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Die Alben

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 11. April 2014 | Columbia - Legacy

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Hi-Res Audio
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 19. April 1994 | Columbia

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
"I'm new on the rap scene, brothers never heard of me", rappt Nas in "One Time 4 Your Mind". Ganz stimmt das so nicht. Als Nasir Bin Olu Dara Jones im April 1994, noch nicht einmal 20-jährig, sein Debüt-Album vorlegt, gilt er in Eingeweihten-Kreisen längst als kleines Wunderkind. Wo auch sonst, wenn nicht im New York der ausgehenden 80er Jahre, sollten große Rap-Karrieren Wurzeln schlagen? Nas saugt die Entstehung von Hip Hop quasi mit der Muttermilch auf. Er wächst in den Queensbridge Projects auf, einem der zahlreichen sozialen Brennpunkte des fest im Griff einer üblen Crack-Epidemie befindlichen "rotten apple". Die Stars einer aufkeimenden Bewegung residieren gleich nebenan. Nas erlebt die Zeit "before the BDP conflict with MC Shan, around the time when Shante dissed the Real Roxxane" hautnah mit - und lernt dabei 1989 Large Professor kennen. Dieser ermöglicht dem jungen Rapper einen Gastauftritt in einem Track seiner Crew Main Source, die wiederum nehmen Nas schon 1991 als Tour-Support ins Gepäck. Sein unfassbar smoother, gelassener, dennoch stetiger Flow und seine für die herrschende Zeit beispiellos vertrackten Reimstrukturen bescheren Nas rasch einen ordentlichen Hype. Es hagelt bereits vor der Veröffentlichung eines eigenen Albums Vergleiche mit Rakim, Big Daddy Kane oder Kool G Rap. "Brothers never heard of me" - nein, so ganz stimmt das nicht. Zu der Zeit, da Nas sein Debüt aufnimmt, hat er bereits Einiges hinter sich. Seine Umgebung hinterlässt Spuren. Nas bricht die Schule ab, hält sich mit diversen kleineren Dealereien über Wasser. Die knallharte Realität bricht spätestens dann in sein Leben ein, als sein Bruder angeschossen und sein Freund Ill Will im Rahmen einer gewalttätigen Auseinandersetzung ermordet wird. Zu erzählen gibt es genug: Nas berichtet "straight out the fuckin' dungeons of rap" von - in seiner Welt - alltäglichen Begebenheiten. Er erzählt - ganz ohne Pathos und Glorifizierung, und vielleicht gerade deswegen so eindrücklich - die kleinen und großen Geschichten der Straße. Dabei beackert er natürlich die Themenfelder, die einen jungen Mann aus der Hood an der Schwelle zum Erwachsenenalter umtreiben: Drogen, Waffen, Gewalt, Sex - und der angestrebte Erfolg, der selbstverständlich mit Geld gleichzusetzen ist. Was Nas später als üble Kommerzialisierung, als Sell-Out, vorgeworfen wird: im Grunde nur eine konsequente Fortführung des auf "Illmatic" bereits eingeschlagenen Weges. AZ bringt es - im einzigen Gastbeitrag des Albums, in "Life's A Bitch" - auf den Punkt: "My mentality is money orientated / I'm destined to live the dream for all my peeps who never made it." Doch so weit sind wir noch lange nicht. Mit dem Fluch des großartigen Erstlings muss sich Nas erst später herumschlagen. Dann nämlich, wenn an jede einzelne seiner Veröffentlichungen der übergroße Maßstab "Illmatic" angelegt wird - und sie allesamt dagegen abstinken. Auch eine aktuell auf den Markt geworfene "Greatest Hits"-Sammlung braucht im Grunde niemand: Nas' greatest hits versammelt bereits sein Debüt. Die großartige Produktion trägt dazu mit Sicherheit ihren Teil bei. Was sich rückblickend wie ein Gipfeltreffen der Reglerschieber-Elite liest, entwickelt sich in Nas' Dunstkreis wie von selbst. Er kennt Large Professor, der mit "Halftime", "One Time 4 Your Mind" und "It Ain't Hard To Tell" für drei Tracks des Albums verantwortlich zeichnet. Außerdem sorgt er für den Kontakt zu Q-Tip ("One Love") und Pete Rock ("The World Is Yours"). Die Brücke zu DJ Premier ("Memory Lane", "Represent" und "N.Y. State Of Mind") schlägt MC Serch, der als Gast auf Nas' voran gegangenem Demotape auftrat. Nicht nur ihm springt die besondere Chemie zwischen den beiden ins Auge: "Primo und Nas, sie hätten bei der Geburt getrennt worden sein können. Es war nicht so, dass sich seine Beats den Reimen anpassten - sie gehörten einfach zueinander." Die jazzig angehauchte, melodiöse Atmosphäre mit ihren Soul-Samples, Loops, staubigen Drumbeats und Scratches geht unverkennbar auf Premiers Konto. Oft sind es - wie in "N.Y. State Of Mind" eine sich in den Vordergrund groovende Basslinie und einige wie achtlos hingeworfene Klaviernoten - nur wenige Elemente, die in ihren steten Wiederholungen Nas' Reime höllisch effektvoll in Szene setzen. Und was für Reime! Nas geht - rein technisch - mühelos als der erste MC moderner Prägung durch. Die Tage der simplen Endreime scheinen gezählt. Der auf "Illmatic" zur Schau getragene Rap-Stil wirkt - sehr im Gegensatz zu vielen Oldschool-Großtaten - auch nach fast zwanzig Jahren noch kein Stückchen antiquiert. Nas' Beobachtungsgabe, sein Gespür für Geschichten und seine bilderreiche Sprache füttern die schnöde Technik zudem mit Inhalten. "I don't know, how to start this." Von den Einstiegsschwierigkeiten lassen die Verse von "N.Y. State Of Mind" nichts, aber auch gar nichts mehr spüren. Nas rückt sich selbst genau dahin, wo er hingehört - ins Zentrum des Interesses: "I got so many rhymes / I don't think I'm too sane", verkündet er. "Life is parallel to hell / but I must maintain / and be prosperous though we live dangerous." Und weiter: "It's only right that I was born to use mics / and the stuff that I write is even tougher than dykes / I'm takin rappers to a new plateau through rap slow / My rhymin' is a vitamin, held without a capsule / The smooth criminal on beat breaks / Never put me in your box if your shit eats tapes." Nas nimmt wie selbstverständlich Platz auf dem hohen Ross der Selbstdarstellung. "I flex like sex in your stereo sets. (...) Check me out y'all, Nasty Nas in your area / About to cause mass hysteria." Kaum einer kam nach ihm, den Nas nicht prägte, führt Q-Tip aus: "Nas ist wie Dylan. Er sagte einmal: 'Nenn mir einen, den ich nicht beeinflusst habe!' Er hat sie alle beeinflusst. Von mir über Jay-Z, Busta Rhymes und Eminem zu 50 Cent: Mit diesem Album hat er jeden beeinflusst." Tja, es scheint: "The most dangerous mc is comin' outta Queensbridge." Der kommerzielle Erfolg stellte sich für Nas trotzdem nur langsam ein. "Illmatic" brauchte zwei Jahre, um Gold-Status zu erreichen. Platin fährt das Werk erst Ende 2001 ein. Einen Meilenstein der Hip Hop-Geschichte markiert "Illmatic" allerdings bereits 1994. "'Illmatic' ist, anders als Public Enemys 'It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back' oder 'Let's Get Free' von den Dead Prez, nicht (offensichtlich) politisch", schreibt Matthew Gasteier in seiner im Rahmen der Reihe "33 1/3" erschienenen lesenswerten Abhandlung über das Album. "Anders als Wu-Tangs 'Enter The Wu-Tang (36 Chambers)' oder MF Dooms 'Operation: Doomsday' ist 'Illmatic' nicht mythologisch. Anders als Dr. Dres 'The Chronic' oder 50 Cents 'Get Rich Or Die Tryin'' handelt es sich bei 'Illmatic' nicht um Gangster-Pop. (...) 'Illmatic' ist Hip Hop." © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2012 | Def Jam Recordings

