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Die Alben

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Pop - Erschienen am 1. Januar 1994 | Universal-Island Records Ltd.

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
"I am the voice inside your head / and I control you." "The Downward Spiral" beginnt mit einem Sample aus George Lucas' Erstlingswerk "THX 1138", einer beklemmenden Science-Fiction-Studie über den Identitätsverlust des Einzelnen. 32 Schläge, die auf den hilflosen Körper eines Gefangenen einschlagen - dumpf, tief, zermürbend. Mit Schlag 33 und den ersten Takten von "Mr. Self Destruct" brechen Chaos und Hass los. Trent Reznor stellt uns die Hauptfigur seines Konzeptalbums vor. Mit ihr driften wir in den folgenden rund 60 Minuten immer weiter in der Abwärtsspirale nach unten, immer tiefer in den Kaninchenbau, bis zu einem Ort, an dem keiner von uns je ankommen mag. Dort wird das Boot dann wie eine Nussschale zerquetscht. Derweil brechen wir auf dem Weg mit unseren Mitmenschen, Gott und mit uns selbst. Die einzigen Begleiter bleiben Wut und Gewalt, am Ende steht der Suizid. Textfragmente wie "God is dead and no one cares" oder "I want to fuck you like an animal" wirken im ersten Moment etwas plump provokant, fügen aber im Gesamtbild ein rohes und einschüchterndes Monster zusammen. Die Interpretationen der Musik und der Texte gehen dabei ins Mannigfaltige. "Hey pig piggy pig pig pig, all of my fears came true ... / my little piggy needed something new“ Sharon Tate, Schauspielerin und Frau von Roman Polanski, ist am 9. August 1969 im achten Monat schwanger. Es ist der Tag, an dem Charles Manson die Songs "Helter Skelter" und "Piggies" von den Beatles stiehlt. Anhänger seiner Familie brechen in das Haus der Polanskis ein und bringen Tate und ihren Besuch auf grauenhafte Art und Weise ums Leben. Mit dem Blut der Leichen hinterlassen sie Nachrichten an Wänden, schreiben an den Kühlschrank "Healter Skelter", auf die Eingangstür "Pig". Gut zwanzig Jahre später richtet sich Reznor in eben diesem Haus ein eigenes Studio ein und nennt es "Le Pig". Hier entstehen ein Teil der Aufnahmen zur EP "Broken", das Debüt von Marilyn Manson sowie "The Downward Spiral". Eher zufällig begegnet Reznor am Ende der Aufnahmen der Schwester von Sharon Tate. In einem Interview mit dem Rolling Stone ruft er sich das Treffen ins Gedächtnis zurück: "Sie fragte mich, ob ich den Tod ihrer Schwester durch meinen Aufenthalt an diesem Ort ausnutzen würde. Ich antwortete: 'Nein, es ist mein Interesse an der amerikanischen Folklore. Ich bin hier an einem Platz, an dem ein seltsamer Teil der Geschichte passiert ist.' Zum ersten Mal begriff ich aber, was hier wirklich geschehen ist. Sie hat hier ihre Schwester verloren. Fuck Charlie Manson. Ich ging nach Hause und weinte die ganze Nacht." Reznor zog im Dezember 1993 aus. "Ich konnte die Geschichte, die überall im Haus zu spüren war, nicht mehr ertragen." Als Erinnerung nahm er die Eingangstüre mit. "Nothing can stop me now / I don't care anymore." Statt fertige Tracks mit ins Studio zu nehmen, improvisierte Reznor zusammen mit Produzent Flood an selbst gestalteten Samples. Gastmusiker wie Stephen Perkins und Adrian Belew nahmen dreißigminütige Takes auf. Aus den besten Stellen legte man Loops zusammen, um sie herum experimentelle Soundscapes. Auf diese Weise entstanden bis ins Detail durchstrukturierte Wutausbrüche zwischen Industrial, Techno und Heavy Metal, gefolgt von melodischen, reduzierten, fast schweigenden Synthesizerparts. Das Gegensätzliche bildet eine garstige Phalanx, durch deren düstere Schilder kein einziger Sonnenstrahl mehr passt. "Mit 'Downward Spiral' habe ich versucht, ein Album aufzunehmen, das nicht nur eine Seite, sondern das ganze Spektrum von Nine Inch Nails zeigt. Es soll die Palette erweitern und verhindern, dass wir in eine