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CD13,99 €

Rock - Erschienen am 1. Januar 2012 | Verve

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
The Velvet Underground And Nico – legendäre Bananenplatte mit skandalbewährtem gelb-rosa Phallussymbol – und nebenberufliche Mutter aller Indiealben. Die Geschichte der populären Musik des 20. Jahrhunderts – die Wurzel des Alternative, Metal, Punk und Goth wäre ohne diese LP eine andere. Man könnte das Werk aber mit Fug und Recht ebenso "Warhols Blumen des Bösen" nennen. Drella, so sein aus Dracula und Cinderella gemischter Spitzname, machte den Rock And Roll tatsächlich so gefährlich, wie die Christlich-Konservativen in den Staaten ihn oft und gerne beschrieben. Band samt Painter als morbide Inkarnation aller an die Wand gemalter Teufel der bigotten Puritanerseele: Mehr Straßenstrich als Straßenfest. Die in punkto Lebensenergie scheinbar immer ein wenig zu kurz gekommene Tom-Tom-Queen Moe Tucker an den weitgehend beckenlos gespielten Drums, der oft molchartig dreinblickende und zeitlebens wortkarge Sterling Morrison mit dem Schuss R'n'B plus Country. Ein zwischen genialischer Arroganz und beladener Schücherternheit changierender John Cale als walisischer Dämon der Dekonstruktion allen Tons.Und last but not least Lou Reed, der Zeremonienmeister, Archetyp des gleichgültig abgestumpften Beobachters der urbanen Scene of Sex and Crime. Nie war eine Rhythmusgitarre schroffer. Nie war Rock so hard boiled, voyeuristisch und ohne jede Reue. VU sind sich selbst genug und dem Libertinismus der Factory treu. Es geht los. "Sunday Morning": Der amerikanische Traum und seine Jugend sitzen im April 1966 schwer verkatert zwischen Vietnamtrauma und Rassenunruhen. Love, Pieces & Peace? Vergesst es! "Es ist nur ein Gefühl, das ich nicht kennen möchte ... Ach es ist nichts!" Hier kommt die Abrissbirne des Summer of Love vollgepackt mit sexuellen Ausschweifungen, Drogenbeichten, Gewalt und einem richtungsweisenden Kreidezeit-Noise. Neben dieser musikalisch radikalen und garagenhaft von Warhol nicht-produzierten Sprengung aller Rockgesetze klingt der gerade mal eine Dekade alte Sound der Elvis Presley-Rock'n'Roll-Revolution wie eine betuliche Teestunde im Genre-Altersheim. Und über allem schwebt sie, die deutsche 'Sphinx aus Eis' mit ihrem klirrend bleiernen Stiefeltreterakzent. Reeds erste große Liebe, die ihn alsbald verlässt und – bis heute sichtbar – nicht losgelassen hat. "Heroin", das schwarzlichtern lodernde Herz des Albums als Bestandsaufnahme all todbringenden Junkietums. Die distanz- und schonungslose Ich-Perspektive Reeds waren Skandal und Revolution in den Songlyrics. "Heroin, sei mein Tod. Und ihr könnt alle nicht helfen, ihr süßen Mädchen mit den süßen Worten. Ihr könnt euch verpissen". So hielt der blass-wütende Jüngling einer zur Verdrängung und Verklärung tendierenden Nation den schonungslos nihilistischen Spiegel vor, den Cale hernach mit seiner Viola filetierte. Die hie und da im Tonfall durchschimmernde Überheblichkeit und Verachtung gegenüber Süchtigen sollte dem jüdischen Mittelstandsjüngling Reed nur allzu bald ein drogengebeuteltes, hakenbekreuztes "Rock And Roll Animal" gebären, das Lou fast das Leben und große Teile der Gesundheit kosten sollte. "I'm Waiting