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Die Alben

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Soul - Erschienen am 17. November 2017 | Daptone Records

Über die Jahrtausende hat die Menschheit eine unüberschaubare Vielzahl von Instrumenten entwickelt, von primitivem Schlagwerk über komplexe, komplizierte und feingliedrige Mechanismen bis hin zu digitalen Soundmaschinen. Und doch war es vor allem die menschliche Stimme, die uns in ihren Bann zog. Schreie. Flüstern. Kreischen. Singen. Die Stimme ist es, die uns als gerade ausgespuckten Säugling begrüßt und wir schreien zurück und all die Angst und Wut und Überraschung da hinein in die Welt. Stimmen bestimmen uns und unseren Alltag. Und wer dieser Tage Sharon Jones' Album "Soul Of A Woman" hört, dem wird eventuell die rohe Anziehungskraft bewusst, die die menschliche Stimme besitzt. Immer noch. Denn Sharon Jones Organ bestimmt diese Scheibe mit einer ungeheuren Gravitas. Die Soulsängerin, deren Karriere erst mit 40 durchstartete und mit 60 im vergangenen Jahr viel zu früh endete, dominiert die kompakte Spielzeit ab dem ersten Atemzug von "Matter Of Time". Besonders bemerkenswert erscheint die Leichtigkeit, mit der Jones und ihre Dap-Kings dieses Werk bestreiten – etwa auf dem ungeheuren smoothen "Come And Be A Winner", das selbst den größten Misanthropen ein Grinsen ins Gesicht zeichnen dürfte. Dabei ist "Soul Of A Woman" selbstverständlich eine Abschiedsplatte. Die Aufnahmen bestritt die Frontfrau bereits gezeichnet von ihrer Krebserkrankung, die finalen Versionen ihrer Songs bekam Jones gar nicht mehr zu hören. 2016 erlag sie ihren Erkrankungen – auch deshalb liegt der Vergleich zu Bowies "Blackstar" zumindest diskursiv nahe. Doch "Soul Of A Woman" funktioniert komplett anders. Als Ode an das Leben, die das nahende Ende ur-charmant weglächelt. "Sail On" strotzt nur so vor zügelloser Energie und überzeugender Strahlkraft und Miss Jones tanzt einen verschwitzten, eng umschlungenen Tanz mit ihren Bläsern. Erinnerungen an den ebenfalls spät berufenen und ebenfalls zu früh von uns gegangenen Charles Bradley werden wach. Schiere Stimmkraft schlägt uns beispielsweise auf "These Tears (Are No Longer For You)" mit der Schubkraft eine Dampfwalze entgegen. Nur ein Song der Platte (das orchestrale und wirklich grandiose "Girl! You Got To Forgive Him") überschreitet die vier Minuten Grenze – auch deshalb geht "Soul Of A Woman" runter wie Öl und fliegt an seinen Zuhörern vor allem auf der ersten Hälfte nur so vorbei. Am Ende hat man sogar das Gefühl, dass man da gerade viel eher einen sehr komplexen Song und kein komplettes Album gehört hat. Eine interessante, durch und durch angenehme Hörerfahrung. Zum großen Finale wird dann aber doch noch eine Wagenladung Tränen verdrückt. Den abschließenden Gospel "Call On God" hatte Sharon Jones einst als blutjunge Musikerin geschrieben und vor zehn Jahren neu eingesungen. Somit umschließt das Stück die verschiedenen Schaffens- und Lebensphasen einer Künstlerin auf mehr als elegante Art und Weise. Ein idealer Abschluss einer wunderschönen Platte und einer denkwürdigen, weil ungewöhnliches Karriere. © Laut
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Soul - Erschienen am 20. Oktober 2015 | Daptone Records

