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Die Alben

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Pop - Erschienen am 1. Januar 1999 | Universal-Island Records Ltd.

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. Februar 2021 | City Slang

Hi-Res
Es handelt sich um das bereits dreizehnte Album der 1991 in Nottingham gegründeten Gruppe, deren Leader, der Sänger und Komponist Stuart A. Staples, sich seit langem in Frankreich niedergelassen hat, in einem kleinen Ort namens La Souterraine im Departement Creuse… Die ihrem Label City Slang und ihrem Stil treugebliebenen Musiker der Band Tindersticks, die keinem Stil zuzurechnen ist und mit Modeerscheinungen nichts zu tun hat, teilten mit, dass „subtile Neuausrichtungen und Verflechtungen einer hektischen und intuitiven Band“ das Besondere an diesem Album sein werden. „Struktur und Atmosphäre des Albums sind vielgestaltig, sodass es zwischen seinen weitreichenden Räumen und seinen durchschimmernden Details lebt, womit immer wieder neuartige Beziehungen zu einem Song hergestellt werden.“ Diese treffenden Worte haben etwas Wahres an sich, wenn man sich dieses aus neuen Stücken und Coverversionen bestehende Distractions anhört, das tatsächlich ein Gewebe aus mehr oder weniger evident erscheinendem Material zutage fördert… Den Rahmen dieser Platte setzen die elf hypnotisierenden Minuten der düsteren, repetitiv und minimal komponierten Ballade Man Alone (Can’t Stop the Fadin’), in denen Stuart Staples sich um sich selbst zu drehen scheint, sodass man sich fragt, ob dies eine Folge des in unseren Pandemiezeiten streng auferlegten Lockdowns ist. In einem endlosen „can’t stop the fadin’ “ vervielfacht sich die bruchstückhafte Stimme… und wird dann einen Augenblick lang von einem mit Regen einhergehenden Gewitter begleitet (etwa ein Wink in Richtung des Riders on the Storm der Doors?), bevor es von Neuem und umso heftiger losgeht… Es geht also recht düster zu und mit I Imagine You geht es im gleichen Ton weiter mit einer fast wie bei den Experimenten eines Brian Eno oder Harold Budd herrschenden ‚Ambient‘-Stimmung, bei der Staples wie ein Märchenerzähler redet oder man das Gefühl bekommt, man höre eine Stimme aus einem Film. Im Mittelpunkt dieses Distractions stehen drei Coverversionen aus ganz verschiedenen Welten, die jedoch hier dank der Feinfühligkeit von Staples und seiner Gefolgsleute einen gemeinsamen Nenner finden. Zuallererst ist da Neil Young mit A Man Needs A Maid, einem der Kultstücke aus Harvest (1972), dann eine etwas düsterere, sich über sieben Minuten hinziehende Neuinterpretation des The Lady With the Braid von Dory Previn (1971), einer Sängerin, die genauso in Vergessenheit geraten ist wie Judee Sill oder Joni Mitchell, und die Staples bereits entdeckt hatte, als er noch Student war… Am Ende gibt es noch eine schöne Coverversion der besonders populären Television Personalities aus dem Jahr 1984, You’ll Have to Scream Louder. Staples gesteht ein, dass er von dieser Gruppe, auf die er als Teenager gestoßen war, richtig besessen ist. Und eben diese Coverversion war der Beginn des Albums: „An einem Samstag wachte ich morgens auf, hatte keine besonderen Pläne, nur diesen verflixten Song von Television Personalities hatte ich im Kopf und er ließ mich nicht los“. Hört man sich diese drei Coverversionen an, dann ist eines klar: die Tindersticks haben ein seltenes Talent dafür, die Songs der anderen (von Townes Van Zandt bis hin zu Lee Hazlewood) neu zu interpretieren und sie zu verschönern. In einem noch finstereren Song in französischer Sprache, Tue-Moi, den R.Dan McKinna, von Rachmaninow inspiriert, am Klavier komponiert hat, macht Staples sich Gedanken über das Attentat im Pariser Bataclan im Jahre 2015: „Allein schon dadurch, dass ich den Geruch an diesem Ort kenne und das Gefühl, was es heißt, dort auf der Bühne zu stehen, konnte ich sehr gut nachempfinden, was dort passiert war…“, sagt Staples. Letzten Endes ist Distractions vielleicht weitaus mehr als bloße Unterhaltung. © Yan Céh/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 15. November 2019 | City Slang