Booklet Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
"'Life Is Good' repräsentiert die schönsten, dramatischsten und schwersten Momente meines Lebens." Nas wählt große Worte, um seine zehnte Scheibe zu beschreiben. "Dieses Album erzählt vom Leben, von der Liebe und vom Geld." Vorbei die Zeiten schwerer Vorwürfe gegenüber Politik und Gesellschaft: Nasir Jones steht im Mittelpunkt des Geschehens. Vorbei sind außerdem die Zeiten, in denen man ihn als einen miesen Beatpicker bezeichnet. "I decided now I'm in charge". Recht so. Der Mittelweg "No Introduction" aus Intro und Track verdeutlicht die Omnipräsenz des begnadeten Flow-Künstlers – auch nach über 20 Jahren im Rapgame. Dauer-Kopfnicken wie bei rückgratlosen Marionettenpuppen setzt ein, wenn die "Loco-Motive" Fahrt aufnimmt und mit dumpfen Drum-Schlägen und Piano-Loops durch NYC heizt. "So much to write and say / I don't know where to start / So I'll begin with the basics and flow from the heart." Als Fahrgast in der ersten Klasse wirft Large Professor noch ein paar Holzscheite mehr ins Feuer. Vollgas. Umwerfend! "Daughters" thematisiert die pubertäre Rebellion von Nas' 18-jähriger Tochter. Ihr Vater zeigt Probleme in der Erziehung auf und macht sich selbst Vorwürfe, sich nicht genügend gekümmert zu haben. "At this point I ain't the strictest parent / I'm too loose, I'm too cool with her / Shoulda drove on time to school with her." Das Steam-Sample nutzt No I.D., um ein Beatgewand zu knüpfen, das dem Ganzen den nötigen Ernst liefert, dabei aber trotzdem locker-leicht aus der Hüfte schießt. Haus- und Hof-Produzent Salaam Remi und eben genannter Chicago-Finest schustern dem Hauptdarsteller ein stimmiges, meist Sample-basiertes und häufig an die Golden Era erinnerndes Beat-Konstrukt. Nas beweist damit seit langem wieder einmal ein glückliches Händchen. Er läuft keinem Hype hinterher oder meint, den neuesten 'game-changing shit' auf sein Album packen zu müssen. Er besinnt sich lieber auf Qualität statt Quantität. Nicht nur Mary J. Blige steht auf der Gästeliste, auch Anthony Hamilton versüßt den in der Melancholie angesiedelten, langsam Sehnsucht hervorrufenden Soul-Beat auf "World's An Addiction". Ein Klavier gängelt und umgarnt von der ersten Note an Gefühl und Seele. Nas versetzt den Hörer Kopfkino-haft in die Tiefen der harten Straßen-Welt. Anschließend folgt die einzige wirkliche Ausnahme: "Summer On Smash". Nas liebt den Sommer, Moneten, Weed und "damn near naked women" - und zwar so ziemlich alle: "black, asian, italian, mixed chicks, middle eastern, eritrean, ethiopian ..." Die laszive Florida-Lässigkeit wirkt ein wenig gekünstelt, der Swizz Beatz-Banger soll wohl auch durch die Cadillacs der Maybach-Fraktion pumpen. Hier fehlen noch die nötigen Pferdestärken unter der Bentley-Haube. Ein an die 30er Jahre erinnerndes luftiges Saxophon veredelt "Stay" und sorgt für entspannte Stimmung. Die Berufung seines Vater als Jazz-Musiker scheint nicht spurlos an Nasty Nas vorbeigezogen zu sein. Ein ähnlich laid back Boom Bap abfeiernder Beat klimpert auch bei "You Wouldn't Understand" aus den Boxen. Richtig Gänsehaut verursacht "Cherry Wine": Die Jahrhundert-Stimme von Amy Winehouse erinnert noch einmal schmerzlich daran, was für eine großartige Künstlerin vor knapp einem Jahr von uns ging. Das Duo Winehouse/Nas featurete auch ihr posthumes Album "Lioness: Hidden Treasures". Doch "Cherry Wine" klingt von der Produktion her ausgefeilter und mehr nach verrauchter Soul-Bar. Nas spielt wie selbstverständlich auf die vortreffliche Beschreibung einer Dame von Frank Whites "Me And My Bitch" an: "An immaculate version of me and my bitch by biggie / With all respect cause you the only that gets me." Bis auf den einen kurzen Regenschauer, den Nas als Sommer-Hymne zu deklarieren versucht, liegt ein ausgezeichnet vorgetragenes Album vor. Es wirkt persönlich, teilweise gönnerhaft und angeberisch. Doch diese Arroganz kann sich Nas auch leisten: Solche Reimstafetten, die Vortragsweise und dieser unbändige Hunger, sich als Rap-King festzubeißen, machen diese Platte zu einem absoluten Sommer-Highlight 2012. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2012 | Def Jam Recordings