Schublade gesteckt werden. Dem geht eine bewusste Entscheidung voraus, mich auf die Textur und den Raum zu fokussieren, statt eine Stunde lang mit der Gitarre auf deinen Kopf zu hauen." Als größten Einfluss nannte Reznor wiederholt das David Bowie-Album "Low", das er zu jener Zeit häufig hörte. "A Warm Place" zitiert sogar Bowies "Crystal Japan" (1980). Auch andere Größen wie Joy Division, Bauhaus und, naja, Soft Cell hatten ihren Einfluss. So findet sich zum Beispiel das Schlagzeug von Iggy Pops "Nightclubbing" in stark verzerrter Weise im schwelenden "Closer", "Mr. Self Destruct" teilt sich den Titel mit einem Track vom Soft Cell-Longplayer "This Last Night In Sodom". "I am a big man (yes I am) / and I have a big gun ... / maybe I'll put a hole in your head / you know, just for the fuck of it." Nach dem 20. April 1999 sollte Reznor am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, wenn man mit seinen Songs wie ein "Piggy" durchs Dorf gejagt wird. Sein 'Manson' überkam ihn in Gestalt der beiden Teenager Eric Harris und Dylan Klebold, die in der Columbine High School im US-Bundesstaat Colorado bei einem Amoklauf zwölf Schüler, einen Lehrer und am Ende sich selbst töteten. Für die eher konservativ gestrickten Gemüter war es ein Leichtes, in Filmen wie "Matrix", der Musik von Marilyn Manson und eben in Renznors "Big Man With A Gun" die Hauptschuldigen für das Verbrechen zu finden. Das Stück selbst ist eineinhalb Minuten Adrenalin, Hass und Lärm in reinster Form. Der Protagonist von "The Downward Spiral" scheint nach dem Abstreifen des Glaubens und all seiner Menschlichkeit in seiner persönlichen Hölle angekommen zu sein. Statt eigener Freiheit wählt er Willkür und Gewalt, Attribute, die er vorher noch Gott zugeschrieben hatte. "Das Album stand kurz vor seinem Abschluss. Die Lyrics hatte ich sehr schnell geschrieben und ich wusste nicht einmal, ob ich sie benutze oder nicht", erinnert sich Reznor. "Für mich baut 'Downward Spiral' Wahnsinn auf, bis sich schließlich alles schlagartig ändert. 'Big Man With A Gun' ist die letzte Stufe des Deliriums. Aber ich wollte mich auch ein wenig über Gangsta-Rap lustig machen. Ich höre ihn zwar gerne, könnte aber auch gut ohne all den Frauenhass und die Beschimpfungen darin auskommen. Dann wurde mein Song aus seinem Kontext gerissen und genau das in ihn hineininterpretiert. Es ist lächerlich." "What have I become / my sweetest friend / everyone I know / goes away in the end." Doch nicht der finale Schlussstrich im Song "The Downward Spiral" bleibt hängen und bewegt, es sind die Einsichten, die danach in "Hurt" folgen und uns noch mehr dank Johnny Cash in Erinnerung bleiben. Ein letzter bitterer Blick zurück. Am Ende des Weges bleibt nur ein "Imperium aus Dreck", ein vergeudetes Leben. Das Finale von "The Downward Spiral" spiegelt ein Abbild des modernen Lebens in einer Welt aus absoluten Ideologien wider, die wir selbst schon lange nicht mehr im Griff haben. Sie verspricht uns Freiheit und bietet nur Stagnation, Missbrauch und Selbstzerstörung. Ein düsteres Weltbild. Die Sperrigkeit des Longplayers stand dem großen kommerziellen Erfolg nie im Weg. Für Reznor selbst wurde es zu einer Prophezeiung. Nach den Aufnahmen und vor der folgenden Tournee noch ganz Herr seiner selbst, spuckten die folgenden Monate ein seelisch kaputtes Alkohol- und Drogenwrack aus. Dabei hatte der Amerikaner nun einen Status erlangt, der nur wenigen Künstlern zugedacht ist. War er zu Beginn der Arbeiten an "The Downward Spiral" noch ein Musiker, der sich von seinen Idolen inspirieren ließ, wurde Trent Reznor ab 1994 selbst zur Inspiration für nachfolgende Musiker. "Now doesn't it make you feel better / the pigs have won tonight / they can all sleep soundly / and everything is all righty." © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1999 | Universal-Island Records Ltd.

