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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. Dezember 2019 | Mute

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 4F de Télérama
Mit "Portrait" liefert Yann Tiersen seinen Beitrag im Reigen der Veröffentlichungen von Werkschauen zum Jahresende. Dabei erklärt er den Namen des Albums zum Programm. Für seine Retrospektive überdenkt er das Konzept eines Best-Of-Albums und porträtiert insgesamt 25 Songs aus allen Perioden seiner Karriere in neu arrangierten, komplett live interpretierten und vollständig analog eingespielten Versionen. Hinzu kommen drei komplett neue Tracks. Die Idee zu "Portrait" entstand während der Proben zur Tour für seine im Februar dieses Jahres veröffentlichte Platte "All", die er im eigenen, komplett auf analoge Aufnahmetechnik ausgelegten The Eskal-Studio auf der kleinen französischen Insel Ouessant im Osten der Keltischen See vor der bretonischen Küste einspielte. Hier setzte er die mit "All" begonnene Arbeit fort und kleidete die Tracks auf "Portrait" in ein reduzierteres Klanggewand, um ihre Essenz mit illustren Gastmusiker*innen herauszuarbeiten. Gleichzeitig räumt er auch mit einigen Missverständnissen der Vergangenheit auf. Das betrifft in erster Linie die Stücke aus dem Soundtrack zu "Die fabelhafte Welt der Amélie", mit denen er zwar internationale Bekanntheit erlangte, die er aber seit über zehn Jahren nicht mehr live aufführt. Denn der große Erfolg des Films riss diese Stücke aus ihrem eigentlichen Kontext heraus, verfremdete ihre Wahrnehmung und verknüpfte sie, auch für Tiersen selbst, unumkehrbar mit der romantischen Tragikomödie. Zeit also für einen Heilungsprozess zumindest bei zwei Songs des Soundtracks, deren scheinbar romantische Wirkung für den Komponisten "immer schon eine Verschleierung oder eine Reaktion auf ihre dunkle Seite war." Besonders gut kommt dies in "La Dispute" zum Tragen. Gegensätzlich zur Verwendung im Film ist die Nummer so gar nicht als Klangkulisse für ein Date gedacht, sondern als Abbild von "extreme[r] Gewalt, Blut, Tod und des seltsamen Schockzustands in den unmittelbaren Momenten nach einem schrecklichen Erlebnis." Anno 2019 erklingt die unverkennbare Melodie dieses dunklen Songs zunächst mit einer zerbrechlichen Melodica. Das dominante Klavier folgt erst nach der Hälfte der Spielzeit. Dieser Gegensatz erzeugt eine eindringlich intensive und tief bewegende Stimmung, die das Original vergessen macht. Auch "Comptine D'Un Autre Été (L'Après-Midi)" profitiert enorm von der Neueinspielung. Die Änderungen betreffen vor allem die Klangfarbe des Stückes. Das Klavier klingt, aufgrund der analogen Aufnahme, um so vieles wärmer, organischer und persönlicher als im steril wirkenden, digital aufgenommenen Original. Dabei wirkt alles so unaufdringlich nah, als höre man das Stück im Studio stehend. Besonders gut kommt dies in den in rasantem Tempo gespielten gebrochenen Dreiklängen nach der Vorstellung der Hauptthemen zum Tragen, die die Dramatik und Melancholie des Songs hervorragend untermalen. Das gilt auch für "The Wire (Sur Le Fil)", bei dem Tiersen die Instrumentierung vollständig ändert und anstatt eines Klavieres eine Violine benutzt. Allgemein profitieren aber auch andere Klaviersongs der Platte wie "Porz Goret", "The Long Road (La Longue Route)", das energisch-trotzige "The Old Man Still Wants It" und das getragene "Naval" vom analogen Klangbild. Wer diese neuen Versionen einmal gehört hat, der will auch hier die alten nicht mehr hören. Besonders beachtenswert von all den auf Tasteninstrumenten gespielten Songs: Das barockesque Cembalostück "The Jetty", das vor allem von Tiersens prächtig gesetztem Bassspiel profitiert und mitreißend mächtig wirkt. Einen wichtigen und überraschenden Beitrag zu den Neuinterpretationen liefern die Gastmusiker auf "Portrait". Wer hätte im Traum daran gedacht, dass Tiersen seine Grenzen derart erweitert und eine Kollaboration mit Sunn O)))-Klangdruide Stephen O'Malley eingeht? Was sich zunächst ungewöhnlich anhört, passt in "Introductory Movement" jedoch außergewöhnlich gut zusammen. O'Malleys heftig verzerrte Drones und seine splitternden Klangeffekte, die hier als Farbtupfer in einem überaus komplexen Stück fungieren, ergänzen sich trotz scheinbarer Gegensätzlichkeit zu einer erhebenden Meditation, die in einem meisterhaft silbrigen Cembalo-Part kulminiert. Dieses Spiel setzen die beiden mit überwältigender Sensitivität im überaus minimalistischen "Prad" fort. Natürlich finden sich auch Klassiker wie das von ursprünglich von Dominique A gesungene und jetzt von Super Furry Animals-Frontmann Gruff Rhys stimmlich sehr folkig veredelte "Monochrome" auf "Portrait". Wie die meisten Neuinterpretationen des Albums profitiert auch "Rue Des Cascades" enorm von seinem neuen Arrangement. Das Cemablo des Originals und der seltsam unphrasierte Gesang von Claire Pichet weichen 2019 einem berührend warmen Klavier und der fülligen Stimme von Ólavur Jákupsson. Auch Tiersens Frau Emilie wirkt auf dem Album mit und verzaubert vor allem in "Gwennilied" mit ihrem mystischen, elfenhaften Gesang, mit dem sie über einem sehr lange anhaltenden, monolithischen Drone überaus phantastische Bilder ferner Welten und keltischer Riten evoziert. Im brandneuen "Diouz An Noz" brilliert sie stimmlich im Duett mit Ólavur Jákupsson. Die Gegensätze der Stimmen der beiden ergänzen sich harmonisch bestens über einer für Tiersen typisch arpeggierten Klavierlinie, durch dessen Zwischenräume die Klänge eines fragilen Theremins schweben. Auch die beiden anderen neuen Tracks stechen klanglich aus dem Gesamtbild des Albums hervor. Das gemeinsam mit den zwischen Indie, Alternative und Dream Pop pendelden Blonde Redhead aufgenommene "Closer" überzeugt mit sphärischem Gesang sowie einem kammermusikartig arrangierten Streicherspiel und erinnert an die isländischen Kollegen von Sigur Rós. Da Blonde Redhead aufgrund logistischer Schwierigkeiten nicht selbst im Studio anwesend sein konnten, sind ihre Beiträge die einzigen auf "Portrait", die extern angefertigt und von Tiersen nachträglich eingefügt wurden. In "Thinking Like A Mountain" entwickelt Tiersen mit Stephen O'Malley, dem Singer-Songwriter sowie ehemaligen The Czars-Mitglied John Grant und Melanie Knott über einem als Spoken Word-Part dargebotenen Ausschnitt aus Aldo Leopolds "A Sand County Almanac" ein faszinierend beschwingtes, zum Teil jahrmarktartig pulsierendes Klanggebräu aus Orgel, Glockenspiel und Streichern. Die Spoken Word-Parts erinnern dabei fast unausweichlich an das ebenfalls großartige, gesprochene "The Seahorse Rears To Oblivion" von Current 93. Yann Tiersen liefert mit "Portrait" mehr als nur eine Ansammlung verschiedener Songs unter dem Greatest Hits-Banner. Die neuen und zum Teil sehr persönlichen Arrangements in Verbindung mit ihren organisch atmenden Interpretationen erheben diese Collage zu einem Schlüsselwerk in der Diskographie Tiersens, da die Platte aufgrund ihres dramaturgischen Konzeptes auch hervorragend als Ganzes funktioniert. Das macht "Portrait" zu einem Album für entspannte Winterabende am knisternden Kaminfeuer mit einem Glas trockenen Rotwein. Ganz groß! © Laut
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Pop - Erschienen am 5. Oktober 2001 | Parlophone (France)