Gelassen, elastisch und beschwingt klingt dieses Tindersticks-Album überwiegend. Die Premium-Marke der endlosen Tristesse klingt plötzlich ganz locker. Nur einmal tauchen die Briten auf "No Treasure But Hope" wieder in tiefe Trübsal ab. "Schreie der Verzweiflung" hört Sänger Stuart A. Staples im Song "See My Girls", dem intensivsten Track, der ein touristisches Entdecken der Welt mit Kriegsschauplätzen kontrastiert. Eiffelturm, Grand Canyon, ägyptische Pyramiden, New Yorker Wolkenkratzer, afrikanische Antilopen und das Grab Bob Marleys - dies sind Orte, die man als Besucher stolz den Daheimgebliebenen zeigt. Fotos posten, Selfies gar - ein Muss. Doch die schönsten Plätze der Erde stellen sich manchmal als stille, unscheinbare, einsame Inseln heraus, "and I dream of returning to this little island / The most beautiful island in this world". Auch die syrische Hauptstadt Damaskus verfügte mal über ein schönes Antlitz, bevor sie im Drohnenhagel fast erstickte. Für die "killing fields of Cambodia" lernten die Befehlshaber nichts aus den Geschehnissen im belgischen Flandern zu Napoleons Zeiten, jammert Staples und steigert sich in gewohnter Manier in seine Aufzählung hinein. Bis am Ende die Violinen die Szenerie zu einem klagenden, apokalyptischen Heulen zusammenziehen und Staples' Worte "See My Girls" wie "See My God" klingen und vor allem, natürlich, verzweifelt! Liebe und Hass knallen in "The Amputees" aufeinander. Da entblättern die Tindersticks zu analoger Motown-Sound-Grundierung eine interessante Metaphernkette: Wenn man einen einen Menschen verliert, fühlt sich das oft wie das Fehlen von Armen und Beinen an, zusätzlich können Fähigkeiten verschütt gehen ("forgotten skills"). Doch beschäftigt man sich mit der Weisheit der Großeltern-Generation, gibt das wiederum Geborgenheit, wie im Track "The Old Man's Gait". "Diese hartnäckige Liebe ist alles, was ich zu geben habe", croont Staples mit buttriger Solomon Burke-Stimme zum Tremolo-Hintergrundgesang, der die zweite Hälfte des Stücks unterlegt. Unterschwellig heißt das: Entschlossenheit zur Gemeinschaft, Präsenz, Verlässlichkeit. Wie immer bergen die Songs etwas in sich Gekehrtes und Geheimnisvolles und weisen dabei eine enorme Klangdichte auf. Die Kammermusik-Instrumentierung im Song "Trees Fall" bremst den Flow, in "Pinky In The Daylight" kommt eine Art Rembetiko-Bouzouki zum Einsatz. Was zunächst in Teilen überbordend klingt, offenbart nach und nach diverse, detailverliebte Feinheiten. So ist "No Treasure But Hope" eine schöne Platte für den Herbst geworden. Mal wieder. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 24. Juni 1997 | UMC (Universal Music Catalogue)

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Alternativ und Indie - Erschienen am 14. Februar 2016 | Lucky Dog

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Alternativ und Indie - Erschienen am 3. April 1995 | UMC (Universal Music Catalogue)

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Alternativ und Indie - Erschienen am 22. Januar 2016 | City Slang

