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Die Alben

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R&B - Erschienen am 21. März 2011 | Universal Republic Records

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R&B - Erschienen am 18. August 2011 | Universal Republic Records

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R&B - Erschienen am 12. November 2012 | CP Records

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Frühjahr 2011, irgendwo in Toronto. Draußen küssen die ersten Sonnenstrahlen die Glasfronten der Skyline. Drinnen, im Keller eines namenlosen Nachtclubs, sieht man vor Rauchschwaden kaum die Hand vor dem eigenen Gesicht. Es riecht nach Gras, Hennessy und Schweiß. Während bei vielen Gästen die Nüchternheit Einzug hält und manche sich schlaftrunken auf den Heimweg machen, hört man aus einem kleinen Separee Gelächter und das Klimpern von Koksbesteck. Draußen lockt das kalte Wetter den ersten den Rotz aus der Nase, drinnen betäuben sich die letzten ihre Nebenhöhlen mit billigem Kokain, die Geräuschkulisse bleibt die selbe. Inmitten dieser fiebrigen Atmosphäre fragt ein 21 Jahre junger Abel Tesfaye nach der Uhrzeit. Seit drei Tagen wach, sitzt er, umgeben von falschen Freunden und namenlosen Schönheiten, in der hintersten Ecke des Clubs und fürchtet sich vor dem unvermeidbaren Comedown, der auf ihn wartet. Noch weiß niemand außerhalb seiner Stadt, wer dieser mysteriöse Schönling ist. "House Of Balloons" nennt sich sein erstes Outing als Musiker. Es zeichnet ein Spiegelbild seines Alltags, so verrucht und kaputt wie seine eigene Reflexion im verkratzten Silbertablett, das vor ihm liegt. Noch bevor er zur nächsten Line ansetzen kann, ändert sich sein ganzes Leben mit dem Brummen seiner rechten Hosentasche. Ein gewisser Noah James Shebib, besser bekannt als 40, stolperte über Abels Musik, der von hier an den Künstlernamen The Weeknd annahm, und teilte sie mit seinem Freund Aubrey "Drake" Graham. Kaum online auf dessen Blog, überschlugen sich die Berichterstattungen auf Pitchfork und bei der New York Times. The Weeknd wird im gleichen Jahr noch zwei weitere Mixtapes veröffentlichen, die ihm nur ein Jahr später einen Auftritt auf dem Coachella sowie die Gründung seines eigenen Labels XO unter Universal ermöglichen. Diese drei Mixtapes, namentlich "House Of Balloons", "Thursday" und "Echoes Of Silence" öffnen die Tür, nicht nur für Drakes Debüt "Take Care", sondern für ein bisher dahin im Mainstream ungesehenes Level an Dekadenz und Düsterkeit, das Dutzende Künstler in den folgenden Jahren beeinflussen wird. Abels R'n'B legt den Fokus auf den Blues-Aspekt von "Rhythm and Blues". Ein Blues, so trostlos wie ekstatisch, der von Drogenexzessen, gefühlskaltem Sex und dem Herzschmerz am nächsten Morgen erzählt. Abel gibt diesem Genre den Schmerz zurück, reißt ihm die kunterbunte, fröhliche Party-Maske von der nymphomanen Junkie-Visage und sagt: "Ihr findet mein Leben toll? Schön, probiert es aus, dann werdet ihr sehen, wie einsam ich bin." House Of Balloons Wir machen eine Sprung zurück. Zurück in den namenlosen Nachtclub. Es ist das gleiche Szenario, aber ein anderer Tag. Heute erhält Abel nicht den Anruf, der sein Leben verändern wird. Heute stellt er das Tablett nicht wieder auf den Tisch, heute rollt er Scheinchen bis seine Nase blutet. "You don't know what's in store", flüstert er der Frau zu, die ihm heute Nacht Gesellschaft leisten wird. Die Empfehlung, die er ihr gibt, gilt aber ebenso für den Hörer: "Trust me, you wanna be high for this." Die anschwellende Melodie von "High For This" gipfelt in verzerrten Synths und schallenden Drums: ein ominöser, klaustrophobischer Mood-Setter für das, was auf "House of Balloons/Glass Table Girls" folgt. Abel hat die Party mitsamt Begleitung verlassen. Zurück in seiner Wohnung versucht er sich verzweifelt, von der Realität der Situation abzulenken. "This is a happy house" singt er betäubt, wohl wissend, dass die Drogen im Körper seines Gegenübers der einzige Grund sind, dass sie überhaupt hier ist. Die sich auftürmenden Schuldgefühle schüttelt er ab: "Don't blame it on me girl, 'cause you wanted to have fun." Kurz darauf kippt die Stimmung. Weeknd gibt sich seinem Rausch hin und hat mit Tunnelblick nur noch eines im Kopf: Mehr! Egal ob Gras, Alkohol, Pillen oder Kokain, die namensgebenden gläsernen Tische erweisen sich als überraschend multifunktional. Doch während der Inhalt immer sexueller und expliziter wird, zeichnet das Instrumental gepaart mit Abels müder Stimme ein anderes Bild, das sich erst am Ende auch im Gesprochenen manifestiert: "I'm a nice dude with some nice dreams and we turn this into a nightmare: Elm Street." Am nächsten Morgen, immer noch high, kippt der Kanadier sich Alizé ins Müsli und reflektiert über die letzte Nacht und seine Karriere, die noch in den Kinderschuhen steckt. Während er den intensiven Sex mit einer Entjungferung gleichsetzt, so sieht er sich auch selbst als Jungfrau in der Musikindustrie, als "virgin to the money, virgin to the fame". Es sind erste verletzliche Risse in der Playboy-Fassade, die auf "Wicked Games" zu seelischen Kratern aufreißen. "Bring the drugs, baby, I can bring my pain" heißt es. Die Nüchternheit kommt mit dem Bewusstwerden der eigenen Unsicherheit. "Get me off of this, I need confidence", fleht er seine Geliebte an, deren Liebe, das weiß er bereits, keinen Bestand haben wird. Doch bevor der Tag vorüber ist, stürzt er sich auf "The Party & The After Party" in den nächsten Exzess. Abels engelsgleiche Stimme reibt sich kontinuierlich an den bittersüßen Instrumentals seines Produzenten Illangelo. Er tänzelt um Beach House- und Cocteau Twins-Samples und lässt inmitten von Sound-Landschaften irgendwo zwischen Industrial und Dream Pop selbst den größten Alptraum wie den Himmel auf Erden klingen. Auf "Loft Music", kommt er beispielsweise zur folgenden erschreckenden Erkenntnis: "The only girls that we fuck with, seem to have 20 different pills in 'em", trägt es allerdings mit solch verführerischen Timbre vor, dass man ohne nachzudenken auch 30 Pillen für ihn schlucken würde. "The Knowing" stellt den Schlusspunkt von "House Of Balloons" und gleichzeitig den ersten emotionalen Nullpunkt von "Trilogy" dar. "You probably thought you'd make me cry, but it's okay", versichert sich Abel selbst, als er herausfindet, dass seine Geliebte ihn betrogen hat. "I swear it's okay", schreit er, seine Stimme am Zittern. Während er in seiner Depression versinkt, leiten die leisen Gitarren am Ende des Songs das nächste Kapitel ein. Für Leute wie Abel endet die Party nicht mit dem Wochenende, sie fängt gerade erst an. Thursday Fast Forward: Einige Monate später findet sich Abel in dem Bett einer neuen Liebschaft wieder. Er ist noch tiefer im Drogensumpf versunken, lebt von Hit zu Hit, von Fick zu Fick. Er hat sich geschworen, nie wieder Gefühle für eine Frau zu entwickeln, hat sogar eigens für seine nächtlichen Beziehungen einen eigenen Zeitplan erstellt und darin den Dienstag rot eingekreist. Dort trifft er "Valerie", ein Mädchen, dem er auf einer Party begegnete, wo er ihr prompt versprach sie zum "Lonely Star" zu machen. "When you'll fuck them you'll see my face", verspricht sie ihm dafür im Gegenzug. "My body is yours, every thursday / I exist only on thursday": Es ist der Beginn einer Obsession. "House Of Ballons" überspielte seine Abgründigkeit weitestgehend mit einem äußerst