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Die Alben

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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. Mai 2002 | Warner Records

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
The Flaming Lips, eine Ex-Rock-Band aus Oklahoma City, eine Band, so vielgestaltig und gewaltig, wie einst der große Odysseus, eine Band, die mit "Yoshimi vs. The Pink Robots" ihr mittlerweile elftes Experiment in Form eines Longplayers vorstellt und damit vor allem eines dokumentiert: Alles bleibt anders. Wie gehabt. Wie bereits ihr letztes Album "The Soft Bulletin" und das wahnwitzige 4-CD-Machwerk "Zaireeka" (Achtung: alle 4 CDs müssen gleichzeitig abgespielt werden !) wurde auch "Yoshimi vs. The Pink Robots" in kongenialer Zusammenarbeit mit David Fridmann in dessen Studio bei Buffalo produziert und kommt angesichts dessen alles in allem erstaunlich sanft und relaxed, geradezu poppig daher. Sicher, schräg genug sind die Herren Coyne, Ivins und Drozd immer noch unterwegs, um weit davon entfernt zu sein, sich unversehens in irgendwelchen, ihnen gänzlich unbekannten, Chartsgefilden wieder zu finden. Denn bei allem Pop-Appeal dürfte "Yoshimi..." mit seinen unzähligen strangen Sounds und ulkigen Songideen für das breite Mainstreampublikum doch ein wenig zu sperrig (produziert) sein. Doch zeigen die Flaming Lips wieder, dass sie in der Tat ein ganz feines Händchen für wunderbare Melodien und einfallsreiche Arrangements besitzen. In vorliegendem Fall erinnert das über weite Strecken an die großartigen Ween, ab und an ein wenig an Air, dazu gesellen sich reihenweise analoge Synthiepiepser und so plätschert es dann angenehm vor sich hin, bis plötzlich, haste nicht gesehn, dicke synthetische Beats die Szene beherrschen. Hoppla. Und wer bei "Fight Test", dem ersten Track der Scheibe, nicht nach 0,4 Sekunden "Cat Stevens!" schreit, kennt Vater und Sohn nicht. Es ist schon sehr interessant, aus welchen Zutaten sich die Lips da ihr sehr ambientes Acid-Pop-Süppchen zusammen kochen. Wer einsteigt auf die FL-Rezeptur findet sich alsbald in einem Meer aus fein gesponnenen Songstrukturen und Harmonien wieder, die man in dieser Form wahrlich nicht alle Tage hört. Man muss denn auch nicht eben lange suchen, um auf "Yoshimi..." einige Kleinode zu finden und lieb zu gewinnen. So sind beispielsweise das Titelstück mit seinen japanischen Hintergrundsprenkseln oder auch das, zu Beginn recht kraftwerkige, "Morning of the Magicians" großartige Songs, die einem so schnell nicht mehr aus dem Hinterkopf gehen wollen und sanft aber lange nachhallen. Wirklich schön und vor allem auch schön eigenartig trotz allen Wohlklangs und Säuselns. So ist "Yoshimi..." alles in allem ein gelungenes, durchgängig angenehmes, leicht verschrobenes und durchaus empfehlenswertes Pop-Album, auch wenn für meinen Geschmack die kleine Roboter-Reise ins Yoshimi-Wunderland teilweise doch etwas arg niedlich und verträumt ausgefallen ist. Aber schließlich träumen wir alle gern mal ein wenig vor uns hin ... © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 15. September 1995 | Warner Records

Auszeichnungen Stereophile: Record To Die For
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Alternativ und Indie - Erschienen am 27. November 2015 | Warner Records

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Reissue
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Alternativ und Indie - Erschienen am 11. September 2020 | Bella Union

