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Alternativ und Indie - Erschienen am 30. September 2013 | Play It Again Sam

Hi-Res Booklet + Video Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime - Hi-Res Audio
Ein großer Hit kann Fluch und Segen gleichermaßen sein. Seit dem Chartbreaker "Just So" 2009 kennt man Agnes Obels Musik hierzulande vornehmlich aus der Telekom-Werbung. Vergesst es! Sofort! Mit dem zweiten Album "Aventine" schüttelt die Dänin diesen Affen locker von ihrem Rücken und aus dem Gedächtnis der launischen Diva Popkultur und sichert sich einen Stammplatz im ewigen Tower of Song der Singer/Songwriter . Die Klanglandschaften der Wahlberlinerin transportieren kristallklare, sehr nordische Stimmungen, wie ein warmer Pril inmitten der eisigsten Winterklaue. Ihr klassisch geschulter Pianowoman-Anschlag samt Begleitung vermittelt dabei ein akustisches Prickeln wie die Gischt des Meeres auf den Gesichtern nächtlicher Strandwanderer ("Aventine"). Wer hier die Assoziation an einen nocturnalen, weiblichen Einaudi mit leichtem Debussy/Satie-Hauch bekommt, liegt alles andere als falsch. Trotz des übergroßen Charismas der Lieder ist das Team recht überschaubar. Viel brauchen sie nicht, um den Zauber zu entfesseln. Neben Obels Klavier und Gesang besteht die Mannschaft aus der großartigen Cellistin Anne Müller sowie Mika Posen von Timber Timbre an Violine und Viola. Alles ganz nah beieinander und gemeinsam in einem kleinen Raum eingespielt und aufgenommen. Die Vocals Obels ergießen sich über weite Strecken wie Polarlicht über die Songs. Während die Instrumente den Liedern als rhythmische und melodische Wurzeln dienen, legt sie den Gesang meist eher flächig an. Der Kontrast verwächst spielend leicht zur Einheit. Trotz unbedingter Eigenständigkeit in jeder Sekunde: Hier sollten sich Fans der frühen Sigur Ros, Harold Budds, David Lynchs oder Jan Garbareks ebenso zu Hause fühlen wie Liebhaber der Kunst von Kate Bush, Tori Amos, Ricky Lee Jones oder Katie Melua. Die Qualitätsdichte ist von schier unglaublicher Schönheit geprägt. Von melancholischer Requiemtauglichkeit bis zum optimistischen Relaxen: Jede Stimmung des Hörers fängt Obel mit ihrer simultanen, hoch emotionalen Vielseitigkeit spielend auf und transzendiert alles zur süchtig machenden Klangdroge. Trotz der Zartheit ihrer Einzelteile verströmt diese sehr spezielle Musik eine ebenso kraftvolle wie unzerbrechliche Wucht, die augenblicklich fesselt, ohne Gefangene zu machen. Nicht der kleinste Kompromiss in Richtung trendy Pop ist erkennbar. Gleichwohl spricht der Klangkosmos der Wikingerin nahezu jeden an, schließt niemanden aus, der nicht Van Goghs Ohr für Musik hätte. Einzelne Lieder heraus zu greifen, wäre hier ausnahmsweise sinnlos. Jedes Stück ist ein Kleinod. Wo andere Kollegen der Singer/Songwriterfront einen netten, akustischen Strauß hinterlassen, erwächst unter den Händen Obels ein stolzer, machtvoller Stammbaum, dessen elf Lied gewordene Äste in ihrer Pracht fast alles überstrahlen, was das laufende Jahr bislang im Genre zu bieten hatte. Besser geht es kaum. Wer diese Platte im Regal hat, ist für Herbst und Winter bestens gerüstet. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. Oktober 2014 | Play It Again Sam