Fünf Jahre sind seit dem letzten NIN-Album vergangen. Fünf Jahre sind im Pop-Business eine Ewigkeit, die die meisten Künstler ohne Veröffentlichung wohl kaum überleben würden. Anders hier: Die Erwartungen schraubten sich immer weiter nach oben. Und durch eine geschickte Werbekampagne wurde das ganze noch weiter gepuscht. Aber wie ist es denn nun, DAS neue (Doppel-)Album? Keine so einfach zu beantwortende Frage... Natürlich ist Trent Reznor nicht in der Lage, schlechte Songs zu schreiben, bzw. er würde sie niemals veröffentlichen. Aber wieder solche Meisterwerke wie auf der letzten Platte zu schaffen, ist ihm das gelungen? Zum größten Teil: ja. Durch den Erfolgsdruck fühlte er sich selbst verunsichert, versuchte Songs ganz alleine am Piano zu schreiben, oder sogar mal mit einer Band zusammenzuarbeiten. Aus beidem wurde nichts, einzig "la mer" schaffte es von diesen Versuchen auf die Platte. Insgesamt wirkt "The Fragile" wie eine Zeitreise durch den NIN-Kosmos, hier erkennt man ein paar Fetzen von "pretty hate machine", dort mal etwas von "the downward spiral". Allerdings - und dies hat Vor- und Nachteile - ist Mr. Reznor älter geworden, seine Songs gesetzter, durchdachter aber eben auch nicht mehr so unberechenbar. "The Fragile" beginnt mit einer leicht verstimmten Akkustikgitarre, dann Schlagzeug, ein Sägen und schon sind wir im ersten Song, "somewhat damaged". Gut gemacht und trotzdem bleibt man etwas verloren zurück. Dies gibt sich aber schnell bei den nächsten Titeln und spätestens bei Track Nummer 5 "we're in this together" kommt doch das Gefühl auf, dass es Reznor wieder geschafft hat, einen Meilenstein zu setzen. Die wirkliche Klasse der Songs erkennt man allerdings erst ein ganzes Weilchen später, Tage oder Wochen. Stilistisch hat sich schon einiges verändert. Zwar ist es noch immer NIN, aber der Industrial-Anteil ist deutlich zurückgegangen. Aber keine Angst, ein reines Rockalbum hat Reznor da auch nicht auf uns losgelassen. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 23. November 2004 | Interscope

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2010 | Concord Records, Inc.