Hi-Res
Es braucht zuweilen nicht viel, um ein Konzeptalbum zu stricken. Eine kleine Idee, ein Song, ein Erlebnis – und schon entspinnt sich daraus ein großes Klangnarrativ. Wayne Coyne erlebt es 2017, als Tom Petty stirbt. Coyne bleibt an der Doku "Runnin' Down A Dream" hängen, Peter Bogdanovichs vierstündiger Film über die Historie von Tom Petty und den Heartbreakers. Es ist unter anderem die Episode über Mudcrutch, Pettys Vorgängerband, die ihn fasziniert. Coyne erfährt so davon, dass der junge Petty mit seinen Kumpels einst in Tulsa hängenblieb. Allein aus dieser Anekdote speist sich der Songzyklus auf "American Head". Zusammen mit Alleskönner Steven Drozd ging Coyne von der herrlich zerschossenen Idee aus, die Flaming Lips wären damals, zu Beginn der 70er, eine junge Drogisten-Band gewesen, die mit Petty und Mudcrutch abgehangen, gefeiert und vor allem gejammt hat. Mit dieser Grundvoraussetzung entblättert sich ein songwriterisches Cinerama der großen Gefühle. Schon "Will You Return _ When You Come Down" fliegt als luftiger Hybrid aus Yacht Rock, Byrds-Chören und Laurel-Canyon-Leichtigkeit heran, wunderbares Vocals-Kino, dazu schluffiges Tom-Gerühre Marke Ringo Starr, die Coda als opernhaftes Tutti mit Bottleneck, Gitarren und Bläsersätzen. Ganz, ganz großes Kino. Und so geht es weiter: "Watching The Lightbugs Glow" klingt, als würden Sigur Rós in den Hügeln von Woodstock spazieren, "Flowers Of Neptune 6" driftet mit sanften Drehungen durchs Weltall, "At The Movies On Quaaludes" löst das Kinoticket, duftet erst nach frühen Pink Floyd, koppelt dann weitere Chöre mit dem dunklen Timbre einer tiefergelegten Gitarrensolo-Reduktion. Das Drogengeständnis an die Frau Mama, "Mother I've Taken LSD", lässt schmunzeln, "When We Die When We're High" ist verhuschter Assoziationsprog, wie im Halbschlaf geschrieben. "My Religion Is You", klanglich das Ergänzungsstück zum Opener, kommt dann als mutmachende Erbauungsmelodie mit naiv-anrührendem Outro: Ich bin okay, du bist okay. Glaub' woran, du willst. Ich glaube auf jeden Fall an euch. "Während wir an der Platte gearbeitet haben, konzentrierten wir uns darauf, die Songs weniger zu hören, stattdessen zu fühlen", sucht Coyne im Pressetext zur Platte nach philosophischem Gerüst. Vielleicht aber ist das überhaupt nicht nötig, bieten die Flaming Lips doch hier, mit diesem amerikanischen Epos eine ihrer erfühl- und unmittelbarsten Alben überhaupt, ergreifend bis zum letzten Drumroll. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. Mai 2002 | Warner Records