Längst hat sich die Band um Frontmann Stuart A. Staples von einer reinen Musikcombo in ein Kollektiv verwandelt, das in verschiedenen künstlerischen Bereichen tätig ist. 2013 veröffentlichte Staples im Buch "Singing Skies" zum ersten Mal niedergeschriebene Texte (seine Lyrics komponiert und speichert er im Kopf), begleitet von Zeichnungen seiner Frau, der Malerin Malerin Suzanne Osborne. Seit 2014 ist eine Klanginstallation der Tindersticks im Museum über den Ersten Weltkrieg im belgischen Ypres zu erleben. Zudem komponieren sie schon seit den 1990er Jahren eifrig Soundtracks. So ist auch "The Waiting Room" mehr als 'nur' ein Album. Denn zu jedem der elf Stücke entstand ein Kurzfilm in Zusammenarbeit mit dem Clermont-Ferrand International Short Film Festival. Die Clips sind auf einer DVD zusammengefasst, die der Limited Edition des Albums (CD oder LP) beiliegt. 2016 wird es zudem in verschiedenen europäischen Städten Aufführungen mit Livebegleitung der Band geben, teilweise auch nur mit Staples. Die Präsenz des Sängers ist so stark, dass das erste Stück sogar ohne ihn auskommt. Eine Mundharmonika spielt eine einfache melancholische Melodie, dann setzen dezente Perkussionen, Streicher und eine Orgel mit Echo ein. Verträumt und leicht bedrohlich, wie so oft bei Tindersticks. Dabei handelt es sich um ihre Interpretation des Titelthemas aus "Meuterei Auf Der Bounty" (1962). In einer gewissen Hinsicht ist das Album minimalistischer als seine Vorgänger und lebt bewusst von den nicht vorhandenen Noten zwischen den tatsächlich gespielten. Gut herauszuhören in "Second Chance Man", das zu Beginn mit einzelnen Orgelklängen und Staples' leicht verfremdeter Stimme auskommt, bevor ein Bass einsetzt und dem Stück neues Leben einhaucht. Das Lied, mit dem das Album seinen Anfang nahm, sei "Help Yourself" gewesen, schreibt Staples in den Liner Notes. Ein rhythmisch betontes Stück, das von den Bläsereinsätzen des britischen Saxophonisten und Arrangeurs Julian Siegel lebt. Einzeln genommen scheinen die unterschiedlichen Instrumentalspuren nicht zusammen zu passen, als Summe ergeben sie ein dissonantes, dennoch schlüssiges Ergebnis. Der Rest des Albums habe sich nach und nach ergeben. Den ergreifensten Moment bietet "Hey Lucinda", das Staples vor vielen Jahren um sechs Uhr morgens bei einem Spaziergang durch Köln in den Sinn kam, wie er auf der Webseite der Band schreibt. Mit Lhasa de Sela nahm er in Montreal eine Version auf, die nach dem frühen Tod der Sängerin 2010 in den Archiven verschwand. "Nur vor kurzem war ich wieder in der Lage, ihrer Stimme zu lauschen. Da habe ich verstanden, wie ich den Song umsetzen konnte. Als Band haben wir versucht, diesem Augenblick, in dem wir zusammen gesungen haben, gerecht zu werden". Es handelt sich um eines jener klassischen Duette, in denen der Mann versucht, die Frau rumzukriegen. In diesem Fall (natürlich) erfolglos. Zunächst zurückhaltend mit einer Ziehharmonika und Triangel kommen im weiteren Verlauf punktuell Streicher und Bläser hinzu, ohne das zarte Stück zu überfrachten. Ein weiteres gelungenes Duett bietet "We Are Dreamers!", diesmal mit Jehnny Beth von Savages, das aber, im Gegensatz zum Titel, viel dunkler und bedrohlicher ausfällt. Doch bietet auch jedes weitere Stück Abwechslung und die eine oder andere Überraschung. Der Basslauf von "Were We Once Lovers?" erinnert an den der Studioversion von Leonard Cohens "First We Take Manhattan". "This Fear Of Emptiness" und "Planting Holes", zwei weitere Instrumentals, klingen eher besänftigend, ähnlich wie auch "How He Entered". Der Titeltrack mutet mit einer Kirchenorgel und klagendem Gesang eher andächtig an, das abschließende "Like Only Lovers Can" beendet nach dem düsteren "We Are Dreamers!" das Album mit einer entspannteren, fast schon versöhnlichen Note. "The Waiting Room" ist mehr als die Summe seiner, auch einzeln betrachtet, beachtlichen Teile. Schön, dass die Tindersticks ein Vierteljahrhundert nach der Gründung ihren Sound weiter erforschen, ohne ihre Identität preiszugeben. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 30. Oktober 2019 | City Slang