Bevor er 1994 sein epochales Album "The Downward Spiral" veröffentlichte, hatte Trent Reznor eine schwere Zeit. Gut und gerne hätten seine Nine Inch Nails damals als großes Elektro-/Metal-Missverständnis in die Geschichte eingehen können (um "Industrial" drehte es sich ja noch nicht wirklich). Reznors Vision und deren künstlerische Umsetzung griffen einfach noch nicht ineinander. Zum einen geriet das 1989 erschienene Debütalbum "Pretty Hate Machine" so synthetisch, dass potenzielle Fans verstört reagieren mussten, wenn Reznor live plötzlich Gitarrenwände auffuhr und in ironiefreier Rock'n'Roll-Manier unvermittelt seinen Drummer besprang. Umgekehrt fanden es Besucher von Rock-Festivals zu jenen fernen Zeiten nicht sehr komisch, wenn Reznor sie auf der Bühne mit Synthesizer-Burgen begrüßte. Legendär sind bis heute die NIN-Gigs im Vorprogramm der Guns N' Roses-Tournee 1991/92, wo Reznor dafür als Hochverräter des ehrlichen Rock vom "November Rain"-Pöbel mit Bierbechern und Whiskyflaschen beworfen wurde. Interessanterweise polarisiert "Pretty Hate Machine" bis heute das NIN-Fanlager, was den vordringlichsten Grund haben dürfte, dass es musikalisch und produktionstechnisch nie das Jahrzehnt seiner Entstehung verleugnen konnte. Dies wusste auch Reznor, der deshalb seit Jahren versucht, die Masterbänder von seinem Debüt wieder zu erlangen. Nachdem das Originallabel TVT Records pleite ging, wechselten die Rechteinhaber praktisch im Jahrestakt, bis sie irgendwann als verschollen galten. 2005 erschien zum erschütternden Groll des Meisters eine unautorisierte Neu-Edition auf Rykodisc. Doch am Ende bekommt Reznor ja immer, was er will und wenn es 21 Jahre dauert. Gemeinsam mit dem langjährigen Sound-Engineer Tom Baker ("Downward Spiral", "Broken", "The Fragile", etc.) versprach er für die "2010 Remastered"-Version ein "weitaus verbessertes Sounderlebnis". Passend hierzu tilgte NIN-Ästhetik-Boss Rob Sheridan aus dem Originalcover die 80s-Anleihen und passte es dem düsteren Cover-Kanon an. Das Resultat ist zwiespältig. Macht man den direkten CD-Vergleich mit der Originalscheibe, ist unüberhörbar, dass Reznor einiges an Staub weggeblasen hat. Die elektronischen Beats vermitteln an manchen Stellen eine Tiefe und klingen nun oft dreidimensionaler als damals. Gut nachzuhören am Anfang der Songs "Sanctified", "That's What I Get" oder "Ringfinger". Der geniale Bitcrush-Vorläufer "Terrible Lie" tönt nun auch zeitgemäßer, vor allem dank der mächtigeren Druckwellen im Tieftonbereich (Refrain). Andererseits: Hätte man gerade keine Original-CD des Albums zur Hand gehabt, wäre es vielleicht gar nicht aufgefallen. Dies ist weniger als Kritik an Reznors Remastering-Kunst gemeint, sondern vielmehr als Ritterschlag für den damaligen Produzenten Flood, denn für 1989 knallte das alles schon sehr beachtlich. Der große Aha-Effekt bleibt in der neuen Version jedenfalls aus. Bonusmaterial gibt es leider nur in Form eines einzigen Tracks: "Get Down Make Love" von Queen erschien damals als B-Seite von "Sin". Eine furiose Version, die nun zu Recht auf eine Stufe mit den Albumtracks gehievt wird. Das groß angekündigte Digipak beinhaltet nicht viel mehr als ein Booklet mit allen Texten. Besonders viel Spaß dürfte es Reznor bereitet haben, der üblichen "Thank You"-Rubrik nun noch ein "Fuck You" anzuhängen (geht raus an TVT Records). Vom Original-Booklet fehlt allerdings sowohl sein Foto, als auch die zahlreichen, dem Enthusiasmus eines Album-Debütanten geschuldeten Anmerkungen, etwa die seiner musikalischen Einflüsse (Jane's Addiction, Prince, Public Enemy). Da scheint den Mann noch einiges mehr als der Sound an seinem Debüt gestört zu haben. Soundfreaks dürfen sich allerdings fragen, warum es keine 5.1-Version der Platte gibt, wenn Reznor schon jahrelang für sie gekämpft hat. Der dürfte sich jedoch über einen ganz persönlichen Sieg freuen: Da bislang kein "Pretty Hate Machine"-Song als Download erhältlich war, sind nun ausschließlich seine Remasters-Versionen in den Online-Stores. Ein spätes Happy End für den Kontroll-Freak. Schließen wir mit Trents eigenen Worten: "Es war ein spannender Trip, das Schicksal dieser Platte, das durch zahlreiche Hände geglitten ist (eine lange und depressive Geschichte), mitzuerleben, aber jetzt ist es in sicheren Händen gelandet. Wir haben sie ein bisschen poliert und hatten Spaß, diesen alten Freund wieder zu sehen. Ihr hoffentlich auch!" © Laut
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Rock - Erschienen am 3. Mai 2005 | Nothing

