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Die Alben

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Electronic - Erschienen am 16. Januar 1998 | Parlophone (France)

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
Der Plüschgorilla mit seinem "Sexy Boy"-Shirt flog erstmals in einer kalten Februarnacht über meinen Bildschirm. Äffchens Mondfahrt verfolgten erstaunte Passanten und manch verdutztes Tier. Die späte Stunde ließ mich denken, dass die Band, die ich soeben auf MTV entdeckt hatte, ganz allein mir gehörte. Zumindest für diesen kurzen Moment. Schon am nächsten Tag landete Airs "Moon Safari" in meinem Plattenregal. Nicht selten dienen Singles als Höhepunkte einer Platte, die ansonsten Lückenfüller zukleistern. "Sexy Boy" hingegen konnte gar nicht genügend auf diesen Longplayer der French Band vorbereiten. Abseits des zärtlich-bedrohlichen Stücks, das mehr Atmosphäre als Song war, eröffneten sich für das Jahr 1998 so fremdartige Welten. Die Schule der Lust, halb romantische Naivität, halb schmieriges Softsex-Filmchen. Ein durchgedrehtes Science-Fiction-Märchen, in dem "Barbarella" auf Vic aus "La Boum" und "Emmanuelle" trifft. "Dreams are my reality / The only kind of real fantasy." Aufstrebende Elektro-Bands hatte Frankreich zu diesem Zeitpunkt einige zu bieten. Der French Touch brachte uns St. Germain, Cassius und Daft Punks Meilenstein "Homework". Aber keine Band klang, obwohl sie weitestgehend englisch sangen, mehr nach französischem Klischee als Air. Ausschweifende Arrangements und verschmuste Hooklines machten aus "Moon Safari", das sich mehrfach am Sound von Serge Gainsbourgs Meisterwerk "Histoire De Melody Nelson" orientierte, ein gesungenes Baguette, eine musikalische Baskenmütze, Mousse au Chocolat für die Ohren. Home taping is killing music. In Zeiten, in denen ein CD-Rohling noch 17 D-Mark kostete und in verschlossenen Glasvitrinen feil geboten wurde, verteilte ich eine TDK SA-90 mit meiner Neuentdeckung an jeden einzelnen meiner Freunde, entfernten Bekannten und vorbeischlendernden Nachbarn. Jeder von ihnen verfiel dem Zauber von "Moon Safari" und steckte sich mit dem Air-Fieber an. Anfangs nur durch Mundpropaganda verbreitet, steigerte sich das Interesse an der Band, dessen Name als Akronym für "Amour, Imagination et Rêve" steht, zusehends. Spätestens mit der Veröffentlichung von "All I Need" im November 1998 wuchs sich der anfangs verhalten aufgenommenen Geheimtipp zum Selbstläufer aus. Lange vor Instagram legte das Stück einen nostalgischen Filter über seine Umwelt. Eine einschmeichelnde Ballade, zu deren sanft gezupften Gitarre Beth Hirsch ihre eleganten Vocals mehr haucht als singt. "Moon