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Die Alben

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HI-RES19,49 €
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 24. Januar 2020 | JKP - WM Germany

Hi-Res
Anfang 2017 kam die Antilopen Gang mit ihrem zweiten Album Anarchie und Alltag an die Spitze der deutschen Charts, drei Jahre später legt die deutsche Hip-Hop-Band den Nachfolger Abbruch Abbruch vor. Die neuen Songs knüpfen nahtlos an den Vorgänger an und bieten die gewohnte Mischung aus Humor und Gesellschaftskommentar, Rap und Punk: Auf der Single "Bang Bang" werden Männlichkeitsklischees im Hip-Hop aufs Korn genommen, die Songs "Zentrum des Bösen" und "Wein zu Wasser" setzen auf politische Texte. Die Single "2013" setzt sich mit dem Jahr auseinander, in dem Antilopen-Gang-Mitglied NMZS sich das Leben nahm, der Schlusstrack "Abraxas" dagegen handelt vom Suizid von Gerd Thiele, der in Düsseldorf die Kneipe Abraxas leitete. Das Album kam auf Platz 7 der deutschen Charts. © TiVo
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 20. Januar 2017 | JKP - WM Germany

"Bekannt aus Funk und Fernsehen, mit Preisen überhäuft / Mit dem Album in den Charts, weil es einfach läuft", resümieren die Antilopen die Zeit nach ihrem Erfolgsalbum "Aversion" auf "Das Trojanische Pferd". "Auf die Quotenrebellen kann sich jeder irgendwie einigen / Ein bisschen frech, aber schlau und so witzig und politisch / Und man schmückt sich mit uns, denn man gibt sich kritisch." Stimmt zwar, aber Achtung, da steckt Kalkül dahinter: "Plötzlich wurden wir auch eingeladen in die Tagesschau / Ein dummer Trick, erst machst du auf Hundeblick / Dann forderst du die Abschaffung der Bundesrepublik." Geopolitisch sieht die geplante Gesamtlösung vor, eine Atombombe auf Deutschland abzuwerfen und in dem dadurch entstehenden Krater einen "Baggersee", bzw. ein großes Ferienparadies anzulegen. Damit wäre der "historische Fehler, dass Deutschland existiert", ausgemerzt. Alle könnten Tretboot fahren und Enten füttern. Wäre das nicht die Lösung des Problems? Nun, etwas atomare Strahlung bliebe übrig und Kollateralschäden sind nicht zu vermeiden, dessen sind sie sich bewusst. Trotzdem: "Manche finden das mit der Atombombe voreilig / denkt mal nach, also ich seh nur Vorteile." Die drei Antilopen fahren auch in "Anarchie Und Alltag" all das auf, womit sie 2014 ihre Lorbeeren kassierten und ihre Fanschar um ein Vielfaches vergrößerten: Selbstironie, schräger Humor, Gesellschaftskritik, Blödeleien, aber auch tiefer schürfende Themen wie Depression, Suizid und Selbstachtung finden Anklang. All das bettet Panik Panzer in ein warmes, meist von eingängigen Melodien getragenes Klangtuch, das sich durchaus auch zum Randale machen umgestalten lässt. Auch was Flow, Technik und Reimstruktur angeht, schreiben die drei das 'Anti' in ihrem Namen nach wie vor groß. Besonders Panik Panzer fällt in dieser Hinsicht herrlich als Quergeschoss auf und folgt, wenn überhaupt, nur seinen eigenen Reimregeln. Und selbst das nicht immer. Für Reim- und besonders Technikfetischisten gibt es hier eher Anarchie, weit vom Alltag entfernt. Wo Humor auf traurige Wirklichkeit trifft, kann es nur eines geben: "Pizza". Denn: "Frieden auf der Welt wär von heut auf morgen möglich." Ach, ja? Einfach so? "Es klingelt an der Tür, dann kommt der Lieferant / mit dem dampfenden Symbol unserer Hoffnung in der Hand / die heilige Scheibe, die alle vereint / Die Weisheit der Menschheit gebacken in Teig." Kein Fleck auf dieser Welt, von