Seltsam. Da kommt Trent Reznor nach einer halben Ewigkeit wieder mit neuem Studiomaterial um die Ecke. Der Hörer stellt sich unweigerlich darauf ein, sich einem komplexen Werk zu nähern, Blut, Schweiß und Tränen zu zollen, um mit Nine Inch Nails in faszinierende Klanglandschaften einzutauchen. Aber nix da. Auch nach über 15 Jahren als Mastermind der Nägels schlägt Reznor nach wie vor Haken, die einen verwirrt zurück lassen. Zum ersten Mal in seiner Karriere präsentiert er der Öffentlichkeit so etwas wie ein eingängiges Album. Die düsteren Kollagen aus suizidären Tendenzen und infernalischen Industrial-Strudeln gehören der Vergangenheit an. Der sachte Beginn von "All The Love In The World" mit knarzenden und gebrochenen Beats kulminiert mit Piano-Klängen in einem fulminanten Schlussteil, der zum Mitpfeifen geradezu einlädt. Huch, 'tschuldigung, wollt' ich nicht. Oder doch? Ist das jetzt gut? Den Bedenkenträgern, die die geradezu ins Ohr flutschende Single "The Hand That Feeds" bei Top Of The Pops einsortieren wollen, schmettert Reznor "You Know What You Are" entgegen. Ein Beweis, dass mit Weicheiertum weiterhin nicht zu rechnen ist. Die elektronischen Effekte sind bekannt und gut, machen aber beim Hören den Eindruck, als gebe es nun ein imaginäres Licht am Ende des Verzweiflungstunnels. Gut so, dann dürfte der Herr der Nägel auch bei Live-Auftritten öfters lächeln und sich verkneifen, seine Mitmusiker krankenhausreif zu kloppen. Nach einmaligem Durchlauf klingen die Songs von "With Teeth" etwas flach und beliebig. Dieser Eindruck verkehrt sich jedoch ins genaue Gegenteil, so dass Granaten-Hymnen wie "Every Day Is Exactly The Same", oder der Höhepunkt des Albums, "Beside You In Time" nach einer Weile in fabelhaftem Licht erstrahlen. Ohne großen Studio-Firlefanz bohrt gerade letztgenannter Track mit heftigem Zwirbeln im Kleinhirn herum, steigert sich zum Ende hin wie ein Orkan und reißt alles mit sich. Für die Fähigkeit, lediglich aus Gitarreneffekten und verzerrten Drum-Beats einen kakophonischen wie harmonischen Wahnwitz in Personalunion zu kreieren, sollte man Trent Reznor heute schon ein Denkmal setzen. "Only" mit 80er Reminiszenzen an gute, alte Synthiepoptage bringt eine ganz neue Facette im NIN-Soundkostüm zum Vorschein. Der Funk zwängt sich heimlich durch die Industrial-Hintertür und feiert mit slappendem Basslauf ein absolut tanzbares Stelldichein, tönt aber weder altbacken noch banal. Dieses Attribut passt denn schon eher zu "Getting Smaller", das sich in der Trackliste wie ein nicht zünden wollender Fremdkörper ausmacht. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 2013 | Polydor Records

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Rock - Erschienen am 20. Oktober 1989 | The Bicycle Music Company

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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 1992 | Nothing

