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Die Alben

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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. September 2016 | Fiction

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Die Pumarosa-Mitglieder scheinen genauso wie Savages ziemlich früh in den Kochtopf der achtziger Jahre mit New Wave, ja sogar Post-Punk gefallen zu sein. Da aber Isabel Muñoz-Newsomes Clique in den 2010er Jahren lebt, wird sie von diesem Erbe zwar stark beeinflusst, aber eben nicht nur davon. Aus diesem Jahrzehnt hat Pumarosa diese düster-lyrische Legierung übernommen, um sie in zeitgenössischere Klänge zu tauchen. In Muñoz-Newsomes Charisma gibt es einen Hauch von Siouxsie, Kate Bush und Patti Smith. Einen mächtig dramatischen Rock’n’roll, der The Witch eine so starke Ausstrahlung verleiht, dass Pumarosa zu einer Gruppe mit ziemlich umwerfendem Potential wird. © MD/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. Dezember 2019 | Fiction

Hi-Res
Die Band Pumarosa pirscht sich auf "Devastation" unmerklich und schnell an. Sie beißt dann mit perkussivem Electropop, destruktivem Industrial-Tönen, wirbelndem Drum'n'Bass und mit kantigen Texten beherzt zu. Eine Schlüsselzeile des Albums lautet "I choose to lose control" im Song "Lose Control". Doch das ist Tarnung. So wie ein Puma seinem Opfer mit einem Sprung und einem Biss das Genick bricht, so zielstrebig zerbrechen Pumarosa die verbreitete blubbernde Lieblichkeit, Banalität und Harmlosigkeit von Electropop unserer Tage. Obwohl die Band sich das "Typische" im letzten Track ironischerweise auch noch gönnt, bevor sie den Song nach drei Minuten mit einer plötzlichen Kehrtwende zu Fanfarenlärm und hyperschnellen Breakbeats bis zur Ekstase hochjazzt. Hier erklingt eine Reinkarnation von Garbage mit der Traurigkeit von PJ Harvey und einer Stimme zwischen 'wütend', 'resigniert', 'kindlich' und Beth Gibbons. On top boxen sich Big Beats à la Fatboy Slim ihre Bahn frei. Die englische Band bettet den kruden, stimmigen Mix in Rückkopplungen und Electro-Kakophonie ein. Sängerin Isabel Munoz-Newsome bringt diese Kreation auf authentische Art mit ihrem autobiographisch erlebten Leiden zum Glühen. Die Intensität steht dem Durchdringenden bei Skunk Anansie und den Vokal-Verrenkungen einer Skin in nichts nach. Um Pumarosas Sängerin dreht sich auf der ganzen Platte alles. In "Heaven" verliert sie sich völlig, lässt ihrem unbedingten Willen zur Selbstmitteilung freien Lauf. Einem pulsierenden, reduzierten Intro, folgt die Skizze einer Enttäuschung: "Wir geben auf / einfach um wegzugehen / (...) bleiben einen weiteren Tag / wenn das Liebe ist, Baby / können wir nicht spielen? spielen? / Oh, weck mich an einem anderen Tag auf / einem helleren Tag! / Ich stieg in den Himmel auf / ganz alleine / Ich habe die Last getragen / denn ich war stark / Jetzt sagst du / 'Besser bist du für dich allein.' / Ich lass es vorbei sein. / Oh, Mann, wirst du nicht bleiben? / Wirst du nicht bleiben? / Die Zeit tickt." Frontfrau Isabel erlebte unmittelbar vor der Arbeit an diesem Album ganz existentiell, dass ihr Leben ganz schnell vorbei sein könnte. Und: Wie es sich anfühlt, in der Krise, einer schweren Krankheit, mit sich alleine zu sein. Dem säuselnden Dream Pop-Arrangement mit harten Tastentönen im Stile von Talk Talk setzen Pumarosa gesteigertes Tempo in der Percussion und wachsende Lautstärke zum Ende des Tracks hin entgegen. Bloß keine simplen Tracks machen, lautet wohl die Devise. Parts des Songs klingen wie in einem Jan Hammer-Instrumental ("Miami Vice") und könnte man sich zu einem Polizeieinsatz in einem Krimi vorstellen. Vor lauter berstender Spannung greift die 'Schublade' "Dream Pop" zu kurz. Denn die Synthie-Beats verstören streckenweise auch. Sie rütteln auf. Sie docken an Post-Wave an. Drängend, atemlos klingt "Virtue", sowohl im Gesang als auch in den unablässigen Loops. Gerade weil sich sehr plötzliche Wechsel zwischen Knallhart und Verträumt ereignen, wirkt das Album äußerst dicht und intensiv. Mit "Into The Woods" bettet sich die Band zwischen Trip Hop, Gothic und Drum'n'Bass ein. Die Londoner Combo findet zwischen metalligen Riffs, dröhnend übersteuertem Verstärker, Air-artigen, sphärischen Melodiebögen und explosivem Zersägen aller Akkordstrukturen einen super Mittelweg. Kein Wunder, da der Bassist von Tool, Justin Chancellor, Hand anlegt und die LP in Vertretung durchspielt; Pumarosa haben gerade keinen eigenen Bassisten. Offbeat oder 4/4-Rock mit stolpernden Sechzehnteln? Da legen sich Pumarosa nicht fest und ändern von Takt zu Takt den rhythmischen Rahmen und die Betonungen. Das Quintett ballert scharfkantig bretternde Schmerz-Akkorde hinaus und kurbelt eine Drehung der Musik um sich selbst an, im Stile von The Prodigy und Propellerheads. Das Hin und Her lässt diese Musik atmen. Sie überrascht. In "I Am Lost" kommt als weiteres Highlight dann klassischeres Alternative-Songwritertum zum Vorschein, gedehnt auf eine achtminütige Seems-to-be-endless-Strecke: mit Kurven, retardierenden Momenten, quietschendem Art-Noise und Beschleunigung. Versunken introspektiv und zugleich reibungsfreudig, eignet sich das Stück bestens für Björk-, Bowie- und Amanda Palmer-Fans. Von TV On The Radio über Kate Bushs Mini-Dramen bis zu Pere Ubus punkigen Stil-Clashes und weiter bis zu A-has nordisch-kristallkalter Sound-Klarheit lassen sich die unterschiedlichsten Querverweise in mehrere Dekaden hinein entdecken. 90er-Nostalgiker werden an der geheimnisvollen "Devastation" ("Verwüstung") ihren besonderen Spaß haben, und das mit jedem Hören ein Stück mehr. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. September 2016 | Fiction