Booklet Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
"'Life Is Good' repräsentiert die schönsten, dramatischsten und schwersten Momente meines Lebens." Nas wählt große Worte, um seine zehnte Scheibe zu beschreiben. "Dieses Album erzählt vom Leben, von der Liebe und vom Geld." Vorbei die Zeiten schwerer Vorwürfe gegenüber Politik und Gesellschaft: Nasir Jones steht im Mittelpunkt des Geschehens. Vorbei sind außerdem die Zeiten, in denen man ihn als einen miesen Beatpicker bezeichnet. "I decided now I'm in charge". Recht so. Der Mittelweg "No Introduction" aus Intro und Track verdeutlicht die Omnipräsenz des begnadeten Flow-Künstlers – auch nach über 20 Jahren im Rapgame. Dauer-Kopfnicken wie bei rückgratlosen Marionettenpuppen setzt ein, wenn die "Loco-Motive" Fahrt aufnimmt und mit dumpfen Drum-Schlägen und Piano-Loops durch NYC heizt. "So much to write and say / I don't know where to start / So I'll begin with the basics and flow from the heart." Als Fahrgast in der ersten Klasse wirft Large Professor noch ein paar Holzscheite mehr ins Feuer. Vollgas. Umwerfend! "Daughters" thematisiert die pubertäre Rebellion von Nas' 18-jähriger Tochter. Ihr Vater zeigt Probleme in der Erziehung auf und macht sich selbst Vorwürfe, sich nicht genügend gekümmert zu haben. "At this point I ain't the strictest parent / I'm too loose, I'm too cool with her / Shoulda drove on time to school with her." Das Steam-Sample nutzt No I.D., um ein Beatgewand zu knüpfen, das dem Ganzen den nötigen Ernst liefert, dabei aber trotzdem locker-leicht aus der Hüfte schießt. Haus- und Hof-Produzent Salaam Remi und eben genannter Chicago-Finest schustern dem Hauptdarsteller ein stimmiges, meist Sample-basiertes und häufig an die Golden Era erinnerndes Beat-Konstrukt. Nas beweist damit seit langem wieder einmal ein glückliches Händchen. Er läuft keinem Hype hinterher oder meint, den neuesten 'game-changing shit' auf sein Album packen zu müssen. Er besinnt sich lieber auf Qualität statt Quantität. Nicht nur Mary J. Blige steht auf der Gästeliste, auch Anthony Hamilton versüßt den in der Melancholie angesiedelten, langsam Sehnsucht hervorrufenden Soul-Beat auf "World's An Addiction". Ein Klavier gängelt und umgarnt von der ersten Note an Gefühl und Seele. Nas versetzt den Hörer Kopfkino-haft in die Tiefen der harten Straßen-Welt. Anschließend folgt die einzige wirkliche Ausnahme: "Summer On Smash". Nas liebt den Sommer, Moneten, Weed und "damn near naked women" - und zwar so ziemlich alle: "black, asian, italian, mixed chicks, middle eastern, eritrean, ethiopian ..." Die laszive Florida-Lässigkeit wirkt ein wenig gekünstelt, der Swizz Beatz-Banger soll wohl auch durch die Cadillacs der Maybach-Fraktion pumpen. Hier fehlen noch die nötigen Pferdestärken unter der Bentley-Haube. Ein an die 30er Jahre erinnerndes luftiges Saxophon veredelt "Stay" und sorgt für entspannte Stimmung. Die Berufung seines Vater als Jazz-Musiker scheint nicht spurlos an Nasty Nas vorbeigezogen zu sein. Ein ähnlich laid back Boom Bap abfeiernder Beat klimpert auch bei "You Wouldn't Understand" aus den Boxen. Richtig Gänsehaut verursacht "Cherry Wine": Die Jahrhundert-Stimme von Amy Winehouse erinnert noch einmal schmerzlich daran, was für eine großartige Künstlerin vor knapp einem Jahr von uns ging. Das Duo Winehouse/Nas featurete auch ihr posthumes Album "Lioness: Hidden Treasures". Doch "Cherry Wine" klingt von der Produktion her ausgefeilter und mehr nach verrauchter Soul-Bar. Nas spielt wie selbstverständlich auf die vortreffliche Beschreibung einer Dame von Frank Whites "Me And My Bitch" an: "An immaculate version of me and my bitch by biggie / With all respect cause you the only that gets me." Bis auf den einen kurzen Regenschauer, den Nas als Sommer-Hymne zu deklarieren versucht, liegt ein ausgezeichnet vorgetragenes Album vor. Es wirkt persönlich, teilweise gönnerhaft und angeberisch. Doch diese Arroganz kann sich Nas auch leisten: Solche Reimstafetten, die Vortragsweise und dieser unbändige Hunger, sich als Rap-King festzubeißen, machen diese Platte zu einem absoluten Sommer-Highlight 2012. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 21. August 2020 | Mass Appeal

