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Progressive Rock - Erschienen am 9. Juni 2017 | Kscope

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Als "getrieben von Psychosen" beschreibt Vincent Cavanagh den Entstehungsprozess des elften Anathema-Albums. Dann lacht er, meint seinen Satz aber wohl nur halb im Scherz. "The Optimist" macht zwar besonders gegen Ende seinem Titel alle Ehre, auf dem Weg dorthin verarbeiten Anathema aber so düstere Klänge wie lange nicht mehr. Das Konzept des Weges ist durchaus wörtlich zu nehmen. Erinnerungen an Queens Of The Stone Ages "Songs For The Deaf" kommen hoch, wenn zu Beginn der Platte ein Protagonist (der titelgebende "Optimist") durch sein Autoradio zappt, um den Soundtrack für die bevorstehende Fahrt auszuwählen. Schließlich bleibt er bei Anathema hängen. Es wird nicht die letzte Anspielung auf die eigene Vergangenheit sein, die die Band auf "The Optimist" anbringt. Tatsächlich ist das gesamte Albumkonzept eine Rückbesinnung: Die Frage danach, was mit dem Besitzer des leerstehenden Autos auf dem "A Fine Day To Exit"-Cover geschah, befeuerte diesmal die Kreativzellen Daniel Cavanaghs. Statt Selbstmord zu begehen, entschließt sich der Protagonist, einen kompletten Neuanfang zu wagen – oder, je nach Perspektive, vor seiner Vergangenheit davonzulaufen. Anhand der Klangkulisse "The Optimist" lässt sich diese Reise nachvollziehen. So widmet sich sich die erste Hälfte der Fahrt an sich: Gestartet in San Diego ("32.63N 117.14W") geht es über "San Francisco" die Westküste entlang. Mit großzügigem Elektronik-Einsatz verfolgen Anathema hier die in den letzten Jahren eingeschlagene Richtung weiter. Zwar herrscht Melancholie, doch der Hoffnungsschimmer schwingt stets zwischen den Noten mit. Vincent Cavanagh eröffnet mit den Worten "Let go of everything inside – we'll make everything inside alright" ("Leaving It Behind"), Lee Douglas beschwört in "Endless Ways", nicht aufzugeben, verspricht Besserung ("Hold on") durch einen selbst realisierbaren Traum: "The dream I'm creating". Diesen Geist transportieren Anathema auch in der Musik. Doch angekommen in "Springfield" schlägt der bislang zum Weiterziehen motivierende Optimismus plötzlich in Zweifel um: "How did I get here? / I don't belong here". Was, wenn der ersehnte Abschluss sich doch nicht durch Weglaufen von alleine ergibt? Die Fragen kulminieren in einer tonalen Panikattacke, die die Band in post-rockigen Tremolosalven ausdrückt. Rennen ist keine Option mehr, ab sofort steht die innerliche Aufarbeitung im Vordergrund. Im jazzigen Besinnungsmoment "Close Your Eyes" (mit Posaune) scheint sdamit sogar beinahe Frieden einzukehren. Doch dann grätscht "Wildfires" dazwischen und reißt in einer aufreibenden Krise noch einmal alles nahe den Abgrund. Daniel Cavanagh selbst sorgt zu Beginn des Tracks für unheimliche Vokalrepetition, später ist es John Douglas, der mit brachialen Trommelwirbeln alles in Flammen aufgehen lässt. Hier macht sich besonders bemerkbar, wie hervorragend das Album produziert ist. Gerne warf man Anathema auf jüngeren Werken vor, zu glatt zu polieren. Dass "The Optimist" davon weit entfernt ist, beweisen nicht nur die übergreifend eingesprengten Field Recordings und Hobo-Acoustics im Rausschmeißer "Back To The Start", sondern vor allem besagter "Wildfires"-Drumpart. Denn statt mit einem Knall alles hinwegzufegen, spielt sich das angesprochene Inferno eher im Hintergrund ab. Statt mächtig, aber vielleicht auch etwas plump ganz vorn im Mix reinzukrachen, schleicht sich John Douglas erst an – man sieht, wie sich das Feuer langsam ausbreitet und heranrollt. Aus sicherer Distanz beobachtet der Protagonist (und damit auch der Hörer) wie der Brand unaufhaltsam alles hinwegrafft – fasziniert und fassungslos zugleich. Es ist ein klangliches Raumerlebnis par excellence. Erst dieser "Wildfires"-Kahlschlag ermöglicht es, "Back To The Start" als erleichternde, euphorische Hymne zu inszenieren. Es ist kein Rückschritt, sondern ein Befreiungsschlag, wenn das Auto schließlich wendet und in die erst gefürchtete, nun ersehnte Heimat zurücksteuert. Das Bild, das die Band mit "Back To The Start" zeichnet, ist das der Fahrt aus einem Tunnel hinaus in lichtüberflutetes Idyll. Nach aller Dunkelheit endet "The Optimist" doch noch im Glückszustand. Tritt man einen Schritt von der Soundtrack-Erfahrung zurück und betrachtet die Stücke für sich genommen, kommt man jedoch nicht umhin, zuzugeben, dass "The Optimist" auch ein paar Durchhänger aufweist. "Ghosts" etwa dümpelt gleichförmig vor sich hin; Lee Douglas fehlt dann doch etwas der Ausdruck, um die bloße Ambient-Kulisse intensiv zu gestalten. Dem Instrumental "San Francisco" hätte mehr als ein Grundpattern sicherlich gut getan – fünf Minuten lang dasselbe Klavierarpeggio ist schlicht etwas wenig Abwechslung. Dass eine gewisse Dosis Repetition zum Anathema-Sound dazugehört ist nichts Neues, doch bei Tracks wie "Leaving It Behind" und "Can't Let Go" liegen Stilmittel und Ideenmangel (bzw. Langeweile) bisweilen nicht sonderlich weit auseinander. Hier steckt das Album im Vergleich zum Vorgänger "Distant Satellites" klar zurück. In einem Punkt allerdings haben Anathema absolut nichts von ihrer Stärke eingebüßt: Kaum jemand arrangiert so raffiniert wie die Gebrüder Cavanagh. Paradebeispiel für das instrumentale Jonglieren mit Melodien ist der Titeltrack "The Optimist", dessen ungerades Hauptthema im Verlauf seiner fünfeinhalb Minuten alle möglichen Stadien durchläuft, im Tempo variiert, mal mit wohl dosierter Schlagzeugunterstützung abhebt, dann verebbt, um Kraft zu schöpfen für die Weitergabe des Staffelstabs an Gitarre und Streicher, die dann zum großen Finale ansetzen. Wenn dann noch im Mix schwebend der bandtypische Leadgitarrensound erklingt, ist es ums Fanherz geschehen. Solche Momente bietet "The Optimist" zuhauf, wenn man denn bereit ist, sich in die auf den ersten Blick zunächst etwas hermetisch erscheinenden Kompositionen zu versenken. Denn diese lassen sich nicht nur aus einem Blickwinkel betrachten – ändert man seine Perspektive zu "San Francisco" etwa geringfügig und konzentriert sich auf die Konstruktion des Stücks, wie sich Baustein um Baustein in das Puzzle fügt, gerät auch dieser zu weit mehr als nur einem monotonen Pattern mit ein paar schmückenden Girlanden. Für den einfachsten Einstieg in die Exkursion "The Optimist" sorgt die Soundtrack-Ebene des Albums. Also plant am besten schon mal die nächste einsame, nächtliche Autofahrt. Ein paar Liverpooler würden euch nämlich sehr gern begleiten. © Laut
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Progressive Rock - Erschienen am 16. April 2012 | Kscope