zugänglichen und leicht verdaulichen musikalischen Korsett, frei nach dem Motto: "Das was ich hier mache hat seine Schattenseiten, aber fühlt euch frei, meinem Vorbild zu folgen." "Thursday" versucht das erst gar nicht. Es ist Abel in seiner highsten und hedonistischen Form, ein psychedelischer Bad Trip, der so schonungslos in den misogynen Abgrund der Reichen und Schönen blickt, dass einem übel wird. In "Life Of The Party" begrüßen uns hämmernde Gitarren. Sie versetzen uns in Abels Lage, der von Substanzen benebelt den Mond anheult. Er manipuliert Frau nach Frau, treibt sie dazu, sich an seiner Kollektion an Drogen zu bedienen und mit so vielen seiner Freunde zu schlafen wie möglich, um im Mittelpunkt zu stehen. "Go downtown with the drugs in your body, take that step you're the life of the party", säuselt er ihnen allen ins Ohr. Die harschen Drum-Schläge in der Hook konterkarieren einmal mehr die hoffnungslose, abstoßende Realität mit Abels nymphomanem Wahn. Während all das geschieht, sitzt Valerie daheim und wartet, bis es wieder "Thursday" wird. Als es dann endlich soweit ist, realisiert Abel, dass er schon längst das Interesse an ihr verloren hat. Er betäubt sich, um mit ihr intim werden zu können, beschwert sich, dass sie ihn ständig anruft, versucht, sie abzuwimmeln. Doch dafür ist es längst zu spät. "The Birds Pt.1" und "The Birds Pt. 2" wohnt eine Schlüsselrolle inne, da sie den ersten und letzten Moment in der gesamten Trilogie darstellen, indem die rücksichtslosen Aktionen des Sängers drastische Folgen haben. "Don't make me make you fall in love with a nigga like me" warnt er sie ein letztes Mal, angepeitscht von rituellen Trommeln. Vergebens. Als seine Stimme am Ende des ersten Teils fadet, geschieht das Unvermeidbare. Ein kurzes Schluchzen, das Drehen der Trommel und ein Schuss, zeitgleich mit dem Bassschlag, beschließen das tragische Ende ihrer Beziehung. "She said mercy me, mercy me. Let me fall out of love before you fuck her", reminisziert ein verstörter und schlagartig nüchterner Abel. "Sandpaper kisses, papercut bliss" flüstert Martina Topley-Bird in der Bridge. Kein Moment auf "Trilogy" bringt die Ambivalenz zwischen Abels blindem Egoismus und dem Schaden, den er damit anderen, zufügt besser auf den Punkt. Als auch die die Musik irgendwann ausbleibt, krächzen die Krähen: Es wirkt, als verdunkle sich der Himmel über Toronto ein weiteres Mal. Dieses Mal gibt es kein Zurück mehr. Es verschlägt ihn zurück ins Studio. Im Delirium stammelt er acht Minuten zusammenhanglose Egomanie. "Gone" ist ein letztes High, eine letzter leangetränkter Versuch, vor der Realität zu fliehen, ehe sie ihn auf "Heaven Or Las Vegas" einholt, wenn auch nur für einen kurzen Moment. Während er Anfangs noch Ausreden sucht und die Schuld auf die Fehler seines Vaters schiebt, schwellen die Gitarren hintergründig an und verwandeln den Song in eine weitere egozentrische Lobhuldigung seiner selbst. "I am god", heißt es abschließend. Es ist die Hymne eines neugeborenen Superstars, der seine Vergangenheit im Staub zurück lässt. Für "Heaven" hat Abel Tesfaye keine Zeit, mit "Las Vegas" dürfte er sich jedoch auch nicht zufrieden geben. Echoes Of Silence Es ist Winter in Kanada geworden, drei Tage vor Weihnachten. Abel ist nach Montreal geflohen. Während draußen die Stadt im Schnee versinkt, ist Weeknd zum ersten Mal seit langer Zeit allein. Noch mehr als je zuvor spiegelt sich seine kaputte Seelenlandschaft in der Instrumentation wieder. Düsterer Bass, Vocal-Pitching, isolierte 808s, Synths direkt aus einem Horrorfilm: Viel unheimlicher, trauriger und unangenehmer als "Echoes Of Silence" wird R'n'B nicht mehr. Mit Valeries Tod ist auch etwas in dem mittlerweile landesweit bekannten Sänger gestorben. Wer aber erwartet, dass Abel in der Tradition des klassischen dritten Akts etwas aus all dem lernen konnte, täuscht sich. Das letzte Mixtape von "Trilogy" wiederholt die bereits etablierten Muster und treibt sie in neue höllische Tiefen. Dieses Mal gibt es kein Narrativ. Der Kanadier singt auf "D.D.", einer noch düsteren Version des ohnehin finsteren MJ-Klassikers "Dirty Diana", von besessenen Groupies, auf "Outside" detailgenau von einem von Drogen angetriebenen One-Night-Stand und auf "XO / The Host" von dem Versuch, ein Mädchen dazu zu bewegen, sich seiner Clique anzuschließen. Egal ob er seinem Date "when I'm finished with you, you don't wanna go outside" verspricht, in der Hoffnung, die Nacht nicht alleine verbringen zu müssen, oder sein eigenes Alleinsein zur Manipulation benutzt: Abels Einsamkeit eint all diese Erlebnisse. Das wird vor allem dann deutlich, wenn der Rausch der zügellosen "Initiation"-Orige, endet. "You said potential could never last this long. Well baby I've been alone for almost all my life", weint Abel auf "Same Old Song". Schon auf "House Of Balloons" prophezeite der Sänger, dass sein Erfolg als Künstler der einzige Grund sein wird, wieso Frauen ihm Liebe schenken werden. Im letzten Drittel von "Echoes Of Silence" findet er sich nun in dieser Realität wieder. Während er auf "Next" und "The Fall" noch die harte Schale aufrecht hält, bricht es auf dem Titeltrack aus ihm heraus: "Baby don't go home. I don't wanna spend the night alone [...] Don't you leave me all behind, don't you leave my little life, don't you leave my little lie. No no no ...": Das Echo seiner Verneinung setzt den Schlusspunkt seiner Odyssee. Es gibt kein Happy End, natürlich nicht. Es ist die logische Konsequenz all dessen, was sich in den Monaten davor anbahnte. Kein glücklicher Moment fand nüchtern statt, kein Höhepunkt allein. Es ist die verdiente Quittung für ein Leben ohne Bremsen, für ein Leben als misogynes Arschloch. Und dennoch fühlt man ein Stück weit mit Abel, der allein auf der Bettkante sitzt und mit Tränen in den Augen in den Nachthimmel starrt. Irgendwo krächzt eine Krähe. "Sandpaper kisses, papercut bliss", hallt es in seinem Kopf wieder. Trilogy Drei Tapes, drei Teile des Puzzles namens Abel Tesfaye. Wie so oft ist auch in diesem Fall das Ganze größer und besser als die Summe seiner Teile. "Trilogy" eint drei Facetten des gleichen Künstlers und erweitert mit den Bonustracks "Twenty Eight", "Valerie" und "Till Dawn (Here Comes The Sun)" nicht nur deren Narrative, sondern eint sie auch zu einem kohärenten, fast dreistündigen Album-Erlebnis, in dessen Tiefen man sich nur allzu leicht verlieren kann. The Weeknd ebnete mit "Trilogy" den Weg für einen Sound, der mittlerweile das Internet dominiert. Sein fließender Übergang zwischen Hip Hop, Trip Hop und R'n'B, gepaart mit seiner hedonistischen, aber gleichermaßen schockierend expliziten und ehrlichen Lyrik legte den Grundstein für die Verletzlichkeit im modernen R'n'B, die sich unter anderem Drake und Hunderte weniger erfolgreiche Trittbrettfahrer zu Nutze machten. Frühjahr 2020, irgendwo in Kalifornien. Abel Tesfaye steht am Fenster seines Schlafzimmers und blickt in den Garten seiner Villa. Hinter ihm öffnet sich die Badezimmertür, eine namenlose Schönheit sammelt ihre Klamotten ein und verschwindet in den Flur. Sie ruft seinen Namen, er bleibt noch einen Moment stehen. "Sandpaper kisses, papercut bliss", murmelt er leise vor sich hin. Dann muss er lachen. Auf ein "Fuck it" folgen schnelle Schritte. Die Schlafzimmertür lässt er offen. © Laut
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R&B - Erschienen am 1. Januar 2013 | Universal Republic Records

