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Die Alben

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Deutsche Musik - Erschienen am 31. Juli 2015 | Four Music

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Deutsche Musik - Erschienen am 12. Juni 2015 | Four Music

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Pop - Erschienen am 17. April 2015 | Four Music

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Pop - Erschienen am 20. März 2015 | Four Music

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Pop - Erschienen am 27. Februar 2015 | Four Music

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Alternativ und Indie - Erschienen am 27. Februar 2015 | Four Music

"I'm over 20 now, but the teenage angst still reigns." Nichts könnte das zweite Sizarr-Album besser beschreiben als dieser Satz, entnommen aus der Mitte des Songs "Untitled": Die drei Musiker Fabian Altstötter, Marc Übel und Philipp Hülsenbeck haben nicht verlernt, ihrem Hang zur latenten Depression etwas abzugewinnen, doch sie finden auf "Nurture" einen anderen Zugang zur Nachdenklichkeit als noch zuvor. Denn als leidende Jungmelancholiker wollen die Ex-Landauer auf gar keinen Fall verstanden werden. In so einer Ecke fand man die Band schnell wieder, erweckte doch gerade die allseits gefeierte erste Platte aus dem Jahr 2012 den Eindruck, hier sei jemand geprägt von morbider Landluft-Langeweile. Inzwischen haben sich einige Veränderungen eingestellt: Die Band wohnt nun über Deutschland verteilt, namentlich Frankfurt, Hamburg und Berlin. Offenbar genau die richtige Entscheidung, vor dem "schwierigen zweiten Album" die Distanz zu suchen. Nicht, dass sich die räumliche Entfernung auf "Nurture" direkt widerspiegeln würde. Jedoch zwang sie die Band dazu, ihre Ideen hauptsächlich online auszutauschen. Außerdem seien die Songs im Prozess ihrer Entstehung immer wieder mit den ersten Demos abgeglichen worden. Und das zeigt Effekt: Keines der Stücke wirkt unnötig überladen. Im Vergleich zu "Psycho Boy Happy" erfolgte auf dessen Nachfolger sogar die musikalische Entschlackung. Herzstück bilden meistens nur ein grooviger Bass und eine effektgeladene Gitarre. Synthesizer schmücken die Tracks dann mit eingängigen Melodien aus, werden von der Band aber generell reflektiert und eher für die Details eingesetzt. "Nurture" offenbart hier also einen eher klassischen Pop-Ansatz, irgendwo zwischen organischem Funkfetisch und artifiziellen Effektwolken. Erfrischend, wie Sizarr der Musikwelt den Spiegel vorhalten und ihr ein kontemporäres Best-Of kredenzen. Konsequent kristallisieren sich immer wieder subtile Melodien heraus und jeder Track trägt irgendwo eine kleine Dance-Hymne in sich. Auch, wenn das jetzt nach übertriebenem Zeitgeist klingen mag, bildet das vielmehr einen geerdeten Gegenpart zum aktuellen Trend. Sizarr stehen weniger dafür, im Tanz Sex und Laszivität zu finden, sondern sezieren ihre Umwelt vielmehr von der Tanzfläche aus. Dennoch erweisen sich die Songs allesamt als sehr zielstrebig. "Clam" gibt den zurückhaltenden, aber dennoch emotionalen Opener ohne überflüssiges Pathos. Besser könnte das auch Twin Shadow nicht. "Slender Gender" wiederum bedient sich im Mittelteil ganz offen an Alt-J. Auf "Nurture" steht die markante Stimme von Sänger Fabian Altstötter noch mehr im Mittelpunkt. Oft erweist sich die Musik nur als präzises Instrument, um den Gesang zu inszenieren. Wenn Altstötter in "Baggage Man" dann in wunderbarer Manier über "Einsamkeit" klagt, nimmt man ihm die Emotion ohne Wenn und Aber ab. "Untitled", eine nackte Ballade mit Klavier und stimme, wirkt hingegen unnötig reduziert. Ein zu gewollter Feuerzeug-Moment, den die Platte (abgesehen vom eingangs zitierten Text) nicht nötig gehabt hätte. Es ist vollbracht! Sizarr haben eine eindrucksvolle zweite Platte nachgelegt. Einerseits, weil das Album trotz schwächerer Tracks ("Scooter Accident", "Untitled") in sich stimmig ist, diese gar kaschiert. Zum anderen offenbart "Nurture" die außergewöhnliche Auffassungsgabe der Band für gut gemachten Pop: Sizarr weisen eine großartige Affinität für Melodien auf. Wenn doch nur jeder seine teenage angst so eindrucksvoll kanalisieren könnte! © Laut
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Metal - Erschienen am 9. Januar 2015 | Four Music