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
In meinem Bett liegen und träumen. Viel mehr will ich zu dieser Musik nicht machen. Geschichten schießen in meinen Kopf. Sie sind alle irgendwie von dem wunderbar-verträumten Film "Die fabelhafte Welt der Amélie", zu dem Tiersen den Soundtrack geschrieben hat, inspiriert. Vor allem die junge Amélie scheint durch das Album zu hopsen und zu tanzen. Unbeschwert sind die Stücke auf den ersten Blick. Auf den zweiten überfällt mich beim Hören jedoch vor allem eine süße Melancholie. Wunderschöne sentimentale Traurigkeit verbreiten die Kompositionen. Doch hier handelt es sich um eine Art von Schwermut, in der man sich gerne fallen, sich darin wie in einer weißen, weichen Wolke treiben lässt. Gedankenverloren starre ich ins Leere, wenn ich Stücke wie "la Parade", der von Lisa Germanos Stimme eine ganz besondere Stimmung erhält, oder "Les Jours Tristes" höre. Auch für den zweiten Song hat sich Yann einen Gastsänger geholt: Neil Hannon, ehemals Sänger bei der Divine Comedy, singt mit schmeichelnder, erdiger Stimme. Das Herausragendste unter vielen beeindruckenden Liedern. Außergewöhnlich ist auch "La Lettre D'explication", bei dem Tiersen eine Schreibmaschine als Rhythmusinstrument, ein Spielzeugklavier und ein Spielzeugauto einsetzt. Das Titelstück "L'Absente" wird als klares Klavierstück seinem Namen vollkommen gerecht. "Le Jour D'Avant" baut sich von einem langsamen, akkordeondominierten Chanson zu einem vielschichtigen, folkigen Song auf, um sich zum Schluss zu einem Streichergewitter zu verdichten, das wie eine fulminante Welle in "Les Jours Tristes" überschwappt. Dieses Stück sowie den Opener "A Quai" hat Tiersen im vergangenen Jahr schon auf seinem Erfolgssoundtrack "Die fabelhafte Welt der Amélie" veröffentlicht. Zwischen zurückhaltend und pompös bewegt sich "L'Absente", mehr Pop als Chanson und doch durch und durch französisch. Stimmungsvoll. Romantisch. Sentimental. Schmeichelnd. © Laut
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Original Soundtrack - Erschienen am 6. November 2001 | Parlophone (France)