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Pop - Erschienen am 1. Januar 1993 | UMC (Universal Music Catalogue)

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Alternativ und Indie - Erschienen am 17. Februar 2012 | Lucky Dog

In der Musik der britischen Band hat sich im neuen Jahrtausend ein bemerkenswerter Wandel vollzogen. Das liegt einerseits an einer existentiellen Krise, die 2006 zur Neugründung samt Abgang von drei der sechs Ursprungsmitglieder führte, andererseits an der progressiven Ersetzung von Streichern durch Bläser. Das hatte nicht unbedingt eine Neuausrichtung zur Folge, sicherlich aber die Entwicklung neuer Klangwelten. Gute-Laune-Hits vom melancholischen Eigenbrötler Stuart A. Staples zu verlangen, wäre auch diesmal vermessen. So reiht der Sänger in "Chocolate" neun Minuten lang einen gesprochenen, scheinbar zusammenhanglosen Vers an den nächsten, während sich die Instrumente im Hintergrund in ein lärmendes Finale steigern. Der Opener bildet jedoch die Ausnahme. "Show Me Everything" bringt mit dezentem Funk, weiblichem Hintergrundgesang und einem fiesen Gitarrensound das Album in Fahrt. "This Fire Of Autumn" überrascht mit einem treibenden Bass und einer Gitarre, die von Nile Rodgers stammen könnte. "A Night So Still" blubbert zu Beginn entspannt vor sich hin, erhält zum Ende hin aber eine interessante bedrohliche Note. "Slippin' Shoes" fällt im Anschluss ausgesprochen tanzbar aus, das klanglich einfacher gestrickte "Medicine" führt am ehesten noch zu den Tindersticks aus früheren Zeiten. Das getriebene "Frozen" enthält Drum'n'Bass-Elemente, das fast achtminütige "Come Inside" erinnert dagegen an Roxy Music. Das kurze Instrumental "Goodbye Joe" schließt "The Something Rain" entspannt ab. "Ausschlaggebend für dieses Album war das Andenken an all jene Menschen, die wir in den letzten zwei Jahren verloren haben. Doch waren wir nicht in einer weinerlichen Stimmung. Das Album ist ihnen gewidmet - aber an uns gerichtet. Wie trinken, lachen, weinen, streiten, vögeln und machen nach wir vor unsere Musik. Sie hätten es sich nicht anders gewünscht", erklären Tindersticks (nun ohne "The") auf ihrer Webseite. Und finden mal wieder eine wunderbare Erklärung für ihren gewandelten, aber immer noch unverkennbar eigenen Sound. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 23. Januar 2020 | City Slang

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Alternativ und Indie - Erschienen am 11. Oktober 2013 | Lucky Dog