For The Man": "Hey white Boy, whatcha doin' uptown?" Schöner Drogenkaufen mit Onkel Lou! Die Geburt des Rocktextes als dichterische Shortstory auf literarischem Niveau. Samt realer Szenenadresse und Milieubeschreibung. Ein Stakkato-Boogie aus der abgerockt nervösen Drogenhölle Black Harlems mit einem zerrenden Duell zwischen Reeds Fuzzguitar und Cales hämmerndem Barrelhouse-Piano. Brilliant und bis heute einzigartig wie lakonisch Mr. NYC den kurzen Kick samt Suchtverdrängung transportiert. "I'm feeling good, I feel oh so fine / Until tomorrow, but that's just some other time." Geht es noch abseitiger? "Venus In Furs": Yeah, Rock goes Porn Fiction, Baby! Mit Reed in der Schwarzleder-Lagune. Eine jeden Voodoo-Priester mit Stolz erfüllende SM-Orgie frei nach Sacher-Masochs gleichnamigem Roman. Live gern auch mit Peitschentanz in flackerndem Neonlicht dargeboten. Die hypnotische Unerbittlichkeit dieses archaisch anmutenden Arrangements samt Cales sickernd fräsender Viola-Klinge. Er erfindet quasi den sogenannten Drone, das heißt, er zieht alle gespielten Töne in die Länge wie Knetmasse. "Shiny, Shiny, Shiny Boots of Leather / Taste the whip / In Love not given lightly." Für mich der intensivste Song aller Zeiten! Basta! "All Tomorrows Parties" war das Lieblingslied Warhols. Der musikalische Laie war klug genug, seinen Producer-Beitrag in genießerischem Rauchen und gelegentlich eingeworfenem "Gee, Lou Darling, I love it!" zu erschöpfen. Die Nibelungenqueen vom Rhein singt derweil ihren tragischen Schicksalssong. Im Swingin' Apple' jener Tage als arrogante Jetset-Göttin missverstanden, packt die Kölnerin alle Einsamkeit dieser Welt in ein Trance artiges Lamento. Der Gesang tönt haarsträubend amateurhaft und lockt dabei schummrig mit dem Charisma einer abgewrackten 'Eiskönigin on H'. "She'll turn once more to sunday's clown / And cry behind the door". Noch während der Aufnahmen sollte Nico Reed verlassen, um sich später in selbstzerstörerisch unerwiderter Liebe nach Jim Morrison zu ergehen, was schlussendlich in eine immer währende Dogensucht und den all zu frühen Tod mündete. Lou erfindet nebenher die Ostrich Guitar, eine Schule machende Spielweise der Rhythmusgitarre, bei der er alle Saiten auf dieselbe Tonlage stimmt; meist 'D'. Man hört dies auch in den ebenso manischen wie berstenden "Black Angel's Death Song" und "European Son". Beide Tracks als Avantgarde zu bezeichnen käme einer Untertreibung gleich. Ebenso kaputt wie energetisch reißen VU lustvoll ein, was ohnehin bis dato zerbrechlich in den Kinderschuhen steckte. Sicher, heutige Ohren sind ganz anderen Krach gewöhnt. Das spektakuläre Ausmaß dieser vor 45 Jahren angetretenen Erneuerer zeigt sich deshalb vor allem, wenn man sich einmal vor Augen führt, dass die Beatles parallel gerade "Yesterday" veröffentlichen, alle Welt das kürzlich erschienene "Satisfaction" der Stones als granithart preist und die Doors auf dem Plattenmarkt noch gar nicht existieren. Also bitte alle einsteigen in diese psychedelische Achterbahn. Wer die Platte noch nicht kennt, wird hinterher nicht mehr derselbe sein. Doch es dauert ein paar Durchläufe bis zur Erleuchtung. "Peel slowly and see" (Andy Warhol). © Laut
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HI-RES21,49 €
CD14,99 €

