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Alternativ und Indie - Erschienen am 9. Juli 2021 | Matador

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Ja, dankeschön, ich habe es mich schon lange gefragt. Wie Indie-Rock wohl klingen würde, wenn er mal richtig fett ausproduziert ist, und ich meine hier nicht das überdrehte Punkbesteck der Idles oder das neuerdings discoide Retro-Rock-Menü von Royal Blood, die das bekanntlich sehr gut hinbekommen. Sondern eine Indie-Band der reinen Lehre, eine mit Jangle-Gitarren und dröseligen Percussions, wie die Smiths halt. The Goon Sax heißt die Band, die vermutlich bislang wenigen ein Begriff ist und die uns diese 500.000 Euro-Frage nun mit "In The Stone" beantwortet. Unglaublich satt und voluminös eröffnen Schlagzeug und Bass, bevor Sänger Louis Forsters tonlose Trademark-Indie-Stimme erklingt. Danach übernimmt Schlagzeugerin Riley Jones den (Engels-) Gesang, im Refrain vereinigen sich beide, längst spürt man, dass hier einiges geboten wird, da knallt auch schon die Refrainzeile rein: "Didn't have to sound so disappointed when I called / If you had ever saved my number in your phone." Selten eine so überzeugende Vorstellung einer Newcomer-Band gehört, die zwar nach zwei Alben keine mehr ist, mit dem frisch unterzeichneten Matador-Deal nun aber weltweit neu startet. Die richtigen Handynummern haben sich die drei Australier offenbar auch besorgt und die Adressaten reagierten alles andere als disappointed: Geoff Barrows (Portishead, Beak>) öffnete umgehend sein Studio in Bristol und hinterm Mischpult saß praktischerweise gleich John Parish, der mit Aldous Harding und Dry Cleaning in jüngerer Zeit bewies, dass er nicht vorhat, sich auf seinen PJ Harvey-Lorbeeren auszuruhen. Auch das Trio nutzt die Gelegenheit: "Mirror II" ist abwechslungsreicher, als es der Opener andeutet, und das Zeugnis von drei gleichberechtigten Songwriter- und Sänger*innen. Die Grundmelancholie britischer Prägung ist die Basis, auf der munter herum experimentiert wird - mit Cello, Saxofon oder auch einem Gitarrensolo, das in Wirklichkeit Forsters Stimme ist, verfremdet über ein Distortion-Pedal und Autotune. Textlich geht es um das Wichtige im Leben, den Furor und die Fesseln der Liebe und ihre kurzen magischen oder auch länger tragischen Momente, die natürlich schon tausendmal besungen wurden, weswegen sich The Goon Sax schon ein wenig anstrengen und etwa auf Zeilen kommen wie "You are the sweetest Baclava". Die Millionenfrage wiederum müsste man Louis Forster stellen: Wie kommt man damit klar, dass Vater Robert - wenn auch in überschaubaren Fachkreisen - als Lichtgestalt im praktisch gleichen Musik-Genre verehrt wird? Aus nachvollziehbaren Gründen äußert er sich dazu weniger gerne, man darf aber annehmen, dass er die Musik der Go-Betweens zumindest nicht komplett scheiße findet. Väterliche Abkapselungstendenzen à la Julian Lennon sind jedenfalls nicht erkennbar. Irrwitzigerweise sind es strukturell aber eher die Songs von James Harrison, die Papa Forsters leicht schräges Songwriting-Erbe illuminieren. Harrisons vergleichsweise höherer, oft schiefer Flattergesang erinnert in Kombination mit den DIY-Schrammelgitarren an Velvet Underground oder Jonathan Richman, doch kaum fühlt man sich in einem Song angekommen und wähnt sich auf Kurs, finden The Goon Sax eine neue Weggabelung. "Carpetry" ist Harrisons bestes Stück, es beginnt, als coverten Goon Sax Libertines' "Love On The Dole"; der Song entwickelt dann dank repetitiver Melodie einen eigenen Sog und erfüllt die hohe Erwartungshaltung. Psychedelic Rock-Liebhaberin Riley steuert in "Desire" dreamy Drone-Pop bei, die imposante Synthie-Sammlung von Geoff Barrows kommt besonders im hymnischen 80s-Track "Psychic" zur Geltung, während Forster