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Alternativ und Indie - Erschienen am 18. August 2020 | Taylor Swift

Hi-Res Auszeichnungen Grammy Awards
​Man sollte nie ​vergessen, dass Taylor Swift, bevor ​sie​ ein vergoldeter Popstar wurde, musikalisch in de​r Countryszene von Nashville aufwuchs. Natürlich scheint die Folklore ​der "Music City​"​ für die Sängerin, die jetzt in ihren Dreißigern ist, in weiter Ferne zu liegen. Und doch hat Taylor Swift nie aufgehört, ihre Feder in dasselbe Tintenfass wie ihre ​musikalischen Vorfahren zu tauchen und Romantik, Herzschmerz, ​Selbstreflexion, sozio-politische Kommentare oder persönliche Erfahrungen zu ​verarbeiten, so wie damals, als sie​ sich​ in Soon You'll Get Better ​mit ​de​m​ Krebs ihrer Mutter ​auseinandersetzte​... ​Im Kontext der Covid-Krise hat sie nun während der Quarantäne mit reduzierten Mitteln und einer engeren Besetzung ​dieses Folklore konzipiert, d​as​ im ​Hochsommer 2020 veröffentlicht wurde. Erste Überraschung: Aaron Dessner in der Produktion. Durch die Verpflichtung des Gitarristen von The National, den sie als eines ihrer Idole betrachtet, entscheidet sich die Sängerin für eine​n stilsicheren Musiker und stärkt ihre Glaubwürdigkeit bei einem eher indieorientierten Publikum. Den Nagel auf den Kopf trifft sie mit Exile, dem einzigen Duett auf dem Album mit Justin "Bon Iver" Vernon, der Dessner nahe steht​ und​ mit dem er Big Red Machine gründete.Es ist alles da für ein überraschendes, ja untypisches Album, das niemals wie eine Berechnung klingt, die nur darauf abzielt, mit Hipstern zu flirten. Und das ist untypisch! Ohne Pop-Knaller, noch die x-te ​Pointe, die auf Kanye West abzielt, ​frei von ​übertriebenen Beats und getragen von einer nüchternen Instrumentierung (Klavier, akustische Gitarre, ​​Mellotron, Mandoline...) ist Folklore ein perfektes Gegenstück​ zu ihren bisherigen Alben und bewegt sich​ zwischen seidigem Neo-Folk und verträumtem Rock. Als hätte sich der ​Star zurückgezogen, um in einer im Wald verlorenen Hütte zu ​sich zu finden, wie Bon Iver in seinen frühen Tagen... Indem Taylor Swift ​ihre Kunst entblößt und sie von ​ihrer üblichen, für die ​Charts kalibrierten ​Ausleuchtung befreit, verleiht ​sie ihr mehr ​Tiefe. ​I​n sozialen Netzwerken schrieb die Amerikaner​in​: "Vor diesem Jahr hätte ich wahrscheinlich zu viel über den perfekten Zeitpunkt nachgedacht, diese Musik zu veröffentlichen, aber die Zeiten, in denen wir leben, erinnern mich immer wieder daran, dass nichts garantiert ist. Mein Instinkt sagt mir, wenn man etwas tut, das man liebt, muss man es einfach in die Welt bringen. "Eine weise Entscheidung für eine schöne Pop-Platte für Erwachsene. © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 24. Juli 2020 | Taylor Swift

Hi-Res
​Man sollte nie ​vergessen, dass Taylor Swift, bevor ​sie​ ein vergoldeter Popstar wurde, musikalisch in de​r Countryszene von Nashville aufwuchs. Natürlich scheint die Folklore ​der "Music City​"​ für die Sängerin, die jetzt in ihren Dreißigern ist, in weiter Ferne zu liegen. Und doch hat Taylor Swift nie aufgehört, ihre Feder in dasselbe Tintenfass wie ihre ​musikalischen Vorfahren zu tauchen und Romantik, Herzschmerz, ​Selbstreflexion, sozio-politische Kommentare oder persönliche Erfahrungen zu ​verarbeiten, so wie damals, als sie​ sich​ in Soon You'll Get Better ​mit ​de​m​ Krebs ihrer Mutter ​auseinandersetzte​... ​Im Kontext der Covid-Krise hat sie nun während der Quarantäne mit reduzierten Mitteln und einer engeren Besetzung ​dieses Folklore konzipiert, d​as​ im ​Hochsommer 2020 veröffentlicht wurde. Erste Überraschung: Aaron Dessner in der Produktion. Durch die Verpflichtung des Gitarristen von The National, den sie als eines ihrer Idole betrachtet, entscheidet sich die Sängerin für eine​n stilsicheren Musiker und stärkt ihre Glaubwürdigkeit bei einem eher indieorientierten Publikum. Den Nagel auf den Kopf trifft sie mit Exile, dem einzigen Duett auf dem Album mit Justin "Bon Iver" Vernon, der Dessner nahe steht​ und​ mit dem er Big Red Machine gründete.Es ist alles da für ein überraschendes, ja untypisches Album, das niemals wie eine Berechnung klingt, die nur darauf abzielt, mit Hipstern zu flirten. Und das ist untypisch! Ohne Pop-Knaller, noch die x-te ​Pointe, die auf Kanye West abzielt, ​frei von ​übertriebenen Beats und getragen von einer nüchternen Instrumentierung (Klavier, akustische Gitarre, ​​Mellotron, Mandoline...) ist Folklore ein perfektes Gegenstück​ zu ihren bisherigen Alben und bewegt sich​ zwischen seidigem Neo-Folk und verträumtem Rock. Als hätte sich der ​Star zurückgezogen, um in einer im Wald verlorenen Hütte zu ​sich zu finden, wie Bon Iver in seinen frühen Tagen... Indem Taylor Swift ​ihre Kunst entblößt und sie von ​ihrer üblichen, für die ​Charts kalibrierten ​Ausleuchtung befreit, verleiht ​sie ihr mehr ​Tiefe. ​I​n sozialen Netzwerken schrieb die Amerikaner​in​: "Vor diesem Jahr hätte ich wahrscheinlich zu viel über den perfekten Zeitpunkt nachgedacht, diese Musik zu veröffentlichen, aber die Zeiten, in denen wir leben, erinnern mich immer wieder daran, dass nichts garantiert ist. Mein Instinkt sagt mir, wenn man etwas tut, das man liebt, muss man es einfach in die Welt bringen. "Eine weise Entscheidung für eine schöne Pop-Platte für Erwachsene. © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 11. Dezember 2020 | Taylor Swift