Tansania bis zur Münchner Schickeria, keine Kultur, keine Sprache, kein noch so weit entfernter Busch könnte sich dieser bestechenden Logik entziehen: "Ich glaube fest daran, dass uns Pizza retten kann / Jeder Revolutionär braucht nur Pizza und Gewehr!" Ja, die Hook klingt nach "Enkeltrick", aber dieser Song hat durch seine Eingängigkeit, seine Oberflächlichkeit bei gleichzeitiger Tiefgründigkeit etwas von einem Lucky-Luke-Comic: Die einen finden die Story cool und witzig, denn Pizza ist immer der Knaller, besonders weil man sie auch als Wurfgeschoss oder Bestechungsmittel nutzen kann. Die anderen schürfen etwas tiefer und fragen sich, warum sich die Menschheit nicht auf andere Sachen außer Pizza einigen kann. Den gemeinsamen Nenner hätte man doch schon. Wie der gemeinsame Nenner von Islamisten und Nazis zu einem "Tindermatch" führt? Nun, sowohl der eine, als auch der andere fühlt sich schließlich mal alleine. Wenn er dann seine Ansichten ("keine Schwulen, keine Juden") in die Dating-Seite hackt, dann stößt ein Denis Cuspert bald auf den stabilen Deutschen Lutz. Die nacherzählte Story von Deso Dogg, der heimlich auf dem Sexsklavinnen-Markt Snoop Dogg hört und im Internet auf seinen vermeintlichen Kontrahenten stößt, enthält ebenfalls den doppelten Boden. Die scheinbare Einfachheit dieser Geschichten macht diese Platte zu etwas Großartigem. Ähnelt die erste Hälfte des Albums in puncto Herangehensweise, Beats und Hookideen noch oft "Aversion", emanzipiert sich der zweite Teil davon zunehmend und verleiht der Platte dadurch ihren eigenen Charakter. "Lob Der Lüge", aber auch der letzte Song "Gestern War Nicht Besser", distanzieren sich beide von der Vorgänger-Platte und schippern mit mehr Tiefgang Richtung philosophischem Sonnenuntergang. NMZS, einst Mitglied der Gang und in "Aversion" wie auch in "Abwasser" noch häufig ein Thema, findet nur noch an zwei Stellen des Albums Erwähnung. "Den Kopf in die Erde zu rammen scheint ne vernünftige Idee / aber sich selber umzubringen ist das Dümmste was es gibt." Wem selbst das noch zu unklar ist, für den räumt Koljah bei uns im Interview die letzten Zweifel aus: "Mir gefällt es gar nicht, wenn ich mitbekommen muss, dass Leute diesen Schritt heroisieren und es darstellen, als wäre das etwas wofür man Respekt verdient hätte. Manche stellen ihn als Held dar, der in einem Akt des Widerstands gegen die Welt den Mut hatte sich umzubringen. Gegen so etwas richtet sich so eine Feststellung. Wir möchten damit betonen, dass NMZS super war weil er gelebt hat und ich mir wünsche er würde immer noch leben. Ich finde es scheiße, dass er sich umgebracht hat." Während "RAF Rentner" ihr Fett wegkriegen und als bemitleidenswerte Gestalten entlarvt werden, lassen sie ungebetenen Gesprächspartnern "Liebe Grüße" ausrichten. Diese können sie aber auch durchaus selbst sein oder der Feature-Gast Fatoni, der sich auf Tour in Danger Dan verliebt und dem nach einem gescheiterten Kussversuch nur noch liebe Grüße ausgerichtet werden. Das gerät kurzweilig, abwechslungsreich und macht einfach Spaß. Mit "Anarchie Und Alltag" bleiben die Quotenrebellen ihrer eingeschlagenen Linie treu, liefern ein witziges und zum Nachdenken anregendes Album ab, das aber auch den Eindruck hinterlässt, dass man nicht alles so bierernst nehmen sollte. Selbst in Zeiten der Krise. "Es gab in meinem Leben immer etwas was mir half / wenn ich nicht mehr weiter weiß, schau ich ne Folge Alf." © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 7. November 2014 | JKP - WM Germany