Also ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich könnte mich an den Release-Rhytmus bei Anathema durchaus gewöhnen. 2010 "We're Here Because We're Here", 2011 "Falling Deeper" und nun 2012 "Weather Systems". Und jede Veröffentlichung der Briten ist einfach nur unfassbar schön. Dass die akustische Gitarre das federführende Instrument im Hause Cavanagh geworden ist, sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben, und so setzt auch "Untouchable Part 1" zunächst nur auf akustische Klänge und Vincents Stimme, ehe nach und nach Drums, Lee Douglas Stimme und - siehe da - sogar eine elektrische Gitarre ihren Platz im Songgefüge finden. Was die dynamische Songentwicklung angeht, zeigen sich Anathema auf der Scheibe von ihrer ganz großen Seite. "Untouchable Part 2" wird von Klaviertönen getragen, die allerdings nicht mehr von Les Smith stammen, sondern von Daniel Cardoso (Head Control System), und bietet Vincent und Lee eine hervorragende Grundlage für ein herzzerreißendes Duett, das man gern auch kitschig finden darf - großartig ist es dennoch. Treibende, akustische Gitarren bilden im anschließenden "The Gathering Of Clouds" die perfekt Untermalung für eine Szene, in der sich jemand auf dem Land vor dem dräuenden Regen in Sicherheit bringen will. Immer wieder blitzen ein paar Streicher auf, untermalen die Songs meist aber nur, anstatt das melodieführende Heft an sich zu reißen, und gehen stattdessen nahtlos in den "Lightning Song" über. Lee darf sich hier zu einem der ausgiebigeren Streichereinsätze ausleben, ehe zum zweiten Mal verzerrte Gitarren auftauchen, ohne aber das im Titel angedeutet Gewitter niedergehen zu lassen. Das spürt man durch den dominanten Bass und die dynamische Steigerung eher in "Sunlight" über sich herein brechen. Bislang war alles noch träumerisch schön und natürlich auf seine Art und Weise todtraurig, aber warm und angenehm. Das endet mit dem elektronischen und spürbar kälteren "The Storm Before The Calm". Knappe fünf Minuten zeigen sich Anathema von dieser Seite, eher wieder die Melancholie zurückkehrt und den Song mit über neun Minuten zu Ende bringt. "The Lost Child" ist eigentlich nur ein Synonym für klanggewordene Melancholie, die zwar zwischenzeitlich den Pulsschlag auf beinahe 80 hochtreibt, doch letztendlich die warme Geborgenheit ausstrahlt, die auch das finale "Internal Landscapes" verbreitet. Ohne Sarkasmus oder Ironie: dieser Song sollte Sterbenden vorgespielt werden, ich bin fest davon überzeugt, dass viele darin Trost finden werden und möglicherweise leichter loslassen können. Enough said. © Laut
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Progressive Rock - Erschienen am 26. Oktober 2018 | Kscope