mit "Bathwater" sein Highlight präsentiert. Ein atonales Saxofon à la Stooges belebt die vermeintlich ruhige Komposition, die Forster ursprünglich auch so vorgesehen hatte. Im Bandgefüge kam dann der etwas krude Upbeat-Part dazu. Richtig strange wird es aber erst, wenn Forster plötzlich "krank und heil / krank und heil" grölt. Schließlich ist er mit seiner Familie ja in Regensburg aufgewachsen. Schön auch, dass er uns zuliebe auf Bayerisch verzichtet hat. In "Til Dawn" klingt er mit Riley gemeinsam dann endgültig wie Vater Forster und Amanda Brown in den Go-Betweens, und selbst ohne diese Assoziation wäre der Song eine einzige Freude. "Mirror II" ist eines der Top-Alben in 2021, da lege ich mich fest. Und jetzt erstmal Schampus mit Lachsfisch. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 14. September 2018 | Wichita Recordings

It's not easy growing up. All the awkwardness, confusion, and emotional upheaval experienced on a daily basis can be pretty hard to handle. Now imagine doing it on-stage and on record. The members of the Goon Sax were only 17 when their first album, Up to Anything, was released -- it positively ached with growing pains and almost every song was cringingly real as if it was cribbed from a diary and set to sparsely hooky guitar pop. After time spent touring the world, gaining experience, and graduating high school, the band set out to make a more mature second record. For 2018's We're Not Talking, they hired Cameron Bird and James Cecil of Architecture in Helsinki to produce, brought in some string players, and paid far more attention to the arrangements of the songs. They wanted the record to hew closely to their idea of what a pop record should sound like and despite some clashes with Bird and Cecil, who have different ideas about the concept of pop, this is a wonderfully poppy record in the best sense of the word. The songs are bright and bold, the strings swoop in occasionally to lift the songs into the skies, and there's a refreshing lightness to everything that makes the still-somewhat-difficult nature of the subject matter go down more easily. They managed to build up and expand up their sound without losing the core of what made them special. Another change was adding drummer Riley Jones to the songwriting roster to join Louis Forster and James Harrison. She also steps up to the mike to sing lead vocals on "Strange Light," one of the album's quieter moments. Both Forster and Harrison sound more confident as vocalists, especially Harrison. He sometimes sounded like he was hiding behind artifice on their debut, which made his songs less effective. The improvement in his vocals give his songs a boost, and they've gone from being skippable to some of the highlights. The rumbling folk-pop of "Love Lost" is a brilliant sketch of loneliness and confusion, "A Few Too Many" is a wonderfully breezy tune, and his duet with Jones on "Til the End" is a perfect balance of his tartness and her sweetness. Once again, Forster's songs are the biggest and most immediate. "Make Time 4 Love" is the kind of expansive indie pop Belle and Sebastian forgot how to make years ago, "Sleep EZ" channels the early Go-Betweens and adds a giant hook, and "Get Out" is a wound-up rocker that shows the band has a tougher side. Throughout the record, the production team of Bird and Cecil give the songs some depth and greater scope, adding nice touches like cowbell and keyboards that make the songs leap out of the speakers. It's a great combination of sound and songs that makes good on the promise the band showed on their debut, and shows them navigating the numerous pitfalls of growing up as a band in fine fashion. © Tim Sendra /TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 12. Mai 2021 | Matador

Hi-Res