Auszeichnungen 4F de Télérama
Manchmal glaube ich, keinem Genre haben seine Interpreten so übel mitgespielt wie dem R'n'B. Nirgends sonst springt es einem, mir zumindest nicht, so deutlich ins Auge, wenn es zur Abwechslung einmal nicht klingt wie der dreihundertvierundsiebzigste Klon ein und desselben Schmachtsängers auf den immer gleichen Vom-Club-ins-Schlafzimmer-Beats. Man sollte sich von den Ne-Yos, Chris Browns und wie sie alle heißen aber vielleicht doch nicht allzu kirre machen lassen: Es besteht noch Hoffnung. Frank Ocean hat es gezeigt, The Weeknd setzt noch einen drauf. Wobei ... ist das überhaupt noch R'n'B? Abel Tesfayes Gesang schreit aus jeder einzelnen Note: Ja! "Ich bin nun mal mit Leuten wie R. Kelly, Michael Jackson und Prince aufgewachsen", gibt er unumwunden zu - und könnte die großen Vorbilder auch schlecht verleugnen. Sein Falsett beschreitet die gleichen Pfade, wirkt aber in dem komplett anderen musikalischen Umfeld, in dem The Weeknd sein Instrument, seine Stimme, präsentiert, ganz und gar nicht wie ein schnöder Abklatsch. Mit ganz eigenem Vibe und seiner unverbrämten Themen- und Wortwahl lotet The Weeknd emotionale Tiefen aus, in die vor ihm selten ein Kollege vorgestoßen ist. The Weeknd besingt, fasziniert und wohl auch ein wenig erschrocken von der Welle des Erfolgs, die praktisch ohne Vorwarnung über ihn hinweg brandete und ihn ins Rampenlicht spülte, sein Leben im neu gewonnenen Ruhm. Das haben wahrhaftig schon viele vor ihm getan. Allerdings lässt er an jeder Stelle zumindest ahnen, dass es sich bei der glitzernden Fassade lediglich um einen dünnen, abblätternden Firnis handelt, der jederzeit Gefahr läuft, bei der ersten etwas rüderen Berührung unter den Fingern zu Staub zu zerkrümeln. Darunter lauert, die Krallen zum Zuschlagen ausgefahren, die Einsamkeit. "So now that she's gone embrace all that comes and die with a smile. Don't show the world how alone you've become." Die Worte aus "Tears In The Rain" stehen exemplarisch für das große Thema auf "Kiss Land". Zuvor praktisch nicht aus seiner Heimatstadt Toronto herausgekommen, jettete The Weeknd in den letzten Monaten nonstop um die Welt. Die vielfältigen Eindrücke, der Luxus und die Groupies haben aber doch ihren Preis. Sie kosten die Wurzeln, die Bindungen, die Frau, die vielleicht die Eine hätte sein können: Sie kosten das Zuhause. The Weeknd beklagt sich an keiner Stelle. Vielleicht fressen sich die scharfsichtigen Skizzen seines Gefühlslebens, die leise Traurigkeit, die stete Sehnsucht in und zwischen seinen Zeilen gerade deswegen so tief in die Seele. Auf den ersten Blick scheint alles toll, doch dahinter klafft der bodenlose, eiskalte Abgrund. Die zum Scheitern verurteilten Versuche, diesen zu füllen, liefern Stoff für große Nummern wie "Professional", "The Town" oder "Adaptation". Es geht ums Kaufen und Sich-Verkaufen, um höchstens kurzfristig wirksame Strategien, mit der gähnenden Leere zurecht zu kommen, um die verzweifelte Suche nach Gleichgesinnten, nach Geborgenheit und Verständnis, die auch der innerlich beinahe schon Abgestorbene noch nicht aufgeben will, nicht aufgeben kann. Ja, das ist R'n'B. Vor allem B: Es ist Blues. Musikalisch hat "Kiss Land" mit den glattpolierten Hochglanz-Produkten, die einem üblicherweise unter dem Etikett "kontemporärer R'n'B" angedreht werden sollen, zum Glück nichts, rein gar nichts gemein. Statt abwechselnd Four-on-the-Floor-Bummsbeats und Chimes-durchklingelte Pianoballaden aneinander zu reihen, spannt The Weeknd zusammen mit seinen Mit-Produzenten DannyBoyStyles und Jason 'Da Heala' Quenneville vielschichtige akustische Atmosphären auf. Klar darf (etwa in Wanderlust") auch einmal ein schnurgerader, Discofox-tauglicher Viervierteltakt herhalten, oder (in "Belong To The World") der ewige Gewitterregen niedergehen. Vogelgezwitscher, Piano und Uuuh-Chören machen jäh durchgeknüppelte Elektro-Sounds aber gleich wieder den Garaus. In den komplexen Kontexten, in denen sie plötzlich stehen, entfalten sogar eigentlich überstrapazierte Versatzstücke noch ganz neue Wirkung. (Nur Drake klingt immer noch, als sei Lil Wayne gerade nicht verfügbar gewesen.) Tempo-, Stimmungs- und Dynamikwechsel lassen selbst sechs-, sieben-, achtminütige Tracks kurzweilig wie einen Lidschlag erscheinen. The Weeknds Faible für den Sound der 80er tritt überall zutage, auch die durchlittenen 90er haben Spuren hinterlassen. Scheppernd pumpende Industrial-Sounds treffen auf klagende E-Gitarren. Seltsame Bilder steigen vor dem geistigen Auge hoch: Michael Jackson moonwalkt zu "In The Air Tonight" in einem Portishead-Remix, der "Blade Runner" absolviert einen Gastauftritt bei "Miami Vice", und mittenendrin schneidet einem The Weeknd das Herz mit dem dragierten Skalpell seiner Stimme in klitzekleine Würfel. Ohne jedes Erbarmen. Autsch. © Laut
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R&B - Erschienen am 9. September 2013 | CP Records