Der Soundtrack zu Jean-Pierre Jeunets charmanter, leicht surrealer romantischen Komödie Amélie präsentiert Musik von Yann Tiersen. Genau wie der Film eine idyllische, idealisierte Version von Paris zeigt, fängt Tiersens Filmmusik die romantischsten Aspekte französischer Musik ein, komplett mit flatternden Akkordeons, zierlichen Cembalos, Mandolinen, ergreifenden Streichern und Pianos. Stücke wie „J'y Suis Jamais Allé“, „Le Moulin“, „La Valse des Monstres“ und „Les Jours Tristes“ sind eigenständige liebenswerte Werke. Ein Großteil der Filmmusik stammt aus Tiersens anderen Alben und macht Amélie zu einer guten Einführung in seine Arbeit und zugleich zu einem einnehmenden Soundtrack. © Heather Phares /TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 27. August 2021 | Mute

Hi-Res
Seit er mit dem Album Dust Lane (2010) zum ersten Mal seinen Orbit der „traditionellen, bretonisch klingenden Akustikgitarre“ verlassen hatte, der ihm seit seinen Anfangszeiten in den neunziger Jahren – zurecht – zum Erfolg und zu seiner Einzigartigkeit verholfen hatte, verbrachte Yann Tiersen das vergangene Jahrzehnt mit neuen Klangforschungen. Tiersen liebt es, wie ein Handwerker mit Strukturen zu spielen und er macht daraus kein Geheimnis. Seit 10 Jahren ist für ihn jedes neue Album ein Spielplatz, eine Gelegenheit, die schöpferischen Zufälle in eine neue Richtung zu lenken. In diesem Zeitraum bekamen wir das Beste geboten – köstlich dreckigen Klang bis hin zu den Post-Rock-Elementen des Skyline (2011) – genauso wie das Schlimmste – das unverständliche Infinity (2014) mit endlos vielen Anleihen, die schon fast nicht mehr zu verdauen waren. Gerade darin liegt aber das Geheimnis experimenteller Forschungen: einige Fehlschläge sind wohl in Kauf zu nehmen, will man die richtige Dosierung finden, nicht wahr?Sagen wir es gleich: Kerber ist ein Goldstück. Das Album, das diesmal auf Tiersons Lieblingsinsel Ouessant eingespielt wurde, wo sich der Musiker L'Eskal, sein eigenes Aufnahmestudio eingerichtet hat, beweist weitaus mehr als nur das große Comeback des Komponisten. Es bedeutet ein recht faszinierendes, neues Kapitel seiner musikalischen Laufbahn. Es scheint, als hätte Tiersen hier das perfekte Gleichgewicht aller Elemente gefunden, die sein Markenzeichen ausmachen: ein naiv, unbeirrbar leierndes Klavier, Gesänge aus dem umliegenden Land, elektronische Klangteppiche, field recordings (direkt vor Ort aufgenommene Unterhaltungsmusik). Noch nie passten all diese Zutaten so perfekt zusammen. Der Musiker baut Stein für Stein an einem neuen Klangrevier von faszinierender Schlichtheit. Der Begriff Revier zieht sich tatsächlich durch sein ganzes Werk. Zuerst im geografischen Sinn, mit der Bretagne und seinem jederzeit durchschimmernden, endlos weiten Meer; es handelt sich aber auch um ein eher physisch wahrgenommenes Terrain mit allerlei Sinneseindrücken. So gesehen bleibt man sprachlos angesichts der besonders sorgfältig aufgenommenen Klavierparts, weil man dabei die ganze lebendige Materie des Instruments fühlen kann: das atmende Pedal, die abprallenden Hammerköpfe, die Resonanz der Saiten. Ein prächtiger Schatz mit Melodien ad libitum im elektronischen Part, um die Horizonte zwischen Himmel und Meer anzudeuten. Da wird es dann schwer, der Sehnsucht nach der Ferne zu widerstehen. Bevor Sie also die Segel hissen und sich in die Wellen stürzen, nehmen Sie sich wenigstens die Zeit, Ar Maner Kozh (Track 2) anzuhören, das in diesem Opus zweifellos den Gipfel von Anmut bildet. © Pierre Lamy/Qobuz
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Klassik - Erschienen am 30. September 2016 | Mute