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Rock - Erschienen am 30. Oktober 2015 | Kscope

2014 erschien das großartige Album "Distant Satellite", nur wenige Monate später die neu gemasterte Reissue-Reihe von "Judgement" bis "A Natural Disaster", und jetzt schieben Anathema eine Live-Platte hinterher, die als Dokumentation eines außergewöhnlichen Unplugged-Konzerts gedacht ist. Die Kuh melken, bis der letzte Heller und Pfennig einkassiert wurde – diesem Vorwurf wird sich die Band mit "A Sort Of Homecoming" stellen müssen. Berechtigt ist er nicht. Die Briten bereichern mit dem Mitschnitt in der Liverpool Cathedral tatsächlich unverhofft und beeindruckend ihren umfangreichen Backkatalog. Eine Band, die sich im Laufe ihrer Karriere erfolgreich von ihrer Doom-Metal-Vergangenheit freispielte und letztlich bei halbakustischem Alternative-Rock mit progressivem Grundanspruch strandete, muss sich erstens nichts mehr beweisen, und übt zweitens ganz sicher keinen Verrat, wenn sie sich für eine Akustik-Tour entscheidet. Dieser Schritt erscheint im Kontext von Anathema viel mehr logisch und konsequent. Das gebannte Ergebnis gibt ihnen außerdem mehr als Recht. Die Songs offenbaren in unverstärkter Form neue Nuancen und untermauern mehr noch als auf Platte die gewiss kaum zu überschätzenden Songwriting-Fähigkeiten des Brüdergespanns Cavanagh. Was andere unter einen dicken Klangteppich kehren, wird bei Anathema puristisch, aber glanzvoll aufgebahrt, Defizite nicht konterkariert, sondern weg arrangiert, und Minimalismus und Grazie nicht als Gegensatzpaar verstanden. Akustikgitarren, Streicher und der zweistimmige Gesang von Vincent Cavanagh und Lee Douglas reichen häufig aus, um die Kathedrale in ein atmosphärisches Luftschloss zu verwandeln. Traumwandlerische Schönheit darf eben auch aus der Zeit purzeln und ja, sogar uncool sein. Ohne ein Mindestmaß an nerdigem Perfektionismus ist der astrale Sound, der auch noch den letzten Winkel eines Raumes flutet, ohnehin kaum vorstellbar. Würde zwischen den Songs kein Applaus aufbranden, "A Sort Of Homecoming" wäre kaum als Live-Album zu erkennen. Die Resonanz der majestätischen Location ist das einzige, was die Aufnahmen klanglich vom Studio unterscheidbar macht – und das ist nicht zu deren Nachteil, sondern spricht für eine exzellente Live-Band, die mit Akribie ihre Songs abspeckt, ohne einen Hauch an Intensität einzubüßen. "Thank you Liverpool. Still one of the best cities in the world", würdigt Cavanagh zum Ende von "Fragile Dreams" seine Heimatstadt. Es ist der letzte Song des Sets. Ihm sind vierzehn Stücke vorausgegangen, die im Schaffen der Band (bis auf zwei Ausnahmen von "A Natural Disaster") nur bis 2010 zurückreichen. Die meiste Substanz zieht das Konzert aus der aktuellen Platte "Distant Satellite" und dem Vorgänger "Weather Systems". Dass Songs aus den Gothic-Tagen eher schwierig in ein Akustik-Set zu integrieren sind, liegt auf der Hand - sie auszusparen, deshalb die richtige Entscheidung. Mit der Show vom 7. März vollführten Anathema einen Parabelflug von Live-Konzert, der mit "A Sort Of Homecoming" eine völlig berechtigte und bereichernde Konservierung erhält - und das lässt sich wahrlich selten über Live-Alben sagen. Das Prog-Label Kscope veröffentlicht die Show auf CD, Vinyl, DVD, Blu-ray und digital. Noch näher an die Wahrheit kommt man nur mit dem Besuch der Akustikshows, die in Deutschland für November anstehen. © Laut
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Rock - Erschienen am 10. April 2015 | Music For Nations

