 25 Shakespeare-Sonette für eine Aufführung des Berliner Ensembles zu komponieren. Wainwright nahm das auch als Testlauf für seine erste Opernproduktion und fand großen Gefallen an der Arbeitsweise und den Produktionsabläufen. Zu Synthesizerklängen eröffnet nun die walisische Schauspielerin Siân Phillips mit einer Rezitation des Sonett 43. "When most I wink, then do mine eyes best see / For all the day they view things unrespected / But when I sleep, in dreams they look on thee / And darkly bright are bright in dark directed", heißt es in diesem. Gleich darauf nimmt sich Wainwright dem Sonett in Form einer Opernarie an, gesungen von der österreichischen Kolatursopranistin Anna Prohaska. Wainwright zeigt keine Angst, stilistisch große Sprünge zu vollziehen. Im nächsten Stück, der Vertonung von Sonett 40 ("Take All My Loves") singt der Maestro selbst. Hierfür dachte er sich ein Arrangement aus, das wohl am ehesten mit dem Terminus 'Breitband-Kammepop' zu beschreiben ist. Pulsierende Perkussion und eine sich immer mehr in Dringlichkeit und Hektik steigernde Harmonik fordern bestimmt auf: "Take all my loves, my love, yea take them all / What hast thou then more than thou hadst beforen? / No love, my love, that thou mayst true love call / All mine was thine, before thou hadst this more". Wainwright fügt etwas Ruheloses, beinahe Hastiges hinzu. Bevor es mit einer erneut ausufernden Vertonung des Sonett 20 - erneut gesungen von Anna Prohaska - weitergeht, rezitiert es Frally Hynes in einem kurzen Intermezzo. In der anschließenden musikalischen Bearbeitung eröffnen verhallte Klavierakkorde und Streicher - der Rahmen ist mit 3:49 Minuten beinahe der eines Popsongs. Nur kurz steigert sich gegen Ende des Stücks die Dramatik, wenige Paukenschläge später hallt das Stück bereits aus und geht nahtlos in "For Shame" über: Wainwrights Bearbeitung des Sonett 10, ebenfalls dargeboten von Prohaska. Knappe drei Minuten orchestrale Opulenz, die gegen Ende zum Klimax kommen. Im Anschluß rezitiert der Schauspieler Peter Eyre noch mal das vergangene Sonett. Dann tritt wieder Wainwright ans Mikrofon, und erneut folgt ein Kammerpop-Arrangement, das allerdings in ausufernden Rock übergeht, ehe das Stück in der Zielgeraden noch eine Wendung in Richtung Musical-Pop nimmt. Die Gäste: Helena Bonham-Carter, Martha Wainwright und Flora Butler. Ziemlich groß. Danach schüttelt er noch weitere Asse aus dem Ärmel: Prinzessin Leia, Pardon, Carrie Fisher rezitiert Sonett 29, William Shatner Nummer 129. Dazwischen hört man fantastischen Breitbandpop mit Florence Welch an den Leadvocals, im Hintergrund: Wainwright und Ben De Vries. Hier zeigen sich seine kompositorische Stärken in Reinform - irgendwo zwischen großem Pop, Filmmusik, Musical und klassischem Unterton bewegt sich "When In Disgrace", eines der Highlights der an Highlights nicht armen Platte. Dramatische Streicherbögen eröffnen Sonett 129 - wieder springt Rufus mit Anna Prohaska, grandios und nahtlos in eine andere Klangsphäre. Danach kommt das Berliner Ensemble zum Zug, mit dem das Projekt unter Wilson seinen Ursprung nahm. "All dessen müde nach Rast im Tod ich schrei / ich seh es doch / Verdienst muss betteln gehen", spricht der Schauspieler Jürgen Holz das Sonett 66. Dazu erklingt dissonante Geigen- und Klavierdramatik, ehe sich das Stück mit Christopher Nell in eine ganz andere, theatermusikalische Richtung entwickelt: "Und reinste Treu am Pranger steht dabei / Und kleine Nullen sich im Aufwind blähen, und Talmi-Ehre hebt man auf den Thron/ Und Tugend wird zur Hure frech gemacht / Und wahre Redlichkeit bedeckt mit Hohn / Und Kraft durch lahme Herrschaft umgebracht / Und Kunst das Maul gestopft vom Apparat /und Dummheit im Talar Erfahrung checkt". Das Lebwohl gibt noch mal Anna Prohaska mit Sonett 8 ("Farewell"), das Inge Keller zuvor mit großartiger Stimme gelesen hat. Damit endet ein imposantes und vor Farben nur so berstendes Album, dem man den Spaß und die Begeisterung, die Wainwright für das Projekt aufbrachte, deutlich anhört. Und wer für Shakespeare nichts übrig hat, überspringt einfach die Rezitationen, um einem musikalischen Abenteuer zwischen Oper und Pop zu lauschen Rufus, thou didst good! © Laut
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Pop - Erschienen am 23. April 2012 | Verve (Adult Contemporary)

