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Dank der Zusammenarbeit im Vorfeld mit den Tonstudios und einer immer größer werdenden Anzahl an Major- und Independent-Labels (ECM, Mirare, Aeolus, Ondine, Winter & Winter, Laborie, Ambronay Editions, Zig Zag Territoires, usw.) kann Qobuz immer mehr Neuheiten und eine umfangreichere Auswahl seines Backkatalogs in Hi-Res 24-Bit anbieten. Diese Alben geben den direkt vom Mischpult stammenden Originalklang wieder und ermöglichen ein unvergleichliches Hörerlebnis, das über die Qualität von CDs (die üblicherweise auf 44,1 kHz/ 16 Bit "reduziert" werden) hinausreicht. Die Dateien in "Qobuz Hi-Res" sind DRM-frei und zu 100 % mit Mac und PC kompatibel. Qobuz setzt sich so für die Klangverbesserung der Online-Musik ein, die lange Zeit vom komprimierten MP3-Format bestimmt war, und bietet Musikliebhabern Klangqualität und Komfort bei der Nutzung von digitaler Musik.

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R&B - Erschienen am 29. Januar 2021 | Transgressive

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Die Stimme einer Generation. Das hat man Bob Dylan nachgesagt, der nichts davon hören wollte... Anaïs Oluwatoyin Estelle Marinho alias Arlo Parks reagiert genauso, wenn man sie seit ihrer 2019 erschienen EP Super Sad Generation als Sprecherin der Generation Z (die zwischen 1997 und 2010 Geborenen) bezeichnet. Ist die Marketing-Punchline erst einmal vergessen, kann man ungehindert Collapsed in Sunbeams genießen - ein brillantes Debütalbum, das mit beschwingtem R'n'B, leichtem Pop und Neo-Trip-Hop jongliert. Das wohl tiefgründigste Album von Anfang 2021... Bevor die in London lebende Sängerin tschadischer, französischer und nigerianischer Herkunft Songs schrieb, widmete sie sich der Poesie. Als großer Fan von Sylvia Plath, Ginsberg und Nabokov fühlte sich sich schon immer zum Schreiben hingezogen. Arlo Parks erzählt Geschichten - oft ihre eigenen - noch bevor sie diese vertont. Mit seinem Titel, der aus Zadie Smiths Roman Von der Schönheit stammt, unterstreicht das Album Collapsed in Sunbeams diese literarische Leidenschaft, die Arlo Parks nun ganz der Musik zugewandt hat. Mit Finesse und Schärfe setzt sie sich mit Zerrissenheit (Caroline), unerwiderter Liebe (Eugene) oder Alkoholismus (Hurt) auseinander. Ihre bittersüßen Melodien konfrontieren die oft melancholischen, manchmal traurigen Texte mit geballter Pop-Energie. Ein Balanceakt, der von einer hypnotischen Stimme getragen wird, die sowohl an Trickys Ex, Martina Topley-Bird, als auch an Lily Allen oder Jorja Smith erinnert. Mit nur 20 Jahren ist Arlo Parks mehr als eine Eintagsfliege und wird wahrscheinlich noch viele Jahre im Rampenlicht stehen. Eine wahre Entdeckung. © Marc Zisman/Qobuz
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AYA

R&B - Erschienen am 13. November 2020 | Rec. 118

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
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Funk - Erschienen am 25. September 2020 | Warner Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
Natürlich denkt man sofort, dass sich die Super Deluxe Neuauflage von Prince‘ Sign O the Times mit mehr als acht Stunden Musik vor allem an seine Hardcore Fans richtet. Da die gigantische Arbeit die Neuauflage eines der bedeutendsten Alben des Champions aus Minneapolis betrifft, bietet sie vielleicht den Neulingen die Gelegenheit, einen ersten Schritt zu wagen. Wenn man schließlich bedenkt, dass der Star nahezu ununterbrochen von jeder Musik, die er spielte, Aufnahmen machte, mögen diese acht Stunden recht spärlich erscheinen… Das Album Parade aus dem Jahr 1986 wird von Kiss getragen, diesem atemberaubenden, ultraminimalistischen Hit, der sich in den oberen Chartplätzen hält. Der Name Rogers Nelson dient einmal mehr als Headliner und die Prinzenfamilie tourt quer durch die Welt. Diese Familie steckt allerdings in der Krise, seit Prince seine Gruppe The Revolution aufgelöst und sich stattdessen in seinem Paisley Park Studio eingeschlossen hat, um seine neunte Prophezeiung im Alleingang auszutüfteln. Sie erscheint im April 1987: Sign ‘O’ The Times. Die treuen Amazonen – die Gitarristin Wendy, die Sitar- und Flötenspielerin Lisa und die Schlagzeugerin Sheila E sind die einzigen Gäste in seiner neuen, von allerlei Exzessen verpanzerten Zauberwelt. Sein Funk wird extrem minimalistisch, bis er zu einem effizienten Kondensat zusammenschmilzt (The Ballad of Dorothy Parker, Sign ‘O’ The Times, Starfish and Coffee), wogegen der frühere Soul nur selten angesagt ist (Slow Love). Prince’ Gehirn ist ständig in Bewegung und verströmt haufenweise Ideen, wie etwa The Cross, eine mit arabischen Klängen gewürzte Halluzination, wie auch Sly Stone sie gehabt haben könnte. Mit Soul, Funk, Jazz, Rhythm’n’Blues, Rock und Pop auf Sign ‘O’ The Times sprengt er eigentlich alle