Hi-Res Booklet
Zuerst war Taylor Swift die Prinzessin von Nashville, dann Königin des internationalen Pop. Ist sie jetzt etwa die Göttin des Indie-Folk? Lockdown-konform bringt sie mit minimal beschränkten Mitteln und Casting im Sommer 2020 das überraschende Folklore auf den Markt. Aaron Dessner von The National hatte dieses Album produziert, auf dem sie zusammen mit Justin Vernon von Bon Iver im Duett singt. Es gibt weder fetzige Pop-Songs noch kraftstrotzende Beats, sondern das genaue Gegenteil, den perfekten Folk mit schlichter Instrumentierung in einer Kombination aus Klavier, Akustikgitarre, Mellotron, Mandoline und Slide. Das knapp fünf Monate später veröffentlichte Evermore knüpft nahtlos an den Vorgänger Folklore an, man könnte es sogar als Zwillingsalbum bezeichnen. Vor allem deswegen, weil Bon Iver und The National auch hier wieder vertreten sind. Die Geschwister Haim und Marcus Mumford von den Mumford & Sons verlängern zusätzlich diese erstklassige Starriege an Gästen. Taylor Swift tritt erneut mit den Allüren eines äußerst introspektiven Folk-Pop-Troubadours auf. Ihre Songs lassen Tatsachen und unglaubliche Träumereien recht präzise ineinanderfließen. Natürlich kann hier nicht mehr von einem Überraschungseffekt wie bei Folklore die Rede sein. Das ist aber für den Star kein Grund, nicht auch weiterhin beeindruckende Texte über das Berühmtsein (Gold Rush und Dorothea), Trennung (Happiness) oder eine zu Ende gehende Liebesbeziehung (Tolerate It) zu schreiben. Das Jahr 2020 hat sie ihren eigenen Angaben zufolge wohl mit Schreiben, Schreiben und nochmal Schreiben verbracht, was ihr Storytelling weitaus aussagekräftiger werden ließ. Nicht alle ihre Songs deuten einen Siegeszug an wie auf Folklore. Insgesamt jedoch haben alle diese Einspielungen aus dem Jahr 2020 ihr das Tor zu einer anderen Welt geöffnet. Das kleine hausgemachte, und damit faszinierende Projekt unter der Leitung von Taylor Swift wirft hier die Regeln des Pop über den Haufen, um sie noch persönlicher, noch universeller auszulegen. Da stellt sich nur noch die Frage, wie (Taylor Swifts) Welt von morgen wohl aussehen wird… © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 7. Januar 2021 | Taylor Swift

Hi-Res Booklet
Zuerst war Taylor Swift die Prinzessin von Nashville, dann Königin des internationalen Pop. Ist sie jetzt etwa die Göttin des Indie-Folk? Lockdown-konform bringt sie mit minimal beschränkten Mitteln und Casting im Sommer 2020 das überraschende Folklore auf den Markt. Aaron Dessner von The National hatte dieses Album produziert, auf dem sie zusammen mit Justin Vernon von Bon Iver im Duett singt. Es gibt weder fetzige Pop-Songs noch kraftstrotzende Beats, sondern das genaue Gegenteil, den perfekten Folk mit schlichter Instrumentierung in einer Kombination aus Klavier, Akustikgitarre, Mellotron, Mandoline und Slide. Das knapp fünf Monate später veröffentlichte Evermore knüpft nahtlos an den Vorgänger Folklore an, man könnte es sogar als Zwillingsalbum bezeichnen. Vor allem deswegen, weil Bon Iver und The National auch hier wieder vertreten sind. Die Geschwister Haim und Marcus Mumford von den Mumford & Sons verlängern zusätzlich diese erstklassige Starriege an Gästen. Taylor Swift tritt erneut mit den Allüren eines äußerst introspektiven Folk-Pop-Troubadours auf. Ihre Songs lassen Tatsachen und unglaubliche Träumereien recht präzise ineinanderfließen. Natürlich kann hier nicht mehr von einem Überraschungseffekt wie bei Folklore die Rede sein. Das ist aber für den Star kein Grund, nicht auch weiterhin beeindruckende Texte über das Berühmtsein (Gold Rush und Dorothea), Trennung (Happiness) oder eine zu Ende gehende Liebesbeziehung (Tolerate It) zu schreiben. Das Jahr 2020 hat sie ihren eigenen Angaben zufolge wohl mit Schreiben, Schreiben und nochmal Schreiben verbracht, was ihr Storytelling weitaus aussagekräftiger werden ließ. Nicht alle ihre Songs deuten einen Siegeszug an wie auf Folklore. Insgesamt jedoch haben alle diese Einspielungen aus dem Jahr 2020 ihr das Tor zu einer anderen Welt geöffnet. Das kleine hausgemachte, und damit faszinierende Projekt unter der Leitung von Taylor Swift wirft hier die Regeln des Pop über den Haufen, um sie noch persönlicher, noch universeller auszulegen. Da stellt sich nur noch die Frage, wie (Taylor Swifts) Welt von morgen wohl aussehen wird… © Marc Zisman/Qobuz

Alternativ und Indie - Erschienen am 21. Januar 2021 | Taylor Swift

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Alternativ und Indie - Erschienen am 24. Juli 2020 | Taylor Swift

