Ihr Warenkorb ist leer!

Genre :

Ähnliche Künstler

Die Alben

Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 21. Januar 1993 | Vertigo Berlin

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Der Zirkus ist in der Stadt. Sein zerpflücktes Zelt, dunkelbunt und schmutzig gestreift, ziert den alten Dorfplatz. Horst Pferdinand, das angegraute Zirkuspferd mit Feder in der Mähne, sucht auf seiner provisorischen Koppel nach den letzten Büscheln Gras. Im Kassenhäuschen sitzt ein brummiger und bärbeißiger Mann, vor dem manch kleines Kind Angst hat. Sven Regener verteilt die Eintrittskarten zur Sondervorstellung "Weißes Papier", in spröder Sprache gezeichnete Bilder. In der Manege lässt seine Band, Element Of Crime, bereits eine ausgeschüttelte Katze, einen sittenstrengen Milchmann und einen Subaru-Besitzer zu einem Potpourri aus Schunkel-Rock, Chanson, altem Schlager und Shanty durch die Manege tanzen. So ziemlich das einzige, was im August 1991 als noch uncooler als ein Zirkus galt, waren Lieder in deutscher Sprache. Zwar trägt die Hamburger Schule mit der Single "Ghettowelt" von Blumfeld ihre ersten Knospen, aber allgemein verstecken sich deutsche Gruppen wie Camouflage, die Rainbirds oder Alphaville vor der eigenen Sprache in schlechtem Schulenglisch. Deutsch sind Grönemeyer (mit dem EOC 1992 touren), Westernhagen und Kunzes Brille. Künstler, die im Verlauf des Jahrzehnts so verzweifeln, dass sie laut nach einer Radioquote für deutsche Musik schreien. Das einzige Alternativprogramm bleiben Die Toten Hosen. Tocotronic, Die Sterne, Tomte und Kettcar liegen noch in weiter Ferne. Selbst Selig und Die Ärzte sind noch nicht (wieder) auf der Bildfläche. Zu dieser Zeit treffen Element Of Crime die folgenschwerste Entscheidung ihrer Karriere. Die englische Sprache der ersten vier Alben tauschen sie mit "Damals hinterm Mond" gegen ihre Muttersprache aus. Im Januar 1993 folgt "Weißes Papier". Element Of Crime perfektionieren ihr neu gefundenes Konzept zur Blaupause für die weitere Karriere. Das Titelstück stellt ein Hoch auf das Verlassenwerden dar. Ein Fest für den genussvollen Melancholiker in uns. Ein Rausch des Selbstmitleids, hintergründig humorvoll und niemals hoffnungslos. "Nicht mal das Meer darf ich wiedersehen / Wo der Wind deine Haare vermisst / Wo jede Welle ein Seufzer / Und jedes Sandkorn ein Blick von dir ist." Egal wie das Leben von hier aus auch weiter gehen mag, "wir werden nie mehr so rein und so dumm sein wie weißes Papier." Diese Erkenntnis trägt eine nur sachte unterstützende Band und ein summendes Akkordeon, das in der trostlosen Atmosphäre aufgeht. Doch erst ein kurzes Trompetensolo lässt dem Schmerz freien Raum und wir bleiben zurück wie ein im Regen vergessener Köter. In "Draußen Hinterm Fenster" spielen sich die Musiker noch ein, bis sie die Gitarre von Jakob Ilja unterbricht. Regener sitzt derweil wie Jeff in Hitchcocks "Das Fenster zum Hof" unbeteiligt in seinem Zimmerchen und betrachtet die Alltagsabenteur auf den dreckigen Straßen Berlins. "In euren Wohnvierteln diskutieren sie vielleicht, aber in meiner Nachbarschaft nörgeln sie." Im Refrain zerfällt