Ja, dankeschön, ich habe es mich schon lange gefragt. Wie Indie-Rock wohl klingen würde, wenn er mal richtig fett ausproduziert ist, und ich meine hier nicht das überdrehte Punkbesteck der Idles oder das neuerdings discoide Retro-Rock-Menü von Royal Blood, die das bekanntlich sehr gut hinbekommen. Sondern eine Indie-Band der reinen Lehre, eine mit Jangle-Gitarren und dröseligen Percussions, wie die Smiths halt. The Goon Sax heißt die Band, die vermutlich bislang wenigen ein Begriff ist und die uns diese 500.000 Euro-Frage nun mit "In The Stone" beantwortet. Unglaublich satt und voluminös eröffnen Schlagzeug und Bass, bevor Sänger Louis Forsters tonlose Trademark-Indie-Stimme erklingt. Danach übernimmt Schlagzeugerin Riley Jones den (Engels-) Gesang, im Refrain vereinigen sich beide, längst spürt man, dass hier einiges geboten wird, da knallt auch schon die Refrainzeile rein: "Didn't have to sound so disappointed when I called / If you had ever saved my number in your phone." Selten eine so überzeugende Vorstellung einer Newcomer-Band gehört, die zwar nach zwei Alben keine mehr ist, mit dem frisch unterzeichneten Matador-Deal nun aber weltweit neu startet. Die richtigen Handynummern haben sich die drei Australier offenbar auch besorgt und die Adressaten reagierten alles andere als disappointed: Geoff Barrows (Portishead, Beak>) öffnete umgehend sein Studio in Bristol und hinterm Mischpult saß praktischerweise gleich John Parish, der mit Aldous Harding und Dry Cleaning in jüngerer Zeit bewies, dass er nicht vorhat, sich auf seinen PJ Harvey-Lorbeeren auszuruhen. Auch das Trio nutzt die Gelegenheit: "Mirror II" ist abwechslungsreicher, als es der Opener andeutet, und das Zeugnis von drei gleichberechtigten Songwriter- und Sänger*innen. Die Grundmelancholie britischer Prägung ist die Basis, auf der munter herum experimentiert wird - mit Cello, Saxofon oder auch einem Gitarrensolo, das in Wirklichkeit Forsters Stimme ist, verfremdet über ein Distortion-Pedal und Autotune. Textlich geht es um das Wichtige im Leben, den Furor und die Fesseln der Liebe und ihre kurzen magischen oder auch länger tragischen Momente, die natürlich schon tausendmal besungen wurden, weswegen sich The Goon Sax schon ein wenig anstrengen und etwa auf Zeilen kommen wie "You are the sweetest Baclava". Die Millionenfrage wiederum müsste man Louis Forster stellen: Wie kommt man damit klar, dass Vater Robert - wenn auch in überschaubaren Fachkreisen - als Lichtgestalt im praktisch gleichen Musik-Genre verehrt wird? Aus nachvollziehbaren Gründen äußert er sich dazu weniger gerne, man darf aber annehmen, dass er die Musik der Go-Betweens zumindest nicht komplett scheiße findet. Väterliche Abkapselungstendenzen à la Julian Lennon sind jedenfalls nicht erkennbar. Irrwitzigerweise sind es strukturell aber eher die Songs von James Harrison, die Papa Forsters leicht schräges Songwriting-Erbe illuminieren. Harrisons vergleichsweise höherer, oft schiefer Flattergesang erinnert in Kombination mit den DIY-Schrammelgitarren an Velvet Underground oder Jonathan Richman, doch kaum fühlt man sich in einem Song angekommen und wähnt sich auf Kurs, finden The Goon Sax eine neue Weggabelung. "Carpetry" ist Harrisons bestes Stück, es beginnt, als coverten Goon Sax Libertines' "Love On The Dole"; der Song entwickelt dann dank repetitiver Melodie einen eigenen Sog und erfüllt die hohe Erwartungshaltung. Psychedelic Rock-Liebhaberin Riley steuert in "Desire" dreamy Drone-Pop bei, die imposante Synthie-Sammlung von Geoff Barrows kommt besonders im hymnischen 80s-Track "Psychic" zur Geltung, während Forster mit "Bathwater" sein Highlight präsentiert. Ein atonales Saxofon à la Stooges belebt die vermeintlich ruhige Komposition, die Forster ursprünglich auch so vorgesehen