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​Man sollte nie ​vergessen, dass Taylor Swift, bevor ​sie​ ein vergoldeter Popstar wurde, musikalisch in de​r Countryszene von Nashville aufwuchs. Natürlich scheint die Folklore ​der "Music City​"​ für die Sängerin, die jetzt in ihren Dreißigern ist, in weiter Ferne zu liegen. Und doch hat Taylor Swift nie aufgehört, ihre Feder in dasselbe Tintenfass wie ihre ​musikalischen Vorfahren zu tauchen und Romantik, Herzschmerz, ​Selbstreflexion, sozio-politische Kommentare oder persönliche Erfahrungen zu ​verarbeiten, so wie damals, als sie​ sich​ in Soon You'll Get Better ​mit ​de​m​ Krebs ihrer Mutter ​auseinandersetzte​... ​Im Kontext der Covid-Krise hat sie nun während der Quarantäne mit reduzierten Mitteln und einer engeren Besetzung ​dieses Folklore konzipiert, d​as​ im ​Hochsommer 2020 veröffentlicht wurde. Erste Überraschung: Aaron Dessner in der Produktion. Durch die Verpflichtung des Gitarristen von The National, den sie als eines ihrer Idole betrachtet, entscheidet sich die Sängerin für eine​n stilsicheren Musiker und stärkt ihre Glaubwürdigkeit bei einem eher indieorientierten Publikum. Den Nagel auf den Kopf trifft sie mit Exile, dem einzigen Duett auf dem Album mit Justin "Bon Iver" Vernon, der Dessner nahe steht​ und​ mit dem er Big Red Machine gründete.Es ist alles da für ein überraschendes, ja untypisches Album, das niemals wie eine Berechnung klingt, die nur darauf abzielt, mit Hipstern zu flirten. Und das ist untypisch! Ohne Pop-Knaller, noch die x-te ​Pointe, die auf Kanye West abzielt, ​frei von ​übertriebenen Beats und getragen von einer nüchternen Instrumentierung (Klavier, akustische Gitarre, ​​Mellotron, Mandoline...) ist Folklore ein perfektes Gegenstück​ zu ihren bisherigen Alben und bewegt sich​ zwischen seidigem Neo-Folk und verträumtem Rock. Als hätte sich der ​Star zurückgezogen, um in einer im Wald verlorenen Hütte zu ​sich zu finden, wie Bon Iver in seinen frühen Tagen... Indem Taylor Swift ​ihre Kunst entblößt und sie von ​ihrer üblichen, für die ​Charts kalibrierten ​Ausleuchtung befreit, verleiht ​sie ihr mehr ​Tiefe. ​I​n sozialen Netzwerken schrieb der Amerikaner​in​: "Vor diesem Jahr hätte ich wahrscheinlich zu viel über den perfekten Zeitpunkt nachgedacht, diese Musik zu veröffentlichen, aber die Zeiten, in denen wir leben, erinnern mich immer wieder daran, dass nichts garantiert ist. Mein Instinkt sagt mir, wenn man etwas tut, das man liebt, muss man es einfach in die Welt bringen. "Eine weise Entscheidung für eine schöne Pop-Platte für Erwachsene. © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 25. November 2020 | Taylor Swift

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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. September 2020 | Taylor Swift