Auszeichnungen 4F de Télérama
Manchmal glaube ich, keinem Genre haben seine Interpreten so übel mitgespielt wie dem R'n'B. Nirgends sonst springt es einem, mir zumindest nicht, so deutlich ins Auge, wenn es zur Abwechslung einmal nicht klingt wie der dreihundertvierundsiebzigste Klon ein und desselben Schmachtsängers auf den immer gleichen Vom-Club-ins-Schlafzimmer-Beats. Man sollte sich von den Ne-Yos, Chris Browns und wie sie alle heißen aber vielleicht doch nicht allzu kirre machen lassen: Es besteht noch Hoffnung. Frank Ocean hat es gezeigt, The Weeknd setzt noch einen drauf. Wobei ... ist das überhaupt noch R'n'B? Abel Tesfayes Gesang schreit aus jeder einzelnen Note: Ja! "Ich bin nun mal mit Leuten wie R. Kelly, Michael Jackson und Prince aufgewachsen", gibt er unumwunden zu - und könnte die großen Vorbilder auch schlecht verleugnen. Sein Falsett beschreitet die gleichen Pfade, wirkt aber in dem komplett anderen musikalischen Umfeld, in dem The Weeknd sein Instrument, seine Stimme, präsentiert, ganz und gar nicht wie ein schnöder Abklatsch. Mit ganz eigenem Vibe und seiner unverbrämten Themen- und Wortwahl lotet The Weeknd emotionale Tiefen aus, in die vor ihm selten ein Kollege vorgestoßen ist. The Weeknd besingt, fasziniert und wohl auch ein wenig erschrocken von der Welle des Erfolgs, die praktisch ohne Vorwarnung über ihn hinweg brandete und ihn ins Rampenlicht spülte, sein Leben im neu gewonnenen Ruhm. Das haben wahrhaftig schon viele vor ihm getan. Allerdings lässt er an jeder Stelle zumindest ahnen, dass es sich bei der glitzernden Fassade lediglich um einen dünnen, abblätternden Firnis handelt, der jederzeit Gefahr läuft, bei der ersten etwas rüderen Berührung unter den Fingern zu Staub zu zerkrümeln. Darunter lauert, die Krallen zum Zuschlagen ausgefahren, die Einsamkeit. "So now that she's gone embrace all that comes and die with a smile. Don't show the world how alone you've become." Die Worte aus "Tears In The Rain" stehen exemplarisch für das große Thema auf "Kiss Land". Zuvor praktisch nicht aus seiner Heimatstadt Toronto herausgekommen, jettete The Weeknd in den letzten Monaten nonstop um die Welt. Die vielfältigen Eindrücke, der Luxus und die Groupies haben aber doch ihren Preis. Sie kosten die Wurzeln, die Bindungen, die Frau, die vielleicht die Eine hätte sein können: Sie kosten das Zuhause. The Weeknd beklagt sich an keiner Stelle. Vielleicht fressen sich die scharfsichtigen Skizzen seines Gefühlslebens, die leise Traurigkeit, die stete Sehnsucht in und zwischen seinen Zeilen gerade deswegen so tief in die Seele. Auf den ersten Blick scheint alles toll, doch dahinter klafft der bodenlose, eiskalte Abgrund. Die zum Scheitern verurteilten Versuche, diesen zu füllen, liefern Stoff für große Nummern wie "Professional", "The Town" oder "Adaptation". Es geht ums Kaufen und Sich-Verkaufen, um höchstens kurzfristig wirksame Strategien, mit der gähnenden Leere zurecht zu kommen, um die verzweifelte Suche nach Gleichgesinnten, nach Geborgenheit und Verständnis, die auch der innerlich beinahe schon Abgestorbene noch nicht aufgeben will, nicht aufgeben kann. Ja, das ist R'n'B. Vor allem B: Es ist Blues. Musikalisch hat "Kiss Land" mit den glattpolierten Hochglanz-Produkten, die einem üblicherweise unter dem Etikett "kontemporärer R'n'B" angedreht werden sollen, zum Glück nichts, rein gar nichts gemein. Statt abwechselnd Four-on-the-Floor-Bummsbeats und Chimes-durchklingelte Pianoballaden aneinander zu reihen, spannt The Weeknd zusammen mit seinen Mit-Produzenten DannyBoyStyles und Jason 'Da Heala' Quenneville vielschichtige akustische Atmosphären auf. Klar darf (etwa in Wanderlust") auch einmal ein schnurgerader, Discofox-tauglicher Viervierteltakt herhalten, oder (in "Belong To The World") der ewige Gewitterregen niedergehen. Vogelgezwitscher, Piano und Uuuh-Chören machen jäh durchgeknüppelte Elektro-Sounds aber gleich wieder den Garaus. In den komplexen Kontexten, in denen sie plötzlich stehen, entfalten sogar eigentlich überstrapazierte Versatzstücke noch ganz neue Wirkung. (Nur Drake klingt immer noch, als sei Lil Wayne gerade nicht verfügbar gewesen.) Tempo-, Stimmungs- und Dynamikwechsel lassen selbst sechs-, sieben-, achtminütige Tracks kurzweilig wie einen Lidschlag erscheinen. The Weeknds Faible für den Sound der 80er tritt überall zutage, auch die durchlittenen 90er haben Spuren hinterlassen. Scheppernd pumpende Industrial-Sounds treffen auf klagende E-Gitarren. Seltsame Bilder steigen vor dem geistigen Auge hoch: Michael Jackson moonwalkt zu "In The Air Tonight" in einem Portishead-Remix, der "Blade Runner" absolviert einen Gastauftritt bei "Miami Vice", und mittenendrin schneidet einem The Weeknd das Herz mit dem dragierten Skalpell seiner Stimme in klitzekleine Würfel. Ohne jedes Erbarmen. Autsch. © Laut
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R&B - Erschienen am 19. Mai 2014 | Universal Republic Records

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R&B - Erschienen am 17. Juni 2014 | Universal Republic Records

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Original Soundtrack - Erschienen am 23. Dezember 2014 | Fifty Shades of Grey

R&B - Erschienen am 7. April 2015 | Universal Republic Records

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R&B - Erschienen am 28. August 2015 | Universal Republic Records

Hi-Res Auszeichnungen Grammy Awards
Sobald die Stimme von Abel Tesfaye alias The Weeknd ertönt, fällt es schwer, nicht an jene von Michael Jackson zu denken... Mit seinem zweiten Studioalbum Beauty Behind The Madness behält der junge Kanadier diese stimmliche Verwandtschaft mit dem King of Pop. Sein zeitgemäßer Soul, der nie zu schmalzig wird, berührt das Herz und so nähert er sich auf seine Weise dem Groove und entwirft schmachtende Rhythmen. Von dieser Musik, für die Weeknd auch Künstler wie Labrinth, Ed Sheeran, Kanye West und Lana Del Rey ins Boot holte, lässt man sich gerne leiten. © CM/Qobuz