der Song in zwei Hälften, poltert durch einen Dreivierteltakt. Ein kurzer Bruch in Struktur und Text, bis Regener resigniert feststellen muss: "Wir sitzen hier fest, was auch immer geschieht - verwirrt, träge und verliebt." Borstig und barsch schlingern sich Element Of Crime durch "Und Du Wartest". Eine Bierbank voller Griesgrame, Murrköpfe und Trauerklöße bietet eine bittere Version eines Blauen Bock-Schunklers. "Ein alter Mann steht unten am See / Und bewirft die Enten mit Brot vom vorigen Jahr." Regeners Trompete klagt, während er selbst auf ein Zeichen von 'ihr' wartet. Doch alles Verharren lohnt sich nicht. "Ich warte am Bahndamm zwischen den Gleisen / Bis entweder ein Zug kommt oder ein Zeichen von Dir / Ob das Erpressung ist / Ist mir doch egal / Du wirst geliebt / Du hast die Wahl." Ein zartgliedriges und zugleich fieberhaftes Gitarren-Intro eröffnet "Du Hast Die Wahl", bis das Schifferklavier von Ecki Busch nebelhaft durch den Refrain tanzt. Am Ende bekommt der Filou doch noch, wonach ihm gedürstet: "Ich lock dich in den Garten / Und bewerf dich mit Blumen / Solang bis du umfällst / Und kapitulierst." "Mehr Als Sie Erlaubt" taumelt durch die dunklen Gassen der Nacht. Verworrene Bläser und Gitarren begleiten eine Hassliebe, ätzend wie Alienblut. "Fett wär ich bekäm ich ein Stück Torte / Für jede Illusion die sie mir raubt." Was möchte einem der Protagonist leid tun. Doch "letzten Endes bin auch ich ein ganz Gemeiner / Letztendich passt auf jeden Eimer ein Gesicht." Halb Chanson, halb Shanty zeigt sich "Schwere See" so ungestüm wie das Meer. Geigen flüstern, ziehen hinaus in die Ferne. Den ruhigen Strophen folgt ein sintflutartiger Refrain. Doch sie gehören zusammen wie der Wind und das Meer. Ein Lotsenboot in schwerer See. "Ich will dein fester Boden sein / Obwohl ich selber schwanke." Das klischeebeladene "Sommerschlussverkauf der Eitelkeit" ordnete später selbst Regener als weniger gelungen ein: "Das haben wir auf der Tournee zwei-, dreimal gespielt und dann haben wir das sofort sein lassen, denn das Ding hat es einfach nicht. Das kennt jeder, braucht keiner, man weiß, worum es geht, danke schön. Andere sehen das anders, aber da kann ich nur von mir ausgehen." Mit dem von französischem Flair durchzogenen "Alten Resten Eine Chance" endet "Weißes Papier". Die Party ist zu Ende, der Biervorrat schon lange. Ein Blick zurück auf das entstandene Chaos, leicht und beschwingt. "Was für Schweine lädst du dir bloß ein? / Ein Salat darf nie mit Nudeln sein / den sowas rächt sich bitterlich." Erschöpft ziehen sich Element Of Crime nach ihrer Großtat in ihren mit Nuttenherzchen verzierten Anhänger zurück. Auch Horst Pferdinand darf endlich schlafen gehen. Bis heute verfügen die Longplayer von Element Of Crime über ein unverschämt hohes Niveau, doch auf "Weißes Papier" brachten sie Musik und Texte nahezu perfekt in Einklang. Ein kaltschnäuziger Leitfaden zur Schwermut, durchsetzt von bissigem Humor. Per Anhalter durch die Melancholie. "Kommt Zeit / Kommt Rat / Kommt Fusselbart." © Laut
Ab
CD21,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 11. Oktober 2019 | Vertigo Berlin