stilistischen Grenzen.Diese gigantische Super Deluxe Edition, die im Herbst 2020 erscheint, bietet bereits das von dem berühmten Spezialisten Bernie Grundman geremasterte Originalalbum. Die unumgänglichen Versionen der Singles und ihrer B-Seiten, die Maxi-Ausgaben und sogar die Dub-Versionen sind alle als Bonuszusätze enthalten. Den festlichen Höhepunkt bilden 63 unveröffentlichte Tracks, die unter dem Aushänger Vault Tracks zusammengefasst sind. Darunter sind vor allem 45 noch nie gehörte Studioaufnahmen! Es sind nicht irgendwelche Überreste, da Prince ursprünglich geplant hatte, ein Sign O the Times mit 22 Songs herauszubringen, womit der Warner Bros-Boss aber nicht einverstanden war. Er genehmigte ihm stattdessen nur ein Doppelalbum… In diesem Kochkessel findet man Bruchstücke seiner aufgegebenen Projekte The Dream Factory, Camille, Crystal Ball, The Dawn, für Miles Davis, Sheila E., Joni Mitchell oder Bonnie Raitt geschriebene Kompositionen, und Berge anderer Raritäten wie etwa Can I Play With U? mit Miles Davis. Kurz und gut, unzählige Teilchen, mit denen man das Puzzle namens Prince endlich fertigstellen könnte. Sie sind immer noch nicht satt? Diese Neuveröffentlichung enthält auch ein umwerfendes, am 20. Juni 1987 in Utrecht mitgeschnittenes Live-Set. © Marc Zisman/Qobuz
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Soul - Erschienen am 22. Mai 2020 | Born Bad Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
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Soul - Erschienen am 3. April 2020 | Brainfeeder

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
Zwar stellte das geschmeidige und funkige Drunk im Jahre 2017 die Krönung in seiner Laufbahn dar,  deswegen sollten wir aber nicht übersehen, dass Stephen Bruner alias Thundercat seinen Bass schon seit etlichen Jahren im Griff hatte. Der durchgeknallte Kalifornier, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt, trieb sich seit Beginn der Nullerjahre eigenständig, aber auch zusammen mit Suicidal Tendencies, Kendrick Lamar, Flying Lotus und Kamasi Washington herum. Mit großer Sicherheit schlängelte sich Thundercat immer schon zwischen dem Fusion-Jazz der 70er von George Duke & Cie und dem durchgeknallten Funk von George Clintons P-Funk-Galaxie hindurch, bei dem er sich Ausgelassenheit und Pop-Spinnereien auslieh. Auf It Is What It Is setzt er seine Orgien mit pluralistischem Groove und verrauchtem Soul fort und flirtet nebenbei mit Jazz-Rock und leichtem Funk. Auf diesem vierten Solo-Album, das wieder bei Brainfeeder erscheint, dem Label von Flying Lotus, der als Gast auf Dragonball Durag zu hören ist, packt er seine ganz echt aussehende, von reinstem Groove und Afrofuturismus durchtränkte Nonchalance aus. Wie so oft haben auch diesmal die Kompositionen dieses Fans von Kenshiro und Mortal Kombat nicht immer die Form herkömmlicher Songs. Es ist ein bisschen wie in einem Traum, wo die realistischen Phasen vor den surrealistischen zurückweichen. Außerdem steigert diese hoch jauchzende Stimme dieses unwahrscheinlich hedonistische Gefühl um ein Zehnfaches… Diesmal hat Thundercat Steve Arrington von der Gruppe Slave mit Funk aus den Siebzigern an Bord geholt, sowie Steve Lacy von The Internet für eine gefühlsgeladene Ballade (Black Qualls), weiters Lil B und Ty Dolla $ign mit einer herzerschütternden Hommage an Mac Miller (Fair Chance). Es sind auch Childish Gambino, der Schlagzeuger Louis Cole sowie der Komiker Zack Fox dabei. Der nach wie vor merklich starke Einfluss von George Duke (einem seiner Idole, dessen For Love (I Come Your Friend) er auf The Golden Age of Apocalypse aus dem Jahre 2011 coverte), aber auch die Anleihen bei kalifornischem Soft Rock machen daraus ein fesselndes Album, mit dem er uns gehörig um die Ohren streicht… © Marc Zisman/Qobuz
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Soul - Erschienen am 1. November 2019 | Polydor Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
Hat Michael Kiwanuka etwa dadurch, dass er sein drittes Album ganz einfach Kiwanuka genannt hat, endlich mit sich selbst Frieden geschlossen? Seit seinen Anfängen im Jahr 2012 hat sich der Londoner ununterbrochen die Frage gestellt, welchen Platz als Künstler er einnimmt, welchen Bezug er zu seinem musikalischen Erbe hat, aber auch, wer er eigentlich ist und welche Rolle er in einer Gesellschaft spielt, die nach wie vor vom Rassismus zermürbt wird… Schon seit seinem ausgezeichneten Debütalbum Home Again gilt Kiwanuka als neues Wunder des heutigen Soul. Es ist dieser bewusst orientierte, ganz in der Art von Terry Callier mit Folk durchtränkte Soul, der so herrliche Erinnerungen an die Seventies wachruft. Gewisse Leute vergleichen ihn sogar mit keinen Geringeren als Bill Withers, Otis Redding und Marvin Gaye… Auf Love & Hate, seinem zweiten, 2016 erschienenen Album, präsentierte der Songwriter