Hi-Res
The Flaming Lips, eine Ex-Rock-Band aus Oklahoma City, eine Band, so vielgestaltig und gewaltig, wie einst der große Odysseus, eine Band, die mit "Yoshimi vs. The Pink Robots" ihr mittlerweile elftes Experiment in Form eines Longplayers vorstellt und damit vor allem eines dokumentiert: Alles bleibt anders. Wie gehabt. Wie bereits ihr letztes Album "The Soft Bulletin" und das wahnwitzige 4-CD-Machwerk "Zaireeka" (Achtung: alle 4 CDs müssen gleichzeitig abgespielt werden !) wurde auch "Yoshimi vs. The Pink Robots" in kongenialer Zusammenarbeit mit David Fridmann in dessen Studio bei Buffalo produziert und kommt angesichts dessen alles in allem erstaunlich sanft und relaxed, geradezu poppig daher. Sicher, schräg genug sind die Herren Coyne, Ivins und Drozd immer noch unterwegs, um weit davon entfernt zu sein, sich unversehens in irgendwelchen, ihnen gänzlich unbekannten, Chartsgefilden wieder zu finden. Denn bei allem Pop-Appeal dürfte "Yoshimi..." mit seinen unzähligen strangen Sounds und ulkigen Songideen für das breite Mainstreampublikum doch ein wenig zu sperrig (produziert) sein. Doch zeigen die Flaming Lips wieder, dass sie in der Tat ein ganz feines Händchen für wunderbare Melodien und einfallsreiche Arrangements besitzen. In vorliegendem Fall erinnert das über weite Strecken an die großartigen Ween, ab und an ein wenig an Air, dazu gesellen sich reihenweise analoge Synthiepiepser und so plätschert es dann angenehm vor sich hin, bis plötzlich, haste nicht gesehn, dicke synthetische Beats die Szene beherrschen. Hoppla. Und wer bei "Fight Test", dem ersten Track der Scheibe, nicht nach 0,4 Sekunden "Cat Stevens!" schreit, kennt Vater und Sohn nicht. Es ist schon sehr interessant, aus welchen Zutaten sich die Lips da ihr sehr ambientes Acid-Pop-Süppchen zusammen kochen. Wer einsteigt auf die FL-Rezeptur findet sich alsbald in einem Meer aus fein gesponnenen Songstrukturen und Harmonien wieder, die man in dieser Form wahrlich nicht alle Tage hört. Man muss denn auch nicht eben lange suchen, um auf "Yoshimi..." einige Kleinode zu finden und lieb zu gewinnen. So sind beispielsweise das Titelstück mit seinen japanischen Hintergrundsprenkseln oder auch das, zu Beginn recht kraftwerkige, "Morning of the Magicians" großartige Songs, die einem so schnell nicht mehr aus dem Hinterkopf gehen wollen und sanft aber lange nachhallen. Wirklich schön und vor allem auch schön eigenartig trotz allen Wohlklangs und Säuselns. So ist "Yoshimi..." alles in allem ein gelungenes, durchgängig angenehmes, leicht verschrobenes und durchaus empfehlenswertes Pop-Album, auch wenn für meinen Geschmack die kleine Roboter-Reise ins Yoshimi-Wunderland teilweise doch etwas arg niedlich und verträumt ausgefallen ist. Aber schließlich träumen wir alle gern mal ein wenig vor uns hin ... © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 17. Mai 1999 | Warner Records

Hi-Res
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Alternativ und Indie - Erschienen am 3. April 2006 | Warner Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 18. Juni 1993 | Warner Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. Juli 2019 | Bella Union

Hi-Res
Was ist 33 Jahre alt und erzählt von Riesenbabys sowie enthaupteten Königen? The Flaming Lips. Die 15. Folge ihrer Saga geht noch einen Schritt weiter: King's Mouth ist nicht nur ein Album, sondern auch eine Wanderausstellung, die seit 2015 durch die USA tourt. Auf dem Programm stehen ein riesiger hohler Kopf mit interaktiven Installationen, Musik, Lichtern und Bildern, die von Frontmann Wayne Coyne geschaffen wurden. Alle erdenklichen Arten von Medien begleiten den Betrachter bei einem multisensorischen Erlebnis. King’s Mouth ist der Soundtrack zu dieser Ausstellung und ab jetzt auch ein Album. Die 41-minütige Geschichte, die von Mick Jones (The Clash) erzählt wird, widmet sich Themen wie Liebe, Tod und Tapferkeit mit der gleichen freudigen Unschuld, wie man sie nur von Shel Silverstein erwartet hätte. Es ist eine transformative, universelle Erfahrung​ "gemacht für Menschen aller Größen, Altersgruppen, Kulturen und Religionen", so Coyne. ​Die ​Musik ​bietet hier​ die​ Kulisse​, mit der​ Träume, Reisen und andere mystische Erleuchtungen ​garantiert sind. © Alexis Renaudat/Qobuz  
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Alternativ und Indie - Erschienen am 12. Oktober 2009 | Warner Records

Hi-Res
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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Juni 2018 | Warner Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 22. Dezember 2009 | Warner Records