Rock - Erschienen am 12. März 1967 | Polydor

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
The Velvet Underground And Nico – legendäre Bananenplatte mit skandalbewährtem gelb-rosa Phallussymbol – und nebenberufliche Mutter aller Indiealben. Die Geschichte der populären Musik des 20. Jahrhunderts – die Wurzel des Alternative, Metal, Punk und Goth wäre ohne diese LP eine andere. Man könnte das Werk aber mit Fug und Recht ebenso "Warhols Blumen des Bösen" nennen. Drella, so sein aus Dracula und Cinderella gemischter Spitzname, machte den Rock And Roll tatsächlich so gefährlich, wie die Christlich-Konservativen in den Staaten ihn oft und gerne beschrieben. Band samt Painter als morbide Inkarnation aller an die Wand gemalter Teufel der bigotten Puritanerseele: Mehr Straßenstrich als Straßenfest. Die in punkto Lebensenergie scheinbar immer ein wenig zu kurz gekommene Tom-Tom-Queen Moe Tucker an den weitgehend beckenlos gespielten Drums, der oft molchartig dreinblickende und zeitlebens wortkarge Sterling Morrison mit dem Schuss R'n'B plus Country. Ein zwischen genialischer Arroganz und beladener Schücherternheit changierender John Cale als walisischer Dämon der Dekonstruktion allen Tons.Und last but not least Lou Reed, der Zeremonienmeister, Archetyp des gleichgültig abgestumpften Beobachters der urbanen Scene of Sex and Crime. Nie war eine Rhythmusgitarre schroffer. Nie war Rock so hard boiled, voyeuristisch und ohne jede Reue. VU sind sich selbst genug und dem Libertinismus der Factory treu. Es geht los. "Sunday Morning": Der amerikanische Traum und seine Jugend sitzen im April 1966 schwer verkatert zwischen Vietnamtrauma und Rassenunruhen. Love, Pieces & Peace? Vergesst es! "Es ist nur ein Gefühl, das ich nicht kennen möchte ... Ach es ist nichts!" Hier kommt die Abrissbirne des Summer of Love vollgepackt mit sexuellen Ausschweifungen, Drogenbeichten, Gewalt und einem richtungsweisenden Kreidezeit-Noise. Neben dieser musikalisch radikalen und garagenhaft von Warhol nicht-produzierten Sprengung aller Rockgesetze klingt der gerade mal eine Dekade alte Sound der Elvis Presley-Rock'n'Roll-Revolution wie eine betuliche Teestunde im Genre-Altersheim. Und über allem schwebt sie, die deutsche 'Sphinx aus Eis' mit ihrem klirrend bleiernen Stiefeltreterakzent. Reeds erste große Liebe, die ihn alsbald verlässt und – bis heute sichtbar – nicht losgelassen hat. "Heroin", das schwarzlichtern lodernde Herz des Albums als Bestandsaufnahme all todbringenden Junkietums. Die distanz- und schonungslose Ich-Perspektive Reeds waren Skandal und Revolution in den Songlyrics. "Heroin, sei mein Tod. Und ihr könnt alle nicht helfen, ihr süßen Mädchen mit den süßen Worten. Ihr könnt euch verpissen". So hielt der blass-wütende Jüngling einer zur Verdrängung und Verklärung tendierenden Nation den schonungslos nihilistischen Spiegel vor, den Cale hernach mit seiner Viola filetierte. Die hie und da im Tonfall durchschimmernde Überheblichkeit und Verachtung gegenüber Süchtigen sollte dem jüdischen Mittelstandsjüngling Reed nur allzu bald ein drogengebeuteltes, hakenbekreuztes "Rock And Roll Animal" gebären, das Lou fast das Leben und große Teile der Gesundheit kosten sollte. "I'm Waiting For The Man": "Hey