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Die Alben

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Alternativ und Indie - Erschienen am 22. September 2020 | Anti - Epitaph

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Heute, am 22. September, ist die Tagundnachtgleiche, auch Äquinoktium genannt, die gleichzeitig den kalendarischen Beginn des Herbstes markiert. Um 15:31 Uhr überquert die Sonne von Norden nach Süden den Erd-Äquator, was dazu führt, dass sie für kurze Zeit senkrecht zum Äquator steht, wodurch Tag und Nacht fast exakt gleich lang sind. Dieses Jahr ist die Sonnenbewegung aber nicht das einzig Spannende: Zeitgleich um 15:31 Uhr erscheint auch das neue Fleet Foxes-Album "Shore". Man kann es kaum anders deuten, als dass Band-Brain Robin Pecknold den Herbst auch musikalisch einläuten will. Mit Erfolg. "Shore" klingt weniger fordernd und ambitioniert als noch "Crack-Up" (2017), bewegt sich aber weiterhin in den gewohnt sonnigen Folk-Soundwelten. Musik wie eine Fleecejacke, perfekt für die kommende Übergangszeit, die einen schön warm hält und einfach verdammt gemütlich ist. Musik, die vor dem inneren Auge Bilder von Flanell-Hemden, Bärten und Waldspaziergängen bei fallendem Laub erzeugt. Musik, die dem Inbegriff der Worte 'schön' und 'nett' in ihren positivsten Konnotationen gleichkommt. Gleichzeitig ist "Shore" ein Triumph über zermürbende Selbstzweifel. Denn wie Pecknold in einem Beitext erklärt, war bereits im Februar der Großteil der Musik aufgenommen, was fehlte waren die Texte. Alles, was er schrieb, schien ihm schon bald nicht mehr gut genug, so dass er zwischenzeitlich daran zweifelte, das Album überhaupt fertig zu stellen. Dann kam der Lockdown. Pecknold nahm im Electro-Vox Studio in Los Angeles auf, als die Infektionszahlen in Amerika nach oben schossen. Er verließ die Stadt recht kurzfristig, um die Quarantäne in New York zu verbringen. Drei Monate vergingen, ohne dass er mit den Texten weitergekommen wäre, allerdings nahm die Weltlage auch einige der Sorgen um die neuen Songs. Im Vergleich zu einer Pandemie erschienen ihm seine eigenen Probleme ziemlich klein. Erst als Pecknold begann, tagelang mit dem Auto durch die Gegend zu fahren, fielen ihm wohl die Worte zur Musik ein. Zweifel hört man den fertigen Stücken nun nicht an, sie wirken ganz klar und selbstbewusst. Die halligen Gitarren-Anschläge zu Beginn von "Wading In Waist-High Water" ziehen bereits in diese wohlige Klangwelt hinein, die Pecknold erzeugt. Die ersten Worte überlässt der Multiinstrumentalist Sängerin Uwade Akhere: "Summer all over / Blame it on timing". Nach und nach kommen die Instrumente hinzu, Bläser, ein Piano. Nach knapp einer Minute öffnet sich das Stück, und ein Schlagzeug steigt ein. Schließlich kippt der Track in den zweiten Titel "Sunblind", in dem Pecknold mit Unterstützung von Kevin Morby seinen verstorbenen musikalischen Idolen gedenkt: "For Richard Swift / For John and Bill / For every gift lifted far before its will / Judee and Smith / For Berman too". Anstatt den Song zur melancholischen Klage werden zu lassen, macht Pecknold den Track zu einer Feier der Erwähnten, mit treibenden Drums und einem Haufen charmanter Melodien. Der Amerikaner ist auch ein Meister darin, seine Songs verträumt, aber nicht schläfrig wirken zu lassen, wie etwa "Featherweight" beweist, das im Refrain mit Simon And Garfunkel-Harmonien begeistert. Das legendäre Duo wird auch in "For A Week Or Two" beschworen, einem der langsamsten Songs der Platte, bei dem man dennoch wunderbar mitschaukelt. Wie wenig ein Fleet Foxes-Song braucht, um trotzdem magisch zu wirken, belegt "I'm Not My Season", in dem sich eine elektrische und eine akustische Gitarren umspielen, und Pecknold mit seiner sanften Stimme singt: "Though I liked summer light on you / If we ride a winter-long wind / Well time's not what I belong to / And I'm not the season I'm in". Die ruhigen Stücke halten sich auf "Shore" wunderbar die Waage mit den nach vorne strebenden, wie etwa "Maestranza", "Cradling Mother, Cradling Woman" oder dem fantastischen, hymnischen "Can I Believe You", in dem die Vocals besonders hervorstechen. Lyrisch wird Pecknold selten eindeutig, so heißt es etwa: "It never got less strange, showing anyone just a bare face / If I don't, well, nothing will change / Staying under my weather all day". Es bleibt am Ende immer wieder die Melodieführung, die man nur bewundern kann. Diese scheinbar endlose Aneinanderreihung schöner Noten, dazu die dichte, liebevolle Instrumentierung: Alles wirkt mit sehr viel Präzision an die richtige Stell platziert. So gelingt es den Fleet Foxes gleichzeitig an die alten Folk-Helden aus dem Laurel Canyon, etwa Crosby, Stills & Nash oder Judee Sill, zu erinnern und dennoch modern und zeitgemäß zu klingen. Die 55 Minuten des Albums sind pure Freude und vergehen wie im Flug. Schöner kann der Herbst kaum werden. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Juni 2017 | Nonesuch