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Man muss schon die Eier dazu haben oder ein kleines bisschen durchgeknallt sein. Oder beides. Warum sonst käme man als Musiker auf die Idee, das drittmeistverkaufte Album der Musikgeschichte zu covern? The Flaming Lips hatten die Eier und waren durchgeknallt genug, um sich an Pink Floyds "The Dark Side of The Moon" zu wagen. Zusammen mit den Experimental-Rockern von Stardeath & White Dwarfs, Henry Rollins und Peaches haben sie den 1973er Psych-Rock-Klassiker neu eingespielt. An "The Dark Side Of The Moon" kommt niemand vorbei. Jeder Musikliebhaber besitzt das Album in mindestens einem der mittlerweile verfügbaren Aggregatzustände und kann das Tracklisting fehlerfrei herunterbeten, wenn er nachts um drei Uhr geweckt wird. Jeder Musiker hat mindestens schon einmal versucht, "Money" oder "On The Run" nachzuspielen oder das Album parallel zum Zauberer von Oz zu hören, um die angebliche Synchronität zum Film zu finden. Jedes Kind sollte von der Existenz dieses Albums wissen, das zusammen mit Michael Jacksons Thriller und AC/DCs "Back In Black" mit 45 Millionen Exemplaren zu den meistverkauften Alben der Musikgeschichte zählt. So weit, so gut. Nun kommen also die Flaming Lips daher, suchen sich ein paar befreundete und verwandte Musiker und wagen sich an die unantastbaren und heiligen 42 Minuten und 59 Sekunden Kulturgeschichte. Der Grat, auf dem sie wandern, ist verdammt schmal. Die gute Nachricht: Die Lips und Freunde versuchen nicht, Pink Floyd zu übertrumpfen. Sie wollen nicht besser sein, sondern dem Meisterwerk den Respekt zollen, den es verdient und die ein oder andere Innovation beisteuern. Somit entpuppt sich die Neuinterpretation als erfrischend kompetent und mutig. Auf den ersten Blick ist vieles ähnlich: Der in die Spektralfarben aufgefächerte Lichtstrahl des Plattencovers, das Pochen des Herzschlags am Anfang von "Speak To Me/Breathe" und am Ende von "Eclipse", die markanten gesprochenen Passagen - ja sogar der letzte Satz des Albums stimmt überein: "There is no dark side in the moon, really; (as a) matter of fact it’s all dark." So erweist sich die Suche nach Übereinstimmungen und Abweichungen als wahrer Erlebnispark für Musik-Geeks. Wer genauer hinhört, bemerkt die kleinen aber feinen Unterschiede, die dem Album erst seine Berechtigung geben. Der Herzschlag ist ein eher kränkelnder, die Uhren und Wecker in "Time" werden durch rhythmisches Husten und schweres Atmen verstärkt, Gitarrensoli kommen an manchen Stellen dazu, an anderen werden sie entfernt. Die Basslinie in "Breath" ist aggressiver als beim Original und dreckiger und funkiger in "Money". "Money" wird auch bei den Flaming Lips zum wichtigsten Song des Albums - es dient als Aushängeschild für die Weirdness, die sie überall hineinstreuen. Aber was haben sie aus dem Song gemacht? Geflüsterter und digitalisierter Gesang erinnern an Roboter, die psychedelische Musik machen. Irgendwie komisch, aber irgendwie gut. Auch "Eclipse" klingt mehr wie ein Flaming-Lips-Song, ohne jedoch zu viel PinkFloydness zu verlieren. War es nötig, "The Dark Side Of The Moon" noch einmal aufzunehmen? Who cares?! Die Flaming Lips haben dem Album 37 Jahre nach dessen erscheinen noch einmal neues Leben eingehaucht. Sie haben dieses Meisterwerk mit ihrer eigenen musikalischen Handschrift versehen. Jungen Hörern ermöglichen sie damit einen Zugang zu Pink Floyd, alteingesessenen Fans bieten sie eine neue Perspektive. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. Januar 2017 | Bella Union

