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Die Alben

3 Alben sortiert nach Preis: höchster zuerst und gefiltert nach 5 de Diapason und ECM New Series
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Klassik - Erschienen am 13. September 2019 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
Beethovens späte Quartette sind tief in der Tradition verwurzelt – und weisen zugleich weit in die Zukunft. Diese Verbindungen nachzuzeichnen, hat sich das Danish String Quartet als Ziel seiner Reihe „Prism“ vorgenommen. Das wird in der zweiten Folge noch schlüssiger erreicht als in der ersten. Bachs h-Moll-Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier erklingt zu Beginn als exemplarisches Vorbild für das lineare Denken des späten Beethoven; im dritten Streichquartett von Alfred Schnittke zitiert und verfremdet der Komponist das Thema der Großen Fuge, mit der Beethoven die ursprüngliche Version seines B-Dur-Quartetts op. 130 beendet. Schon hier, bei Schnittke, demonstriert das Danish String Quartet die von ihm bekannte Flexibilität im Klang, mit einer Palette von vibratolos-fahlen Farben bis zur brutalen Attacke. Diese Bandbreite macht sich das Ensemble auch im besagten B-Dur-Quartett von Beethoven zunutze, findet aber insgesamt einen weicheren Zugang als man gewohnt ist. Nicht, weil etwa die schroffen Konturen geglättet würden; die Große Fuge wirkt genau so schroff, kontrastreich und beklemmend dicht, wie es der Notentext verlangt. Doch die lyrischen Momente der Musik treten stärker in den Vordergrund – schon im ersten Satz, dessen weit ausgreifende Linien die Streicher romantisch aussingen. Aber eben auch im dritten Satz, der hier viel weniger burschikos klingt als sonst, und im Alla danza tedesca, dessen engräumige Crescendobögen das Danish String Quartet sehr dezent ausformt. Die wunderbar innige Cavatina ist schließlich der Höhepunkt einer teilweise geradezu zärtlichen Interpretation. Für den warmherzigen Gesamteindruck dürfte nicht zuletzt auch die auffällige Präsenz der Bratschenstimme verantwortlich sein. © Stäbler, Marcus / www.fonoforum.de
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Quartette - Erschienen am 21. September 2018 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
Das Beethoven-Jubiläum 2020 wirft seine Schatten voraus. Viele Interpreten nehmen den Vorlauf zum 250. Geburtsjahr des Komponisten als Anreiz, sein Schaffen neu zu beleuchten, auch das Danish String Quartet. In einem Aufnahmezyklus mit dem Titel „Prism“ rückt das Ensemble die fünf letzten Quartette von Beethoven in den Fokus und konfrontiert sie mit je einer Bach-Fuge und einem Werk eines späteren Meisters, um die Traditionslinien der Musik zu verfolgen. Eine schlüssige Idee, weil Beethovens Polyfonie bei Bach anknüpft und seine neuartige Klangsprache viele Komponisten nach ihm beeinflusst hat. Allerdings wirkt das Konzept auf dem Papier noch überzeugender als in der Realität der ersten Folge: Die bloß zweiminütige Fuge von Bach in Es-Dur aus dem Wohltemperierten Klavier geht neben den zwei gewichtigen Werken von Beethoven und Schostakowitsch in derselben Tonart unter und bleibt deshalb nicht wirklich als roter Faden präsent. Doch davon abgesehen hinterlassen das Programm und die Interpretation einen so starken Eindruck, wie es bei diesem Ensemble zu erwarten war. Im düsteren letzten, aus sechs langsamen Sätzen gebauten Streichquartett von Dmitri Schostakowitsch formuliert das Danish String Quartet die Gesten der Einsamkeit oft mit kahlem, nacktem Klang. Die steilen Crescendi im zweiten Satz schneiden scharf in die Stille hinein und reißen ab ins Nichts. Keine Wärme, kein Trost, nur Bitternis und später ein eisiger Trauermarsch. Ganz anders der Ton in Beethovens op. 127: Dort packen die Musiker kraftvoll in die Saiten, nicht nur beim orchestralen Beginn. Die raschen Sätze drängen energisch voran, ohne jede Spätwerk-Verklärung, im Adagio singt das Danish String Quartet dagegen mit einem dichten Legato. Dass die melodische Linie da zu Beginn einen Tick zu gleichförmig phrasiert rüberkommt, gehört zu den ganz wenigen Durchhängern eines insgesamt packenden Albums. © Stäbler, Marcus / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 15. April 2016 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Gramophone Award - 5 Sterne Fono Forum Klassik
Es ist eine Art Ritterschlag: Wer im oberpfälzischen Neumarkt im Reitstadel CDs aufnehmen darf, kann sich zu den gehobenen Vertretern der Branche rechnen. Das Danish String Quartet gehört nun dazu. Längst hat es im Konzertsaal seine Qualitäten nachgewiesen, nun präsentiert es sich auf dieser CD ebenso forsch und frisch wie in der Live-Situation. Auf dem Programm stehen „Arcadiana“, nostalgische Miniaturen von Thomas Adès von 1994, das „Quartetto Breve“ des dänischen Komponisten Per Nørgård (1952) sowie zehn Preludes des Nørgård-Schülers Hans Abrahamsen, ein Werk von 1973. Prädikat: entdeckens- und unbedingt hörenswert. Die vier Streicher präsentieren sich als hungrige Jungspunde, die vor keinem Risiko zurückscheuen. Bei ihnen wirkt die Musik herrlich ungezwungen, nie pädagogisch-gelehrig. Wie sie „Das klinget so herrlich, das klinget so schön“, diese Mozart-Anspielung und -Verfremdung aus der Adès-Sammlung, angehen, ist grandios. Der Aufschwung in höchste Höhen gelingt sphärenhaft leicht. Und dann baumeln lauter Silberstreife vom Himmel herab, nur die Zupfer des Cellos lassen noch eine gewisse Bodenhaftung erkennen. Das „Allegro risoluto“ des Nørgård-Quartetts eröffnet dann das Cello allein, so erdig und selbstbewusst, dass die anderen sich erst langsam, wie mit kurzen Fragen, hinzugesellen. Trotzdem entsteht bald, vor allem in den harmonisch reizvollen, lang gezogenen Akkorden, eine Einheit. Das Dänische Streichquartett scheut kein Risiko. Muss es auch nicht, denn der Klang bleibt immer intensiv und ausdrucksstark, beispielsweise bei den kleinen dynamischen Rückungen am Beginn des zweiten Abrahamsen-Prelude. Selbst beißende Harmonien werden hier nicht plump ins Schaufenster der Moderne gestellt, sondern in ein Ganzes, eine Erzählung eingebettet, und sei sie noch so knapp formuliert. Eine berauschende, innovative Aufnahme. © Vratz, Christoph / www.fonoforum.de