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Progressive Rock - Erschienen am 21. November 2011 | Kscope

Wer die Hoffnung hatte, Anathema würden nach ihrer siebenjährigen Pause in Sachen Studioalben nun Vollgas geben und im Jahrestakt veröffentlichen, sieht sich leider enttäuscht. Oder auch nicht, denn "Falling Deeper" ist kein neues Studioalbum und bietet nur einige neue Klänge. Ob man mit denen glücklich wird, steht auf einem anderen Blatt. Bereits auf dem 2008er Werk "Hindsight" ließen Anathema alte Stücke in neu arrangierter, semi-akustischer Form erstrahlen. Das Experiment ging dermaßen gut auf, dass im direkten Vergleich sogar einzelne Original-Highlights in den Schatten gestellt wurden. Einziger Wermutstropfen dabei war, dass ihre Doom/Death-Vergangenheit weitgehend ausgespart blieb. Das letztjährige Meisterwerk "We're Here Because We're Here" sagte dann den verzerrten Gitarren Lebewohl. Und genauso verhält es sich auch auf "Falling Deeper", auf dem sich die Briten nun tatsächlich ihrer älteren Vergangenheit widmen. Allerdings werden die Jubelarien zumindest von den älteren Fans wohl ausbleiben, denn die neun Stücke sind über weite Strecken instrumental und maßgeblich auf Klavier aufgebaut, wobei ihnen ein paar Streicher und die ein oder andere Gitarre zur Seite stehen. Vom Original bleibt folglich nur selten mehr übrig als die tragende Melodie. Auch die vollmundige Ankündigung eines Orchester-Albums wird nur bedingt erfüllt. Warum die Cavanagh-Brüder das so gehandhabt haben, bleibt fraglich, zumal nicht mal dem auch in dieser Version wundervollen "J'ai Fait Une Promesse" ein Gesang spendiert wurde. Dafür schnappte sich die ehemalige The Gathering-Sängerin Annecke van Giersbergen in "Everwake" das Mikro. Die andere weibliche Stimme stammt natürlich von Lee Douglas und auch Vincent übernimmt ein paar Gesänge. Noch einen Schritt weiter sind eigentlich nur My Dying Bride mit "Evinta" gegangen. Mit wirklich großem Orchester arbeiten Anathema nämlich zu keiner Zeit. Die Streicher haben meist nur untermalende Funktion und kommen gerade mal in "Sunset Of Age" tragend zum Einsatz. Aber im Grunde genommen kann man eigentlich nur darüber meckern, dass die meisten Songs deutlich beschnitten und reduziert wurden. Der "Hindsight"-Effekt, dass manche Songs quasi neu zum Leben erweckt werden, bleibt auf "Falling Deeper" leider aus. Dass man hier dennoch knappe 40 Minuten wunderschöne Musik erhält, steht natürlich außer Frage. © Laut
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Progressive Rock - Erschienen am 31. Mai 2010 | We're Here Records