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Warum muss Taylor Swift den langweiligsten Konventionen der "erwachsenen Musik" folgen, um für uralte Stärken ernst genommen zu werden? Ihr achtes Album "Folklore" pellt den Pop vom Popstar und reduziert ihren vielseitigen Sound auf ein minimales Folk-Album. Jetzt dürfen endlich auch die Karohemden der Welt, die ihre bisherige Arbeit mit naserümpfenden "Iiiih, Mädchenmusik" ignorierten, mit gutem Gewissen feststellen, dass Taylor Swift zu den besten Textern ihrer Generation gehört. Liest man erste Kritiken zu "Folklore", entdeckt man begeistert sabbernde Redakteure auf einer Schnitzeljagd, wie viele The National-Soundverweise aus einer Platte zu quetschen sind. Denn jeder weiß, Indie = gut und Pop = schlecht, weswegen dieses Album auch als ganz gut durchgeht, weil man dann über die Kerle dahinter reden darf. Das ist grenzdebiler Blödsinn. Diese Platte hat eine und eine einzige Stärke, die sie vor der gähnenden Langeweile ihrer anbiedernden Berufslangweiler-Produktion rettet – und zwar Taylor Swift selbst. Ihr Erzählvermögen und ihre schwerelosen Vocals halten "Folklore" großartig. "Folklore" destilliert ihre Ästhetik. "The Last Great American Dynasty" zum Beispiel erzählt die Geschichte von Rebekah Harkness nach, einer Kunstliebhaberin, die den Erben einer Öl-Firma heiratet. Die Erzählperspektive pendelt geschickt zwischen dem Blick der lebensfrohen Frau und der Chronik einer konservativen Gesellschaft. Der Text durchdringt das Wesen amerikanischer Aristokraten mit sezierender Genauigkeit. Die Erzählerin erweckt das Echo des Schickeria-Tratsches der Villen Rhode Islands und den all-ruinierenden Hedonismus von Harkness mit neugierigem Einfühlungsvermögen zum Leben. "Fifty years is a long time / Holiday House sat quietly on that beach / Free of women with madness, their men and bad habits / And then it was bought by me". Das zweigleisige Erzählen schließt mit einem Twist: Taylor führt sich selbst als Protagonistin ein und dreht die Perspektive. Die sprunghafte Erzählstimme ordnet sich rückwirkend ihrem Blick zu und alle Beobachtungen über Harkness entpuppen sich als Swifts Identifikationen mit einer Frau, die nirgends je ganz ankam: "There goes the loudest woman this town has ever seen / I had a marvelous time ruining everything", resümiert sie, auflösend, ob sie gerade über Rebekah oder sich selbst spricht. Ihre Beobachtungen sind nicht nur Einblicke in einen verschlossenen Teil Amerikas, gleichzeitig charakterisieren ihre Rückschlüsse sie auch als Person. Die Geschichte eines anonymen Liebes-Dreiecks um Rebekah, genannt Betty, umspannt "Folklore "als Rahmenhandlung, immer wieder tauchen Motive von Betrug, Unschuld, Vorbestimmung und Dynastie auf. Die Charaktere James und Betty geben den Erzählungen von Swift Bodenständigkeit, die sich gut in die musikalische Textur einfügt. Für eine Künstlerin, die Zeit ihrer Karriere laut dafür kritisiert wurde, zu viele Texte um sich selbst zu zentrieren, entwirft sie hier Charaktere wie aus Sylvia Plath-Romanen; Figuren, die den Mythos des Americana entzaubern, ohne dessen Glanz zu leugnen. Songs wie "Seven", "Mirrorball" und "Invisible String" bieten weitere Hochpunkte. In den besten Momenten nimmt die Musik ätherische Gestalt an, nicht zuletzt hat Swift schon auf "The Archer" mit dem Dream Pop kokettiert. Nun ergänzt sie diese Kulissen mit Einflüssen von Carole Kings "Tapestry", eventuell sogar mit Bruce Springsteens "Nebraska"-Ära. Die Bildkraft von Verses wie "Please picture me in the trees / I hit my peak at seven / Feet in the swing over the creek / I was too scared to jump in / But I, I was high in the sky / With Pennsylvania under me / Are there still beautiful things?" schlägt durch und bildet ein eindringliches Portrait des Amerikas, mit dem Swift aufgewachsen ist. In den besten Momenten zeichnet "Folklore" Nostalgie und Bittersüße, in Leder geschlagene Polaroid-Alben mit vergilbten Bildern, Gegenwart und Vergangenheit treffen in Zeilen wie "Time, wondrous time / Gave me the blues and then purple-pink skies" aufeinander. Genau diese Stärken hätte man aber schon auf den besten Momenten von "1989", "Red" und "Lover" ausmachen können. In ihrer Dokumentation "Miss Americana" spricht Swift nach der ausbleibenden Nominierung für einen Grammy nach "Reputation" davon, dass sie einfach ein besseres Album hätte machen müssen. "Lover" hätte dieses Album sein sollen, aber trotz eines poptimistischen Zeitgeistes tun sich die dominanten Kritiker der Welt schwer, einer gewinnenden Frau ihre Anerkennung zu geben. "Lover" hatte Schwächen, ja, aber darüber hinaus hatte es von vorne herein keine Chance. "Folklore" gibt nun nach. Es ist das Album für den amtlich beglaubigten guten Geschmack. Was sofort als wagemutiger Fortschritt in ihrer künstlerischen Selbstfindung gefeiert wurde, ist in Wahrheit ein mutloser Rückschritt auf musikalische Tropen, die aus unerfindlichen Gründen als respektabler gelten. Aber nicht einmal lässt sie sich auf vorwärts denkende Zeitgenossen und Zeitgenossinnen wie Phoebe Bridgers, Waxahatchee, Snail Mail, Perfume Genius oder Courtney Barnett ein, die die selbe Nische Americana-Pop in den letzten zwei Jahren zur Brillanz erkundet haben. Die Platte wird von den abgehalfterten Kritiker-Lieblingen Aaron Dessner (The National) und Jack Antonoff (Bleachers) produziert. Gerade letzterer weiß natürlich, wie man konzeptuelle Pop-Alben angeht und auch ersterer mag seine Momente haben, wenn man auf Musik mit einem immensen Stock im Arsch steht. Abseits der musikalischen Highlights macht die Produktion beizeiten aber ein Ödland aus "Folklore". "August" und "This Is Me Trying" tröpfeln trotz fantastischer Lyrics durch die Laufzeit und das letzte Drittel tuckert so gänzlich ohne Puls und Lebenskraft dahin, man möchte glauben, der Klang einer Snaredrum hätte die bedröppelten Piano-Opas am Beat per Herzinfarkt ins Jenseits befördert. Wäre es verboten gewesen, dieses Album mit Hooks und Rhythmen aufzunehmen? Reduktion in Ehren, aber wir leben in Zeiten, in denen die Binarität von Pop und "Musik mit Anspruch" zurecht weiter und weiter verschwindet. Taylor Swift selbst hat mit Songs wie "Style", "Wildest Dreams" und "Welcome To New York" gezeigt, wie nah virtuoses Erzählen oder evokatives Sound-Design mit bombastischen Hooks und lebendiger Musik zusammenfallen kann. "Folklore" dagegen wirft all ihr Potential, beide Welten zu bespielen, über Bord und gibt sich mit einem Album zufrieden, das in bolden Lettern "erwachsen" und "anspruchsvoll" an die weiße Wand schreibt, nach der es klingt. Dabei zeigen musikalisch beflügeltere Momente wie "Cardigan", "Mirrorball" und "Seven" ja sogar, dass das nostalgische, stille Konzept dieser Platte musikalisch aufregend hätte sein können. Die Wahrheit ist: Auch wenn dieses Album allein durch die textlichen Stärken von Taylor Swift immer noch zu den besten des Jahres gehört und für die Erzählung und Atmosphäre jede Anerkennung verdient, ist es eine Schande, dass die andere Hälfte ihrer Stärken dafür in den Wind geschossen wurden. Pop-Taylor, großartiger Chorus-Taylor, tanzbare Taylor, all das verdünnt sie als Texter nicht und hat es nie getan. Der Schritt, die Reduktion und Stimmung mit ihrer Pop-Virtuosität in Einklang zu bringen, ist der Schritt, der "Folklore" zur endgültigen Großartigkeit fehlt. "Folklore" ist ein gutes Album. Wer es aber für Taylor Swifts bestes hält, hat bisher nicht wirklich zugehört. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 11. Dezember 2020 | Taylor Swift

Hi-Res Booklet
Zuerst war Taylor Swift die Prinzessin von Nashville, dann Königin des internationalen Pop. Ist sie jetzt etwa die Göttin des Indie-Folk? Lockdown-konform bringt sie mit minimal beschränkten Mitteln und Casting im Sommer 2020 das überraschende Folklore auf den Markt. Aaron Dessner von The National hatte dieses Album produziert, auf dem sie zusammen mit Justin Vernon von Bon Iver im Duett singt. Es gibt weder fetzige Pop-Songs noch kraftstrotzende Beats, sondern das genaue Gegenteil, den perfekten Folk mit schlichter Instrumentierung in einer Kombination aus Klavier, Akustikgitarre, Mellotron, Mandoline und Slide. Das knapp fünf Monate später veröffentlichte Evermore knüpft nahtlos an den Vorgänger Folklore an, man könnte es sogar als Zwillingsalbum bezeichnen. Vor allem deswegen, weil Bon Iver und The National auch hier wieder vertreten sind. Die Geschwister Haim und Marcus Mumford von den Mumford & Sons verlängern zusätzlich diese erstklassige Starriege an Gästen. Taylor Swift tritt erneut mit den Allüren eines äußerst introspektiven Folk-Pop-Troubadours auf. Ihre Songs lassen Tatsachen und unglaubliche Träumereien recht präzise ineinanderfließen. Natürlich kann hier nicht mehr von einem Überraschungseffekt wie bei Folklore die Rede sein. Das ist aber für den Star kein Grund, nicht auch weiterhin beeindruckende Texte über das Berühmtsein (Gold Rush und Dorothea), Trennung (Happiness) oder eine zu Ende gehende Liebesbeziehung (Tolerate It) zu schreiben. Das Jahr 2020 hat sie ihren eigenen Angaben zufolge wohl mit Schreiben, Schreiben und nochmal Schreiben verbracht, was ihr Storytelling weitaus aussagekräftiger werden ließ. Nicht alle ihre Songs deuten einen Siegeszug an wie auf Folklore. Insgesamt jedoch haben alle diese Einspielungen aus dem Jahr 2020 ihr das Tor zu einer anderen Welt geöffnet. Das kleine hausgemachte, und damit faszinierende Projekt unter der Leitung von Taylor Swift wirft hier die Regeln des Pop über den Haufen, um sie noch persönlicher, noch universeller auszulegen. Da stellt sich nur noch die Frage, wie (Taylor Swifts) Welt von morgen wohl aussehen wird… © Marc Zisman/Qobuz

