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Die Alben

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Alternativ und Indie - Erschienen am 5. Juli 1993 | One Little Independent Records

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Alternativ und Indie - Erschienen am 26. Januar 2015 | One Little Independent Records

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
So unglücklich die Begleitumstände von "Vulnicura" auch sein mögen: Björk is back und basta! Mit dieser Platte sollte sie alle Freunde der frühen bis mittleren Ära bis einschließlich "Homogenic" zurückgewinnen. Nach den Ausflügen vom strengen Minimalismus ("Medulla") bis zum totalen Multimedia-Overkill ("Biophilia") schwingt sich die Isländerin wieder hinab aus ihrem Elfenbeinturm. Mit allem dort Erlernten macht sie nun weiter, wo sie ca. 1997 aufhörte. "Vulnicura" enthält echte Songs und emotionale Klanggemälde, die unterhalten, ohne den Kunstanspruch gänzlich aufzugeben. Die leidenschaftliche Exzentrikerin ihres Kopfes scheint sich mit der gefühlvollen Entertainerin in ihrer Brust endlich zu vertragen. Diese neue Homogenität spiegelt sich auch in der diesmal perfekten Wahl ihrer musikalischen Gäste. Gemeinsam mit dem Venezolaner Arca (u.A. Kanye West) und dem sinistren Dark Ambient-Magier Haxan Cloak webt Björk einen hypnotischen Teppich aus dunkler Elektronik, einem Hauch Klassik und zwischendurch angedeuteten Beats. Vor allem der – wie immer – superbe Haxan Cloak erweist sich als idealer Partner in Crime. Sein Mixing ist schlichtweg optimal. Die introvertierte Kompromisslosigkeit des Briten bildet einen idealen Gegenpol zur sehr expressiven Persönlichkeit der ehemaligen Sugarcubes-Frontfrau. Zur Krönung dieser Traumkonstellation kommt dann noch Antony Hegarty vorbei, um dem "Atom Dance" als Duettpartner dem rechten Kick zu geben. Ein toller Song, der gleichermaßen stoische Rhythmus-Muster parat hält, wie auch das große stimmliche Drama. Das Konzept der neunten Studio-LP ist den letzten Alben weit überlegen. Immerhin entstand es weder im Kopf noch freiwillig. Als Getriebene des eigenen Herzens verarbeitet Björk hier ihre in die Brüche gegangene langjährige Beziehung. Die ersten vier Tracks behandeln das Ringen, das Ablösen und die Erinnerungen. In der Mitte folgt die Trennung. Song sechs bis neun reflektieren schließlich Verlust, Hadern und die finale Heilung der Wunde. Natürlich geht es bei der zierlichen Punk-Veteranin gewohnt schonungslos zur Sache. Jedes an sich selbst beobachtete Detail des Horrors und "every single fuck" fügen sich zu einem individuellen Mosaik, das gleichzeitig hervorragend als Dokument des Trostes funktioniert. Jeder, der ähnliches schon mal durchmachte, findet sich in irgendeinem Satz, einem Wort oder einer Note wieder. Authentischer kann man als Künstler wirklich nicht arbeiten. Björk: "Als ich dieses Album machte, kollabierte gerade mein gesamtes Leben. Es ist die mit Abstand schmerzhafteste Platte geworden, dabei aber auch die vielleicht magischste." Nun steckt der Geysir Björk ohnehin voller Magie. Dennoch hat sie nicht Unrecht. Der spezielle Charakter "Vulnicuras" ergibt sich aus dem abgestimmten Zusammenwirken von Musik und Text. So fungieren die komplett von Björk arrangierten Strings in den Augenblicken der Hoffnung als Kokon. Sobald die Krise naht, kippen sie ins zerrende. Sogar die Beats mutieren vom harmonischen Herzschlag zur knarzig implodierenden Apokalypse ("Black Lake"). Dann versinken sie im schwarzen Gewässer der Hoffungslosigkeit. Dennoch funktioniert die Scheibe auch ohne den symbolischen Zusammenhang. Sie ist kein Downer. Wer sich für den ganzen Ballast nicht interessiert, kann ebenso den rein ästhetischen Flow des Zyklus genießen. Der "Lionsong" etwa glänzt nach strengem "Medulla"-Intro mit runder, sensibler Melodie. Und das "Mouth Mantra" klingt so abgefahren zerrissen, als befinde sich Björks Stimme samt Streichorchester auf einem Gig in Space, während die Klingonen gerade angreifen. "When I'm broken, I am whole and when I am whole, I'm broken!" Absoluter Knüller, Anspieltipp und einer ihrer besten Songs überhaupt ist der grandiose Opener "Stonemilker". Eine typisch treibende Björk-Ballade, deren anmutige Natur jedem gefallen sollte, der die "emotional Landscapes" à la "Yoga" am meisten an ihr liebt. Kein Mensch braucht Kinski oder Rammstein, wenn Frau Guðmundsdóttir inmitten dieses sensiblen, fast niedlichen Gesangs das "R" bei "Clarity" oder "Respect" so harsch und rau rollt, wie die isländische Landschaft aussieht. So stellt sie mit "Vulnicura" nicht nur der eigenen Beziehung, sondern auch dem Hörer die alles entscheidende Frage: "Who is open? And who has shut up?" © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 2011 | Polydor Records