hatte. Im Bandgefüge kam dann der etwas krude Upbeat-Part dazu. Richtig strange wird es aber erst, wenn Forster plötzlich "krank und heil / krank und heil" grölt. Schließlich ist er mit seiner Familie ja in Regensburg aufgewachsen. Schön auch, dass er uns zuliebe auf Bayerisch verzichtet hat. In "Til Dawn" klingt er mit Riley gemeinsam dann endgültig wie Vater Forster und Amanda Brown in den Go-Betweens, und selbst ohne diese Assoziation wäre der Song eine einzige Freude. "Mirror II" ist eines der Top-Alben in 2021, da lege ich mich fest. Und jetzt erstmal Schampus mit Lachsfisch. © Laut
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Rock - Erschienen am 11. März 2016 | Chapter Music

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Alternativ und Indie - Erschienen am 9. Juni 2021 | Matador

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Ja, dankeschön, ich habe es mich schon lange gefragt. Wie Indie-Rock wohl klingen würde, wenn er mal richtig fett ausproduziert ist, und ich meine hier nicht das überdrehte Punkbesteck der Idles oder das neuerdings discoide Retro-Rock-Menü von Royal Blood, die das bekanntlich sehr gut hinbekommen. Sondern eine Indie-Band der reinen Lehre, eine mit Jangle-Gitarren und dröseligen Percussions, wie die Smiths halt. The Goon Sax heißt die Band, die vermutlich bislang wenigen ein Begriff ist und die uns diese 500.000 Euro-Frage nun mit "In The Stone" beantwortet. Unglaublich satt und voluminös eröffnen Schlagzeug und Bass, bevor Sänger Louis Forsters tonlose Trademark-Indie-Stimme erklingt. Danach übernimmt Schlagzeugerin Riley Jones den (Engels-) Gesang, im Refrain vereinigen sich beide, längst spürt man, dass hier einiges geboten wird, da knallt auch schon die Refrainzeile rein: "Didn't have to sound so disappointed when I called / If you had ever saved my number in your phone." Selten eine so überzeugende Vorstellung einer Newcomer-Band gehört, die zwar nach zwei Alben keine mehr ist, mit dem frisch unterzeichneten Matador-Deal nun aber weltweit neu startet. Die richtigen Handynummern haben sich die drei Australier offenbar auch besorgt und die Adressaten reagierten alles andere als disappointed: Geoff Barrows (Portishead, Beak>) öffnete umgehend sein Studio in Bristol und hinterm Mischpult saß praktischerweise gleich John Parish, der mit Aldous Harding und Dry Cleaning in jüngerer Zeit bewies, dass er nicht vorhat, sich auf seinen PJ Harvey-Lorbeeren auszuruhen. Auch das Trio nutzt die Gelegenheit: "Mirror II" ist abwechslungsreicher, als es der Opener andeutet, und das Zeugnis von drei gleichberechtigten Songwriter- und Sänger*innen. Die Grundmelancholie britischer Prägung ist die Basis, auf der munter herum experimentiert wird - mit Cello, Saxofon oder auch einem Gitarrensolo, das in Wirklichkeit Forsters Stimme ist, verfremdet über ein Distortion-Pedal und Autotune. Textlich geht es um das Wichtige im Leben, den Furor und die Fesseln der Liebe und ihre kurzen magischen oder auch länger tragischen Momente, die natürlich schon tausendmal besungen wurden, weswegen sich The Goon Sax schon ein wenig anstrengen und etwa auf Zeilen kommen wie "You are the sweetest Baclava". Die Millionenfrage wiederum müsste man Louis Forster stellen: Wie kommt man damit klar, dass Vater Robert - wenn auch in überschaubaren Fachkreisen - als Lichtgestalt im praktisch gleichen Musik-Genre verehrt wird? Aus nachvollziehbaren Gründen äußert er sich dazu weniger gerne, man darf aber annehmen, dass er die Musik der Go-Betweens zumindest nicht komplett scheiße findet. Väterliche Abkapselungstendenzen à la Julian Lennon sind jedenfalls nicht erkennbar. Irrwitzigerweise sind es strukturell aber eher die Songs von James Harrison, die Papa Forsters leicht schräges Songwriting-Erbe