Safari" war das eine Album, auf das sich eine ganze Generation einigen konnte. Der Duft von Frische nach einem Sommergewitter durchweht "You Make It Easy", das nächtliche Gegenstück zu "All I Need". Die Bontempi-Orgel pluckert fleißig einen Bossa Nova-Rhythmus, der allgegenwärtige Bass schnarrt behaglich, ein dramatisches Piano setzt ein. Hirsch leiht auch diesem Lied ihre Stimme, klingt hier aber deutlich rauer. Im Zentrum durchbricht ein Glockenspiel sowie ein opulentes Streicherarrangement den zurückhaltenden Track. Der Opener "La Femme D'Argent" gehört heute noch zu den stärksten Songs aus Nicolas Godins and Jean-Benoît Dunckels Air-Schmiede. Jedes Element des Tracks, vom hypnotischen Basslauf, der ebenso unaufdringlichen wie unvergesslichen Melodie, bis hin zu den charakteristischen Percussions aus Edwin Starrs "Runnin'", platzieren die beiden Franzosen sorgfältig überlegt. Die analogen Synthesizer umgibt eine geheimnisvolle Glückseligkeit. Zunehmend wirbeln sich Korg MS20 und Moog in den Vordergrund und gipfeln in Dunckels entrücktem Solo. Den Grundtenor des Longplayers verfeinern Air um zartgliedrige Aspekte. Das erhabene "Ce Matin Là” nähert sich mit Mundharmonika und Tuba dem Easy Listening-Charme eines Burt Bacharach. Im sich allmählich aufbauenden "Talisman" führen Wurlitzer, Bass und Streicher eine leidenschaftliche Ménage-à-trois. "Le Voyage De Pénélope" schließt den Kreis und führt zurück zu "La Femme D'Argent". Dabei verläuft Pénélopes Reise zu nah an der Sonne entlang, streift Pink Floyd und Captain Future, bis "Moon Safari" letztendlich langsam zerschmilzt. Um den reizvollsten Song der Ära zu finden, muss man sich jedoch etwas abseits umschauen. "Jeanne" hat es damals unverständlicherweise nicht auf die Originalversion des Albums geschafft und versteckte sich auf der B-Seite der "Sexy Boy"-Single. Eine von der großen Françoise Hardy vorgetragene melancholische Gitarren-Ballade, die in einem bittersüßen Theremin-Solo gipfelt. Heute blicken wir auf die doppelte Portion Nostalgie zurück. Ein Album, das uns durch seinen Zeittunnel zurück in die 1970er und 1990er schickt und so eine weitere Stufe der Sehnsucht erreicht. Ein solch geschlossenes Album wie "Moon Safari" konnten Air, die sich 2001 mit "10000 Hz Legend" von ihren Trademarks entfernten, um auf "Talkie Walkie" 2004 wieder auf den gesicherten Weg zurück zu kehren, kein zweites Mal vorlegen. Eine betörende Space Oddity, wohlklingend und schmachtend, zwischen Realität und Traumwelt pendelnd. Liebe, Fantasie und Traum. Amour, Imagination et Rêve. © Laut
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Electronic - Erschienen am 26. Januar 2004 | Parlophone (France)

