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Die Alben

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2008 | Virgin Catalogue

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2005 | Virgin Catalogue

Kehren Killing Joke etwa wieder vollständig ins Rock-Business zurück, oder wie hab ich das zu verstehen? Erst über acht Jahre Pause, dann das von Kollege Straub treffend bewertete "Killing Joke 2003"-Album und nun eine Live-Platte. Gut, 25 Jahre sind wahrlich ein Grund zum Feiern, aber es stehen doch tatsächlich weitere Konzerte für 2005 auf dem Plan und auch ein weiteres Studioalbum versprechen die Engländer. Mir soll's recht sein, denn bisher hatte ich noch nie die Gelegenheit, mir den tödlichen Witz live und in Farbe zu Gemüte zu führen. Einen Vorgeschmack bekomme ich nun mit "XXV Gathering: Let Us Prey" und der kann sich wahrlich hören lassen. Zwar sind 15 Songs für eine Band mit einem Backkatalog, wie ihn Killing Joke haben, mehr oder minder ein schlechter Witz, doch die Nummern haben's in sich. "Here then is Killing Joke live, unoverdubbed, imperfect and beautiful", kündigt Jaz Coleman das Album in den Linernotes an und bietet damit typisch, britisches Understatement. Aufgenommen wurde dieses atmosphärische Meisterwerk im Februar im Shepherd's Bush Empire in London. Und wer die Band live gesehen hat, darf sich glücklich schätzen, denn Tracks wie "Wardance", "Total Invasion", "Requiem" oder "Love Like Blood" sind einfach göttlich. Das Ganze soll in der näheren Zukunft auch auf DVD erscheinen und wer sehen will, wen extreme Bands wie Morgoth und zuletzt erst Fear Factory als Einflüsse nennen und wem sie mit gelungenen Coverversionen ihre Huldigungen darbringen, der sollte sich die Scheibe abgreifen. Egal ob Waver, Metaller oder was auch immer - Killing Joke sind was für die ganze Familie. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2013 | Spinefarm Records UK