illuminieren. Harrisons vergleichsweise höherer, oft schiefer Flattergesang erinnert in Kombination mit den DIY-Schrammelgitarren an Velvet Underground oder Jonathan Richman, doch kaum fühlt man sich in einem Song angekommen und wähnt sich auf Kurs, finden The Goon Sax eine neue Weggabelung. "Carpetry" ist Harrisons bestes Stück, es beginnt, als coverten Goon Sax Libertines' "Love On The Dole"; der Song entwickelt dann dank repetitiver Melodie einen eigenen Sog und erfüllt die hohe Erwartungshaltung. Psychedelic Rock-Liebhaberin Riley steuert in "Desire" dreamy Drone-Pop bei, die imposante Synthie-Sammlung von Geoff Barrows kommt besonders im hymnischen 80s-Track "Psychic" zur Geltung, während Forster mit "Bathwater" sein Highlight präsentiert. Ein atonales Saxofon à la Stooges belebt die vermeintlich ruhige Komposition, die Forster ursprünglich auch so vorgesehen hatte. Im Bandgefüge kam dann der etwas krude Upbeat-Part dazu. Richtig strange wird es aber erst, wenn Forster plötzlich "krank und heil / krank und heil" grölt. Schließlich ist er mit seiner Familie ja in Regensburg aufgewachsen. Schön auch, dass er uns zuliebe auf Bayerisch verzichtet hat. In "Til Dawn" klingt er mit Riley gemeinsam dann endgültig wie Vater Forster und Amanda Brown in den Go-Betweens, und selbst ohne diese Assoziation wäre der Song eine einzige Freude. "Mirror II" ist eines der Top-Alben in 2021, da lege ich mich fest. Und jetzt erstmal Schampus mit Lachsfisch. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 12. Mai 2021 | Matador

Ja, dankeschön, ich habe es mich schon lange gefragt. Wie Indie-Rock wohl klingen würde, wenn er mal richtig fett ausproduziert ist, und ich meine hier nicht das überdrehte Punkbesteck der Idles oder das neuerdings discoide Retro-Rock-Menü von Royal Blood, die das bekanntlich sehr gut hinbekommen. Sondern eine Indie-Band der reinen Lehre, eine mit Jangle-Gitarren und dröseligen Percussions, wie die Smiths halt. The Goon Sax heißt die Band, die vermutlich bislang wenigen ein Begriff ist und die uns diese 500.000 Euro-Frage nun mit "In The Stone" beantwortet. Unglaublich satt und voluminös eröffnen Schlagzeug und Bass, bevor Sänger Louis Forsters tonlose Trademark-Indie-Stimme erklingt. Danach übernimmt Schlagzeugerin Riley Jones den (Engels-) Gesang, im Refrain vereinigen sich beide, längst spürt man, dass hier einiges geboten wird, da knallt auch schon die Refrainzeile rein: "Didn't have to sound so disappointed when I called / If you had ever saved my number in your phone." Selten eine so überzeugende Vorstellung einer Newcomer-Band gehört, die zwar nach zwei Alben keine mehr ist, mit dem frisch unterzeichneten Matador-Deal nun aber weltweit neu startet. Die richtigen Handynummern haben sich die drei Australier offenbar auch besorgt und die Adressaten reagierten alles andere als disappointed: Geoff Barrows (Portishead, Beak>) öffnete umgehend sein Studio in Bristol und hinterm Mischpult saß praktischerweise gleich John Parish, der mit Aldous Harding und Dry Cleaning in jüngerer Zeit bewies, dass er nicht vorhat, sich auf seinen PJ Harvey-Lorbeeren auszuruhen. Auch das Trio nutzt die Gelegenheit: "Mirror II" ist abwechslungsreicher, als es der Opener andeutet, und das Zeugnis von drei gleichberechtigten Songwriter- und Sänger*innen. Die Grundmelancholie britischer Prägung ist die Basis, auf der munter herum experimentiert wird - mit Cello, Saxofon oder auch einem Gitarrensolo, das in Wirklichkeit Forsters Stimme ist, verfremdet über ein Distortion-Pedal und Autotune. Textlich geht es um das Wichtige im Leben, den Furor und die Fesseln der Liebe und ihre kurzen magischen oder auch länger tragischen Momente, die natürlich schon tausendmal besungen wurden, weswegen sich The Goon Sax schon ein wenig anstrengen und