Die Tournee rund um ihr 14. Studioalbum Schafe, Monster und Mäuse führte die Band Element of Crime im Mai 2019 ins Berliner Tempodrom, wo sie ihren Auftritt für ein Live-Album aufnahmen. Frontmann Sven Regener und seine Gruppe legen den Fokus auf die aktuelle Platte, von der sie abgesehen von "Nimm dir, was du willst" sämtliche Nummern spielen, streifen aber auch immer wieder ältere Songs aus ihrer Karriere ("Schwere See", "Am Ende denk ich immer noch an dich", "Delmenhorst", "Robert Zimmermann"). Der Mitschnitt ist als Doppel-CD und als Dreifach-Vinyl erhältlich und kam auf Platz 5 der deutschen Charts. © TiVo
Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 5. Oktober 2018 | Vertigo Berlin

Chemnitz marschiert, sein parlamentarisches Pendant etabliert sich in Umfragen als zweitstärkste Kraft und die CSU startet ihr eigenes Raumfahrtprogramm. Es sind weiß Gott beschämende Zeiten. Während sich die einen wundern, was man überhaupt noch Liebe nennt und andere glauben, alle Probleme verpufften beim Tanzen, stellte zumindest Andreas Bourani vor einigen Jahren die wohl wichtigste Frage überhaupt: "Wer friert uns diesen Moment ein?" Und das, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, tun Element Of Crime. Sie tun es seit nunmehr 33 Jahren. Und ebendrum ist es so verdammt wichtig, dass mit "Schafe, Monster Und Mäuse" auch im Jahr 2018 wieder ein Studioalbum dieser Band erscheint, die musikalisch wie lyrisch die vielleicht letzte Konstante in unsteten Zeiten bildet. Die uns allen diesen Moment einfriert. Wer wäre wohl besser geeignet, nach dem Weltuntergang einmal auf Pause zu drücken, und die eigenen Beobachtungen beim Gang über den Kurfürstendamm in all seinen unwichtigen Details festzuhalten? Wohl niemand. Und genau so ein Werk ist "Schafe, Monster Und Mäuse" geworden. Ein gewohnt nüchternes Stillleben, eine Bestandsaufnahme voller Urbanität, Zwischenmenschlichkeit und Currywurst. Größer denn je fällt der Berlin-Bezug auf "Schafe, Monster Und Mäuse" aus: Sven Regeners Dichtungen spielen wahlweise am Schlesischen Tor, auf dem Kudamm, im Prinzenbad oder einfach nur im Späti. Unstet wie die Millionenstadt selbst schwanken Element Of Crime in nostalgietrunkener Manier zwischen Halbballaden, Lagerfeuerliedern und geselligen Ufftata-Bläsersätzen. Bewusst klamaukig tänzelt sich die Rhythmusfraktion durch "Ein Brot Und Eine Tüte", bluesig wie nie heult sich Jakob Iljas Gitarre durchs verdammt abgedunkelte "Stein, Schere, Papier". Ganz unzimperlich stellen Element Of Crime in "Karin, Karin" die megalomanische Silvesterfeierei der Hauptstadt auf eine Stufe mit einem Schlag auf den Hinterkopf – tadelnde Worte und erhobene Zeigefinger verwehren sie uns dennoch. Denn wie immer flutet allgegenwärtige Melancholie in die Fronten zwischen Optimismus und Pessimismus. Offenbart sich "Die Party Am Schlesischen Tor" für den Einen als einzige Liebeserklärung an die Berliner Feierwut, spiegelt sie für andere wohl den wahrgewordenen, gerade deshalb so beklemmenden Großstadt-Albtraum wieder. Ein bisschen Stabilität bedeutet gewiss auch die bekannte Feststellung: Steht Element Of Crime drauf, ist Element Of Crime drin. Es gibt A-Moll und D-Moll, es gibt Gäste an verschiedensten Instrumenten, es gibt Bläser und einen neuerlichen Gastbeitrag von Regeners Tochter Alexandra. Es gibt folkige Klänge, bräsige Kraut-Momente und ein ganz schön progressives Wechselspiel aus Dreiviertel- und Viervierteltakten ("Bevor Ich Dich Traf"). Es gibt diesen Moment, in dem "Nimm Dir, Was Du Willst" anfänglich haargenau wie "Immer Da Wo Du Bist Bin Ich Nie" klingt. Und es gibt das in seiner Spärlichkeit alles überragende "Wenn Es Dunkel Und Kalt Wird In Berlin", das mit Gummibärchen-Metaphorik den Kummer von Steinen aus der Spree besingt und sogleich die allseits beliebte Glühwein-Saison einläutet. Und damit schlussendlich wieder den Bogen zurück in diese eine Stadt spannt, die einzige, in der sich dieses Stück deutscher Musikkultur überhaupt hätte zusammenfinden können. Ja, es stimmt: Wenn "Vier Stunden Vor Elbe 1" das Klagelied auf die Wurzeln der zurückgelassenen Hansestadt ist, dann ist dies hier die längst überfällige Ode an die Wahlheimat. Dann ist das die Stimme im Wind, die flüstert: Auf diese Steine können wir bauen. © Laut
Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 13. September 1996 | Vertigo Berlin

Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 20. August 1991 | Vertigo Berlin

Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 18. September 2009 | Vertigo Berlin

Anmutig, stoisch und nur gelegentlich von störrischen Zeitgeist-Winden geplagt, gleitet sie nun schon dahin, die Karriere von Element Of Crime. Viele einstige Nahestehende sind seit dem ersten hohen Wellengang Anfang der 90er verschollen, doch andere drängten stets nach in diese robuste Melancholie-Rock-Zille, allein um Käptn Regener und dessen ganz speziellem Seemannsgarn auf schwerer See nahe zu sein. "Immer Da Wo Du Bist Bin Ich Nie" ist so ein Satz, der eigentlich nur von Regener stammen kann, und dem nur ein Ausrufezeichen zur Kenntlichmachung der erbetenen Aufmerksamkeit fehlt. Denn ob der EOC-Chef will oder nicht: "Mittelpunkt Der Welt", das erste Gold-Album der Band-Geschichte und auch schon wieder unglaubliche vier Jahre alt, wirft einen beträchtlichen Schatten auf das neue Werk. Da kann es nicht schaden, wird sich Herr Regener gedacht haben, eine der Top-Zeilen der Platte gleich mal im Opener zu verpulvern: "Was für Cloppenburg Pfanni ist / bist du für mich". Bis man diese auch rhythmisch anspruchsvoll umgesetzte Stelle zu hören bekommt, muss man erst mal mithalten mit dem Sänger, der in "Kopf Aus Dem Fenster" ein Tempo hinlegt wie weiland die Walz aus der Pfalz in Mexiko. Regener keucht, flucht und metaphert signalhaft wie eh und je, freilich nicht ohne sich dabei von einer seltsamen Wirklichkeitsebene zur nächsten zu hangeln - ein fulminanter Start. Den countryesken Americana-Einschlag findet man später noch auf dem Titeltrack, einem sich dehnenden, untypisch ruppigen EOC-Stück mit einer zärtlichen Basslauf-Reverenz Dave Youngs an "These Boots Are Made For Walking". Doch Element Of Crime feiern natürlich auch seit jeher die Zurückgenommenheit, den leisen Moment: Einen ihrer schönsten seit langer Zeit präsentieren sie auf "Am Ende denk ich immer nur an dich". Atemberaubend, wie es Regener hier gelingt, drei separate Erzählebenen gegen Ende wie selbstverständlich zusammen laufen zu lassen, kulminierend in der Frage: "Wie viele Erdbeereise muss der Mensch noch essen?". So einen Song wünscht man sich mal bei einer dieser lächerlichen TV-Jubelheimer-Veranstaltungen wie dem Echo, wo es gang und gäbe ist, der Republik die Abwrack-Poesie talentierter Nichtskönner vorzuführen. Gewiss, Element Of Crime haben derlei Albernheiten gar nicht nötig. Einer höheren Gerechtigkeit folgend, warten so viele Fans wie nie auf vorliegendes Werk, das letztlich auch niemanden enttäuschen wird, der erst mit "Mittelpunkt Der Welt" zur Band fand. Von Alltags-Topics wie Schädelweh auf Mallorca, den Teletubbies, der örtlichen Spargelkönigin und dem Whisky danach: Genügend bislang nicht artikulierte Wahrheiten finden sich ebenso wie musikalische Höhepunkte. Hier seien Regeners bis fast zum Schluss aufgehobenes Trompetensolo in "Deborah Müller", Christian Komorowskis Geige im waidwunden "Bitte Bleib Bei Mir" oder Jakob Iljas minimale Zauberei in "Am Ende Denk Ich Immer Nur An Dich" genannt. Zwischendrin platziert die Band noch das schunkelige Alliterations-Karussell "Kaffee Und Karin", das Regener prompt zum Lallen verleitet ("Jammernunpicheln im Straßencafé") und sogar einen Kinderchor, wodurch "Der weiße Hai" zum fröhlichsten Stück mutiert. Mit "The Storms Are On The Ocean", dem ersten englischsprachigen Albumtrack seit zwei Jahrzehnten, verneigen sich die Berliner zum Ende vor der Carter Family oder gleich dem gesamten Bluegrass-Genre. "Und hier ist Endstation / hier gehts nicht weiter / hier steigen alle aus" - wollen wir hoffen, dass Regener hier maximal die Besatzung des schnuckligen 50 PS-Schiffchens meint, in das er seine Truppe für aktuelle Promofotos zitierte. Um in die Queen Mary 2 umzusteigen, zum Beispiel. Nach der nächsten Gold-Auszeichnung vielleicht. © Laut
Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 19. November 2001 | Vertigo Berlin