Über sechs Schaltjahre erstreckt sich die Tätigkeit der Tindersticks, ganz wie der Titel der vorliegenden Arbeit verkündet. Zeit offenbar, um dem ein oder anderen hochwertigen Überbleibsel neues Leben einzuhauchen: "Aus unterschiedlichen Gründen wurde aus diesen Stücken nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. So haben wir uns vom 6. bis 9. April 2013 ins legendäre Studio 2 in der Abbey Road in London begeben, um sie live neu einzuspielen" erzählt Stuart A. Staples. Dabei gings den Tindersticks nicht nur darum, Ordnung zu schaffen. "Wir wollten nicht lediglich Falsches ins richtige Licht rücken. Es geht um uns als Band, ums Jetzt, ums Heute", so der Frontmann weiter. Eine Retrospektive der anderen Art: Vergangenheit, die zur Gegenwart wird. Nirgends besser lässt sich das an dem wohl bekanntesten Stück der Auswahl festmachen - "Dying Slowly", der Opener des sechsten Albums "Can Our Love .." (2001). Das Stück war eine Art Reaktion auf den Tod Kurt Cobains, so Staples. Bei den damaligen Aufnahmen sei es ihm und der Band nicht gut gegangen, weshalb das Stück nach Trauer und Aufgeben klang, aber auch Widerstand und Sieg in sich trug. Natürlich klingen Tindersticks nach wie vor nach ihren melancholischen Selbst, und "Dying Slowly" 12 Jahre später nicht verwirrend anders. Das Arrangements ist gleichwohl gitarren- und weniger piano-lastig, die Streicher sind geblieben. Wer das Stück nicht kennt, könnte die zwei Versionen glatt verwechseln, doch wer genau hinhört, versteht, was Staples meint: Durch die endlose Trauer des Originals weht nun ein Wind der Hoffnung, ein davor nicht vorhandener Wille zum Leben. Ob das nun besser oder schlechter ist? Fest steht, dass sich die Tindersticks eine Leichtigkeit zugelegt haben, die sie früher nicht hatten, eine Mühelosigkeit, die ihrer Musik zugute kommt. Letztlich trifft auf sie zu, was auch Lambchop so besonders macht: Beide Bands könnten ein Telefonbuch vertonen, ohne dass es langweilig würde. Ein bisschen Richtigstellung spielt natürlich auch eine Rolle. So stammen "She's Gone", "Sleepy Song" und "A Night In" von 1994, also aus den Anfangszeiten der Band. Als Songschreiber habe er sich rasch entwickelt, so Staples, mit Gesang und Gitarre habe er aber lange hinterhergehinkt. Nun habe er die Möglichkeit, sie umzusetzen, wie sie klingen sollten. Dasselbe gilt für "I Know That Loving", 1999 entstanden. "Noch so ein Stück, das wir nicht richtig verstanden haben. Ich habe damals eine Ewigkeit damit verbracht, die Gesangsspur aufzunehmen. Dabei hatte ich immer das Gefühl, mich unter einer Glasdecke zu befinden, die ich einfach nicht durchbrechen konnte." Das gelingt ihm nun, wie auch den anderen Beteiligten, die Gitarre, Bass, Schlagzeug, Streicher, Bläser und weiblichen Hintergrundgesang beisteuern. Einfach gehalten, stimmungsintensiv umgesetzt. Den Stücken hört man nicht an, dass sie bereits eine längere Vergangenheit haben. Untätigkeit kann man der britischen Band in den letzten Jahren nicht vorwerfen. Seit ihrer faktischen Neugründung 2006 haben die Tindersticks neben drei Studioalben eine ganze Reihe Soundtracks und Klanginstallationen veröffentlicht. Aber auch als klassische Liedermacher funktionieren die Band besser denn je, selbst bei der Überarbeitung von nicht gerade taufrischem Material. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 27. April 2008 | Beggars Banquet