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Zwei Jahre ist es nun schon wieder her, dass uns Anathema mit "Hindsight" ein Lebenszeichen offenbarten. Auf neues Material musste der darbende Fan aber geschlagene vier Jahre warten. Wer sich von "Hindsight" genauso gefangen nehmen ließ wie ich, wird "We're Here Because We're Here" lieben. Zumal die akustischen Töne bei den Briten erneut den meisten Raum einnehmen und elektrische Gitarren lediglich die zweite Geige spielen. Stattdessen trägt vor allem das Klavierspiel von Les Smith die meisten Songs und ist auch bei den härteren Sequenzen wie in "Summer Night Horizon" nicht wegzudenken. Das große Stichwort auf "We're Here Because We're Here" lautet einmal mehr 'Dynamik'. Egal ob spannend aufgebaute Steigerungen wie im Opener oder ein sich nur langsam entfaltendes "Dreaming Light" - Anathema haben den Dreh einfach raus. Dabei mag die zauberhafte Melancholie der Band manchmal nicht so prägnant geraten wie auf den Vorgänger, doch von fröhlicher Musik kann hier nach wie vor keine Rede sein. Das bereits etwas ältere "Everything" hat was von Muse. Zum ersten Mal kommt Lee Douglas gesangstechnisch zum Zuge, die im Intermezzo "Presence" einen kleinen Soloauftritt hat. Ihre Stimme mag zwar nicht übermäßig markant ausfallen, doch trägt sie immer wieder ihren Teil zum träumerischen Gesamtbild bei. Das darf auch HIM-Fronter Ville Valo im Song "Angels Walk Among Us", drängt sich dabei aber keineswegs stimmlich in den Vordergrund. Neben dem dank des verfremdeten Gesangs ein wenig an O.S.I. erinnernden "Get Off Get Out", könnte vor allem "Universal" für neue Fanschichten sorgen. Mit getragenen Beginn mit Streichern und langsam schlagendem Herzklopfen dürften sogar Freunde von Hooverphonic mit einem seligen Lächeln im Gesicht vor sich hin träumen. Den Abschluss setzten Anathema mit der instrumentalen, überlangen, melancholischen Nummer "Hindsight". Die Aufnahmen des Albums lagen dieses Mal in den eigenen Händen der Band, auch wenn Steve Wilson von Porcupine Tree den Mix übernommen hat. Damit ist sichergestellt, dass die Songs differenziert und stimmungsvoll aus den Boxen perlen: Kaum ein Fan wird enttäuscht. © Laut
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Metal - Erschienen am 11. August 1998 | Peaceville Records

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Rock - Erschienen am 10. April 2015 | Music For Nations

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Metal - Erschienen am 25. August 2008 | Kscope

Anathema scheinen Gefallen daran zu finden, ihre Fans unendlich lange nach neuem Material dürsten zu lassen. Eigentlich haben sie ja 2007 mit der neuen Scheibe Vollzug gemeldet, doch bis heute ist bis auf drei Songs im Internet nicht viel davon zu hören. Dass sie nun auch noch ein semi-akustisches Album mit neu arrangierten aber älteren Songs dazwischen schieben, scheint die Qual der Wartezeit zunächst noch einmal zu verlängern. Doch eigentlich ist "Hindsight" genau das, was die traurigen Seelen der Anathema-Gemeinde so lange vermissen und sehnlichst erwartet haben. Waren die Songs der Engländer schon immer in Musik gegossene Melancholie, so erreichen sie in dieser akustischen Form eine ganz neue Ebene. Eigentlich müsste dieses Album auf die Liste der rezeptpflichtigen Medikamente kommen, denn Suchtgefahr geht von ihr auf jeden Fall aus. Man kann einfach nicht widerstehen, obwohl man merkt, wie die Stücke mit jedem Durchlauf mehr und mehr an einem zehren. Fragiler und einfühlsamer als je zuvor legen uns die Cavanagh-Brüder und ihre beiden Mitstreiter neun neu arrangierte Stücke aus ihrer Vergangenheit vor, die meist gar nicht so weit vom Original entfernt sind. In dieser reduzierten Form treten die Melodien und Harmonien aber erst wirklich ans trübe Licht der Kerzen und breiten sich nach und nach im ganzen Körper aus. Wenn notwendig, greift auch mal eine verzerrte Gitarre ein, doch maßgeblich geben Akustikgitarre, Klavier, Cello und Daniels unnachahmliche Stimme den Ton an. Natürlich übernimmt Lee Douglas bei "A Natural Disaster" wieder den Gesang. Ihre zarte Stimme greift einmal mehr ganz heimlich nach deiner Seele. Dass sich dieser Griff im Laufe des Albums immer mehr verstärkt, lässt sich beinahe nicht vermeiden. Man muss fast schon aufpassen, wie sehr man sich dem hingeben möchte. Mit "Unchained (Tales Of The Unexpected)" hat es auch ein ganz neuer Song aufs Album geschafft, der sich perfekt in das Konzept einpasst, wahrscheinlich aber kaum Einsicht in das Material des kommenden Albums gewähren dürfte. Man muss die Briten tatsächlich dafür bewundern, wie sie ein solches Album mitten im Sommer veröffentlichen und dennoch den Soundtrack zu den ersten Herbstdepressionen abliefern. So ergreifend und so schön waren Seelenqualen schon lange nicht mehr. © Laut
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Rock - Erschienen am 10. Juni 2014 | Kscope