Hi-Res
After the far-flung travels of ∞(Infinity) took him to Iceland and the Faroe Islands, Yann Tiersen returns home figuratively and literally with Eusa. Named for the Breton term for the island off the coast of Brittany where he lives, this is a back-to-basics project for Tiersen -- as basic as his work can be, that is. Conceived as a musical map of his home, Eusa began as a series of field recordings and piano compositions taken from and inspired by different locations on the island that were later issued as an album and a book of sheet music. Theoretically, one could re-create Eusa by playing the field recordings and performing the compositions, but of course Tiersen (who recorded the album at London's Abbey Road studios) brings much more to the album. As a whole, it lacks the anthemic winsomeness of the music that catapulted him to fame, but the album's simplicity lets his masterful melodies and playing shine. Tiersen holds Eusa together with a series of pieces named "Hent," which means "path" in Breton. These teasing interludes do feel like stops along the journey, from the delicate beginnings of "Hent I" to the serene sense of arrival on "Hent VIII." In between, Tiersen distills moments as well as places: "Hent III"'s somber melody, lapping waves, and bird calls conjure an overcast shoreline. The rest of Eusa flits between soothing and urgent just as nimbly. The rippling, full-bodied waltz "Pern" is quintessential Tiersen, boasting a gorgeous melody rivaled only by the sweetly nostalgic "Roc'h ar Vugale" and "Penn ar Lann," which is set aloft at the end by chirping birds and ascending chords. On "Porz Goret," "Enez Nein," and "Penn ar Roc'h," he imbues the album's longing with more insistency, but the results are just as affecting. Though he hadn't intended to record these compositions, it's a good thing that he did -- Eusa is like being invited into Tiersen's home to hear him play. Comforting but never dull, it's a reminder that the familiar can be just as inspiring as the foreign. © Heather Phares /TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 15. Februar 2019 | Mute