"Aversion" bedeutet Abneigung, Ablehnung oder Ekel. Dass die "Trümmermänner" der verbliebenen Antilopen Gang ihr Album so betiteln, verwundert einen nicht. Auch wenn sie ihre Seelen kürzlich ans Düsseldorfer Tote Hosen-Label JKP verkauft und sich von DIY-Albumproduktion inklusive Freedownloads verabschiedet haben, zelebrieren Koljah, Danger Dan und Panik Panzer ihren "Outlaws"-Status in jeder Silbe: Die "Armee der Kaputten und der Hässlichen" hat "nicht gepasst und wurd' nicht passend gemacht." "Die Neue Antilopen Gang", die seit dem Freitod von Jakob aka NMZS nur noch als Trio existiert, mag weder Schubladen-Denken noch Features, und doch wirkt es hin und wieder so, als hätten die Toten Hosen oder andere Punk-Opas ihre Finger im Spiel gehabt. Überraschend oft setzen sie auf "Anti Alles Aktion" und Mitgröl-Hooks und mögen so den einen oder anderen Hardcore-Raphead vor den Kopf stoßen. Das wissen sie aber auch selbst, und findens sogar amüsant: "Jetzt sind wir sexy, weil wir reich sind / Nächstes Jahr machen wir denselben Dreck wie Deichkind." Was die Gazellen Bande ironisch meint und was ernst, ob man mit dem "Goldenen Presslufthamer" nach versteckten Botschaften graben soll oder ein doppelter Boden existiert, weiß man nie so genau. Darüber kann man ewig schwadronieren und sich den Kopf zerbrechen, man kann aber auch einfach genau hinhören und sich an Wortwitz, Zitaten und abstrusen Bezügen erfreuen. "Uns zerreißen Widersprüche, doch wir reißen wieder Sprüche." Da kann sich anfängliche Weltuntergangsstimmung schon mal in Party-Geschrei mit Discobeat verwandeln ("Ibiza"). Die politisch linke Gesinnung der Gang zeigt sich stets präsent: Nationalstolz, Gleichschaltung sowie Anpassung à la "Chamäleon" sind der Antilopen Sache nicht. Ihre schonungslosen Gesellschaftsbeobachtungen gipfeln in "Beate Zschäpe Hört U2": Die Drei zeigen Ausländerfeindlichkeit auf humorvolle Art und Weise den Stinkefinger, während Günter Grass, Holger Apfel und MaKss Damage ihr Fett wegkriegen. Darüber sollte die dystopische Botschaft aber nicht in den Hintergrund geraten: "Zwischen Schnaps und Bier wird der Hass geschürt, der sich auf jeden Fall in einem Knall entladen wird." "Verliebt" zeichnet das schöne Portrait einer Generation, die gleichzeitig hochhaushohe Ansprüche an ihre potenziellen Lebenspartner stellt und dabei selbst Schiss hat, für eine Beziehung die Maske der coolen Abgebrühtheit fallen zu lassen. Einziger Wermutstropfen: Der trappige Beat im Refrain ertönt viel zu laut und dominant. An selbigem kränkelt auch "Dejavue", dessen glattgebügelt wirkender Chrous nicht zum trostlosen Dasein in Dauerschleife passen will, das die Rapper authentisch thematisieren. Unter dem Motto "Grau ist das neue Grün" sagen die Antilopen in beklemmenden Soundgewand der Natur den Kampf an und plädieren für mehr "Beton". Als sehr viel lustiger entpuppt sich dagegen der "Enkeltrick", an dessen Songwriting NMZS beteiligt war. Nüchtern und unaufgeregt vorgetragen, entlockt der Track spätestens beim Refrain ein Schmunzeln, und schon beim zweiten Durchgang stimme ich laut mit ein: "Ooooohhh, das ist der Enkeltrick. Wir nehmen deiner Oma ihre Rente weg / Und aus politischen Gründen ist das okay, deine Oma hat schließlich damals Hitler gewählt." Dass der vierte Mann nach wie vor eine wichtige Rolle einnimmt, beweist "Spring". Nur wer die Schmerzen am eigenen Leib erfahren hat, kann wohl einen so ungeschönten und ehrlichen Song über Selbstmord schreiben, der immer noch als Tabu-Thema gilt. "Und ich kann