Die Cavanagh Brüder werfen mal wieder die Netze aus. Bei einem qualitativ dermaßen überragenden Back-Katalog wie im Hause Anathema erwartet man nahezu automatisch einen weiteren Meilenstein. Natürlich enttäuschen sie nicht! Das zehnte Album - "Distant Satellites" - ist eine prächtige Klangfarben-Orgie. Stilistische Einschränkungen gibt es nicht. Ähnlich wie die sich gleichfalls ewig häutenden Kollegen Opeth und Ulver, verweigern Anathema auch mit dieser Platte lässig jeden Versuch der Kategorisierung. Übrig bleibt die erfolgreiche Suche nach dem ästhetisch totalen Musikmoment. Dabei perfektioniert "Distant Satellites" die beiden Hauptstärken der Band: Ein geschicktes Spiel mit Stimmungen und die Vocals der einmal mehr überragenden Chanteuse Lee Douglas. Vielseitigkeit ohne Zerfahrenheit vom ersten bis zum letzten Ton. Von nervösen Zuckungen eines akustischen Dentalbohrers wie "You're Not Alone" bis zur mäjestätischen Nachtmusik des Titelsongs könnte der Kontrast kaum größer sein. Dennoch folgt der Hörer den mitunter krassen Gemütswechseln von Song zu Song ganz und gar zwanglos. Als große Klammer fungiert ihre typische "Twin Peaks"-Finsternis. Spätestens bei "Take Shelter" landen sie dann auch ganz und gar bei David Lynch. [Hier könnt ihr das Album in voller Länge streamen!] Auch alle Steven Wilson-Freunde sollten mehr als nur ein Ohr riskieren. Für den überwiegenden Teil der Musik steuert Mr. Porcupine Tree den Mix bei. Bei Liedern wie etwa "The Lost Song [Part 1]" hört man eine deutliche Seelenverwandschaft zu "Storm Corrosion" und zahlreichen Wilson-Solo-Momenten. Dennoch gehört das Herzstück dieser Scheibe dem Wahnsinnsgesang von Lee Douglas. In "The Lost Song [Part 2]" drückt sie dem Track ihren ganz eigenen Stempel weiblicher Dramatik auf. Ebenso ist sie auf dem opulenten "Dusk (Dark Is Descending)" das erdende Salz in der Suppe. Während Sänger Vincent Cavanagh mit seinem Roger Waters-Gedächtnisgejammer fast schon ein wenig zu viel "The Wall"-Make Up auflegt, holt sie das Lied auf den Teppich zurück. "Ariel" folgt dann zur Krönung als leidenschaftliches Duett beider vorzüglich harmonierender Stimmen. Mittendrin servieren sie mit "Anathema" noch einmal einen kaum für möglich gehaltenen Moment der Rückkehr zu den eigenen Gothic Wurzeln. Eine majestätische Hymne, die sich im Verlauf als grandioses Gitarrenfeuerwerk entläd und nebenbei auch so manchen My Dying Bride-Fan erfreuen sollte. Ein echter Höhepunkt und absoluter Anspieltipp der "Distant Satellites". Schon jetzt eine der interessantesten und schönsten Veröffentlichungen des Jahres! © Laut
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Rock - Erschienen am 10. April 2015 | Music For Nations

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Progressive Rock - Erschienen am 23. September 2013 | Kscope

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Rock - Erschienen am 10. Juni 2014 | Kscope