"Das Gefühl eines Kerls im Ersten Weltkrieg, der dabei ist, aus dem Schützengraben zu stürmen ... und er weiß, dass er in etwa zehn Minuten tot sein wird, und er denkt an diesen Arsch daheim in Westminster, der ihn in diese Situation gebracht hat. Das ist das Gefühl, das wir versuchen rüberzubringen ... den todbringenden Witz." Mit der Herleitung ihres Namens verrät der charismatische Frontmann Jaz Coleman viel von der kämpferischen Ästhetik der englischen Postpunker. Auch nach 35 Jahren hat die musikalisch vielseitigste Genre-Kapelle keinen Inch ihrer aufrührerischen Konsequenz eingebüßt. Zum runden Wiegenfest gibt es mit "The Singles Collection 1979-2012" einen überragenden Querschnitt ihres hochbegabten Querulantentums. 33 mal Lied gewordener Protest; 33 mal voll in die Fresse! Alles schön chronologisch aufgebaut für einen faszinierenden Streifzug. Die ersten neun Lieder stammen von den ersten vier LPs. Sehr roh, sehr archaisch im Ausdruck. Der "War Dance" - ein Lieblingsstück von John Peel - macht seinem stammeskriegerischen Namen alle Ehre. Der "Empire Song" gibt den anti-imperialistischen Schlagring für die tief empfundene Gegnerschaft zur damaligen Thatcher-Politik. Mittlerweile ist die Iron Lady den Weg alles irdischen gegangen. Die Jokies hingegen gibt es noch immer. Unbedingter Anspieltipp aus jener Periode: "Follow The Leaders". Mit solch kompromissloser Nonkonsens-Mucke kam man vor 30 Jahren tatsächlich in die UK- und USA-Charts. Vor allem das für die Szene wegweisende Debüt "Killing Joke" (1979) und das Kultalbum "Fire Dances" (1983) seien jedem Nachzügler ans Herz gelegt. Mitte der 80er zieht Coleman sich ins unwirtliche Island zurück, und entwickelt vorübergehend recht krude, paranoide und höchst darwinistische Weltuntergangsthesen. Der in britischer Subkultur wie Feuilleton gleichermaßen hochverehrte Bassist Youth (Martin Glover) geht derweil funky Dub-Solopfade. Die übrigen Freunde bündeln sich erstaunlicherweise zu KJs zugänglichster Phase. Sie mündet 1985 im ewigen Überhit "A Love Like Blood" (vom Goth-Meilenstein "Night Time" 1985). Das rauhe Riffing von Kevin Walkers Gitarre erhält einen anmutigen Gothic-Anstrich. Der Bass scheint aus den Tiefen der Hölle zu kommen, und Coleman Vocals geben den weltschmerzerfüllten Schamanen. Mittlerweile lebt der charismatische Sänger im kuscheligen Neuseeland und predigt dort als ordinierter Priester. "Till the fearless come and the act is done/A love like blood, a love like blood!" Das für Killing Joke-Verhältnisse nahezu poppige Folgealbum "Brighter Than A Thousand Suns" (1986) geht den eingeschlagenen Weg konsequent weiter, ohne die gewohnte gesellschaftskritische Schärfe einzubüßen. Bis heute in Fankreisen hoch umstritten, enthält es perfekt pointierte 80er-Hymnen wie das hier vertretene "Sanity". "Inocence will fade away like Autumn / Likewise the dream of youth / For sanity's sake, sanity's sake, sanity's sake!" Der poetisch perfekte Popsong! Weiterer Anspieltipp: Die auch für Smiths-Fans hervorragend geeignete Waveperle "My Love Of This Island" von Colemans Conny Plank-Hommage "Outside The Gates" (1988) Disk Nr. 2 eröffnet mit den beiden Auskopplungen des rotzigen 1990er Wutklumpens "Extremities, Dirt & Various Repressed Emotions". Der Name ist auch musikalisch Programm. Ein großartiges Album markiert die Rückkehr zu Disharmonie und geballter "Fuck You"-Faust. Wie ein Dentalbohrer drillt sich das herrlich fiese "Money Is Not Our God" in die Ohrmuschel. "Will you swap your hi-fi for a clear blue sky?/Will you cash in all your shares for Gods clean air?" Sie sind zurück wie ein Bulldozer! Aus dem hochgradig eleganten und extrem pointierten Superalbum "Pandemonium" (1994) gibt es gleich vier fette Tracks. Der verlorene Sohn Youth ist endlich zurück und trägt als Produzent viel zur Klarheit der Songs bei. In "Exorcism" kotzt sich Coleman nicht nur im übertragenen Sinne sondern wortwörtlich aus. Und solch eine misanthropische Gitarrenwand zu exotischem Hintergrundsound wie in "Millennium" oder dem Titelsong ließ auch in der Hochphase des Industrialrock Poser wie Marilyn Manson aussehen wie verkleidete Kellner. Für das infernalische "Loose Cannon" (Killing Joke 2003) schnappen sie sich Edelfan Dave Grohl an den Drums, der auch kurzzeitig als festes Mitglied geführt wird. Das knackig elektronische Bonbon "European Super State" ("Absolute Dissent" 2010) ist die erste Single nach dem Tod von Gründungsmitglied Paul Raven und nimmt die derzeitige Europakrise bereits hellseherisch vorweg. Mit den aktuellen Liedern "In Cythera" (MMXII; 2012) geht es dann mit viel Melodie back to the Wave Roots. Nach dieser akustischen Tour de Force ist man ebenso ausgezehrt wie beglückt. Eine der wenigen "Best Of" Sammlungen ohne jede Halbwertszeit. © Laut
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Rock - Erschienen am 23. Oktober 2015 | Spinefarm Records UK