eine kleine Spur mehr Rock, ohne gleichzeitig auf seine Einflüsse aus dem Gospel und dem Soul zu verzichten, wo er doch von Danger Mouse bei der Produktion so große Unterstützung bekam. Kiwanuka strahlt im Endergebnis jetzt mehr Ruhe aus, die Instrumente sind aber genauso vielfältig und die Texte sind immer noch gleichermaßen politisch engagiert. Somit setzt er den Weg fort, den er mit seinen vorhergehenden Alben eingeschlagen hat. Danger Mouse steht erneut an den Reglern, aber dieses Mal verleiht er allem eine noch nie dagewesene Reichweite und Stärke, wenn wir nur unsere Ohren auf Empfang stellen: Soul im Breitwandformat, Gospel in XXL-Größe, recht funkige Gitarren mit Wah-Wah-Effekt, zarte Streicher, Bässe bigger than life, lange Instrumentaleinlagen usw. Ganz wie schon beim Opener You Ain't The Problem handelt es sich um ein wahrhaft architektonisches Meisterwerk mit reinstem Soul. Michael Kiwanuka hat aus seiner Bewunderung für den Marvin Gaye am Anfang der siebziger Jahre nie einen Hehl gemacht, und dabei denken wir sehr oft an What’s Going On (sein Lieblingsalbum par excellence) und Trouble Man, auch wenn die Stimmen der beiden Männer grundsätzlich verschieden sind. Dieses dritte Opus des 32-jährigen Briten ist vor allem kompakt wie nie zuvor. Und bei jedem weiteren Anhören der Platte taucht ein anderes subtiles Arrangement auf, ein wohl überlegtes Wort oder es macht sich ein Instrument bemerkbar, das in den Vordergrund tritt. Eine großartige Platte. © Marc Zisman/Qobuz
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Funk - Erschienen am 7. Juni 2019 | Rhino - Warner Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Pitchfork: Best New Reissue
Nach den im Jahre 2018 veröffentlichen Klavierkompositionen Piano & A Microphone 1983 kommt nun ein zweites posthumes Album des Prinzen auf den Markt. Originals bleibt auf den Zeitraum 1981-1991 beschränkt, auf ein Jahrzehnt also, in dem Prince voller Schaffensfreude war, und damit ist die Produktion – mit den größtenteils für andere Leute geschriebenen Aufnahmen – wunderbar einheitlich geblieben. Rogers Nelson war in erster Linie ein sehr anpassungsfähiger Totalkünstler, denn einerseits konnte er in Purple Rain alle Instrumente spielen, andererseits konnte er sich bei seinen Bühnenauftritten auch mit seinem Idol James Brown messen. Er schrieb zugleich endlos viele Kompositionen für ihn sowie für die ganze „Galaxie Prince“, die aus einzigartigen Interpreten bestand. Zu seinen 15 Titeln gehören also The Glamourous Life für Sheila E, den Manic Monday der Bangles, Love Thy Will Be Done von Martika, aber auch You’re My Love des Country-Crooners Kenny Rogers. Originals, das sind also preziöse Demo-Versionen, die ganz einfach restauriert wurden. Damit kann man sich in die Kulissen  schleichen und sehen, wie der Maestro in seinem Labor an seinen besten Melodien feilte und sie mit Brio interpretierte, ohne noch wirklich zu wissen, was aus ihnen dann werden würde. Wie zum Beispiel Nothing Compares 2 U, der emotionsgeladene Gipfel dieses Opus. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Soul - Erschienen am 12. April 2019 | Aftermath - 12 Tone Music, LLC

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
Es gehört sicher nicht zu den geringsten Verdiensten in Dr. Dres langer Karriere, 2015 den bis dato weitestgehend unbekannten Anderson .Paak an die Oberfläche gespült zu haben. Der präsentierte sich in sechs Tracks auf "Compton" als dermaßen coole Socke, dass er zum gar nicht einmal so heimlichen Star des Albums avancierte. Vom plötzlichen Hype um seine Person unbeeindruckt, legte .Paak Anfang 2016 mit "Malibu" das wohl lässigste Album des Jahres hin und groovte sich mit seinen Songs an der Schnittstelle von R'n'B, Funk und Hip Hop in die Herzen urbaner Studenten. Zumindest in meinem näheren Umfeld gab es eigentlich kaum eine WG-Küche, in der "Malibu" nicht rauf und runter lief. Auch auf dem vierten Album bleibt .Paak sich darin treu, seine Alben nach Orten in Kalifornien zu benennen. Nur ein knappes halbes Jahr nach dem eher enttäuschenden "Oxnard" zieht er einen Ort weiter, nach "Ventura". Die elf neuen Songs stammen dabei aus dem gleichen Aufnahmeprozess, was mich mit einer gewissen Skepsis an das Album herangehen lässt. Die Befürchtung, hier die B-Seiten eines ohnehin schon nicht so richtig prallen Albums serviert zu bekommen, erweist sich allerdings ziemlich rasch als unberechtigt. .Paak begrüßt mit Chören und lässiger Drumroll, ehe er mit einer gehörigen Portion Soul einsteigt. Dazu gibts gleich auf dem ersten Track einen Rappart von André 3000, und das ist ja bekanntlich nie eine schlechte Idee. Nach "Wheres The Catch" auf James Blakes (fantastischem) Album "Assume Form" ist "Come Home" der zweite Gastauftritt des ehemaligen Outkast-Rappers dieses Jahr und bleibt hoffentlich nicht der letzte. Auch "Make It Better" ist von der Grundausrichtung ein klassischer Soultrack, der auf den typischen .Paak-Groove trifft. "How do you mend when you're worlds apart", fragt der Musiker, hat aber entschieden keine Lust auf Traurigkeit und macht sich lieber daran, praktische Lösungen für die Beziehungskrise anzupreisen. Die bestehen in .Paaks Welt vor allem darin, sehr viel Sex zu haben. Unterstützung bei der Überzeugungsarbeit leistet Soulveteran Smokey Robinson. Dass Anderson .Paak auch ein mehr als passabler Rapper ist, beweist er auf "Winners Circle". Inhaltlich verläuft hier alles in bekannten Bahnen: "Told you don't ever give me that gushy, but I didn't mean it. Bring her home and I'ma bust it out the residence. When I get the gushy, I go dumb like the president." Man sieht das unverschämte Grinsen praktisch vor sich. Zwischen den ganzen "gushies" und "pussies" droht ein Song wie "King James" beinahe unterzugehen. Mit Zeilen wie "We couldn't stand to see our children shot dead in the streets. But when I finally took a knee them crackers took me out the league" wird .Paak ungewohnt politisch. Von den ganzen Rassisten lässt er sich aber nicht die Stimmung versauen, weshalb der Song trotzdem in gewohnter Manier ordentlich nach vorne zieht. Gegen Ende des Albums wagt sich der Musiker sogar ganz weit in Popgefilde vor. "Jet Black" mit Brandy ist sein Entwurf eines Sommerhits. Ein Kopfnicker, um lässig den Sunset Strip runter zu fahren. Noch mehr gute Laune gibt es auf "What Can We Do?", für das .Paak unveröffentlichte Vocals von "hook master" Nate Dogg einbaut. Der indisch angehauchte R'n'B-Track entlässt den Hörer mit einem breiten Lächeln aus dem Album. Mit "Ventura" gewinnt der Musiker die Lockerheit zurück, die ihm bei "Oxnard" abhanden zu kommen schien. Auch auf dem vierten Album überfordert die Vielzahl der Ideen beim ersten Hören noch leicht. Dafür finden sich auch beim wiederholten Durchlauf noch kleine Details, und der Spaß, den Anderson .Paak auf dem Album hat, wirkt ansteckend. Der Kalifornier lässt sich von nichts und niemandem den Vibe killen und bietet erneut elf Tracks voll guter Laune für die WG-Küche. © Laut
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Funk - Erschienen am 14. September 2018 | Warner Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Pitchfork: Best New Reissue
Zwei Jahre nach seinem allzu frühen Dahinscheiden liefert die Ali Baba-Höhle einen ersten Schatz des Prinzen. Mit dem treffend genannten Piano & A Microphone 1983 erklingt seine Kunst so wie Gott sie schuf. Bereits als 25-Jähriger kann Prince schon fünf Alben vorweisen (For You, Prince, Dirty Mind, Controversy und 1999) und so schickt es sich an, jene Platte herauszubringen, die ihn dann zum international bekannten Star machen sollte: Purple Rain. Der Multi-Instrumentalist verbringt Tag und Nacht im Studio, aber hier spielt er allein am Klavier ein Medley mit eigenen Kompositionen und zwei Neuinterpretationen: A Case Of You von Joni Mitchell und den Gospel-Song Mary Don't You Weep. Natürlich wird diese Erstveröffentlichung durch den persönlichen Kontext, in der die Aufnahme entstand, zu etwas Besonderem. So braucht man nur noch die Augen zu schließen und davon zu träumen, mit ihm allein zu sein… Mit seiner elastischen Stimme und seinem leidenschaftlichen Spiel liefert der Musiker aus Minneapolis jenen, die noch immer zweifeln, den Beweis, dass er ein Gesamtkünstler ist. Entertainer, aber auch genausogut Komponist, Showman und Improvisator. Seine Rohversion von Purple Rain ist durchaus erhaben und ein Titel wie Strange Relationship bietet die Möglichkeit, einen Blick auf seine Produktionsweise zu werfen, da er ihn vier Jahre später im Album Sign o' the Times unterbringt, natürlich in einer herausgeputzteren und energischeren Version. Auch wenn Piano & A Microphone 1983 in erster Linie an die Fans von Prince gerichtet ist, so werden die Neulinge – falls es überhaupt noch solche gibt – wohl höchst entzückt sein, hier einen überwältigenden Künstler zu entdecken. © Marc Zisman/Qobuz
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Soul - Erschienen am 30. März 2018 | Verve

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