Die Supermärkte packen die Weihnachtssüßigkeiten bereits im September aus, warum sollte die Musikindustrie also nicht nachziehen? Sharon Jones & The Dap-Kings bringen mit "It's A Holiday Soul Party" Ende Oktober ein kuscheliges Album zum Fest heraus. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen warzigen 60 Cent-Schokoweihnachtsmann vom Discounter um die Ecke, sondern um die Deluxe-Ausgabe von Läderach. Der große Hype mag hinter ihnen liegen, aber seit 13 Jahren ("Dap Dippin' With Sharon Jones And The Dap-Kings") stehen Daptone Records und Sharon Jones ohne Wenn und Aber für absolute Qualität im Bereich Soul-Musik. Mit genau dieser stemmen sie sogar die eigentlich nicht zu bewältigende Aufgabe, ein nicht beschämendes Christmas-Album aufzunehmen. Selbst das wirklich in allen möglichen peinlichen Arrangements durchgekaute "Silent Night" bereitet hier keine körperlichen Schmerzen. Das muss man erst mal hinbekommen. Neben einigen Standards finden sich hier die ersten neuen Aufnahmen der Band, nach der überstandenen Krebserkrankung der Sängerin. "Give The People What They Want" entstand bereits vor der Krankheit. "Ain't No Chimneys In The Projects" zeigt deutlich, dass weder sie noch die Dap-Kings auch nur im Ansatz etwas von ihrer Leidenschaft eingebüßt haben. Mit dem Opener "8 Days (Of Hannukah)", eine Antwort auf "12 Days Of Christmas", bereiten sie dem jüdischen Fest ein wunderbar funkendes Geschenk. Selbst aus Whams "Last Christmas" könnte diese Band und ihre vor Energie übersprudelnde Frontfrau noch Leben heraus kitzeln. Aus dem schnarchnasigen "White Christmas" entwickelt sich hier ein vor Kraft strotzender Funk-Rock, dem eine Energie wie der jungen Tina Turner in "Nutbush City Limits" inne wohnt. Nie zuvor fanden sich mehr Schwitzflecken an einem Rentierpulli, haben Glöckchen zwingender gegroovt und leuchtete Rudolphs Nase röter. Es gibt einen einfachen Grund, warum der Longplayer von der ersten bis zur letzten Note funktioniert. Im Gegensatz zu anderen Künstlern, die in einem Weihnachtsalbum nur schnellen Reibach oder einen Weg, zügiger aus ihrem Vertrag zu kommen, sehen, gehen Sharon Jones & The Dap-Kings die Platte mit der selben Hingabe wie jeden andere Platte an. Sie sehen ihre Dappy Holidays wirklich als Feier und Geschenk. Mit "It's A Holiday Soul Party" macht Weihnachten im Oktober, Dezember und selbst im Mai Spaß. © Laut
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Soul - Erschienen am 25. Januar 2005 | Daptone Records