Wir drücken auf Play und sind gespannt, was uns Element of Crime diesmal bieten. Es wird sich nach Element of Crime anhören, so viel ist klar. Und dann sind wir auch schon gefangen vom ersten Track. Definitiv einer der besten Songs, die Element of Crime jemals gemacht haben. Wen interessieren da noch die neun anderen, schon dieses Lied sagt uns mehr als manches zweistündige Konzeptalbum großer Bands. "Groß ist nur, was man nicht erkennen kann, und größer noch, was man nicht begreift" singt Sven Regener da. Element of Crime sind groß – man kann die Lieder nicht begreifen, nur fühlen. Regener hat erst kürzlich bei einem Interview im Schweizer Radio gesagt, er texte nach der Melodie - hier bilden beide einen solchen Melancholie-Rahmen, dass man sich auf sein Bett setzen möchte, heulend und lächelnd zugleich. Diesen Schmerz, der am Herzen zerrt, zu erzeugen, hätte die Musik alleine schon geschafft. Und über Zeilen wie "Liebling sag mir morgen früh noch mal dass wir glücklich sind, wer zu lange in die Sonne sieht wird blind" braucht man nicht viele Wort zu verlieren. "Narzissen und Kakteen" ist wieder ein Liebeslied. "Wir stehen staunend vor den Trümmern einer guten alten Zeit" heißt es da, weder fröhlich noch traurig, sondern wie ein Kind, das vorsichtig und mit aufgerissenen Augen in die Welt blickt, über dessen Blick sich aber nun schon resignierter Staub zu legen droht. Es folgt mit "Seit der Himmel" ein liebevolles liebeskrankes Lied mit bitterem Lächeln und weinenden Geigen, aber auch tiefer Herzensfreude und jubilierenden Trompeten. "Dass ein Haar von Dir (...) schwerer wiegt als 20 Bier", solche Metaphern sind es, die den Reiz ausmachen. Sie erheben sich neu und glitzernd aus der Sprache und zementieren Gefühle so klar ein wie die Fliege, die in einem Bernstein zu sehen ist. "Warte auf mich" ist eine Hymne an das gemeinsame durch das Leben Gehen, ein Ruf, aber kein verzweifelter, nein sondern ein logischer Ruf, denn "draußen ist es zu dunkel für einen allein". "Romantik" ist ein guter Titel für diese Scheibe, denn man muss sie aneinander gekuschelt anhören. Verloren, wer alleine ist, er wird die Melancholie nicht ertragen, oder vielleicht doch, er wird vielleicht denken, die Musik streichelt sein Gesicht. "Alle vier Minuten" ist kein Liebeslied, ausnahmsweise, sondern wunderbar selbstironisch. Eine Liebeserklärung an Sprachpanscher und Sinnlos-Schwätzer, von denen eine Leichtigkeit ausgeht, so dass man sich am liebsten mit den Musikern in eine Kneipe setzen möchte, mit "um die Häuser ziehen, schonungslos und ohne Hintersinn". "Fallende Blätter" fährt mit dem Filmorchester Babelsberg hohes Geschütz auf. Der Song erzählt von einem einsamem Grübler, der sich eine Herbstnacht um die Ohren