Eine große Soulstimme, die wiederauferstanden ist. Engagierte Songs, die in das Great American Songbook eingegangen sind. Hier handelt es sich um ein Projekt aus den sechziger Jahren (aber nicht nur…), das im geteilten und aufgebrachten Amerika der Präsidentschaft unter Trump jedoch ein wahres Echo findet. Bettye LaVette widmet diese Platte Bob Dylan, denn sie besteht ausschließlich aus Coverversionen seiner Songs, und somit lässt sie ihre Stimme im eigentlichen und im übertragenen Sinn erklingen. Das von Steve Jordan produzierte Things Have Changed featured insbesondere Keith Richards und Trombone Shorty, und wechselt also zwischen Soul, im Vintage- und aktuellen Stil, und präsentiert andererseits auch Uppercuts mit etwas Funk, ja sogar Rock. Die aus Michigan stammende, über 72 Jahre alte Soul Sister beweist vor allem, dass ihre Stimme noch lange nicht ausgedient hat… Schon 2005 hatte LaVette mit dem Album I’ve Got My Own Hell To Raise ein hübsches Comeback gefeiert, wo auch schon zahlreiche Coverversionen von Sinéad O'Connor, Lucinda Williams, Joan Armatrading, Rosanne Cash, Dolly Parton, Aimee Mann und Fiona Apple zu hören waren. Zwei Jahre später bestätigte sie auf The Scene Of The Crime mit Coverversionen von Eddie Hinton, George Jones, Willie Nelson, Ray Charles, John Hiatt und Elton John, dass ihre Stimme nach wie vor keinen Abbruch erlitten hat. Und da aller guten Dinge drei sind, entdeckte man sie dann auf dem im Jahre 2010 veröffentlichten Interpretations: The British Rock Songbook mit beliebten Kompositionen der Beatles, Rolling Stones, Traffic, Animals, Led Zep, George Harrison, Pink Floyd, Ringo Starr, Paul McCartney, Moody Blues, Derek & The Dominos und The Who… Der aktuelle Jahrgang 2018 steht jedoch über den anderen, da sich die Sängerin Bob Dylans Repertoire auf umwerfend ehrliche Weise angeeignet hat. Das ist hohe Kunst. © Max Dembo/Qobuz
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Soul/Funk/R&B - Erschienen am 16. März 2018 | naïve

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 4F de Télérama
Nachdem Meshell Ndegeocello angefangen hatte Platten zu veröffentlichen, war schnell klar, dass sie mehr als bloß eine "Prince-ss" ist. Es wäre zu einfach, in dieser umwerfenden Singer/Songwriterin und Bassistin nur den weiblichen Abklatsch des verstorbenen kleinen Genies aus Minneapolis zu sehen. Seit einem Vierteljahrhundert zaubert sie eine perfekte Alchemie zwischen Jazz, Soul, Rock, Pop, Funk, New Wave und Hip-Hop hervor; ein richtiger Dauerbrenner, der aber von ihren Kollegen und Kolleginnen meistens weniger geschätzt wird. Der Ausdruck "frei wie ein Vogel" klingt in ihrem Fall genau richtig. Logisch, ist auch die Bedeutung von Ndegeocello auf Suaheli… Ihr Jahrgang 2018 hört sich wie eine Rückkehr zum Ursprung des Groove an, denn Meshell verarbeitet gerne Stücke jener, die auf diesem Gebiet Meister geworden sind (Prince, TLC, George Clinton, Tina Turner, Janet Jackson, Sade), und auch inzwischen vergessene Namen (Force MDs, Lisa Lisa & Cult Jam, Surface, Al B. Sure!). Das zutreffend genannte Ventriloquism hat sie zusammen mit ihren alten Freunden Chris Bruce (Gitarre), Abraham Rounds (Schlagzeug) und Jebin Bruni (Keyboards) in Los Angeles eingespielt und es ist viel mehr als nur ein „Album mit neuen Versionen“. Die von Einfällen übersprudelnde Meshell hat ihre Songs von ihren ursprünglichen, manchmal altmodisch gewordenen Klängen befreit, sorgfältigst gesäubert und geschmackvoll neu gestaltet (Waterfalls von TLC klingt als wäre es Neil Young selbst!), obwohl sie in persönlicher Hinsicht eine eher schwierige Phase durchläuft. „Das Jahr, in dem ich diese Platte einspielte, war für mich selbst sowie für zahlreiche Bekannte, mit denen ich regelmäßig in Kontakt war, so destabilisierend und entmutigend, dass ich nach etwas Leichtem suchte, wo doch alles um mich herum so trostlos war. Zum Beispiel einen Ort mit Musik, der mich an andere, bessere Zeiten erinnern würde.“ Heilsames Wohlergehen, Wonnegefühl, und sogar eine gewisse Form von Schönheit, all das bietet Ventriloquism, ein beeindruckendes Werk einer total unbescholtenen Künstlerin, die eine regelrechte Ausnahme bildet. © Marc Zisman/Qobuz
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Soul - Erschienen am 15. Juli 2016 | Polydor Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Dank des brillanten Debütalbums Home Again, das Michael Kiwanuka im Jahre 2012 herausbrachte, ist der Brite zu einem der großen Stars des heutigen Szene des Nu Soul aufgestiegen. Mit nur 25 Jahren wurde Kiwanuka mit nicht weniger großen Namen als Bill Withers, Otis Redding und Marvin Gaye verglichen. Auf seinem zweiten Album Love & Hate, das nun erscheint, zeigt uns der Londoner seine rockige Seite, ohne seine eindeutig souligen Einflüsse zu verleugnen. Es wurde produziert von Danger Mouse und enthält viele anspruchsvolle Kompositionen (wie zum Beispiel die zehnminütige Sinfonie Cold Little Heart, die das Album eröffnet) und unerwartete Referenzen wie Akkorde, die eindeutig an David Gilmour von Pink Floyd erinnern. Aber auch die Refrains zeigen Kiwanukas Brillanz und die Eingängigkeit der Melodien - sowohl wenn er beim gleichnamigen Song "I'm a white man in a white world" singt oder den Titelsong Love & Hate zum Besten gibt. Wenn er gezielt das Saitenspiel einsetzt oder wir uns über gospelähnliche Chorgesänge freuen können. Kurz gesagt: Ein großes Soul-Album, das reich an Einflüssen großer Künstler ist, hinter denen es sich nicht zu verstecken braucht. © MZ/Qobuz