Belehrte einen das wunderbare Label Daptone Records nicht regelmäßig eines Besseren, man käme glatt auf den Gedanken, Platten wie diese würden heutzutage gar nicht mehr gepresst. "100 Days, 100 Nights" tönt, als sei der Traum so manchen Flohmarktbesuchers wahr geworden: Beim Stöbern eine Kiste vollkommen unbekannter Soul-Singles aus den späten 60ern zu entdecken. In diesen Sound möchte ich mich bitte hineinlegen, und das gerne hundert Tage und hundert Nächte lang. Womit wir sofort beim eigentlich einzigen Kritikpunkt angelangt wären: Wie kann es sein, dass dieses phantastische Album nach einer guten halben Stunde allerfeinster Soul-, Funk- und Bluesklänge bereits zu Ende ist? Zu einem Zeitpunkt, an dem alles in mir nach mehr brüllt? Unverschämtheit! "Was wissen diese kleinen weißen Jungs schon über Funk?", fragte sich Sharon Jones zu Beginn ihrer Zusammenarbeit mit den Dap Kings. "Dann habe ich sie spielen gehört. Wow!" Ein "Wow!", dem man sich vorbehaltlos anschließen möchte. Die bestens angezogenen und geradezu erschütternd jungen Herren spielen, als hätten sie den Geist James Browns zum Frühstück verspeist. Die Bläser, die den Titeltrack eröffnen, verbreiten beinahe Begräbnisstimmung. Jene hält sich allerdings nicht lange, weil staubtrockene, scheppernde, locker aus dem Handgelenk servierte Drums, groovender Bass, durchklimperndes Klavier und immer wieder eine äußerst funky agierende Bläsersektion das Ruder übernehmen. Mit "Something's Changed" beweisen die Dap Kings zudem, dass es sich bei der Gitarre keineswegs per se (wie bei den überaus ekelhaften Chimes, auf die dankenswerterweise einfach verzichtet wird) um ein böses Instrument handelt. Fernab geschrappter drei Akkorde findet sie, Saite an Saite mit einer flockigen Basslinie, gar zauberhafte Einsatzmöglichkeiten. Kein Wunder, schließlich feiert auch Amy Winehouse mit dieser großartigen Backing-Band im Rücken Erfolge am laufenden Band. Die wahre Dap Queen bleibt aber ohne jeden Zweifel Sharon Jones. Ihr überlassen die exzellenten Musiker zu jedem Zeitpunkt den Platz im Rampenlicht. Jones' kraftvoller, souliger, vom Leben weniger gezeichneter denn geformter Gesang beherrscht die Szenerie in jeder einzelnen Minute der - wie gesagt - viel zu kurzen Platte. "I ain't nobody's baby, I ain't nobody's fool." Wer über ein solches Organ verfügt, muss sich tatsächlich vor niemandem mehr zum Deppen machen. Ruhig, entspannt und dennoch voller Feuer und vor allem mit hörbarem Spaß an der Sache bewegt sich Sharon Jones durch das blueslastige "Be Easy". Selten präsentierte in den letzten Jahren eine Künstlerin so traditionell komponiertes Material ähnlich frisch. Das zweifelhafte Etikett "Retro" wäre hier völlig fehl am Platz. Bei Miss Sharon Jones klingt nichts gewollt. Wie auch? Diese Lady ist durch und durch echt. Sie singt den Blues, ohne dabei in Jammerei zu verfallen. "Let Them Knock" sollte jedem Produzenten zeitgenössischen R'n'Bs als leuchtendes Beispiel vor Augen gehalten werden. Listen up! Lovesongs kommen nicht nur in der Theorie ganz ohne pappige Streicher, Zu-Tode-Knödelei von Vokalen oder anderen unnötigen Mumpitz aus. Ein klein wenig schade nur, dass Sharon Jones auf ihrem mittlerweile dritten Longplayer an keiner Stelle so aufdreht, wie sie es auf der Bühne regelmäßig tut. Sei's drum: Dieser Umstand liefert nur einen weiteren guten Anlass dafür, sich ihre wahnwitzig schweißtreibenden Live-Shows anzusehen, wann immer es irgend möglich ist. Die Wechselgesänge in "When The Other Foot Drops ..." verweisen auf Wurzeln im Gospel. Die treten im abschließenden "Answer Me" noch einmal überdeutlich zu Tage. Das nenn' ich mal ein Gebet! Sollte Sweet Jesus dem tatsächlich kein Gehör schenken, sitzt er auf seinen Ohren - oder ihm fehlt der Funk. Im Angesicht dieses göttlichen Albums möchte ich mich zu solch blasphemischen Äußerungen allerdings doch lieber nicht hinreißen lassen. © Laut
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Soul - Erschienen am 2. Oktober 2007 | Daptone Records