white Boy, whatcha doin' uptown?" Schöner Drogenkaufen mit Onkel Lou! Die Geburt des Rocktextes als dichterische Shortstory auf literarischem Niveau. Samt realer Szenenadresse und Milieubeschreibung. Ein Stakkato-Boogie aus der abgerockt nervösen Drogenhölle Black Harlems mit einem zerrenden Duell zwischen Reeds Fuzzguitar und Cales hämmerndem Barrelhouse-Piano. Brilliant und bis heute einzigartig wie lakonisch Mr. NYC den kurzen Kick samt Suchtverdrängung transportiert. "I'm feeling good, I feel oh so fine / Until tomorrow, but that's just some other time." Geht es noch abseitiger? "Venus In Furs": Yeah, Rock goes Porn Fiction, Baby! Mit Reed in der Schwarzleder-Lagune. Eine jeden Voodoo-Priester mit Stolz erfüllende SM-Orgie frei nach Sacher-Masochs gleichnamigem Roman. Live gern auch mit Peitschentanz in flackerndem Neonlicht dargeboten. Die hypnotische Unerbittlichkeit dieses archaisch anmutenden Arrangements samt Cales sickernd fräsender Viola-Klinge. Er erfindet quasi den sogenannten Drone, das heißt, er zieht alle gespielten Töne in die Länge wie Knetmasse. "Shiny, Shiny, Shiny Boots of Leather / Taste the whip / In Love not given lightly." Für mich der intensivste Song aller Zeiten! Basta! "All Tomorrows Parties" war das Lieblingslied Warhols. Der musikalische Laie war klug genug, seinen Producer-Beitrag in genießerischem Rauchen und gelegentlich eingeworfenem "Gee, Lou Darling, I love it!" zu erschöpfen. Die Nibelungenqueen vom Rhein singt derweil ihren tragischen Schicksalssong. Im Swingin' Apple' jener Tage als arrogante Jetset-Göttin missverstanden, packt die Kölnerin alle Einsamkeit dieser Welt in ein Trance artiges Lamento. Der Gesang tönt haarsträubend amateurhaft und lockt dabei schummrig mit dem Charisma einer abgewrackten 'Eiskönigin on H'. "She'll turn once more to sunday's clown / And cry behind the door". Noch während der Aufnahmen sollte Nico Reed verlassen, um sich später in selbstzerstörerisch unerwiderter Liebe nach Jim Morrison zu ergehen, was schlussendlich in eine immer währende Dogensucht und den all zu frühen Tod mündete. Lou erfindet nebenher die Ostrich Guitar, eine Schule machende Spielweise der Rhythmusgitarre, bei der er alle Saiten auf dieselbe Tonlage stimmt; meist 'D'. Man hört dies auch in den ebenso manischen wie berstenden "Black Angel's Death Song" und "European Son". Beide Tracks als Avantgarde zu bezeichnen käme einer Untertreibung gleich. Ebenso kaputt wie energetisch reißen VU lustvoll ein, was ohnehin bis dato zerbrechlich in den Kinderschuhen steckte. Sicher, heutige Ohren sind ganz anderen Krach gewöhnt. Das spektakuläre Ausmaß dieser vor 45 Jahren angetretenen Erneuerer zeigt sich deshalb vor allem, wenn man sich einmal vor Augen führt, dass die Beatles parallel gerade "Yesterday" veröffentlichen, alle Welt das kürzlich erschienene "Satisfaction" der Stones als granithart preist und die Doors auf dem Plattenmarkt noch gar nicht existieren. Also bitte alle einsteigen in diese psychedelische Achterbahn. Wer die Platte noch nicht kennt, wird hinterher nicht mehr derselbe sein. Doch es dauert ein paar Durchläufe bis zur Erleuchtung. "Peel slowly and see" (Andy Warhol). © Laut
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CD14,99 €