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Die dänische Singer- Songwriterin Agnes Obel dürfte deutschsprachigen Musikfans vor allem durch ihren Hit "Just So" aus dem Jahre 2009 ein Begriff sein, der unter anderem in einem TV-Spot zu hören war. Vier Jahre später folgte rechtzeitig zum Herbstbeginn ihr Zweitwerk Aventine, auf dem sich die Geschichte ihrer auf Gesang und Klavier fokussierten, meist melancholischen Klangreise fortsetzte. Zu diesem einfach arrangierten Klangbild gesellen sich noch Cello, Violine und Bratsche hinzu, die an manchen Stellen für eine Requiem-Atmosphäre sorgen ("The Curse", "Words Are Dead"). Wie bei ihrem Debüt Philharmonics (2010) ist die Künstlerin auch hier für das Schreiben aller Songs, deren Arrangements und die Produktion alleine zuständig. © TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 30. September 2013 | Play It Again Sam

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Ein großer Hit kann Fluch und Segen gleichermaßen sein. Seit dem Chartbreaker "Just So" 2009 kennt man Agnes Obels Musik hierzulande vornehmlich aus der Telekom-Werbung. Vergesst es! Sofort! Mit dem zweiten Album "Aventine" schüttelt die Dänin diesen Affen locker von ihrem Rücken und aus dem Gedächtnis der launischen Diva Popkultur und sichert sich einen Stammplatz im ewigen Tower of Song der Singer/Songwriter . Die Klanglandschaften der Wahlberlinerin transportieren kristallklare, sehr nordische Stimmungen, wie ein warmer Pril inmitten der eisigsten Winterklaue. Ihr klassisch geschulter Pianowoman-Anschlag samt Begleitung vermittelt dabei ein akustisches Prickeln wie die Gischt des Meeres auf den Gesichtern nächtlicher Strandwanderer ("Aventine"). Wer hier die Assoziation an einen nocturnalen, weiblichen Einaudi mit leichtem Debussy/Satie-Hauch bekommt, liegt alles andere als falsch. Trotz des übergroßen Charismas der Lieder ist das Team recht überschaubar. Viel brauchen sie nicht, um den Zauber zu entfesseln. Neben Obels Klavier und Gesang besteht die Mannschaft aus der großartigen Cellistin Anne Müller sowie Mika Posen von Timber Timbre an Violine und Viola. Alles ganz nah beieinander und gemeinsam in einem kleinen Raum eingespielt und aufgenommen. Die Vocals Obels ergießen sich über weite Strecken wie Polarlicht über die Songs. Während die Instrumente den Liedern als rhythmische und melodische Wurzeln dienen, legt sie den Gesang meist eher flächig an. Der Kontrast verwächst spielend leicht zur Einheit. Trotz unbedingter Eigenständigkeit in jeder Sekunde: Hier sollten sich Fans der frühen Sigur Ros, Harold Budds, David Lynchs oder Jan Garbareks ebenso zu Hause fühlen wie Liebhaber der Kunst von Kate Bush, Tori Amos, Ricky Lee Jones oder Katie Melua. Die Qualitätsdichte ist von schier unglaublicher Schönheit geprägt. Von melancholischer Requiemtauglichkeit bis zum optimistischen Relaxen: Jede Stimmung des Hörers fängt Obel mit ihrer simultanen, hoch emotionalen Vielseitigkeit spielend auf und transzendiert alles zur süchtig machenden Klangdroge. Trotz der Zartheit ihrer Einzelteile verströmt diese sehr spezielle Musik eine ebenso kraftvolle wie unzerbrechliche Wucht, die augenblicklich fesselt, ohne Gefangene zu machen. Nicht der kleinste Kompromiss in Richtung trendy Pop ist erkennbar. Gleichwohl spricht der Klangkosmos der Wikingerin nahezu jeden an, schließt niemanden aus, der nicht Van Goghs Ohr für Musik hätte. Einzelne Lieder heraus zu greifen, wäre hier ausnahmsweise sinnlos. Jedes Stück ist ein Kleinod. Wo andere Kollegen der Singer/Songwriterfront einen netten, akustischen Strauß hinterlassen, erwächst unter den Händen Obels ein stolzer, machtvoller Stammbaum, dessen elf Lied gewordene Äste in ihrer Pracht fast alles überstrahlen, was das laufende Jahr bislang im Genre zu bieten hatte. Besser geht es kaum. Wer diese Platte im Regal hat, ist für Herbst und Winter bestens gerüstet. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 2. Mai 2011 | Play It Again Sam