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2007 | Nothing

Vor einigen Wochen startete Trent Reznor selbst die Vermarktung seines neuen Nine Inch Nails-Albums "Year Zero". Auf diversen Internetseiten gab es häppchenweise Informationen zu einer möglichen Verschwörung in der Zukunft. Die christliche Rechte regiert dieser Vision zu Folge Amerika mit Waffengewalt und der Macht des Wortes. "Year Zero" bietet jetzt den Soundtrack dazu, musikalisch irgendwo zwischen zugänglich wie der Vorgänger "With Teeth" und verschroben industriell. Das Instrumental "Hyperpower!" leitet die vertonte Zukunftsvision ein. Ein regulärer Drumbeat und stark verzerrte Gitarren treiben sich zu einer Kakophonie des Terrors. Im Hintergrund sind Stimmen zu hören. Militärischer Befehlston, ein Anheizer, der die Massen verführt, dann nur noch Geschrei und Schüsse aus futuristischen Waffen. Dann schaltet sich Reznor ein. Mit sonorer, fester Stimme singt er "The Beginning Of The End". Sie können Gedanken lesen, erfahren wir, und dass Gott denen hilft, die sich nicht selbst helfen können. Ganz langsam steigert die Band sich in das Album hinein. Die erste Single "Survivalism" erinnert an die alten Nine Inch Nails. Schnelle, harte Beats geben den Marschrhythmus vor. Über das Album verteilt gibt Reznor Einblicke in die USA, wie er sie sich in zehn, fünfzehn Jahren vorstellt. Ein totalitäres Regime hält die Massen mit der exekutiven Gewalt von Polizei und Militär ruhig: "Gun fire in the street where we used to meet." Musikalisch wechseln harte Brocken wie das schwere Industrialstück "Vessel" mit eingängigen Nummern à la "The Good Soldier" ab. Ein tonales Wechselbad der Gefühle. Kurze Momente der trügerischen Ruhe in einem zukünftigen, unangepassten Leben in Angst. Am Ende steht die niederschmetternde Erkenntnis: "I don't think I can last here." Doch auch die ruhigen Songs wie "Me, I'm Not" lösen anhaltende Beklemmung aus. Man kann die Angst, die die Nine Inch Nails für die Zukunft prognostizieren, förmlich spüren. "Capital G." sticht noch am wenigsten aus den 16 Titeln hervor, doch mit "My Violent Heart" beginnt sich der Widerstand zu formieren. Kein Regime kann auf Dauer bestehen, "Time will feed upon your weaknesses." In "The Warning", einem arg verzerrten und verstümmelten Stück, bedient sich der Frontmann ganz ungeniert bekannter Öko-Rhetorik: "You've become a virus, killing off his host," spricht The Presence, die handförmige Erscheinung aus des Sängers Vision, zu den Menschen. Für "God Given" wechselt Reznor den Blickwinkel, jetzt spricht durch ihn scheinbar die Church Of Plano, die an The Presence glaubt. Auch "Meet Your Master" weist ein Höchstmaß an Bit-Schubserei auf, die Nine Inch Nails zelebrieren hier regelrecht die Dekonstruktion von gewohnten Sounds. Das düster-abgründige "The Greater Good" stellt mit fünf Textteilen dar, wie der (US-)Bürger der Zukunft der Gemeinschaft hinzugefügt wird, die eben dem "Greater Good" dient. "The Great Destroyer" deutet schon einmal die Zerstörung des unterdrückenden Systems an: "I hope they cannot see the limitless potential living inside of me", passend dazu zerfasert der Song immer mehr in einen elektronischen Albtraum. Das Instrumental "Another Version Of The Truth", dominiert von einem Klavier, ruht fragil in sich und deutet vielleicht so etwas wie eine Ruhe nach dem Sturm an, der aber offensichtlich noch bevor steht. "In This Twilight" und der großartige Titeltrack bilden einen verunsichernden, aber musikalisch hervorragenden Ausstieg aus "Year Zero". Wie es am Ende ausgeht, in der Zukunft, im Jahr Null, weiß niemand. Trent Reznors Vorstellung deutet an, lässt aber vieles unausgesprochen. Vielleicht muss er auch nichts auflösen, denn die zentrale Message, wenn Reznor denn eine verbreiten möchte, ist die: Die Wurzeln totalitärer Regime reichen weit zurück. Die Schwächung der Demokratie fängt für viele unmerklich an, indem ein Klima der Angst erzeugt wird. Ob dieses Klima in den USA herrscht, vermag ich nicht zu beurteilen, die Nine Inch Nails scheinen das so zu sehen, und fordern imperativ: Wehret den Anfängen! Die Texte verstärken diese Message, doch die Musik allein ist an Intensität kaum zu überbieten. Trent Reznor hat mit "Year Zero" ein dichtes, rundes Werk geschaffen, das in seiner musikalischen Vielschichtigkeit und seiner erzählerischen Stringenz in eine Linie mit "The Downward Spiral" zu stellen ist. © Laut
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Rock - Erschienen am 22. Januar 2002 | Interscope

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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 2013 | Polydor Records

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Original Soundtrack - Erschienen am 1. Januar 2017 | Nothing