Hi-Res
"Oczy Mlody" beginnt instrumental. Als bloßes Geräusch. Als Sample, das schon bald mit zupackenden Stichen in einem auf Hochglanz polierten Klangteppich vernäht wird. Dazu Beat. Beat. Beat. Und wir hören jede Nuance in der blubbernden Tonsuppe, die uns wärmend umschmeichelt und sich im Anschluss mit dem ersten wirklichen Song vermengt. Auch in "How" schmeckt alles nach Batteriesäure und Space Opera, wir erkennen Vogelgezwitscher und absichtliche Störgeräusche und irgendwo dazwischen tänzelt Wayne Coyle wie eine Schamane ums abgespacte Lagerfeuer der Popmusik. Als Hörer bin ich sofort gefangen, mittendrin im magnetischen Anziehungsfeld des Wahnsinns. Auf dem Presseportrait zu "Oczy Mlody" präsentieren sich die Flaming Lips im ikonischen Droogs-Look der Jugendbande aus Stanley Kubricks Alltime-Classic "Clockwork Orange". Das passt und passt nicht und passt eben doch. Wie alles im Flaming Lips-Kosmos. Die reine Aussage erscheint deutlich: Die Flaming Lips stehen für Chaos und surrealen Wahnsinn, aber eben auch für futuristische Ästhetik bei gleichzeitiger Verehrung der alten Helden. Während sich in Alex DeLarge und seiner Gang die aufgezeigten Eigenschaften in einem destruktiven Konglomerat der Gewalt entlädt, kanalisieren Coyle und seine Mannen den Wahnsinn in buntem Kreativitäts-Schaum. "Oczy Mlody", das zeigen bereits die ersten Songs wie das völlig wahnsinnige "There Should Be Unicorns", schäumt oberflächlich vor wohlig warmer Hippie-Utopie, die in digitalen Traumwelten mit zerfahrener Botschaft auseinanderdriften. "And if the police show up we will give them so much money that they can retire from their shitty, violent jobs and live the greatest life they’ve ever lived. And we will be high. And the love generator will be turned up to its maximum." Die Baseball-Keule entpuppt sich als Luftballon, den sich alle Beteiligten irre lachend über die Schädeldecken zimmern. Der Versuch, diese neue Platte im umfassenden Werk der Band zu verordnen, scheitert an der schieren Unberechenbarkeit derselbigen und desselbigen. Wie ein Oktopus, der in einem zu kleinen Aquarium festgehalten wird, wedelt die Flaming Lips-Diskografie mit ihren glitischigen, saugbereiten Armen, von denen keiner dem nächsten gleicht. Speziell im vergangenen Jahrzehnt erschien Wayne Coyle final von allen guten Geistern umtanzt und umflüstert und initiierte die merkwürdigsten Tribute-Alben und Compilations – nicht selten an der Seite von Miley Cyrus. WTF staunen wir da in seltsamer Internetmanier, als uns klar wird, dass das letzte wirkliche Release "The Terror" bereits vier Jahre zurückliegt und damals mit krautigen bis psychedelischen Acid-Tropfen um sich spritzte. Ein Ticken "Terror" steckt auch in "Oczy Mlody" (das sei polnisch für: Augen der Jugend), die genauere DNA-Analyse verrät indes eine poppige Artverwandtschaft zu den Jahrtausendwendern "The Soft Bulletin" und "Yoshimi Battles The Pink Robots". Und ja: Das sind gute Nachrichten. Markant erscheint vor allem die Wiederentdeckung des Songformats. Auch wenn die Scheibe immer noch wie aus einem weichen Guss erscheint (und dabei in bester Dali-Manier dahin schmilzt), funktionieren die einzelnen Bausteine doch in sich geschlossen – auch wenn es keine klaren Hits zu verzeichnen gibt. Das zeigen beispielsweise das märchenhaft überdrehte "One Night While Hunting For Faeries And Witches And Wizards To Kill" und das Chrom-schillernde "Galaxy I Sink", die gemeinsam den grandiosen Mittelteil der Platte formen. Hier, am Wendepunkt des Werks, bemerken wir, wie viele volltrunkene Assoziationen durch das Album schwirren. Vorneweg, offensichtlich: Pink Floyd. Dazu Kraftwerk. Radiohead. Terry Gilliam. Kanye West. Sufjan Stevens. Max Ernst. Moderat. Futurama. Bon Iver. Die Beatles. Syd Barrett. A$ap Rocky. Die letzten Beiden hatte Coyle übrigens selbst in den Ring geworfen. Fakt ist: Die Flaming Lips waren schon irre, als es noch nicht als schick galt. Das zwölf Songs starke Gesamtwerk hält durchgehend die Spannung oder eben Nicht-Spannung. "The Castle" gehört zu den konkreteren und ruhigeren Liedern des vorliegenden Fantasiewesens und lässt die Hörer vor dem großen Finale noch ein einmal durch seine ruhige, fast zärtliche Komposition durchatmen. Das kann man von dem nervös zuckelnden "Almost Home" nicht behaupten, dass erst in der zweiten Hälfte zur melancholischen Yoga-Übung reift. Das abschließende "We A Family" setzt dem ganzen mit Pixel-Intro und Miley Cyrus auf der Gästeliste die Krone auf. Was für ein Stück: Traum und Alptraum und Aufwach-Moment in einem. Beim Durchhören von "Oczy Mlody" fühlt man sich ein wenig wie ein Kindergartenkind, das sich zunächst in bester All-You-Can-Eat-Manier im Süßigkeitenshop vollfressen darf und im Anschluss daran, und angeheizt von der anhaltenden Überzuckerung, die Spielwarenabteilung plündert. Alles ist interessant und andersartig und neu. Es glänzt und glitzert und ballert aus allen Rohren auf uns ein, bis man selbst den Überblick verliert und sich rückwärts ins Bällebad fallen. So ergibt sich eine erschöpfende aber nie langweilige Hörerfahrung – aber eben auch die Gefahr einer totalen Überreizung. Auch wenn die Flaming Lips mittlerweile mehr als 30 Jahre auf dem Buckel haben, offenbart ihr Ansatz, das eigene Werk stetig in bunten Farben zu übermalen und in Brand zu setzen, eine massive und faszinierende Spannung für uns Rezipienten. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 15. September 1995 | Warner Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 22. Dezember 2009 | Warner Records