Hi-Res
Die keltische Insel Ouessant, Frankreichs westlichster Punkt, strahlt mit rauem Meer und vielen Leuchttürmen und Felsen nichts Tröstliches aus. Dort lebt der bretonische Komponist und Multiinstrumentalist Yann Tiersen in völliger Ruhe und Abgeschiedenheit schon seit mehr als einem Jahrzehnt. Seiner kargen Wahlheimat, die nur knapp 850 Einwohner zählt, setzte er mit dem Klavierwerk "EUSA" 2016 ein musikalisches Denkmal. Mit "All" greift er den thematischen Faden dieser Platte wieder auf, geht jedoch weitaus mehr in die Breite. Dabei nimmt Tiersen auf ein symbolisches Schlüsselerlebnis Bezug: Er und seine Frau mussten während einer Radtour in den Redwoods in Kalifornien an der "Usal Road" vor etwa vier Jahren vor einem Puma fliehen. Sein Verhältnis zur Natur war danach verständlicherweise ein ganz anderes. Besagte Gegend besuchte er im Zuge der Aufnahmen nun ein weiteres Mal, um Violinenparts einzuspielen. Des Weiteren sammelte er dort und am stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof Field Recordings. Zurück in Ouessant, kombinierte er sie in seinem Studio The Eskal, das zugleich Venue und Gemeindezentrum ist, mit Klavierarrangements und analoger Elektronik. Bei "All" handelt es sich um die erste Platte, die in diesem Umfeld entstand. Tiersen arbeitete dafür mit zahlreichen Gastsängern und -sängerinnen zusammen. Zudem traute er sich erstmalig, seine Texte auf Bretonisch zu verfassen. Nur in wenigen Momenten hört man Zeilen auf Französisch. Der mittlerweile 48-Jährige nimmt uns so auf eine musikalische Weltreise mit: bildhaft, monumental und atemberaubend schön. Am Anfang führt er uns nach "Tempelhof". Dieser Ort wandelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu "einer Einöde, wo sich die Natur ihr Recht zurückfordert", sagte er kürzlich in einem Interview für ARTE. Zunächst sind spielende Kinder und Fahrradgeräusche zu vernehmen, begleitet von einer auf- und abebbenden Pianomelodie nebst melancholischen Ambient-Klängen im Vangelis-Stil. Mensch und Natur befinden sich für wenige Minuten im Einklang. Gegen Mitte zeigt der Flughafen allerdings seine graue, hässliche Fassade, wenn plötzlich dronige Gitarren hereinbrechen. Danach geht es in "Koad" gemeinsam mit der Schwedin Anna von Hausswolff in die mystischen Mammutbaum-Wälder der südwestlichen Grafschaft Devon in Großbritannien. Ausgehend von zaghaften Klavierakkorden und ihrem nachdenklichen Hauchen gewinnt die Nummer nach und nach an Intensität und erreicht schließlich mit dem Gänsehaut-Refrain, getragen vom virtuosen Spiel Tiersens und einer ätherischen Gesangsmelodie, die nicht von dieser Welt zu sein scheint, ihren Höhepunkt. Der Track verschlägt einem absolut die Sprache, so umwerfend klingt er. Erstmal tief Luft holen und sammeln: Dafür bietet das über neunminütige "Erc'h" genug Zeit. Mit Ólavur Jákupsson, der schon in der Vergangenheit auf mehreren Werken des Bretonen als Sänger zu hören war, gesellt sich ein weiterer Reisebegleiter dazu. Der lässt es zu zarten Akustikgitarren, meditativen Drones und Kirchenglocken mit seinem beschwörenden Timbre geduldig angehen. Der Hörer streift in seiner Fantasie durchs beschauliche, verschneite Land. Außerdem geizt der Song, wenn gegen Ende aus dem Nichts engelhafte Frauenstimmen auftauchen, nicht mit pathetisch-erhabenen Momenten. Dadurch gleitet er nicht zu sehr ins Monotone ab. Für mehrere Minuten möchte man die Welt einfach nur umarmen. Gerade für die kleinen, unscheinbaren Dinge im Leben findet Tiersen nach wie vor große Töne. Nach diesem langen Aufenthalt sieht man sich dann zu beklemmenden Violinen und nervöser Minimal Music auf der "Usal Road" mit der eigenen Abhängigkeit im Naturkreislauf konfrontiert. Die Klauen der Katze lassen nur die Flucht ins Weite zu. In "Pell" rückt dieses Ereignis gedanklich jedoch allmählich in weite Ferne, wenn das Bedrohliche einer andächtigen Sitar, melodischen Klavierfiguren, sanften Engelsgesängen, dem Lachen eines Babys und himmlischen Streichern weicht. Von nun an kommen vermehrt zuversichtlichere Momente zum Vorschein, selbst wenn uns der Strudel der Angst in "Aon" in die Tiefe zu ziehen droht. Hinterher liegt man abends noch etwas gedankenversunken und müde in "Prad" zu behutsamen Pianotönen auf einer Wiese, um den Rufen der Uhus und den Gesängen der Amseln, Drosseln, Finken und Stare zu lauschen. Zuvor ertönen helle Frauenstimmen, von ritueller Akustik begleitet ("Bloavezhioù"), barocke Gesänge und Melodien unter Hinzunahme pompöser Bläser ("Heol"), und der bretonische Singer/Songwriter Deniz Prigent ("Gwennilied") lädt mit seinem tiefen Timbre zu einer schamanischen Beschwörung ein. Man bekommt so einen Einblick in die Vielfalt keltischer Riten und Bräuche. "Beure Kentañ" führt am Schluss zur inneren Einkehr. Schwirrende Elektronik, zurückgenommene Akustik und entrückte weiblichen Spoken Words steuern auf einen fließenden Wasserfall zu. Dort wartet prächtiges Vogelgezwitscher. Die ersten Sonnenstrahlen durchdringen die reine, trockene Frühlingsluft. Hier scheint jeglicher Trubel, aller Materialismus der Welt verflogen. Man möchte hier am liebsten ewig verweilen. Yann Tiersen hat überhaupt nicht verlernt, naturbetonte Klänge, traditionelle bretonische Musik und anmutige, liebliche Melodien kongenial miteinander zu verweben. Dazu kommt "All" um Einiges lebhafter und dynamischer daher als der Vorgänger. Jeder Song lässt in eine völlig eigene Welt eintauchen, die einzelnen Teile fügen sich zu einem großen Ganzen. © Laut
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Pop - Erschienen am 6. November 2001 | Parlophone (France)