etwa auf Zeilen kommen wie "You are the sweetest Baclava". Die Millionenfrage wiederum müsste man Louis Forster stellen: Wie kommt man damit klar, dass Vater Robert - wenn auch in überschaubaren Fachkreisen - als Lichtgestalt im praktisch gleichen Musik-Genre verehrt wird? Aus nachvollziehbaren Gründen äußert er sich dazu weniger gerne, man darf aber annehmen, dass er die Musik der Go-Betweens zumindest nicht komplett scheiße findet. Väterliche Abkapselungstendenzen à la Julian Lennon sind jedenfalls nicht erkennbar. Irrwitzigerweise sind es strukturell aber eher die Songs von James Harrison, die Papa Forsters leicht schräges Songwriting-Erbe illuminieren. Harrisons vergleichsweise höherer, oft schiefer Flattergesang erinnert in Kombination mit den DIY-Schrammelgitarren an Velvet Underground oder Jonathan Richman, doch kaum fühlt man sich in einem Song angekommen und wähnt sich auf Kurs, finden The Goon Sax eine neue Weggabelung. "Carpetry" ist Harrisons bestes Stück, es beginnt, als coverten Goon Sax Libertines' "Love On The Dole"; der Song entwickelt dann dank repetitiver Melodie einen eigenen Sog und erfüllt die hohe Erwartungshaltung. Psychedelic Rock-Liebhaberin Riley steuert in "Desire" dreamy Drone-Pop bei, die imposante Synthie-Sammlung von Geoff Barrows kommt besonders im hymnischen 80s-Track "Psychic" zur Geltung, während Forster mit "Bathwater" sein Highlight präsentiert. Ein atonales Saxofon à la Stooges belebt die vermeintlich ruhige Komposition, die Forster ursprünglich auch so vorgesehen hatte. Im Bandgefüge kam dann der etwas krude Upbeat-Part dazu. Richtig strange wird es aber erst, wenn Forster plötzlich "krank und heil / krank und heil" grölt. Schließlich ist er mit seiner Familie ja in Regensburg aufgewachsen. Schön auch, dass er uns zuliebe auf Bayerisch verzichtet hat. In "Til Dawn" klingt er mit Riley gemeinsam dann endgültig wie Vater Forster und Amanda Brown in den Go-Betweens, und selbst ohne diese Assoziation wäre der Song eine einzige Freude. "Mirror II" ist eines der Top-Alben in 2021, da lege ich mich fest. Und jetzt erstmal Schampus mit Lachsfisch. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 9. Juli 2021 | Matador

Ja, dankeschön, ich habe es mich schon lange gefragt. Wie Indie-Rock wohl klingen würde, wenn er mal richtig fett ausproduziert ist, und ich meine hier nicht das überdrehte Punkbesteck der Idles oder das neuerdings discoide Retro-Rock-Menü von Royal Blood, die das bekanntlich sehr gut hinbekommen. Sondern eine Indie-Band der reinen Lehre, eine mit Jangle-Gitarren und dröseligen Percussions, wie die Smiths halt. The Goon Sax heißt die Band, die vermutlich bislang wenigen ein Begriff ist und die uns diese 500.000 Euro-Frage nun mit "In The Stone" beantwortet. Unglaublich satt und voluminös eröffnen Schlagzeug und Bass, bevor Sänger Louis Forsters tonlose Trademark-Indie-Stimme erklingt. Danach übernimmt Schlagzeugerin Riley Jones den (Engels-) Gesang, im Refrain vereinigen sich beide, längst spürt man, dass hier einiges geboten wird, da knallt auch schon die Refrainzeile rein: "Didn't have to sound so disappointed when I called / If you had ever saved my number in your phone." Selten eine so überzeugende Vorstellung einer Newcomer-Band gehört, die zwar nach zwei Alben keine mehr ist, mit dem frisch unterzeichneten Matador-Deal nun aber weltweit neu startet. Die richtigen Handynummern haben sich die drei Australier offenbar auch besorgt und die Adressaten reagierten alles andere als disappointed: Geoff Barrows (Portishead, Beak>) öffnete umgehend sein Studio in Bristol und hinterm Mischpult saß praktischerweise gleich John Parish, der mit Aldous Harding und Dry Cleaning in jüngerer Zeit bewies, dass er nicht vorhat, sich auf seinen PJ Harvey-Lorbeeren auszuruhen. Auch