dich nicht halten, sag', wär' es mein Recht dich zu halten, nur weil es mich sehr tief verletzt? Wenn du gehen willst, geh', wenn du springen willst, spring' ..." Trotzdem regen sich im Inneren leise Zweifel, die aber ohne Verbitterung oder erhobenen Zeigefinger auskommen: "Vielleicht liegst du falsch, und wir kriegen das hin." Mitten im Satz endet dann die "Aversion": Wütend, einsam, lustig, traurig, verliebt, radikal und zweifelnd erlebt man Panik Panzer, Danger Dan und Koljah auf ihrem ersten gemeinsamen Album. Dass sie sich musikalisch in ungewohnte Gefilde wagen und plötzlich Mainstream sind, kann ihnen nur der engstirnige und missgünstige Fan vorwerfen. Die Antilopen Gang macht halt, worauf sie Bock hat und liefert trotz, oder gerade wegen der penetranten Einnistung in die Außenseiter-Nische ein authentisches Album mit "revolutionsromantischem Rüpelrap", wie Danger Dan sagen würde. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 21. August 2020 | JKP - WM Germany

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 20. Januar 2017 | JKP

"Bekannt aus Funk und Fernsehen, mit Preisen überhäuft / Mit dem Album in den Charts, weil es einfach läuft", resümieren die Antilopen die Zeit nach ihrem Erfolgsalbum "Aversion" auf "Das Trojanische Pferd". "Auf die Quotenrebellen kann sich jeder irgendwie einigen / Ein bisschen frech, aber schlau und so witzig und politisch / Und man schmückt sich mit uns, denn man gibt sich kritisch." Stimmt zwar, aber Achtung, da steckt Kalkül dahinter: "Plötzlich wurden wir auch eingeladen in die Tagesschau / Ein dummer Trick, erst machst du auf Hundeblick / Dann forderst du die Abschaffung der Bundesrepublik." Geopolitisch sieht die geplante Gesamtlösung vor, eine Atombombe auf Deutschland abzuwerfen und in dem dadurch entstehenden Krater einen "Baggersee", bzw. ein großes Ferienparadies anzulegen. Damit wäre der "historische Fehler, dass Deutschland existiert", ausgemerzt. Alle könnten Tretboot fahren und Enten füttern. Wäre das nicht die Lösung des Problems? Nun, etwas atomare Strahlung bliebe übrig und Kollateralschäden sind nicht zu vermeiden, dessen sind sie sich bewusst. Trotzdem: "Manche finden das mit der Atombombe voreilig / denkt mal nach, also ich seh nur Vorteile." Die drei Antilopen fahren auch in "Anarchie Und Alltag" all das auf, womit sie 2014 ihre Lorbeeren kassierten und ihre Fanschar um ein Vielfaches vergrößerten: Selbstironie, schräger Humor, Gesellschaftskritik, Blödeleien, aber auch tiefer schürfende Themen wie Depression, Suizid und Selbstachtung finden Anklang. All das bettet Panik Panzer in ein warmes, meist von eingängigen Melodien getragenes Klangtuch, das sich durchaus auch zum Randale machen umgestalten lässt. Auch was Flow, Technik und Reimstruktur angeht, schreiben die drei das 'Anti' in ihrem Namen nach wie vor groß. Besonders Panik Panzer fällt in dieser Hinsicht herrlich als Quergeschoss auf und folgt, wenn überhaupt, nur seinen eigenen Reimregeln. Und selbst das nicht immer. Für Reim- und besonders Technikfetischisten gibt es hier eher Anarchie, weit vom Alltag entfernt. Wo Humor auf traurige Wirklichkeit trifft, kann es nur eines geben: "Pizza". Denn: "Frieden auf der Welt wär von heut auf morgen möglich." Ach, ja? Einfach so? "Es klingelt an der Tür, dann kommt der Lieferant / mit dem dampfenden Symbol unserer Hoffnung in der Hand / die heilige Scheibe, die alle vereint / Die Weisheit der Menschheit gebacken in Teig." Kein Fleck auf dieser Welt, von Tansania bis zur Münchner Schickeria, keine