Rock - Erschienen am 1. Januar 2012 | Polydor

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
The Velvet Underground And Nico – legendäre Bananenplatte mit skandalbewährtem gelb-rosa Phallussymbol – und nebenberufliche Mutter aller Indiealben. Die Geschichte der populären Musik des 20. Jahrhunderts – die Wurzel des Alternative, Metal, Punk und Goth wäre ohne diese LP eine andere. Man könnte das Werk aber mit Fug und Recht ebenso "Warhols Blumen des Bösen" nennen. Drella, so sein aus Dracula und Cinderella gemischter Spitzname, machte den Rock And Roll tatsächlich so gefährlich, wie die Christlich-Konservativen in den Staaten ihn oft und gerne beschrieben. Band samt Painter als morbide Inkarnation aller an die Wand gemalter Teufel der bigotten Puritanerseele: Mehr Straßenstrich als Straßenfest. Die in punkto Lebensenergie scheinbar immer ein wenig zu kurz gekommene Tom-Tom-Queen Moe Tucker an den weitgehend beckenlos gespielten Drums, der oft molchartig dreinblickende und zeitlebens wortkarge Sterling Morrison mit dem Schuss R'n'B plus Country. Ein zwischen genialischer Arroganz und beladener Schücherternheit changierender John Cale als walisischer Dämon der Dekonstruktion allen Tons.Und last but not least Lou Reed, der Zeremonienmeister, Archetyp des gleichgültig abgestumpften Beobachters der urbanen Scene of Sex and Crime. Nie war eine Rhythmusgitarre schroffer. Nie war Rock so hard boiled, voyeuristisch und ohne jede Reue. VU sind sich selbst genug und dem Libertinismus der Factory treu. Es geht los. "Sunday Morning": Der amerikanische Traum und seine Jugend sitzen im April 1966 schwer verkatert zwischen Vietnamtrauma und Rassenunruhen. Love, Pieces & Peace? Vergesst es! "Es ist nur ein Gefühl, das ich nicht kennen möchte ... Ach es ist nichts!" Hier kommt die Abrissbirne des Summer of Love vollgepackt mit sexuellen Ausschweifungen, Drogenbeichten, Gewalt und einem richtungsweisenden Kreidezeit-Noise. Neben dieser musikalisch radikalen und garagenhaft von Warhol nicht-produzierten Sprengung aller Rockgesetze klingt der gerade mal eine Dekade alte Sound der Elvis Presley-Rock'n'Roll-Revolution wie eine betuliche Teestunde im Genre-Altersheim. Und über allem schwebt sie, die deutsche 'Sphinx aus Eis' mit ihrem klirrend bleiernen Stiefeltreterakzent. Reeds erste große Liebe, die ihn alsbald verlässt und – bis heute sichtbar – nicht losgelassen hat. "Heroin", das schwarzlichtern lodernde Herz des Albums als Bestandsaufnahme all todbringenden Junkietums. Die distanz- und schonungslose Ich-Perspektive Reeds waren Skandal und Revolution in den Songlyrics. "Heroin, sei mein Tod. Und ihr könnt alle nicht helfen, ihr süßen Mädchen mit den süßen Worten. Ihr könnt euch verpissen". So hielt der blass-wütende Jüngling einer zur Verdrängung und Verklärung tendierenden Nation den schonungslos nihilistischen Spiegel vor, den Cale hernach mit seiner Viola filetierte. Die hie und da im Tonfall durchschimmernde Überheblichkeit und Verachtung gegenüber Süchtigen sollte dem jüdischen Mittelstandsjüngling Reed nur allzu bald ein drogengebeuteltes, hakenbekreuztes "Rock And Roll Animal" gebären, das Lou fast das Leben und große Teile der Gesundheit kosten sollte. "I'm Waiting For The Man": "Hey white Boy, whatcha