Air. Luft. Schweben. Durchatmen. Dahingleiten. So oder so ähnlich dürften wohl die Assoziationen der ehrenwerten Monsieurs Godin und Dunckel verlaufen sein, als sie sich um das Jahr 1997 herum in ihrem Pariser Künstlerappartement einen Bandtitel ausbaldowerten, der wohlfeilst zu ihrer damaligen Musik passen sollte. Air. Wohl gewählt, Messieurs. Denn wie anders sollte sonst eine Band heißen, die uns solch locker-flockige Musiken beschert, wie sie auf den beiden ersten LPs "Premiers Symptomes" und "Moon Safari" reihenweise zu finden sind. Vor allem "Moon Safari", mit dem die beiden Klangtüftler und Träumerle 1998 quasi über Nacht die Bars, Schlafzimmer und Autoanlagen ganz Europas eroberten, steht im kollektiven Gedächtnis einer Musikkonsumentengeneration für den Sound von Air. Wenigere dürften sich noch daran erinnern, was die folgenden VÖs brachten: Heavy Air, Dark Air und Strange Air. Nicht umsonst heißt das "10.000 Hz Legend"-Album bei den eingefleischten Fans "Dark Side Of The Moon Safari". Und angesichts des offensichtlich starken Einflusses, den Pink Floyd auf Air hatte, ist dieser spaßige Titel ziemlich treffend. Natürlich also erwarten wir "Talkie Walkie" mit Ungeduld, denn es ist eigentlich erst das dritte 'richtige' Album der Luftikusse (kein Soundtrack, keine Remixe, nix Mini-LP, etc ...), und da darf man tatsächlich schon mal gespannt sein. Wirds wieder flockig oder noch düsterer oder wie ... tja, es ist: dazwischen. Ja, ganz genau dazwischen. Zwischen "Moon S." und "10.000 Hz", und zwar sowohl was den Sound, als auch was die Qualität betrifft. War man zunächst auf einer easy vor sich hinperlenden Garden Party geladen, auf der bezaubernde junge Damen leichte Snacks und bunte Cocktails reichten ("MS"), um sich daraufhin durch den übermütigen Einwurf seltsamer UFO-Drogen in die dunklen Weiten des Weltraums zu schießen ("10Hz"), so drifted man auf "Talkie Walkie" zwar noch durchs Universum, hat aber endlich wieder Funkverkehr mit Mutter Erde, und es sind offensichtlich auch wieder Damen an Bord. Folgerichtig scheint der rote Faden von "TW" auch Liebe in Zeiten der Schwerelosigkeit zu sein. Man ist "lost in space" ("Another Day"), scharwenzelt an Bord des Mondkreuzers um eine charmante Venus herum ("Venus"), und da man eben auch dort oben nur ein Mensch ist, bricht sich der angeborene Trieb zart seine Bahn ("Biological"). Traurig und doch so schön zugleich ist da die Stimmung im XX- und XY-Köpfchen. Und das Banjo spielt dazu. So klingt er also, der Soundtrack für eine französische Weltraummission zur Untersuchung des Paarungsverhaltens humanoider Individuen in der Schwerelosigkeit. Natürlich hört man auch auf "TW" wieder einige Reminiszenzen an verdiente Künstler der Pop-Geschichte heraus. "Cherry Blossom Girl" beispielsweise könnte von seinem Saiten-Arrangement glatt als Serge "the nice schmierfink" Gainsbourg-Nummer durchgehen, und auch sonst hört man hier und da 70er oder 80er durch. Allerdings ist wie auch schon bei den Vorgängern alles in solch bezaubernder Luftverpackung dargereicht, dass es einfach unique ist, was ja auch den Erfolg von Godin/Dunckel ausmacht. Nämlich dass sie gar nicht sooooooo belanglos und wohlklingend herumplätschern, wie man bei oberflächlicher Betrachtung meinen könnte. Zudem bewegen sie sich als Musiker, Arrangeure und Soundtüftler seit Anbeginn des Airzeitalters auf sehr, sehr hohem Niveau, was sich nun bei "Talkie Walkie" ein weiteres mal zeigt. Dennoch: einen Geniestreich wie "Moon Safari" kann man nicht einfach beliebig wiederholen. Auf keinen Fall sollte man ihnen vorwerfen, dass sie auf "Talkie Walkie" doch wieder einen Teil des mehrere Parsec umfassenden Weges zwischen "MS" und "10Hz" zurück rudern (pardon: gleiten). "Talkie Walkie" ist durchaus kein fauler Kompromiss, sondern eine gelungene Legierung verschiedener Aggregatzustände von Air. Nix wirklich Neues, sicherlich, aber auf gewohnt hohem Niveau. Und das muss dann halt auch mal reichen, man kann schließlich die Raumfahrt nicht immer wieder neu erfinden! Und schließlich: vielleicht haben die beiden Schelme bei der Namensauswahl ja auch nur an die süße Luftschokolade gedacht, die sich ihre Spacehäschen beim Nachhausekommen verabreichen. French kissing in the universe ... © Laut
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Original Soundtrack - Erschienen am 25. Februar 2000 | Aircheology