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Juli 1996 | Columbia

Es ist so gut wie unmöglich, nach einem Erdbeben wie dem Debütalbum Illmatic eine richtige Fortsetzung zu finden. Nachdem das Wunderkind Nas in neun kondensierten Stücken den Ärger und das Leid in seiner Umgebung in Queensbridge aus allen Blickwinkeln betrachtet hatte, sollte er mit seinen knapp 22 Jahren zu einem weltweit bekannten Superstar werden. Dadurch, dass Nas mit Trackmasters und Dr. Dre den Kreis seiner Produzenten erweitert, macht er seine Musik mehr Leuten zugänglich. Der Rapper aus Queensbridge, der auf der Straße aufwächst und sich im angesagten Mafioso-Style mit sozialem Engagement angesichts der Lebensbedingungen der Afroamerikaner präsentiert, wird so zum Seiltänzer zwischen Purismus und Popkultur. Nach dem Riesenerfolg des If I Ruled The World zusammen mit Lauryn Hill wird Nasir Jones mit It Was Written in der ganzen Welt zum amerikanischen Rapper schlechthin. Seine dreckigen Geschichten treffen immer genau ins Auge und hinterlassen Bilder, die man nicht mehr vergisst. Nasir Jones‘ Präzision und Scharfblick erleiden keinen Abbruch, wenn er mit seinen Zeitgenossen und Freunden wie etwa Mobb Deep, Live Squad, AZ oder Cormega zusammenarbeitet, auch wenn es etwa weniger unter die Haut geht als auf seinem Debütalbum. Dank meisterhafter Momente wie The Message, Take It In Blood oder I Gave You Power wird Nas zu einer einzigartigen Stimme mit immer treffenden Worten - ein wahrhafter Held, der einen eigenen Musikstil repräsentiert. © Aurélien Chapuis/ Qobuz
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 19. Juli 2019 | Mass Appeal Records

Liest man sich die Produzentenliste für "The Lost Tapes II", mag man glauben, Nas wolle der Rapszene direkt ins Gesicht spucken, dass dieses "Nas hat keinen Beatgeschmack"-Gerücht eigentlich haarsträubender Blödsinn ist. Musikalisch und in Sachen Beatästhetik fressen große Teile der Alben, aus deren Sessions diese Sammlung übrig gebliebener Tracks entstanden sein soll, Staub gegen die Tracks auf "The Lost Tapes II". Mit Instrumentals aus den Federn von Pete Rock, Alchemist, Pharrell Williams, DJ Dali, dem RZA und Kanye West liefert er hier einen seiner kohärentesten und treffsichersten Longplayer in diesem Jahrtausend ab. Es ist klassischer Nas, an allen Fronten. Er eröffnet mit hungrigem Battlerap und Abrechnungen mit der Szene, mal auf einem wulstigen Knabenchor ("No Bad Energy"), mal auf einem extravaganten Jazz-Piano-Flip ("Jarreau Of Rap") und mal auf simplen, aber verdammt effektiven Soul-Samples ("Lost Freestyle"). Es geht um den Druck, der ihm als Szene-Veteran auf den Schultern liegt, und um die Zweifel an seinem Status, die sein wechselhafter Katalog immer wieder laut werden ließ. Dieser Nas hier ist reflektiert und hungrig. Es geht um Spitten auf höchstem Niveau, technisch versiert und nah an den Straßen New Yorks. Trotzdem hängt die Mitte kurz durch, wenn Nas sich den typischen Schwächen seiner Diskographie aussetzt und Storyteller textet, deren Notwendigkeit er selbst nicht erklären kann. "Tanasia" mag zwar dank RZA-Produktion klanglich brillieren, aber allein die tragende Zeile im Refrain, "Tanasia, Tanasia / If you're not from Queensbridge, then you must be from Asia", strotzt nur so vor Exotismus und überkandidelt performter Objektivierung von Frauen, die nicht nur verstaubt, sondern hier ungelenk und etwas peinlich anmutet. Auch die beiden darauf folgenden narrativen Tracks "Royalty" und "Who Are You" beeindrucken nicht gerade mit Dichte oder Feuer. Diese typischen Songs entstehen eher aus dem Impuls heraus, dass Storytelling als eine Insignie des Skills gilt. Man kann vermuten, dass Nas mit dieser Prämisse hier und da besonders tief gräbt, um irgendetwas zu finden, über das er erzählen kann. Doch gerade die inkohärente Geschichte über einen alten Nachbarn auf "Who Are You", der sich mit Bildung und Geld der "weißen Gesellschaft" anschließt, versandet ziellos und ohne klaren Imperativ. Aber erreicht man den Mittelpunkt von "The Lost Tapes II", schaltet Nas spürbar in einen höheren Gang. Besonders die Barrage der letzten Titel kommt mit so viel Feuerkraft um die Ecke, das man sich zuweilen sogar bei der Frage erwischt, ob diese Nummern eventuell sogar mit dem Nas von Mitte der Neunziger mithalten können. "Queensbridge Politics" bringt Pete Rock mit Keys so klassisch zurück, wäre dieses Instrumental 1993 erschienen, es wäre heute ein verbriefter Klassiker. Nas' Flow darauf ist so endlos, verschlungen und verwinkelt, das man bei dem gefühlvollen Tribut an Prodigy leicht denken könnte, er habe den Stift nach "Illmatic" nie abgesetzt. "You Mean The World To Me" nimmt süße, heimelige Synth-Töne aus Kanye Wests MPC und zeigt einen einfühlsamen Nas mit einer tatsächlich interessanten Geschichte über Beziehungsdynamiken, klanglich so Lo-Fi, man spürt förmlich, wie in diversen YouTube-Streams Animemädchen dazu ihre Hausaufgaben erledigen. Dazu gibt es einen weiteren RZA-Track mit "Highly Favored", Bars-Massaker wie auf dem Alchemist-produzierten "It Never Ends" und einen optimistischen Closer mit "Beautiful Life". Viele Treffer und ein paar durchschnittliche Songs also, und Nas zeigt mit dieser Sammlung an Tracks, dass, was Flow und Wortgewalt betrifft, immer noch kaum jemand an seinem Thron rüttelt. Trotzdem fühlt sich das Release nicht ganz so nachdrucksvoll an, wie zum Beispiel Jay-Zs "4:44" es getan hat. Vielleicht fehlt die Reifung, eine wirkliche Entwicklung als Mensch. So sehr Nas mit "The Lost Tapes II" auch musikalische Zweifel aus der Welt schafft, klingt er charakterlich und in Bezug auf sein Weltbild kaum weiter entwickelt als der zwanzigjährige New Yorker, der damals "Illmatic" in die Welt gesetzt hat. Er gibt sich etwas verbissen, teils konspirativ und ohne Kontext in der aktuellen Szene. In diese Hinsicht ist es vermutlich Balsam für jeden, der sich um den Status des Handwerks 2019 gesorgt hat. Nas ist noch hier, und wenn er will, kann er noch rappen, als sei er keinen Tag gealtert. Er kann aber auch texten, als sei er keinen Tag gealtert. So bleibt "The Lost Tapes II" die musikalische Zeitkapsel, als die es vermutlich ohnehin intendiert war. Es ist kein neues Kapitel im Buch des Nasir Jones, aber es ist Wortsport auf allerhöchstem Niveau mit einem der hochkarätigsten Produzentenkader der Hip Hop-Geschichte. Wer genau das erwartet, kann hier eigentlich kaum enttäuscht werden. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 25. April 2014 | Columbia