"After changes upon changes we are more or less the same", dichtete Paul Simon in einer Zusatzstrophe zu "The Boxer". Eine Aussage, deren Gültigkeit im Allgemeinen immer wieder festzustellen ist und die sicherlich auch auf musikalisch Wirkende zutrifft, die ihren Output nicht so sehr als Broterwerb, sondern eher als Kunst betrachten. Form, Aussage und Inhalt ändern sich nur äußerlich, der Kern bleibt im Großen und Ganzen derselbe. Das gilt in besonderer Weise für die Tindersticks, die uns seit 1993 gelegentlich mit einem neuen Album bedrücken. Allgemeine Bewunderung, stets positive Kritiken, Solowerke, filmische Experimente, Umzug nach Frankreich – trotz all dieser Änderungen hat sich die Musik von Stuart Staples und seinen Gefährten kaum verändert. Fünf Jahre sind seit "Waiting For The Moon" (2003) vergangen, doch das Klanggerüst der Band ist nach wie vor so eigen, dass der Opener ohne die Stimme seines Frontmannes auskommt. "Introduction" beginnt mit einzelnen Klaviernoten, zu denen sich zunächst nur Bass und Orgel gesellen. Die Tindersticks haben es nach wie vor nicht nötig, auf komplizierte Instrumentierungen zu setzen. Auch mit minimalistischen Mitteln gelingt es ihnen, eine unverwechselbare melancholische Stimmung zu erzeugen. In "Yesterdays Tommorows" kommt Staples' tiefe, nasale, vibrierende und leicht angestrengte Stimme schließlich zum Einsatz. "All jene Tage, wohin sind sie gegangen? Sie sind uns nach Hause gefolgt und betrachten uns durchs Fenster. Sind sie tatsächlich hier? Hoffen wir, dass sie hier sind", dichtet er mit jenem philosophischen Ansatz, der seine Texte prägt. Von dem einstigen Sextett ist nur noch ein Trio übrig geblieben, neben Staples Gitarrist Neil Fraser und Organist David Boulter, die sich von einer ganzen Reihe weiterer Musikern begleiten lassen. Boulter ist es wohl zu verdanken, dass das Album auch lichtere Momente besitzt, etwa die Instrumentalen "The Organist Entertains" und vor allem "E-Type", das mit seinen Bläsern und 70er Jahre-Groove fast hollywoodesk klingt. Die prägenden Momente liefert jedoch Staples, darunter das depressive "Come Feel The Sun", begleitet von einem Klavier und einem Cello, oder "The Other Side Of The World", das mit einem unüblich wirbelnden Streichorchester aufwartet. Selbst scheinbar fröhlichere Momente wie "The Flicker Of A Little Girl" oder der Titeltrack verlieren ihre Leichtigkeit angesichts von Texten wie: "Der erste Schnitt gilt der Haut, der zweite dem Muskel. Dann folgt das Knacken des Knochens und er hat dein Herz erreicht" (der Teufel in "The Hungry Saw"). Somit schwebt die Musik der Tindersticks nach wie vor in einem Raum zwischen Trostlosigkeit und Hoffnung, zwischen Anspruch und schon fast Easy Listening. Ein ganz eigener Stil, den die Band aus Nottingham seit fünfzehn Jahren pflegt, ohne sich zu wiederholen. Und der nach wie vor eine unwiderstehliche, morbide Anziehungskraft besitzt. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. Mai 2001 | Beggars Banquet