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Ambient - Erschienen am 28. Februar 2007 | Aircheology

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Electronic - Erschienen am 28. Mai 2001 | Parlophone (France)

Vor drei Jahren brachten Air mit "Moon Safari" die französische Elektronikszene in den Mittelpunkt des Interesses. Ihre Musik schien zu schweben und auch der Hörer hatte nach einiger Zeit das Gefühl von Schwerelosigkeit. Vor allem die Single "All I Need" war es damals, die Jean-Benoit Dunckel und Nicolas Godin zu Stars und eine Menge Menschen glücklich machte. Doch das war damals. "10000 Hz Legend" ist heute. Von der Fröhlichkeit und Leichtigkeit ist unterwegs viel verloren gegangen. Der Opener "Electronic Performers" besitzt zwar noch immer diese weichen, fließenden Keyboardflächen, aber der Beat dazu ist für Air ungewöhnlich hart. Besonders die verfremdete Stimme im zweiten Teil des Stückes verleiht ihm - wie schon auf "The Virgin Suicides" - etwas dunkles. "How Does It Make You Feel?" fragen Air im Anschluss daran, aber zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um diese Frage realistisch beantworten zu können. Die erste Singleauskopplung "Radio #1" wird zwar nicht selbige werden, hat aber das Zeug zum Hit. Nur der Gesang am Ende ist doch etwas gewöhnungsbedürftig. Danach versucht sich Beck als der Junge mit der Mundharmonika. "The Vagabond" geht durchaus in Ordnung und doch denke ich sehnsüchtig an ein Stück wie "La Femme D'Argent" zurück. "Radian" kann dieses Gefühl dann zum ersten Mal abklingen lassen. Nachdem wiederum düsteren, beinahe bedrohlichen Beginn setzen nach einer Zeit all die Klänge ein, die "Moon Safari" so liebenswert machten. Und doch, ein wenig Melancholie klingt auch hier mit. "Lucky And Unhappy" poltert anfangs noch etwas unbeholfen umher, entwickelt aber nach einer Weile seinen Reiz. "Sex Born Poison" ist pure Schwermut mit mehr als sechs Minuten Länge. Die fast schon vorsichtig gespielte Akustikgitarre wird im Refrain vollkommen erdrückt. Gegen Ende kommen noch C64-Soundschnipsel und Streicher dazu und trotz dieser scheinbaren Konfusion hat "Sex Born Poison" etwas majestätisches. "People In The City" erinnert mich an irgendetwas, aber ich komme auch nach einer Woche nicht darauf. Ein schöner Song auf alle Fälle, wenn auch nicht so fesselnd wie einige der vorangegangenen. Die Geräusche am Ende lassen allerdings die Frage aufkommen, ob Air absichtlich die wohlklingende Welt, die sie mit "Moon Safari" geschaffen haben, zerstören wollen. "Don't Be Light" klingt einerseits wie im Schlafzimmer zusammengebastelt, andererseits als hätten Daft Punk zwischenzeitlich mit Hand angelegt. Der letzte Track, "Caramel Prisoner", ist keineswegs so süß und klebrig, wie der Titel vielleicht vermuten ließe. Noch einmal von allem etwas, die typische akustische Gitarre, Keyboard und ab und an rauschen undefinierbare Klänge durch den Raum. Jean-Benoit Dunckel und Nicolas Godin schreiben nach wie vor ausnehmend gute und auch schöne Songs. "10000 Hz Legend" ist somit ein gelungenes Album geworden, auch wenn die Platte eine Zeit braucht, bis sie ihre Schönheit offenbart. Jedoch steht am Ende die Erkenntnis, dass Air wohl nie wieder so unbeschwert wie zu "Moon Safari"-Zeiten klingen werden. Schade eigentlich. © Laut
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Electronic - Erschienen am 24. August 1999 | Parlophone (France)

Bevor Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel weltweit fast 1 Millionen Einheiten ihres Debüts Moon Safari verkauften, produzierten sie Premiers Symptomes. Wobei von Produzieren nicht wirklich die Rede sein kann. Die 5-Track EP entstand mehr, als daß sie produziert wurde, und das in Nicolas' Wohnung in einer Pariser Seitenstrasse mit minimalem Equipment. JB hat dieses kleine Werk unlängst ein Experiment genannt "als wir noch völlig unbekannt waren", doch genau dieses Experiment hat ihr Label nun neu aufgelegt um es einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Und wie der Bandname so treffend verspricht, kommen auch die frühen Stücke daher: Luftig, leicht und irgendwie ständig über dem Boden schwebend. Was hier zelebriert wird, ist die perfektionierte Leichtigkeit, die Musik haben kann. Der Fender Rhodes dümpelt seicht im Hintergrund ohne jemals ins Hintertreffen zu geraten, elektronische Sphärenklänge vermitteln ein Gefühl von Schwerelosigkeit. Und zuweilen droht der Drumcomputer einzuschlafen. Er schafft es aber dennoch, den Takt aufrecht zu halten. Hypnotisch und warm und unglaublich beruhigend ist beispielsweise "J’Ai Dormi Sous L’Eau", von dem die Macher selber sagen, daß es dem "Unterwasserschlaf vor der Geburt" gleich kommt. Nicht weniger entspannend sind aber auch "Le Soleil Est Pres De Moi" und "Les Professionels", das sich im Nachhinein als Vorgänger der Moon Safari Single "All I Need" outet. Nur die beiden neuen Songs Californie und Gordini Mix sind für Air ungewöhnlich dynamisch und passen nicht ganz ins Bild. Doch im Ganzen ist Premiers Symptomes eine wunderschöne Ergänzung zum Meisterwerk Moon Safari. © Laut
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Ambient - Erschienen am 5. Oktober 2009 | Aircheology