Der Soundtrack zu Jean-Pierre Jeunets charmanter, leicht surrealer romantischen Komödie Amélie präsentiert Musik von Yann Tiersen. Genau wie der Film eine idyllische, idealisierte Version von Paris zeigt, fängt Tiersens Filmmusik die romantischsten Aspekte französischer Musik ein, komplett mit flatternden Akkordeons, zierlichen Cembalos, Mandolinen, ergreifenden Streichern und Pianos. Stücke wie „J'y Suis Jamais Allé“, „Le Moulin“, „La Valse des Monstres“ und „Les Jours Tristes“ sind eigenständige liebenswerte Werke. Ein Großteil der Filmmusik stammt aus Tiersens anderen Alben und macht Amélie zu einer guten Einführung in seine Arbeit und zugleich zu einem einnehmenden Soundtrack. © Heather Phares /TiVo
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Pop - Erschienen am 3. Februar 2003 | Parlophone (France)

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Pop - Erschienen am 20. Mai 2005 | Parlophone (France)

"Guten Tag, ich schon wieder da", meinte zuletzt Giovanni Trapattoni vor seinem - wohl nicht lange andauernden - Engagement beim VfB Stuttgart. Auch schon wieder da ist der Franzose Yann Tiersen, der mit "Les Retrouvailles" (Mehrzahl von 'Das Wiedersehen') bereits sein zweites Album 2005 vorstellt. Der Franzose hat es sich in seiner kleinen Nische kuschelig eingerichtet. Die bekannten Elemente seiner Musik sind auch auf seinem zehnten Album in zehn Jahren zu hören. Klassische Versatzstücke, mit Piano und Streichern vorgeführt, verbinden sich mit Folk, Chanson, ein wenig Pop und einer guten Portion Skurrilität zu einer abermals hoffnungslos romantischen Achterbahnfahrt. "Western" mit Glockenspiel und Akustik-Gitarre ist so ein typisches Stück Tiersen. Wenn die Fideln die Hoheit über den Song übernehmen, führen sie ihre mitmusizierenden Instrumenten-Kollegen von tiefer Depression in luftige, hoffnungsvollere Gefilde. Alles in einem Stück. Es rumpelt und paukt. Dahin geworfene Akkorde stimmen "Kala" an. Erneut zeichnet Yann mit schweren Tönen ergreifende klangliche Momente. Elisabeth Fraser singsangt elfengleich über sanfte Paukenschläge und leicht elektrifizierte Klampfentöne. Shannon Wright fehlt neuerdings in der Riege der Gastsänger, statt dessen schaut Jane Birkin auf ein Gastspiel vorbei, die über einen an Bach erinnernden Pianolauf seufzend hauchen darf. Und wieder einmal spielt Tiersen mit scheinbarer kompositorischer Einfachheit perfekt die Klaviatur der Emotionen, bevor der Song mit einem simplen Akkord ausklingt. Tindersticks-Chanteur Stuart A. Staples kann dieser Großtat nicht ganz das Wasser reichen; trotz reichlich Erfahrung mit Schwermut. "A Secret Place" klingt ein wenig zu konventionell. Da fehlt der spannende Schwenk in Richtung Überraschung. "This train is rolling on". Ja, da rollt er, aber so richtig in Fahrt kommt er nicht, der Zug. Der 3/4-Takter kommt schunkelnd zu Wort. "La Veillee" schwooft behände, "Les Retrouvailles" darf ebenfalls kurz in diese Richtung schlagen, ehe "La Jetee" mit einem hektischen Cembalo-Finale die Platte beschließt. Yann Tiersen, ein Mann, der hoffentlich noch lange nicht fertig hat. © Laut
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Pop - Erschienen am 1. Januar 2002 | Parlophone (France)