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. Februar 2020 | Deutsche Grammophon (DG)

Hi-Res Booklet
In erster Linie sollten wir Agnes Obel Eins zugestehen: die gute Idee, ihr viertes Opus lieber unter dem Titel Myopia (Kurzsichtigkeit) anstatt Hypakusis (Hörverlust) veröffentlicht zu haben – auch wenn die nach Berlin ausgewanderte Dänin gelegentlich versucht, die optische Fehlsichtigkeit mit gewissen mehr oder weniger dumpfen Klangvarianten musikalisch zum Ausdruck zu bringen. Das auffälligste Beispiel ist das Stück Roscian, ein Klavier-Instrumental im Dreivierteltakt, das nach Beerdigung klingt. Myopia verweist auf weniger belanglose Art auf die abenteuerliche Fortbewegungsart, um eine zuerst verschwommen erscheinende, ferne Wirklichkeit deutlicher wahrzunehmen. Übrigens heißt einer der Tracks nicht zufällig Camera’s Rolling. Metaphorisch gesehen bringt Obel mit dieser Scharfeinstellung auf natürliche Weise die Idee zur Geltung, sich der Welt gegenüber offen zu zeigen, anstatt sich mit einer eng begrenzten Umgebung zufriedenzugeben.Ihrer Meinung nach ist „Experimentieren“ das wichtigste Werkzeug, um zu dieser offenen Haltung zu gelangen. Myopia ähnelt einem extravaganten Labor, wo die Stimme der Sängerin das wichtigste Untersuchungsobjekt ist, das von einem Klavier und mehr oder weniger melancholischen Synthesizern begleitet wird. Bestimmte Leute überlassen ihren Körper der Wissenschaft, Agnes Obel hingegen verschreibt ihre Stimme der Musik, wobei sie ein Maximum an Effekten testet. Genauso wie die Destillierkolben eines gelehrten Spinners kreuzen und verschlingen sich ihre melodischen Linien auf gewagte Art und Weise ineinander, bleiben dabei aber immer harmonisch. Anhand von Kompositionen, die irgendwo zwischen Kate Bush und Scott Walker einzuordnen sind, arbeitet sie mit ihrem Organ in vielfacher Manier. Ganz alleine hat Agnes Obel diese Forschungen in ihrem Berliner Studio angestellt, auch wenn sich auf dem Album dann immer wieder ein paar Streicher dazugesellen. Egal, ob ihre Stücke nun angsteinflößend sind (Drosera mit seinen stetig wiederholten Akkorden wie in einem Film von Dario Argento) oder unbeschwert (Won’t You Call Me mit gedämpftem Chorgesang), ob sie quälende Schlaflosigkeit (Broken Sleep) oder Todesängste ansprechen (Island of Doom), auffällig ist in erster Linie, dass sie überaus elegant wirken. Agnes Obel hält uns mit Myopia ein funkelndes Fernrohr vor Augen, damit wir ganz deutlich sehen können, wie schön das ist, was diese Frau existieren lässt: Musik. © Nicolas Magenham/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. Oktober 2016 | Play It Again Sam