Kultur, keine Sprache, kein noch so weit entfernter Busch könnte sich dieser bestechenden Logik entziehen: "Ich glaube fest daran, dass uns Pizza retten kann / Jeder Revolutionär braucht nur Pizza und Gewehr!" Ja, die Hook klingt nach "Enkeltrick", aber dieser Song hat durch seine Eingängigkeit, seine Oberflächlichkeit bei gleichzeitiger Tiefgründigkeit etwas von einem Lucky-Luke-Comic: Die einen finden die Story cool und witzig, denn Pizza ist immer der Knaller, besonders weil man sie auch als Wurfgeschoss oder Bestechungsmittel nutzen kann. Die anderen schürfen etwas tiefer und fragen sich, warum sich die Menschheit nicht auf andere Sachen außer Pizza einigen kann. Den gemeinsamen Nenner hätte man doch schon. Wie der gemeinsame Nenner von Islamisten und Nazis zu einem "Tindermatch" führt? Nun, sowohl der eine, als auch der andere fühlt sich schließlich mal alleine. Wenn er dann seine Ansichten ("keine Schwulen, keine Juden") in die Dating-Seite hackt, dann stößt ein Denis Cuspert bald auf den stabilen Deutschen Lutz. Die nacherzählte Story von Deso Dogg, der heimlich auf dem Sexsklavinnen-Markt Snoop Dogg hört und im Internet auf seinen vermeintlichen Kontrahenten stößt, enthält ebenfalls den doppelten Boden. Die scheinbare Einfachheit dieser Geschichten macht diese Platte zu etwas Großartigem. Ähnelt die erste Hälfte des Albums in puncto Herangehensweise, Beats und Hookideen noch oft "Aversion", emanzipiert sich der zweite Teil davon zunehmend und verleiht der Platte dadurch ihren eigenen Charakter. "Lob Der Lüge", aber auch der letzte Song "Gestern War Nicht Besser", distanzieren sich beide von der Vorgänger-Platte und schippern mit mehr Tiefgang Richtung philosophischem Sonnenuntergang. NMZS, einst Mitglied der Gang und in "Aversion" wie auch in "Abwasser" noch häufig ein Thema, findet nur noch an zwei Stellen des Albums Erwähnung. "Den Kopf in die Erde zu rammen scheint ne vernünftige Idee / aber sich selber umzubringen ist das Dümmste was es gibt." Wem selbst das noch zu unklar ist, für den räumt Koljah bei uns im Interview die letzten Zweifel aus: "Mir gefällt es gar nicht, wenn ich mitbekommen muss, dass Leute diesen Schritt heroisieren und es darstellen, als wäre das etwas wofür man Respekt verdient hätte. Manche stellen ihn als Held dar, der in einem Akt des Widerstands gegen die Welt den Mut hatte sich umzubringen. Gegen so etwas richtet sich so eine Feststellung. Wir möchten damit betonen, dass NMZS super war weil er gelebt hat und ich mir wünsche er würde immer noch leben. Ich finde es scheiße, dass er sich umgebracht hat." Während "RAF Rentner" ihr Fett wegkriegen und als bemitleidenswerte Gestalten entlarvt werden, lassen sie ungebetenen Gesprächspartnern "Liebe Grüße" ausrichten. Diese können sie aber auch durchaus selbst sein oder der Feature-Gast Fatoni, der sich auf Tour in Danger Dan verliebt und dem nach einem gescheiterten Kussversuch nur noch liebe Grüße ausgerichtet werden. Das gerät kurzweilig, abwechslungsreich und macht einfach Spaß. Mit "Anarchie Und Alltag" bleiben die Quotenrebellen ihrer eingeschlagenen Linie treu, liefern ein witziges und zum Nachdenken anregendes Album ab, das aber auch den Eindruck hinterlässt, dass man nicht alles so bierernst nehmen sollte. Selbst in Zeiten der Krise. "Es gab in meinem Leben immer etwas was mir half / wenn ich nicht mehr weiter weiß, schau ich ne Folge Alf." © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 13. November 2015 | JKP - WM Germany