R&B - Erschienen am 28. August 2015 | Universal Republic Records

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Sobald die Stimme von Abel Tesfaye alias The Weeknd ertönt, fällt es schwer, nicht an jene von Michael Jackson zu denken... Mit seinem zweiten Studioalbum Beauty Behind The Madness behält der junge Kanadier diese stimmliche Verwandtschaft mit dem King of Pop. Sein zeitgemäßer Soul, der nie zu schmalzig wird, berührt das Herz und so nähert er sich auf seine Weise dem Groove und entwirft schmachtende Rhythmen. Von dieser Musik, für die Weeknd auch Künstler wie Labrinth, Ed Sheeran, Kanye West und Lana Del Rey ins Boot holte, lässt man sich gerne leiten. © CM/Qobuz
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R&B - Erschienen am 11. Oktober 2015 | Universal Republic Records

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Electronic - Erschienen am 6. November 2015 | Universal Republic Records

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Electronic - Erschienen am 6. November 2015 | Universal Republic Records

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Dance - Erschienen am 18. November 2016 | Universal Republic Records

Im Vorfeld zu "Starboy" wurde beeindruckende Promo aufgefahren. Zunächst das Video zum Titeltrack, in dem The Weeknd sein Altes Ich umbringt samt ikonischer Frisur. Mit feschem Kurzhaarschnitt und Daft Punk im Gepäck markiert er seine persönliche Zäsur. Der Clip zu "False Alarm" ließ den Atem stocken, zwei zusätzlich streambare Singles und der Kurzfilm "M A N I A" mit weiteren Hörproben schloss den Reigen an Appetitanregern ab. Auffällig dabei ist der durchgehende Stil der Visualisierungen: sinister, Neonlichter, Film noir der 80er Jahre. Abel trägt schwarze Lederjacken und Handschuhe und präsentiert sich als cooler, tougher Star, den alle lieben und dem keiner etwas anhaben kann. Er ist nicht mehr dieser verschüchterte Barde, der verkopften Neo-R'n'B produziert, sondern steht nun für etwas zugänglichere Hits. Erfreulich, dass visuelle und musikalische Ästhetik Hand in Hand gehen und sich ergänzen. Meist dunkle Beatstrukturen, unüberhörbarer 80s-Einfluss, Balladen und Abels wunderbare Stimme bilden ein konsistentes Gerüst. "Party Monster" zeigt das sogleich, wenn bedrohliche Synthies seine Zeilen über Bettgeschichten und Drogen unterfüttern. Gegen Ende haucht Lana Del Rey mehrmals "Paranoid" ins Mikrophon, der Beat wird schwerer und verzerrter. Lana taucht ein zweites Mal im "Stargirl Interlude" auf und verführt mit einem verrucht-entrückten Vortrag, umrandet von einem wabernden Hintergrund und zärtlichem Ausfaden. Thematisch geht es um ein Schäferstündchen in der Küche. Sex spielt selbstverständlich eine tragende Rolle im Leben des Abel Tesfaye. "Rockin'" beschreibt eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen mit Deephouse-Synthies und Garage-House. Die Folgen eines One Night Stands hört man im funky-mitreißenden "A Lonely Night". Das "Ordinary Life" schildert etwas gefällig unter anderem einen Blowjob während einer Autofahrt. Frauen können das Leben aber auch erschweren, wenn man sie nicht frühzeitig durchschaut oder Abstand von ihnen nimmt. "False Alarm", das an "Thinkin' Bout You" von Frank Ocean erinnernde "Attention" und "Six Feet Under" warnen eindringlich vor Golddiggern. Persönliche Einblicke gestattet das tadellose "Sidewalks" mit einem saucoolen Riff und geschmeidigen Beat. The Weeknd singt über seine schwierigen Anfangstage, die er ohne einen Vater bestreiten musste. Ebenso unangenehme Zeiten hat Partner Kendrick Lamar hinter sich. Dessen Part überfordert den gemeinen Hörer mit haufenweise Anspielungen (unter anderem an Michael Jacksons "Say, Say, Say"), urplötzlichen Rhythmuswechseln und Veränderungen der Intonation. Da kommt man einfach nicht hinterher, bewundernswert und einmalig ist das trotzdem. Ein wahrlich gelungener Überraschungsgast ist Sam Smith, der urplötzlich mit seiner berühmten Falsett-Stimme über die Bridge croont. Die größte persönliche Veränderung The Weeknds ist seine Fähigkeit, zu lieben. Zu Zeiten von "The Trilogy" konnte er sich keinesfalls binden, Nähe war auch im "Kiss Land" nur bedingt möglich. Ein kleines Zugeständnis, dass eine langfristige Beziehung im Bereich des Möglichen liegt, fand bereits in "Beauty Behind The Madness" statt. In "Starboy" steckt die Botschaft: Ich bin bereit für eine tiefgehende Liebe, auch wenn es mich viel Kraft kostet. In "Love To Lay", einem der musikalisch schwächeren Tracks, vermittelt Abel, dass es nicht immer Sex sein muss, sondern dass auch das schlichte Nebeneinanderliegen erfüllend sein kann. Eine gewisse Distanz bewahrt er sich trotzdem in "All I Know", wenn er seiner Liebsten versichert, dass es Zeit braucht, bis er sich ihr vollständig öffnet. Futures Part fällt dazu gewohnt dope aus. Zudem interessiert Tesfaye der wahre Charakter einer Frau. Er möchte hinter die Fassade blicken. Das charmante "Secrets" mit New Wave-Sounds und funky Gitarren zitiert im Refrain den 80er-Hit "Talking In Your Sleep" von The Romantics, beim Outro "Pale Shelter" von Tears For Fears. Beide Hommagen betten sich butterweich in den Kontext ein. So entsteht einer der brillantesten Songs des Albums. "True Colors" ist die Vorzeige-R'n'B-Ballade: cheesy, aber berührend. Darin möchte Abel die echten Züge seiner Herzensdame sehen. Sein Vibrato und Falsett-Gesang erinnern dabei frappierend an Michael Jackson. All diese Emotionalität gipfelt in "Die For You". Abel hat diesen Song eine Woche vor Beendigung von "Starboy" geschrieben und behandelt die gescheiterte Beziehung mit dem Supermodel Bella Hadid. Das lässt ihn sehr leiden: "I'm scared that I'll miss you / Happens every time / I don't want this feelin' / I can't afford love / I try to find reason to pull us apart / It ain't workin' 'cause you're perfect / And I know that you're worth it / I can't walk away, oh!" Im Chorus behält er sie weiterhin in seinem Herzen und würde für sie alles tun. Ein herzzerreißendes Stück, das mit perfekt inszenierter Dramatik über die aufbauende Bridge in den explodierenden Refrain mündet. Und wie machen sich Daft Punk? Die beiden Franzosen verpassen dem Titeltrack eine schön düstere Note und zeigen sich im Endstück so süß wie noch nie zuvor: "I Feel It Coming" ist die zarteste Versuchung seit es French-House gibt. Mit einer riesigen Injektion Michael Jackson, 80er-Beat und funky Tunes generieren sie einen schmeichelnden Schluss für ein sehr rundes Album. Es klingt einfach immer sophisticated, wenn die Roboter der elektronischen Musik ans Mikrophon treten. Hinter "Starboy" steckt weitaus mehr als nur die Verarbeitung seines Ruhms, die Erfahrungen mit Frauen und schnellen Autos. The Weeknd ist ein gereifter, dennoch tief im Inneren sensibler Künstler, der selbstbewusst zwischen High Life und dem Verlangen nach Zweisamkeit erzählt und dies nicht zu knapp, ergötzen sich seine seelischen Einblicke doch über 70 Minuten lang. Dies ist auch der einzige Kritikpunkt, denn es schleichen sich mehrere mäßige Lieder ein, die das Album verwässern. Dennoch bleibt festzuhalten: Noch nie war R'n'B so verdammt cool! © Laut
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R&B - Erschienen am 25. November 2016 | Universal Republic Records