With each release since the mid-'90s, Anathema have pushed their boundaries to the breaking point, creating a prog pop sound of their own. After the universally celebrated Weather Systems in 2012, it was fair to wonder just where else they could go. . Produced once more by Christer-André Cederberg, the set is divided into two halves that diverge from one another musically but are lyrically united, reflecting the evolution of an encounter with love, death, grief, yearning, acceptance, transcendence, and spiritual transformation. The first six tracks are grounded in the three-part "Lost Song" suite, appended by Dave Stewart's lush string charts, expansive, emotionally committed vocals by Vincent Cavanagh and Lee Douglas, acoustic piano and strikingly original guitar work from Daniel Cavanagh, John Douglas' keyboards and percussion, Jamie Cavanagh's thrumming basslines, and Daniel Cardoso's brilliant drumming. Parts one and three of the suite are in 5/8 time, atypical for rock tunes. Cardoso is locked in; he embellishes each section with canny fills and rolls that fuel and drive the singers, but never loses the pocket. "Pt. 1" builds rockist prog in layers adorned by strings until it explodes, then fades to ether. Lee's balladic "Pt. 2" relies on piano, drums, and strings in mellifluous balance, with rock guitars appearing briefly. "Dusk (Dark Is Descending)," with fingerpicked electric guitar lines, initially feels like a folk song, but is utterly transformed by Cardoso's drum kit and carried toward the emotional margins by the singers. "Ariel," initially a sparse duet, becomes an elegant yet powerful rocker. "The Lost Song, Pt. 3" -- the set's first single -- is introduced by Daniel's hypnotic guitar line; its quickly unfolding drama melds aggression, rich harmonics, and strident dual vocals in an anthemic progression. "Anathema"'s melody recalls something from Judgement, but its elaborate arrangements reveal a sophistication and confidence that weren't possible earlier. Vincent's soaring vocal and Daniel's squalling guitar break are startling, arresting. "You're Not Alone" commences the second-half shift toward the stratosphere. Synthetic hi-hat and snare loops integrate seamlessly with Cardoso's kit and Daniel's frenzied guitar; the rhythms and bassline from Jamie actually suggest Aphex Twin's early material. A short organ interlude introduces the title track, which combines glitchy laptop beats that recall early Autechre, though its digital textures and effects are reminiscent of Radiohead's Kid A. Closer "Take Shelter" is even more abstract; one can imagine the influence of Laughingstock-era Talk Talk and Sigur Rós' Takk... in its mix. Eventually, orchestral strings, guitars, and drums enter and coalesce it all into a jagged whole. Distant Satellites' second half takes repeated listens to grasp fully, but it does integrate with the first logically and thematically. Anathema's trademark emotional resonance and musical adventurousness purposefully re-engage earlier electronic forms to make this album a compelling -- if controversial -- undertaking. © Thom Jurek /TiVo
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Metal - Erschienen am 23. September 2011 | Music For Nations

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Rock - Erschienen am 1. Januar 1996 | Peaceville Records

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Metal - Erschienen am 28. Juni 2005 | Peaceville Records