Irgendwas geht da mächtig schief. Oder läuft genau richtig. Gerade wollen sie noch, dass Deutschrap stirbt, damit sie leben können, und nur ein Jahr später geht es schon wieder um Sprüche. "Abwasser" nennt sich die neue Kerbe im Sperrmüll-Chefsessel der Antilopen Gang. Das sogenannte Mixtape gießt mächtig Benzin ins Feuer. Da soll mal einer die Gang peilen, Subversion durch Affirmation läuft so aber nicht! Deutschrap lebt weiter, wenn sie mit noch mehr grenzgenialen Tracks ihren Fame pushen. Wie auch immer: Ich hab es verstanden. Da dachte man, mit dem Signing bei JKP sei die glorreiche Ära der kostenlosen Antilopen-Downloads beendet. Plötzlich stehen mit "Abwasser" zwölf neue Songs für umme auf ihrer Website. Ein Jahr ist seit "Aversion" vorbei, Günther Grass schreibt nie wieder ein Gedicht, sondern spielt Schach mit Hitler, die Mustermänner lassen Flüchtlingsheime lodern und die Gang forderte mal eben in der Tagesschau die Abschaffung der Bundesrepublik. In den neuen Tracks bedienen sich die Antilopen am klassischen Handwerkszeug des Rap: Dissen, sampeln und Kritik an der Gesellschaft und sich selbst. NMZS ist noch immer präsent und betrauert, 1 süßer Bash an Max Herre ("Immer wenn es regnet, denk ich an Max Herre") und K.I.Z. ("Dafür haben wir wenigstens keinen Pimmel im Logo") und 1 Klaps auf den Po für die Chicks On Speed bzw. Malaria! ("Kaltes, klares Abwasser"). "Neoliberale Subkultur" ist eine Antwort auf den gleich überschriebenen Artikel eines Musikmagazins, das der Gang Nachplappern antideutscher Parolen zum Vorwurf machte. Auf das "Mimimiii" folgt nun der Track, der besorgten Ottos mit stark limitierter Intelligenz und verkümmertem Empathievermögen mittels eines musikalischen Backsteins die zehn Gebote der Demut ins Gesicht massiert. Mit Witz und Sarkasmus spannen sie ein Drahtseil zwischen Widerspruch und Haltung und verbinden beide in undurchsichtigen Chiffren. Danger Dan, Koljah und Panik Panzer stilisieren sich zu den Chef-Rappern oder zu peinlichen Versagern – so wie es gerade ins Game passt. Den Widerspruch lösen sie zwar stets mit Ironie, die Losernummer haben die drei aber wirklich nicht nötig, zumal es angesichts ihres Könnens, der Fanbase und Beliebtheit irgendwann nicht mehr authentisch ist. Das selbstreferenzielle Suhlen im Goldmatsch zwischen Sumpf und Thron bleibt unterhaltsam und irgendwie ihr Markenzeichen. Das wars aber auch schon mit der holprig aus den Fingern gesogenen Kritik. Das hier ist ein Lobgesang, schließlich haben die Kyngz ihre Eier am richtigen Fleck. "Abwasser" beschreibt die ekelhaftesten Kapriolen des Zeitgeistes ("Mach Mit" und "Neoliberale Subkultur") genau so wie das Gefühl des balsamverklebten Egos durch volle Konzerthallen als Kontrast zur anhaltenden Trauer ob des Verlustes ihres Freundes NMZS ("Stimmen Aus Dem Sumpf"). Zwischendrin glänzen noch die absurd verballerten Rauschhymnen "Chocomel Und Vla" und "Alkilopen". Weniger angepunkt als "Aversion" und mit weniger Popappeal zielt "Abwasser" auf eine feierliche Ähnlichkeit zum frühen "Spastik Desaster". Abwechslungsreiche 55 Minuten mit Tiefgang, pointierten Punchlines und derben Beats lassen "Aversion" wie einen Promomove für "Abwasser" erscheinen. Wäre da nicht dieses Free-Download-versus-bezahlte-Musik-Ding. Nur ein Niemand peilt die Gang. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 6. März 2015 | JKP - WM Germany

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 20. Januar 2017 | JKP