Auszeichnungen Sélectionné par Ecoutez Voir
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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. Dezember 2017 | One Little Independent Records

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Track
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Alternativ und Indie - Erschienen am 22. September 1997 | One Little Independent Records

Björk stellt die Lust am Experimentieren nicht mehr über den Hörgenuss, das machen Stücke wie "Innocence" überdeutlich. Der Song greift auf Elemente aus dem Synthiepop zurück und klingt teilweise sehr druckvoll, fast schon martialisch. Hier fahren einem die Beats direkt in den Bauch. Andere Tracks kommen überraschend ruhig und gelassen daher. So treten die Stimmen Björks und ihrem Duettpartner Antony Hegarty (Antony & The Johnsons) bei "The Dull Flame of Desire" ganz in den Vordergrund - ein Lied zum Entspannen oder gar Meditieren. Im zweiten Duett mit Antony, "My Juvenlie", treten asiatische Sounds und die dafür typischen Klangschalen hervor. Von einer fast apathischen Gelassenheit ist auch "Pneumonia". Hier bestimmen sehr ruhige Stimmen und im Hintergrund plätschernder Regen das Bild. Abgefahren, elektronisch und tanzwütig gibt sich dagegen "Declare Independence". Björk scheint hier ihr Lyrics und die darin beinhalteten Botschaften "Justice" und "Don't let them do that to you" geradezu heraus brüllen zu wollen. Die Drums und die elektronische Sprechstimme erzeugen eine wütende Atmosphäre. Die letzten beiden Alben "Medulla" und "Drawing Restraint 9" waren ja etwas kopflastig. Auf "Volta" ist der Sound hingegen wieder rhythmischer und die Songs sind zum großen Teil auch tanzbar. Der Spaß stand ganz oben auf der Liste von Björk, als die Frage aufkam, wie das neue Album werden soll. Und erstaunlicherweise macht es auch Spaß, dieses Album anzuhören. Es scheint, als habe sich Björk auf ihre musikalischen Wurzeln besonnen. Dass sie nun wieder einen Schritt zurück geht und wieder mehr Wert auf Melodien legt, bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht mit der Zeit geht. In ihrer Rolle als Produzentin lud Björk einige namhafte Künstler und Musiker ins Studio ein. Darunter sind neben dem Gesangspartner Hegarty auch Erfolgsproduzent Timbaland. Außerdem holte sie sich noch zwei experimentelle afrikanische Gruppen und ein zehnköpfiges Blasorchester dazu, die einen unverwechselbaren Sound kreierten. Ganz ohne innovative Ideen kommt die kleine Isländerin natürlich nicht aus. Trotz weicherer Klänge, dem Einsatz von richtigen Instrumenten anstatt nur ihrer Stimme als Soundmachine und einem kleinen Schritt Richtung Mainstream fragt man sich bei dem einen oder anderen Lied doch, was genau sie uns damit sagen will. Wie etwa bei der andauernden Sequenz der ersten Single "Earth Intruders", in der man nichts anderes als marschierende Menschen hört. Der Track ist mit über sechs Minuten eh schon ziemlich lang, und diese Marscheinlage lässt es unendlich erscheinen. Und was genau wollen die Schiffssirenen am Ende des Songs? Man weiß es nicht. Ab und zu überkommt es Björk eben, und man hört Gefiepe, Gewimmer und merkwürdige Geräusche, die nicht so richtig in Einklang mit den sehr sanften Melodien steht. So klingt "Wanderlust" teilweise sehr schief, und Björk spielt mit Disharmonien in ihrer Stimme. Auf der einen Seite bestimmen die Beats die Platte. Andererseits fällt auch immer wieder die Experimentierfreude mit orchestralen Instrumenten wie Bläsern und Streichern auf. Die starke Stimme Björks mit ihrem eindeutigem Wiedererkennungswert hält das Ganze zusammen. Björk wird wohl nie ganz zum Mainstream überlaufen. Ihre Devise war, ein "vollmundiges" Album zu machen. Das ist ihr gelungen - endlich macht es wirklich mal wieder Spaß, ihr zuzuhören. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. Juni 1995 | One Little Independent Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 27. August 2001 | One Little Independent Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 18. August 2003 | One Little Independent Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 4. November 2002 | One Little Independent Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 31. August 2004 | One Little Independent Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Mai 2007 | One Little Independent Records