Alternativ und Indie - Erschienen am 4. Februar 2021 | Taylor Swift

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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. August 2020 | Taylor Swift

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Alternativ und Indie - Erschienen am 24. August 2020 | Taylor Swift

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Alternativ und Indie - Erschienen am 7. Januar 2021 | Taylor Swift

Hi-Res Booklet
Zuerst war Taylor Swift die Prinzessin von Nashville, dann Königin des internationalen Pop. Ist sie jetzt etwa die Göttin des Indie-Folk? Lockdown-konform bringt sie mit minimal beschränkten Mitteln und Casting im Sommer 2020 das überraschende Folklore auf den Markt. Aaron Dessner von The National hatte dieses Album produziert, auf dem sie zusammen mit Justin Vernon von Bon Iver im Duett singt. Es gibt weder fetzige Pop-Songs noch kraftstrotzende Beats, sondern das genaue Gegenteil, den perfekten Folk mit schlichter Instrumentierung in einer Kombination aus Klavier, Akustikgitarre, Mellotron, Mandoline und Slide. Das knapp fünf Monate später veröffentlichte Evermore knüpft nahtlos an den Vorgänger Folklore an, man könnte es sogar als Zwillingsalbum bezeichnen. Vor allem deswegen, weil Bon Iver und The National auch hier wieder vertreten sind. Die Geschwister Haim und Marcus Mumford von den Mumford & Sons verlängern zusätzlich diese erstklassige Starriege an Gästen. Taylor Swift tritt erneut mit den Allüren eines äußerst introspektiven Folk-Pop-Troubadours auf. Ihre Songs lassen Tatsachen und unglaubliche Träumereien recht präzise ineinanderfließen. Natürlich kann hier nicht mehr von einem Überraschungseffekt wie bei Folklore die Rede sein. Das ist aber für den Star kein Grund, nicht auch weiterhin beeindruckende Texte über das Berühmtsein (Gold Rush und Dorothea), Trennung (Happiness) oder eine zu Ende gehende Liebesbeziehung (Tolerate It) zu schreiben. Das Jahr 2020 hat sie ihren eigenen Angaben zufolge wohl mit Schreiben, Schreiben und nochmal Schreiben verbracht, was ihr Storytelling weitaus aussagekräftiger werden ließ. Nicht alle ihre Songs deuten einen Siegeszug an wie auf Folklore. Insgesamt jedoch haben alle diese Einspielungen aus dem Jahr 2020 ihr das Tor zu einer anderen Welt geöffnet. Das kleine hausgemachte, und damit faszinierende Projekt unter der Leitung von Taylor Swift wirft hier die Regeln des Pop über den Haufen, um sie noch persönlicher, noch universeller auszulegen. Da stellt sich nur noch die Frage, wie (Taylor Swifts) Welt von morgen wohl aussehen wird… © Marc Zisman/Qobuz

Alternativ und Indie - Erschienen am 28. Januar 2021 | Taylor Swift

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Alternativ und Indie - Erschienen am 18. August 2020 | Taylor Swift

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​Man sollte nie ​vergessen, dass Taylor Swift, bevor ​sie​ ein vergoldeter Popstar wurde, musikalisch in de​r Countryszene von Nashville aufwuchs. Natürlich scheint die Folklore ​der "Music City​"​ für die Sängerin, die jetzt in ihren Dreißigern ist, in weiter Ferne zu liegen. Und doch hat Taylor Swift nie aufgehört, ihre Feder in dasselbe Tintenfass wie ihre ​musikalischen Vorfahren zu tauchen und Romantik, Herzschmerz, ​Selbstreflexion, sozio-politische Kommentare oder persönliche Erfahrungen zu ​verarbeiten, so wie damals, als sie​ sich​ in Soon You'll Get Better ​mit ​de​m​ Krebs ihrer Mutter ​auseinandersetzte​... ​Im Kontext der Covid-Krise hat sie nun während der Quarantäne mit reduzierten Mitteln und einer engeren Besetzung ​dieses Folklore konzipiert, d​as​ im ​Hochsommer 2020 veröffentlicht wurde. Erste Überraschung: Aaron Dessner in der Produktion. Durch die Verpflichtung des Gitarristen von The National, den sie als eines ihrer Idole betrachtet, entscheidet sich die Sängerin für eine​n stilsicheren Musiker und stärkt ihre Glaubwürdigkeit bei einem eher indieorientierten Publikum. Den Nagel auf den Kopf trifft sie mit Exile, dem einzigen Duett auf dem Album mit Justin "Bon Iver" Vernon, der Dessner nahe steht​ und​ mit dem er Big Red Machine gründete.Es ist alles da für ein überraschendes, ja untypisches Album, das niemals wie eine Berechnung klingt, die nur darauf abzielt, mit Hipstern zu flirten. Und das ist untypisch! Ohne Pop-Knaller, noch die x-te ​Pointe, die auf Kanye West abzielt, ​frei von ​übertriebenen Beats und getragen von einer nüchternen Instrumentierung (Klavier, akustische Gitarre, ​​Mellotron, Mandoline...) ist Folklore ein perfektes Gegenstück​ zu ihren bisherigen Alben und bewegt sich​ zwischen seidigem Neo-Folk und verträumtem Rock. Als hätte sich der ​Star zurückgezogen, um in einer im Wald verlorenen Hütte zu ​sich zu finden, wie Bon Iver in seinen frühen Tagen... Indem Taylor Swift ​ihre Kunst entblößt und sie von ​ihrer üblichen, für die ​Charts kalibrierten ​Ausleuchtung befreit, verleiht ​sie ihr mehr ​Tiefe. ​I​n sozialen Netzwerken schrieb die Amerikaner​in​: "Vor diesem Jahr hätte ich wahrscheinlich zu viel über den perfekten Zeitpunkt nachgedacht, diese Musik zu veröffentlichen, aber die Zeiten, in denen wir leben, erinnern mich immer wieder daran, dass nichts garantiert ist. Mein Instinkt sagt mir, wenn man etwas tut, das man liebt, muss man es einfach in die Welt bringen. "Eine weise Entscheidung für eine schöne Pop-Platte für Erwachsene. © Marc Zisman/Qobuz
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Country - Erschienen am 12. Februar 2021 | Taylor Swift

