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Moonage Daydream — es waren einmal Tausend Bowies

Von Marc Zisman |

Ein Dokumentarfilm von Brett Morgen zeichnet das Leben von David Bowie anhand einer beeindruckenden Menge an Archivmaterial nach. Zu beeindruckend?

Angesichts seiner komplexen Persona und einer Karriere, die facettenreicher nicht sein könnte, ist es keine leichte Angelegenheit, David Bowie zu porträtieren. Trotzdem versucht Brett Morgen sein Glück mit der endlos langen Dokumentation Moonage Daydream, die ab dem 21. September 2022 im Kino zu sehen ist. Ein 2:20 Stunden langer Film, der mehr als verlockend ist, da der kalifornische Regisseur für die Umsetzung den Segen und die Unterstützung der Familie und Mitarbeiter des am 10. Januar 2016 verstorbenen Stars sowie der David Bowie Foundation bekam. Nach seiner Umsetzung von unter anderem The Kid Stays in the Picture (1994) und Kurt Cobain: Montage of Heck (2015) konnte Morgen in eine enorme Menge an unveröffentlichten Konzertmitschnitten und Archivbildern eintauchen, die so intim wie lebendig sind. Vier Jahre hat er damit verbracht das Material zusammenzusetzen und 18 Monate lang widmete er sich der Klangwelt, Animation und Farbpalette. Zweifellos liegt es an der Fülle des Materials, dass die Dokumentation eher schwierig umsetzbar und das Ergebnis ziemlich durchwachsen ist…

Die ersten Minuten von Moonage Daydream sind daher sehr irritierend. Die Lawine an hektisch hin und her geworfenen Bildern, ohne jede Chronologie oder thematische Abfolge, kann einen aus der Fassung bringen. Dieser Fluss wird zwar immer wieder unterbrochen durch Statements von Weggefährten des Künstlers, allerdings sind es vor allem Interviews mit dem Künstler selbst (hauptsächlich im Voice-over), die das Gerüst des Films bilden, während dieser sich leicht ablenken lässt und und sehr psychedelisch aufgezogen ist. Diese ästhetische Ausrichtung ist in ihrer gegen den Strom gerichteten Herangehensweise und mit ihrem Anti-Netflix-Appeal zwar attraktiv. Aber zu oft versteht man nicht, worauf Brett Morgen hinaus will – oder umgekehrt, man versteht zu viel, vor allem, wenn er große, halb prophetische, halb mahnende Sequenzen über das Ende der Welt, den Platz des Menschen auf der Erde oder die Rolle des Künstlers einsetzt.

Hardcore-Fans des Thin White Duke können sich freuen, denn Moonage Daydream (dessen Soundtrack am 16. September erscheint) bietet viele ausschließlich musikalische Szenen, die frei von Pathos, Kommentaren, vereinfachten oder verwirrenden Analysen sind. So kann sich jeder eine Aussage, einen Konzert- oder Interviewausschnitt oder einfach eine persönliche Erinnerung herauspicken. Denn schließlich hat jeder seine eigene, kleine Geschichte mit Bowie

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(Veröffentlichung: 16.9.2022)

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