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R&B - Erschienen am 28. Juni 2016 | Domino Recording Co

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 4F de Télérama - Pitchfork: Best New Music
Über das Thema Polizeigewalt kann der britische Musiker Devonté Hynes ein Liedchen singen. Während eines Auftritts beim Lollapalooza 2014 attackierten ihn Security-Mitarbeiter nach einer Rede zum Thema. Das ist leider noch immer brandaktuell: Die Situation zwischen der farbigen amerikanischen Bevölkerung und der Polizei scheint nach der Ermordung zweier Afroamerikaner durch Polizisten gerade wieder gewaltsam zu eskalieren. Hynes twitterte als Reaktion auf die jüngsten Vorfälle: "Hört auf, uns zu töten." Die Erfahrung, dass seine Worte ungehört verhallen, greift er auf "Freetown Sound" auf. Mit dem neuen Album seines Projekts Blood Orange will er den Opfern staatlicher und gesellschaftlicher Oppression in den USA eine Stimme geben. Das kurze Intro "By Ourselves" basiert auf einen Gedicht von Ashlee Haze und plädiert für ein schwarzes, feministisches Selbstvertrauen. Es herrscht immer noch eine hitzige Debatte darüber, das der Feminismus andere ethnische Minderheiten auszuschließen versuche. Musikalisch kommt das im klassischen Jazz-Gewand mit Gospel-Gesängen daher, die in Haze' überschwänglicher Rede auf Freiheit und Selbstbestimmung münden. "Augustine" prägen repetitive Drumschläge. Der Song hätte mit seinen Pianotupfern und dem verhallten Gesang auch Prince gut zu Gesicht gestanden. "Chance" führt die verträumte, relaxte Richtung weiter und reduziert das Tempo, um die weiblichen Gesänge in den Vordergrund zu rücken. "Best To You", in dem Debbie Harry zu hören ist und die Sängerin Loreley Rodriguez von Empress Of ihren Auftritt bekommt, kann man sich aufgrund der loungigen Atmosphäre und dem wunderschönen Refrain kaum entziehen. Die einzelnen Tracks gehen nahtlos ineinander über und vermitteln ein geschlossenes Gesamtbild, das für laue Sommerabend schon ziemlich perfekt erscheint. "E.V.P." setzt auf kühle 80s-Sounds und eine unverschämt gute Funk-Rock-Line, die auch Nile Rodgers sich nicht einfach so im Schlaf ausdenkt. "Love Ya" fordert Gerechtigkeit für alle ethnischen Gruppen in Gestalt eines versunkenen Easy Listening-Jazz-Songs. "Desirée" besitzt Bezüge zu Venus Xtravaganza, einer Transgenderin, die sich in der Dokumentation "Paris Is Burning" für die Gleichberechtigung von schwarzen und weißen Frauen in der Gesellschaft einsetzt. Der Song gestaltet sich wieder sehr funkig und greift die Loungesounds von "Best To You" wunderbar auf. Bei knapp einer Stunde Spielzeit finden sich auch ein paar Längen. In der zweiten Hälfte nimmt das musikalische Niveau nicht grundlegend ab, aber Tracks wie "Hands Up", "Thank You" und "I Know", ziehen etwas unspektakulär am Ohr vorbei. Es fehlen im Gegensatz zur ersten Hälfte ein paar echte Hits. Das Highlight des Albums markiert das berührende Duett "Hadron Collider". Das rückt ins Gedächtnis, das Nelly Furtado immer noch über eine ziemlich brillante Stimme verfügt. Die vom Pianospiel geprägte Ballade geht unmittelbar ins Herz. "Better Than Me" greift wieder den urbanen Spirit der 80er auf und fasziniert mit einen ausgeklügelten Refrain und lasziven weiblichen Geflüster. Letztendlich braucht das Album ein bisschen Zeit und die passende abendliche Stimmung, um sich dem Hörer zu offenbaren. Wer erwartet, dass Dev Hynes zu seinen Indie-Wurzeln zurückkehrt, dürfte sich enttäuscht abwenden. Dafür lebt er seine urbane, schwüle R&B-Ästhetik auf "Freetown Sound" hervorragend aus. Mit "Freetown Sound" schafft Hynes ein Album, das nicht nur ein wichtiges inhaltliches Statement darstellt, sondern ihn musikalisch um Einiges gereifter als noch auf "Cupid Deluxe" zeigt. Sein Songwriting und die musikalische Detailfülle katapultieren ihn mittlerweile in die erste Liga, er findet zu einer eigenständigen Identität und Handschrift. © Laut
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Soul/Funk/R&B - Erschienen am 21. August 2015 | Epic - Legacy

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Soul - Erschienen am 15. Dezember 2014 | RCA Records Label

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Pitchfork: Best New Music - Sélection JAZZ NEWS - Grammy Awards
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Soul/Funk/R&B - Erschienen am 21. April 2014 | Ninja Tune

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Hi-Res Audio