Björk stellt die Lust am Experimentieren nicht mehr über den Hörgenuss, das machen Stücke wie "Innocence" überdeutlich. Der Song greift auf Elemente aus dem Synthiepop zurück und klingt teilweise sehr druckvoll, fast schon martialisch. Hier fahren einem die Beats direkt in den Bauch. Andere Tracks kommen überraschend ruhig und gelassen daher. So treten die Stimmen Björks und ihrem Duettpartner Antony Hegarty (Antony & The Johnsons) bei "The Dull Flame of Desire" ganz in den Vordergrund - ein Lied zum Entspannen oder gar Meditieren. Im zweiten Duett mit Antony, "My Juvenlie", treten asiatische Sounds und die dafür typischen Klangschalen hervor. Von einer fast apathischen Gelassenheit ist auch "Pneumonia". Hier bestimmen sehr ruhige Stimmen und im Hintergrund plätschernder Regen das Bild. Abgefahren, elektronisch und tanzwütig gibt sich dagegen "Declare Independence". Björk scheint hier ihr Lyrics und die darin beinhalteten Botschaften "Justice" und "Don't let them do that to you" geradezu heraus brüllen zu wollen. Die Drums und die elektronische Sprechstimme erzeugen eine wütende Atmosphäre. Die letzten beiden Alben "Medulla" und "Drawing Restraint 9" waren ja etwas kopflastig. Auf "Volta" ist der Sound hingegen wieder rhythmischer und die Songs sind zum großen Teil auch tanzbar. Der Spaß stand ganz oben auf der Liste von Björk, als die Frage aufkam, wie das neue Album werden soll. Und erstaunlicherweise macht es auch Spaß, dieses Album anzuhören. Es scheint, als habe sich Björk auf ihre musikalischen Wurzeln besonnen. Dass sie nun wieder einen Schritt zurück geht und wieder mehr Wert auf Melodien legt, bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht mit der Zeit geht. In ihrer Rolle als Produzentin lud Björk einige namhafte Künstler und Musiker ins Studio ein. Darunter sind neben dem Gesangspartner Hegarty auch Erfolgsproduzent Timbaland. Außerdem holte sie sich noch zwei experimentelle afrikanische Gruppen und ein zehnköpfiges Blasorchester dazu, die einen unverwechselbaren Sound kreierten. Ganz ohne innovative Ideen kommt die kleine Isländerin natürlich nicht aus. Trotz weicherer Klänge, dem Einsatz von richtigen Instrumenten anstatt nur ihrer Stimme als Soundmachine und einem kleinen Schritt Richtung Mainstream fragt man sich bei dem einen oder anderen Lied doch, was genau sie uns damit sagen will. Wie etwa bei der andauernden Sequenz der ersten Single "Earth Intruders", in der man nichts anderes als marschierende Menschen hört. Der Track ist mit über sechs Minuten eh schon ziemlich lang, und diese Marscheinlage lässt es unendlich erscheinen. Und was genau wollen die Schiffssirenen am Ende des Songs? Man weiß es nicht. Ab und zu überkommt es Björk eben, und man hört Gefiepe, Gewimmer und merkwürdige Geräusche, die nicht so richtig in Einklang mit den sehr sanften Melodien steht. So klingt "Wanderlust" teilweise sehr schief, und Björk spielt mit Disharmonien in ihrer Stimme. Auf der einen Seite bestimmen die Beats die Platte. Andererseits fällt auch immer wieder die Experimentierfreude mit orchestralen Instrumenten wie Bläsern und Streichern auf. Die starke Stimme Björks mit ihrem eindeutigem Wiedererkennungswert hält das Ganze zusammen. Björk wird wohl nie ganz zum Mainstream überlaufen. Ihre Devise war, ein "vollmundiges" Album zu machen. Das ist ihr gelungen - endlich macht es wirklich mal wieder Spaß, ihr zuzuhören. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 18. September 2000 | One Little Independent Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 20. Januar 2015 | One Little Independent Records

