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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Juni 2015 | Universal-Island Records Ltd.

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"How big how blue how beautiful!" dachte sich Florence Welch wohl letztes Jahr irgendwann, als sie den blauen Himmel über L.A. begutachtete. Das sei wie eine Message gewesen, erzählt sie Jools Holland in dessen Talkshow über den Albumtitel. Groß und schön ist es dann tatsächlich geworden, das dritte Album der sechsköpfigen Indie-Folk-Rockband. Während die beiden Vorgänger "Lungs" und "Ceremonials" doch sehr realitätsferne Themen wie Fantasiewelten behandelten und man sich beim Interpretieren der Texte mit allerhand Metaphern herumschlagen musste, widmet sich Frau Welch auf dieser Platte universell zugänglichen Motiven wie Liebe und Sehnsucht. Sie rechnet ab mit vergangenen Beziehungen und ihrem ruhelosen Ich und gewinnt letztlich die Erkenntnis, dass Dinge manchmal einfach kaputt gehen - das Leben geht dennoch weiter. Gewohnt laut bringt sie diese Erkenntnis an den Mann. Die gute erste Hälfte der Songs hat vor allem eins gemeinsam: Einen langsamen, sanften Anfang, der relativ schnell in einer rockigen Indie-Hymne mündet. Hier herrscht Aufbruchstimmung, aber Mitschunkeln ist jederzeit erlaubt. Es ist unüberhörbar, dass die Britin leidet und kämpft, letztlich aber wieder gefestigt und mit beiden Beinen im Leben steht. Eine Folge der Zeit, die nach der langen Tour mit dem letzten Album "Ceremonials" kam. Danach nahm sie sich nämlich ein Jahr Auszeit – samt Einzug in die erste eigene Wohnung, zerbrochenem Herzen, vielen Partys und einem Nervenzusammenbruch. "Ich habe mich selbst nicht glücklich gemacht und ich war sehr instabil. Es war demnach auch eine sehr verletzliche Zeit für mich, in der wir das neue Album aufnahmen – deshalb würde ich es als mein persönlichstes Album bisher bezeichnen", so Welch zum Radiosender BBC 1. Diesen Prozess teilte sie mit Produzent Markus Dravs, der schon für Arcade Fire oder Björk produziert hat. Ebenfalls sehr laute, präsente Platten, weshalb er und Florence And The Machine ein wunderbares Team abgaben. Großartige Bläser-Arrangements paaren sich auf "How Big How Blue How Beautiful" mit Chören, orchestralen Elementen und vielen Gitarren. Dank Welchs kraftvoller Stimme steht der Gesang auf einem Level mit der sehr opulenten Instrumentierung. So manches Mal denkt man beim Hören, man sei gefangen im Beginn eines epischen Films, etwa beim Intro zu "Queen Of Peace". Am Ende von "Third Eye" dagegen befindet man sich im Abspann und fühlt sich wie nach einem erfüllten Kinoabend. Und das Trompeten-Outro des Titeltracks "How Big How Blue How Beautiful" ist an cineastischen Aspekten sowieso kaum zu übertreffen. Dass es ihr persönlichstes Album bisher ist, zeigt sich nicht nur dadurch, dass Drama Queen Florence ganz alleine mit ihrem Vornamen auf dem Cover verweilt - die Band steht mittlerweile definitiv im Hintergrund. Auch klingt die Sängerin erwachsener und weiser, als hätte sie einen Sturm hinter sich gelassen. Bei ihr waren das vielleicht Nervenzusammenbrüche, Beziehungsprobleme und Eskapaden, die sie durch die Songs bewältigt. Dabei herausgekommen ist eine Platte mit elf (in der Deluxe-Version sogar 16) kraftvollen Stücken voller Emotionen, Pathos und Opulenz. Florence ist trotz des Breakdowns ganz die Alte geblieben. © Laut