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Man muss schon die Eier dazu haben oder ein kleines bisschen durchgeknallt sein. Oder beides. Warum sonst käme man als Musiker auf die Idee, das drittmeistverkaufte Album der Musikgeschichte zu covern? The Flaming Lips hatten die Eier und waren durchgeknallt genug, um sich an Pink Floyds "The Dark Side of The Moon" zu wagen. Zusammen mit den Experimental-Rockern von Stardeath & White Dwarfs, Henry Rollins und Peaches haben sie den 1973er Psych-Rock-Klassiker neu eingespielt. An "The Dark Side Of The Moon" kommt niemand vorbei. Jeder Musikliebhaber besitzt das Album in mindestens einem der mittlerweile verfügbaren Aggregatzustände und kann das Tracklisting fehlerfrei herunterbeten, wenn er nachts um drei Uhr geweckt wird. Jeder Musiker hat mindestens schon einmal versucht, "Money" oder "On The Run" nachzuspielen oder das Album parallel zum Zauberer von Oz zu hören, um die angebliche Synchronität zum Film zu finden. Jedes Kind sollte von der Existenz dieses Albums wissen, das zusammen mit Michael Jacksons Thriller und AC/DCs "Back In Black" mit 45 Millionen Exemplaren zu den meistverkauften Alben der Musikgeschichte zählt. So weit, so gut. Nun kommen also die Flaming Lips daher, suchen sich ein paar befreundete und verwandte Musiker und wagen sich an die unantastbaren und heiligen 42 Minuten und 59 Sekunden Kulturgeschichte. Der Grat, auf dem sie wandern, ist verdammt schmal. Die gute Nachricht: Die Lips und Freunde versuchen nicht, Pink Floyd zu übertrumpfen. Sie wollen nicht besser sein, sondern dem Meisterwerk den Respekt zollen, den es verdient und die ein oder andere Innovation beisteuern. Somit entpuppt sich die Neuinterpretation als erfrischend kompetent und mutig. Auf den ersten Blick ist vieles ähnlich: Der in die Spektralfarben aufgefächerte Lichtstrahl des Plattencovers, das Pochen des Herzschlags am Anfang von "Speak To Me/Breathe" und am Ende von "Eclipse", die markanten gesprochenen Passagen - ja sogar der letzte Satz des Albums stimmt überein: "There is no dark side in the moon, really; (as a) matter of fact it’s all dark." So erweist sich die Suche nach Übereinstimmungen und Abweichungen als wahrer Erlebnispark für Musik-Geeks. Wer genauer hinhört, bemerkt die kleinen aber feinen Unterschiede, die dem Album erst seine Berechtigung geben. Der Herzschlag ist ein eher kränkelnder, die Uhren und Wecker in "Time" werden durch rhythmisches Husten und schweres Atmen verstärkt, Gitarrensoli kommen an manchen Stellen dazu, an anderen werden sie entfernt. Die Basslinie in "Breath" ist aggressiver als beim Original und dreckiger und funkiger in "Money". "Money" wird auch bei den Flaming Lips zum wichtigsten Song des Albums - es dient als Aushängeschild für die Weirdness, die sie überall hineinstreuen. Aber was haben sie aus dem Song gemacht? Geflüsterter und digitalisierter Gesang erinnern an Roboter, die psychedelische Musik machen. Irgendwie komisch, aber irgendwie gut. Auch "Eclipse" klingt mehr wie ein Flaming-Lips-Song, ohne jedoch zu viel PinkFloydness zu verlieren. War es nötig, "The Dark Side Of The Moon" noch einmal aufzunehmen? Who cares?! Die Flaming Lips haben dem Album 37 Jahre nach dessen erscheinen noch einmal neues Leben eingehaucht. Sie haben dieses Meisterwerk mit ihrer eigenen musikalischen Handschrift versehen. Jungen Hörern ermöglichen sie damit einen Zugang zu Pink Floyd, alteingesessenen Fans bieten sie eine neue Perspektive. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 29. November 2019 | Bella Union

