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Ähnliche Künstler

Die Alben

CD13,99 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 20. Juni 2011 | 4AD

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music - Sélection Les Inrocks - Stereophile: Recording of the Month
HI-RES14,99 €
CD9,99 €
i,i

Alternativ und Indie - Erschienen am 9. August 2019 | Jagjaguwar

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
„Alle meine Alben ähneln und beeinflussen einander, und das trifft auch auf dieses hier zu. Der Sound ist hier wirklich raumfordernd.“ Auf diese Weise definiert Justin Vernon, die treibende Kraft des Bon Iver-Projekts, sein viertes Opus. Ein Album, das einen zwölfjährigen Lebenszyklus beendet, im Laufe dessen er nach dem Indie-Folk-Winter mit For Emma, Forever Ago zuerst im Kammer-Pop-Frühling seines gleichnamigen Albums und schließlich mit 22, A Million im Sommer mit Gewitterwolken gelandet war. Übrigens hätte es eine vierte Saison beinahe nicht gegeben. Die Promo-Tour des letzten Albums ging nämlich ganz plötzlich zu Ende, weil Vernon mit Depression und Angstanfällen bei dem Gedanken, sein Leben auf dem Land nie mehr wieder fortsetzen zu können, zu kämpfen begann. i,i entstand also nach einer Erholungsphase als Synthese seines Werdegangs.Das ergibt einen Herbst mit unzähligen, bunten Blättern, in dem er die Klangbilder fließend verknüpft und die malerischen Orchestrierungen, digitalen Sounds und Vokalharmonien diskret aufeinanderschichtet, sodass vor unseren Augen plötzlich die noch unbeschriebene Leinwand des nächsten Bildes auftaucht. Diese Art Rückblick auf seine musikalische Vergangenheit enthält auch eine introspektive Rede, mit der Vernon versucht, seinen misanthropischen Hang mit geselligeren Augenblicken zu mildern: „I should’ve known / That I shouldn’t hide/ To compromise and to covet/ All what’s inside“, singt er in Faith bei crescendo ansteigendem Elektro-Folk, der von wummernden Bässen im Hintergrund getragen wird, während andernorts Chöre und übersättigte Leads ineinander übergehen. In RABi, im allerletzten Song dann, scheint er endlich Zufriedenheit zu verspüren, wenn er sich im Rhythmus einer ungewöhnlich nüchternen Instrumentierung an die Zuhörerinnen und Zuhörer wendet: „Sun light feels good now, don’t it? And I don’t have a leaving plan/ But something’s gotta ease your mind/ But it’s all fine, or it’s all crime anyway“. Es kling wie ein kathartisch wirkendes Finale, nicht nur für den Musiker, der nun offensichtlich seine Dämonen losgeworden ist, sondern auch für den Hörer – für uns, obwohl wir ihn nie aus den Augen gelassen, sondern von Anfang an bejubelt haben. © Alexis Renaudat/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 12. Mai 2008 | 4AD