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Deutsche Musik - Erschienen am 28. November 2014 | Four Music

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Rock - Erschienen am 24. Oktober 2014 | Four Music

Einmal kurz durchatmen zwischen Ellenbogen im Gesicht und Fuß am Schienbein. Schmutzki vermitteln genau dieses Gefühl. Die "Mob EP" ist ihr erster Wurf aus dem Stuttgarter Kessel. Und obwohl die sechs Songs dem überaus feierwütigen Schmutzki-Mob, der die Band auf Tour stets umgibt, bereits bestens bekannt sein dürften, besitzen sie eine natürlich Resistenz gegen jedes Abhören. Der erste Track geht gleich voll auf die Zwölf: "Baby willst du mit mir Backstage gehn / willst du die Typen sehn / Willst du die Drinks for free, Baby?". Beat-Schmutz, der der Band auch den schnittigen Namen verpasst hat, dringt hier aus jeder Riff-Pore. "Hey Du" wiegt sich im Takt einer schüchternen Liebeshymne. "All die Atzendruffies haben den Deichkind-Text nicht drauf / ich fahre mit dem Pöbelkarussel / So langsam aber sicher setzt mein Sprachenzentrum auch aus / Und so langsam wird es hell / Hey Du! / Sag mal gehst Du heim, ganz allein?" Neben trabendem Rythmus macht hier der Text um morgendliches "Resteficken" und sternhagelvolle Erinnerungen an die letzte Nacht Spaß, während die Melodie ein klein wenig an "Hand In Hand" der Beatsteaks erinnert. Wie passend, dass die erste große Tour nach dem Deal mit Four Music gleich mal zu den Berlinern geführt hat. Song Nummer drei geht an die Fans - an wen auch sonst. Schmutzki können seit Jahren auf einen treuen Fan-Mob zählen. Natürlich nur von der Bühne aus. "Krass Gut" macht immer mehr Bock auf ein Konzert der Jungs und natürlich auf die Platte, die schon bald über ihren Mob verstreut wird. "Luxusproblem" reiht sich in die scheinbare Grundstuktur jedes Schmutzki-Songs ein. Kritik, Kritik und Wortwitz. Sänger Beat echauffiert sich mehr als nur künstlich über künstlich erschaffene "Erste-Welt-Probleme". "Alles viel zu leicht, ich muss mich beschweren!" Tanzwütig geht es im Gleischschritt in "Disko Diktatur" über. Kurze, melodische Stropheneinleitungen und passend abgehackte Rhythmen gehen Hand in Hand mit dem Text: "Marsch, marsch, in die Stiefel! / Wochenende! / Ausgehpflicht! [...] Diskokugel / Abrissbirne / wir sind das Partyproletariat!" - und weil Schmutzki sich eindeutig im Punk verorten, erklären sie den guten alten selbigen im letzten Stück natürlich für tot. 17 Sekunden lang. Schmutzki dagegen sind lebendiger denn je: Das Debütalbum steht bald ins Haus und verspricht unbändige Freude - nicht nur bei den Fans. Bis dahin sollte man den Schlachtruf aber drauf haben: "Wer ist Schmutzki? Wir sind Schmutzki!" © Laut
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Pop - Erschienen am 10. Oktober 2014 | Four Music

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 9. Mai 2014 | Four Music

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Pop - Erschienen am 25. April 2014 | Four Music

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Pop - Erschienen am 9. April 2014 | Four Music

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Pop - Erschienen am 4. April 2014 | Four Music

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Pop - Erschienen am 14. Februar 2014 | Four Music

Hi-Res Auszeichnungen Hi-Res Audio
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Pop - Erschienen am 7. Februar 2014 | Four Music