Killing Joke stammen zwar aus Notting Hill. Doch mit "Pylon" öffnen sie uns nicht das Haus mit der blauen Tür, sondern das Tor zur Apokalypse. Die Platte ist weit mehr als lediglich Studioalbum Nummer 15 oder der Abschluss jener Trilogie, die mit den sehr guten "Absolute Dissent"/"MMXII" vielversprechend begann. Sie ist die gnadenlose Krönung ihres künstlerischen Werks. Ein finsterer Gigant: anmutig, brachial und wunderschön. In 35 Jahren veröffentlichten sie - trotz nahezu durchgängiger Präsenz - nicht ein einziges schlechtes oder auch nur mediokres Album. Sogar ihre Remix-Projekte ergaben ausnahmslos Sinn. "Never stopping until the race is won!" Das macht sie zu den ungekrönten Königen des Postpunk. Doch Coleman, Youth und Co. waren schon immer weit mehr als das. Für "Pylon" gilt es ganz besonders: Alles klingt Post-Everything. Post-Metal, Post-Goth, Post-Punk, Post-Fuck-You-All! Und hier setzen sie die eigene Formel faszinierend meisterhaft in Szene. Wer meine grenzenlose Begeisterung teilen möchte, der vergegenwärtige sich den perfekten Killing Joke-Bauplan. Denn der grandiose "Pylon" lässt sich mühelos aus vier wichtigen Eckpunkten ihres Schaffens herleiten. Sie nehmen den hypnotischen Gothic Rock von "Night Time" (1985), die melodische Kraft von "Brighter Than A Thousand Suns" (1986) und mischen beides mit der ungeschlachten Schrottpresse "Extremeties, Dirt And Various Repressed Emotions" (1990) sowie der strengen Struktur des Riffmonsters "Pandemonium" (1994). Wie in einem Einwanderungsland wandelt sich der Schmelztiegel aus Gegensätzen zu einem schillernd homogenen Ganzen. Die Produktion leistet ihr Übriges. Immerhin hat die Band mit Gründungsmitglied Youth einen der vielseitigsten Soundmagier der Welt am Start (u.a. Alien Sex Fiend, Heather Nova, The Verve, Paul McCartney). Als Sahnehäubchen stößt Tom Dalgety hinzu, der bereits die letzte Opeth ("Pale Communion") entscheidend veredelte. Gemeinsam klingen sie so perfekt, als hätte man schon dutzende Platten miteinander fabriziert. Weltklasse, wie filigran und transparent Killing Joke den wuchtigen Presslufthammer mit der ihnen ebenso eigenen schamanischen Eleganz verbinden. Der Ausbund an Vitalität, absoluter Härte und totaler Unzerstörbarkeit dieser zehn Stücke ist beeindruckend. Keine Sekunde lang hat man auch nur den Anflug des Gefühls, es hier mit älteren Herrschaften zu tun zu haben, die stramm auf die 60 zumarschieren. Obwohl so lange dabei, dass sie bereits Soundgarden, Nine Inch Nails oder Metallica in deren Jugend beeinflussten, räumen sie mit Granaten wie "I Am The Virus" oder "Dawn Of The Hive" einfach ab. Sie könnten jedes Festival von Glastonbury bis Wacken lässig in Schutt und Asche legen, ohne auch nur in Schweiß zu geraten. Vor allem die Herren Hetfield und Ulrich nehmen sich in ihrer gegenwärtigen Verfassung dagegen aus wie verkleidete Bankangestellte. Das liegt auch an der bestechenden handwerklichen und ästhetischen Form Killing Jokes. Geordie Walkers Gitarre versprüht ein Feuerwerk aus Metal, Goth und Rock, für das andere Combos drei Saitenhexer benötigten. Zünglein an der Waage bleibt dennoch nach wie vor Jaz Colemans Wahnsinnsgesang. Mit hörbarem Spaß pendelt er kraftvoll zwischen beschwörendem Mystiker und brüllender Bestie. Mit "Big Buzz" liefert der alte Charismatiker seine womöglich beste Gesangsleistung überhaupt ab. Inmitten dieser Flut an Killertracks ragen drei Hits heraus, die ich jedem als unbedingten Anspieltipp ans Herz lege, der sich von der Intensität bloßer Musik berauschen lassen möchte: "Euphoria", "War On Freedom" und das erwähnte "Big Buzz" sind hymnische Übersongs, die jedem "Love Like Blood"-Freund Freudentränen in die Augen treiben sollten. © Laut
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Metal - Erschienen am 2. August 1994 | Spin-Farm Oy