Wer einmal auf dem Mond war, hat so seine Probleme, dieses Erlebnis zu toppen. Das geht nicht nur Apollo 11-Astronaut Buzz Aldrin so, der zum 40. Jahrestag der Mondlandung die außergewöhnliche Idee hatte, mit Snoop Dogg und Talib Kweli einen Song aufzunehmen. Auch Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel, einst Protagonisten einer bemannten "Moon Safari", taten sich in den letzten Jahren schwer mit der Nachlassverwaltung der einstigen Pionierarbeit, besonders auf dem mediokren Vorgänger "Pocket Symphony" von 2007. Umso zauberhafter, dass "Love 2", ihr fünftes Studioalbum, nicht nur als Neu-Definition fröhlich beschwingter Schwerelosigkeit durchgeht, sondern tatsächlich als Fortsetzung des '98er Klassikers bezeichnet werden darf. Alle zwölf Songs versprühen wieder diese stilistisch über jeden Zweifel erhabene Brillanz, die man bei dem Duo in den letzten Jahren irgendwie vermisst hat, diesen seltsam dringlichen Easy Listening-Esprit, der doch nie aufdringlich oder belanglos wirkte. Die Frühstückscafés dieser Welt, sie alle verlangten längst nach neuem Stoff (zumindest im Auge ihrer musikbegeisterten Besucher). Der Single-Auskopplung "Do The Joy" liegt jedoch erstmal ein schwer atmendes, repetitives Gitarrenriff zugrunde, das bald mit analog-quietschenden Moog-Synthies, einem leichtfüßigem Bass und hier da und da eingeworfenen Robot-Voices bestückt wird. Sprachlos macht erst der zweite Track, ein zwischen den Koordinaten Wärme und Zeitlosigkeit pendelnder Minimalismus mit Flöte und Glockenspiel, der des zarten "Love"-Samples gar nicht bedurft hätte: So himmlisch, so federnd ist eigentlich nur sie, die Liebe. Und die liegt nun endlich wieder in der (französischen) Luft. Auf "Love 2", mit Ausnahme von Drummer Joey Waronker komplett ohne Gäste im bandeigenen Studio des Nord-Pariser Viertels Belleville aufgenommen, verliert sich das Duo nicht mehr in selbstreferentiellem Mittelmaß, sondern wagt den Schritt nach vorne, was für Dunckel gleichzeitig bedeutete: Schluss mit dem Versteckspiel und ran ans Mikro. Ob dieser neue Rampensau-Style von Dunckels unbekümmertem Solo-Debüt von 2006 herrührt, kann man nur mutmaßen, jedenfalls schlägt als Resultat die homogenste Songsammlung seit Jahren zu Buche. Lange agierten die Pariser nicht mehr so ungehemmt wie im knapp siebenminütigen, angejazzten Hippie-Traum "Tropical Disease", federten sie so Neu!-artig wie in "Be A Bee" und reichte die Luft sogar bis zu einem warmherzigen Ende der Marke "Sing Sang Sung". So belehrt "Love 2" nicht nur alle Zweifler eines Besseren, die dem Lounge-Sound der Pop-Dandys bereits ein Verfallsdatum anhefteten. Es zeigt auch auf, dass so genannte Deluxe Editions nicht immer die einzige Möglichkeit darstellen, ein Jubiläum (zehn Jahre "Moon Safari") zu feiern. © Laut
HI-RES11,99 €
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Ambient - Erschienen am 6. Februar 2012 | Aircheology