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Sie waren Helden, bis sie ihren dicken Tanker fürs Erste irgendwo in einer hübschen Bucht parkten. Nun greift Heroine Judith Holofernes ohne ihr bisheriges Gefolge zu den Waffen und stellt sich in Begleitung ihres feuerspeienden Drachen Rosinante, einer Ukulele, einem leichten Schwert und ihrem treuen Freund, dem Krokohund Sancho Panza gegen Windmühlen, Zyklopen, dem Boogeyman und J.J. Abrams. Klingt komisch, ist aber gar nicht so. Zumindest teilweise. Natürlich erkennt man auf "Ein Leichtes Schwert" sofort Holofernes Stimme, Texte und Songwriting wieder. Nur weil jetzt nicht mehr Wir Sind Helden auf dem schelmischen Cover steht, stellt sich die Sängerin nicht komplett auf den Kopf. Gleichzeitig hat sich einiges seit "Bring Mich Nach Hause" geändert. Wer sich auf der Suche nach dem perfekten Pop-Song befindet kann jetzt umdrehen und wo anders buddeln. Hier ist er nicht versteckt. Der heutzutage allgegenwärtige Weichzeichner bleibt aus. Hier rumpelt die Realität. Vollkommenheit liegt Frau Holofernes fern. Ihr geht es schon lange nicht mehr um die groß angelegte Konsumkritik. Warum auch. Das hat sie schon gemacht, da war sie ja schon. Heute durchströmen ihre ehrlichen Texte Eindrücke aus einem winzigen Alltagskosmos zwischen Windeln, Liebe nach dem Happy End und Beutelratten. "Dein T-Shirt riecht nach Traurigkeit und Windeln / Aber hey, Marie, du weißt wie man das trägt", singt sie in "Pechmarie". In einem einzigen ungeschönten Satz durchbricht sie zielsicher die heile Elternwelt, die uns Medien nur allzu gerne vorgaukeln. Ein Großteil der Songs versprüht Demo-Charakter und lebt von der minimalistischen, kratzigen Atmosphäre, die das Trio aus Judith Holofernes, Jörg Holdinghausen sowie Ehemann und Schlagzeuger Pola Roy ausströmen. Hier findet sich keine polierte Massenware. Nur in den seltensten Fällen sind die Songs bis zum Ende ausgestaltet. Selbst das im ruhigen Wasser treibende "Havarie" kratzt im grimmigen Fingerpicking am Blues. Gelegentlich öffnen sich die Studio-Pforten für Gastbeiträge von Mama Rosin ("Pechmarie") und Monsieur Bonaparte im Trash-Blues-Punk "Platz Da". "Als du keine Brüste hattest / Warst Du eine coole Sau / Seit du dir der Brust bewusst bist / Bist du lieber eine Frau." Bei "Danke, Ich Hab Schon", das zu Beginn Neil Youngs "The Needle And The Damage Done" zitiert und eine Garagerock-Gitarre mit einem ungezogenen Xylofon-Solo bastardisiert, könnte es sich ebenso um ein rotziges Demo aus der "Die Reklamation"-Phase handeln. "Streichel dreimal deine Wampe und sing: Danke, ich hab schon." Wird sofort erledigt. Zwischen all den Felsenriffen wirkt "Liebe Teil 2 – Jetzt erst recht", das seine kuschelige Aura einem massiven Ukulele-Einsatz verdankt, wie ein zugängliches Kleinod. Dem gegenüber steht der Titeltrack, der mit narbigen Gitarrenwänden, stockendem Schlagzeug und zirpenden Backings zu einem der Glanzlichter der Platte emporsteigt. Das mopsfidele "Opossum" basiert auf einem von Holofernes auf ihrem Blog veröffentlichtem Tier-Gedicht. Da hätte ich mich auch über das Tuberkelhokko-Poem gefreut. Alleine schon um herauszubekommen, wie man dieses ulkige Wort ausspricht. Letztendlich darf der auf dem Cover abgebildete Krokohund neben anderen Prominenten wie Hans Zimmer, James Cameron und Woody Allen in "John Irving" auch dem bösen J.J. Abrams für sein unsägliches Lost-Ende in die Waden beißen. "J.J. Abrams / Auch wenn ich dich ausbrems / Bevor du den Weg raus kennst / Aus dem Quatsch, den du dir ausdenkst / Schau ich nicht mehr zu". Judith Holofernes wirft auf "Ein Leichtes Schwert" eine große Kiste Lego-Steinchen kreuz und quer auf den Studio-Boden und schaut mit Bienenfleiß und Spaß an der Freude, was sich daraus so basteln lässt. Sie baut kunterbunte Häuser, schiefe Brücken und Kreuzfahrtschiffe voller Lücken, Ecken und Kanten. Manch ein Teilchen bleibt quer im Weg liegen, andere passen nicht wirklich und stehen über. Dann gehen ihr mit Textzeilen wie "Ich gründe eine Müßiggang / Und unser Gruß geht Därängdängdäng" die Gäule durch. Aber darum geht es gar nicht oder genau darum geht es. Was zählt ist die Mission. © Laut
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Pop - Erschienen am 7. Februar 2014 | Four Music