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
Leland Sutton verzieht sich für einige Monate in einen Hühnerstall, um Lebenskrise und Liebeskummer zu verarbeiten. Letztlich gelingt ihm das vielleicht nicht komplett, aber immerhin entsteht währenddessen ein Album, das ihn in die oberste Riege der amerikanischen Folk-Szene aufsteigen lässt. Kommt einem dieser Plot aus Nickolas Butlers Roman "Shotgun Lovesongs" nicht irgendwie bekannt vor? Nur, dass Leland Sutton eigentlich Justin Vernon heißt und der Hühnerstall eine Jagdhütte im verschneiten Wisconsin war? Dass Butler sich für sein Buch bei der Entstehungsgeschichte von Bon Iver's Debütalbum "For Emma, Forever Ago" bediente, mag zwar einerseits daran liegen, dass Autor und Vernon beide aus dem Provinznest Eau Claire stammen und dieselbe Highschool besuchten. Andererseits steht das auch symbolisch für die Strahlkraft, die die Erzählung des bärtigen Einsiedlers damals diesem Meilenstein der Herzschmerz-Musik verlieh. Diese Mystik des Eremiten-Lebens wirkt zwar in 2020, geprägt von Quarantäne und Lockdowns, nicht ganz so verführerisch. Als das Album 2007 erschien, entwickelte es sich aber zu einem kleinen Lauffeuer. Erst bei MySpace (so lange ist das schon her), dann kamen die Lobhudeleien von Musikmagazinen wie Pitchfork und schließlich umwarben den Mitzwanziger mehrere Labels. Jagjaguwar bekam den Zuschlag und 4D brachte die Platte knapp ein Jahr nach Ursprungsrelease auch nach Europa. Die romantisierte Darstellung des Künstlers, der die Einsamkeit sucht, um sich ganz auf seine Musik zu konzentrieren und am Ende genau dadurch den Durchbruch schafft, motiviert aber sicher auch heute noch traurige Gitarren-Baden dazu, ihr Sozialleben im Namen der Kunst schleifen zu lassen. Zurück zu den Anfängen: Vernon war schon während seiner Zeit an der University of Wisconsin-Eau Claire in mehrere Bandprojekte verstrickt, die allerdings nicht so recht abheben wollten. Die Truppe DeYarmond Edison, benannt nach seinen Zweitnamen, meinte es dann schon etwas ernster. Gemeinsam zogen die Mitglieder nach Raleigh, North Carolina, in der Hoffnung dort mehr Anklang zu finden. Diese Hoffnung wurde schnell dadurch zerschossen, dass Vernon in ein Tief fiel, das sich erst auf Selbstzweifel stützte, dann durch gesundheitliche Probleme verschlimmert wurde und schließlich in einer Online-Poker-Sucht gipfelte. Während alledem führten bandinterne Spannungen zum Ausschluss Vernons aus der nach ihm benannten Band. Um diesen Negativtrend zu brechen, brach Vernon seine Zelte in Raleigh ab, beendete seine damalige Beziehung, schmiss sein Aufnahmeequipment in den Kofferraum und fuhr die fast 2000 km zurück nach Eau Claire. Unterschlupf fand er in der alten Jagdhütte seines Vaters, und hier nimmt die Origin-Story von Bon Iver Fahrt auf. Während Vernon in der Novemberkälte vor allem nichts tat beziehungsweise Fernsehen guckte und Bier trank, begann er auch mit der Aufarbeitung einer älteren Beziehung. Und nach mehreren Wochen Nichts kam die Inspiration und der Wille, doch auch wieder etwas zu schreiben. Intensive Songwriting-Tage begannen ineinander zu verschwimmen, durch die Verwendung seines Falsetts und dem Übereinanderlegen zahlreicher Gesangsspuren erschloss Vernon neue melancholische Klangwelten und kehrte schließlich im Februar 2007 mit den neun Songs, die das Album ausmachen, aus der Isolation zurück. Legenden zufolge kämpfte der Barde in seiner Zeit dort mit einem Bär und verkaufte erlegtes Wild in der nächstgelegen Stadt, um seine Gitarre reparieren zu können. Es sind solche Geschichten, die dafür sorgen, dass das Album dieser Hauch des Mystischen umgibt, obwohl sich die Zeit für Vernon kaum so angefühlt hat, wie er gegenüber A.V. Club zugab: "Ja, ich bin in eine Hütte im Wald gefahren und habe ein Album gemacht. Es ist seltsam, darauf zurückzuschauen und das für magisch zu halten, weil es sich wie ein paar einsame Monate in der Kabine angefühlt hat, in denen ich den Laptop angeschlossen und rumgespielt habe." Eigentlich hat dieses Album den ganzen Trubel um die Entstehung gar nicht nötig, aber