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Die Alben

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Jazz - Erschienen am 18. Mai 2018 | Okeh

Hi-Res Booklet
„Nice 'n' easy“ – wenn das so einfach wäre. Das neue Album von Thomas Quasthoff und seinen exquisiten Partnern lehrt, wie viel Können das leicht Klingende erfordert. Relaxte Arrangements, schleichende Begleitmuster, sich sanft reibende Stimmverläufe, dezent groovende Rhythmen: Die NDR Bigband beherrscht die Zwischentöne, die Jörg Achim Keller in die Standards arrangiert hat. Hier gibt es keine vollen Breitseiten, sondern viel Raum für persönliche Noten: etwa für das wunderbar beseelte Solo von Till Brönner in „Body And Soul“. Oder für das tränenumströmte Gejammer des imaginierten Gegenüber im Posaunensolo von Dan Gottshall in „Cry Me A River“. Das ist musikalischer Humor vom Feinsten. Im Gegensatz dazu wirkt die ruhig erzählende Singstimme umso stärker. Fast auf dem ganzen Album lässt Quasthoff seine immer noch unvergleichliche Stimme in tiefsten Tiefen entspannen. Auch wo er in seinem fetten Sound badet, bleibt das instrumental gedacht bzw. konsequent im Duktus der Songs. Die Stimme swingt sich in die subkutanen Sphären der Musik ein. Höchste Stimmkontrolle für größte Natürlichkeit. Ein „But Not For Me“ gewinnt so eine ganz andere Art der Melancholie, frei von falscher Emotion. Die Arrangements, etwa das streicherselige „Some Enchanted Evening“, sind mitunter Ohrenschmeichelei, bleiben dabei aber differenziert, garniert durch die harmonisch komplexen und zugleich sich ganz dem Kontext unterordnenden Einwürfe vom exzellenten Pianisten Frank Chastenier. Dass sich Drummer Wolfgang Haffner mit sanft schaufelnden Rhythmen und Dieter Ilg mit seinem jede verzupfte Gewohnheit vermeidenden Bassspiel in diesem Umfeld wunderbar einfinden, versteht sich. Es mag sein, dass sich für manche abstammungsreine Jazzer Thomas Quasthoff durch seinen früher ausgeübten Hauptberuf nach wie vor verdächtig macht. Aber keine Sorge: Hörgewohnheiten sind entwicklungsfähig. © Schmitz, Johannes / www.fonoforum.de