Hi-Res Booklet
Mit dem im Jahre 2013 erschienenen Album Aventine baute Agnes Obel ihre Welt aus musikalischer Zartheit, Intimität und Verträumtheit, die sie mit ihrem ersten grandiosen Album Philharmonics geschaffen hatte, weiter aus. Nun, drei Jahre später, zeigt Citizen Of Glass, dass die in Berlin liebende Dänin sich nicht auf den damals eingesammelten Lorbeeren ausruhen und ihren so eigenwilligen Stil weiter vertiefen möchte. Dieses dritte Album vermeidet jegliche Wiederholungen des bereits Bekannten und Agnes Obel begeistert erneut mit ihren typischen Kompositionen und ihrer Art, mit minimalistischen oder repetitiven Elementen zu spielen oder auch dem Einsatz von Streicherelementen, um dabei die Ticks und die Gewohnheiten über Bord zu werfen. Wie zum Beispiel bei der Single Familiar, bei der Agnes Obel ein Duett sing mit....sich selbst! Ihre natürliche Stimme wird hier technisch verzerrt, so dass man den Eindruck gewinnt, sie würde einem Mann gehören und die Komposition mutet auf einmal extrem eindringlich an. Jedoch scheint der Zauber, der Citizen Of Glass umgibt, ambitionierter als noch bei Aventine oder Philharmonics. Größer allumfassend. Selbst bei sich wiederholenden Instrumentalsequenzen (wie zum Beispiel bei Red Virgin Soil) konzentriert Obel sich auf das Wesentliche und verliert sich nicht im Geschnörkel. Sie befreit sich aus dem Pop-Käfig und wagt sich auf Neuland. Citizen Of Glass strotzt vor wunderschönem Klangmaterial und beweist einmal mehr, dass die dänische Musikerin eine wirklich einzigartige Künstlerin ist. © MD/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. Mai 2021 | Deutsche Grammophon (DG)

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Alternativ und Indie - Erschienen am 25. Mai 2018 | Late Night Tales

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Alternativ und Indie - Erschienen am 2. Mai 2011 | Play It Again Sam

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Alternativ und Indie - Erschienen am 4. Oktober 2010 | [PIAS]

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Alternativ und Indie - Erschienen am 12. Juni 2020 | Deutsche Grammophon (DG)