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So unglücklich die Begleitumstände von "Vulnicura" auch sein mögen: Björk is back und basta! Mit dieser Platte sollte sie alle Freunde der frühen bis mittleren Ära bis einschließlich "Homogenic" zurückgewinnen. Nach den Ausflügen vom strengen Minimalismus ("Medulla") bis zum totalen Multimedia-Overkill ("Biophilia") schwingt sich die Isländerin wieder hinab aus ihrem Elfenbeinturm. Mit allem dort Erlernten macht sie nun weiter, wo sie ca. 1997 aufhörte. "Vulnicura" enthält echte Songs und emotionale Klanggemälde, die unterhalten, ohne den Kunstanspruch gänzlich aufzugeben. Die leidenschaftliche Exzentrikerin ihres Kopfes scheint sich mit der gefühlvollen Entertainerin in ihrer Brust endlich zu vertragen. Diese neue Homogenität spiegelt sich auch in der diesmal perfekten Wahl ihrer musikalischen Gäste. Gemeinsam mit dem Venezolaner Arca (u.A. Kanye West) und dem sinistren Dark Ambient-Magier Haxan Cloak webt Björk einen hypnotischen Teppich aus dunkler Elektronik, einem Hauch Klassik und zwischendurch angedeuteten Beats. Vor allem der – wie immer – superbe Haxan Cloak erweist sich als idealer Partner in Crime. Sein Mixing ist schlichtweg optimal. Die introvertierte Kompromisslosigkeit des Briten bildet einen idealen Gegenpol zur sehr expressiven Persönlichkeit der ehemaligen Sugarcubes-Frontfrau. Zur Krönung dieser Traumkonstellation kommt dann noch Antony Hegarty vorbei, um dem "Atom Dance" als Duettpartner dem rechten Kick zu geben. Ein toller Song, der gleichermaßen stoische Rhythmus-Muster parat hält, wie auch das große stimmliche Drama. Das Konzept der neunten Studio-LP ist den letzten Alben weit überlegen. Immerhin entstand es weder im Kopf noch freiwillig. Als Getriebene des eigenen Herzens verarbeitet Björk hier ihre in die Brüche gegangene langjährige Beziehung. Die ersten vier Tracks behandeln das Ringen, das Ablösen und die Erinnerungen. In der Mitte folgt die Trennung. Song sechs bis neun reflektieren schließlich Verlust, Hadern und die finale Heilung der Wunde. Natürlich geht es bei der zierlichen Punk-Veteranin gewohnt schonungslos zur Sache. Jedes an sich selbst beobachtete Detail des Horrors und "every single fuck" fügen sich zu einem individuellen Mosaik, das gleichzeitig hervorragend als Dokument des Trostes funktioniert. Jeder, der ähnliches schon mal durchmachte, findet sich in irgendeinem Satz, einem Wort oder einer Note wieder. Authentischer kann man als Künstler wirklich nicht arbeiten. Björk: "Als ich dieses Album machte, kollabierte gerade mein gesamtes Leben. Es ist die mit Abstand schmerzhafteste Platte geworden, dabei aber auch die vielleicht magischste." Nun steckt der Geysir Björk ohnehin voller Magie. Dennoch hat sie nicht Unrecht. Der spezielle Charakter "Vulnicuras" ergibt sich aus dem abgestimmten Zusammenwirken von Musik und Text. So fungieren die komplett von Björk arrangierten Strings in den Augenblicken der Hoffnung als Kokon. Sobald die Krise naht, kippen sie ins zerrende. Sogar die Beats mutieren vom harmonischen Herzschlag zur knarzig implodierenden Apokalypse ("Black Lake"). Dann versinken sie im schwarzen Gewässer der Hoffungslosigkeit. Dennoch funktioniert die Scheibe auch ohne den symbolischen Zusammenhang. Sie ist kein Downer. Wer sich für den ganzen Ballast nicht interessiert, kann ebenso den rein ästhetischen Flow des Zyklus genießen. Der "Lionsong" etwa glänzt nach strengem "Medulla"-Intro mit runder, sensibler Melodie. Und das "Mouth Mantra" klingt so abgefahren zerrissen, als befinde sich Björks Stimme samt Streichorchester auf einem Gig in Space, während die Klingonen gerade angreifen. "When I'm broken, I am whole and when I am whole, I'm broken!" Absoluter Knüller, Anspieltipp und einer ihrer besten Songs überhaupt ist der grandiose Opener "Stonemilker". Eine typisch treibende Björk-Ballade, deren anmutige Natur jedem gefallen sollte, der die "emotional Landscapes" à la "Yoga" am meisten an ihr liebt. Kein Mensch braucht Kinski oder Rammstein, wenn Frau Guðmundsdóttir inmitten dieses sensiblen, fast niedlichen Gesangs das "R" bei "Clarity" oder "Respect" so harsch und rau rollt, wie die isländische Landschaft aussieht. So stellt sie mit "Vulnicura" nicht nur der eigenen Beziehung, sondern auch dem Hörer die alles entscheidende Frage: "Who is open? And who has shut up?" © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 20. Mai 2009 | One Little Independent Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 18. August 2003 | One Little Independent Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 15. Juli 2016 | One Little Independent Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 24. November 2017 | Caroline International (S&D)