"I've seen it all and it's all done / I've been with everyone and no one / This is just dying slowly." (Ich habe es alles gesehen und es ist alles vorbei / ich war mit allen und keinem/ Es ist ein langsames Sterben) - "Can Our Love ...," das neue Werk der Tindersticks, beginnt recht düster. Düster und unvermittelt, denn als erstes, noch vor jedem Instrument, ertönt Stuart Staples tiefe und nasale Stimme, erst nach und nach folgen eine akustische Gitarre, Perkussionen, Streichereinheiten und ein Klavier in einem Crescendo, das mit einem erschöpften "I'm just tired, darling" endet. Wie auch seine Vorgänger ist dieses Werk der Tindersticks nicht einfach einzuordnen. Weder musikalisch noch textuell, denn mit "People Keep Coming Around" folgt auf den Opener ein grooviges Stück, das instrumental gut zu einer Krimiserie aus den Siebzigern passen könnte. "Tricklin'" besteht aus einer zweiminütigen, kirchlich anmutenden Orgelnote und dem hypnotisch wiederholten Satz "It's tricklin' through my mind, it never quickens out of sight" (Es rieselt durch meinen Kopf, es entzieht sich nie meiner Sicht). Der Titeltrack "Can Our Love ..." dagegen ist ein Baggerstehblues erster Güte. "Es ist schwieriger, langsam als schnell zu spielen" – dieser Satz, der mit den Cowboy Junkies in Verbindung gebracht wird, passt auch sehr gut zu den Tindersticks. Die Einzelheiten hervorzuheben birgt bei ihnen ebenfalls die Gefahr, den großen Zusammenhang aus den Augen zu verlieren. Und der besteht aus Stimmungen und Gefühlen, die sich jenseits der groben Einteilung 'glücklich/unglücklich/alles ist aus/es fängt wieder von vorne an' befinden. Mal etwas melancholischer, mal etwas peppiger, schwebt man bei "Can Our Love..." vor sich hin und hat das Gefühl, man befindet sich in einer Endlosschlaufe. Als Zuhörer möchte man gar nicht, dass es aufhört. Noch einprägsamer als die Arrangements ist dabei die Stimme Stuart Staples, tröstend in ihrer scheinbar unergründlichen Traurigkeit. Geigen, Fagotte und eine Reihe an akustischen Instrumenten, ab und ein eine elektrische Gitarre bleiben dezent im Hintergrund, obwohl sich ein genaueres Hinhören zweifellos lohnt. Zum Beispiel bei "No Man In The World:" so schön hat sich ein einfachst gezupftes C-Dur, F-Dur, G-Dur auf einer akustischen Gitarre seit "Silent Night/Three O'Clock News" von Simon & Garfunkel (immerhin 1965) nicht mehr angehört. Wer die Tindersticks von früheren Werken her kennt, wird von "Can Our Love..." bestimmt nicht enttäuscht sein. Für Neueinsteiger kann sie zur sogar zur Offenbarung werden - wenn man sich beim wiederholten Abspielen zurück lehnt und die Gedanken schweifen lässt. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 9. Juni 2003 | Beggars Banquet

Seit ihrem atemberaubenden Soundtrack zu Claire Denis' Film "Trouble Everyday" vor zwei Jahren hat die wohl traurigste Band der Welt uns warten lassen. Da liegt es nun, das sechste Studioalbum. Und klingt wie es klingen muss: schwermütig, tief, weich, warm und dunkel. "Waiting For The Moon" - der Titel liest sich wie eine Gebrauchsanweisung. Ja, Mondnächte eignen sich dieser Tage wohl am besten, um sich den schaurig-schönen Songs hinzugeben. Stuart Staples melancholieschwangere Stimme treibt auf einem Meer von Streichern, das den Sound der sechs-köpfigen Band umspült. In nahezu beklemmend langsamem Tempo setzen sich die Wellen von leicht gespielten Gitarren und besen-gestrichenen Drums schleppend in Bewegung und rollen über den Hörer hinweg. Das schon etwas ältere, aber erst jetzt veröffentlichte "Say Goodbye To The City" steigert sich in einen verzweifelten Strudel aus Bläsern, Gesang und Streichern, mit dem sich Dickon Hinchcliff in seinen Arrangements selbst übertrifft. Mit "Sweet Memory" glätten sich die Wogen danach aber schnell, eine besänftigende, friedliche Ruhe nach dem Sturm kehrt ein und bringt das beste Stück des Albums mit. Vor dessen milder Größe sich aber weder der Titeltrack noch ein rührendes "Trying To Find A Home" verstecken müssen. Fast schon heiter - für Tindersticks Verhältnisse versteht sich - wirkt dagegen "Sometimes It Hurts", das im Duett mit der franko-Kanadierin Lhasa de Sela entstand. Deren Stimme erinnert ein bisschen an Nico oder auch ein bisschen an Tanika Tikaram und ergänzt sich wunderbar mit Stuart Staples tiefem Organ. "My hands round your throat, if I kill you now ..." sind die eröffnenden Worte auf "Waiting For The Moon". Tindersticks müssen dazu keine Hand anlegen, sie schaffen es streckenweise, einem die Kehle beim bloßen Hören zuzuschnüren. Oder ist das jetzt der Kloß in meinem Hals? Ich krieg Atemnot ... © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 25. Januar 2010 | 4AD