das Trio nutzt die Gelegenheit: "Mirror II" ist abwechslungsreicher, als es der Opener andeutet, und das Zeugnis von drei gleichberechtigten Songwriter- und Sänger*innen. Die Grundmelancholie britischer Prägung ist die Basis, auf der munter herum experimentiert wird - mit Cello, Saxofon oder auch einem Gitarrensolo, das in Wirklichkeit Forsters Stimme ist, verfremdet über ein Distortion-Pedal und Autotune. Textlich geht es um das Wichtige im Leben, den Furor und die Fesseln der Liebe und ihre kurzen magischen oder auch länger tragischen Momente, die natürlich schon tausendmal besungen wurden, weswegen sich The Goon Sax schon ein wenig anstrengen und etwa auf Zeilen kommen wie "You are the sweetest Baclava". Die Millionenfrage wiederum müsste man Louis Forster stellen: Wie kommt man damit klar, dass Vater Robert - wenn auch in überschaubaren Fachkreisen - als Lichtgestalt im praktisch gleichen Musik-Genre verehrt wird? Aus nachvollziehbaren Gründen äußert er sich dazu weniger gerne, man darf aber annehmen, dass er die Musik der Go-Betweens zumindest nicht komplett scheiße findet. Väterliche Abkapselungstendenzen à la Julian Lennon sind jedenfalls nicht erkennbar. Irrwitzigerweise sind es strukturell aber eher die Songs von James Harrison, die Papa Forsters leicht schräges Songwriting-Erbe illuminieren. Harrisons vergleichsweise höherer, oft schiefer Flattergesang erinnert in Kombination mit den DIY-Schrammelgitarren an Velvet Underground oder Jonathan Richman, doch kaum fühlt man sich in einem Song angekommen und wähnt sich auf Kurs, finden The Goon Sax eine neue Weggabelung. "Carpetry" ist Harrisons bestes Stück, es beginnt, als coverten Goon Sax Libertines' "Love On The Dole"; der Song entwickelt dann dank repetitiver Melodie einen eigenen Sog und erfüllt die hohe Erwartungshaltung. Psychedelic Rock-Liebhaberin Riley steuert in "Desire" dreamy Drone-Pop bei, die imposante Synthie-Sammlung von Geoff Barrows kommt besonders im hymnischen 80s-Track "Psychic" zur Geltung, während Forster mit "Bathwater" sein Highlight präsentiert. Ein atonales Saxofon à la Stooges belebt die vermeintlich ruhige Komposition, die Forster ursprünglich auch so vorgesehen hatte. Im Bandgefüge kam dann der etwas krude Upbeat-Part dazu. Richtig strange wird es aber erst, wenn Forster plötzlich "krank und heil / krank und heil" grölt. Schließlich ist er mit seiner Familie ja in Regensburg aufgewachsen. Schön auch, dass er uns zuliebe auf Bayerisch verzichtet hat. In "Til Dawn" klingt er mit Riley gemeinsam dann endgültig wie Vater Forster und Amanda Brown in den Go-Betweens, und selbst ohne diese Assoziation wäre der Song eine einzige Freude. "Mirror II" ist eines der Top-Alben in 2021, da lege ich mich fest. Und jetzt erstmal Schampus mit Lachsfisch. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 9. Juni 2021 | Matador

Ja, dankeschön, ich habe es mich schon lange gefragt. Wie Indie-Rock wohl klingen würde, wenn er mal richtig fett ausproduziert ist, und ich meine hier nicht das überdrehte Punkbesteck der Idles oder das neuerdings discoide Retro-Rock-Menü von Royal Blood, die das bekanntlich sehr gut hinbekommen. Sondern eine Indie-Band der reinen Lehre, eine mit Jangle-Gitarren und dröseligen Percussions, wie die Smiths halt. The Goon Sax heißt die Band, die vermutlich bislang wenigen ein Begriff ist und die uns diese 500.000 Euro-Frage nun mit "In The Stone" beantwortet. Unglaublich satt und voluminös eröffnen Schlagzeug und Bass, bevor Sänger Louis Forsters tonlose Trademark-Indie-Stimme erklingt. Danach übernimmt Schlagzeugerin Riley Jones den (Engels-) Gesang, im Refrain vereinigen sich beide, längst spürt man, dass hier einiges geboten wird, da knallt auch schon die Refrainzeile rein: "Didn't have to sound so disappointed