Hi-Res
Was eine legale Formalität hätte sein können, ist ein Event geworden. 2019 wurden die ersten sechs Alben von Taylor Swift via Big Machine so verkauft, dass die Rechte an ihnen jetzt bei Scooter Brown liegen. Das ganze Erbe in den Händen eines Typen, dem es egaler nicht sein könnte, so beschreibt Swift die Situation und beschließt kurzerhand, jedes einzelne Album neu einzuspielen und noch mal zu veröffentlichen. "Fearless (Taylors Version)" fühlt sich deshalb wie eine rechtschaffende Comeback-Story an. Nicht, weil Taylor Swift ein Underdog wäre, sondern weil ihr Erfolg monströs genug ist, um als eine von wenigen Künstlerinnen gegen diese gängige Industriepraxis aufzubegehren. Und sie gewinnt: 300.000 mal verkauft sie in der ersten Woche die "Taylor's Version", ein Album, das sich essentiell wie ein Film-Remake anfühlt. Ein Remake-Remake, wohlgemerkt, Szene für Szene genauso noch mal gedreht. Am Ende demonstriert sie, wer die Hosen an hat – und wie gut ihr altes Material eigentlich ist. Im Kern des fast zweistündigen Albums, das mit allen Bonus-Editionen und Vault-Tracks zusammenkommt, steckt nämlich immer noch "Fearless". Ein wundervoll melodramatisches Stück Pop-Country, das gleichzeitig Swifts schon damals schwer zu leugnende Songwriter-Grandeur zeigte, aber doch genau im richtigen Maße jugendlich-naiv klingt. Es ist ein Album, das klingt, als würde man mit pinkem Textmarker Herzchen ins Französisch-Vokabelheft malen. Ein Album, das sich in seiner Aufrichtigkeit alle Teenager-Filmklischees mit Sepia-Filter und Starbucks-Sahne verdient. Das einzige, das sich für die Sängerin ändert, ist die Perspektive. Als "Fearless" 2008 erscheint, ist Taylor 19, heute ist sie über 30. Songs über die erschütternde Schwere ihres damaligen Beziehungslebens kann sie nicht mehr mit dem selben Sturm und Drang performen, den sie damals in ihre spitzen, felsenfest von der Größe der besungenen Szenen überzeugten Vocals gelegt hat. Es wäre auch schräg, denn Songs wie "You Belong With Me" und ihre Mittelstufen-Juristerei an Mädchen in High Heels hat man bis dreißig wohl noch ein paar mal überdacht. Am meisten verändert sich aber ihr Anspruch auf Weisheit, den sie mit neunzehn schon genauso erhoben hat, wie sie ihm heute gerecht werden kann. Songs wie "Fifteen" wollten damals darauf herabsehen, wie sehr man mit fünfzehn denkt, man hätte es schon alles gesehen, als hätte sich daran vier Jahre später irgendetwas geändert. Für viele dieser Songs ist der moderne Vocal-Style also gar nicht so schlecht. Sie singt mit einer Distanz, als würde sie mit dem Hörer durch alte Fotobücher blättern, aber sie hat Frieden geschlossen mit der Person, die sie damals war. Wenn ihre "Folklore"-Produktions-Erfahrung dann noch ein paar musikalische Ecken glättet, ein bisschen den blechernen 2008-Popcountry-Gitarren-Sound abschüttelt, entsteht musikalisch ein extrem stimmiges Restaurations-Projekt. Vor allem eines gehen in dieser Wiederherstellung die Hooks nicht verloren. 2008-Taylor Swift ist eine verdammte Hook-Maschine und die Vehemenz, mit der sie auf "Fearless" einen geilen Refrain nach dem anderen auspackt, weckt Ehrfurcht. Selbst, wenn man mit dem pastellfarbenen Teenie-Gesülze der Platte nicht warm wird, muss man doch anerkennen, wie eingängig Nummern wie "Love Story", "You're Not Sorry" oder "Fearless" klingen. Selbst die Strophen auf B-Seiten wie "Stephen" flitzen schamlos anschmiegsam ins Ohr. Der Platte wohnte damals ein Funkeln inne, und der blieb ihr erhalten. In Memoriam aller 2008-Boys, die betrunken ehrfürchtig-ironische Karaoke-Versionen dieser Songs gesungen haben, weil sie an dieser peinlichen Mädchen-Kacke so furchtbar fanden, wie gut sie sie fanden. Das einzige Manko, das an jenem Funkeln herumdoktert, ist die Entscheidung, nicht nur jeden jemals veröffentlichten Bonus-Song zurückzubringen, sondern noch eine ganze EP-Menge von nie veröffentlichten Songs mit abzupacken. Nummern wie "Mr. Perfectly Fine" oder "That's When" klingen in ihren sehr direkten Country-Bekenntnissen schön und gut, aber mit ihrer Inklusion bläst das "Taylor's Version" auf fast zwei Stunden Laufzeit auf. Das ist eine verdammt stattliche Portion Pop-Country Zuckerwatte. Vor allem, wenn einem schon der Grund schwant, warum diese Songs damals in den Vaults geblieben sind. So solide sie auch sein mögen, fügen sie der Platte doch keine Dimension hinzu, stattdessen dümpeln sie nur etwas vom Gas runter vor sich hin und enthalten mit "Don't Say" einen der steifsten produzierten Taylor-Songs ever. Vielleicht sollte man deswegen eine zweiteilige Hörempfehlung aussprechen. Falls man Genre-fremd ist und dem Phänomen Taylor Swift mit Skepsis begegnet, reicht es, sich erst einmal die ersten zwölf Songs anzuhören und zu warten, ob und wie sehr man sich mit Sound und Attitüde anfreunden kann. Es gibt nämlich verdammt viel zu mögen an diesem restaurierten OG-Album, das man vielleicht übersehen würde, wenn man sich direkt zwingt, die ganze Portion zu vertilgen, die so vielleicht auch eher für Hardcore-Fans gedacht ist. In jedem Fall gerät "Fearless (Taylor's Version)" als ein gerechter Schlag gegen Industrie-Bullshit, der so nur von einem derartig relevanten Industrie-Zugpferd ausgefochten werden konnte. Taylor besitzt, was sie geschaffen hat und dieses Bekennerschreiben an ihren Werdegang zeigt nur, warum sie heute steht, wo sie steht. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 24. Juli 2020 | Taylor Swift