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2002 | TVT Records

Wer das Glück hatte, Nine Inch Nails einmal live zu sehen, der wird diesen Moment wohl niemals so ganz vergessen. Trent Reznor - abseits der Bühne inzwischen ein wenig ruhiger geworden - mutiert auf der Bühne zum tollwütigen Derwisch, der sich im Rausch der Musik auf dem Boden wälzt, seine Gitarristen schonmal in den Bühnengraben schubst, oder dem Keyboarder zwei Becher Wasser in seine Konsole kippt. Auf "And All That Could Have Been" - erneut mit wundervollem Artwork von David Carson - wurde versucht, die Fragility-Tour für die Nachwelt auf Tonträger zu bannen. Was bereits nach wenigen Momenten auffällt - die filigranen Songstrukturen weichen live der Dampfwalze, dem Hörer kommt eine einzige, dicke Soundwand entgegen, ein Anrennen dagegen wäre sinnlos. "Terrible Lie" reißt binnen Sekunden mit, ähnlich wie "Sin" oder "March Of The Pigs", die durch intelligente Härte und atemberaubende Geschwindigkeit den Hörer einfach mitziehen. "Piggy" bietet erstmals die Chance zum Luftholen. "The Wretched" entfernt sich nicht merklich von der Studioversion und wirkt im Anschluss an die ersten Klassiker auf unerklärliche Weise seltsam. Zu ruhig vielleicht, beinahe wie eine Pause vor dem nächsten Brecher. Der folgt mit "Gave Up" auf dem Fuße - Reznor im Geschwindigkeitsrausch. "The Great Below" ist zwar prächtig, trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass die älteren Sachen live im Schnitt einfach besser funktionieren. "The Mark Has Been Made" kann diesen Eindruck nicht mindern, denn danach bekommt man "Wish" und "Suck" um die Ohren gehauen, als gälte es, dem Hörer jeglichen Orientierungssinn aus dem Hirn zu prügeln. Auch "Closer" und "Head Like A Hole" erdrücken einen wiederum, bevor endlich auch Songs vom letzten Album ausreichend gewürdigt werden. "The Day The World Went Away" klingt anfangs schief und unstimmig, fügt sich dann jedoch auf wundersame Weise zusammen, lange nachdem der Hörer die letzte Chance zum Aussteigen verpasst hat. Gitarre, Gesang, einfach alles frisst sich langsam und unnachgiebig ins Hirn und blockiert dort sämtliche Synapsen, bevor "Starfuckers, Inc." das ganze wieder zu befreien versucht. Als Abschluss "Hurt", unendlich groß, unbegreiflich schön. Trotz großer Momente ist "And All That Could Have Been" nur bedingt gelungen, da es der Platte nicht ganz gelingt, die Stimmung auf einem Nine Inch Nails-Konzert wiederzugeben. Andererseits ist das auf Platte auch eine nicht zu lösende Aufgabe. Interessanter dürfte sich da die Live-DVD gestalten, in den USA schon erschienen (und als Export erhältlich), in Deutschland wieder und wieder verschoben. Bei der ließ nämlich bereits der Trailer (www.andallthatcouldhavebeen.com) beinahe die komplette Redaktion mit offenen Mündern zurück. "And All That Could Have Been" ist außerdem als Special Edition erschienen, mit einer zweiten CD, welche unveröffentlichte Stücke - alle sehr ruhig, oft nur mit Klavierbegleitung - und Neuinterpretationen schon bekannter Stücke enthält. Diese Ausgabe war allerdings schon vor Veröffentlichung in Deutschland vergriffen, wer Glück hat und nicht an unfähigen Verkäufern scheitert, kann aber vielleicht doch noch eine auftreiben. © Laut
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Pop - Erschienen am 1. Januar 2002 | TVT Records

Wer das Glück hatte, Nine Inch Nails einmal live zu sehen, der wird diesen Moment wohl niemals so ganz vergessen. Trent Reznor - abseits der Bühne inzwischen ein wenig ruhiger geworden - mutiert auf der Bühne zum tollwütigen Derwisch, der sich im Rausch der Musik auf dem Boden wälzt, seine Gitarristen schonmal in den Bühnengraben schubst, oder dem Keyboarder zwei Becher Wasser in seine Konsole kippt. Auf "And All That Could Have Been" - erneut mit wundervollem Artwork von David Carson - wurde versucht, die Fragility-Tour für die Nachwelt auf Tonträger zu bannen. Was bereits nach wenigen Momenten auffällt - die filigranen Songstrukturen weichen live der Dampfwalze, dem Hörer kommt eine einzige, dicke Soundwand entgegen, ein Anrennen dagegen wäre sinnlos. "Terrible Lie" reißt binnen Sekunden mit, ähnlich wie "Sin" oder "March Of The Pigs", die durch intelligente Härte und atemberaubende Geschwindigkeit den Hörer einfach mitziehen. "Piggy" bietet erstmals die Chance zum Luftholen. "The Wretched" entfernt sich nicht merklich von der Studioversion und wirkt im Anschluss an die ersten Klassiker auf unerklärliche Weise seltsam. Zu ruhig vielleicht, beinahe wie eine Pause vor dem nächsten Brecher. Der folgt mit "Gave Up" auf dem Fuße - Reznor im Geschwindigkeitsrausch. "The Great Below" ist zwar prächtig, trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass die älteren Sachen live im Schnitt einfach besser funktionieren. "The Mark Has Been Made" kann diesen Eindruck nicht mindern, denn danach bekommt man "Wish" und "Suck" um die Ohren gehauen, als gälte es, dem Hörer jeglichen Orientierungssinn aus dem Hirn zu prügeln. Auch "Closer" und "Head Like A Hole" erdrücken einen wiederum, bevor endlich auch Songs vom letzten Album ausreichend gewürdigt werden. "The Day The World Went Away" klingt anfangs schief und unstimmig, fügt sich dann jedoch auf wundersame Weise zusammen, lange nachdem der Hörer die letzte Chance zum Aussteigen verpasst hat. Gitarre, Gesang, einfach alles frisst sich langsam und unnachgiebig ins Hirn und blockiert dort sämtliche Synapsen, bevor "Starfuckers, Inc." das ganze wieder zu befreien versucht. Als Abschluss "Hurt", unendlich groß, unbegreiflich schön. Trotz großer Momente ist "And All That Could Have Been" nur bedingt gelungen, da es der Platte nicht ganz gelingt, die Stimmung auf einem Nine Inch Nails-Konzert wiederzugeben. Andererseits ist das auf Platte auch eine nicht zu lösende Aufgabe. Interessanter dürfte sich da die Live-DVD gestalten, in den USA schon erschienen (und als Export erhältlich), in Deutschland wieder und wieder verschoben. Bei der ließ nämlich bereits der Trailer (www.andallthatcouldhavebeen.com) beinahe die komplette Redaktion mit offenen Mündern zurück. "And All That Could Have Been" ist außerdem als Special Edition erschienen, mit einer zweiten CD, welche unveröffentlichte Stücke - alle sehr ruhig, oft nur mit Klavierbegleitung - und Neuinterpretationen schon bekannter Stücke enthält. Diese Ausgabe war allerdings schon vor Veröffentlichung in Deutschland vergriffen, wer Glück hat und nicht an unfähigen Verkäufern scheitert, kann aber vielleicht doch noch eine auftreiben. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 2007 | Nothing