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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. September 2016 | Fiction

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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Dezember 2017 | Fiction

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Alternativ und Indie - Erschienen am 27. November 2017 | Fiction

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Alternativ und Indie - Erschienen am 17. September 2015 | Fiction

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Alternativ und Indie - Erschienen am 17. November 2017 | Fiction

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Alternativ und Indie - Erschienen am 10. April 2017 | Fiction

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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. Dezember 2019 | Fiction

Die Band Pumarosa pirscht sich auf "Devastation" unmerklich und schnell an. Sie beißt dann mit perkussivem Electropop, destruktivem Industrial-Tönen, wirbelndem Drum'n'Bass und mit kantigen Texten beherzt zu. Eine Schlüsselzeile des Albums lautet "I choose to lose control" im Song "Lose Control". Doch das ist Tarnung. So wie ein Puma seinem Opfer mit einem Sprung und einem Biss das Genick bricht, so zielstrebig zerbrechen Pumarosa die verbreitete blubbernde Lieblichkeit, Banalität und Harmlosigkeit von Electropop unserer Tage. Obwohl die Band sich das "Typische" im letzten Track ironischerweise auch noch gönnt, bevor sie den Song nach drei Minuten mit einer plötzlichen Kehrtwende zu Fanfarenlärm und hyperschnellen Breakbeats bis zur Ekstase hochjazzt. Hier erklingt eine Reinkarnation von Garbage mit der Traurigkeit von PJ Harvey und einer Stimme zwischen 'wütend', 'resigniert', 'kindlich' und Beth Gibbons. On top boxen sich Big Beats à la Fatboy Slim ihre Bahn frei. Die englische Band bettet den kruden, stimmigen Mix in Rückkopplungen und Electro-Kakophonie ein. Sängerin Isabel Munoz-Newsome bringt diese Kreation auf authentische Art mit ihrem autobiographisch erlebten Leiden zum Glühen. Die Intensität steht dem Durchdringenden bei Skunk Anansie und den Vokal-Verrenkungen einer Skin in nichts nach. Um Pumarosas Sängerin dreht sich auf der ganzen Platte alles. In "Heaven" verliert sie sich völlig, lässt ihrem unbedingten Willen zur Selbstmitteilung freien Lauf. Einem pulsierenden, reduzierten Intro, folgt die Skizze einer Enttäuschung: "Wir geben auf / einfach um wegzugehen / (...) bleiben einen weiteren Tag / wenn das Liebe ist, Baby / können wir nicht spielen? spielen? / Oh, weck mich an einem anderen Tag auf / einem helleren Tag! / Ich stieg in den Himmel auf / ganz alleine / Ich habe die Last getragen / denn ich war stark / Jetzt sagst du / 'Besser bist du für dich allein.' / Ich lass es vorbei sein. / Oh, Mann, wirst du nicht bleiben? / Wirst du nicht bleiben? / Die Zeit tickt." Frontfrau Isabel erlebte unmittelbar vor der Arbeit an diesem Album ganz existentiell, dass ihr Leben ganz schnell vorbei sein könnte. Und: Wie es sich anfühlt, in der Krise, einer schweren Krankheit, mit sich alleine zu sein. Dem säuselnden Dream Pop-Arrangement mit harten Tastentönen im Stile von Talk Talk setzen Pumarosa gesteigertes Tempo in der Percussion und wachsende Lautstärke zum Ende des Tracks hin entgegen. Bloß keine simplen Tracks machen, lautet wohl die Devise. Parts des Songs klingen wie in einem Jan Hammer-Instrumental ("Miami Vice") und könnte man sich zu einem Polizeieinsatz in einem Krimi vorstellen. Vor lauter berstender Spannung greift die 'Schublade' "Dream Pop" zu kurz. Denn die Synthie-Beats verstören streckenweise auch. Sie rütteln auf. Sie docken an Post-Wave an. Drängend, atemlos klingt "Virtue", sowohl im Gesang als auch in den unablässigen Loops. Gerade weil sich sehr plötzliche Wechsel zwischen Knallhart und Verträumt ereignen, wirkt das Album äußerst dicht und intensiv. Mit "Into The Woods" bettet sich die Band zwischen Trip Hop, Gothic und Drum'n'Bass ein. Die Londoner Combo findet zwischen metalligen Riffs, dröhnend übersteuertem Verstärker, Air-artigen, sphärischen Melodiebögen und explosivem Zersägen aller Akkordstrukturen einen super Mittelweg. Kein Wunder, da der Bassist von Tool, Justin Chancellor, Hand anlegt und die LP in Vertretung durchspielt; Pumarosa haben gerade keinen eigenen Bassisten. Offbeat oder 4/4-Rock mit stolpernden Sechzehnteln? Da legen sich Pumarosa nicht fest und ändern von Takt zu Takt den rhythmischen Rahmen und die Betonungen. Das Quintett ballert scharfkantig bretternde Schmerz-Akkorde hinaus und kurbelt eine Drehung der Musik um sich selbst an, im Stile von The Prodigy und Propellerheads. Das Hin und Her lässt diese Musik atmen. Sie überrascht. In "I Am Lost" kommt als weiteres Highlight dann klassischeres Alternative-Songwritertum zum Vorschein, gedehnt auf eine achtminütige Seems-to-be-endless-Strecke: mit Kurven, retardierenden Momenten, quietschendem Art-Noise und Beschleunigung. Versunken introspektiv und zugleich reibungsfreudig, eignet sich das Stück bestens für Björk-, Bowie- und Amanda Palmer-Fans. Von TV On The Radio über Kate Bushs Mini-Dramen bis zu Pere Ubus punkigen Stil-Clashes und weiter bis zu A-has nordisch-kristallkalter Sound-Klarheit lassen sich die unterschiedlichsten Querverweise in mehrere Dekaden hinein entdecken. 90er-Nostalgiker werden an der geheimnisvollen "Devastation" ("Verwüstung") ihren besonderen Spaß haben, und das mit jedem Hören ein Stück mehr. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 18. Oktober 2019 | Fiction

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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. November 2019 | Fiction

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Alternativ und Indie - Erschienen am 17. November 2017 | Fiction

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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Dezember 2017 | Fiction