"Ich konnte nicht mehr. Eigentlich wollte ich aufhören und hatte nicht vor, jemals wieder ein Album zu veröffentlichen", sagt Kelis über ihr Ende bei Jive Records im Jahr 2007. Glücklicherweise überdachte sie diesen Schritt damals gründlich und entschied sich, ihre Karriere als Sängerin fortzuführen. So dürfen Fans und Kritiker auch weiterhin eine erstaunliche Entwicklung bezeugen, die mit dem sechsten Studio-Album wohl ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Wie ein ausgewogener Tag beginnt auch "Food" mit dem "Breakfast". "Ooh Ah / Ooh Ooh Ah", stimmt Kelis' vierjähriger Sohn Knight an, bevor die Sängerin selbst zu einer herzlichen und wohlig warmen Hymne einlädt, zunächst lediglich begleitet von Bass und Drums. Wenn dann noch sanfte Background Vocals, Saxofon und Trompete einsteigen, sprüht "Breakfast" nur so vor Lebensfreude. "So much of who we are / Is from who first taught us how to love" - ein Song, der die Sonne aufgehen lässt. Unmittelbar nach dem Frühstück kommen die "Jerk Ribs" eigentlich ein bisschen zu früh. Doch spätestens hier offenbart Kelis, dass Titel wie "Cobbler", "Friday Fish Fry" und "Biscuits N' Gravy" völlig beliebig gewählt sind. Mit erzwungenen Anspielungen zum Thema Essen verschont sie den Hörer. Vielmehr liegt die Namensgebung in den Mahlzeiten begründet, die die gelernte Saucen-Köchin der Band während der Aufnahmesessions in ihrem Haus servierte, wie die Bilder im Booklet belegen. Jene Band erweist sich in "Jerk Ribs" als treibende Kraft und unterlegt Kelis' hauchenden Soul mit euphorischen Funk-Bläsern. Dem Reichtum an Harmonie, Kraft und Melodie, den die Sängerin in dem Stück besingt, steht "Food" bis hierhin in nichts nach: "The beat was like a soundtrack to me / The melody washed right over me." Zu verdanken ist das auch Produzent Dave Sitek. Der arbeitete bereits für Foals sowie die Yeah Yeah Yeahs und hievt die markante, wenn auch nicht voluminöse Stimme der Sängerin auf ein neues Level. Besonders nach dem umstrittenen Ausflug in den elektronischen Bereich auf "Flesh Tone" findet das Team um Sitek mit perfekt ausgewogener Live-Instrumentierung genau das richtige Mittel, um Kelis als Künstlerin noch weiter reifen zu lassen. Der stimmungsvolle, meist heitere Mix aus Soul, Funk, Afrobeat und klassischem R'n'B steht der 34-Jährigen nämlich bestens zu Gesicht. Ob sie mit Handclaps und einem kleinen Orchester im Rücken auf "Cobbler" zum Tanzen anregt oder sich im betörend langsamen und futuristisch angehauchten Soul als "Dreamer" gibt - dass sie wieder voll hinter ihrer Musik steht, ist Kelis anzumerken. Doch auch wenn Karriere, Sohn und das Kochen ihr Leben erfüllen, fehlt etwas, und zwar ein Mann an ihrer Seite. Frei sein bedeutet manchmal eben auch allein sein: "Sure I'm self sufficient blah blah independent [...] I've got some space, I want that man to fill it." "Floyd" muss er nicht unbedingt heißen, nach der Trennung von Nas sollte der Neue aber schon ähnlich Besonderes mitbringen: "I want to be blown away." Wenn der Song schließlich mit dem Optimismus eines Disney-Happy-Ends ausklingt, deutet ein blitzender Lichtstrahl jedoch das Ende des Single-Tunnels an. Dass die üppige Instrumentierung, an der Produzent Sitek ab und an auch selber mitwirkt ("Biscuits N' Gravy", "Dreamer"), nicht nur in den Funk- und Soul-Nummern begeistert, zeigt "Forever Be", der einzige offensichtliche Pop-Song des Albums. Auch hier reißen Bläser, Keys und dezente Violinen-Klänge besonders in der Hook mit. Ebenfalls hoch anrechnen muss man Band und Produzent, dass die Stücke nie überladen wirken und Kelis ausreichend Platz für ihre Zeilen lassen. Die soulig-warme, aber nur selten kraftvolle und teilweise sogar dünne Stimme der Protagonistin wird nie erdrückt, geschweige denn übertönt. Besonders deutlich kommt diese Stärke in "Rumble" zum Vorschein, dass die Sängerin innerlich gespalten zeigt. "No we don't need therapy / What I need is you to leave", schließt sie zu Drums und Piano voreilig mit ihrer letzten Liebe ab, nur, um später zu flehen "Baby don't go". Eine der wenigen Passagen, in denen Kelis zeigt, dass durchaus Power in ihrer sonst zurückgelehnten Darbietung steckt, gestärkt von plötzlich einsetzenden Trompeten- und Saxofon-Tönen. Völlig aus dem Nichts schleicht sich das Cover der Singer/Songwriter-Ballade "Bless The Telephone" heran und überrascht mit vollkommen anderem Sound. Kelis' gefühlvoller Gesang harmoniert zwar perfekt mit der gezupften Gitarre, als Duett mit Sal Masakela gerät der Song aber etwas zu süß und klebrig. Zu den markant rhythmischen Soul-Nummern der Platte will "Bless The Telephone" ohnehin nicht passen und hätte sich eher als Nachtisch für "Food" geeignet. Der kleine Aussetzer bleibt jedoch die einzige Zutat, die etwas schwerer im Magen liegt. Ansonsten bietet Kelis' sechstes Studio-Album eine wunderbar leichte und dennoch feine Kost, die hoffentlich nur den Anfang eines mehrgängigen Menüs darstellt. "Food" macht mit seinen organischen Klängen und eingängigen Hooks von der ersten bis zur letzten Minute Spaß und wirft schon jetzt die spannende Frage auf, welchen Weg die Sängerin auf ihren kommenden Werken einschlägt. © Laut
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CD25,99 Fr.