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Rock - Erschienen am 1. Januar 1992 | EG Records

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Pop/Rock - Erschienen am 1. Oktober 2003 | Zuma

Ein Vierteljahrhundert umfasst die Bandgeschichte von Killing Joke bereits. Höchste Zeit sich aufs Altenteil zurückzuziehen, ist man geneigt zu sagen. Und irgendwie hatten sich die alten Recken ja auch schon fast in die Rente verabschiedet. Volle acht Jahre sind seit dem letzten Longplayer "Democracy" ins Land gegangen und die Hoffnungen auf eine Wiederauferstehung schwanden mit jedem Tag. Nun überraschen Killling Joke mit einem neuen Album, das es in sich hat. "Killling Joke 2003" lautet der spartanische Titel, hinter dem sich 55 Minuten Rock'n'Roll satt verbergen, die so klingen, als hätten die Jokes den ewigen Jungbrunnen entdeckt. Nicht ganz unschuldig am jugendlichen Sound dürfte die Frischzellenkur sein, der sich die Band für ihren neuen Longplayer unterzogen hat. Neben den drei Gründungsmitgliedern Jaz Coleman (Gesang), Youth (Bass) und Geordie (Gitarre) trommelt auf "Killing Joke 2003" der bekennende Fan und Foo Fighters-Frontmann Dave Grohl. Was die Queens live bereits wie von einem anderen Stern klingen ließ, funktioniert auch bei Killing Joke bestens. Gnadenlos treibt die Rhythmusmaschine Grohl vom ersten Takt an die Songs nach vorn und verstärkt damit noch den manischen Charakter, der jedem KJ-Release wie eine Klette anhaftet. Da sind sich die Jungs über die Jahre selbst treu geblieben. Und die dunklen Nebel apokalyptischer Schreckensszenarien von einst blasen Killing Joke 2003 mit einem Sturm aggressiven Powerrocks mühelos weg. "Implant" mag als eines von vielen Beispielen für die neu gewonnene Härte dienen, die sich bei Ministry oder Nine Inch Nails in bester Gesellschaft fände. Erstaunlich straight kommen Killing Joke daher. Das überrascht ein wenig, da die Band niemals einen Hehl aus ihrer Nähe zu psychedelischen Arrangements gemacht hat. Der Hang zum Epischen kommt bei aller Direktheit trotzdem zu seinem Recht. Lediglich zehn Tracks enthält die Platte und bringt es doch auf knapp eine Stunde Spielzeit. So können sich Tracks wie "Loose Cannon" entwickeln, das nach druckvollen Stromgitarrenriffs in der Mitte des Songs das Tempo herausnimmt und damit Raum für viel Melodie schafft. Ein Höreindruck, den die ersten vier Groovegranaten erst gar nicht aufkommen ließen. Kaum begonnen, neigt sich die Verschnaufpause mit "You'll Never Get To Me" aber auch schon wieder ihrem Ende zu. Bremsen ist die Sache von Killing Joke nicht. Mit ihrer neuen Platte proklamieren sie den Rückgriff auf ihre Punkwurzeln, die von Chili Peppers-Produzent Andy Gill produktionstechnisch auf den neuesten Stand gebracht wurden und in Verbindung mit Grohls beispielloser Drumorgie nach vorne drücken, dass es eine wahre Freude ist. Damit dürfte die Tour der Engländer zu einem der Konzerthighlights des Herbstes werden, auch wenn mit Motörhead die Konkurrenz ebenfalls nicht schläft. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2005 | Virgin Catalogue

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2005 | Virgin Catalogue

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Metal - Erschienen am 1. Januar 2012 | Spin-Farm Oy