Hi-Res
Im Vorfeld zu "Starboy" wurde beeindruckende Promo aufgefahren. Zunächst das Video zum Titeltrack, in dem The Weeknd sein Altes Ich umbringt samt ikonischer Frisur. Mit feschem Kurzhaarschnitt und Daft Punk im Gepäck markiert er seine persönliche Zäsur. Der Clip zu "False Alarm" ließ den Atem stocken, zwei zusätzlich streambare Singles und der Kurzfilm "M A N I A" mit weiteren Hörproben schloss den Reigen an Appetitanregern ab. Auffällig dabei ist der durchgehende Stil der Visualisierungen: sinister, Neonlichter, Film noir der 80er Jahre. Abel trägt schwarze Lederjacken und Handschuhe und präsentiert sich als cooler, tougher Star, den alle lieben und dem keiner etwas anhaben kann. Er ist nicht mehr dieser verschüchterte Barde, der verkopften Neo-R'n'B produziert, sondern steht nun für etwas zugänglichere Hits. Erfreulich, dass visuelle und musikalische Ästhetik Hand in Hand gehen und sich ergänzen. Meist dunkle Beatstrukturen, unüberhörbarer 80s-Einfluss, Balladen und Abels wunderbare Stimme bilden ein konsistentes Gerüst. "Party Monster" zeigt das sogleich, wenn bedrohliche Synthies seine Zeilen über Bettgeschichten und Drogen unterfüttern. Gegen Ende haucht Lana Del Rey mehrmals "Paranoid" ins Mikrophon, der Beat wird schwerer und verzerrter. Lana taucht ein zweites Mal im "Stargirl Interlude" auf und verführt mit einem verrucht-entrückten Vortrag, umrandet von einem wabernden Hintergrund und zärtlichem Ausfaden. Thematisch geht es um ein Schäferstündchen in der Küche. Sex spielt selbstverständlich eine tragende Rolle im Leben des Abel Tesfaye. "Rockin'" beschreibt eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen mit Deephouse-Synthies und Garage-House. Die Folgen eines One Night Stands hört man im funky-mitreißenden "A Lonely Night". Das "Ordinary Life" schildert etwas gefällig unter anderem einen Blowjob während einer Autofahrt. Frauen können das Leben aber auch erschweren, wenn man sie nicht frühzeitig durchschaut oder Abstand von ihnen nimmt. "False Alarm", das an "Thinkin' Bout You" von Frank Ocean erinnernde "Attention" und "Six Feet Under" warnen eindringlich vor Golddiggern. Persönliche Einblicke gestattet das tadellose "Sidewalks" mit einem saucoolen Riff und geschmeidigen Beat. The Weeknd singt über seine schwierigen Anfangstage, die er ohne einen Vater bestreiten musste. Ebenso unangenehme Zeiten hat Partner Kendrick Lamar hinter sich. Dessen Part überfordert den gemeinen Hörer mit haufenweise Anspielungen (unter anderem an Michael Jacksons "Say, Say, Say"), urplötzlichen Rhythmuswechseln und Veränderungen der Intonation. Da kommt man einfach nicht hinterher, bewundernswert und einmalig ist das trotzdem. Ein wahrlich gelungener Überraschungsgast ist Sam Smith, der urplötzlich mit seiner berühmten Falsett-Stimme über die Bridge croont. Die größte persönliche Veränderung The Weeknds ist seine Fähigkeit, zu lieben. Zu Zeiten von "The Trilogy" konnte er sich keinesfalls binden, Nähe war auch im "Kiss Land" nur bedingt möglich. Ein kleines Zugeständnis, dass eine langfristige Beziehung im Bereich des Möglichen liegt, fand bereits in "Beauty Behind The Madness" statt. In "Starboy" steckt die Botschaft: Ich bin bereit für eine tiefgehende Liebe, auch wenn es mich viel Kraft kostet. In "Love To Lay", einem der musikalisch schwächeren Tracks, vermittelt Abel, dass es nicht immer Sex sein muss, sondern dass auch das schlichte Nebeneinanderliegen erfüllend sein kann. Eine gewisse Distanz bewahrt er sich trotzdem in "All I Know", wenn er seiner Liebsten versichert, dass es Zeit braucht, bis er sich ihr vollständig öffnet. Futures Part fällt dazu gewohnt dope aus. Zudem interessiert Tesfaye der wahre Charakter einer Frau. Er möchte hinter die Fassade blicken. Das charmante "Secrets" mit New Wave-Sounds und funky Gitarren zitiert im Refrain den 80er-Hit "Talking In Your Sleep" von The Romantics, beim Outro "Pale Shelter" von Tears For Fears. Beide Hommagen betten sich butterweich in den Kontext ein. So entsteht einer der brillantesten Songs des Albums. "True Colors" ist die Vorzeige-R'n'B-Ballade: cheesy, aber berührend. Darin möchte Abel die echten Züge seiner Herzensdame sehen. Sein Vibrato und Falsett-Gesang erinnern dabei frappierend an Michael Jackson. All diese Emotionalität gipfelt in "Die For You". Abel hat diesen Song eine Woche vor Beendigung von "Starboy" geschrieben und behandelt die gescheiterte Beziehung mit dem Supermodel Bella Hadid. Das lässt ihn sehr leiden: "I'm scared that I'll miss you / Happens every time / I don't want this feelin' / I can't afford love / I try to find reason to pull us apart / It ain't workin' 'cause you're perfect / And I know that you're worth it / I can't walk away, oh!" Im Chorus behält er sie weiterhin in seinem Herzen und würde für sie alles tun. Ein herzzerreißendes Stück, das mit perfekt inszenierter Dramatik über die aufbauende Bridge in den explodierenden Refrain mündet. Und wie machen sich Daft Punk? Die beiden Franzosen verpassen dem Titeltrack eine schön düstere Note und zeigen sich im Endstück so süß wie noch nie zuvor: "I Feel It Coming" ist die zarteste Versuchung seit es French-House gibt. Mit einer riesigen Injektion Michael Jackson, 80er-Beat und funky Tunes generieren sie einen schmeichelnden Schluss für ein sehr rundes Album. Es klingt einfach immer sophisticated, wenn die Roboter der elektronischen Musik ans Mikrophon treten. Hinter "Starboy" steckt weitaus mehr als nur die Verarbeitung seines Ruhms, die Erfahrungen mit Frauen und schnellen Autos. The Weeknd ist ein gereifter, dennoch tief im Inneren sensibler Künstler, der selbstbewusst zwischen High Life und dem Verlangen nach Zweisamkeit erzählt und dies nicht zu knapp, ergötzen sich seine seelischen Einblicke doch über 70 Minuten lang. Dies ist auch der einzige Kritikpunkt, denn es schleichen sich mehrere mäßige Lieder ein, die das Album verwässern. Dennoch bleibt festzuhalten: Noch nie war R'n'B so verdammt cool! © Laut
Ab
CD24,49 Fr.