Warum muss Taylor Swift den langweiligsten Konventionen der "erwachsenen Musik" folgen, um für uralte Stärken ernst genommen zu werden? Ihr achtes Album "Folklore" pellt den Pop vom Popstar und reduziert ihren vielseitigen Sound auf ein minimales Folk-Album. Jetzt dürfen endlich auch die Karohemden der Welt, die ihre bisherige Arbeit mit naserümpfenden "Iiiih, Mädchenmusik" ignorierten, mit gutem Gewissen feststellen, dass Taylor Swift zu den besten Textern ihrer Generation gehört. Liest man erste Kritiken zu "Folklore", entdeckt man begeistert sabbernde Redakteure auf einer Schnitzeljagd, wie viele The National-Soundverweise aus einer Platte zu quetschen sind. Denn jeder weiß, Indie = gut und Pop = schlecht, weswegen dieses Album auch als ganz gut durchgeht, weil man dann über die Kerle dahinter reden darf. Das ist grenzdebiler Blödsinn. Diese Platte hat eine und eine einzige Stärke, die sie vor der gähnenden Langeweile ihrer anbiedernden Berufslangweiler-Produktion rettet – und zwar Taylor Swift selbst. Ihr Erzählvermögen und ihre schwerelosen Vocals halten "Folklore" großartig. "Folklore" destilliert ihre Ästhetik. "The Last Great American Dynasty" zum Beispiel erzählt die Geschichte von Rebekah Harkness nach, einer Kunstliebhaberin, die den Erben einer Öl-Firma heiratet. Die Erzählperspektive pendelt geschickt zwischen dem Blick der lebensfrohen Frau und der Chronik einer konservativen Gesellschaft. Der Text durchdringt das Wesen amerikanischer Aristokraten mit sezierender Genauigkeit. Die Erzählerin erweckt das Echo des Schickeria-Tratsches der Villen Rhode Islands und den all-ruinierenden Hedonismus von Harkness mit neugierigem Einfühlungsvermögen zum Leben. "Fifty years is a long time / Holiday House sat quietly on that beach / Free of women with madness, their men and bad habits / And then it was bought by me". Das zweigleisige Erzählen schließt mit einem Twist: Taylor führt sich selbst als Protagonistin ein und dreht die Perspektive. Die sprunghafte Erzählstimme ordnet sich rückwirkend ihrem Blick zu und alle Beobachtungen über Harkness entpuppen sich als Swifts Identifikationen mit einer Frau, die nirgends je ganz ankam: "There goes the loudest woman this town has ever seen / I had a marvelous time ruining everything", resümiert sie, auflösend, ob sie gerade über Rebekah oder sich selbst spricht. Ihre Beobachtungen sind nicht nur Einblicke in einen verschlossenen Teil Amerikas, gleichzeitig charakterisieren ihre Rückschlüsse sie auch als Person. Die Geschichte eines anonymen Liebes-Dreiecks um Rebekah, genannt Betty, umspannt "Folklore "als Rahmenhandlung, immer wieder tauchen Motive von Betrug, Unschuld, Vorbestimmung und Dynastie auf. Die Charaktere James und Betty geben den Erzählungen von Swift Bodenständigkeit, die sich gut in die musikalische Textur einfügt. Für eine Künstlerin, die Zeit ihrer Karriere laut dafür kritisiert wurde, zu viele Texte um sich selbst zu zentrieren, entwirft sie hier Charaktere wie aus Sylvia Plath-Romanen; Figuren, die den Mythos des Americana entzaubern, ohne dessen Glanz zu leugnen. Songs wie "Seven", "Mirrorball" und "Invisible String" bieten weitere Hochpunkte. In den besten Momenten nimmt die Musik ätherische Gestalt an, nicht zuletzt hat Swift schon auf "The Archer" mit dem Dream Pop kokettiert. Nun ergänzt sie diese Kulissen mit Einflüssen von Carole Kings "Tapestry", eventuell sogar mit Bruce Springsteens "Nebraska"-Ära. Die Bildkraft von Verses wie "Please picture me in the trees / I hit my peak at seven / Feet in the swing over the creek / I was too scared to jump in / But I, I was high in the sky / With Pennsylvania under me / Are there still beautiful things?" schlägt durch und bildet ein eindringliches Portrait des Amerikas, mit dem Swift aufgewachsen ist. In den besten Momenten zeichnet "Folklore" Nostalgie und Bittersüße, in Leder geschlagene Polaroid-Alben mit vergilbten Bildern, Gegenwart und Vergangenheit treffen in Zeilen wie "Time, wondrous time / Gave me the blues and then purple-pink skies" aufeinander. Genau diese Stärken hätte man aber schon auf den besten Momenten von "1989", "Red" und "Lover" ausmachen können. In ihrer Dokumentation "Miss Americana" spricht Swift nach der ausbleibenden Nominierung für einen Grammy nach "Reputation" davon, dass sie einfach ein besseres Album hätte machen müssen. "Lover" hätte dieses Album sein sollen, aber trotz eines poptimistischen Zeitgeistes tun sich die dominanten Kritiker der Welt schwer, einer gewinnenden Frau ihre Anerkennung zu geben. "Lover" hatte Schwächen, ja, aber darüber hinaus hatte es von vorne herein keine Chance. "Folklore" gibt nun nach. Es ist das Album für den amtlich beglaubigten guten Geschmack. Was sofort als wagemutiger Fortschritt in ihrer künstlerischen Selbstfindung gefeiert wurde, ist in Wahrheit ein mutloser Rückschritt auf musikalische Tropen, die aus unerfindlichen Gründen als respektabler gelten. Aber nicht einmal lässt sie sich auf vorwärts denkende Zeitgenossen und Zeitgenossinnen wie Phoebe Bridgers, Waxahatchee, Snail Mail, Perfume Genius oder Courtney Barnett ein, die die selbe Nische Americana-Pop in den letzten zwei Jahren zur Brillanz erkundet haben. Die Platte wird von den abgehalfterten Kritiker-Lieblingen Aaron Dessner (The National) und Jack Antonoff (Bleachers) produziert. Gerade letzterer weiß natürlich, wie man konzeptuelle Pop-Alben angeht und auch ersterer mag seine Momente haben, wenn man auf Musik mit einem immensen Stock im Arsch steht. Abseits der musikalischen Highlights macht die Produktion beizeiten aber ein Ödland aus "Folklore". "August" und "This Is Me Trying" tröpfeln trotz fantastischer Lyrics durch die Laufzeit und das letzte Drittel tuckert so gänzlich ohne Puls und Lebenskraft dahin, man möchte glauben, der Klang einer Snaredrum hätte die bedröppelten Piano-Opas am Beat per Herzinfarkt ins Jenseits befördert. Wäre es verboten gewesen, dieses Album mit Hooks und Rhythmen aufzunehmen? Reduktion in Ehren, aber wir leben in Zeiten, in denen die Binarität von Pop und "Musik mit Anspruch" zurecht weiter und weiter verschwindet. Taylor Swift selbst hat mit Songs wie "Style", "Wildest Dreams" und "Welcome To New York" gezeigt, wie nah virtuoses Erzählen oder evokatives Sound-Design mit bombastischen Hooks und lebendiger Musik zusammenfallen kann. "Folklore" dagegen wirft all ihr Potential, beide Welten zu bespielen, über Bord und gibt sich mit einem Album zufrieden, das in bolden Lettern "erwachsen" und "anspruchsvoll" an die weiße Wand schreibt, nach der es klingt. Dabei zeigen musikalisch beflügeltere Momente wie "Cardigan", "Mirrorball" und "Seven" ja sogar, dass das nostalgische, stille Konzept dieser Platte musikalisch aufregend hätte sein können. Die Wahrheit ist: Auch wenn dieses Album allein durch die textlichen Stärken von Taylor Swift immer noch zu den besten des Jahres gehört und für die Erzählung und Atmosphäre jede Anerkennung verdient, ist es eine Schande, dass die andere Hälfte ihrer Stärken dafür in den Wind geschossen wurden. Pop-Taylor, großartiger Chorus-Taylor, tanzbare Taylor, all das verdünnt sie als Texter nicht und hat es nie getan. Der Schritt, die Reduktion und Stimmung mit ihrer Pop-Virtuosität in Einklang zu bringen, ist der Schritt, der "Folklore" zur endgültigen Großartigkeit fehlt. "Folklore" ist ein gutes Album. Wer es aber für Taylor Swifts bestes hält, hat bisher nicht wirklich zugehört. © Laut