Die Regelmäßigkeit, mit der Killing Joke mittlerweile gute bis sehr gute Scheiben veröffentlichen, ist nach den halbgaren Flickenteppichen der 90er mehr als nur beachtenswert. Das schlicht "MMXII" betitelte neue Album macht da keine Ausnahme, zumal diese Jahreszahl und das vermeintliche Ende des Maja-Kalenders eine großartige Vorlage für Verschwörungstheoretiker Jaz Coleman liefert. Eigentlich ein schöne Grund, um mit einem richtig derben, düsteren Album aufzuwarten und die Vorgänger "Hosannas From The Basements Of Hell" und "Absolute Dissent" anzuschließen. Genau das tun Killing Joke aber nicht, sondern gehen lieber wieder zurück zu den Wurzeln und beschäftigen sich entsprechend mit deutlichen Anleihen der New Wave-Musik der 80er. Das macht schon der relaxte Einstieg von "Pole Shift" deutlich, das erst im Chorus einen für Killing Joke typischen Wutsturm entfacht, der zwar immer wieder abflaut, letztendlich aber mit dem brachialen Gesang von Jaz Coleman zu Ende geht. Ein wenig sperrig der Song, doch nicht ohne Reiz, und so lassen Killing Joke auch im weiteren Verlauf der Scheibe den Gitarren zwar ihren Raum, setzen diesen aber immer auch gern breitflächige Synthis und andere, elektronische Spielereien vor die Nase. Den Gipfel erreicht das Ganze im locker flockigen, fast schon poppigen "In Cytheria", bei dem sogar The Cure durch den Hintergrund geistern. Doch auch in Richtung Dunkelheit ist noch Raum, und so tastet sich "Fema Camp" trotz relaxten Charakters langsam ins Düstere vor, steigert sich "Rapture" im Verlauf immer mehr ins Brachiale und schleppt sich "Primobile" minimalistisch in die Schatten. Dazwischen gibt es mit "Corporate Elect" oder "Glitch" die typischen, treibenden Killing Joke-Nummern, die Jaz mit seiner einzigartigen Stimme einröhrt. Als einziger, etwas entbehrlicher Track offenbart sich "Trance" im Offbeat, und das Ende mit "On All Hallow's Eve" ist mir persönlich vielleicht ein Spur zu versöhnlich. Den starken Gesamteindruck schmälert das allerdings in keiner Weise. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2012 | Spinefarm Records UK