Nas wiederholt den Mythos seines Debütalbums und will sich damit wieder aufs Wesentliche konzentrieren. Da ihm der Erfolg und die Arroganz seines Konkurrenten Jay-Z seinerzeit ein Dorn im Auge war, wendet er nun eine gewaltvollere, bündigere Methode an, mit der jeder Schlag ein Volltreffer sein muss. Gleich in Ether, dem Opener des Albums Stillmatic, zerstört Nas Jay-Z, als ob er zum Aufstand aufrufen wollte. Mit dem effizienten Got Ur Self A Gun variiert er den Vorspann der Mafiosi-Serie Die Sopranos und findet damit seit The Message sein bestes Gleichgewicht zwischen reinem Rap und Crossover. Mit zwei Meisterstücken seiner Diskografie, Rewind und You’re Da Man, schließt er daraufhin Frieden mit seinem Mentor Large Professor. Da Nasir mit Introspektion und Ehrlichkeit ein Stück weiter geht, erscheint er hier kampflustiger und verletzlicher als je zuvor. In der Perle One mic erklärt er wie ein Retter im Selbstgespräch seine Gründe, warum er schreibt und was hinter seinen Worten wirklich steckt. In The Flyest findet man auch AZ in einem unvergleichlichen Duett wie zur Zeit von Life’s A Bitch. Nas bietet damit genau das, was von ihm erwartet wird und komponiert die perfekte Tonspur für seinen Zorn. Er lässt die größenwahnsinnigen Faseleien von I am und vor allem Nastradamus hinter sich und wird wieder der Superheld eines Rap mit unversehrter Ethik, die sich aufs Wesentlichste beschränkt. © Aurélien Chapuis/ Qobuz
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 15. Juni 2018 | Mass Appeal - NAS

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 9. Dezember 2002 | Columbia

Durch sein mit Stillmatic gefeiertes Comeback wurde Nas wieder eine authentische Alternative zu den vorführungs- und profitgierigen Reimen von Jay-Z und Konsorten. Nas stellt die Identität seiner Musik selbst in den Mittelpunkt und präsentiert ein Jahr später mit God’s Son ein Konzentrat seiner neu orientierten Karriere. Vor allem seine jüngste Zusammenarbeit mit dem Produzenten Salaam Remi wird den so eigenartigen Texten des Rappers aus Queensbridge einen neuen Stempel aufdrücken. Salaam Remi bietet eine Synthese der ganzen Hip-Hop-Kultur zwischen dem goldenen Zeitalter und den aus dem Unterbewusstsein aufgetauchten Melodien, da er auf die stark betonten Breakbeats und die klassischen Samples eines James Brown in Get Down zurückgreift, auf Apache in dem beeindruckenden Made You Look und sogar auf Beethoven in I Can. Wenn er dann noch Eminem und Alchemist hinzunimmt, um eine kältere Vision von Queensbridge auf den Plan zu rufen, produziert er mit God’s Son das gelungenste Album, das Nas seit Illmatic geboten hat. Diese grundlegende Methode zwingt Nas zu einer eher nüchternen Textgestaltung, wobei er neue Standards entwirft und emblematische Stücke komponiert, die endlos lange gespielt werden können. Nas‘ poetisches Talent ist natürlich nach wie vor unanfechtbar und kann getrost als zeitlos bezeichnet werden, da es keiner derzeitigen Modeerscheinung zuzuordnen ist. Nur ganz nebenbei gesagt, God’s Son unterstreicht in Hey Nas auch die Begegnung mit Kelis, die für Nasir Jones‘ Karriere und Leben eine entscheidende Rolle gespielt hat. Aber das steht auf einem anderen Blatt dieses legendären Book of Rhymes geschrieben. © Aurélien Chapuis/ Qobuz
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 5. März 1999 | Columbia

Nach der Rolle des kindlichen Beobachters und des Drogenbosses brauchte Nas eine neue Herausforderung, um sich an die Arbeit für sein drittes Album zu machen. Als Nachfolger sowohl von Rakim als auch von Whodini wurde Nas der neue Stern des globalisierten, beinharten Rap und aufgrund seiner Entscheidungen und Haltungen genauso angehimmelt wie auch verschrien. Der kommerzielle Misserfolg und die schlechte Kritik an seiner Gruppe The Firm, sein Streit mit Cormega, der ihn am meisten beeinflusst hatte und für ihn eine Garantie darstellte, sowie seine recht ergebnislose Zusammenarbeit mit Dr. Dre, der einen anderen Weg eingeschlagen hatte, brachten schlechte Zeiten in seiner Karriere. Mit diesem neuen, schon sehnsüchtig erwarteten Album möchte Nas zum international gefeierten Genie werden. I am wurde viele Male abgelehnt und abgeändert und ist eines der ersten Alben, das durch Raubkopien und mehrere Leaks hintereinander enormen Schaden erlitt. Nas schreckt vor ärgster Provokation nicht zurück, um der zu werden, der er hätte sein sollen, und so sieht man ihn auf dem Cover als Pharao, als gekreuzigten Christus und zusammen mit dem großen Dämonen des damaligen kommerziellen Raps, Puff Daddy, auf dem recht umstrittenen Hate Me Now.Und dennoch überlebt er die in dieser Zeit massenhaft sterbenden Ikonen, indem er Legenden wie Scarface, DMX oder Aaliyah einlädt und 2Pac und Biggie in We Will Survive die Ehre erweist. Nas hat das Kreuz seiner Bewegung zu tragen. Seine manchmal zu großen Kleider schlabbern, und mit seiner Musik bei Trackmasters und LES befindet er sich in einer Bling-Bling-Phase. Aber angesichts all dieser Widersprüche wird er auch wieder recht vernünftig, vor allem mit Dj Premier im emblematischen NY State of Mind part II und erst recht im Nas is like. Mit seinen urbanen Hymnen, die sich immer anhören, als würden sie nie zu Ende gehen, bleibt Nas eine der größten Stimmen seiner Zeit. © Aurélien Chapuis/ Qobuz
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 19. April 1994 | Legacy Recordings