Auf ihrem letzten Album "Vulnicura" verarbeitete Björk Gudmundsdottir 2015 die Trennung von Partner Matthew Barney, mit dem sie ein Kind hat. Dreizehn Jahre währte die Beziehung. Auf der Platte durchlitt sie sämtliche emotionale Stadien zwischen Trauer, Melancholie, Verzweiflung und Hoffnung. In "Utopia" erzählt sie nun von ihrer Selbstheilung. So zuversichtlich wie auf dieser Platte klang die Isländerin selten, obwohl die dunklen Geister in Songs wie "Sue Me" und "Tabula Rasa" immer noch nachhallen. Die erste, mit sakralen Elementen bestückte Single "The Gate" handelt von der wiedergefundenen Liebe im spirituellen Sinne. Im von Andrew Thomas Huang (u.a. Sigur Rós, Thom Yorke) gedrehten Video sieht man eine offene Vulva in ihrer Brust, die einen leuchtenden Orgasmus beherbergt. Die Leere, die sie nach der gescheiterten Beziehung ergriff, betrachtet sie als Wendepunkt ihrer Existenz. Das gebrochene Herz von "Vulnicura" hat sich in ein Tor verwandelt, das sich auf dieser Platte nach außen hin öffnet. Dabei ist ihr der venezolanische Musiker und Produzent Alejandro Ghersi alias Arca behilflich, der schon auf dem Vorgänger einen Großteil der Beats beisteuerte. Das Zusammenspiel der beiden ist intuitiv, beinahe erotisch. Da vermisst man nicht einmal die Eleganz eines Mark Bell ("Homogenic"). Man taucht ein in eine Klangwelt, die zum Faszinierendsten zählt, was elektronische Musik seit dem bionisch geprägten Konzeptalbum "Lifeforms" von The Future Sound Of London aus dem Jahre 1994 hervorgebracht hat. In dieser futuristischen Welt, die Björk auch als Reaktion auf die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten konzipierte, trifft man auf exotische Pflanzen, die Münder besitzen, farbenfrohe, fremde Kreaturen, die nie ein Mensch erblickt hat sowie Vögel, die süße und liebliche Melodien zwitschern. Ihre ausdrucksstarke Stimme in Verbindung mit tropischen, klaren Flötensounds untermalen diese prachtvollen Bilder. Damit sie vor dem inneren Auge des Hörers erst entstehen können, gründete und leitete die Sängerin ein aus zwölf Frauen bestehendes Flötenorchester, deren Arrangements in verschiedenen Kirchen in Reykjavik eingespielt wurden. Man möchte ewig durch diese atmosphärischen Klanglandschaften streifen. Der Ausgangspunkt der Reise bildet "Arisen My Senses" mit monumentalen Arca-Sounds zwischen akustischer Wärme und elektronischer Experimentierfreude und der gedoppelten Stimme der 