Tindersticks – der Name steht vielen für Rotwein durchtränkte Nächte voller Lust, Leid, Sinnlichkeit sowie unzähligen Zigaretten in schummrigen Zimmern. Bereits vor knapp zwei Jahren war die Welt voll des Lobes über die kreative Rückkehr der lieb gewonnenen Briten. Wer die Platte als Widerauferstehung empfunden hat, darf nun getrost die Rückeroberung der Krone des gepflegt dekadenten Weltschmerzes feiern. "Falling Down A Mountain" führt die Sticks mit berauschender Romantik, Frohsinn und tiefster Verzweiflung genau auf jene Gipfel, die sie bereits mit den ersten drei Alben erklommen. Schon das ausdruckstarke Cover von Suzanne Osborne lockt mit dunkel glühender Intensität. Das Titelstück lockt mit archaischen Rhythmen in fiebrige Voodoosümpfe. Eine dem Wahnsinn verfallene Miles-Trompete heult einsam den Mond an. Macht süchtig nach der Repeat-Taste. Stuart Ashton Staples gibt sein Alter Ego – den gebrochenen und stets leicht angetrunkenen Bohemien – mit heruntergekommenem Weltschmerz. Sein Gesang ist noch vernuschelter und klingt mittlerweile, als habe der englische Wahlfranzose konstant einen vollen Aschenbecher im Mund. Doch es geht noch absurder: "She Rode Me Down" vollbringt tatsächlich die schier unmögliche Vereinigung von morriconehaftem Mariachi-Song und dem blasierten Upperclass Akzent des singenden Dandys. Bei "Peanuts" hingegen ist alles Theatralische verschwunden. In dieser unwiderstehlich zarten Schnulze schmachten Staples und Duettpartnerin Mary Margaret O'Hara einander an und erklären der Welt in verblüffend einfachen Worten nicht weniger als das Geheimnis der Liebe. Der Spannungsbogen gerät wie gewohnt zerklüftet und exzentrisch. Die zweite Hälfte des Albums eröffnet das Trio mit einem der deprimierendsten Instrumentals, die man sich vorstellen kann; der Friedhofs-Ode "Hubbard Hills". Dann der Kontrast: Das ohrwurmige "Black Smoke" glänzt mit frischem Sixties-Drive, und die Twang-Gitarren samt Kneipenorgel in "No Place So Alone" grenzen für Tindersticks Verhältnisse schon an Surfrock. Doch der Höhepunkt steht noch aus, nämlich die Ballade gewordene Melancholie namens "Factory Girls". So inbrünstig hat Staples seit Übersongs wie "Tiny Tears" oder "The Not Knowing" nicht mehr mit der Verzweiflung gerungen. Ungemein ausdrucksvoll, wie sich das Lied von zerbrechlicher Nocturne über resigniertes Grämen zum hinkend fordernden Walzer steigert. Die Platte im Ergebnis als vielseitig zu bezeichnen, wäre sicherlich eine Untertreibung. Doch das Fehlen einer klaren Genreschublade stört nicht länger. Die Band hat nach 20 Jahren endlich jegliche kompositorische Verkrampftheit hinter sich gelassen. Wer mit dem sehr speziellen Charme dieser Gruppe noch nie etwas anfangen konnte, wird wohl auch diesmal nicht zum Fan mutieren. Wer jedoch die besten Tindersticks seit "Curtains" aus den Jahr 1997 hören möchte, sollte dringend mehr als nur ein Ohr riskieren. © Laut
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Pop/Rock - Erschienen am 18. Januar 2021 | City Slang

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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. November 2012 | Lucky Dog

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Alternativ und Indie - Erschienen am 7. Dezember 2020 | City Slang

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Original Soundtrack - Erschienen am 1. Januar 1996 | UMC (Universal Music Catalogue)

Der Interpret

Tindersticks im Magazin