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Sechs Jahre nach Helplessness Blues kriechen die Fleet Foxes aus ihrem Schlupfloch. Sechs Jahre, die die DNA der Band mit dem brillanten Folk aus Seattle nicht unbedingt verändert haben, sind sie noch immer von vokalen Harmonien besessen. Mit Crack-Up hat Robin Pecknold (der sich freiwillig von der Musik zurückgezogen hat, um sich seinem Studium zu widmen) immer noch kein Problem damit, Ellbogen zu gebrauchen, um sich unter Crosby Stills Nash & Young und die Beach Boys zu mischen. Mit dem gewöhnlichen Heiligenschein, der über ihnen schwebt und fast schon mythisch wirkt, assoziiert man mit der Musik der Fleet Foxes auf ihrem dritten Album das physische Wohlbefinden, das eine Produktion von Brian Wilson hervorruft oder die subtilen Songs wie sie David Crosby im letzten Jahrhundert für sein If I Could Only Remember My Name veröffentlichte. Zwischen einem wäldlichen Spaziergang und einem Ausflug ins nahzu "Barocke", ist dieser luxuriöse Folk mit seinen Arrangements von unglaublicher Schönheit und macht Crack-Up zu einem beeindruckenden und professionellen Album. © MD/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 28. Februar 2017 | Nonesuch

Hi-Res
"Die Niederländischen Sprichwörter" ziert das Cover der aufstrebenden Fleet Foxes aus Seattle. Es ist eines der bekanntesten Gemälde Bruegels, die häufig das Leben der Landbevölkerung thematisieren, deren vermeintlich idyllische Welt längst von Laster, Bosheit und Schwäche korrumpiert wurde. Die ländliche Ästhetik lässt sich prima auf die Kompositionen der jungen Amerikaner übertragen Gleichzeitig begeben sie sich mit ihrer Affinität zu hippieeskem 60s-Folkpop auf die Suche nach einer Möglichkeit, die Welt doch noch als unbelastet und als Einheit von Natur und Mensch zu begreifen. Mit ihrer Vorliebe für den mehrstimmigen Gesang und harmonische Melodien werfen Mastermind Robin Pecknold und Band unter Mithilfe des Produzenten Phil Ek (The Shins, Band Of Horses) einen musikalischen, nostalgisch anmutenden Blick auf die Welt, der liebenswerter kaum sein könnte. Ein sanfter Gospel-Chor eröffnet das Werk, "Sun It Rises" haucht Pecknolds warmer Gesang zur Akustischen, Orgel, Paukenschlägen Leben ein, ehe das E-Gitarren-Muster dringlicher vom Tag kündet. Der Harmoniegesang offenbart sich als Herzstück dieser Lieder, das famose "White Winter Hymnal" klingt wie die Beach Boys ohne kalifornische Surf-Attitüde, versetzt in eine hügelige Winterlandschaft. Pecknold eröffnet den sich steigernden Reigen, bevor sich das Stück zum choralen Vier-Mann-Stück ausdehnt. Grandios auch, wie sich im dynamischen "Ragged Wood" mit facettenreichem Melodiebogen Pecknolds Lead Vocals mit den Gesangsharmonien der Band abwechseln und ergänzen. Ein Hauch von Fleetwood Mac weht durch diese Nummer. "Tiger Mountain Peasant Song" nimmt das Tempo raus, nur zur gezupften Akustischen stimmt Pecknold eine eigenwillig schöne Melodie an, die er mit ätherischem Falsettgesang ausklingen lässt. Es ist die Eingängigkeit des Harmoniegesangs und der Melodien, die selten auf einen expressiven Refrain zulaufen, die sich in Liedern wie dem dichter instrumentierten "He Doesn't Know Why" und dem cineastisch-pastoralen "Heard Them Stirring" so herzerwärmend äußern. Hier ein Tamburin, Pianotupfer, da eine wirkungsvoll gesetzte E-Gitarren- oder Flötenlinie wie im treibenden "Your Protector" staffieren die Arrangements wunderbar aus. "Meadowlarks" präsentiert sich als melancholischer Folk, sakraler Backgroundgesang und dezente Orgelklänge umschmeicheln trefflich Pecknolds eindringlichen Gesang. Ein chorales Intro leitet anschließend in das von Gitarre und Piano instrumentierte "Blue Ridge Mountains" über, das mich atmosphärisch an die Combo America erinnert. In "Oliver James" begleitet die Akustische den Sänger, wobei er bei der letzten Strophe ganz intim auf die instrumentale Begleitung verzichtet und damit das Werk abschließt. Repeat! Immer wieder! Kategorisierungen wie Neo-Folk oder Freak-Folk bringen die Musik dieses jungen Quintetts nicht wirklich auf den Punkt. Ihre Musik lässt den Folkpop jedenfalls in neuem Licht erstrahlen. Die Fleet Foxes greifen auf unterschiedliche folkloristische Traditionen der Welt zurück und bündeln sie in elf zeitlosen Songs, die sie selbst als "baroque harmonic pop jams" bezeichnen. Belassen wir's dabei. Tolles Debüt einer irgendwie anderen Band, die den Abgründen der Menschheit auf ganz zauberhafte Weise trotzt. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 28. Februar 2017 | Nonesuch