Belehrte einen das wunderbare Label Daptone Records nicht regelmäßig eines Besseren, man käme glatt auf den Gedanken, Platten wie diese würden heutzutage gar nicht mehr gepresst. "100 Days, 100 Nights" tönt, als sei der Traum so manchen Flohmarktbesuchers wahr geworden: Beim Stöbern eine Kiste vollkommen unbekannter Soul-Singles aus den späten 60ern zu entdecken. In diesen Sound möchte ich mich bitte hineinlegen, und das gerne hundert Tage und hundert Nächte lang. Womit wir sofort beim eigentlich einzigen Kritikpunkt angelangt wären: Wie kann es sein, dass dieses phantastische Album nach einer guten halben Stunde allerfeinster Soul-, Funk- und Bluesklänge bereits zu Ende ist? Zu einem Zeitpunkt, an dem alles in mir nach mehr brüllt? Unverschämtheit! "Was wissen diese kleinen weißen Jungs schon über Funk?", fragte sich Sharon Jones zu Beginn ihrer Zusammenarbeit mit den Dap Kings. "Dann habe ich sie spielen gehört. Wow!" Ein "Wow!", dem man sich vorbehaltlos anschließen möchte. Die bestens angezogenen und geradezu erschütternd jungen Herren spielen, als hätten sie den Geist James Browns zum Frühstück verspeist. Die Bläser, die den Titeltrack eröffnen, verbreiten beinahe Begräbnisstimmung. Jene hält sich allerdings nicht lange, weil staubtrockene, scheppernde, locker aus dem Handgelenk servierte Drums, groovender Bass, durchklimperndes Klavier und immer wieder eine äußerst funky agierende Bläsersektion das Ruder übernehmen. Mit "Something's Changed" beweisen die Dap Kings zudem, dass es sich bei der Gitarre keineswegs per se (wie bei den überaus ekelhaften Chimes, auf die dankenswerterweise einfach verzichtet wird) um ein böses Instrument handelt. Fernab geschrappter drei Akkorde findet sie, Saite an Saite mit einer flockigen Basslinie, gar zauberhafte Einsatzmöglichkeiten. Kein Wunder, schließlich feiert auch Amy Winehouse mit dieser großartigen Backing-Band im Rücken Erfolge am laufenden Band. Die wahre Dap Queen bleibt aber ohne jeden Zweifel Sharon Jones. Ihr überlassen die exzellenten Musiker zu jedem Zeitpunkt den Platz im Rampenlicht. Jones' kraftvoller, souliger, vom Leben weniger gezeichneter denn geformter Gesang beherrscht die Szenerie in jeder einzelnen Minute der - wie gesagt - viel zu kurzen Platte. "I ain't nobody's baby, I ain't nobody's fool." Wer über ein solches Organ verfügt, muss sich tatsächlich vor niemandem mehr zum Deppen machen. Ruhig, entspannt und dennoch voller Feuer und vor allem mit hörbarem Spaß an der Sache bewegt sich Sharon Jones durch das blueslastige "Be Easy". Selten präsentierte in den letzten Jahren eine Künstlerin so traditionell komponiertes Material ähnlich frisch. Das zweifelhafte Etikett "Retro" wäre hier völlig fehl am Platz. Bei Miss Sharon Jones klingt nichts gewollt. Wie auch? Diese Lady ist durch und durch echt. Sie singt den Blues, ohne dabei in Jammerei zu verfallen. "Let Them Knock" sollte jedem Produzenten zeitgenössischen R'n'Bs als leuchtendes Beispiel vor Augen gehalten werden. Listen up! Lovesongs kommen nicht nur in der Theorie ganz ohne pappige Streicher, Zu-Tode-Knödelei von Vokalen oder anderen unnötigen Mumpitz aus. Ein klein wenig schade nur, dass Sharon Jones auf ihrem mittlerweile dritten Longplayer an keiner Stelle so aufdreht, wie sie es auf der Bühne regelmäßig tut. Sei's drum: Dieser Umstand liefert nur einen weiteren guten Anlass dafür, sich ihre wahnwitzig schweißtreibenden Live-Shows anzusehen, wann immer es irgend möglich ist. Die Wechselgesänge in "When The Other Foot Drops ..." verweisen auf Wurzeln im Gospel. Die treten im abschließenden "Answer Me" noch einmal überdeutlich zu Tage. Das nenn' ich mal ein Gebet! Sollte Sweet Jesus dem tatsächlich kein Gehör schenken, sitzt er auf seinen Ohren - oder ihm fehlt der Funk. Im Angesicht dieses göttlichen Albums möchte ich mich zu solch blasphemischen Äußerungen allerdings doch lieber nicht hinreißen lassen. © Laut
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Soul - Erschienen am 14. Januar 2014 | Daptone Records