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Pop - Erschienen am 7. Februar 2014 | Four Music

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 31. Januar 2014 | Four Music

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"Nimm die Welle mit, bis die Welle bricht." Getreu seiner eigenen Vorgabe, ergibt sich Marteria der grassierenden Fortsetzungsseuche. Seinem neuen Baby ist kein neuer Titel vergönnt. Wozu auch? Man möchte an vergangene Erfolge anknüpfen, und offenbar soll das noch der Dümmste merken. Im vorliegenden Fall: ein echt überflüssiges Unterfangen, rekrutiert Marteria sein Publikum ja nicht unbedingt in den tumbsten Rap-Konsumentenkreisen. Anzunehmen, dass seine Hörer die Zusammenhänge, Anknüpfungspunkte und Parallelen zu "Zum Glück In Die Zukunft" sogar kapiert hätten, hätte er seinen aktuellen Wurf weniger plakativ benamst. Aber ... aber ... vom Pate stehenden Film existieren doch schließlich auch mehrere Teile. Zudem habe Marteria, wie er dieser Tage in zahlreichen Interviews erklärt, "Zum Glück In Die Zukunft" von Beginn an als Zweiteiler konzipiert. Ach, was solls! Der Qualität der Platte tut der einfallslose Titel jedenfalls keinen Abbruch. Gleich das schlicht "Intro" betitelte Intro fegt etwaige Befürchtungen vom Tisch, der einst so mächtige Sound könne Zugeständnisse an den Geschmack eines Massenpublikums machen. Fast unmerklich gerät das anfangs anheimelnd nostalgisch klimpernde Klavier in Schräglage und gleitet, gekonnt geloopt, in subversive Gefilde. Wieder tritt das Produzententeam The Krauts Scheunentore in raumgreifende Klangwelten auf, die Mr. Marteria dann ein- und überrennt. Auf "Zum Glück In Die Zukunft II" wirken Melodie und Aufstand, Randale und Besinnlichkeit plötzlich gar nicht mehr wie Gegensätze, eher schon wie zwei ungleiche Brüder, die, ein wenig erschöpft zwar, aber durchaus zufrieden, gemeinsam das Morgenrot heraufdämmern sehen. "Evolution wird mit R geschrieben." Noch immer pflegt Marteria keinen besonders abwechslungsreichen Vortrag. Noch immer trösten seine markante Stimme, sein scharfes Auge, seine Fähigkeit, Beobachtungen und Stimmungen in Worte zu übersetzen, sowie seine aufs äußerste kultivierte Hingabe an die Sprache über die Monotonie seines Stils mehr als nur hinweg. Ähnlich lässiges Spiel mit Doppel- und Mehrdeutigkeiten, Zwischentönen und Nuancen bekommt man in Rap-Deutschland bedauerlicherweise immer noch nicht an jeder Straßenecke vorgeführt. Rap mag vielleicht kein Abitur brauchen. Ein weiter Horizont schadet ihm dagegen so wenig wie eine Erlebenswelt, die nicht am Brett vor der eigenen Rübe endet. In Marteria bekommt man es mit einem angenehm schlauen, weitgereisten und entsprechend aufgeschlossenen Charakter zu tun. Wer die Welt gesehen hat, hält den eigenen Bauchnabel halt nicht mehr für soooo furchtbar interessant. Statt der weit verbreiteten Großkotzigkeit das Ruder zu überlassen, tönt bei ihm aus jeder Zeile, aus jedem Takt Mondänität - noch in der ursprünglichen Wortbedeutung. So erzählt Marteria vom Reisen, von Aufbruch, Ankommen, aber auch vom Innehalten. Er reflektiert seine eigene Entwicklung und die einer ganzen Generation, die dem dauerbreiten Allzeit-Feierei-Stadium langsam entwächst: ein Zustand, den man gelegentlich bedauerlich, alles