R&B - Erschienen am 25. November 2016 | Universal Republic Records

Im Vorfeld zu "Starboy" wurde beeindruckende Promo aufgefahren. Zunächst das Video zum Titeltrack, in dem The Weeknd sein Altes Ich umbringt samt ikonischer Frisur. Mit feschem Kurzhaarschnitt und Daft Punk im Gepäck markiert er seine persönliche Zäsur. Der Clip zu "False Alarm" ließ den Atem stocken, zwei zusätzlich streambare Singles und der Kurzfilm "M A N I A" mit weiteren Hörproben schloss den Reigen an Appetitanregern ab. Auffällig dabei ist der durchgehende Stil der Visualisierungen: sinister, Neonlichter, Film noir der 80er Jahre. Abel trägt schwarze Lederjacken und Handschuhe und präsentiert sich als cooler, tougher Star, den alle lieben und dem keiner etwas anhaben kann. Er ist nicht mehr dieser verschüchterte Barde, der verkopften Neo-R'n'B produziert, sondern steht nun für etwas zugänglichere Hits. Erfreulich, dass visuelle und musikalische Ästhetik Hand in Hand gehen und sich ergänzen. Meist dunkle Beatstrukturen, unüberhörbarer 80s-Einfluss, Balladen und Abels wunderbare Stimme bilden ein konsistentes Gerüst. "Party Monster" zeigt das sogleich, wenn bedrohliche Synthies seine Zeilen über Bettgeschichten und Drogen unterfüttern. Gegen Ende haucht Lana Del Rey mehrmals "Paranoid" ins Mikrophon, der Beat wird schwerer und verzerrter. Lana taucht ein zweites Mal im "Stargirl Interlude" auf und verführt mit einem verrucht-entrückten Vortrag, umrandet von einem wabernden Hintergrund und zärtlichem Ausfaden. Thematisch geht es um ein Schäferstündchen in der Küche. Sex spielt selbstverständlich eine tragende Rolle im Leben des Abel Tesfaye. "Rockin'" beschreibt eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen mit Deephouse-Synthies und Garage-House. Die Folgen eines One Night Stands hört man im funky-mitreißenden "A Lonely Night". Das "Ordinary Life" schildert etwas gefällig unter anderem einen Blowjob während einer Autofahrt. Frauen können das Leben aber auch erschweren, wenn man sie nicht frühzeitig durchschaut oder Abstand von ihnen nimmt. "False Alarm", das an "Thinkin' Bout You" von Frank Ocean erinnernde "Attention" und "Six Feet Under" warnen eindringlich vor Golddiggern. Persönliche Einblicke gestattet das tadellose "Sidewalks" mit einem saucoolen Riff und geschmeidigen Beat. The Weeknd singt über seine schwierigen Anfangstage, die er ohne einen Vater bestreiten musste. Ebenso unangenehme Zeiten hat Partner Kendrick Lamar hinter sich. Dessen Part überfordert den gemeinen Hörer mit haufenweise Anspielungen (unter anderem an Michael Jacksons "Say, Say, Say"), urplötzlichen Rhythmuswechseln und Veränderungen der Intonation. Da kommt man einfach nicht hinterher, bewundernswert und einmalig ist das trotzdem. Ein wahrlich gelungener Überraschungsgast ist Sam Smith, der urplötzlich mit seiner berühmten Falsett-Stimme über die Bridge croont. Die größte persönliche Veränderung The Weeknds ist seine Fähigkeit, zu lieben. Zu Zeiten von "The Trilogy" konnte er sich keinesfalls binden, Nähe war auch im "Kiss Land" nur bedingt möglich. Ein kleines Zugeständnis, dass eine langfristige Beziehung im Bereich des Möglichen liegt, fand bereits in "Beauty Behind The Madness" statt. In "Starboy" steckt die Botschaft: Ich bin bereit für eine tiefgehende Liebe, auch wenn es mich viel Kraft kostet. In "Love To Lay", einem der musikalisch schwächeren Tracks, vermittelt Abel, dass es nicht immer Sex sein muss, sondern dass auch das schlichte Nebeneinanderliegen erfüllend sein kann. Eine gewisse Distanz bewahrt er sich trotzdem in "All I Know", wenn er seiner Liebsten versichert, dass es Zeit braucht, bis er sich ihr vollständig öffnet. Futures Part fällt dazu gewohnt dope aus. Zudem interessiert Tesfaye der wahre Charakter einer Frau. Er möchte hinter die Fassade blicken. Das charmante "Secrets" mit New Wave-Sounds und funky Gitarren zitiert im Refrain den 80er-Hit "Talking In Your Sleep" von The Romantics, beim Outro "Pale Shelter" von Tears For Fears. Beide Hommagen betten sich butterweich in den Kontext ein. So entsteht einer der brillantesten Songs des Albums. "True Colors" ist die Vorzeige-R'n'B-Ballade: cheesy, aber berührend. Darin möchte Abel die echten Züge seiner Herzensdame sehen. Sein Vibrato und Falsett-Gesang erinnern dabei frappierend an Michael Jackson. All diese Emotionalität gipfelt in "Die For You". Abel hat diesen Song eine Woche vor Beendigung von "Starboy" geschrieben und behandelt die gescheiterte Beziehung mit dem Supermodel Bella Hadid. Das lässt ihn sehr leiden: "I'm scared that I'll miss you / Happens every time / I don't want this feelin' / I can't afford love / I try to find reason to pull us apart / It ain't workin' 'cause you're perfect / And I know that you're worth it / I can't walk away, oh!" Im Chorus behält er sie weiterhin in seinem Herzen und würde für sie alles tun. Ein herzzerreißendes Stück, das mit perfekt inszenierter Dramatik über die aufbauende Bridge in den explodierenden Refrain mündet. Und wie machen sich Daft Punk? Die beiden Franzosen verpassen dem Titeltrack eine schön düstere Note und zeigen sich im Endstück so süß wie noch nie zuvor: "I Feel It Coming" ist die zarteste Versuchung seit es French-House gibt. Mit einer riesigen Injektion Michael Jackson, 80er-Beat und funky Tunes generieren sie einen schmeichelnden Schluss für ein sehr rundes Album. Es klingt einfach immer sophisticated, wenn die Roboter der elektronischen Musik ans Mikrophon treten. Hinter "Starboy" steckt weitaus mehr als nur die Verarbeitung seines Ruhms, die Erfahrungen mit Frauen und schnellen Autos. The Weeknd ist ein gereifter, dennoch tief im Inneren sensibler Künstler, der selbstbewusst zwischen High Life und dem Verlangen nach Zweisamkeit erzählt und dies nicht zu knapp, ergötzen sich seine seelischen Einblicke doch über 70 Minuten lang. Dies ist auch der einzige Kritikpunkt, denn es schleichen sich mehrere mäßige Lieder ein, die das Album verwässern. Dennoch bleibt festzuhalten: Noch nie war R'n'B so verdammt cool! © Laut
Ab
CD25,99 Fr.