"Give The People What They Want": Die Welt hat ein paar Monate länger als ursprünglich geplant auf die Erfüllung dieses titelgebenden Versprechens warten müssen. Um so besser fühlt es sich jetzt an, Sharon Jones einigermaßen unbeschadet wieder auf der Bühne stehen zu sehen. Ihrer Krebsdiagnose begegnete sie wie schon mancher Widrigkeit zuvor: aufrecht, kämpferisch und mit Stil. Wäre ihr fünftes Album nicht vor ihrer Zwangspause bereits fertig im Kasten gewesen, man könnte glatt auf die Idee kommen, es künde genau davon. Ein deutliches Indiz dafür, dass sich bei Sharon Jones zu jeder Zeit alles darum dreht, sich eben nicht wegzuducken, sondern Herausforderungen, gleich welcher Art, die Stirn zu bieten. Ihre Botschaft könnte unmissverständlicher kaum ausfallen: "Here I come." Daran lässt Sharon Jones von Beginn an nicht den leisesten Zweifel aufkommen. Um diese Frau aus der Bahn zu werfen, muss schon einiges passieren. Sie singt, ganz klassisch, von Liebesfreud und Liebesleid, den ewig alles beherrschenden Themen (nicht nur) im Soul: "Making Up And Breaking Up (And Making Up And Breaking Up Over Again)". Herzschmerz? Okay. Doch für Weinerlichkeiten bleibt keine Zeit. Kopf hoch und den undankbaren Kerl in die Wüste geschickt. Die nächste Gelegenheit wartet nur darauf, sich beim Schopf packen zu lassen. Was Sharon Jones nicht umbringt (und das hat bisher nichts und niemand geschafft), scheint sie immer nur noch besser zu machen. Inzwischen besteht sie offenbar endgültig nur mehr aus elementarer, roher Soul-Power. Aretha Franklin, Etta James, Otis Redding und die junge Tina Turner grüßen - und offerieren ihr die Krone auf dem Silbertablett. Zu ihrem unverschämten Talent, ihrer Kraft, dem überbordenden Gefühl und ihrem schlafwandlerisch sicheren Timing führt Sharon Jones - es wirkt beinahe schon unfair - noch einen weiteren Trumpf im Ärmel: Sie vertraut auf die Rückendeckung der möglicherweise besten Backing-Band der Welt. Die Herren Dap Kings bauen ihrer Königin nicht nur ein Fundament, sondern stellen ihr darauf auch gleich den funkelnden Thron auf. Knochentrockene Drums, knarzige Bläser und pointiert eingesetzter Backgroundgesang und Percussion markieren die Höhepunkte im klassischen Vintage-Sound, der die Blütezeit des Soul zu neuem Leben wachküsst. Von der ersten angeschlagenen Saite an groovt der Bass und funkt die Gitarre, als habe sich eine Zeitblase aufgetan, in der die 60er niemals enden wollen. Schmissige, schweißtreibende Rhythmen servieren die Dap Kings genau so versiert, wie sie in getragenerem Tempo agieren. In "We Get Along" weht sogar eine Ahnung von Reggae durch die Luft. Die vielleicht größte Leistung dieser virtuosen Musiker besteht allerdings in der Fähigkeit, ihr strahlendes Licht bescheiden unter den Scheffel zu stellen. Dezent halten sie sich im Hintergrund. Sobald sie zu singen anhebt, gehört das Rampenlicht, gehört die ungeteilte Aufmerksamkeit einzig und allein Sharon Jones. Wenn "Give The Poeple What They Want" eins zeigt, dann, dass Leichtfüßigkeit und Tiefgang keineswegs Gegensätze darstellen müssen. Sharon Jones steigt über die Steine und Knüppel, die ihr das Schicksal in den Weg wirft, und wirkt in all ihrer Intensität doch so unaufgeregt, als handle es sich dabei um einen Nachmittagsspaziergang. Die Gewissheit, dass am Ende jedes Tunnels auch wieder ein Licht wartet, klingt aus jeder Zeile - der Optimismus steckt an. "You'll Be Lonely" zeigt nicht etwa eine verlassene, jämmerliche Existenz, es handelt sich um die Anklage einer starken, ungebrochenen Frau. Wer so dumm ist, die in den Wind zu schießen, hat sie ohnehin nie verdient gehabt. "Play with me and you play with fire." Wenn "Slow Down Love" am Ende wie mit einer warmen Umarmung in die Nacht entlässt, bleibt neben dem wohligen Gefühl nur noch ein Gedanke: So schön, dich wieder gehört zu haben, Sharon. Sei versichert: Davon wollen die Leute noch viel mehr. © Laut
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Soul - Erschienen am 14. Mai 2002 | Daptone Records

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Soul - Erschienen am 19. August 2016 | Daptone Records

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Soul - Erschienen am 6. April 2010 | Daptone Records