Als "getrieben von Psychosen" beschreibt Vincent Cavanagh den Entstehungsprozess des elften Anathema-Albums. Dann lacht er, meint seinen Satz aber wohl nur halb im Scherz. "The Optimist" macht zwar besonders gegen Ende seinem Titel alle Ehre, auf dem Weg dorthin verarbeiten Anathema aber so düstere Klänge wie lange nicht mehr. Das Konzept des Weges ist durchaus wörtlich zu nehmen. Erinnerungen an Queens Of The Stone Ages "Songs For The Deaf" kommen hoch, wenn zu Beginn der Platte ein Protagonist (der titelgebende "Optimist") durch sein Autoradio zappt, um den Soundtrack für die bevorstehende Fahrt auszuwählen. Schließlich bleibt er bei Anathema hängen. Es wird nicht die letzte Anspielung auf die eigene Vergangenheit sein, die die Band auf "The Optimist" anbringt. Tatsächlich ist das gesamte Albumkonzept eine Rückbesinnung: Die Frage danach, was mit dem Besitzer des leerstehenden Autos auf dem "A Fine Day To Exit"-Cover geschah, befeuerte diesmal die Kreativzellen Daniel Cavanaghs. Statt Selbstmord zu begehen, entschließt sich der Protagonist, einen kompletten Neuanfang zu wagen – oder, je nach Perspektive, vor seiner Vergangenheit davonzulaufen. Anhand der Klangkulisse "The Optimist" lässt sich diese Reise nachvollziehen. So widmet sich sich die erste Hälfte der Fahrt an sich: Gestartet in San Diego ("32.63N 117.14W") geht es über "San Francisco" die Westküste entlang. Mit großzügigem Elektronik-Einsatz verfolgen Anathema hier die in den letzten Jahren eingeschlagene Richtung weiter. Zwar herrscht Melancholie, doch der Hoffnungsschimmer schwingt stets zwischen den Noten mit. Vincent Cavanagh eröffnet mit den Worten "Let go of everything inside – we'll make everything inside alright" ("Leaving It Behind"), Lee Douglas beschwört in "Endless Ways", nicht aufzugeben, verspricht Besserung ("Hold on") durch einen selbst realisierbaren Traum: "The dream I'm creating". Diesen Geist transportieren Anathema auch in der Musik. Doch angekommen in "Springfield" schlägt der bislang zum Weiterziehen motivierende Optimismus plötzlich in Zweifel um: "How did I get here? / I don't belong here". Was, wenn der ersehnte Abschluss sich doch nicht durch Weglaufen von alleine ergibt? Die Fragen kulminieren in einer tonalen Panikattacke, die die Band in post-rockigen Tremolosalven ausdrückt. Rennen ist keine Option mehr, ab sofort steht die innerliche Aufarbeitung im Vordergrund. Im jazzigen Besinnungsmoment "Close Your Eyes" (mit Posaune) scheint sdamit sogar beinahe Frieden einzukehren. Doch dann grätscht "Wildfires" dazwischen und reißt in einer aufreibenden Krise noch einmal alles nahe den Abgrund. Daniel Cavanagh selbst sorgt zu Beginn des Tracks für unheimliche Vokalrepetition, später ist es John Douglas, der mit brachialen Trommelwirbeln alles in Flammen aufgehen lässt. Hier macht sich besonders bemerkbar, wie hervorragend das Album produziert ist. Gerne warf man Anathema auf jüngeren Werken vor, zu glatt zu polieren. Dass "The Optimist" davon weit entfernt ist, beweisen nicht nur die übergreifend eingesprengten Field Recordings und Hobo-Acoustics im Rausschmeißer "Back To The Start", sondern vor allem besagter "Wildfires"-Drumpart. Denn statt mit einem Knall alles hinwegzufegen, spielt sich das angesprochene Inferno eher im Hintergrund ab. Statt mächtig, aber vielleicht auch etwas plump ganz vorn im Mix reinzukrachen, schleicht sich John Douglas erst an – man sieht, wie sich das Feuer langsam ausbreitet und heranrollt. Aus sicherer Distanz beobachtet der Protagonist (und damit auch der Hörer) wie der Brand unaufhaltsam alles hinwegrafft – fasziniert und fassungslos zugleich. Es ist ein klangliches Raumerlebnis par excellence. Erst dieser "Wildfires"-Kahlschlag ermöglicht es, "Back To The Start" als erleichternde, euphorische Hymne zu inszenieren. Es ist kein Rückschritt, sondern ein Befreiungsschlag, wenn das Auto schließlich wendet und in die erst gefürchtete, nun ersehnte Heimat zurücksteuert. Das Bild, das die Band mit "Back To The Start" zeichnet, ist das der Fahrt aus einem Tunnel hinaus in lichtüberflutetes Idyll. Nach aller Dunkelheit endet "The Optimist" doch noch im Glückszustand. Tritt man einen Schritt von der Soundtrack-Erfahrung zurück und betrachtet die Stücke für sich genommen, kommt man jedoch nicht umhin, zuzugeben, dass "The Optimist" auch ein paar Durchhänger aufweist. "Ghosts" etwa dümpelt gleichförmig vor sich hin; Lee Douglas fehlt dann doch etwas der Ausdruck, um die bloße Ambient-Kulisse intensiv zu gestalten. Dem Instrumental "San Francisco" hätte mehr als ein Grundpattern sicherlich gut getan – fünf Minuten lang dasselbe Klavierarpeggio ist schlicht etwas wenig Abwechslung. Dass eine gewisse Dosis Repetition zum Anathema-Sound dazugehört ist nichts Neues, doch bei Tracks wie "Leaving It Behind" und "Can't Let Go" liegen Stilmittel und Ideenmangel (bzw. Langeweile) bisweilen nicht sonderlich weit auseinander. Hier steckt das Album im Vergleich zum Vorgänger "Distant Satellites" klar zurück. In einem Punkt allerdings haben Anathema absolut nichts von ihrer Stärke eingebüßt: Kaum jemand arrangiert so raffiniert wie die Gebrüder Cavanagh. Paradebeispiel für das instrumentale Jonglieren mit Melodien ist der Titeltrack "The Optimist", dessen ungerades Hauptthema im Verlauf seiner fünfeinhalb Minuten alle möglichen Stadien durchläuft, im Tempo variiert, mal mit wohl dosierter Schlagzeugunterstützung abhebt, dann verebbt, um Kraft zu schöpfen für die Weitergabe des Staffelstabs an Gitarre und Streicher, die dann zum großen Finale ansetzen. Wenn dann noch im Mix schwebend der bandtypische Leadgitarrensound erklingt, ist es ums Fanherz geschehen. Solche Momente bietet "The Optimist" zuhauf, wenn man denn bereit ist, sich in die auf den ersten Blick zunächst etwas hermetisch erscheinenden Kompositionen zu versenken. Denn diese lassen sich nicht nur aus einem Blickwinkel betrachten – ändert man seine Perspektive zu "San Francisco" etwa geringfügig und konzentriert sich auf die Konstruktion des Stücks, wie sich Baustein um Baustein in das Puzzle fügt, gerät auch dieser zu weit mehr als nur einem monotonen Pattern mit ein paar schmückenden Girlanden. Für den einfachsten Einstieg in die Exkursion "The Optimist" sorgt die Soundtrack-Ebene des Albums. Also plant am besten schon mal die nächste einsame, nächtliche Autofahrt. Ein paar Liverpooler würden euch nämlich sehr gern begleiten. © Laut
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Metal - Erschienen am 28. Juni 2005 | Peaceville Records

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