"Bekannt aus Funk und Fernsehen, mit Preisen überhäuft / Mit dem Album in den Charts, weil es einfach läuft", resümieren die Antilopen die Zeit nach ihrem Erfolgsalbum "Aversion" auf "Das Trojanische Pferd". "Auf die Quotenrebellen kann sich jeder irgendwie einigen / Ein bisschen frech, aber schlau und so witzig und politisch / Und man schmückt sich mit uns, denn man gibt sich kritisch." Stimmt zwar, aber Achtung, da steckt Kalkül dahinter: "Plötzlich wurden wir auch eingeladen in die Tagesschau / Ein dummer Trick, erst machst du auf Hundeblick / Dann forderst du die Abschaffung der Bundesrepublik." Geopolitisch sieht die geplante Gesamtlösung vor, eine Atombombe auf Deutschland abzuwerfen und in dem dadurch entstehenden Krater einen "Baggersee", bzw. ein großes Ferienparadies anzulegen. Damit wäre der "historische Fehler, dass Deutschland existiert", ausgemerzt. Alle könnten Tretboot fahren und Enten füttern. Wäre das nicht die Lösung des Problems? Nun, etwas atomare Strahlung bliebe übrig und Kollateralschäden sind nicht zu vermeiden, dessen sind sie sich bewusst. Trotzdem: "Manche finden das mit der Atombombe voreilig / denkt mal nach, also ich seh nur Vorteile." Die drei Antilopen fahren auch in "Anarchie Und Alltag" all das auf, womit sie 2014 ihre Lorbeeren kassierten und ihre Fanschar um ein Vielfaches vergrößerten: Selbstironie, schräger Humor, Gesellschaftskritik, Blödeleien, aber auch tiefer schürfende Themen wie Depression, Suizid und Selbstachtung finden Anklang. All das bettet Panik Panzer in ein warmes, meist von eingängigen Melodien getragenes Klangtuch, das sich durchaus auch zum Randale machen umgestalten lässt. Auch was Flow, Technik und Reimstruktur angeht, schreiben die drei das 'Anti' in ihrem Namen nach wie vor groß. Besonders Panik Panzer fällt in dieser Hinsicht herrlich als Quergeschoss auf und folgt, wenn überhaupt, nur seinen eigenen Reimregeln. Und selbst das nicht immer. Für Reim- und besonders Technikfetischisten gibt es hier eher Anarchie, weit vom Alltag entfernt. Wo Humor auf traurige Wirklichkeit trifft, kann es nur eines geben: "Pizza". Denn: "Frieden auf der Welt wär von heut auf morgen möglich." Ach, ja? Einfach so? "Es klingelt an der Tür, dann kommt der Lieferant / mit dem dampfenden Symbol unserer Hoffnung in der Hand / die heilige Scheibe, die alle vereint / Die Weisheit der Menschheit gebacken in Teig." Kein Fleck auf dieser Welt, von Tansania bis zur Münchner Schickeria, keine Kultur, keine Sprache, kein noch so weit entfernter Busch könnte sich dieser bestechenden Logik entziehen: "Ich glaube fest daran, dass uns Pizza retten kann / Jeder Revolutionär braucht nur Pizza und Gewehr!" Ja, die Hook klingt nach "Enkeltrick", aber dieser Song hat durch seine Eingängigkeit, seine Oberflächlichkeit bei gleichzeitiger Tiefgründigkeit etwas von einem Lucky-Luke-Comic: Die einen finden die Story cool und witzig, denn Pizza ist immer der Knaller, besonders weil man sie auch als Wurfgeschoss oder Bestechungsmittel nutzen kann. Die anderen schürfen etwas tiefer und fragen sich, warum sich die Menschheit nicht auf andere Sachen außer Pizza einigen kann. Den gemeinsamen Nenner hätte man doch schon. Wie der gemeinsame Nenner von Islamisten und Nazis zu einem "Tindermatch" führt? Nun, sowohl der eine, als auch der andere fühlt sich schließlich mal alleine. Wenn er dann seine Ansichten ("keine Schwulen, keine Juden") in die Dating-Seite hackt, dann stößt ein Denis Cuspert bald auf den stabilen Deutschen Lutz. Die nacherzählte Story von Deso Dogg, der heimlich auf dem Sexsklavinnen-Markt Snoop Dogg hört und im Internet auf seinen