Hi-Res Booklet
Robin Pecknold beherrscht die Kunst der Tiefstapelei. Das neue Album seiner Fleet Foxes sei nach eigenen Worten "langweilig, nicht eingängig" geraten. Die Gedanken sind ihm diesmal schwerer gefallen, dafür besitzt er auf "Helplessness Blues" umso mehr die Courage, in sich hineinzuleuchten. Die Bürde wog schwer: Was die Fleet Foxes mit ihrem gleichnamigen Debüt vor drei Jahren ankurbelten, war das zarte Nebeneinander von Folk und Pop, eine zweisame Einigkeit. In der Folge zweifelte er an sich, das Wunschkind der Beach Boys und aller Spätsechziger-Goldkehlchen am Songwriterhimmel. Am Starkult kann es nicht gelegen haben, denn wer so viel Bart trägt wie Pecknold und sich auf der Bühne so uncool benimmt, dessen Charme erliegt niemand so leicht. Eine frühe Krise also? John Lennon sang im selben Alter "Help!" und fühlte da ein innerliches Brodeln, hervorgerufen von äußeren Geschehnissen. Robin Pecknold wollte mehr von der Welt, er bekam dann auch mehr Bühnen, mehr Interviews und mehr Jetlags. Mitte zwanzig ist er jetzt und kann von einer Hilflosigkeit Lieder singen, die sich andere am Lebensende noch nicht eingestehen möchten. Nun darf bei der beliebten Liedermacher-Nahaufnahme die Band nicht vergessen werden. Die Fleet Foxes sind gewachsen und ein Sextett geworden, was freilich an ihren fein ziselierten Arrangements wie "The Plains/Bitter Dancer" zu spüren ist. Freiere Harmonien stellen den Folk, mit dem sie groß wurden, zwar nicht neu auf, trotzdem erlauben sie sich so manche Spielerei an der Struktur des großen Bruders. Als einleuchtendes Beispiel für den Kurswechsel beweist sich "The Shrine/An Argument", ein Abenteuer-Vierteiler in acht Minuten. Pecknold erzählte, während der Aufnahmen zuhauf John Coltrane gehört zu haben – genau in dieser verschrobenen Free Jazz-Gebärde bewegt sich das Lied gegen Ende hin. Stoische Streicher rutschen durch die Lagen und schließen die mischblütige Grandezza ab. Die Barden aus Seattle geben sich auf dem Zweitling alle Mühe, eine Echo-Variante ihrer amerikanischen Lehrmeister zu etablieren. So viel Hall, wie auf den Vorab-Erscheinungen "Helplessness Blues", "Battery Kinzie" und "Grown Ocean" erschallt, vernimmt man sonst nur in den Blue Ridge Mountains beim Versuch, gegen die massiven Felsgebilde anzusingen. Dieses wohllautende Dreigespann ist auf "Helplessness Blues" die stählerne Brust, die sich die Fleet Foxes mit ihrem Debüt antrainiert haben. In "Blue Spotted Tail" stellt sich Pecknold als knapper Storyteller allein mit Finger-Picking und unverfälschtem Gesang vor, um den Westcoast-Pop-Brandmarkungen kurz zu entkommen. Existenzgrüblerisch fragt er: "Why in the night sky are the lights on? / Why is the earth moving round the sun? / Floating in the vacuum with no purpose, not a one / Why in the night sky are the lights on?" - und kehrt jegliches Stillleben nach außen. Wenn der Tag kommen sollte, an dem es die Fleet Foxes nicht mehr gibt, wird das Lieblingsvokabular Pecknolds noch immer da sein: "Morning" und "Old". So viel Zeitlosigkeit kann sich hören lassen. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 8. April 2008 | Nonesuch