trotzdem ist es einfach eine Geschichte, die man gerne erzählt. Und zusätzlich übersetzt sich dieses übergeordnete Thema von Einsamkeit und Schmerz und letztlich Überwindung derselben auch perfekt in die Musik und diese Wechselwirkung von Drumherum und Ergebnis besticht ganz besonders. Das unkonventionelle Songwriting, das es einem häufig erschwert, klare Strukturen zu erkennen, evoziert die Gedankenspiralen, die einen in Sinnkrisen plagen, die ebenfalls keinen klaren Linien folgen. Häufig wirkt Vernon damit zwar in seinen Gedanken gefangen, gleichzeitig aber musikalisch befreit, etwa in "Creature Fear", einem der optimistischeren Titel der Platte. Die schlendernden Strophen kippen abrupt in den nach vorne schiebenden Refrain, während Vernon sich an einer Beziehung den Kopf zerbricht: "I was teased by your blouse / Spit out by your mouth". Dabei ist die Musik erstaunlicherweise oft klarer darin, Emotionen zu vermitteln, als der Text. In "Lump Sum" etwa bleiben die Lyrics so vage wie möglich, wenn Vernon singt: "Fit it all, fit it in the doldrums / Or so the story goes / Color the era / Film it as historical, ah". Auch wenn das unpräzise und teils antiquiert klingt, spiegelt es eben auch die innere Verworrenheit wieder, in der der Musiker sich befunden haben muss. Schon der Opener "Flume" macht aber klar, dass es nicht nur Geschichte und Songwriting sind, die sich gegenseitig ergänzen, sondern auch die Produktion und der Sound. "For Emma, Forever Ago" steht mit seiner LoFi-Ästhetik, in der Zimmerrauschen und Instrumentenklappern Teil des Klangs sind, in einer Linie mit den frühen Platten von Elliott Smith. Während die Songs bei Smith aber für sich sprechen, haucht das Wissen um den Aufnahmeort jedem Knarzen in "For Emma, Forever Ago" eine eigene Bedeutung ein. Zu Beginn von dem sich fantastisch aufbauenden "Blindsided" beispielsweise, das erst nur auf minimalistisches Gitarrenspiel und sanftes Drumming setzt, sich dann aber immer mehr öffnet. Der Climax in der Mitte des Stückes gehört zu den schönsten Parts der Platte. Hier heißt es: "Would you really rush out for me now?" Direkt im Anschluss scheint der Song wegzubrechen, fängt sich dann aber doch wieder. Die Hütte wirkt dadurch wie ein Charakter, der eine Rolle innerhalb des Albums einnimmt und ohne den es doch etwas weniger bedeutend wirken würde. "For Emma" ist der charmante Abgesang auf die Ex: "Go find another lover / To bring a..., to string along! / With all your lies / You're still very lovable" und trumpft mit Jubel-Bläsern auf, die die Stimmung des Abschlusses und Neuanfangs untermalen. Das Gegenstück dazu ist wohl Vernons bekanntester Titel: "Skinny Love". Der Song, der einen selbst dann in ein kleines Tief stürzen kann, wenn man emotional eigentlich bestens situiert ist. "Come on, skinny love, just last the year", jault Vernon zu Beginn, noch nicht bereit die richtigen Konsequenzen zu ziehen, kurze Zeit später fällt er dann in den eindringlichen Refrain: "And I told you to be patient / And I told you to be fine / And I told you to be balanced / And I told you to be kind". Hierfür verlässt er das Falsett, singt druckvoller, mehrmals droht seine Stimme zu brechen. Dazu zwei Gitarren, die nicht ganz tight zueinander spielen. Genau dieses Raue gibt dem Stück seine Wucht. Selbst wenn er im fantastischen, zurückgelehnten Closer "re:stacks" proklamiert: "This is not the sound of a new man or crispy realization / It's the sound of the unlocking and the lift away" wirkt hier einiges neu, erfrischend. Von diesem Album aus startete Vernon eine ziemlich einzigartige Karriere, entwickelte sich immer mehr zum Elektro-Tüftler, arbeitete mit Kanye West und sang 2020 gemeinsam mit Taylor Swift auf "Exile". Auch wenn es sich damals für Vernon nicht so angefühlt haben mag, war der Winter in der Jagdhütte rückblickend kein schlechter. Der Name des schnell zur Band gereiften Projektes ist dann auch eine Abwandlung des französischen "Bon Hiver", zu deutsch etwa "Guter Winter". © Laut
CD8,99 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 30. September 2016 | Jagjaguwar