The double-disc set C'Était Ici presents Yann Tiersen live in concert, performing highlights from his five studio albums and his score for the French film Amélie, the work for which he may be most widely known. While "La Valse d'Amélie" and "L'Autre Valse d'Amélie" sound just as sparkling and magical here as they did in the movie and on its soundtrack, and songs such as "C'Était Ici" and "Rue des Cascades" follow suit, the album gives equal time to the other sides of Tiersen's music. The pieces with vocals are particularly striking, especially "La Rupture," a winding epic that is as eerie as it is beautiful. The mellow, romantic "La Terrasse," meanwhile, highlights the undercurrents of French pop and rock that influence his work. Hints of French folk can be heard on tracks like "Déjà Loin" and the modern-day gypsy fiddling of "Sur le Fil," emphasizing the fact that while Tiersen blends elements of classical, pop, rock, and folk into his music, all of it is quintessentially French. The live format especially suits some of his more energetic songs, such as "Le Jour d'Avant" and "Le Banquet," both of which feature explosive, rock-oriented drumming. Then again, the beautifully intimate renditions of Serge Gainsbourg's "La Noyée" and Tiersen's own "Le Moulin" are just as powerful in a quiet way. The second disc digs deeper into Tiersen's discography, offering more of his longer, more involved compositions such as the swooning "Bagatelle," a collaboration with Dominique Ané, and the 12-minute "Fevrier," which conjures images of the grayest, longest-seeming month with ticking percussion and jittery, atonal pianos, guitars, and brass. Other highlights include the dreamy "Le Méridien" and "La Parade," which feature appropriately somnolent vocals from Lisa Germano, another of Tiersen's frequent collaborators, and the gorgeous "Monochrome," a paradoxically vivid description of day-to-day tedium sung by Ané. C'Était Ici functions almost like a greatest-hits collection of Tiersen's work: a welcome reminder for fans of his diverse talent, and an introduction to the rest of his work for those charmed by Amélie. While most two-hour live albums don't necessarily make a good introduction to an artist's work, C'Était Ici is a very happy exception to that rule. © Heather Phares /TiVo
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Original Soundtrack - Erschienen am 16. Juni 2008 | Peermusic France

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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. Januar 2013 | Ici d'ailleurs

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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. November 2012 | Ici d'ailleurs

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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. Januar 2013 | Ici d'ailleurs

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Klassik - Erschienen am 30. September 2016 | Mute

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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. November 2012 | Ici d'ailleurs

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Rock - Erschienen am 18. Oktober 2011 | Mute

On Skyline, Yann Tiersen goes further down the path he forged on Dust Lane, moving away from the delicate, keyboard-driven reveries that marked early work such as the tracks collected for the Amélie score or the music for Good Bye Lenin! and toward a post-rock-tinged sound that, despite its differences, is just as widescreen-ready. While the galloping rhythms and swift melody of "Forgive Me" are most like the works that won Tiersen a legion of film buff fans, most of Skyline evokes comparisons to other artists. The bursts of instant-gratification guitars on "Another Shore" could come just as easily from Smashing Pumpkins' "Today" or from Mogwai, while twinkly, bittersweet tunes like "I'm Gonna Live Anyhow" and "The Trial" call to mind Múm or Morr Music acts such as Borko; still elsewhere, the lush romanticism of "The Gutter"'s dream pop recalls Saturdays=Youth-era M83 and the odd mix of screaming, toy piano, and glockenspiel on "Exit 25 Block 20" seems like something Fuck Buttons would attempt. While Tiersen tries on different approaches for size on each of Skyline's songs, his nimble melodic sense and unfailing skill at evoking the right mood at the right time are unmistakable. Skyline isn't as obviously dark as Dust Lane was, but melancholy pervades the entire album, welling to the surface on "Hesitation Wound," where Tiersen's frail voice drifts farther and farther away from the listener and into a galaxy of strafing synths. While this album and Dust Lane sacrifice some of his recognizable sound, the possibilities laid open for Tiersen are too intriguing not to pursue. © Heather Phares /TiVo
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Pop - Erschienen am 5. Oktober 2006 | Parlophone (France)

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Rock - Erschienen am 12. Oktober 2010 | Mute