doin' uptown?" Schöner Drogenkaufen mit Onkel Lou! Die Geburt des Rocktextes als dichterische Shortstory auf literarischem Niveau. Samt realer Szenenadresse und Milieubeschreibung. Ein Stakkato-Boogie aus der abgerockt nervösen Drogenhölle Black Harlems mit einem zerrenden Duell zwischen Reeds Fuzzguitar und Cales hämmerndem Barrelhouse-Piano. Brilliant und bis heute einzigartig wie lakonisch Mr. NYC den kurzen Kick samt Suchtverdrängung transportiert. "I'm feeling good, I feel oh so fine / Until tomorrow, but that's just some other time." Geht es noch abseitiger? "Venus In Furs": Yeah, Rock goes Porn Fiction, Baby! Mit Reed in der Schwarzleder-Lagune. Eine jeden Voodoo-Priester mit Stolz erfüllende SM-Orgie frei nach Sacher-Masochs gleichnamigem Roman. Live gern auch mit Peitschentanz in flackerndem Neonlicht dargeboten. Die hypnotische Unerbittlichkeit dieses archaisch anmutenden Arrangements samt Cales sickernd fräsender Viola-Klinge. Er erfindet quasi den sogenannten Drone, das heißt, er zieht alle gespielten Töne in die Länge wie Knetmasse. "Shiny, Shiny, Shiny Boots of Leather / Taste the whip / In Love not given lightly." Für mich der intensivste Song aller Zeiten! Basta! "All Tomorrows Parties" war das Lieblingslied Warhols. Der musikalische Laie war klug genug, seinen Producer-Beitrag in genießerischem Rauchen und gelegentlich eingeworfenem "Gee, Lou Darling, I love it!" zu erschöpfen. Die Nibelungenqueen vom Rhein singt derweil ihren tragischen Schicksalssong. Im Swingin' Apple' jener Tage als arrogante Jetset-Göttin missverstanden, packt die Kölnerin alle Einsamkeit dieser Welt in ein Trance artiges Lamento. Der Gesang tönt haarsträubend amateurhaft und lockt dabei schummrig mit dem Charisma einer abgewrackten 'Eiskönigin on H'. "She'll turn once more to sunday's clown / And cry behind the door". Noch während der Aufnahmen sollte Nico Reed verlassen, um sich später in selbstzerstörerisch unerwiderter Liebe nach Jim Morrison zu ergehen, was schlussendlich in eine immer währende Dogensucht und den all zu frühen Tod mündete. Lou erfindet nebenher die Ostrich Guitar, eine Schule machende Spielweise der Rhythmusgitarre, bei der er alle Saiten auf dieselbe Tonlage stimmt; meist 'D'. Man hört dies auch in den ebenso manischen wie berstenden "Black Angel's Death Song" und "European Son". Beide Tracks als Avantgarde zu bezeichnen käme einer Untertreibung gleich. Ebenso kaputt wie energetisch reißen VU lustvoll ein, was ohnehin bis dato zerbrechlich in den Kinderschuhen steckte. Sicher, heutige Ohren sind ganz anderen Krach gewöhnt. Das spektakuläre Ausmaß dieser vor 45 Jahren angetretenen Erneuerer zeigt sich deshalb vor allem, wenn man sich einmal vor Augen führt, dass die Beatles parallel gerade "Yesterday" veröffentlichen, alle Welt das kürzlich erschienene "Satisfaction" der Stones als granithart preist und die Doors auf dem Plattenmarkt noch gar nicht existieren. Also bitte alle einsteigen in diese psychedelische Achterbahn. Wer die Platte noch nicht kennt, wird hinterher nicht mehr derselbe sein. Doch es dauert ein paar Durchläufe bis zur Erleuchtung. "Peel slowly and see" (Andy Warhol). © Laut
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Pop - Erschienen am 30. Oktober 2015 | Rhino Atlantic