when I called / If you had ever saved my number in your phone." Selten eine so überzeugende Vorstellung einer Newcomer-Band gehört, die zwar nach zwei Alben keine mehr ist, mit dem frisch unterzeichneten Matador-Deal nun aber weltweit neu startet. Die richtigen Handynummern haben sich die drei Australier offenbar auch besorgt und die Adressaten reagierten alles andere als disappointed: Geoff Barrows (Portishead, Beak>) öffnete umgehend sein Studio in Bristol und hinterm Mischpult saß praktischerweise gleich John Parish, der mit Aldous Harding und Dry Cleaning in jüngerer Zeit bewies, dass er nicht vorhat, sich auf seinen PJ Harvey-Lorbeeren auszuruhen. Auch das Trio nutzt die Gelegenheit: "Mirror II" ist abwechslungsreicher, als es der Opener andeutet, und das Zeugnis von drei gleichberechtigten Songwriter- und Sänger*innen. Die Grundmelancholie britischer Prägung ist die Basis, auf der munter herum experimentiert wird - mit Cello, Saxofon oder auch einem Gitarrensolo, das in Wirklichkeit Forsters Stimme ist, verfremdet über ein Distortion-Pedal und Autotune. Textlich geht es um das Wichtige im Leben, den Furor und die Fesseln der Liebe und ihre kurzen magischen oder auch länger tragischen Momente, die natürlich schon tausendmal besungen wurden, weswegen sich The Goon Sax schon ein wenig anstrengen und etwa auf Zeilen kommen wie "You are the sweetest Baclava". Die Millionenfrage wiederum müsste man Louis Forster stellen: Wie kommt man damit klar, dass Vater Robert - wenn auch in überschaubaren Fachkreisen - als Lichtgestalt im praktisch gleichen Musik-Genre verehrt wird? Aus nachvollziehbaren Gründen äußert er sich dazu weniger gerne, man darf aber annehmen, dass er die Musik der Go-Betweens zumindest nicht komplett scheiße findet. Väterliche Abkapselungstendenzen à la Julian Lennon sind jedenfalls nicht erkennbar. Irrwitzigerweise sind es strukturell aber eher die Songs von James Harrison, die Papa Forsters leicht schräges Songwriting-Erbe illuminieren. Harrisons vergleichsweise höherer, oft schiefer Flattergesang erinnert in Kombination mit den DIY-Schrammelgitarren an Velvet Underground oder Jonathan Richman, doch kaum fühlt man sich in einem Song angekommen und wähnt sich auf Kurs, finden The Goon Sax eine neue Weggabelung. "Carpetry" ist Harrisons bestes Stück, es beginnt, als coverten Goon Sax Libertines' "Love On The Dole"; der Song entwickelt dann dank repetitiver Melodie einen eigenen Sog und erfüllt die hohe Erwartungshaltung. Psychedelic Rock-Liebhaberin Riley steuert in "Desire" dreamy Drone-Pop bei, die imposante Synthie-Sammlung von Geoff Barrows kommt besonders im hymnischen 80s-Track "Psychic" zur Geltung, während Forster mit "Bathwater" sein Highlight präsentiert. Ein atonales Saxofon à la Stooges belebt die vermeintlich ruhige Komposition, die Forster ursprünglich auch so vorgesehen hatte. Im Bandgefüge kam dann der etwas krude Upbeat-Part dazu. Richtig strange wird es aber erst, wenn Forster plötzlich "krank und heil / krank und heil" grölt. Schließlich ist er mit seiner Familie ja in Regensburg aufgewachsen. Schön auch, dass er uns zuliebe auf Bayerisch verzichtet hat. In "Til Dawn" klingt er mit Riley gemeinsam dann endgültig wie Vater Forster und Amanda Brown in den Go-Betweens, und selbst ohne diese Assoziation wäre der Song eine einzige Freude. "Mirror II" ist eines der Top-Alben in 2021, da lege ich mich fest. Und jetzt erstmal Schampus mit Lachsfisch. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 23. August 2018 | Wichita Recordings

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Alternativ und Indie - Erschienen am 2. Mai 2018 | Wichita Recordings

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Alternativ und Indie - Erschienen am 17. Juli 2018 | Wichita Recordings