Wird Yann Tiersen jemals wieder das Stigma los, das er als Komponist zum "Amelie"-Soundtrack seitdem wie einen Furunkel am Hintern mit sich herum schleppen muss? Und warum klingt Yann Tiersen im Opener wie Moby, der eine Tom Waits-CD gegessen hat? Fragen über Fragen. Zumindest tönt "Amy" so rockig wie noch nie, begeistert aber nicht wirklich. Es scheint, als müsse Tiersen erst mal abseitige Pfade abchecken, bevor er wieder in seinen eigenen Orbit einschwenkt, um im Zeichen von Melancholie und Monotonie in fremde imaginäre Länder zu entführen. Das funktioniert immer dann am Besten, wenn er seine Melodien in fast schon erschreckend monotoner Weise immer und immer wieder von Neuem anstimmt. "Chapter 19" legt hiervon Zeugnis ab. Die Stimmung des Albums pendelt zwischen verträumtem Hoch und dunklem Tief. Das dürfte wohl Tiersens privat durchlebten Schicksalsschlägen geschuldet sein, denn der Bretone verlor während der Aufnahmen einen Freund und seine Mutter. Trotz dieser potenziell deprimierenden Gefühlslage gelingt ihm immer wieder der Schwenk in Richtung positiver Grundstimmung, wo in der Ferne das Licht am Ende des Tunnels schimmert. Aufgrund des Einsatzes von alten Synthies, Distort-Effekten und noisige Einlagen driftet das Album aber vom reinen Schönklang hinweg. So schubst Tiersen die Amelie-Diddl-Mäuse aus dem Regal und massakriert sie hinterrücks. Eine kleine Portion Wahnsinn schwenkt auf der "Dust Lane" auch mit. Angesichts des Covers, wo ein Alpha Romeo mit offener Fahrertür scheinbar herrenlos im Forst herum gammelt, darf sich der Betrachter die Frage stellen, wo denn der Fahrzeuglenker abgeblieben ist. Steht er nur am Waldrand mit offener Hose, um zu strullern? Verwöhnt er seine Holde - wie in "Fuck Me" - oder kullert sein von einem verrückten Massenmörder abgeschlagener Kopf bereits die Böschung hinunter? Das Ende bleibt offen. Das passt Tiersens Musik. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. Mai 2014 | Mute

Eigentlich sieht sich Yann Tiersen keinesfalls als Filmkomponist. Trotzdem fiel es ihm in den vergangenen zehn Jahren schwer, aus dem Schatten seines Soundtracks für "Die fabelhafte Welt der Amélie" herauszutreten. Vielleicht liegt das einfach daran, dass im französischen Multiinstrumentalisten einer steckt, der erzählen und mitreißen möchte. In den kleinen Kosmos seines neuen Werks "(Infinity)" will man sich jedenfalls sofort fallen lassen. Die zehn Stücke sind durch und durch von Wehmut und melancholischer Schönheit geprägt. Ungefähr so, als würde man einen Tag an der bretonischen Atlantikküste – Tiersens Wahlheimat - stehen, die Brandung im nebligen Grau betrachtend. Den Blick in die unendliche Weite gerichtet. Stets darauf wartend, dass ein Moment des Lichts für Erleuchtung sorgt. Kurz: "(Infinity)" nimmt mit – und das nicht auf akustische Weise allein. Der "Skyline"-Nachfolger bewegt sich stets zwischen Filmsoundtrack und opulenter Sigur Rós-Reminiszenz. Und das nicht nur, weil Tiersen mit "Steinn" und "Grønjørð" je ein Stück auf Isländisch und eines auf Färöisch platziert. Nein, oft bedient er sich ähnlich nebulöser Bläser- und Streichermuster, bedrohlicher Glockenmelodien und vertrackter Details. "Deep in the rock, there was a house / In the corner of the house, there was a heart / In the heart, there were some ashes / Next to the ashes, there was some firewood [...]". Wenn die isländische Vokalistin in "Steinn" bis ins Unendliche Sätze verschachtelt, wird klar: Tiersen spielt hier mit Selbstreferenz, stellvertretend für seine Denkweise, seine komplexe Art zu komponieren. Die meiste Zeit bleibt "(Infinity)" deshalb im Zustand gepflegter Melancholie. Doch Tiersen installiert in den meisten Songs diesen einen Moment des hell strahlenden Pop-Pathos. Besonders hervor tut sich der Abgesang von "A Midsummer Evening", der durch groovende Bassline, groß aufspielende Streicher und Chorgesang sogar etwas nach Landsmann Sebastien Tellier klingt. Yann Tiersen gelingt das Kunststück, diesen Moment immer passend in Szene zu setzen. Mit der Geduld von Nils Frahm verschleppt er seine Songs, zerlegt sie teilweise in ihre Einzelteile, um dann fokussiert doch wieder den roten Faden aufzugreifen ("Ar Maen Bihan"). Deshalb mag "(Infinity)" für manchen Geschmack zu sehr von atmosphärischer Zurückhaltung geprägt sein – die Spannung kommt der Platte aber nie abhanden. So, wie man das vielleicht auch von einem guten Film erwarten würde. © Laut