in allem aber ganz angenehm finden kann. Lebensphasen enden, neue beginnen. "Du glaubst nicht an Wunder?" Wer sich entspannt treiben lässt und den Lauf der Dinge mit einer guten Portion Humor betrachtet, muss es eigentlich bemerken: "Sie sind überall." Für "Gleich Kommt Louis" springt Marteria in der Zeit zurück und schreibt aus der Perspektive seines jüngeren Mittzwanziger-Ichs, das der unmittelbar bevor stehenden Geburt seines Sohnes entgegen sieht. Das Wechselbad der Gefühle, von verängstigt und sorgenvoll zu gespannt und voll der Vorfreude, überträgt sich fast unmittelbar. Mit dem Prequel zu "Louis" legt Marteria nun schon den zweiten Beweis vor, dass Songs an und über den eigenen Nachwuchs keineswegs immer exhibitionistische Züge tragen und damit Anlass zu Fremdscham liefern müssen. "Keiner kämpft mehr bis zum Endboss", kritisiert "Kids" aus dem Blickwinkel derselben, wenn auch mit doppelbödiger Ironie, die Trägheit derer, die scheinbar geradewegs auf die Midlife-Crisis zusteuern. Die Tage von Randale und Krawall sind zwar gezählt, und siehe: "Die Welt, sie dreht sich weiter." Willkommen in der Post-Gangsta-Ära. Der Kinderchor in der Hook nervt zwar fürchterlich, trifft mit seinem ätzenden Tonfall aber genau den gereizten Nerv. Ganz an den Nagel gehängt hat Marteria das Rebellentum aber nicht. In ihm brodelt noch immer der Hunger der Jugend. "OMG!" Im euphorischen Trötenklang rechnet man besser jederzeit mit einer Eruption. Durch "John Tra Volta" bizzelt, flirrt und bratzt die Elektrizität, als stehe der ganze Track unter Strom. "Volkstanz Nummer eins: Electric Boogie." Die militante Atmosphäre in "Bengalische Tiger" steckt voller unterschwelliger Gewalt und wirkt ebenfalls derart aufgeladen, als genügte ein einziger Funke, um die ganze Szenerie in Brand zu setzen. Derlei akustischen Pulverfässern gegenüber stehen die verwehte, verwaschene, vielschichtige Kulisse von "Alt & Verstaubt", die trügerische Wärme, die in "Die Nacht Ist Mit Mir" ein, zwei, viele Gläschen in Campinos Gesellschaft versprechen, oder der erz-groovige Bass in "Pionier". Perlende Pianoläufe begleiten die Bindungsangst durch "Eintagsliebe". Ähnlich melodisch gestaltet sich das Doublefeature "Glasklar / Herzglüht", für das die bewährten Mitstreiter Yasha und Miss Platnum vorbei schauen. Warum sich letztere inzwischen nicht nur als Chorus-Trulla unter Wert verkauft, sondern jetzt zudem noch überflüssige Effekte über ihren Gesang pappt, muss ich ja nicht verstehen. Endgültig elegisch wirkt "Welt Der Wunder" mit großem Streicherbahnhof. Die musikalische Vielfalt hält mit der thematischen Bandbreite mühelos mit. Die Produktionen schwelgen enthemmt in Melodien, suhlen sich im nächsten Moment aber schon wieder genau so hemmungslos im Dreck. Dennoch erscheint "Zum Glück In Die Zukunft II" wie ein Werkstück aus einem Guss. Gut möglich, dass darin das größte Kunststück dieses Albums besteht. Ein dritter Teil, so heißt es, sei nicht mehr vorgesehen. Wer das jetzt doch ein bisschen schade findet, tröste sich mit der Aussicht auf neue Ufer: Marterias Reise ist gewiss noch nicht zuende. © Laut
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Soul - Erschienen am 24. Januar 2014 | Four Music

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