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Wenige Alben sind so schwer in Worte zu fassen wie Agnes Obels "Myopia". Auch nach mehreren Durchläufen bleibt die Musik unwirklich, schwer greifbar – wie ein Traum. Man erinnert sich vage an Eindrücke und einzelne Bilder, doch das gesamte Erlebnis bleibt unwiederbringlich in den Tiefen des Bewusstseins zurück. Für ihr viertes Album wechselte die in Berlin lebende Dänin vom Indie-Label [PIAS] Recordings zur Deutschen Grammophon. Ein ungewöhnlicher Move, irgendwie aber auch bezeichnend. So emanzipiert sich Obel von vornherein davon, etwaiger Pop-Erwartungshaltung gerecht zu werden. Inzwischen steht ihre Klangwelt mindestens atmosphärisch den elektro-akustischen Experimenten Jóhann Jóhannssons, der vor seinem Tod ebenfalls bei der DG veröffentlichte, und der Neo-Klassik ihres neuen Labelkollegen Max Richter näher als populärmusikalischer Kunst. Als Basis der fragilen Kompositionen dient das Klavier. Obel spielt es mit gedämpften Anschlägen, modifiziert es manchmal auch im Klang, zum Beispiel mit dem seltenen Luthéal. Im Opener "Camera's Rolling" versinkt der Pianoteppich unmerklich in immer dichter geschichteten elektronischen Scapes, mit denen die Musikerin die ursprüngliche Idee weiterdenkt. So mutiert ein klassisch inspiriertes Arpeggio-Pattern zum Avantgarde-Experiment. Sanft verspielte Klaviereinwürfe verleihen dem folgenden "Broken Sleep" eine ähnliche Stimmung wie Alexandre Desplats Arbeit zu "The Imitation Game". Es bleibt nicht das einzige Mal, dass "Myopia" an Filmmusik erinnert. Das ganze Album wirkt wie der Soundtrack zu einem unsichtbaren Film über wahlweise den Gemütszustand Obels selbst oder den jedes einzelnen Zuhörers. Schlafprobleme, diffuse Angst vor dem Tod und Selbstzweifel wählte die Regisseurin als vorherrschende Motive, interpretationsoffen verpackt in abstrakte, poetische Texte. "Daylight took your body / Took your eyes and your army / Just vanish like a bruise / And cost you all you had to lose / Dream away, dream away", singt sie mit müder Stimme in "Promise Keeper". Wie die zu ganzheitlich wandelbaren Tonschwaden verflochtenen Instrumente und Sounds sind aber auch Worte für Obel nur ein Vehikel, Emotionen zu transportieren. Sie verschluckt beinahe mehr Silben als sie betont, verfremdet die ohnehin schon entrückt vorgetragenen Zeilen zusätzlich mit viel Hall und Pitch-Effekten. Ähnliches probierte sie auf dem Vorgängeralbum "Citizen Of Glass" im Track "Familiar", der kürzlich in der Netflix-Serie "Dark" Ben Frosts dystopische Originalmusik um einige mystische Texturen ergänzte. Was bei "Familiar" schon in Ansätzen vorhanden war, kostet Obel nun auf "Myopia" voll aus. Sie kombiniert die modifizierten Gesangsspuren zu ätherischen Chören und schafft so gleichermaßen eingängige wie einzigartige Hooks. Im Titeltrack gebiert Obel einen der ungewöhnlichsten Ohrwürmer, die zumindest ich je hatte. Bei Stücken wie etwa "Can't Be" webt sie das Vocal-Netz so engmaschig, dass sie vermutlich auch als reine A-cappella-Kompositionen bestehen würden. Umgekehrt kommen das dynamische Pianosolo "Roscian", das in tänzelndem 5/8-Takt geschriebene "Drosera" und "Parliament Of Owls" komplett ohne Gesang aus. Letzteres zählt mit seinem zu Tränen rührenden Streicher-Arrangement zu den absoluten Highlights des Albums. Agnes Obel spielt mit Hörgewohnheiten, verzahnt Elektronik, Percussion, Streicher, Klavier und Gesang in komplexen Harmonien, setzt Dissonanz und Melodie gegeneinander ein, spannt ihren stilistischen Bogen über Singer/Songwriter, Dream- und Artpop, Folk, Post Rock, Avantgarde, Filmmusik und (Neo-)Klassik. "Myopia" ist passend zu den behandelten Themen vertonte Orientierungslosigkeit – aber auch ein Finden von Geborgenheit im selbstgeschaffenen Safe Space der eigenen Fantasie. Es vollständig zu verstehen, ist wahrscheinlich unmöglich. Doch man sollte es unbedingt hören, um es zu versuchen. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 4. Oktober 2010 | Play It Again Sam

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Alternativ und Indie - Erschienen am 30. Mai 2010 | Play It Again Sam

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Alternativ und Indie - Erschienen am 30. Juni 2016 | Play It Again Sam

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Alternativ und Indie - Erschienen am 25. September 2013 | Play It Again Sam

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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. Februar 2020 | Deutsche Grammophon (DG)