"I'm new on the rap scene, brothers never heard of me", rappt Nas in "One Time 4 Your Mind". Ganz stimmt das so nicht. Als Nasir Bin Olu Dara Jones im April 1994, noch nicht einmal 20-jährig, sein Debüt-Album vorlegt, gilt er in Eingeweihten-Kreisen längst als kleines Wunderkind. Wo auch sonst, wenn nicht im New York der ausgehenden 80er Jahre, sollten große Rap-Karrieren Wurzeln schlagen? Nas saugt die Entstehung von Hip Hop quasi mit der Muttermilch auf. Er wächst in den Queensbridge Projects auf, einem der zahlreichen sozialen Brennpunkte des fest im Griff einer üblen Crack-Epidemie befindlichen "rotten apple". Die Stars einer aufkeimenden Bewegung residieren gleich nebenan. Nas erlebt die Zeit "before the BDP conflict with MC Shan, around the time when Shante dissed the Real Roxxane" hautnah mit - und lernt dabei 1989 Large Professor kennen. Dieser ermöglicht dem jungen Rapper einen Gastauftritt in einem Track seiner Crew Main Source, die wiederum nehmen Nas schon 1991 als Tour-Support ins Gepäck. Sein unfassbar smoother, gelassener, dennoch stetiger Flow und seine für die herrschende Zeit beispiellos vertrackten Reimstrukturen bescheren Nas rasch einen ordentlichen Hype. Es hagelt bereits vor der Veröffentlichung eines eigenen Albums Vergleiche mit Rakim, Big Daddy Kane oder Kool G Rap. "Brothers never heard of me" - nein, so ganz stimmt das nicht. Zu der Zeit, da Nas sein Debüt aufnimmt, hat er bereits Einiges hinter sich. Seine Umgebung hinterlässt Spuren. Nas bricht die Schule ab, hält sich mit diversen kleineren Dealereien über Wasser. Die knallharte Realität bricht spätestens dann in sein Leben ein, als sein Bruder angeschossen und sein Freund Ill Will im Rahmen einer gewalttätigen Auseinandersetzung ermordet wird. Zu erzählen gibt es genug: Nas berichtet "straight out the fuckin' dungeons of rap" von - in seiner Welt - alltäglichen Begebenheiten. Er erzählt - ganz ohne Pathos und Glorifizierung, und vielleicht gerade deswegen so eindrücklich - die kleinen und großen Geschichten der Straße. Dabei beackert er natürlich die Themenfelder, die einen jungen Mann aus der Hood an der Schwelle zum Erwachsenenalter umtreiben: Drogen, Waffen, Gewalt, Sex - und der angestrebte Erfolg, der selbstverständlich mit Geld gleichzusetzen ist. Was Nas später als üble Kommerzialisierung, als Sell-Out, vorgeworfen wird: im Grunde nur eine konsequente Fortführung des auf "Illmatic" bereits eingeschlagenen Weges. AZ bringt es - im einzigen Gastbeitrag des Albums, in "Life's A Bitch" - auf den Punkt: "My mentality is money orientated / I'm destined to live the dream for all my peeps who never made it." Doch so weit sind wir noch lange nicht. Mit dem Fluch des großartigen Erstlings muss sich Nas erst später herumschlagen. Dann nämlich, wenn an jede einzelne seiner Veröffentlichungen der übergroße Maßstab "Illmatic" angelegt wird - und sie allesamt dagegen abstinken. Auch eine aktuell auf den Markt geworfene "Greatest Hits"-Sammlung braucht im Grunde niemand: Nas' greatest hits versammelt bereits sein Debüt. Die großartige Produktion trägt dazu mit Sicherheit ihren Teil bei. Was sich rückblickend wie ein Gipfeltreffen der Reglerschieber-Elite liest, entwickelt sich in Nas' Dunstkreis wie von selbst. Er kennt Large Professor, der mit "Halftime", "One Time 4 Your Mind" und "It Ain't Hard To Tell" für drei Tracks des Albums verantwortlich zeichnet. Außerdem sorgt er für den Kontakt zu Q-Tip ("One Love") und Pete Rock ("The World Is Yours"). Die Brücke zu DJ Premier ("Memory Lane", "Represent" und "N.Y. State Of Mind") schlägt MC Serch, der als Gast auf Nas' voran gegangenem Demotape auftrat. Nicht nur ihm springt die besondere Chemie zwischen den beiden ins Auge: "Primo und Nas, sie hätten bei der Geburt getrennt worden sein können. Es war nicht so, dass sich seine Beats den Reimen anpassten - sie gehörten einfach zueinander." Die jazzig angehauchte, melodiöse Atmosphäre mit ihren Soul-Samples, Loops, staubigen Drumbeats und Scratches geht unverkennbar auf Premiers Konto. Oft sind es - wie in "N.Y. State Of Mind" eine sich in den Vordergrund groovende Basslinie und einige wie achtlos hingeworfene Klaviernoten - nur wenige Elemente, die in ihren steten Wiederholungen Nas' Reime höllisch effektvoll in Szene setzen. Und was für Reime! Nas geht - rein technisch - mühelos als der erste MC moderner Prägung durch. Die Tage der simplen Endreime scheinen gezählt. Der auf "Illmatic" zur Schau getragene Rap-Stil wirkt - sehr im Gegensatz zu vielen Oldschool-Großtaten - auch nach fast zwanzig Jahren noch kein Stückchen antiquiert. Nas' Beobachtungsgabe, sein Gespür für Geschichten und seine bilderreiche Sprache füttern die schnöde Technik zudem mit Inhalten. "I don't know, how to start this." Von den Einstiegsschwierigkeiten lassen die Verse von "N.Y. State Of Mind" nichts, aber auch gar nichts mehr spüren. Nas rückt sich selbst genau dahin, wo er hingehört - ins Zentrum des Interesses: "I got so many rhymes / I don't think I'm too sane", verkündet er. "Life is parallel to hell / but I must maintain / and be prosperous though we live dangerous." Und weiter: "It's only right that I was born to use mics / and the stuff that I write is even tougher than dykes / I'm takin rappers to a new plateau through rap slow / My rhymin' is a vitamin, held without a capsule / The smooth criminal on beat breaks / Never put me in your box if your shit eats tapes." Nas nimmt wie selbstverständlich Platz auf dem hohen Ross der Selbstdarstellung. "I flex like sex in your stereo sets. (...) Check me out y'all, Nasty Nas in your area / About to cause mass hysteria." Kaum einer kam nach ihm, den Nas nicht prägte, führt Q-Tip aus: "Nas ist wie Dylan. Er sagte einmal: 'Nenn mir einen, den ich nicht beeinflusst habe!' Er hat sie alle beeinflusst. Von mir über Jay-Z, Busta Rhymes und Eminem zu 50 Cent: Mit diesem Album hat er jeden beeinflusst." Tja, es scheint: "The most dangerous mc is comin' outta Queensbridge." Der kommerzielle Erfolg stellte sich für Nas trotzdem nur langsam ein. "Illmatic" brauchte zwei Jahre, um Gold-Status zu erreichen. Platin fährt das Werk erst Ende 2001 ein. Einen Meilenstein der Hip Hop-Geschichte markiert "Illmatic" allerdings bereits 1994. "'Illmatic' ist, anders als Public Enemys 'It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back' oder 'Let's Get Free' von den Dead Prez, nicht (offensichtlich) politisch", schreibt Matthew Gasteier in seiner im Rahmen der Reihe "33 1/3" erschienenen lesenswerten Abhandlung über das Album. "Anders als Wu-Tangs 'Enter The Wu-Tang (36 Chambers)' oder MF Dooms 'Operation: Doomsday' ist 'Illmatic' nicht mythologisch. Anders als Dr. Dres 'The Chronic' oder 50 Cents 'Get Rich Or Die Tryin'' handelt es sich bei 'Illmatic' nicht um Gangster-Pop. (...) 'Illmatic' ist Hip Hop." © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 24. September 2002 | Columbia