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Seine Vielseitigkeit kennt keine Grenzen. Ob er seiner überbordenden Euphorie mit orchestralen Inszenierungen hedonistischen Glanz verleiht ("Release The Stars"), sich eigens an das Schreiben einer Oper und der minimalistischen Vertonung von Shakespeare-Sonetten macht ("All Days Are Nights: Songs For Lulu") oder mit Judy Garland-Interpretationen ("Rufus Does Judy At Carnegie Hall") seinem großen Vorbild huldigt: Rufus Wainwright überzeugt auf allen Ebenen. Dass er dennoch nie wirklich im Mainstream-Pop angekommen ist, mag seiner eigenwilligen Theatralik und seinem manchmal überschwänglichen Pathos geschuldet sein. Seinem unverrückbaren Hang zu Genres wie der Klassik, der Operette und dem Musical tun ihr Übriges dazu. "Out Of The Game" nennt sich das siebte Studiowerk des Alleskönners, mit dem er sich nun endgültig aufmacht, in der Mitte des zeitgenössischen Pop den Thron zu besetzen. Mit Mark Ronson hat er einen der derzeit größten Pop-Produzenten an seiner Seite, der seinerzeit auch das Soundkostüm für Amy Winehouse, Adele oder Lily Allen maßgerecht und äußerst erfolgreich geschneidert hat. Dieses Kunststück gelingt ihm nun auch mit den Songs von Rufus Wainwright. Nach wie vor sind es die facettenreichen, schwelgerischen Melodien und Dramaturgien, die das Popverständnis des Rufus Wainwright prägen. Atmosphärisch lehnt er sich unbekümmert an die 70er und 80er-Jahre an, lässt die Erinnerung an Bands wie Queen, Sparks, David Bowie, Elton John oder die schmachtenden Jungs von Chicago auferstehen und versprüht dabei einen heiteren und gelassenen Charme. Es ist diese smarte Retro-Attitüde, die mit der melodischen und gesanglichen Unverwechselbarkeit Wainwrights und dessen Verspieltheit und Glamour Hand in Hand geht. Das macht dieses Werk zu einem feinen Hörerlebnis. Dass neben anderen auch der famose Wilco-Gitarrist Nels Cline als Gastmusiker agiert, trägt seinen Teil dazu bei. Hier rankt sich eine geschmeidige E-Gitarrenlinie um die Melodie ("Out Of The Game"), dort verschmelzen dezente Synthie-Flächen mit Streicher-Arrangements ("Jericho"). Gehämmerte Klavierschläge zur E-Gitarre und Saxophon verströmen einen Hauch von Glamrock ("Rashida"), die Instrumentierung tänzelt lässig zwischen dem Easy Listening eines Burt Bacharach und Vaudeville-Einlagen ("Welcome To The Ball"). Und stets setzt Wainwright auf feinsinnig inszenierte Backgroundchöre. Das synthetische "Bitter Tears" versucht Barockmusik und Disco in Einklang zu bringen, daneben taucht Wainwright mit nostalgisch tönenden Liedern auf. Das getragene "Candles" beschließt das Album mit lieblichen Akkordeonklängen und einer erhabenen Dudelsackeinlage. Auch die Folklore ist ihm nicht fremd. Mit "Out Of The Game" beweist sich Rufus Wainwright erneut als fantastischer Songschreiber mit unverwechselbarer Theatralik auf ganz hohem Niveau. Insofern wartet das rundum gelungene Werk mit keinen Überraschungen auf. Nichtsdestotrotz handelt es sich um sein vielleicht zugänglichstes, weil bei aller Vielseitigkeit weniger opulent ausgestattetes Werk, das den Ersthörer genauso erfreuen dürfte wie den jahrelangen Fan. Mark Ronson hat prima Arbeit geleistet, er rückt Wainwright in kein gänzlich neues Licht, er hat es nur ein wenig gedimmt! © Laut
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Pop - Erschienen am 24. April 2020 | BMG Rights Management (US) LLC

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Pop - Erschienen am 23. März 2010 | Verve Reissues