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Dem Vernehmen nach fiel Justin Vernon nach seiner letzten Platte im Jahr 2011 und diversen Nebenprojekten in ein ziemliches Loch. Vom Druck, den der Erfolg seines Projekts Bon Iver mit sich brachte – zwei Grammys heimste er dafür 2012 ein – fühlte sich Vernon zusehends eingeschränkt. Zwischendurch erwischte man ihn sogar beim verbalisierten Gedanken, dass es das mit Bon Iver gewesen sein könnte. Nun gibt es mit "22, A Million" nicht nur ein drittes Studioalbum, sondern eines, das seine Kraft genau aus dieser Krise schöpft. Nummern und Sonderzeichen stehen darauf als zeitgeistige Metaphern, von denen einige entschlüsselt sind, andere nach wie vor kryptisch bleiben: Die 22 zumindest steht für Vernon selbst (seine Lieblingszahl), die "Million" für seine gesamte Umwelt. Schenkt man den Begleittexten zum Album Glauben, so handelt die Platte vor allem vom Prozess der Selbstfindung und –öffnung. Von der 22 hin zur Million. In musikalischer Hinsicht lässt sich eine der schönsten Weisheiten des Pop-Zirkus' zitieren: Der Künstler hat sich hier neu erfunden. Vernon schrieb schon immer auf den Punkt reduzierte Pop-Hymnen mit ordentlicher Pathos-Beigabe. Das beschert in vielen Lebenslagen ein veritables Maß an Freude (wer hat noch nie zu "Skinny Love" geknutscht?), befand sich gleichzeitig aber immer am Rande zu unglaublich gesättigtem Kitsch. Auf "22, A Million" tritt Vernon die Flucht aus seinem selbst gezimmerten musikalischen Wohlstand an. Natürlich finden sich auch auf dieser Platte die dicksten Melodien, nur eben in niedrigerer Dichte, zerhackt, mal hier, mal da wieder auftauchend. Analog zu seinem Leben ordnet er seine Musik neu und bedient sich massig an Vocoder- und Hall-Effekten. Bon Ivers neue Künstlichkeit spiegelt sich vor allem im Sample als zentralen Baustein der Platte. Munter montiert Vernon seine Songs zusammen, kopiert und loopt, was das Zeug hält. Das fällt natürlich bereits in den ersten Takten des Openers "22 (Over Soon)" auf und dürfte all jene vergraulen, die den alten Bon Iver – Beanie, Bart und Gitarre – verehrten. Natürlich ist da noch Vernons liebliches Falsett, das er oft in Imogen Heap-Manier pitcht ("715 – Creeks") oder mit so vielen Spuren überlagert, dass es sich anhört, als singe ein ganzer Chor. "33 "God", wegen der wiederkehrenden, refrainartigen Teile bewusst zur Single erkoren, erinnert zudem an den Sound von Son Lux. Vernon muss man deshalb nicht als Opportunisten abstempeln, "22, A Million" mag streckenweise ebenso nach James Blake und Konsorten klingen, doch die Art, wie Vernon hier seine Musik versteht, ist eine andere. Der Amerikaner spielt permanent mit den Erwartungen des Hörers. Auf erwähntes "33 "God"" folgt "29 #strafford Apts", das im höchsten Kontrast die Bon Iver-Essenz der Vergangenheit auf die Platte schleust. Wenn Vernon in "8 (Circle)" dann schließlich 80er-Pop und Holzbläser auffährt, dann weckt das ebenso Erinnerungen an vergangene Tage. Solche Songs neben gänzlich neuem Material quasi als Selbst-Zitate auf der Platte zu wissen, irritiert in musikalischer Hinsicht, erscheint im Kontext der Erzählung aber durchaus sinnvoll. Vernon dokumentiert auf "22, A Million" seinen Weg aus der Krise hin zu Neuem. Weil seine größte Kompetenz nach wie vor darin liegt, Intimität auf Tonträgern zu konservieren, nimmt man ihm das genau so ab. Dafür hätte es nicht einmal die durchgestylte, kryptische Zeitgeist-Ästhetik gebraucht. © Laut
CD9,99 €