schlägt. Das besondere daran ist, dass nur durch den einen Halbsatz "ich dachte wirklich, dass es diesmal für immer wär", klar wird, das ist ein Liebesschmerzlied. Ein Gutes. "Der alte Schrott muss raus und neuer Schrott muss rein" heißt es im siebten Track, eine Veränderung bringt nichts – außer Spaß, wie uns die beschwingte Melodie weis macht. Song Nummer acht ist ein Lied aus weiblicher Sicht. "Ach wie kümmerlich ist die Wirklichkeit", singt Regener da, im Gegensatz zu der Vorstellung, die man sich von einem Menschen gemacht hat. Aber die Melodie zeigt keine Enttäuschung darüber, sie tröpfelt süß und stellt nur fest, lakonisch, dass sich das Warten nicht gelohnt hat. "Es regnet" erinnert mit seinem Geigentrio an alte Filmmusik und handelt vom Herbst, dem Regen und dem Leben. Element of Crime ist Musik für trübe Tage, für Kakao mit Amaretto, für ein Bier und eine Zigarette, für Deutschland eben, wo es immer regnet, und die Leute immer grübeln – aber das Schöne ist, die Musik befreit durch ihre augenzwinkernde Leichtigkeit in aller Melancholie von der Ernsthaftigkeit. Das neue Album besinnt sich nach "Psycho" wieder auf alte, langsamere Qualitäten, auf den Weltschmerz, kleine ironische Spitzen, Betrachtungen ohne Hoffnung aber trotzdem mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Es enttäuscht uns nicht. Es ist dicht und tief und trägt. "Too old to die young" steht auf den Band-T-Shirts der Berliner, und deshalb sind sie wohl auch so weise, irgendwie. Der letzte Song ist dennoch traurig. Ein Abschiedslied. Und dann drücken wir auf Repeat. © Laut
Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 29. März 1994 | Vertigo Berlin

Deutsche Musik - Erschienen am 6. November 2015 | Vertigo Berlin

Download nicht verfügbar
Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 5. März 1999 | Vertigo Berlin

Ab
CD1,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 21. Dezember 2018 | Vertigo Berlin

Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 23. März 1987 | Vertigo Berlin

Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 24. August 1989 | Vertigo Berlin

Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 4. Oktober 1993 | Vertigo Berlin

Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 28. April 1988 | Vertigo Berlin

Ab
CD1,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 3. August 2018 | Vertigo Berlin

Ab
CD3,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 1. Januar 2000 | Vertigo Berlin

Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 3. Februar 1992 | Vertigo Berlin

Ab
CD13,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 9. August 1990 | Vertigo Berlin

Ab
CD14,99 €

Deutsche Musik - Erschienen am 25. November 2002 | Vertigo Berlin