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2000 | Interscope

Ungefähr ein Jahr ist es her, da setzte NIN-Mastermind Trent Reznor mit "The Fragile" einen weiteren Meilenstein in der Geschichte seiner Band. Und wie es bei NIN schon Tradition ist, gibt es auch zu diesem Album eine Remixversion - "Things Falling Apart". Ursprünglich für Oktober angekündigt, verschob sich die Veröffentlichung bis in den späten November. Währenddessen machten bei Napster mehr und mehr Stücke die Runde, die sich angeblich auf der Platte befinden sollten, nur die echten, die waren leider nicht zu finden. Konnte man bei "The Fragile" keine Höhepunkte und Schwachstellen herauspicken, weil einfach alles zu dicht ineinander verwoben war, so ist das bei "Things Falling Apart" schon eher möglich. Höhepunkte sind eindeutig die Stücke, bei denen Reznor selbst hinter den Reglern saß und ihnen ein neues Gesicht verpasste, wogegen die Bearbeitungen seiner Kollegen nicht immer ins Schwarze treffen. Zwar haben auch diese Stücke ihre Reize - z.B. Benellis Version von "The Frail", über lange Strecken nur von Violinen und Celli getragen - können aber nie ganz mit den Originalversionen mithalten. Am deutlichsten wird dies bei den Versionen von Adrian Sherwood und Dave Ogilvie, letztere neigt sogar dazu, zu nerven. Die wahren Perlen des Albums treten erst gegen Ende hervor. Zum einen die sieben Minuten lange Coverversion von Gary Numans "Metal", welche fast poppig beginnt, einen jedoch plötzlich mitreißt und mit einem dieser NIN-typischen Akustikgitarrensounds aufhört, bei denen man sich wünscht, dass sie niemals enden sollten. Zum anderen "10 Miles High", welches im Original schon auf einer Singleversion von "We're In This Together" sowie auf der LP zu hören war. Der Wechsel zwischen leisen und lauten Tönen wird hier bis auf die Spitze getrieben und wenn Reznors "I wanna get so high" aus den Boxen dröhnt, dürfte jeder Fan rundum glücklich sein. Zum Schluss noch ein kleiner Tipp: Auf www.nin.com gibt es zwei weitere Remixe zum Download als MP3. Warum es die Version von "La Mèr" nicht auf das Album geschafft hat, ist mir ein Rätsel... © Laut
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Pop - Erschienen am 1. Januar 1995 | Universal-Island Records Ltd.

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2006 | Nothing

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Rock - Erschienen am 4. Februar 2021 | Cult Legends

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Rock - Erschienen am 30. Mai 1994 | Nothing