Internationaler Pop - Erschienen am 27. März 2020 | Jagjaguwar

CD6,99 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 20. Januar 2009 | Jagjaguwar

CD1,29 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 17. April 2020 | Jagjaguwar

HI-RES1,95 €
CD1,29 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 6. August 2020 | Jagjaguwar

Hi-Res
CD1,29 €

Internationaler Pop - Erschienen am 22. Januar 2020 | Jagjaguwar

CD1,19 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 12. August 2016 | Jagjaguwar

Dem Vernehmen nach fiel Justin Vernon nach seiner letzten Platte im Jahr 2011 und diversen Nebenprojekten in ein ziemliches Loch. Vom Druck, den der Erfolg seines Projekts Bon Iver mit sich brachte – zwei Grammys heimste er dafür 2012 ein – fühlte sich Vernon zusehends eingeschränkt. Zwischendurch erwischte man ihn sogar beim verbalisierten Gedanken, dass es das mit Bon Iver gewesen sein könnte. Nun gibt es mit "22, A Million" nicht nur ein drittes Studioalbum, sondern eines, das seine Kraft genau aus dieser Krise schöpft. Nummern und Sonderzeichen stehen darauf als zeitgeistige Metaphern, von denen einige entschlüsselt sind, andere nach wie vor kryptisch bleiben: Die 22 zumindest steht für Vernon selbst (seine Lieblingszahl), die "Million" für seine gesamte Umwelt. Schenkt man den Begleittexten zum Album Glauben, so handelt die Platte vor allem vom Prozess der Selbstfindung und –öffnung. Von der 22 hin zur Million. In musikalischer Hinsicht lässt sich eine der schönsten Weisheiten des Pop-Zirkus' zitieren: Der Künstler hat sich hier neu erfunden. Vernon schrieb schon immer auf den Punkt reduzierte Pop-Hymnen mit ordentlicher Pathos-Beigabe. Das beschert in vielen Lebenslagen ein veritables Maß an Freude (wer hat noch nie zu "Skinny Love" geknutscht?), befand sich gleichzeitig aber immer am Rande zu unglaublich gesättigtem Kitsch. Auf "22, A Million" tritt Vernon die Flucht aus seinem selbst gezimmerten musikalischen Wohlstand an. Natürlich finden sich auch auf dieser Platte die dicksten Melodien, nur eben in niedrigerer Dichte, zerhackt, mal hier, mal da wieder auftauchend. Analog zu seinem Leben ordnet er seine Musik neu und bedient sich massig an Vocoder- und Hall-Effekten. Bon Ivers neue Künstlichkeit spiegelt sich vor allem im Sample als zentralen Baustein der Platte. Munter montiert Vernon seine Songs zusammen, kopiert und loopt, was das Zeug hält. Das fällt natürlich bereits in den ersten Takten des Openers "22 (Over Soon)" auf und dürfte all jene vergraulen, die den alten Bon Iver – Beanie, Bart und Gitarre – verehrten. Natürlich ist da noch Vernons liebliches Falsett, das er oft in Imogen Heap-Manier pitcht ("715 – Creeks") oder mit so vielen Spuren überlagert, dass es sich anhört, als singe ein ganzer Chor. "33 "God", wegen der wiederkehrenden, refrainartigen Teile bewusst zur Single erkoren, erinnert zudem an den Sound von Son Lux. Vernon muss man deshalb nicht als Opportunisten abstempeln, "22, A Million" mag streckenweise ebenso nach James Blake und Konsorten klingen, doch die Art, wie Vernon hier seine Musik versteht, ist eine andere. Der Amerikaner spielt permanent mit den Erwartungen des Hörers. Auf erwähntes "33 "God"" folgt "29 #strafford Apts", das im höchsten Kontrast die Bon Iver-Essenz der Vergangenheit auf die Platte schleust. Wenn Vernon in "8 (Circle)" dann schließlich 80er-Pop und Holzbläser auffährt, dann weckt das ebenso Erinnerungen an vergangene Tage. Solche Songs neben gänzlich neuem Material quasi als Selbst-Zitate auf der Platte zu wissen, irritiert in musikalischer Hinsicht, erscheint im Kontext der Erzählung aber durchaus sinnvoll. Vernon dokumentiert auf "22, A Million" seinen Weg aus der Krise hin zu Neuem. Weil seine größte Kompetenz nach wie vor darin liegt, Intimität auf Tonträgern zu konservieren, nimmt man ihm das genau so ab. Dafür hätte es nicht einmal die durchgestylte, kryptische Zeitgeist-Ästhetik gebraucht. © Laut

Der Interpret

Bon Iver im Magazin
  • Bon Ivers Herbst erhellt uns den Sommer
    Bon Ivers Herbst erhellt uns den Sommer „Alle meine Alben ähneln und beeinflussen einander, und das trifft auch auf dieses hier zu. Der Sound ist hier wirklich raumfordernd.“ Auf diese Weise definiert Justin Vernon, die treibende Kraft des Bon Iver-Projekts, sein viertes Opus. Ein Album, das einen zwölfjährigen Lebenszyklus beendet, i...