Auszeichnungen Best New Reissue
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2012 | Polydor

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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CD13,49 €

Pop - Erschienen am 30. Oktober 2015 | Rhino Atlantic

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Rock - Erschienen am 1. März 1969 | MGM Records Inc.

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Rock - Erschienen am 24. November 2014 | MGM Records Inc.

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Rock - Erschienen am 30. Januar 1968 | Verve

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Rock - Erschienen am 1. September 1986 | Verve Reissues

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Rock - Erschienen am 24. November 2014 | MGM Records Inc.

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VU

Rock - Erschienen am 1. Februar 1985 | Universal Records

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CD41,99 €

Rock - Erschienen am 12. März 1967 | Polydor

The Velvet Underground And Nico – legendäre Bananenplatte mit skandalbewährtem gelb-rosa Phallussymbol – und nebenberufliche Mutter aller Indiealben. Die Geschichte der populären Musik des 20. Jahrhunderts – die Wurzel des Alternative, Metal, Punk und Goth wäre ohne diese LP eine andere. Man könnte das Werk aber mit Fug und Recht ebenso "Warhols Blumen des Bösen" nennen. Drella, so sein aus Dracula und Cinderella gemischter Spitzname, machte den Rock And Roll tatsächlich so gefährlich, wie die Christlich-Konservativen in den Staaten ihn oft und gerne beschrieben. Band samt Painter als morbide Inkarnation aller an die Wand gemalter Teufel der bigotten Puritanerseele: Mehr Straßenstrich als Straßenfest. Die in punkto Lebensenergie scheinbar immer ein wenig zu kurz gekommene Tom-Tom-Queen Moe Tucker an den weitgehend beckenlos gespielten Drums, der oft molchartig dreinblickende und zeitlebens wortkarge Sterling Morrison mit dem Schuss R'n'B plus Country. Ein zwischen genialischer Arroganz und beladener Schücherternheit changierender John Cale als walisischer Dämon der Dekonstruktion allen Tons.Und last but not least Lou Reed, der Zeremonienmeister, Archetyp des gleichgültig abgestumpften Beobachters der urbanen Scene of Sex and Crime. Nie war eine Rhythmusgitarre schroffer. Nie war Rock so hard boiled, voyeuristisch und ohne jede Reue. VU sind sich selbst genug und dem Libertinismus der Factory treu. Es geht los. "Sunday Morning": Der amerikanische Traum und seine Jugend sitzen im April 1966 schwer verkatert zwischen Vietnamtrauma und Rassenunruhen. Love, Pieces & Peace? Vergesst es! "Es ist nur ein Gefühl, das ich nicht kennen möchte ... Ach es ist nichts!" Hier kommt die Abrissbirne des Summer of Love vollgepackt mit sexuellen Ausschweifungen, Drogenbeichten, Gewalt und einem richtungsweisenden Kreidezeit-Noise. Neben dieser musikalisch radikalen und garagenhaft von Warhol nicht-produzierten Sprengung aller Rockgesetze klingt der gerade mal eine Dekade alte Sound der Elvis Presley-Rock'n'Roll-Revolution wie eine betuliche Teestunde im Genre-Altersheim. Und über allem schwebt sie, die deutsche 'Sphinx aus Eis' mit ihrem klirrend bleiernen Stiefeltreterakzent. Reeds erste große Liebe, die ihn alsbald verlässt und – bis heute sichtbar – nicht losgelassen hat. "Heroin", das schwarzlichtern lodernde Herz des Albums als Bestandsaufnahme all todbringenden Junkietums. Die distanz- und schonungslose Ich-Perspektive Reeds waren Skandal und Revolution in den Songlyrics. "Heroin, sei mein Tod. Und ihr könnt alle nicht helfen, ihr süßen Mädchen mit den süßen Worten. Ihr könnt euch verpissen". So hielt der blass-wütende Jüngling einer zur Verdrängung und Verklärung tendierenden Nation den schonungslos nihilistischen Spiegel vor, den Cale hernach mit seiner Viola filetierte. Die hie und da im Tonfall durchschimmernde Überheblichkeit und Verachtung gegenüber Süchtigen sollte dem jüdischen Mittelstandsjüngling Reed nur allzu bald ein drogengebeuteltes, hakenbekreuztes "Rock And Roll Animal" gebären, das Lou fast das Leben und große Teile der Gesundheit kosten sollte. "I'm Waiting For The Man": "Hey white Boy, whatcha doin' uptown?" Schöner Drogenkaufen mit Onkel Lou! Die Geburt des Rocktextes als dichterische Shortstory auf literarischem Niveau. Samt realer