vermeintlichen Kontrahenten stößt, enthält ebenfalls den doppelten Boden. Die scheinbare Einfachheit dieser Geschichten macht diese Platte zu etwas Großartigem. Ähnelt die erste Hälfte des Albums in puncto Herangehensweise, Beats und Hookideen noch oft "Aversion", emanzipiert sich der zweite Teil davon zunehmend und verleiht der Platte dadurch ihren eigenen Charakter. "Lob Der Lüge", aber auch der letzte Song "Gestern War Nicht Besser", distanzieren sich beide von der Vorgänger-Platte und schippern mit mehr Tiefgang Richtung philosophischem Sonnenuntergang. NMZS, einst Mitglied der Gang und in "Aversion" wie auch in "Abwasser" noch häufig ein Thema, findet nur noch an zwei Stellen des Albums Erwähnung. "Den Kopf in die Erde zu rammen scheint ne vernünftige Idee / aber sich selber umzubringen ist das Dümmste was es gibt." Wem selbst das noch zu unklar ist, für den räumt Koljah bei uns im Interview die letzten Zweifel aus: "Mir gefällt es gar nicht, wenn ich mitbekommen muss, dass Leute diesen Schritt heroisieren und es darstellen, als wäre das etwas wofür man Respekt verdient hätte. Manche stellen ihn als Held dar, der in einem Akt des Widerstands gegen die Welt den Mut hatte sich umzubringen. Gegen so etwas richtet sich so eine Feststellung. Wir möchten damit betonen, dass NMZS super war weil er gelebt hat und ich mir wünsche er würde immer noch leben. Ich finde es scheiße, dass er sich umgebracht hat." Während "RAF Rentner" ihr Fett wegkriegen und als bemitleidenswerte Gestalten entlarvt werden, lassen sie ungebetenen Gesprächspartnern "Liebe Grüße" ausrichten. Diese können sie aber auch durchaus selbst sein oder der Feature-Gast Fatoni, der sich auf Tour in Danger Dan verliebt und dem nach einem gescheiterten Kussversuch nur noch liebe Grüße ausgerichtet werden. Das gerät kurzweilig, abwechslungsreich und macht einfach Spaß. Mit "Anarchie Und Alltag" bleiben die Quotenrebellen ihrer eingeschlagenen Linie treu, liefern ein witziges und zum Nachdenken anregendes Album ab, das aber auch den Eindruck hinterlässt, dass man nicht alles so bierernst nehmen sollte. Selbst in Zeiten der Krise. "Es gab in meinem Leben immer etwas was mir half / wenn ich nicht mehr weiter weiß, schau ich ne Folge Alf." © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 6. Januar 2017 | JKP - WM Germany

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 18. November 2016 | JKP

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 20. Januar 2017 | JKP - WM Germany

Mit dem im Januar 2017 veröffentlichten Anarchie und Alltag legt die Antilopen Gang den Nachfolger zu ihrem Debütalbum Aversion und dem Mixtape Abwasser vor. Wieder setzen die Rapper Koljah, Panik Panzer und Danger Dan auf eine Mischung aus Ironie, Provokation, Gesellschaftskritik und Albernheiten: In "Baggersee" wird ein Atombombenwurf auf Deutschland als Problemlösung empfohlen, "Tindermatch" dreht sich um ideologische Verblendung, auf "Patientenkollektiv" geht es um psychische Probleme, und "Pizza" dreht sich um die eine Sache, auf die sich offenbar alle Menschen einigen können. Eine Doppel-CD-Version fügt noch das Bonusalbum Atombombe auf Deutschland hinzu, für das die Crew zwölf ihrer Songs in Punkrock-Arrangements neu eingespielt hat - zusammen mit Punksängern wie Bela B, Campino, Peter Hein, Ingo Donot oder Wolfgang Wendland. © TiVo
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 24. Oktober 2014 | JKP - WM Germany

Ab
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 19. September 2014 | JKP - WM Germany