Alternativ und Indie - Erschienen am 27. August 2020 | Taylor Swift

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Alternativ und Indie - Erschienen am 25. November 2020 | Taylor Swift

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Alternativ und Indie - Erschienen am 11. Dezember 2020 | Taylor Swift

Booklet
Zuerst war Taylor Swift die Prinzessin von Nashville, dann Königin des internationalen Pop. Ist sie jetzt etwa die Göttin des Indie-Folk? Lockdown-konform bringt sie mit minimal beschränkten Mitteln und Casting im Sommer 2020 das überraschende Folklore auf den Markt. Aaron Dessner von The National hatte dieses Album produziert, auf dem sie zusammen mit Justin Vernon von Bon Iver im Duett singt. Es gibt weder fetzige Pop-Songs noch kraftstrotzende Beats, sondern das genaue Gegenteil, den perfekten Folk mit schlichter Instrumentierung in einer Kombination aus Klavier, Akustikgitarre, Mellotron, Mandoline und Slide. Das knapp fünf Monate später veröffentlichte Evermore knüpft nahtlos an den Vorgänger Folklore an, man könnte es sogar als Zwillingsalbum bezeichnen. Vor allem deswegen, weil Bon Iver und The National auch hier wieder vertreten sind. Die Geschwister Haim und Marcus Mumford von den Mumford & Sons verlängern zusätzlich diese erstklassige Starriege an Gästen. Taylor Swift tritt erneut mit den Allüren eines äußerst introspektiven Folk-Pop-Troubadours auf. Ihre Songs lassen Tatsachen und unglaubliche Träumereien recht präzise ineinanderfließen. Natürlich kann hier nicht mehr von einem Überraschungseffekt wie bei Folklore die Rede sein. Das ist aber für den Star kein Grund, nicht auch weiterhin beeindruckende Texte über das Berühmtsein (Gold Rush und Dorothea), Trennung (Happiness) oder eine zu Ende gehende Liebesbeziehung (Tolerate It) zu schreiben. Das Jahr 2020 hat sie ihren eigenen Angaben zufolge wohl mit Schreiben, Schreiben und nochmal Schreiben verbracht, was ihr Storytelling weitaus aussagekräftiger werden ließ. Nicht alle ihre Songs deuten einen Siegeszug an wie auf Folklore. Insgesamt jedoch haben alle diese Einspielungen aus dem Jahr 2020 ihr das Tor zu einer anderen Welt geöffnet. Das kleine hausgemachte, und damit faszinierende Projekt unter der Leitung von Taylor Swift wirft hier die Regeln des Pop über den Haufen, um sie noch persönlicher, noch universeller auszulegen. Da stellt sich nur noch die Frage, wie (Taylor Swifts) Welt von morgen wohl aussehen wird… © Marc Zisman/Qobuz

Der Interpret

Taylor Swift im Magazin
  • Taylor Swift, das Leben danach
    Taylor Swift, das Leben danach Mit "Folklore", ihrem 8. Studioalbum, zeigt sich der Star schnörkellos und mit einem veredelten Folk, in einer ganz besonders feinen Produktion...