Wenn es wirklich noch eines Beweises bedürfte, dass Major-Labels blind und taub, aber leider ganz und gar nicht stumm sind, Sharon Jones wäre das laufende Exempel. Zu klein, zu fett, zu alt, zu hässlich und sogar zu schwarz sei sie und wurde reihenweise aus den Büros der einschlägigen A&Rs geworfen. Letztlich setzte man zumindest bei Universal lieber auf ein weißes, jüngeres und größeres Mädchen aus London Camden. Dass Frau Winehouse trotz eines Altersunterschieds von fast drei Jahrzehnten nicht im Ansatz eine solche Live-Bestie wie Sharon Jones ist, durfte man im Rahmen der "100 Days, 100 Nights"-Tour von 2007 hautnah erleben. Falls jemals die Frage im Raum steht, wie James Brown mit einem zweiten X-Chromosom seine Konzerte gefeiert hätte: Sharon ist die Antwort. Es ist zwar einerseits ein Jammer, dass sie diese Energie wie schon beim Vorgänger abermals nicht auf Platte gepresst bekommt. Andererseits zeigt sich dadurch die ungemeine Höhe, in der "I Learned The Hard Way" über allem anderen schwebt, was der Vintage Soul-Ecke zugerechnet wird. Denn was will man der mittlerweile vierten Platte außer diesem konstruierten Kritikpunkt bitte vorwerfen? Zumal der vermeintliche Tadel einigermaßen konzeptgeschuldet ist. "I Learned The Hard Way" bewegt sich ein Stück weit weg vom dreckigen Deep Funk-Spektakel der "100 Days, 100 Nights", wird souliger und fordert damit vergleichsweise eher die Sängerin als das Reibeisen Sharon Jones - selbstverständlich ohne Letzteres völlig abzulegen. Denn sie schmachtet freilich nicht in emotionalen Tiefen und gibt das verletzte Weibchen wie Wendy Renee oder Ann Peebles, sondern bleibt den einschlägigen Texten über Liebe, Kummer und ehemalige Männer zum Trotz die zumindest teilweise rotzige Powerfrau. "Better Things" passt da mit seinem eingängigen Trompetenthema und dem unerhört funky Gitarrenschlag wie die Faust aufs Auge: "I got better things to do than remember you." Ohnehin ist es immer wieder die für die Dap Kings beinahe schon typische Gitarre, die die Songs durchdringt. So auch in "Mama Don't Like My Man", das in seiner bluesigen Couleur unmittelbar an Sam Cookes Schaffen erinnert, allerdings ohne dessen kitschig überhöhte Arrangements. Derlei gibt es Dank der obligatorischen Streicher in der Eifersuchts-Hymne "Window Shopping": Mann hat gefälligst nicht den anderen hinterherzustarren, sondern Sharon als Mittelpunkt zu erachten. Das zu erreichen fällt ihr in den von Bläsern getragenen Opener "The Game Gets Old" und dem Titeltrack "I Learned The Hard Way" nicht schwer. Angeknockt und genervt vom ewigen Kampf mit der und um die Liebe, wirkt sie aber doch kräftig genug, den Zuhörer auf ihre Seite zu ziehen. Rasanter nach vorne geht es in "She Ain't A Child No More", "I'll Still Be True" und besonders "Money": "Money, where have you gone to? Money, where are you hiding?" Welche Mittel ergriffen werden müssen, um mehr Geld in der Tasche zu haben? Vor ein paar Jahren hieß die Antwort noch: "What if we all stop paying taxes?" So wenig Frau Jones als Finanzberaterin zu gebrauchen ist, so laut werden die Kassen bei ihren nächsten Konzerten wieder klingeln. Denn sie steckt das mittlerweile durch den Retro-Hype doch arg gebeutelte Genre mit links in die Tasche, weil sie einen Vorzug hat, der sie von fast allen anderen unterscheidet: Das ist kein Retro, das ist kein Vintage, das ist der original Soul der ewig jungen Queen of Funk. Und das schon seit dem Jahr 1956. © Laut
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Soul - Erschienen am 25. November 2011 | Daptone Records

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Soul - Erschienen am 22. Juni 2016 | Daptone Records

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Soul - Erschienen am 25. Dezember 2013 | Daptone Records

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Soul - Erschienen am 7. Oktober 2020 | Daptone Records

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Soul - Erschienen am 23. Oktober 2020 | Daptone Records

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Soul - Erschienen am 26. Januar 2018 | Daptone Records

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Soul - Erschienen am 21. Oktober 2020 | Daptone Records

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