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Wenige Alben sind so schwer in Worte zu fassen wie Agnes Obels "Myopia". Auch nach mehreren Durchläufen bleibt die Musik unwirklich, schwer greifbar – wie ein Traum. Man erinnert sich vage an Eindrücke und einzelne Bilder, doch das gesamte Erlebnis bleibt unwiederbringlich in den Tiefen des Bewusstseins zurück. Für ihr viertes Album wechselte die in Berlin lebende Dänin vom Indie-Label [PIAS] Recordings zur Deutschen Grammophon. Ein ungewöhnlicher Move, irgendwie aber auch bezeichnend. So emanzipiert sich Obel von vornherein davon, etwaiger Pop-Erwartungshaltung gerecht zu werden. Inzwischen steht ihre Klangwelt mindestens atmosphärisch den elektro-akustischen Experimenten Jóhann Jóhannssons, der vor seinem Tod ebenfalls bei der DG veröffentlichte, und der Neo-Klassik ihres neuen Labelkollegen Max Richter näher als populärmusikalischer Kunst. Als Basis der fragilen Kompositionen dient das Klavier. Obel spielt es mit gedämpften Anschlägen, modifiziert es manchmal auch im Klang, zum Beispiel mit dem seltenen Luthéal. Im Opener "Camera's Rolling" versinkt der Pianoteppich unmerklich in immer dichter geschichteten elektronischen Scapes, mit denen die Musikerin die ursprüngliche Idee weiterdenkt. So mutiert ein klassisch inspiriertes Arpeggio-Pattern zum Avantgarde-Experiment. Sanft verspielte Klaviereinwürfe verleihen dem folgenden "Broken Sleep" eine ähnliche Stimmung wie Alexandre Desplats Arbeit zu "The Imitation Game". Es bleibt nicht das einzige Mal, dass "Myopia" an Filmmusik erinnert. Das ganze Album wirkt wie der Soundtrack zu einem unsichtbaren Film über wahlweise den Gemütszustand Obels selbst oder den jedes einzelnen Zuhörers. Schlafprobleme, diffuse Angst vor dem Tod und Selbstzweifel wählte die Regisseurin als vorherrschende Motive, interpretationsoffen verpackt in abstrakte, poetische Texte. "Daylight took your body / Took your eyes and your army / Just vanish like a bruise / And cost you all you had to lose / Dream away, dream away", singt sie mit müder Stimme in "Promise Keeper". Wie die zu ganzheitlich wandelbaren Tonschwaden verflochtenen Instrumente und Sounds sind aber auch Worte für Obel nur ein Vehikel, Emotionen zu transportieren. Sie verschluckt beinahe mehr Silben als sie betont, verfremdet die ohnehin schon entrückt vorgetragenen Zeilen zusätzlich mit viel Hall und Pitch-Effekten. Ähnliches probierte sie auf dem Vorgängeralbum "Citizen Of Glass" im Track "Familiar", der kürzlich in der Netflix-Serie "Dark" Ben Frosts dystopische Originalmusik um einige mystische Texturen ergänzte. Was bei "Familiar" schon in Ansätzen vorhanden war, kostet Obel nun auf "Myopia" voll aus. Sie kombiniert die modifizierten Gesangsspuren zu ätherischen Chören und schafft so gleichermaßen eingängige wie einzigartige Hooks. Im Titeltrack gebiert Obel einen der ungewöhnlichsten Ohrwürmer, die zumindest ich je hatte. Bei Stücken wie etwa "Can't Be" webt sie das Vocal-Netz so engmaschig, dass sie vermutlich auch als reine A-cappella-Kompositionen bestehen würden. Umgekehrt kommen das dynamische Pianosolo "Roscian", das in tänzelndem 5/8-Takt geschriebene "Drosera" und "Parliament Of Owls" komplett ohne Gesang aus. Letzteres zählt mit seinem zu Tränen rührenden Streicher-Arrangement zu den absoluten Highlights des Albums. Agnes Obel spielt mit Hörgewohnheiten, verzahnt Elektronik, Percussion, Streicher, Klavier und Gesang in komplexen Harmonien, setzt Dissonanz und Melodie gegeneinander ein, spannt ihren stilistischen Bogen über Singer/Songwriter, Dream- und Artpop, Folk, Post Rock, Avantgarde, Filmmusik und (Neo-)Klassik. "Myopia" ist passend zu den behandelten Themen vertonte Orientierungslosigkeit – aber auch ein Finden von Geborgenheit im selbstgeschaffenen Safe Space der eigenen Fantasie. Es vollständig zu verstehen, ist wahrscheinlich unmöglich. Doch man sollte es unbedingt hören, um es zu versuchen. © Laut
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CD10,99 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 4. Oktober 2010 | Play It Again Sam

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CD1,49 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 18. November 2016 | Play It Again Sam

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CD1,99 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 29. Oktober 2019 | Deutsche Grammophon (DG)

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Alternativ und Indie - Erschienen am 29. Oktober 2019 | Deutsche Grammophon (DG)

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Der Interpret

Agnes Obel im Magazin