Hi-Res
Das Medium Film wurde offiziell 1895 in Frankreich erfunden. Und wenn jemand offiziell einen Klassiker der Stummfilmhistorie vertonen soll, dann beauftragt die Cinémathèque Francais natürlich Landsleute. Air sind mit ihrem ambienten, an analoger Elektronik orientierten, psychedelischen Verständnis von Popmusik auch genau die richtige Adresse, um entsprechende Atmosphären zu erzeugen. Der rund eine Viertelstunde lange Film "Le Voyage Dans La Lune" (1902) des Franzosen Georges Méliès gilt als Meilenstein der Filmgeschichte: Das erste Weltraumabenteuer, bei dem so etwas wie Special Effects eingesetzt wurden. Eine Version des Streifens wurde jahrelang mühevoll restauriert, was den Auftrag erklärt. Jean-Benoît Dunckel und Nicolas Godin weisen zudem Filmerfahrung vor: Sofia Coppola engagierte sie für "The Virgin Suicides" und "Lost In Translation". Zuletzt waren Air unter anderem mit Livedrummer unterwegs. Die akustische Ausrichtung prägt auch den Stummfilm-Score - was zweifellos besser zur uralten Filmvorlage passt als Soundscapes aus dem Sequenzer. Daft Punk wären dafür wohl schon zu arg in die Zukunft eingetaucht. Alles, so Godin, wurde diesmal live eingespielt. Pauken, ein geradliniger Rock-Beat, spärlich gesetzte triolische Fills und ein Shaker etablieren zu Beginn den entspannten Groove des "Astronomic Club", den Bläserhits oder ein Gitarrenlick anreichern. Im letzten Drittel des Tracks bauen Cello, gezupfte Gitarre und weitere Synthiesounds einen melodisch verheißungsvollen Schönklang auf. Der mündet in "Seven Stars", das mit bassiger Percussion und tiefen Klavierakkorden die Schlagzahl erhöht. In der Mitte holt der Song kurz Luft, um nach dem Startcountdown mit Victoria Legrands Vocals und einer Daft Punk-Gitarre abzuheben. Rhythmisch ebenfalls bassig marschiert "Parade" - die Nummer könnte sich, ähnlich wie "Sonic Armada", auf einem der "Ocean"-Soundtracks befinden. "Moon Fever" klingt im Anschluss exakt so, wie es der Titel verspricht: sanft und meditativ instrumentiert. Au Revoir Simone haucht noch geheimnisvoll "Who Am I Now?", bevor als drittes Lied mit Lyrics der "Cosmic Trip" dahin pluckert. Der Stummfilm, für den Air letztlich doppelt so lange Musik produzierten, wie er dauert, liegt der Special Edition bei. "Le Voyage Dans La Lune" tönt durchweg schön analog und ist einer guten Filmstory gleich spannungsreich arrangiert, mal mit überraschenden, ruhigen oder auch gefährlichen Hörmomenten. In Cannes feierte die restaurierte Fassung samt neuem Soundtrack 2011 Premiere - Méliès wäre 150 Jahre alt geworden. Aber auch ohne bewegte Bilder vor der Nase lässt sich mit der Platte das Kopfkino einschalten. © Laut
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Electronic - Erschienen am 15. Juni 2015 | Parlophone (France)

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Electronic - Erschienen am 23. Mai 2008 | Parlophone (France)

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Electronic - Erschienen am 4. Oktober 2005 | Late Night Tales

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Electronic - Erschienen am 18. Februar 2002 | Parlophone (France)

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Low

Electronic - Erschienen am 17. Juli 2020 | Golden Tbilisi

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Electronic - Erschienen am 4. Oktober 2005 | Late Night Tales

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 8. Juli 2019 | Trap

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Dance - Erschienen am 8. März 2019 | World Of Dance|Latin Company

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House - Erschienen am 29. März 2003 | Aircheology

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Air

Rock - Erschienen am 1. Januar 1971 | Rhino Atlantic

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Jazz - Erschienen am 6. Juni 1979 | Legacy Recordings

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Ambient - Erschienen am 19. Februar 2007 | Aircheology

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Air im Magazin