Soul - Erschienen am 1. Januar 2012 | Polydor Records

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 4F de Télérama - Hi-Res Audio - Sélection du Mercury Prize
Als "Sound Of 2012" zeichnete die BBC Michael Kiwanuka unlängst aus. Ohne einen Langspieler veröffentlicht zu haben, trat der Engländer damit in die Fußstapfen von Künstlern wie Adele, Keane oder Corinne Bailey Rae. Zwei kleine EPs reichten aus, um die Jury zu überzeugen und die Musikwelt wie gebannt auf das Debüt-Album warten zu lassen. Denn der 23-Jährige ist gesegnet mit einer Stimme, die ihresgleichen bei den ganz Großen sucht. Ein bisschen Bill Withers und Terry Callier schwingt mit, ein wenig Otis Redding und Van Morrison, vielleicht sogar Nick Drake. Sein wohlig-warmer, sanfter Bariton macht Kiwanukas Organ so zeitlos, dass er auch die Wahl zum "Sound Of 1967" hätte gewinnen können. Das reichte der BBC, um die gehypten Mitbewerber Frank Ocean und Azealia Banks auf die Plätze zu verweisen. Verglichen mit den beiden Newcomer-Kollegen wirkt "Home Again" ungewöhnlich ausgereift, erwachsen und überlegt. Was nicht nur an den unterschiedlichen Genres des Trios liegt, sondern auch daran, dass der Londoner und sein Produzent John Butler (The Bees) wenig Neues wagen. Sie haben ja schließlich schon gewonnen. Kiwanukas Debüt strotzt nicht gerade vor Innovation und Originalität, sondern plätschert zunächst relativ mutlos auf den sicheren Pfaden des jazzigen Souls der frühen Siebziger – zumindest auf den ersten Umdrehungen. Erst nach mehreren Durchgängen entwickelt diese knapp 40 minütige Mischung aus Soul, Blues, Folk und Gospel eine seltsam aufregende Dynamik, die eigentlich gar nicht zum entspannten Grundtenor des Albums passt. "Always Waiting" heißt das Programm, schließlich haben auch Langsamkeit und Ruhe ihre faszinierenden Momente. Zumindest, wenn man sich darauf einlässt. Denn erst dann entdeckt der Hörer die Detailliebe und Perfektion, mit der Butler seiner Entdeckung zehn wunderschöne Songs auf den Leib geschneidert hat. Das gilt natürlich vor allem für das schon längst überall gefeierte "Tell Me A Tale", ein großes Stück Musik, das verschiedene Flöten, Percussion und Brass-Bläser vereint und schon jetzt zu den besten Songs des Jahres zählt. Mit dem alles überstrahlenden Opener als Antrieb entführt "Home Again" auf eine spirituellen Reise durch reichhaltige, aber nicht aufdringliche akustische Welten, die eine E-Gitarre und ein Rhodes Piano nur gelegentlich sanft durchbrechen. Eine Sitar hier ("I'll Get Along"), eine Kora ("I Won't Lie") da, hin und wieder zurückhaltende Streicher, um den Songs noch mehr Tiefe zu verleihen als sie durch das ausgefeilte Arrangement und Kiwanukas vereinnahmende Stimme ohnehin schon haben. Aber nicht die allerlei ausgefallenen Instrumente sind es, die "Home Again" zu einem grandiosen Pop-Album machen, sondern die Vertrautheit, mit der Kiwanuka jeden umgarnt, der ihn an sich ran lässt. "Rest" könnte auch von Eric Clapton stammen, etwas mehr Folk im Dylan-Stil bringt das nicht minder bluesige "Bones", das zweite große Highlight des Albums. "I'm Getting Ready" und "Any Day Will Do Fine" würden auch Leonard Cohen gut zu Gesicht stehen. Das schwerfällige, chorale "Always Waiting" lockert ein Charango auf, deutlich luftiger ist "I'll Get Along", das mit Flöten und Cowbell arbeitet und ein fast unanständiger Gute Laune-Ohrwurm ist. Kiwanuka erfüllt die Erwartungen, die die Vorschusslorbeeren geschürt haben, wenn er auch etwas Anlauf dafür braucht. Allerdings schließt sich die Frage an, was als nächstes kommt, auf einem zweiten Album dürfte das "Home Again"-Konzept nicht wieder funktionieren. Doch das ist Zukunftsmusik, zunächst gilt es, die Gegenwart und damit den "Sound Of 2012" bis zum Schluss auszukosten. Ende April findet der Engländer den Weg in hiesige Konzerthallen. Der Besuch ist Pflicht. © Laut