Szenenadresse und Milieubeschreibung. Ein Stakkato-Boogie aus der abgerockt nervösen Drogenhölle Black Harlems mit einem zerrenden Duell zwischen Reeds Fuzzguitar und Cales hämmerndem Barrelhouse-Piano. Brilliant und bis heute einzigartig wie lakonisch Mr. NYC den kurzen Kick samt Suchtverdrängung transportiert. "I'm feeling good, I feel oh so fine / Until tomorrow, but that's just some other time." Geht es noch abseitiger? "Venus In Furs": Yeah, Rock goes Porn Fiction, Baby! Mit Reed in der Schwarzleder-Lagune. Eine jeden Voodoo-Priester mit Stolz erfüllende SM-Orgie frei nach Sacher-Masochs gleichnamigem Roman. Live gern auch mit Peitschentanz in flackerndem Neonlicht dargeboten. Die hypnotische Unerbittlichkeit dieses archaisch anmutenden Arrangements samt Cales sickernd fräsender Viola-Klinge. Er erfindet quasi den sogenannten Drone, das heißt, er zieht alle gespielten Töne in die Länge wie Knetmasse. "Shiny, Shiny, Shiny Boots of Leather / Taste the whip / In Love not given lightly." Für mich der intensivste Song aller Zeiten! Basta! "All Tomorrows Parties" war das Lieblingslied Warhols. Der musikalische Laie war klug genug, seinen Producer-Beitrag in genießerischem Rauchen und gelegentlich eingeworfenem "Gee, Lou Darling, I love it!" zu erschöpfen. Die Nibelungenqueen vom Rhein singt derweil ihren tragischen Schicksalssong. Im Swingin' Apple' jener Tage als arrogante Jetset-Göttin missverstanden, packt die Kölnerin alle Einsamkeit dieser Welt in ein Trance artiges Lamento. Der Gesang tönt haarsträubend amateurhaft und lockt dabei schummrig mit dem Charisma einer abgewrackten 'Eiskönigin on H'. "She'll turn once more to sunday's clown / And cry behind the door". Noch während der Aufnahmen sollte Nico Reed verlassen, um sich später in selbstzerstörerisch unerwiderter Liebe nach Jim Morrison zu ergehen, was schlussendlich in eine immer währende Dogensucht und den all zu frühen Tod mündete. Lou erfindet nebenher die Ostrich Guitar, eine Schule machende Spielweise der Rhythmusgitarre, bei der er alle Saiten auf dieselbe Tonlage stimmt; meist 'D'. Man hört dies auch in den ebenso manischen wie berstenden "Black Angel's Death Song" und "European Son". Beide Tracks als Avantgarde zu bezeichnen käme einer Untertreibung gleich. Ebenso kaputt wie energetisch reißen VU lustvoll ein, was ohnehin bis dato zerbrechlich in den Kinderschuhen steckte. Sicher, heutige Ohren sind ganz anderen Krach gewöhnt. Das spektakuläre Ausmaß dieser vor 45 Jahren angetretenen Erneuerer zeigt sich deshalb vor allem, wenn man sich einmal vor Augen führt, dass die Beatles parallel gerade "Yesterday" veröffentlichen, alle Welt das kürzlich erschienene "Satisfaction" der Stones als granithart preist und die Doors auf dem Plattenmarkt noch gar nicht existieren. Also bitte alle einsteigen in diese psychedelische Achterbahn. Wer die Platte noch nicht kennt, wird hinterher nicht mehr derselbe sein. Doch es dauert ein paar Durchläufe bis zur Erleuchtung. "Peel slowly and see" (Andy Warhol). © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1988 | Island Mercury

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CD34,99 €

Rock - Erschienen am 20. November 2015 | Polydor

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Rock - Erschienen am 24. November 2014 | MGM Records Inc.

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Pop - Erschienen am 19. Januar 2016 | Rhino Atlantic

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Pop - Erschienen am 16. August 2013 | Rhino - Warner Records

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Pop - Erschienen am 30. Oktober 2015 | Rhino Atlantic

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CD41,99 €

Rock - Erschienen am 24. November 2014 | MGM Records Inc.

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The Velvet Underground im Magazin
  • Lou Reed, die Seele New Yorks
    Lou Reed, die Seele New Yorks Lou Reed ist New York. New York ist Lou Reed. Einer ohne den anderen, das ist nicht möglich. Das Ex-Velvet Underground-Mitglied sollte aber erst mit 47 Lenzen eine seiner Platten mit dem Namen der Stadt seines Lebens würdigen. Als er jedoch im Januar 1989 dieses 15. Album, New York, herausbringt,...
  • Joseph Arthur calls out to Lou
    Joseph Arthur calls out to Lou Lou Reed’s songs are reinterpreted by Joseph Arthur...