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Alternativ und Indie - Erschienen am 17. Mai 1999 | Warner Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 29. Juni 2018 | Ryko - Rhino

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Die herrlich merkwürdigen und chaotischen Flaming Lips gehören zu jenen Gruppen, die in den achtziger Jahren in der Szene des Alternativ Rocks entstanden und sich eher gut gehalten haben. Ihr Hang zum Psychedelischen und Skurrilen überrascht und fasziniert gleichzeitig. Mit dieser verrückten Truppe aus Oklahoma nimmt Alles neue Formen an. Irgendeine Mischung aus übertriebenen Verzerrungen und immer intensiverem Headbanging, oder auch ein Rollenspiel mit Gestalten, die irgendein Kraut geraucht haben. Das entspricht in etwa dem Ambiente, das diese Rockgenies seit 1983 bis zum heutigen Tag regelmäßig erzeugt haben. Beim Label Rhino Records sind sie damit nicht auf taube Ohren gestoßen. Zum ersten Mal erscheinen die gesamten, beim Label Restless Records zwischen 1986 und 1990 gemachten Einspielungen der Flaming Lips unter dem Titel Seeing The Unseeable auf sechs Platten zusammengefasst, und zwar in geremasterter Version. Ein erstaunliches Fazit mit vier ihrer besten Alben: Hear It Is, Oh My Gawd, Telepathic Surgery und In a Priest Driven Ambulance. Als Zugabe gibt es eine Platte mit raren Juwelen: The Mushroom Tapes. © Anna Coluthe/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 15. November 2005 | Rhino - Warner Records

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Pop - Erschienen am 3. November 2014 | Bella Union

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