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 20. April 2018 | Mass Appeal Records

Es gibt nur wenige Platten, die stellvertretend für eine ganze Epoche sind, ein Genre definieren und einen Künstler schon nach seinem ersten Auftritt legendär machen können. Das trifft auf Illmatic zu: Wunder und Fluch zugleich, die Nas seine ganze Karriere hindurch begleiten werden. Neben den zahlreichen Neuausgaben, die anlässlich des 2014 gefeierten Jubiläums der vor 20 Jahren erschienenen Platte auf den Markt kamen, präsentierte Nasir Jones eine sinfonie-ähnliche Version seines Klassikers. Der einzigartige Auftritt war ursprünglich im Doku-Format bei PBS zu sehen und erscheint jetzt anlässlich des Record Day 2018 als CD, Vinyl und im Streaming. Auf dieses im Kennedy Center aufgenommene Konzert hatte man schon sehnsüchtig gewartet; es bietet eine bahnbrechende und pompöse Vision der zu jener Zeit von Dj Premier, Pete Rock, Q-Tip oder Large Pro gebotenen Produktionen. Das National Symphony Orchestra liefert für jedes Sample und jedes Schlagzeug eine Neuinterpretation mit neuem Schwung und einem einzigartigen Resonanzboden. Die neuen Arrangements verleihen außerdem der ohnehin schon recht lebendigen Komposition von Nas ein kinematografisches Element mit lauter hoch angesehenen Figuren und kleinen Ereignissen, die Geschichte gemacht haben. Die Darbietung des Rappers aus Queensbridge ist trotz des ihn begleitenden Streicher- und Bläsermeers stets präzise, ohne dass je ein Reim fehlt. Das zur Barockoper mutierte NY State of Mind, aber auch das muntere Vibraphon in One Love sowie die triumphierenden Bläser im Finale des It Ain’t Hard To Tell, das von Jackson stammen könnte, haben ganz besondere Auszeichnungen verdient. Ein gelungenes Fest. © Aurélien Chapuis / Qobuz
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 2. November 2007 | Columbia

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 20. November 2020 | Mass Appeal Records

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 29. November 2004 | Sony Urban Music - Columbia