"Auf diesem Album geht es um Trauer", bemerkt Rufus Wainwright. Das erklärt das tränende Auge auf dem Coverartwork, das titelgebende Shakespeare-Zitat "All Days Are Nights" und den Verweis auf die literarische Figur der Lulu, die Rufus während der Entstehung der Songs als dunkle, dämonische Macht verstand, die ihn immer wieder zu ergreifen droht. Anlass der Trauer war die Krankheit und schließlich der Verlust seiner im Januar verstorbenen Mutter Kate McGarrigle, der die Gefühlswelt des Rufus Wainwright prägte und über allem Erlebten schwebte. Nach dem orchestralen Bombast auf "Release The Stars" (2007), der Judy Garland-Hommage "Milwaukee At Last!!!" (2009) und dem Ausflug ins Oper-Metier ("Prima Donna") hat er nun auf Reduktion gesetzt und verlässt sich ganz auf die Intensität und Expressivität seines Gesangs, den er mit dem Klavier begleitet. Noch nie klang Wainwright auf Albumlänge intimer und eindringlicher, nie hat er seine Vorliebe für Schubert und das klassische Kunstlied offener ausgestellt und mit seiner Affinität zum dramatischen Pop und zur Oper kombiniert. Sein musikalisches Schaffen ist stets von melodramatischen Theatralik durchdrungen, aber der Verzicht auf hedonistische Extravaganzen und übergewichtiges Pathos lassen ihn in einem neuen Licht erstrahlen. Mit bemerkenswerter Leichtigkeit und Erhabenheit pendelt Wainwright atmosphärisch zwischen Melancholie und wieder aufkeimender Lebensfreude, die offenbart, dass er sich der destruktiven Wedekindsche Lulu schließlich doch entziehen konnte. Der dramaturgischen Spannung wird er mit variablem Pianospiel und verschlungenen Melodielinien gerecht, die aber immer wieder zu sich selbst finden und in herzerwärmender Harmonie aufgehen. Das perlende Piano in "Who Are You New York?" versprüht bei aller Nachdenklichkeit dieselbe Offenherzigkeit und hoffnungsfroher Zugänglichkeit wie das rührende und äußert persönliche "Martha", mit dem er auf seine ihm entfremdete Schwester zugeht, oder "Give Me What I Want And Give It To Me Now!", dessen fröhlicher Vaudeville-Charme sich am hüpfenden klassischen Pianospiel bricht. Neben drei auf Shakespeareschen Sonetten basierenden Stücken ("Sonnet 43", "Sonnet 20, "Sonnet 10") geht das in französischer Sprache intonierte "Les Feux D'Artifice T'Appellent" ganz in entrückter Sentimentalität auf, ehe Wainwright sich in "Zebulon" zu schlichten Akkorden ein letztes Mal ergreifend seine Stimme erhebt. Die große Stärke dieses Albums liegt in seiner Kohärenz. Keines der Stücke drängt sich auf, alle reihen sich wunderbar in den durchweg niveauvollen Songzyklus. Rufus Wainwright mag ihn zur karthatischen Überwindung seiner Seelenpein komponiert haben, den Hörer lädt er damit auf eine tröstliche, wunderbare musikalische Reise ein. Der hörbar gereifte Komponist und Songwriter stellt sich mit diesem besinnlich lächelnden Werk dem Pop-Mainstream entgegen und hat mit diesem Schritt doch alles richtig gemacht. © Laut
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Pop - Erschienen am 1. Januar 2007 | Geffen

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Pop - Erschienen am 3. März 2014 | Rufus Wainwright at Artists Den

Rufus Wainwright's 2014 concert album Live from the Artist's Den features the acclaimed singer/songwriter performing at the historic N.Y.C. church turned theater space on May 17, 2012. Backed by a live ensemble replete with keyboards and horns, Wainwright runs through a hefty cross section of material from throughout his discography. Much of the material on Live from the Artist's Den is drawn from Wainwright's '70s-influenced 2012 studio album, Out of the Game. However, he has crafted a nicely flowing set list that includes songs from as far back as 2001's Poses. Joining Wainwright here are several notable guest artists including longtime friend guitarist/vocalist Teddy Thompson (son of Richard & Linda Thompson), vocalist Krystle Warren, and producer/vocalist Mark Ronson. Wainwright's distinctive, resonant voice is in fine form here, especially on such emotionally charged tracks as covers of his father's (Loudon Wainwright III) "One Man Guy" and his mother's (the late Kate McGarrigle) "On My Way to Town." This is an organic, gorgeously produced concert with full arrangements of Wainwright's often classically influenced compositions. © Matt Collar /TiVo
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Klassik - Erschienen am 1. Januar 2007 | Deutsche Grammophon (DG)

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Pop - Erschienen am 1. Januar 2009 | Verve (Adult Contemporary)

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Pop - Erschienen am 9. Juli 2020 | BMG Rights Management (US) LLC

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Pop - Erschienen am 27. Februar 2020 | BMG Rights Management (US) LLC

Der Interpret

Rufus Wainwright im Magazin
  • 75 Kerzen für Joni
    75 Kerzen für Joni Wenn Norah Jones, Diana Krall, Rufus Wainwright und viele mehr die 75 Jahre der großartigen Joni Mitchell auf der Bühne feiern...