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Tirzah

Man muss ja die britischen Feuilleton-Lieblinge immer ein bisschen mit Vorsicht genießen. Viele von ihnen machen sich es nach einer Weile in ihrem eigenen Saft und ihrem eigenen Trott gemütlich und verharren in ihren Bubbles bis zum Sanktnimmerleinstag. Das versprochene Potential, das ihnen Blumenbeete voller Vorschusslorbeeren eingebracht hat, lassen sie irgendwo an der Industrie-Tür hängen. Tirzah hätte so ein Fall sein können. Als jüngstes von fünf Kindern kommt sie in Essex zur Welt und lernt bereits früh von ihrer Musik-begeisterten Mutter Wertschätzung für die schönen Künste. Jene Mutter legt ihr das Harfespielen nahe und auch, wenn Tirzah selbst lieber R'n'B und Soul hört, gibt ihr die klassische Musikausbildung wichtige Fundamente in die Hand. Sie geht auf eine musikalische Schule und trifft dort im Teenager-Alter ihren baldigen Partner in Crime Mica Levi. Die beiden bonden über alle möglichen Interessen, von allgemeiner Freundschaft bis hin zu einer recht ähnlichen Vision von low-key-Avantgardismus. Während sie in die Mode-Industrie vorarbeitet wird er Komponist für Filmmusik. Dazwischen veröffentlichen sie unter dem Projektnamen Tirzah EPs, die schnell klare musikalische Linien entwickeln. Songs wie "Pick It Up" und "Gladly" werden kleine Untergrund-Hits, die die laxe Energie und unstete too-cool-to-care-Ausstrahlung perfekt einfangen. Es ist eben ein regelrechter Moment, wenn die beiden mit vollster Fashionista-Selbstverständlichkeit zu sofortigen Kritiker-Lieblingen aufsteigen. Das Debütalbum "Devotion" erscheint schließlich 2018 zu größerer Beachtung der Fachpresse. Es ist noch so ein schräges, ein bisschen verkopftes, aber zugängliches Tape, das radikaler nur das 2021-Release "Colourgrade" toppt. Das ist inzwischen an einem Punkt veröffentlicht, an dem Tirzah Mutter von zwei Kindern und Vollzeit in der Modebranche beschäftigt ist. Locker easy, wenn man sich gar keine Gedanken darüber machen muss, ob und wie man Musik zum Vollzeit-Job machen könnte. Dann macht man es einfach nicht. Auch cool. Wenn dabei trotz allem kritischen Brimborium eine so lockere und selbstverständliche Haltung zur Musik entsteht, die alle Offenheit behält und den Ideen in ihrer radikalen Form Resonanz geben kann, dann hat man im Leben wohl ein paar Sachen richtig gemacht.
© Laut
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