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Alternativ und Indie - Erschienen am 9. November 2018 | Nonesuch

Booklet
Jetzt ist es schon zehn Jahre her, dass das selbstbetitelte Debütalbum der Fleet Foxes mit ihren vokalen Pop-Folk-Harmonien erschienen ist. Zehn Jahre also, dass sie in die Fußstapfen von Brian Wilson und Leuten wie Crosby, Stills, Nash and Young treten, aber ohne sie je auf geschmacklose Art zu imitieren. Aus diesem Anlass erinnert uns das Quintett aus Seattle mit einer 4-CD-Box, also etwa dreißig Tracks, an seine frühen Jahre: Fleet Foxes – First Collection: 2006-2009. Ein Blick zurück und die Zeitmaschine zeigt die Seventies an. Auf dem Programm stehen The Fleet Foxes EP (2006), das vielseitige Sun Giant EP (2008) und ihr Opus Fleet Foxes (2008), auch eine von A cappella-Gesang geprägte Gospel-Serenade, die erfolgreiche Single White Winter Hymnal wurde nicht vergessen. Es gibt reichlich sanften Akustiksingsang, bei dem bestimmte Titel in Hülle und Fülle eine Art erdige Poesie mit mystischer, unheimlich abgehobener Ausstrahlung harmonisieren. Die Stimmen hallen als Echo wie beim Kirchgesang wider (Oliver James), und folkloristische Tamburine (Mykonos) sowie einprägsame Refrains strahlen eine anhaltende Wärme aus, sodass man immerzu hinhören muss. Auf der dritten CD schalten sich dann die Gitarren ein und bringen mit durchaus charmanten Pop-Themen einen gewissen, nie ausufernden Schwung in die Sache (In the Hot Hot Rays). Mit dieser Band geht nichts den Bach hinunter, alles läuft! Eine einzigartige Anziehungskraft, die sogar Joan Baez mit ihrem legendären Silver Dagger außer Kraft setzt. Insgesamt macht das also 1 Stunde und 40 Minuten verblüffenden Folk, der damit die erstaunliche Entwicklung der Fleet Foxes und ihr nicht zu vernachlässigendes Talent als Songwriter durchblicken lässt. Die Box gipfelt in einer Apotheose, denn am Schluss gibt es dann unveröffentlichte Demos, darunter das English House (basement demo). Aufgepasst, den Augenblick darf man nicht verpassen. © Clara Bismuth/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 9. Juni 2008 | Nonesuch

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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Juni 2017 | Nonesuch

Booklet
Sechs Jahre nach Helplessness Blues kriechen die Fleet Foxes aus ihrem Schlupfloch. Sechs Jahre, die die DNA der Band mit dem brillanten Folk aus Seattle nicht unbedingt verändert haben, sind sie noch immer von vokalen Harmonien besessen. Mit Crack-Up hat Robin Pecknold (der sich freiwillig von der Musik zurückgezogen hat, um sich seinem Studium zu widmen) immer noch kein Problem damit, Ellbogen zu gebrauchen, um sich unter Crosby Stills Nash & Young und die Beach Boys zu mischen. Mit dem gewöhnlichen Heiligenschein, der über ihnen schwebt und fast schon mythisch wirkt, assoziiert man mit der Musik der Fleet Foxes auf ihrem dritten Album das physische Wohlbefinden, das eine Produktion von Brian Wilson hervorruft oder die subtilen Songs wie sie David Crosby im letzten Jahrhundert für sein If I Could Only Remember My Name veröffentlichte. Zwischen einem wäldlichen Spaziergang und einem Ausflug ins nahzu "Barocke", ist dieser luxuriöse Folk mit seinen Arrangements von unglaublicher Schönheit und macht Crack-Up zu einem beeindruckenden und professionellen Album. © MD/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 4. Mai 2018 | Nonesuch