R&B - Erschienen am 25. November 2016 | Universal Republic Records

Im Vorfeld zu "Starboy" wurde beeindruckende Promo aufgefahren. Zunächst das Video zum Titeltrack, in dem The Weeknd sein Altes Ich umbringt samt ikonischer Frisur. Mit feschem Kurzhaarschnitt und Daft Punk im Gepäck markiert er seine persönliche Zäsur. Der Clip zu "False Alarm" ließ den Atem stocken, zwei zusätzlich streambare Singles und der Kurzfilm "M A N I A" mit weiteren Hörproben schloss den Reigen an Appetitanregern ab. Auffällig dabei ist der durchgehende Stil der Visualisierungen: sinister, Neonlichter, Film noir der 80er Jahre. Abel trägt schwarze Lederjacken und Handschuhe und präsentiert sich als cooler, tougher Star, den alle lieben und dem keiner etwas anhaben kann. Er ist nicht mehr dieser verschüchterte Barde, der verkopften Neo-R'n'B produziert, sondern steht nun für etwas zugänglichere Hits. Erfreulich, dass visuelle und musikalische Ästhetik Hand in Hand gehen und sich ergänzen. Meist dunkle Beatstrukturen, unüberhörbarer 80s-Einfluss, Balladen und Abels wunderbare Stimme bilden ein konsistentes Gerüst. "Party Monster" zeigt das sogleich, wenn bedrohliche Synthies seine Zeilen über Bettgeschichten und Drogen unterfüttern. Gegen Ende haucht Lana Del Rey mehrmals "Paranoid" ins Mikrophon, der Beat wird schwerer und verzerrter. Lana taucht ein zweites Mal im "Stargirl Interlude" auf und verführt mit einem verrucht-entrückten Vortrag, umrandet von einem wabernden Hintergrund und zärtlichem Ausfaden. Thematisch geht es um ein Schäferstündchen in der Küche. Sex spielt selbstverständlich eine tragende Rolle im Leben des Abel Tesfaye. "Rockin'" beschreibt eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen mit Deephouse-Synthies und Garage-House. Die Folgen eines One Night Stands hört man im funky-mitreißenden "A Lonely Night". Das "Ordinary Life" schildert etwas gefällig unter anderem einen Blowjob während einer Autofahrt. Frauen können das Leben aber auch erschweren, wenn man sie nicht frühzeitig durchschaut oder Abstand von ihnen nimmt. "False Alarm", das an "Thinkin' Bout You" von Frank Ocean erinnernde "Attention" und "Six Feet Under" warnen eindringlich vor Golddiggern. Persönliche Einblicke gestattet das tadellose "Sidewalks" mit einem saucoolen Riff und geschmeidigen Beat. The Weeknd singt über seine schwierigen Anfangstage, die er ohne einen Vater bestreiten musste. Ebenso unangenehme Zeiten hat Partner Kendrick Lamar hinter sich. Dessen Part überfordert den gemeinen Hörer mit haufenweise Anspielungen (unter anderem an Michael Jacksons "Say, Say, Say"), urplötzlichen Rhythmuswechseln und Veränderungen der Intonation. Da kommt man einfach nicht hinterher, bewundernswert und einmalig ist das trotzdem. Ein wahrlich gelungener Überraschungsgast ist Sam Smith, der urplötzlich mit seiner berühmten Falsett-Stimme über die Bridge croont. Die größte persönliche Veränderung The Weeknds ist seine Fähigkeit, zu lieben. Zu Zeiten von "The Trilogy" konnte er sich keinesfalls binden, Nähe war auch im "Kiss Land" nur bedingt möglich. Ein kleines Zugeständnis, dass eine langfristige Beziehung im Bereich des Möglichen liegt, fand bereits in "Beauty Behind The Madness" statt. In "Starboy" steckt die Botschaft: Ich bin bereit für eine tiefgehende Liebe, auch wenn es mich viel Kraft kostet. In "Love To Lay", einem der musikalisch schwächeren Tracks, vermittelt Abel, dass es nicht immer Sex sein muss, sondern dass auch das schlichte Nebeneinanderliegen erfüllend sein kann. Eine gewisse Distanz bewahrt er sich trotzdem in "All I Know", wenn er seiner Liebsten versichert, dass es Zeit braucht, bis er sich ihr vollständig öffnet. Futures Part fällt dazu gewohnt dope aus. Zudem interessiert Tesfaye der wahre Charakter einer Frau. Er möchte hinter die Fassade blicken. Das charmante "Secrets" mit New Wave-Sounds und funky Gitarren zitiert im Refrain den 80er-Hit "Talking In Your Sleep" von The Romantics, beim Outro "Pale Shelter" von Tears For Fears. Beide Hommagen betten sich butterweich in den Kontext ein. So entsteht einer der brillantesten Songs des Albums. "True Colors" ist die Vorzeige-R'n'B-Ballade: cheesy, aber berührend. Darin möchte Abel die echten Züge seiner Herzensdame sehen. Sein Vibrato und Falsett-Gesang erinnern dabei frappierend an Michael Jackson. All diese Emotionalität gipfelt in "Die For You". Abel hat diesen Song eine Woche vor Beendigung von "Starboy" geschrieben und behandelt die gescheiterte Beziehung mit dem Supermodel Bella Hadid. Das lässt ihn sehr leiden: "I'm scared that I'll miss you / Happens every time / I don't want this feelin' / I can't afford love / I try to find reason to pull us apart / It ain't workin' 'cause you're perfect / And I know that you're worth it / I can't walk away, oh!" Im Chorus behält er sie weiterhin in seinem Herzen und würde für sie alles tun. Ein herzzerreißendes Stück, das mit perfekt inszenierter Dramatik über die aufbauende Bridge in den explodierenden Refrain mündet. Und wie machen sich Daft Punk? Die beiden Franzosen verpassen dem Titeltrack eine schön düstere Note und zeigen sich im Endstück so süß wie noch nie zuvor: "I Feel It Coming" ist die zarteste Versuchung seit es French-House gibt. Mit einer riesigen Injektion Michael Jackson, 80er-Beat und funky Tunes generieren sie einen schmeichelnden Schluss für ein sehr rundes Album. Es klingt einfach immer sophisticated, wenn die Roboter der elektronischen Musik ans Mikrophon treten. Hinter "Starboy" steckt weitaus mehr als nur die Verarbeitung seines Ruhms, die Erfahrungen mit Frauen und schnellen Autos. The Weeknd ist ein gereifter, dennoch tief im Inneren sensibler Künstler, der selbstbewusst zwischen High Life und dem Verlangen nach Zweisamkeit erzählt und dies nicht zu knapp, ergötzen sich seine seelischen Einblicke doch über 70 Minuten lang. Dies ist auch der einzige Kritikpunkt, denn es schleichen sich mehrere mäßige Lieder ein, die das Album verwässern. Dennoch bleibt festzuhalten: Noch nie war R'n'B so verdammt cool! © Laut
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R&B - Erschienen am 1. August 2017 | Universal Republic Records

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 2. Februar 2018 | Black Panther (TDE - DMG) PS