"Das Gefühl eines Kerls im Ersten Weltkrieg, der dabei ist, aus dem Schützengraben zu stürmen ... und er weiß, dass er in etwa zehn Minuten tot sein wird, und er denkt an diesen Arsch daheim in Westminster, der ihn in diese Situation gebracht hat. Das ist das Gefühl, das wir versuchen rüberzubringen ... den todbringenden Witz." Mit der Herleitung ihres Namens verrät der charismatische Frontmann Jaz Coleman viel von der kämpferischen Ästhetik der englischen Postpunker. Auch nach 35 Jahren hat die musikalisch vielseitigste Genre-Kapelle keinen Inch ihrer aufrührerischen Konsequenz eingebüßt. Zum runden Wiegenfest gibt es mit "The Singles Collection 1979-2012" einen überragenden Querschnitt ihres hochbegabten Querulantentums. 33 mal Lied gewordener Protest; 33 mal voll in die Fresse! Alles schön chronologisch aufgebaut für einen faszinierenden Streifzug. Die ersten neun Lieder stammen von den ersten vier LPs. Sehr roh, sehr archaisch im Ausdruck. Der "War Dance" - ein Lieblingsstück von John Peel - macht seinem stammeskriegerischen Namen alle Ehre. Der "Empire Song" gibt den anti-imperialistischen Schlagring für die tief empfundene Gegnerschaft zur damaligen Thatcher-Politik. Mittlerweile ist die Iron Lady den Weg alles irdischen gegangen. Die Jokies hingegen gibt es noch immer. Unbedingter Anspieltipp aus jener Periode: "Follow The Leaders". Mit solch kompromissloser Nonkonsens-Mucke kam man vor 30 Jahren tatsächlich in die UK- und USA-Charts. Vor allem das für die Szene wegweisende Debüt "Killing Joke" (1979) und das Kultalbum "Fire Dances" (1983) seien jedem Nachzügler ans Herz gelegt. Mitte der 80er zieht Coleman sich ins unwirtliche Island zurück, und entwickelt vorübergehend recht krude, paranoide und höchst darwinistische Weltuntergangsthesen. Der in britischer Subkultur wie Feuilleton gleichermaßen hochverehrte Bassist Youth (Martin Glover) geht derweil funky Dub-Solopfade. Die übrigen Freunde bündeln sich erstaunlicherweise zu KJs zugänglichster Phase. Sie mündet 1985 im ewigen Überhit "A Love Like Blood" (vom Goth-Meilenstein "Night Time" 1985). Das rauhe Riffing von Kevin Walkers Gitarre erhält einen anmutigen Gothic-Anstrich. Der Bass scheint aus den Tiefen der Hölle zu kommen, und Coleman Vocals geben den weltschmerzerfüllten Schamanen. Mittlerweile lebt der charismatische Sänger im kuscheligen Neuseeland und predigt dort als ordinierter Priester. "Till the fearless come and the act is done/A love like blood, a love like blood!" Das für Killing Joke-Verhältnisse nahezu poppige Folgealbum "Brighter Than A Thousand Suns" (1986) geht den eingeschlagenen Weg konsequent weiter, ohne die gewohnte gesellschaftskritische Schärfe einzubüßen. Bis heute in Fankreisen hoch umstritten, enthält es perfekt pointierte 80er-Hymnen wie das hier vertretene "Sanity". "Inocence will fade away like Autumn / Likewise the dream of youth / For sanity's sake, sanity's sake, sanity's sake!" Der poetisch perfekte Popsong! Weiterer Anspieltipp: Die auch für Smiths-Fans hervorragend geeignete Waveperle "My Love Of This Island" von Colemans Conny Plank-Hommage "Outside The Gates" (1988) Disk Nr. 2 eröffnet mit den beiden Auskopplungen des rotzigen 1990er Wutklumpens "Extremities, Dirt & Various Repressed Emotions". Der Name ist auch musikalisch Programm. Ein großartiges Album markiert die Rückkehr zu Disharmonie und geballter "Fuck You"-Faust. Wie ein Dentalbohrer drillt sich das herrlich fiese "Money Is Not Our God" in die Ohrmuschel. "Will you swap your hi-fi for a clear blue sky?/Will you cash in all your shares for Gods clean air?" Sie sind zurück wie ein Bulldozer! Aus dem hochgradig eleganten und extrem pointierten Superalbum "Pandemonium" (1994) gibt es gleich vier fette Tracks. Der verlorene Sohn Youth ist endlich zurück und trägt als Produzent viel zur Klarheit der Songs bei. In "Exorcism" kotzt sich Coleman nicht nur im übertragenen Sinne sondern wortwörtlich aus. Und solch eine misanthropische Gitarrenwand zu exotischem Hintergrundsound wie in "Millennium" oder dem Titelsong ließ auch in der Hochphase des Industrialrock Poser wie Marilyn Manson aussehen wie verkleidete Kellner. Für das infernalische "Loose Cannon" (Killing Joke 2003) schnappen sie sich Edelfan Dave Grohl an den Drums, der auch kurzzeitig als festes Mitglied geführt wird. Das knackig elektronische Bonbon "European Super State" ("Absolute Dissent" 2010) ist die erste Single nach dem Tod von Gründungsmitglied Paul Raven und nimmt die derzeitige Europakrise bereits hellseherisch vorweg. Mit den aktuellen Liedern "In Cythera" (MMXII; 2012) geht es dann mit viel Melodie back to the Wave Roots. Nach dieser akustischen Tour de Force ist man ebenso ausgezehrt wie beglückt. Eine der wenigen "Best Of" Sammlungen ohne jede Halbwertszeit. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2008 | Virgin Catalogue