52-jährigen. In "Blissing Me" singt sie zu Harfensounds über zwei leidenschaftliche Musikliebhaber, die sich gegenseitig MP3s senden und sich in einen Track verlieben. Die tänzerische Melodieführung und die vertrackten Rhythmen Arcas führen zu einem sinnlichen Hörerlebnis. Die Texte kreisen oftmals um ihre Liebe zur Musik und um Romantik generell. Sie nennt es deswegen ihr "Tinder Album". Einige Nummern wie "Courtship" spiegeln ihre Erfahrungen mit Dating-Apps wieder. "Tabula Rasa", das sich nicht zufällig auf die gleichnamige Komposition des estnischen Komponisten Arvo Pärt bezieht, klingt anhand ihrer wütenden wie traurigen Stimme, den dezenten Ambient-Klängen und den schweren Flötenarrangements ungemein schmerzvoll. Der Refrain kündet dennoch von Selbstermächtigung, wenn es heißt: "Break the chains of the fuck-ups of your fathers." Das herausragende "Loss", der einige Track ohne Arca, strahlt mit seinen kaputten Beats von Producer Rabit Zerrissenheit aus. Schließlich ist noch nicht jede ihrer Wunden verheilt. Im Zentrum der Platte steht das über neunminütige "Body Memory". Neben dem drückenden Bass und der Stimme verleihen die Gesänge vom Hamrahlid Choir im Philip-Glass-Stil dem Track eine dramatische Note. Ein Song, der in die Offensive geht. Björk betont stärker denn je ihre körperliche, organische Seite. Sie übernimmt nun Verantwortung für sich selbst und ihre Umgebung und schlägt dadurch ein neues Kapitel in ihrer Biographie auf. Am Ende führen "Saint" mit Sarah Hopkins und "Future Forever" in ätherische und helle Sphären. Die grauen und niederschmetternden Gedanken von "Vulnicura" spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Die schwebenden Kompositionen umhüllen den Hörer wie eine dicke Wolkendecke. Man spürt Geborgenheit. Aufgrund von politischen Veränderungen und ihrer tragischen Geschichte möchte die Isländerin mit dieser Platte aufzeigen, wie man die Erde zu einem lebenswerteren Ort gestalten kann. Vielleicht kommen wir mit Selbstliebe der friedlichen Idylle von "Utopia" eines Tages näher. 2017 steht Björk wie kaum eine zweite Musikerin im Pop für Fortschrittlichkeit. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 18. August 2003 | One Little Independent Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 18. August 2003 | One Little Independent Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Mai 1997 | One Little Independent Records

Der Interpret

Björk im Magazin