Pharaonen ließen Pyramiden errichten, absolutistische Könige bauten monumentale Schlösser, die der Nachwelt einen Teil ihres strahlenden Glanzes übermitteln sollten. Rapper suchen den Götterstatus zu erlangen, indem sie ein Doppelalbum veröffentlichen. Die Liste derer, die sich ein solches Projekt bislang zutrauten, ist ebenso kurz wie beeindruckend: Tupac Shakur, Notorious B.I.G., der Wu-Tang Clan und Jay-Z. Dass der Jigga sich bei seinem "Blueprint 2 - The Gift And The Curse" nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat, dürfte für Nasty Nas ein zusätzlicher Ansporn gewesen sein. Wenn es eine Gelegenheit für ihn gibt, den jahrelangen Kleinkrieg gegen Hova endgültig und in aller Öffentlichkeit zu seinen Gunsten zu entscheiden, dann diese. Und eines sei vorab gesagt: Nas zieht alle Register. Für sein Mammutwerk besinnt sich der Rapper auf alte Stärken: Die Beats stammen mit wenigen Ausnahmen von seinen langjährigen Wegbegleitern L.E.S., Chucky Thompson und Salaam Remi. Die Beats zu der Busta Rhymes-Collabo "Suicide Bounce" und "U.B.R." gehen auf seine eigene Kappe, ATCQ-MC Q-Tip steuert die plattwälzende Synthiehymne "American Way" bei und Buckwild bastelt aus einer funky Basslinie und einem Bluespiano den passenden Klangteppich für den Übertrack "These Are Our Heroes". Zynisch nimmt Nas hier Afro-Amerikaner aufs Korn, die es derzeit zu fragwürdigem Ruhm bringen, dabei aber ihre Wurzeln vergessen. Eines der Opfer: Basketballlegende Kobe Bryant, der letztes Jahr wegen sexueller Belästigung negativ in die Schlagzeilen kam. "From O.J. to Kobe" - So macht der Mann sich keine Freunde. Man findet kaum eine musikalische Marschrichtung, die die Scheibe nicht abdeckt. Ob Nas bei "Disciple" seinen herausragenden Flow auf einem Oldschoolbeat in allen Facetten unter Beweis stellt oder ob seine Freundin Kelis im äußerst kritischen "American Way" eine herrlich schräge Hookline singt - auf wundersame Weise sind die Songs ineinander verzahnt und wirken trotz ihrer Gegensätze sehr homogen. Auch "Just A Moment", eine Hommage an tote Raplegenden, bei der ihn Quan unterstützt, der eine zauberhafte Hookline im besten Nate Dogg-Style croont. "Can we have another moment of silence - for brothers that died for black-on-black violence?" Musikalisch besonders beeindruckend sind die beiden Tracks, in denen Nas gleich zwei Rollen spielt. Jeweils von einem Beatwechsel begleitet, schlüpft er in "Sekou Story" und "Live Now" neben seiner eigenen noch in die Rolle von Scarlett, einem MC mit einem ähnlichen Style wie Lil' Kim und einer Stimme wie D-Flame auf Helium. Beim Höhepunkt von Platte Eins, "Live Now", nutzt er dieses Stilmittel, um zu predigen, jeden Tag wie seinen letzten zu leben - man wisse schließlich nie, ob es ein Morgen gebe. Direkt im Anschluss mimt er mit seinem Alter Ego die letzten Worte eines Mannes auf dem Sterbebett bis zum Herzstillstand - sehr nahegehend und lyrisch glänzend. Ebenso übrigens wie die klaren Worte bei dem immer zwischen hektisch-furios und monumental schwankenden "Nazareth Savage": "I carried the cross to help you afford that plasma screen – gave you chumps a path to walk" - übrigens nicht die einzige Anspielung auf das Vorgängeralbum. Nach einer derart überzeugenden ersten Halbzeit hat man direkt Skrupel, die zweite anlaufen zu lassen. Doch jegliche Befürchtungen werden im Keim erstickt, wenn Busta Rhymes und Nas gemeinsam auf einem pumpenden, von Mr. Jones produzierten Beat loslegen. So hungrig wie bei "Suicide Bounce" hat man das Flipmode Squad-Mitglied lange nicht mehr gehört. Beim anschließenden "Street's Disciple", dessen musikalische Untermalung doch verdächtig nach RZA während der "Forever"-Phase klingt, darf auch Nas' Vater, der bekannte Jazzmusiker Olu Dara, seinem Sprössling bei dessen wohl wichtigstem Werk beistehen. Schon auf dem Debüt "Illmatic" konnte man beide gemeinsam hören. Später widmete ihm der Sohn mit "Poppa Was A Player" auf den "Lost Tapes" eine eher zwiespältige Ehrung. Für "Virgo" gewann Nas das Beatbox-Urgestein Doug E. Fresh und Ludacris, die Hookline zu "No One Else In The Room" stammt von R'n'B-Sänger Maxwell, das Sinatra-Double in "War" spielt Keon Bryce. Alles in allem hat Nas seine Gäste sehr sorgfältig ausgewählt. Jeder trägt seinen Teil zum Album sehr dezent bei, ohne den Meister bei der Arbeit zu stören. Die zweite Scheibe beinhaltet eher die persönlichen Gedanken von Nasty Nas. In "U.B.R. (Unauthorized Biography Of Rakim)" erzählt er dessen Lebensgeschichte von der Geburt bis zum Split mit Dr. Dre. Am Ende dieser Huldigung kündigt Nas auch gleich sein nächstes Projekt an: eine gerappte Biografie von KRS-One. Bei "Getting Married" philosophiert er ausschweifend über seine anstehende Heirat. "Say hello to the man, goodbye to the gigolo". Ehrliche Worte. Die waren aber auch nötig, schließlich lässt der Mann direkt vorher in "Remember The Times" sein Sexualleben genüsslich Revue passieren. Auch in "Bridging The Gap" mit abgefahrenem Bluesarrangement, berichtet er (mit seinem Vater) von seiner Vergangenheit. Der Abschluss der Platte geht ebenso unter die Haut: Nas widmet seiner Tochter Destiny ein Liebeslied. Die zweite Scheibe kann zwar in puncto Power und Arrangements der ersten nicht das Wasser reichen, die Lyrics hingegen toppt sie. Insgesamt macht genau jener Umstand, der bislang als Nas' größtes Manko galt, das Gesamtkonstrukt zu einem Meisterwerk: Die Experimentierfreudigkeit bei den Beats. Es wäre müßig, die Platte mit den Werken von Tupac, Notorious oder dem Wu-Tang Clan vergleichen zu wollen, da es sich um einen völlig anderen Stil handelt. Doch soviel sei gesagt: Bei Nas hat man nicht das Gefühl, er patze bei dem Versuch, sich zum Karriereende vorschnell noch etwas beweisen zu müssen. Mr. Jones besiegelt mit "Streets Disciple" seinen endgültigen Aufstieg von "God's Son" zur Lichtgestalt der Rapszene. Vielleicht spielt auch die Covergestaltung bzw. das beiliegende Poster darauf an: Nas und 12 Homies posieren in einer "Letztes Abendmahl"-Szenerie. Anbetungswürdig ist der Rapper nach diesem Album auf jeden Fall - die Kreuzigung muss allerdings noch warten. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 23. Januar 2007 | Def Jam Recordings

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 21. August 2020 | Mass Appeal

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 6. November 2007 | Columbia