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Alternativ und Indie - Erschienen am 3. Mai 2011 | Nonesuch

Booklet
Robin Pecknold beherrscht die Kunst der Tiefstapelei. Das neue Album seiner Fleet Foxes sei nach eigenen Worten "langweilig, nicht eingängig" geraten. Die Gedanken sind ihm diesmal schwerer gefallen, dafür besitzt er auf "Helplessness Blues" umso mehr die Courage, in sich hineinzuleuchten. Die Bürde wog schwer: Was die Fleet Foxes mit ihrem gleichnamigen Debüt vor drei Jahren ankurbelten, war das zarte Nebeneinander von Folk und Pop, eine zweisame Einigkeit. In der Folge zweifelte er an sich, das Wunschkind der Beach Boys und aller Spätsechziger-Goldkehlchen am Songwriterhimmel. Am Starkult kann es nicht gelegen haben, denn wer so viel Bart trägt wie Pecknold und sich auf der Bühne so uncool benimmt, dessen Charme erliegt niemand so leicht. Eine frühe Krise also? John Lennon sang im selben Alter "Help!" und fühlte da ein innerliches Brodeln, hervorgerufen von äußeren Geschehnissen. Robin Pecknold wollte mehr von der Welt, er bekam dann auch mehr Bühnen, mehr Interviews und mehr Jetlags. Mitte zwanzig ist er jetzt und kann von einer Hilflosigkeit Lieder singen, die sich andere am Lebensende noch nicht eingestehen möchten. Nun darf bei der beliebten Liedermacher-Nahaufnahme die Band nicht vergessen werden. Die Fleet Foxes sind gewachsen und ein Sextett geworden, was freilich an ihren fein ziselierten Arrangements wie "The Plains/Bitter Dancer" zu spüren ist. Freiere Harmonien stellen den Folk, mit dem sie groß wurden, zwar nicht neu auf, trotzdem erlauben sie sich so manche Spielerei an der Struktur des großen Bruders. Als einleuchtendes Beispiel für den Kurswechsel beweist sich "The Shrine/An Argument", ein Abenteuer-Vierteiler in acht Minuten. Pecknold erzählte, während der Aufnahmen zuhauf John Coltrane gehört zu haben – genau in dieser verschrobenen Free Jazz-Gebärde bewegt sich das Lied gegen Ende hin. Stoische Streicher rutschen durch die Lagen und schließen die mischblütige Grandezza ab. Die Barden aus Seattle geben sich auf dem Zweitling alle Mühe, eine Echo-Variante ihrer amerikanischen Lehrmeister zu etablieren. So viel Hall, wie auf den Vorab-Erscheinungen "Helplessness Blues", "Battery Kinzie" und "Grown Ocean" erschallt, vernimmt man sonst nur in den Blue Ridge Mountains beim Versuch, gegen die massiven Felsgebilde anzusingen. Dieses wohllautende Dreigespann ist auf "Helplessness Blues" die stählerne Brust, die sich die Fleet Foxes mit ihrem Debüt antrainiert haben. In "Blue Spotted Tail" stellt sich Pecknold als knapper Storyteller allein mit Finger-Picking und unverfälschtem Gesang vor, um den Westcoast-Pop-Brandmarkungen kurz zu entkommen. Existenzgrüblerisch fragt er: "Why in the night sky are the lights on? / Why is the earth moving round the sun? / Floating in the vacuum with no purpose, not a one / Why in the night sky are the lights on?" - und kehrt jegliches Stillleben nach außen. Wenn der Tag kommen sollte, an dem es die Fleet Foxes nicht mehr gibt, wird das Lieblingsvokabular Pecknolds noch immer da sein: "Morning" und "Old". So viel Zeitlosigkeit kann sich hören lassen. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 5. Mai 2009 | Nonesuch

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Alternativ und Indie - Erschienen am 27. September 2018 | Nonesuch

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Alternativ und Indie - Erschienen am 25. Oktober 2018 | Nonesuch

Alternativ und Indie - Erschienen am 10. März 2017 | Nonesuch

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Alternativ und Indie - Erschienen am 4. Mai 2018 | Nonesuch

Alternativ und Indie - Erschienen am 29. September 2017 | Nonesuch

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Der Interpret

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