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Rock - Erschienen am 14. Juni 2021 | Killing Joke Records - Cadiz Entertainment Ltd

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2008 | Virgin Catalogue

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2008 | Virgin Catalogue

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Rock - Erschienen am 17. Juni 2015 | Cooking Vinyl

Nicht sehr geschmackvoll, eher verstörend ist das Bild des Covers des neuesten Killing Joke-Albums. Seltsame, widerliche Mischwesen hocken auf dem Boden und eines davon wird auch noch gesäugt. So kann es wahrlich nur im Keller der Hölle aussehen und von dort kommen auch die neun Songs der Scheibe. Genauso räudig, dreckig und gemein wie das Cover, legt "This Tribal Antidote" los. Nicht nur der Song ist roh, auch die Produktion klingt verdammt ungeschliffen, fast schon unfertig und brutaler als alles, was jede Black Metal-Band je darzustellen versuchte. Kleine Fehler wie Feedbacks werden hier nicht ausgebessert, sondern bleiben einfach drin. Über allem thront Jaz Colemans dunkle, versoffene Stimme, die einem im Chorus "rejoice" (frohlocke) entgegen brüllt und allein durch die Brutalität den Ausruf ad absurdum leitet. Der folgende Titeltrack übertreibt es dann aber doch, denn so dünn und rumpelig, wie der Song aus den Boxen hallt, geht das echt gar nicht. Bässe und Mitten sind irgendwo auf der Strecke geblieben. Die Nummer ist schneller und offenbart sogar vereinzelte Melodien, was nichts daran ändert, dass die Briten nach wie vor auf monotone, heftige Riffs setzen. Auch "Invocation" klingt nicht fetter, dafür schweben ein paar interessante Streichermelodien über den stumpfen Riffs und dem tribalartigen Drumming. "Implosion" ist wieder ein Paradebeispiel an spartanischem Arrangement, aber allein die brutale Stimmgewalt von Coleman macht den Song zu einem irrwitzigen Strudel, der dich immer tiefer hinab zieht. Bis ins Fundament der Hölle eben, wo die Songs erbarmungslos auf dich einhämmern. Was hätte dieses Album für eine Durchschlagskraft, wenn nur der Sound druckvoller wäre. Für "Majestic" holt Jaz tatsächlich mal ein wenig Leim raus, um seine zerfetzten Stimmbänder kurzzeitig wieder zu flicken, doch lange hält dies nicht an. "Walking With Gods" erscheint ebenfalls sehr spartanisch und mit seinen monotonen Sounds und Beats schon fast hypnotisch und tranceartig. Auf über acht Minuten muss man so einen Song aber dann doch nicht strecken. Dann doch lieber eine Endlosnummer wie "Lightbringer" die richtig abgeht. Das ist einfach brachiale Energie, die immer nur eine kurze Pause für den Refrain einlegt, um direkt danach wieder loszupreschen. Fast schon handzahm nimmt sich dagegen "Judas Goat" aus, das zwar düster und bedrohlich klingt, in dem Coleman stellenweise aber mit fast sanfter Stimme seine Texte offenbart. Zum Abschluss kriecht noch "Gratitude" aus der dunkelsten Ecke des Kellers und erhebt sein hässliches Haupt. Eine etwas verfremdete, doch keineswegs brutal klingende Stimme schwebt über den zähen Klängen und erweckt im Chorus sogar den Eindruck von Melodie. Räudig, dreckig und gemein sind die Worte, die "Hosannas Form The Basements Of Hell" am besten beschreiben. Wäre druckvoll ein weiteres, würde ich bedenkenlos die Höchstnote zücken. So bleibt es aber bei vier Zählern für ein bedrückendes und intensives Album. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1995 | Parlophone Catalogue

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Metal - Erschienen am 11. März 1996 | Spin-Farm Oy

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Ha!

Rock - Erschienen am 1. Januar 2005 | Virgin Catalogue

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2007 | Virgin Catalogue